118. Brigitte Distler a Primo Levi, 16 giugno 1962

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Nota al testo


A due mesi di distanza dall’ultima comunicazione, Distler risponde alle domande di Levi con questa lunga e dettagliata lettera.

16 Juni 1962

 

 Sehrgeehrter Herr Dr.Levi!

Über meine Antwort auf Ihren Brief ist es Frühling geworden, und ich hoffe, Sie haben trotz meines langen Schweigens nicht die Geduld mit mir verloren. Ich schrieb Ihnen bereits, daß Ihre Fragen in Gebiete hineinreichen, über die ich nur wenig, eigentlich gar nichts wußte. Inzwischen habe ich mich aber mit einigen Menschen unterhalten, die mir auf freundliche Weise halfen: sie teilten mit ihre Erfahrungen in dieser Angelegenheit mit und schickten mir Bücher und Schriften. So verging die Zeit mit Warten auf versprochene Briefe und Bücher und dem Lesen dieser Bücher, Leider mußte ich noch nebenher Vorlesungen und Seminare besuchen, sodaß ich erst in diesen Tagen dazu gekommen bin, alle Gespräche und Mitteilungen für Sie zu einem Ganzen zu fügen.

Bitte halten Sie mich nicht für pedantisch, wenn ich Sie drauf aufmerksam mache, daß meine eigenen Gedankengänge bei der Beantwortung Ihrer Fragen höchst subjektiv sind, meine Darstellungsweise aber durch und durch laienhaft ist; nichts davon kann daher allgemeingültiges aussagen. Ich weiß, daß ich viele Dinge einseitig und daher falsch beurteile, in Diskussionen kann ich geradezu fanatisch und unlogisch sein. Sie können daher ein relativ “echtes” Bild nur dann erhalten, wenn Sie viele Stimmen zu diesem Thema hören. – Doch das wissen Sie so gut wie ich, und ich bitte Sie, mir meine Pedanterie nicht übel zu nehmen.

Zum Äußeren des Briefes muß ich mich bei Ihnen für die unmögliche Länge meiner Ausführungen entschuldigen. Die Zeit drängte ja, und so blieb vieles stehen, was man kürzer hätte ausdrücken können. Auch mein Stil hat unter der Beschäftigung mit Dokumenten und Aktenauszügen ziemlich gelitten, auch darüber bin ich Traurig,

Bevor ich nun auf Ihre Fragen eingehe, möchte ich Ihnen nocheinmal für Ihren Brief danken, es gibt kaum etwas, worüber ich mich so gefreut habe.

Sie schreiben, daß Ihnen ein Echo Ihres Buches bei den jungen Menschen am liebsten sei. Dabei fiel mir ein, daß viele meiner Klassenkameraden und ich mit vierzehn Jahren bereits die Tagebuchaufzeichnungen der „Anne Frank” lasen; heute gilt dieses Buch als das meistgelesenste der „Fischer-Bücherei”, die Taschenbücher dieses Verlages aber werden besonders gern von Schülern und Studenten gelesen.[1]

Zu Ihren letzten Gedanken möchte ich noch folgendes sagen: Ich liebe zwar die Landschaft, in der ich aufgewachsen bin, ich bete meine Mutter an, den Deutschen als ganz bestimmten Typ aber kann ich nicht mit Freude betrachten: vielleicht weil er mir noch zu sehr mit jenen Eigenschaften behaftet zu sein scheint, die in jüngster Vergangenheit zu so hoher Blüte gelangten. Vielleicht aber auch deshalb, weil ich in ihm mich selbst als ihm wesensgleich verabscheue.[2]

Es zeigt Ihre unendliche Toleranz uns Deutschen[3] gegenüber, wenn Sie glauben, daß das Land „Beethovens und Schillers” den anderen Nationen vielleicht einmal wieder etwas zu sagen hätte. Seit Brecht, Kafka oder Schönberg ist es auf kulturellem Gebiet hier ziemlich still geworden. Auf dem Gebiet der Politik aber ist eine solche Stille nur angenehm!

Ich persönlich glaube, erst dort kann große Kunst und Dichtung gedeihen, wo das geistige Klima eines Landes frei ist von Übersättigung und Trägheit.Vielleicht ist eine solche Zeit tatsächlich im Kommen und die “Nachgeborenen” werden davon berichten.

Doch nun zu Ihren Fragen:

I. Hat es unter den Lehrern und Professoren nach 1945 eine Auslese gegeben? Sind diejenigen Lehrer entfernt worden, die sich mit dem Nationalsozialsmus eingelassen haben?

Natürlich hat es 1945 eine Auslese unter den Lehrern und Professoren gegeben. Sie mußten wie jeder andere Deutsche sich der sogenannten “Entnazifizierung” unterziehen. Das heißt, sie wurden je nach dem Stärkegrad ihrer Beteiligung am „Dritten Reich” in bestimmte Entnazifizierungsstufen[4] eingeordnet und wurden nicht selten mit Gefängnis oder Zuchthaus

bestraft. Ich selbst war damals noch zu klein, um etwas davon zu wissen. Was ich noch erfahren konnte, war das:

„Die Entnazifizierung war unbeliebt, weil sie von den noch damals feindlichen Amerikanern angeordnet war und sie wurde höchst dilettantisch durchgeführt und zum größten Teil sabotiert.” (Max Bachmann, Oberregierunsrat)

In der Regel wurden Lehrer und Professoren, die sich mit den Nazis eingelassen hatten, aus den staatlichen Lehranstalten entfernt; ich weiß von mehreren Fällen.[5] Die Redaktion des „Spiegel” (ein viel gelesenes, oft kritisiertes Nachrichtenmagazin)[6] schrieb mir dazu:

„Die Maßnahmen der sogenannten Entnazifizierung in der ersten Zeit nach dem Kriege sind später nicht mehr aufrechterhalten worden, und das war wohl auch gar nicht möglich, denn man hätte ja eine ganze Generation von Lehrern und Professoren in die Verbannung schicken müssen.”

II. Wenn sie ihre Stellung behalten haden, haben sie auch ihre Ideen behalten, haben sie sie gewechselt oder tun sie so,[7] als hatten sie sie gewechselt?

Die meisten der Lehrer und Professoren waren Parteimitglieder[8], sogen.

„Mitläufer”. Viele, vor allem die damals jungen unter ihnen, waren als Soldaten im Krieg oder sie waren überhaupt noch zu jung dafür. Letzteres trifft zum Beispiel auf fast alle Lehrer meiner Schule zu. Über die Haltung der dagebliebenen Lehrer und Beamten, die keine Soldaten waren, schrieb man mir:

„Im Großen und Ganzen sind sowohl die Beamten als auch die Lehrer noch dieselben wie im 1000-jährigen Reich, und es ist natürlich, daß diese sich nicht gerne mit ihrer Vergangenheit belasten. Die deutschen Hochschlen und ihre Professoren haben ja in jenen Jahren am meisten versast.” (M. Bachmann)[9]

Ein junger Lehrer (H. Spranger), den ich noch von meiner Schulzeit her kenne, schrieb mir über die Haltung seiner Kollegen heute:

„Es wich mir kein Lehrer aus, wenn ich ihn nach seiner Stellung im Dritten Reich befragte. Zusammenfassend möchte ich sagen, daß ich keinerlei nazistische Meinungen, Tendenzen u.s.w. feststellen kann. Es wird nicht übermäßig über politische Fragen diskutiert, man schimpft über unsere Regierung, wie man es überall tut. Es ist mir auch kein Schüler begegnet, der irgendeinen Lehrer als “heimlichen Nazi” bezeichnet hätte.”[10]

Von vier Studenten berichtete einer von einem Lehrer seiner Schule, der wegen antisemitischer Äußerungen aus dem Schuldienst entlassen wurde. Eine Studentin erzählte, daß ihr früherer Mathematik-Lehrer noch heute den Schülern von seinen Erlebnissen als ehemaliges Mitglied der SS berichtet.

An meiner Schule gibt es einen Pfarrer, von dem ich Ihnen bereits schrieb.[11] Auffallend sind seine Vorurteile gegenüber den Juden, die ihren Ursprung wahrscheinlich im religiösen Gegensatz “Judentum-Christentum” haben, die sich aber unheilvoll auswirken können. Meiner Ansicht nach ist er in die Reihe der sogen. “Philosemiten” einzuordnen, die ja den Antisemiten in vielem gleichen.[12]

Die Russisch-Lehrerin, von der ich Ihnen schrieb,[13] ist Russin und unterrichtet an keiner Schule, Ich hatte mit ihr heftige, aber erfolglose Auseinandersetzungen und nehme bei ihr keinen Unterricht mehr.[14]

Abschließend glaube ich, feststellen zu können, daß der Prozentsatz von nazistisch belasteten Lehrern auf den staatlichen Schulen gering sein muß. Es handelt sich dabei wahrscheinlich größtenteils um Lehrer älteren Jahrgangs, die hoffentlich bald pensioniert werden. Wichtig jedoch ist, daß man selbst diesen Prozentsatz erkennen und beseitigen muß. Das erfordert beiden Schülern ein “angeborenes Mißtrauen” und vor allem den Mut zur Kritik, beidem bin ich während meiner Schulzeit kaum begegnet, weiß aber durch meine Geschwister,[15] daß es Mitschüler gab, die diese Eigenschaften besaßen.

III. Spricht man in den Schulen über das Dritte Reich?

Während meiner Schulzeit wurde über das Dritte Reich in zwei verschiedenen Jahren ausführlich gesprochen[16] und zwar geschah das nicht nur im Geschichts unterricht, sondern auch in den Fächern: Deutsch, Sozialkunde, Religion und Biologie.

H. Spranger, der junge Lehrer schrieb mir:

„Der Vorwurf, den man immer wieder hört, daß die Schulen die Schüler nicht genügend aufklärten, ist völlig unberechtigt. Lehrern und Schülern ist heute so viel Material in die Hände gegeben, daß jeder sich informieren kann. Im Unterricht wird diese Epoche der deutschen Geschichte ausführlich behandelt.”

Von anderen Studenten allerdings hörte ich, daß sie aus Zeitmangel – die jüngste Geschichte wird meistens erst kurz vor dem Abitur (=Abschlußprüfung) behandelt – wenig über jene Zeit unterrichtet wurden.

Fest steht, daß in allen Schulen über das Dritte Reich gesprochen wird: ob viel oder wenig, hängt wahrscheinlich von der Persönlichkeit des einzelnen Lehrers ab.

IV. Spricht man gern oder ungern darüber?

In meiner Klasse gab es leidenschaftliche Diskussionen über dieses Thema. Ich kann mich an eine Auseinandersetzung über den Antisemitismus erinnern, die mit Tränen endete.

Die Lehrer wichen den Problemen nicht aus, im Gegenteil: sie zeigten[17] an Hand alter Zeitungen die Propagandamethoden der Nazis. Sie erzählten, daß sie als junge Menschen meist kritiklos und voll Begeisterung der neuen Bewegung angehangen hätten; bei Jugendversammlungen, Sportveranstaltungen und ähnlichem.Wir Schüler haben sie deswegen heftig angegriffen, zu Unrecht, wie ich heute glaube: Kann man ihnen den Vorwurf machen, die Dinge weniger durchschaut zu haben als die Erwachsenen? Und hätten wir die satanischen Methoden Hitlers besser erkannt, mit denen er die Jugend für seinen Krieg gewann?

„Jene Zeit steht vor unseren Augen wie eine einzige große Warnung”, sagte mir vor kurzem ein Mädchen meiner Schule. „Die Lehrer wollen uns[18] ihre Erfahrungen mitteilen, damit nicht von neuem großes Unglück geschehe.”

Ich muß hier betonen, daß die Schule, die ich besuchte, von Kindern (mehr Jungen als Mädchen) aller sozialen Schichten besucht wird, und dies scheint mir eine besonders glückliche Mischung zu sein, die nicht in allen Schulen gegeben ist.

Herr Spranger berichtete von seiner Schule:

„Ich muß sagen, daß die Schüler sich zwar für diesen Zeitabschnitt interessieren, daß sie aber sofort in Opposition gehen, wenn man von einer Schuld Deutschlands spricht. Viele behaupten sogar, daß sie genug hätten von dem “mea-culpa” – Geschrei der Presse und ihrer Lehrer.

Eine zentrale Bedeutung kommt natürlich der Judenfrage zu. Zunächst einmal die Einstellung der Lehrer. Die ist durchaus so, wie es sich die maßgebende Öffentlichkeit wünscht. Wir veranstalten alle drei Monate eine ‘Woche der Brüderlichkeit’, in der hauptsächlich Fragen der Toleranz,[19] des Judentums und Rassefragen im Mittelpunkt stehen, Gerade die Lehrer zeigen darin einen ehrlichen Willen, die Jugend so zu erziehen, daß niemals wieder Rassenhaß und Verhetzung entstehen können. Hier macht sich nun eine sehr starke Opposition der Schüler bemerkbar sie erklären, daß sie für die Sünden ihrer Väter nicht verantwortlich gemacht werden könnten und kritisieren die Methode, mit der ihnen das Judenproblem deutlich gemacht wird. Übrigens kritisieren nicht nur die Schüler die Methode, sondern viele gute Zeitungen. Wahrscheinlich mischen sich zu viele Stellen ein, wenn es darum geht, die Jugend über das Vergangene zu unterrichten.”

Das Gewicht, ob über das Dritte Reich gern oder ungern gesprochen wird, scheint sich im Laufe der Zeit zugunsten der Lehrer verschoben zu haben. Ich erkläre mir das so: Die Lehrer werden durch immer größere Entfernung zu jener Zeit objektiver in ihrem Urteil. Den Schülern scheint es auf die Dauer unangenehm zu werden, von allen Seitenauf die „unbewältigte Vergangenheit”[20] aufmerksam gemacht zu werden.

IV. Neigt man dazu, es als eine isolierte Episode zu betrachten? Sucht man es zu rechtfertigen, zu entschuldigen?

Wir sprachen über das Dritte Reich im übrigen Zusammenhang der Geschichte, zwangsläufig kam es aber dazu, daß die damaligen Ereignisse in ihrer Einmaligkeit isoliert standen. Es scheint aber doch so zu sein, daß man das Dritte Reich, je größer der Abstand von ihm wird, heute in ein größeres Geschichtsbild einfügen kann und muß.[21]

Herr Spranger schreibt:

„Diese Epoche der deutschen Geschichte wird weder als Episode gesehen noch wird sie entschuldigt. Meiner Meinung nach ist sie noch vor ein paar Jahren zu sehr isoliert betrachtet worden, als etwas, was man nicht verstehen kann. Heute fragt man vielmehr nach den Wurzeln des Nationalismus, des Antisemitismus. In diesem Zusammenhang muß zwangsläufig die Mitschuld des Auslands auftauchen. Vor allem die Schüler fragen danach und zeigen vielfach eine Einstellung, die der Einstellung der Lehrer widerspricht.”

Aber aus der geschichtlichen Situation allein ist die Unmenschlichkeit des Regimes und seiner Handlanger nicht zu erklären: wie etwa aus dem Hunger und Elend, die nach dem I. Weltkrieg in Deutschland herrschten und Männern wie Hitler Stoff für die Aufhetzung und Radikalisierung der Massen in die Hände gab.

Vielleicht ist meine Überlegung falsch, aber selbst am Widerstand der Schüler gegen das “mea culpa”– Geschrei kann man doch erkennen, daß für sie das Problem des Dritten Reiches noch genauso ungelöst, “ärgerlich” und typisch deutsch erscheint wie für alle, die vor ihnen damit konfrontiert wurden. Erst wenn das einmal nicht mehr so ist, sollte man erschreckt aufhorchen.

V. Gehört die neueste Geschichte zum Programm der Schulen?

Grundsätzlich gehört die neueste Geschichte Europas (der Terminus hierfür lautet „Zeitgeschichte”) zum Unterricht: ein Thema, das die Schüler sehr interessiert. In meiner Klasse (einer naturwissenschaftlichen Schule allerdings) wurden neben den technischen, die politischen, beziehungsweise die wirtschaftspolitischen Vortragsthemen bevorzugt. In den letzten Klassen und besonders im Abitur werden die Aufsatzthemen fast ausschließlich aus diesem Bereich gestellt.

Herr Spranger schrieb mir:

„Ich unterrichte selbst Deutsch und Geschichte in der Oberstufe (das sind die letzten Klassen vor dem Abitur) und kann mir über die Einstellung der Schüler zur Zeitgeschichte ein Urteil bilden: Die Schüler sind Zuschauer oder Teilnehmer am Zeitgeschehen, das sie täglich studieren in der Zeitung, im Unterricht, durch das Fernsehen. Sie zeigen oft ein erstaunliches Sachwissen. Ich habe in meinem Klassen ‘Spezialisten für internationale Verträge’, für Wirtschaftsfragen, u.s.w. Die Schüler wissen oft mehr Details als ich. Ich muß das zugeben, denn mir fehlt leider die Zeit… Jedenfalls die interessantesten politischen Gespräche führe ich nicht mit Lehrern, sondern mit Schülern. Sie sind wirklich aufgeschlossen.” Ich habe mich gefreut, als ich dies von Herrn Spranger hörte; vielleicht wächst nun endlich und zum ersten Mal in der deutschen Geschichte eine politisch-denkende Generation heran.

VI. Wird der “Fall Globke”[22] in der allgemeinen Meinung als Skandal empfunden, wird er ignoriert, wird er gebilligt? Wie wird seine Anwesenheit neben Adenauer gerechtfertigt? Wie rechtfertigt er sich selbst?

Der „Fall Globke” ist in der Allgemeinheit nur wenig bekannt. Und auch über das wenige – zum Beispiel über seine Rolle bei der Judenfrage – weiß „man” nur ungenaues. Weil aber sein Name zusammen mit HitlersNürnberger Rassegesetzen” und beim Eichmann-Prozess genannt wurde, halten die Menschen, die ich um ihre Meinung fragte, es für untragbar, daß Globke an so exponierter Stelle neben Adenauer steht.

„Lehrer wie Schüler zeigen sich zu wenig informiert, fordern aber doch, daß man einen solchen Mann aus seinen Ämtern entfernen soll. Oberländer mußte gehen,[23] soll Globke auch gehen. Man sagt, Globke soll von sich aus gehen und nicht erst einen Prozess abwarten.” (Spranger)

Obwohl feststeht, (es sind eine Reihe von Zeugnissen vorhanden) daß er der katholischen Kirche Dienste geleistet hat, gilt sein Fall allgemein als sehr umstritten.

Ich persönlich habe bis jetzt über den Fall Globke zwei Dokumente gelesen. Außerdem weiß ich sicher, daß im April 1961 ein Interview des deutschen Fernsehens stattfand,[24] in dem Globke zu Anschuldigungen Stellung genommen hatte. Ich habe das Interview leider nicht gehört, besitze auch seine schriftliche Fixierung nicht. So kann ich mich zum Fall Globke nur auf die zwei genannten Dokumente stützen.

Da ist zum einen das Buch von Reinhard-M. Strecker: Dr. Hans Globke, Dokumente‚ Aktenauszüge

(Herr Strecher ist in Deutschland bekannt durch eine Ausstellung von Belastungsmaterial gegen noch amtierende „Nazi-Richter” Seine Ausstellung hatte zur Folge, daß die Bundesregierung ein Gesetz entwarf, nachdem sich „belastete” Richter und Staatsanwälte in einer zeitlich begrenzten Frist pensionieren lassen können, wenn sie ihre Pension behalten wollen. Das Gesetz ist seit einiger Zeit rechtskräftig).[25]

Das Buch Streckers erschien 1961, mußte aber schon bald vom Verlag wieder eingezogen werden, da Herr Globke gegen Herrn Strecker wegen des Buches ein gerichtliches Verfahren eingeleitet hatte. Vor wenigen Wochen wurde in den Zeitungen berichtet, daß der Prozess beendet sei und das Buch wieder verkauft werden darf, wenn “22 unwahre Behauptungen” daraus entfernt worden seien.

Das Buch enthält: Dokumente und Aktenauszüge aus dem Tätigkeitsbereich Globkes während des Dritten Reiches, also Auszüge aus Globkes Kommentar zu den Nürnberger Gesetzen, Auszüge aus Aufsätzen und Erläuterungen. Dokumente zum Berufsgang Globkes, also Empfehlungsschreiben, Briefe, Orden. Auszüge aus Zeitungsartikeln zum Fall Globke, positive und negative Stellungnahmen einzelner Persönlichkeiten zu diesem Fall.

Strecker will Globke mit diesem Buch offensichtlich belasten, obwohl er ein[26] objektives Bild von Tatsachen zu geben versucht. Ich bin bei der Frage nach Globkes eigener Rechtfertigung[27] witgehend den Dokumenten und Auszügen in Streckers Buch gefolgt und nehme auch an, daß die angeführten Textstellen mit den Orginalen übereinstimmen, da man sie durch die Jahreszahlen, Qellenangaben und Photographien nachprüfen kann. Bei den Beispielen aus Globkes Kommentar zur Rassengesetzgebung mußte ich jedoch Streckers Auslegung ganz übernehmen, da ich mit der juristischen Seite dieser Angelegenheit überhaupt nicht vertraut bin. Daher bitte ich sie, besonders an dieser Stelle meiner Ausführungen zu bedenken, daß die Beispiele (im Gegensatz zu den abgedruckten Briefen oder Aufsätzen) aus dem übrigen Zusammenhang heraus gegriffen wurden und sich deshalb, wie es in anderen Fällen oft geschieht, in ihr Gegenteil verkehren können.

Alles, was ich durch Herrn Strecker weiß, werde ich mit dem Buchstaben S bezeichnen.

Ein zweites Dokument zum Fall Globke liegt mir in der Monatsschrift: „Diskussion” vor, herausgegeben vom Bundesverband Deutsch-Israelischer Studiengruppen (Hochschulgruppen)[28] Unter dem Thema „Dr. Globke und der politische Humanismus” wird dort eine Kontroverse in Briefen ausgetragen zwischen einem Mitglied des evangelischen Kirchentag-Präsidiums (Prof. Dr. Goldschmidt)[29] und dem Presseamt der Bundesregierung (Dr. Wünsche) Diese Kontroverse schloß sich an eine Erklärung an, die die „Arbeitsgruppe 6” des ev. Kirchentages am 22. Juli zum Fall Globke gab: (D)[30]

„Wir meinen, daß es um der Sauberkeit und der Klarheit unserer Umkehr willen dringend nötig ist, daß diejenigen, die mit der Vergangenheit besonders deutlich befleckt sind, in den Hintergrund treten. Sie werden dabei an den Namen Globke denken, ich tue es auch. Aber ich denke nicht nur an Globke. Ist es nicht eigentlich beschämend, erschütternd, demütigend, wie noch I6 Jahre (I96I) nach dem Geschehen wieder und wieder einzelne aus dem Dunkel hervortreten oder hervorgezerrt werden mussen, weil sie führend an Verbrechen beteiligt gewesen waren? Wir appellieren nicht nur an die Autoritäten in beiden Teilen Deutschlands, daß sie sich von diesen Leuten trennen möchten; wir appellieren auch an diese Personen selbst, daß sie einsehen und ausscheiden mögen.”

Alles, was ich dieser Schrift entnehme, werde ich mit dem Buchstaben D bezeichnen.

Als Skandal in der Presse wurde der Fall Globke empfunden in:

Strecker: “Dr, Hans Globke” 1961

Spiegel”, Deutsches Nachrichtenmagazin 1956-61

Diskussion” (s.o.)1961

Frankfurter Rundschau” (S) 1949, 1961/ „Berliner Allgemeine Zeitung” (S) 1951

Telegraf” (S) 1956 / Hamburger Echo” (S) 1960

Zur Diskussion gestellt wurde er in:

Die Zeit” (S) in einem Interview mit Globke, 1961

Welt” (S) 1961 / „Frankfurter Allgemeine” (S) 1961

Fernsehinterview 1961

Gerechtfertigt wurde Globke durch:

Adenauer (S) 1950 / Dr. Barzel CDU (D) 1961 / Bundespresseamt, Dr. Wünsche (D) 1961

Verurteilt wurde er durch:

Dr. Arndt SPD (S) 1950 / Dr. Böhm CDU (S) 1961 / „Arbeitsgruppe 6” (siehe oben)[31] (D) / Prof . Goldschmidt (D).[32] Wie und wodurch sich Globke selbst rechtfertigt, entnehme ich dem Interview mit der Zeitung „Die Zeit” und den Protokollen der Zeugenaussagen Globkes bei den Nürnberger Prozessen 1945 (S)

(Globke war von 1933-45 als Ministerialrat im Reichsinnenministerium tätig. Das Reichsinnenministerium war verantwortlich für die Nürmberger Rassegesetze Hitlers, Reichsinnenminister war Frick, sein Staatssekretär Stuckart, Stuckart war der direkte Vorgesetzte Globkes.

Mit Stuckart verfaßte Globke 1935 die Kommentare zu den Nürmberger Gesetzen. Er war Sachbearbeiter zahlreicher Aufgaben des Ministeriums.)

Während der Nürmberger Prozesse (Nr. Pr.) gab Globke zu, von den systematischen Massen morden an den Juden gewußt zu haben. Allerdings hätte er nicht gewußt, daß das alle Juden betraf. Er wußte weiter von der Tötung Geisteskranker[33] und von den Greueltaten der SS durch Frick und Himmler (Chef der SS).

– Im „Zeit” – Inteview (Z) sagt Globke: „Ich konnte doch meine Stellung, in der ich vielen Gegnern des Regimes half, nur halten, wenn ich den Nazis nicht von vornherein als erklärter Gegner erkennbar wurde.”

Globke sagt, von der Absicht der Nürmberger Gesetze nichts gewußt zu haben, auch hätte er sie nicht mitverfaßt (Z). Den Kommentar zu diesen Gesetzen schrieb er zusammen mit Stuckart fünf Monate nach der Veröffentlichung der Nürmberger Gesetze. Im „Ministerialblatt des Ministeriums des Innern” heißt es zu diesem Kommentar: „Ihm (dem Kommentar) kommt schon deswegen besondere Bedeutung zu, weil die beiden Verfasser am Zustandekommen der Rassegesetzgebung amtlich beteiligt waren.”

– Nach Strecker soll Globke behauptet haben: Die Beteiligung an der Rassen gesetzgebung sei in dem Blatt nur erwähnt worden, damit sich der Kommentar besser verkaufe.

Dagegen spricht, daß die Aussage von einem amtlichen Blatt gemacht wurde und Globke dagegen nicht protestiert hat.

Globke hielt die Nürmberger Gesetze deshalb für notwendig, weil sie den Willkührmaßnahmen der Gauleiter[34] Einhalt geboten hätten (Nr. Pr.)

Auf die Frage (Nr.Pr.); ob Globke die Nürmberger Gesetze für Verfolgungen hielte antwortet er:

– „Die Frage, ob die Nürmberger Gesetze als solche eine Verfolgung darstellen, mag an Hand der Gesetzgebung in anderen Staaten bestritten sein. Es gibt auch in anderen Staaten eine Gesetzgebung, die sich gegen einzelne Gruppen der Bevölkerung richtet, ohne daß man daher sagen kann, daß diese Gesetzgebung als solche ein Verbrechen darstellt.”

Auf die Frage (Z): „Warum haben sie den später so viel kritisierten Kommentar zu den Nürmberger Gesetzen geschrieben?” antwortet Globke:

– „Hitlers Stellvertreter Rudolf Heß versuchte, die Wirkung der Nürmberger ‘Rassegesetze’ durch harte Durchführungsbestimmungen zu verschärfen.

…Unter den damaligen Umständen war der Kommentar für viele rassisch diskriminierte Personen ein Schutz.”[35]

Auszüge aus Globkes Kommentar mit der Auslegung durch Strecker:

– Zu §6 des “Blutschutzgesetzes” (BLG) schreibt Globke (Gl.):

„Jedes Volk wird durch die Aufnahme artfremden Blutes in den Volkskörper in seiner Lebensfähigkeit beeinträchtigt. Eine seiner Hauptsorgen sollte aber die Reinerhaltung seines Blutes sein.”

Gl. liefert vorweg zum §4 des BLG eine Begründung für die Brandmarkung der Juden durch den David-Stern:

„Da die Juden nach nationalsozialistischer Auffassung nicht zum deutschen Volke gehören, sondern ein eigenes Volk, wenn auch keinen Staat, bilden, kommen die deutschen Symbole für sie nicht in Frage. Die Angehörigen des jüdischen Volkes können sich aber ihrer eigenen Symbole bedienen, um die Zugehörigkeit zu ihrem Volkstum dadurch äußerlich kundzutun.”

– Über die jüdisch verwandten Nicht juden (“Mischlinge”) schreibt Gl.:

„Ein volldeutschblütiger Großelternteil, der etwa aus Anlaß seiner Verheiratung mit einem Juden zur jüdischen Religionsgemeinschaft übergetreten ist, gilt… gilt für die rassische Einordnung seiner Enkel als volljüdisch, Ein Gegenbeweis ist nicht zugelassen. Diese Regelung erleichtert die rassische Einordnung erheblich…Wie lange der Großelternteil der jüdischen Religionsgemeinschaft angehört hat, ist gleichgültig. Auch eine vorübergehende Religionsgemeinschaft genüst.”

Von dieser Auslegung stand im Gesetz nichts.

Gl. weist von sich aus ausdrücklich auf die Eheschließungen zwischen Deutschen und Zigeunern; so wird neben dem deutsch-jüdischen “Gegensatz” noch ein anderer betont:

“Hierdurch ist die Schließung von Ehen verboten, aus denen – abgesehen von den Fällen deutsch-jüdischer Rassenmischehen – eine rassisch unerwünschte Nachkommenschaft zu erwarten ist, zum Beispiel die Eheschließungen zwischen Deutschen und Zigeunern…”

– Eine weitere Verschärfung schuf Gl., indem er zum §I des BLG

(„Eheschließungen zwischen Juden und Staatsangehörigen deutschen oder artverwandten Blutes sind verboten, trotzdem geschlossene Ehen sind nichtig, auch wenn sie zur Umgehung dieses Gesetzes im Ausland geschlossen sind”) – zu den Worten “im Ausland geschlossene Ehen sind nichtig” eine Strafbestimmung hinzufügte.

Globke antwortete auf die Frage (Z): „Es wird behauptet, Herr Staatssekretär, daß Ihr Kommentar an einigen Stellen sogar zu noch ungünstigeren Folgerungen kommt als die Nürmberger Gesetze für die Betroffenen. Was sagen Sie zu diesem Vorwurf?”

– „Es trifft nicht zu. Aber ich durfte natürlich keinen Benutzer des Kommentars durch Auffassungen, die in der Praxis nicht befolgt wurden, nicht in Schwierigkeiten bringen.”

Globke als Sachbearbeiter für das Namensänderungsrecht arbeitete die Verordnungen für dieses Gesetz aus. Darin stellte er ein Verzeichnis von jüdischen Vornamen auf; diese Vornamen sollte jeder Jude zu seiner besseren Erkennung vor seinen Familiennamen setzen. Wer das nicht wollte, mußte “Sara” oder “Israel” seinem Familiennamen hinzufügen; auch dieser Vorschlag stammte von Globke.

Auf die Frage (Nr. Pr.): „Haben Sie an der Bearbeitung der Vorschriften über die Änderung von Familiennamen mitgearbeitet?” antwortet Gl.:

– „ich war Referent für das Namensänderungsrecht und habe also an allen Fragen der Namensänderung mitgearbeitet…Aus der Öffentlichkeit kamen Eingaben an das Ministerium, wonach Juden einen Zusatz zu ihren Namen erhalten sollten, der sich von Nichtjuden unterschied…wir sind zu dem Ergebnis gekommen, daß es eine mildere Lösung sein würde, wenn nicht der Familienname in die gewünschte Form geändert würde, sondern wenn man die Juden verpflichten würde, einen zusätzlichen jüdischen Vornamen zu führen.”

Rechtfertigung Globkes durch andere Personen:

Adenauer sagte 1950 (S) folgendes:

„Die politische Vergangenheit von Dr. Globke ist von den Alliierten minuziös nachgeprüft worden. Eine deutsche Stelle btaucht nicht noch minuziöser als die Besatzungsmächte zu sein.”

Vor Studenten in Bonn Sprach Dr. Barzel CDU im Juli 196I zum Fall Globke (D) Einige Hauptpunkte seiner Rede will ich dem Sinn nach widergeben: Adenauer würde als Verfolgter der Nationalsozialisten nie einen seiner Peiniger zum Mitarbeiter wählen, auch sei Globke in den Nürmberger Prozessen nicht angeklagt gewesen.

Der Fall Globke sei ein „Kapitel aus dem Buch des inneren Widerstandes gegen Hitler”. Globke hätte aus „tiefster politischer, durch die Kraft des Glaubens bedingter Verantwortung” gehandelt. Die Mitwirkung Globkes bei der Kommentierung und Formulierung antijüdischer Gesetze sei immer „mildernd, einschränkend, helfend” gewesen.

Prof. Dr. Goldschmidt schreibt an Dr. Wünsche (D):

„In Abwägung von Belastung und Entlastung (im Fall Gl.) wiegt erstere, die durch die Publikation von Strecker zusammengefaßt und vervollständigt ist, erheblich schwerer…Wenn er einzelne Personen oder Gruppen diesem Schiksal entzog, so muß dieses Tun als mildernder Umstand gewertet werden, aber niemals kann es als Rechtfertigung dienen. Sein Verhalten kann allenfalls aus einem Notstand entsprungen verstanden werden.”

Barzel sagt weiter: Er beklage, daß von Demokraten oft nachgeredet werde, „was Kommunisten geschickt lancieren.”

Goldschmidt zu diesem Punkt:

„…daß wir uns an der Einsicht in eigene Fehler und ihrer öffentlichen Diskussion nicht dadurch hindern lassen dürfen, daß auch die Kommunisten sie entdeckt haben.”

Barzel: Die einzelnen Vorwürfe Streckers würden „bei Licht betrachtet” in sich zusammenbrechen.

Daß sie nicht zusammengebrochen sind zeigt die gerichtliche Entscheidung im Fall „Strecker-Globke” (siehe oben)[36] Die 22 unwahren Behauptungen aber ergeben noch kein 280-Seiten starkes Buch!

Barzel: sei nie Parteimitglied gewesen (Globke!)

Strecker: „Aus Unterlagen im amerikanischen Document Center in Berlin geht allerdings hervor, daß ein Aufnahmeantrag Dr. Gl. in die NSDAP trotz einer Empfehlung Stuckarts mit der Begründung abgelehnt wurde, er habe zu enge Beziehungen zu maßgeblichen katholischen Kreisen.” Immerhin hatte sich Gl. um eine Aufnahme in die Partei bemüht. Im übrigen kann unter den damaligen Zwangsverhältnissen Parteimitglied mit “Nazi” nicht unbedingt gleichgesetzt werden und umgekehrt.

Barzel: Gl. hätte im Dritten Reich keine „Karriere” gemacht.

Aus Streckers Buch geht hervor, daß Gl. vom Regierungsrat (1932) über den Oberregierungsrat (1933) zum Ministerialrat (1938) avancierte. Im Geschäftsverteilungsplan des Ministeriums wird Gl. 1936 – 14 Mal, 1938 – 23 Mal, 1941 – 31 Mal und 1945-30 Mal genannt. Er erhielt außerdem 6 Orden.

Sicher hat Gl. im Dritten Reich nicht gerade sein „Glück gemacht”, aber von keiner Karriere zu sprechen, ist nicht richtig.

Barzel: Gl. hätte mit den Männern des 20.Juli (am 20.Juli 1944 versuchte man, Hitler umzubringen. Im Gegensatz zu früheren Attentatsversuchen, waren diesmal weite Kreise der Bevölkerung indirekt daran beteiligt.) gekämpft und Widerstand geleistet. Zeugnisse von namhaften Persönlichkeiten (vor allem katholischer Kreise) bestätigen das (S).

Goldschmidt: „Warum wird übrigens erst 1961 bekanntgemacht, daß GL. ein ‘Mann des inneren Widerstands’ war? Dem “Arbeitskreis 20.Juli 1944” ist nichts davon bekannt…Der Name Dr. Globkes findet sich, meines Wissens, auch nicht in einer der wesentlichen bisherigen Veröffentlichungen über den inneren Widerstand.”

Gegen Ende heißt es in Barzels Vortrag:

„Wir wollen keine neue Entnazifizierung! Die, die sich strafbar machten, gehören vor Gericht!”

Goldschmidt: „Dr. Globke trifft offenbar keine kriminelle, gerichtlich verfolgbare Schuld nach dem geltenden Strafgesetz, und dennoch schwere geschichtliche Schuld am jüdischen Volk.”

In der Auseinandersetzung zwischen Herrn Goldschmidt (ev.Kirche) und Herrn Wünsche (Bundespresseamt) stehen sich zwei[37] grundsätzlich verschiedene Auffassungen gegenüber:

Goldschmidt: „Es liegt mir fern, Herrn Dr. Globke etwa das Recht absprechen zu wollen, in irgendeiner seiner Ausbildung angemessenen Position für die Verwaltung der Bundesrepublik tätig zu sein. Die hohen und höchsten politischen Ämter müssen dagegen,[38] meines Erachtens, mit Personen besetzt sein, die in keiner Weise durch ihr Verhalten von 1933-45 kompromittiert sind. Die Bundesrepublik als ein Staatssystem des politischen Humanismus entbehrt der inneren Glaubwürdigkeit, solange Herr Globke und ähnliche Persönlichkeiten in führenden Positionen, in Richtersstellungen, in Leitenden Erziehungsämtern und ähnlichen Orts tätig sind.”

Wünsche: „Wenn allerdings die Bundesregierung die Menschen, die im ‘Dritten Reich’ unter Einsatz ihres Lebens hier ihre Pflicht getan haben, dadurch diskriminieren würde,[39] daß sie ihnen die Möglichkeit einer Mitarbeit beim Aufbau der Bundesrepublik beschränkt, dann würde ich das für moralisch verwerflich halten. Mir scheint – im Gegensatz zu Ihrer Aussage –, daß die Bundesrepublik als ein Staatssystem des politischen Humanismus der inneren Glaubwürdigkeit entbehren würde, wenn sie nur, um Angriffe zu vermeiden, Menschen wie Herrn Dr. Globke falien ließe.”

Ich habe mich bei Belastung und Entlastung im Fall Globke nur an die deutschen Zeugnisse einzelner Personen und Organisationen gehalten. Es gibt aber in Streckers Buch noch zahlreiche Dokumente ausländischer Personen und Organe, die Globke belasten. Es würde aber zu weit führen, würde ich auch diese noch aufführen.

Lassen Sie mich zum „Fall Globke” abschließend noch einiges sagen, was mir unter dem Schreiben noch dazu eingefallen ist:

Aus “seriösen” Zeitungen (wie: „Die Zeit”, „Süddeutsche Zeitung”, „Frankfurter Allgemeine”) geht hervor, daß die Bundesregierung endlich Anstrengungen macht, belastete Richter durch das schon erwähnte Gesetz aus ihren Positionen zu entfernen. Das geht nur sehr langsam, weil zum einen eine “moralische Schuld” viel schwerer festzustellen ist als eine kriminelle. Zum andern geben diese Richter verständlicherweise heute nicht mehr gerne zu, daß sie dem Dritten Reich irgendwelche Dienste geleistet haben.

Sie wissen vielleicht, daß außerdem in Ludwigsburg (einer süddeutschen Stadt) seit 1958 eine „Zentrale Stelle” besteht, von der aus die vorermittlungen gegen die Massenmörder des Dritten Reiches geleitet werden. Die Prozesse gegen diese Leute, von denen man fast täglich in den Zeitungen liest, konnten nur auf Grund dieser Ermittlungen stattfinden.

Ein Deutscher jüdischer Abstammung, der heute im Ausland lebt, sagte mir einmal: „Ich finde es gut, daß man alte Nazis in in ihren Ämtern läßt. Auf diese Weise sind sie beschäftigt und man hat sie unter Kontrolle. Würden sie einen unangemeßenen Beruf ausüben oder gar arbeitslos sein, so würden sie sich wieder zusammenschließen und gegen die bestehende Ordnung opponieren.”

Es haben sich bereits Gruppen von Rechtsextremisten zu Organisationen zusammengeschlossen, ich besitze darüber einen aufschlußreichen Bericht: eine ausgewertete Statistik über den „Rechtsextremismus in der Bundesrepublik”, 1961 von Bonn herausgegeben und dem normalen Bürger nicht zugänglich, das heißt man kann diesen Bericht nicht einfach kaufen.[40]

Leider muß ich diese Schrift dem Entleiher wieder zurückgeben, sonst hätte ich sie Ihnen gleich mitgeschickt. Auch das Buch von Strecker gehört nicht mir, und man kann es im Augenblick nicht kaufen. Ich werde mich aber um beide Dokumente bemühen und sie Ihnen schicken, wenn Sie wollen?[41]

Noch ein Buch entdecke ich gerade angezeigt, das vor kurzem erst veröffentlicht wurde und „gewissenhaft Personen und Dokumente aufzeichnet”. Es heißt: Verschwörung von Rechts.

So bin ich nun ans Inde meines Briefes gelangt, und es befallen mich wie in allen Dingen auch hier wieder Zweifel über die Fragwürdigkeit meines Tuns: komplizierte, vielschichtige Gegebenheiten und Erscheinungen auf eine einfache Formel zu bringen. Wie leicht könnte jeder logisch begabte Mensch meine Beweisführungen mit stichhaltigen Gegenbeweisen zunichte machen. Mein „Wissen” von den Dingen, die hier zur Sprache kamen, ist weniger als gering, und ich frage mich wieder, wie ich es wagen konnte, einem Menschen, wie Sie es sind, zu schreiben: Bin ich doch bisher durch ein heiteres Leben gegangen, begleitet von freundlichen Menschen, und ohne mich auch nur einmal mir selbst gegenüber bewährt zu haben![42] Der spontane Wunsch, die Freude, sich einem anderen mitzuteilen, rechtfertigt doch noch nicht Unerfahrenheit und Unwissenheit?

Ich kann Sie daher nur immer wieder bitten, meine Mitteilungen wie die beiläufigen Äußerungen eines Besuchers irgendwann an einem Nachmittag[43] zu betrachten: sie sagen nichts, was nicht schon vorher von irgendjemandem gesagt worden wäre.

            Ich bin durch Ihre Fragen auf Dinge gestoßen, die ich mir voher nicht überlegt hatte; und das hat mich bereichert. Dafür und für noch etwas anderes danke ich Ihnen aufrichtig: daß ich Ihnen schreiben durfte, obwohl ich ein solches Glück nicht verdient habe.

 

Ihre Brigitte Distler

 

Ich sehe gerade beim Durchlesen des Briefes, wie voll er ist von Druckfehlern und durchstrichenen Worten, bitte verzeihen Sie mir das: Ich bin im Maschinen-Schreiben ungeübt, auch ist das Modell der Maschine ziemlich alt!

16/6/62

 

Egregio Dott. Levi,

Sulla mia risposta alla Sua lettera si è fatta primavera, ed io spero che, malgrado il mio lungo silenzio, Lei non abbia perso la pazienza nei miei riguardi. Le avevo già scritto che le sue domande si estendono a campi in cui io sapevo assai poco, anzi proprio niente. Però, nel frattempo ho avuto contatti con alcune persone che mi hanno aiutato nel modo più amichevole: mi hanno messo a parte della loro esperienza, mi hanno mandato libri e scritti. Così è passato il tempo nell’attesa di lettere e libri promessi, e nella lettura di questi ultimi. Inoltre, purtroppo, ho dovuto frequentare lezioni e seminarî, così che solo in questi giorni sono riuscita a mettere insieme per Lei il contenuto di tutte le conversazioni e comunicazioni.

La prego di non giudicarmi una pedante se Le faccio osservare che il mio proprio modo di pensare, nei riguardi delle sue domande, è altamente soggettivo, e il mio modo di presentare le risposte è decisamente “profano”;I perciò nulla di quanto le dirò avrà valore generale. So di giudicare molte cose in modo unilaterale, e perciò falso; nelle discussioni posso essere fanatica e illogica. Quindi Lei potrà avere un quadro relativamente “genuino” solo se ascolterà molte voci su questo tema. Del resto, queste cose Lei le sa quanto me, e La prego di non prendere in mala parte la mia pedanteria.

Per quanto riguarda la forma della mia lettera, devo scusarmi per la impossibile lunghezza della mia compilazione. Avevo poco tempo, così molte cose che avrei potuto esprimere più in breve sono rimaste come erano. Anche il mio stile ha sofferto del contatto con documenti e estratti: anche di questo mi dispiace. 

Prima di entrare in argomento, vorrei ringraziarLa ancora una volta della Sua lettera: poche cose mi hanno portato altrettanta gioia.

Lei ha scritto che Le è particolarmente gradita la eco del Suo ultimo libro presso i giovani. A questo proposito, ho osservato che molti dei miei compagni di classe, ed io stessa, a 14 anni avevamo già letto il Diario di Anna Frank; oggi questo libro è considerato il più lettoII della Libreria Fischer, i cui libri tascabili sono d’altronde letti con particolare predilizione dagli scolari e studenti.[1]

Quanto all’ultimo concetto della Sua lettera: io amo i paesi in cui sono cresciuta, adoro mia madre, ma non riesco a considerare con simpatia il tedesco in quanto particolare tipo umano: forse perché mi appare ancora troppo carico di quella qualità che nel recente passato si sono manifestate con tanto vigore. Ma forse anche perché detesto in esso me stessa, in quanto mi riconosco simile come essenza.III[2]

È segno della Sua infinita tolleranza verso noi tedeschi,[3] che Lei dica di vedere che “la terra di Beethoven e di Schiller” potrà avere ancora altro da dire alle altre nazioni. Dopo Brecht, Kafka e Schönberg, sul terreno culturale qui è silenzio; e questo silenzio è ben gradito sul terreno politico! Io personalmente credo che solo là può fiorire l’arte e la poesia dove il clima spirituale di un paese non soffre di sazietàIV e di pigrizia. Forse un simile tempo è veramente in divenire: ne potranno parlare i nostri posteri.

Vengo alle Sue domande:

1) C’è stata dopo il 1945 una selezione fra gli insegnanti? Sono stati allontanati quelli che si erano compromessi col Nazismo?

Certamente c’è stata una selezione fra maestri e professori. Come tutti gli altri tedeschi, essi dovettero subire la cosiddetta “denazificazione”; vale a dire, furono classificati in diversi gradi di denazificazione a seconda della profondità della loro partecipazione al Terzo Reich, e in molti casi furono puniti colla prigione o colla casa di correzione.[4] A quel tempo io ero troppo giovane per capirne qualcosa; ciò che ne ho potuto sapere oggi è:

«La Denazificazione era impopolare, perché era stata istituita dagli Americani, a quel tempo ancora ostili; fu condotta in modo estremamente dilettantesco, e in massima parte sabotata»

(Max Bachmann, Consigliere di Governo).

Come regola, gli insegnanti compromessi col Nazismo furono allontanati dalle scuole statali: so personalmente di molti casi.[5] A questo proposito, così mi ha scritto la Redazione di “Der Spiegel” (una rivista di informazione molto letta e spesso criticata):[6]

«Le misure istituite dalla cosiddetta Denazificazione subito dopo la guerra non furono più tenute per valide più tardi; né concretamente avrebbero potuto esserlo, poiché si sarebbe dovuto mettere al bando una intera generazione di maestri e di professori».

2) Se essi (gli insegnanti) hanno mantenuto i loro posti, hanno mantenuto pure le loro idee? O le hanno cambiate? O fingono di averle cambiate?[7]

La maggior parte degli insegnanti erano iscritti al partito,[8] “Mitläufer”, (compagni di strada) come allora si diceva. Molti, soprattutto fra i più giovani, furono soldati in guerra, altri addirittura erano troppo giovani anche per questo. Tale è il caso, ad esempio, di quasi tutti gli insegnanti della mia scuola. Circa la posizione di quelli che non fecero la guerra, mi si scrive:

«Generalmente parlando, sia i funzionari che gli insegnanti sono rimasti gli stessi del Reich Millenario, ed è naturale che questi non si addossino volentieri il loro passato. Le Università tedesche e i loro professori, in maggioranza, in quel tempo hanno mancato al loro compito» (M. Bachmann).[9]

Un giovane insegnante (H. Spranger), che conosco dagli anni di scuola, così mi scrive sulle attuali opinioni dei suoi colleghi:

«Nessun insegnante mi ha evitato, quando gli chiedevoV della sua posizione nel 3o Reich. In breve posso dire che non ho avuto modo di constatare opinioni, tendenze ecc. naziste. Non si discute molto di politica, si parla male del governo come dovunque altrove. Neppure ho mai incontrato scolari che accusassero i loro professori di “criptonazismo”.»[10]

Su 4 studenti intelligenti, uno mi ha raccontato di un suo professore che è stato allontanato dalla scuola per manifestazioni di antisemitismo. Una studentessa racconta che il suo ex-professore di matematica ancora oggi narra ai suoi allievi le sue avventure di ex-membro delle SS.

Nella mia scuola insegna un prete, di cui già le ho scritto.[11] Notevoli sono i suoi pregiudizi contro gli ebrei; i quali, probabilmente, traggono origine dalla antinomia religiosa “ebraismo-cristianesimo”, ma possono avere conseguenze nefaste. Secondo me, è da ascrivere alla categoria dei cosiddetti “Filosemiti”, che sotto molti aspetti si devono assimilare agli antisemiti.[12]

La insegnante di russo, di cui le ho scritto,[13] è russa, e non ha cattedra in alcuna scuola. Ho avuto con lei controversie furiose ma prive di successo, e non prendo più lezioni da lei.[14]

In conclusione, credo di poter asserire che la percentuale di insegnanti rei di colpe nazionalsocialiste, nelle scuole di stato, deve essere piccola. È probabile che si tratti in massima parte di insegnanti anziani, prossimi alla pensione. È comunque importante che anche questa percentuale venga riconosciuta ed eliminata: a tale scopo occorre, da parte degli allievi, una “diffidenza congenita” e principalmente il coraggio della critica, virtù che ben raramente ho incontrato nei miei anni di scuola; ho però saputo dai miei fratelli[15] che alcuni loro condiscepoli la possedevano.

3) Si parla nelle scuole del 3o Reich?

Durante i miei corsi scolastici se ne è trattato esaurientemente in due diversi anni,[16] e non solo nelle ore di storia, ma anche nelle seguenti altre materie: Tedesco, Educazione Civica, Religione e Biologia.

H. Spranger, il giovane insegnante, mi scrive:

«L’accusa che spesso si ode ripetere, che la Scuola non informi a sufficienza gli allievi, è assolutamente ingiustificata. A maestri e allievi si dà oggi nelle mani una tal mole di materiale, che ognuno si può informare. Nelle lezioni questo periodo della storia tedesca riceve una trattazione esauriente».

Per contro, da altri studenti ho sentito che, per mancanza di tempo, (la storia moderna viene svolta per lo più nelle ultime settimane prima della “Abitur” [Esame di licenza]) essi hanno ascoltato poche lezioni su questo argomento.

È comunque certo che in tutte le scuole, del 3o Reich si parla. Se poco o molto, dipende verosimilmente dall’indole dei singoli insegnanti.

4) Se ne parla volentieri o malvolentieri?

Nella mia classe, ci sono state discussioni appassionate su questo tema. Mi ricordo di un dibattito sull’antisemitismo, che terminò in lacrime.

I professori non evitavano i problemi, anzi: dimostravano,[17] documentandoli con giornali dell’epoca, i metodi di propaganda dei nazisti. Raccontavano come, da giovani, avevano seguito il nuovo movimento senza critiche e con molto entusiasmo: delle adunate giovanili, delle organizzazioni sportive ecc. Noi studenti li attaccavamo vivacemente, a torto, come oggi penso: come si può accusarli di avere capito la situazione peggio degli adulti? E noi, al loro posto, avremmo riconosciuto meglio di loro i metodi satanici con cui Hitler conquistò la gioventù per la sua guerra?

«Quel tempo sta davanti ai nostri occhi come un solo grande ammonimento», mi ha detto poco fa una ragazza della mia scuola. «I maestri ci vogliono trasmettere[18] le loro esperienze, perché una grande sventura non si ripeta».

Devo qui sottolineare che la scuola che io ho frequentato era frequentata da ragazzi (in prevalenza maschi) di tutti gli strati sociali, il che mi sembra una circostanza favorevole, che non in tutte le scuole si riscontra.

Il Sig. Spranger racconta della sua scuola:

«Devo dire che gli allievi si interessano bensì a questo periodo, ma passano subito alla opposizione se si parla loro di una colpa della Germania. Molti anzi affermano di averne abbastanza dei “mea culpa” della stampa e dei loro insegnanti».VI

«Di importanza fondamentale è naturalmente la questione ebraica. Prima di tutto la posizione degli insegnanti. Questa è tale quale lo richiede il pubblico nella sua maggioranza. Ogni tre mesi noi celebriamo una “Settimana della Fraternità”, in cui vengono svolte principalmente questioni relative alla tolleranza,[19] all’ebraismo e alle differenziazioni razziali. Sono soprattutto gli insegnanti che in queste occasioni dimostrano una onesta volontà di educare la gioventù in modo che mai più possano insegnare odio di razza e persecuzione. Ma si rende osservabile una assai netta posizione di opposizione da parte degli allievi: essi dichiarano che non intendono essere investiti della responsabilità per i peccati commessi dai loro padri, e criticanoVII il metodo con cui viene loro esposto il problema ebraico. E non criticano solo il metodo, ma anche molti buoni giornali. È probabile che, quando si viene a educare la gioventù sul passato recente, troppe istanze vengono a confondersi insieme».

La questione se si parli del 3o Reich volentieri o malvolentieri pare che col passare degli anni si sia spostata a favore del punto di vista degli insegnanti. Me lo spiego così: gli insegnanti, coll’allontanarsi di quel periodo, diventano più obiettivi nei loro giudizi. Pare che, a lungo andare, agli scolari diventi male accetto venire richiamati da tutte le parti al “passato non ancora sconfitto”!VIII[20]

4) Si ha tendenza a considerarlo un episodio isolato? A giustificarlo? A scusarlo?

Si è parlato del 3o Reich, ovviamente, in correlazione col resto della Storia. Ma per necessità si è dovuto ammettere che questi fatti stanno isolati nella loro unicità. Tuttavia, col passare del tempo, si delinea la tendenza e la possibilità di inquadrare il 3o Reich in una rappresentazione storica più ampia.[21]

Scrive il Sig. Spranger:

«Quest’epoca della storia tedesca non viene vista come un episodio, né viene giustificata. Secondo me,IX ancora qualche anno fa era trattata troppo isolatamente, come qualcosa che non è possibile capire. Oggi prevale la ricerca delle radici del Nazionalismo e dell’antisemitismo. In questo contesto non può venire in luce la complicità delle altre nazioni. Sono gli allievi che fanno domande su questo passato, e spesso dimostrano una posizione mentale che è contrapposta a quella degli insegnanti».

Ma se ci si limita al piano storico non è possibile chiarire l’inumanità del regime e dei suoi sostenitori; e neppure se si parte dalla fame e dalla miseria che dominavano in Germania dopo la 1a guerra, e che diedero a uomini come Hitler le armi per sollevare e radicalizzare le masse.

Forse la mia considerazione è sbagliata, ma proprio dalla resistenza degli allievi contro il grido di “mea culpa” si può riconoscere che per loro il problema del 3o Reich è tuttora altrettanto irrisolto, “irritante” e tipicamente tedesco, quanto perX tutti coloro che lo hanno affrontato prima di loro. Solo quando questo cesserà si potrà ascoltare terrificati.

5) La storia recente fa parte dei programmi scolastici?

La storia recente (il termine preciso è Storia Contemporanea) è parte integrante delle lezioni; ed è un tema che interessa molto gli scolari. Nella mia classe (che peraltro fa parte di una scuola di scienze naturali) si preferivano, subito dopo le lezioni tecniche, quelle di argomento politico o economico. Nelle ultime classi, e in specie agli esami di licenza, è da questi argomenti che si traggono i temi da svolgere, quasi esclusivamente.

Mi scrive il Sig. Spranger:

«Io stesso insegno tedesco e storia nel liceo superiore, e sono in grado di esprimere un giudizio sulla posizione mentale degli allievi verso la storia contemporanea. Gli allievi sono spettatori o attori di avvenimenti che essi studiano quotidianamente, attraverso i giornali, la scuola, la TV. Spesso mostrano una competenza sorprendente. Nella mia classe ho “specialisti” per i trattati internazionali, per le questioni economiche, ecc. Sovente gli allievi conoscono i particolari meglio di me: devo confessarlo, perché purtroppo a me manca il tempo… Comunque, le conversazioni politiche più interessanti non sono quelle che io conduco coi colleghi, ma coi ragazzi; sono veramente aperti».

Sono stata lieta di apprendere queste cose dal Sig. Spranger: forse, finalmente, e per la 1a volta nella storia tedesca, si sta sviluppando una generazione che pensa politicamente.

6) Nella opinione comune, il “caso Globke”[22] viene sentito come uno scandalo? Viene ignorato? Approvato? Come si giustifica la sua permanenza presso Adenauer? Come la giustifica lui stesso?

Il “caso Globke” è in generale poco conosciuto, ed anche su questo poco (ad es. sulla parte da lui avuta nella questione ebraica) “si” sanno solo cose imprecise. Ma poiché il suo nome è apparso insieme con quello di Hitler sulle “Leggi di Norimberga”, e nel processo Eichmann, le persone da me interpellate ritengono inammissibile che G. stia accanto ad Adenauer in un posto così delicato.

«Insegnanti e allievi si dimostrano scarsamente informati, ma esigono che un simile uomo venga allontanato dalle sue cariche. Oberländer se ne è dovuto andare,[23] deve andarsene anche G. Si dice che G. dovrebbe andarsene da sé, e non aspettare un processo» (Spranger).

Per quanto consti (in base a un gran numero di testimonianze) che egli ha prestato servizi alla chiesa Cattolica, il suo caso è in generale giudicato assai controverso.

Personalmente, ho letto sul caso G. due documenti. Mi risulta inoltre, che egli nell’aprile ’61 fu intervistato alla TV tedesca, e prese posizione nei riguardi delle accuse rivoltegli.[24] Purtroppo non ho udito l’intervista, e non ne posseggo il testo; perciò non posso che appoggiarmi ai due documenti citati.

Uno è il libro di Reinhard M. Strecker Il Dr. H. Globke, Documenti e estratti degli atti.

(Strecker è in Germania conosciuto per una compilazione di materiale d’accusa contro “giudizi nazi” tuttora in funzione. Tale compilazione ebbe come effetto la emanazione di una legge federale secondo cui i magistrati e i funzionari di stato “sotto carico” possono farsi pensionare entro un limite di tempo determinato, oppure devono rinunciare alla pensione. La legge è in vigore da qualche tempo).[25]

Il libro di Strecker è uscito nel 1961, ma dovette essere subito ritirato dall’editore perché G. aveva promosso un’azione legale contro l’autore. Poche settimane fa si è detto nei giornali che il processo è finito, e il libro sarà posto in libera vendita, sotto condizione che ne siano cancellate ventidue «proposizioni non rispondenti al vero».

Esso contiene: – Documenti e atti tratti dal campo di attività di G. durante il 3o Reich, estratti dal commento di G. alle leggi di Norimberga, estratti da minute e spiegazioni – Documenti sulla carriera di G., cioè lettere di raccomandazione, corrispondenza, ordini – Estratti da articoli di giornale sul caso G., prese di posizione positive o negative di singole personalità su questo argomento.

È chiaro l’intento incriminatorio di Strecker, benché egli si sforzi per altro verso di dare un quadro obiettivo delle circostanze.[26] Dopo l’autoapologia di G.,[27] io mi sono basata ampiamente sulla documentazione del libro di Strecker, e ritengo che i testi citati corrispondono agli originali, poiché sarebbe facile verificarli in base alle date, alle fonti e alle fotocopie. Ma per quanto riguarda il commento di G. alle leggi razziali ho dovuto rimettermi alla esposizione di S., poiché non sono al corrente degli aspetti giuridici della questione. Perciò la prego,XI particolarmente in questo punto della mia esposizione, di considerare che gli esempi (in contrapposizione alle lettere e documenti riprodotti) sono stati stralciati dal contesto, e perciò, come spesso avviene, possono essere interpretati al modo opposto. Tutto quanto ho ricevuto da Strecker è contrassegnato con la lettera S.

Un secondo documento relativo al caso G. lo ho trovato nella rivista «Diskussion», edita dalla associazione federale dei gruppi di studio tedesco-israeliani (sono gruppi universitari).[28] Sotto il tema “Il Dr. G. e l’umanesimo politico” viene ivi condotta una controversia epistolare fra un membro del Presidio delle Chiese Evangeliche (Prof. Goldschmidt)[29] e l’ufficio Stampa del Governo Federale, Dr. Wünsche. Questo dibattito si è concluso con una dichiarazione emanata il 22/7 dal “Gruppo di lavoro 6” della Unione Chiese Evangeliche (D).[30]

«È nostra opinione che, ai fini della pulizia e della chiarezza delle nostre attività, sia necessario e urgente che tutti coloro che si sono particolarmente compromessi in passato passino in seconda linea. Voi penserete subito al nome di Globke, ed io pure lo faccio. Ma non penso solo a lui. Non è veramente vergognoso, sconvolgente, umiliante, che ancora sedici anni (1961) dopo i fatti, continuamente avvenga che singoli individui escano dal buio, o ne vengano strappati, perché implicati in responsabilità delittuose? Noi ci appelliamo soltanto alle Autorità delle due Germanie, affinché separino le loro sorti da queste persone; ci appelliamo a queste medesime, perché meditino e se ne vadano».

Tutto ciò che ho tratto da questi testi è contrassegnato D.  

Il caso G. è stato sentitoXIIcome scandalo in:

Strecker, Il Dr. H. Globke, 1961

– «Spiegel», rivista di informazione, ’56-’61.

– «Diskussion», v. sopra

– «Frankfurter Rundschau» (S) 1949, 1961;

– «Berliner Allgemeine Zeitung» (S) 1951

– «Telegraf» (S) 1956

– «Hamburger Echo» (S) 1960

È stato discusso in:

– «Die Zeit», intervista con G. 1961

– «Welt» (S) 1961

– «Frankfurter Allgemeine» (S) 1961

– Intervista TV 1961

Globke è stato giustificato da:

Adenauer (S) 1950; Dr. Barzel CDU (D); Ufficio Stampa Federale, Dr. Wünsche (D) 1961

È stato condannato da:

Dr. Arndt SPD (S) 1950; Dr. Böhm CDU (S) 1961;

– “Arbeitsgruppe 6” (v. sopra);[31] Prof. Goldschmidt (D).[32]

Come si difende lo stesso G., lo ricavo dall’intervista con «Die Zeit», e dai protocolli della testimonianza di G. stesso ai processi di Norimberga 1945 (S).

(G. fu dal ’33 al 45 consigliere ministeriale agli Interni. Il Ministero degli Interni del Reich era responsabile per le leggi razziali di Norimberga di Hitler; ministro degli interni era Frick, il suo segretario di stato era Stuckart, e questi era il diretto superiore di G. Insieme con St. G. fu autore dei Commenti alle Leggi di Norimberga; svolse in qualità di esperto vari altri compiti presso il Ministero).

Durante il Processo di Norimberga Globke ammise di avere avuto conoscenza dei massacri sistematici di ebrei. Peraltro, non avrebbe saputo che tale era la sorte destinata a tutti gli ebrei. Inoltre sapeva (da Frick e da Himmler) della uccisione dei malati mentali[33] e delle atrocità delle SS. Nell’intervista su «Zeit» (Z) G. dice:

«Potevo conservare la mia posizione, dalla quale ero di aiuto a molti oppositori del regime, solo se non mi rendevo riconoscibile dai Nazi come nemico aperto».

Globke dichiara di non avere avuto conoscenza dello scopo delle leggi di Norimberga, e di non avere collaborato alla loro stesura (Z). Il Commento fu da lui scritto in collaborazione con Stuckart cinque mesi dopo la pubblicazione delle leggi. Nella «Gazzetta Ufficiale del Ministero degli Interni» si legge a tal proposito: «Tale commento acquista importanza particolare in quanto entrambi gli autori hanno ufficialmente cooperato alla istituzione della legislazione razziale».

Secondo Strecker, G. avrebbe sostenuto che tale sua cooperazione sia stata citata nella Gazzetta solo perché il Commento venisse più agevolmente venduto. Ma ciò è in contrasto col fatto che si tratta di una pubblicazione ufficiale, e che G. non ha protestato.

G. riteneva necessarie le Leggi di Norimberga perché esse avrebbero posto freno alle misure arbitrarie dei Gauleiter[34] (Processo Norimberga). Alla domanda (Processo Norimberga), se egli considerasse le Leggi di Norimberga come persecutorie, risponde:

«La domanda se le Leggi di Norimberga come tali rappresentino una persecuzione può essere infirmata in base alle legislazioni in altri Stati. Anche altri stati hanno leggi dirette contro singole minoranze, senza che si possa affermare che tali legislazioni rappresentino un reato».

Alla domanda (Z) «Perché avete scritto questo Commento, più tardi tanto criticato?» G. risponde:

«Il vice di Hitler, Rudolf Hess ha cercato di aggravare l’azione delle Leggi di Norimberga mediante severe direttive esecutive…In quelle condizioni, il Commento rappresentava una difesa per molti individui razzialmente discriminati».[35]

Estratti dal Commento di Gl., con interpretazioni di Strecker:

– Al § 6 della «Legge per la Protezione del Sangue» (LPS) scrive Gl.:

«Ogni popolo è minacciato nella sua vitalità dall’apporto di sangue straniero. Una delle sue principali preoccupazioni deve essere quella di mantenere puro il suo sangue».

Gl. fornisce (§ 4) un fondamento per la imposizione del marchio a stella di Davide agli ebrei:

«Poiché gli ebrei, secondo il concetto Nazionalsocialista, non appartengono al popolo tedesco, ma costituiscono un popolo a sé stante, seppure non uno stato, a loro non si addicono i simboli nazisti. Gli appartenenti al popolo ebraico possono però adottare i simboli loro proprî, per rendere palese l’appartenenza alla loro stirpe».

Circa i non ebrei di parentela ebraica (“Meticci”) Gl. scrive:

«Qualora uno dei nonni, ad esempio affinché gli fosse consentito il matrimonio con un (o una) ebreo, fosse passato alla comunità religiosa ebraica, egli…varrebbe, ai fini della classificazione razziale del suo nipote, come ebreo a pieno titolo. Un ricorso non è accettabile. Questa regolamentazione agevola notevolmente il riordinamento razziale del paese. Quanto a lungo l’avo abbia appartenuto alla comunità ebraica, è indifferente: è sufficiente una appartenenza anche temporanea».

Nulla di questo commento stava nel testo delle leggi.

Gl. condanna di propria iniziativa i matrimoni fra tedeschi e zingari: neXIII abbiamo così,XIV oltre alla “contrapposizione” tedesco-ebreo, anche un’altra:

«Di conseguenza è vietata la conclusione di matrimoni da cui (a prescindere dai matrimoni misti tedesco-ebraici) è da attendersi una prole razzialmente indesiderabile, per esempio le nozze fra tedeschi e zingari…».

– Altro aggravamento creato da Gl. (§ 1 della LDS):

(«I matrimoni fra ebrei e cittadini di sangue tedesco o assimilato sono vietati, quelli celebrati ciò malgrado sono molti, quand’anche per eludere questa legge essi siano stati conclusi all’estero»). A queste ultime parole Gl. ha aggiunto una determinazione di pena.

Alla domanda: «Si è affermato che il Suo commento, in vari punti, conduce a conseguenze anche più severe per i colpiti che le leggi di Norimberga: cosa risponde a questa accusa?» Gl. risponde: «Essa non corrisponde a verità. Ma naturalmente io non avrei potuto indurre in difficoltà i consultatori del Commento introducendovi ipotesi che in pratica non venivano seguite».

Globke, come esperto per la regolamentazione del cambiamento di nomi, ne elaborò la legislazione. Stese un elenco di nomi ebraici, che ogni ebreo avrebbe dovuto preporre al proprio cognome per potere essere meglio riconosciuto. Chi non voleva doveva preporre “Israel” o “Sara” al proprio cognome. Anche questa proposta proviene da Gl.

Alla domanda (Processo di Norimberga) «Ha Ella preso parte alla elaborazione delle norme sul cambiamento dei cognomi?» Gl. risponde: «…ero relatore nella questione dei nomi, quindi vi ho collaborato…Da parte dell’opinione pubblica giungevano al Ministero sollecitazioni affinché agli ebrei fosse imposta una aggiunta al proprio nome, che li distinguesse dai non ebrei…noi siamo giunti alla conclusione che sarebbe stata una soluzione meno severa se non già il cognome fosse stato variato (come veniva richiesto), ma se gli ebrei fossero stati obbligati a adottare un prenome ebraico addizionale».

Difesa di Gl. da parte di altri:

Adenauer (S) disse nel 1950:

«Il passato politico del Dr. Globke è stato controllato minuziosamente dagli alleati. Non si vede perché una autorità tedesca deve essere ancora più minuziosa delle potenze di occupazione».XV

Del caso Gl. ha parlato il Dr. Barzel (CDU) nel luglio ’61 davanti a studenti. Riferirò a senso i punti principali del suo discorso:

Adenauer, in quanto perseguitato dai nazi, non avrebbe mai scelto come collaboratore uno dei suoi persecutori: inoltre Gl., ai processi di Norimberga, non comparve come imputato.

Il caso Gl. sarebbe «un capitolo del libro della resistenza interna contro Hitler». Egli avrebbe agito «spinto da un profondissimo senso di responsabilità, che scaturiva dalla forza della Fede». La collaborazione di Gl. al commento e alla stesura delle leggi antiebraiche sarebbe sempre stata «mitigatrice, limitatrice, soccorritrice».

Il Prof. Goldschmidt scrive al Dr. Wünsche (D):

«Nel bilancio fra accuse e scusanti prevalgono pesantemente le prime: … Se egli ha sottratto singole persone o gruppi al loro destino,XVI questo deve valergli da circostanza attenuante, ma non certo da giustificazione. Comunque, il suo contegno può venire compreso come derivante da uno stato di coazione».

Barzel dice inoltre: «Spesso i democratici fanno un gran parlare di argomenti “che i comunisti hanno lanciato per evidenti motivi”».

Goldschmidt a tale proposito: «non dobbiamo lasciarci intralciare, nell’esame dei nostri errori e nella loro pubblica discussione, dal fatto che anche i comunisti li hanno resi palesi».

Barzel: Le singole accuse di Strecker, «considerate alla luce del sole», crollerebbero. 

Ma che non siano crollate lo dimostra la decisione del tribunale nel caso “Strecker-Globke” (vedi sopra):[36] le 22 «affermazioni mendaci» non bastano a fare un libro di 280 pagine!

Barzel: egli (Gl.) non è mai stato membro del partito (!)

Strecker: «Dai documenti in mano al Centro Documentazione Americano a Berlino si ricava che una domanda di iscrizione al NSDAP del Dr. Globke è stata respinta colla motivazione che egli aveva relazioni troppo strette coi circoli direttivi cattolici».

Comunque, Gl. si era adoperato per essere iscritto al Partito. E in ogni modo, nelle condizioni di costrizione allora predominanti, non è ammissibile l’equivalenza «membro del partito e perciò nazi», né quella inversa.

Barzel: Gl. non ha fatto carriera nel 3o Reich.

Ma dal libro di Strecker si ricava che Gl. è avanzato da Consigliere Governativo (1932) a Consigliere Superiore Governativo (1933) fino a Consigliere Ministeriale (1938). Nei ruoli di ripartizione delle mansioni del Ministero Gl. è nominato 14 volte nel 1936, 23 volte nel 1938, 31 volte nel 1941, e 30 volte nel 1945. Ricevette inoltre 6 decorazioni.

È certo che nel 3o Reich non ha fatto la sua fortuna, ma non si può dire che «non ha fatto carriera».

Barzel: Gl. avrebbe combattuto con gli uomini del 20 luglio [al 20/7/’44 si tentò di sopprimere Hitler. Contrariamente ad altri precedenti attentati, quella volta furono implicati indirettamente vasti strati della popolazione]. Lo dimostrano testimonianze di notorie personalità (soprattutto cattoliche) (S).

Goldschmidt: Perché si è aspettato il 1961, per rendere noto che Gl. era un “resistente”? Nulla in tal senso risulta al «Gruppo di azione 20/7/1944» … Il nome di Gl. non si trova, che io sappia, neppure in una delle maggiori pubblicazioni uscite finora sulla resistenza interna tedesca».

Verso la fine del discorso di Barzel si legge:

«Non vogliamo un’altra denazificazione! I colpevoli sono di competenza dei Tribunali!»

Goldschmidt: «È chiaro che Gl. non è reo di alcuna responsabilità criminale, legalmente perseguibile secondo il codice: tuttavia pesa su di lui una gran colpa storica nei riguardi del popolo ebreo».

Nella controversia fra Goldschmidt (chiesa evangelica) e Wünsche (ufficio stampa Federale) si contrappongono due[37] concezioni fondamentalmente diverse:

Goldschmidt: «Non è mia intenzione negare a Globke il diritto di esplicare la sua attività nella amministrazione della Repubblica Federale in qualsiasi carica che sia commisurata alla sua preparazione. Ma, secondo me, gli uffici politici più elevati[38] devono essere riservati a persone che non si siano in alcun modo compromesse col loro comportamento nel periodo ’33-’45. La Repubblica Federale, in quanto apparato statale fondato sull’umanesimo politico, è indegna della pubblica fiducia finché Gl. e simili individui occupino posizioni direttive nella magistratura, negli alti gradi della educazione e in cariche analoghe».

Wünsche: «Ma se il Governo Federale discriminasse[39] quegli uomini che nel 3o Reich hanno fatto il loro dovere in questo paese a costo della loro vita, limitando la loro possibilità di cooperare alla edificazione dello Stato, io riterrei questo come moralmente riprovevole. Mi pare – in contrapposizione alla Sue idee – che la Repubblica Federale, in quanto apparato statale fondato sull’umanesimo politico, sarebbe indegna della pubblica fiducia se lasciasse cadere uomini come il Dr. Globke solo per evitare polemiche».

Nel caso Gl. mi sono limitata alle testimonianze tedesche, di singoli o di organizzazioni. Nel libro di Strecker esistono però molti altri documenti stranieri che accusano Gl. Sarebbe però troppo lungo introdurli.

Mi permetta di aggiungere una considerazione, di cui mi sono resa conto scrivendo:

Si può vedere da molti “giornali serî” (quali Die Zeit, la Süddeutsche Zeitung, la Frankfurter Allgemeine) che in questi ultimi tempi il governo federale si sforza di allontanare i magistrati compromessi, mediante la legge già ricordata. Il processo è lento, perché, da una parte, è molto più difficile stabilire una “colpa morale” che una “colpa legale”, dall’altra, questi magistrati, come è logico, oggi sono restii ad ammettere di avere servito comunque il 3o Reich.

Lei forse sa che dal 1958 esiste a Ludwigsburg (Germania Sud) un “Ufficio Centrale” da cui vengono condotte le indagini preliminari contro gli assassinî collettivi del 3o Reich. I processi contro i responsabili, di cui si legge ogni giorno o quasi sui giornali, si svolgono solo in base a queste risultanze. 

Un tedesco di origine ebraica, che oggi vive all’estero, mi ha detto una volta: «Trovo buona cosa che si lascino i vecchi Nazi nelle loro cariche. Così essi sono occupati e si trovano sotto controllo. Se esercitassero una professione per cui non sono adatti, o se fossero disoccupati, si riunirebbero di nuovo in congreghe e si opporrebbero all’ordine attuale».

Si sono già costituiti gruppi organizzati di estrema destra, ed io posseggo in merito una documentazione esauriente: una valutazione statistica sull’«Estremismo di destra nella Repubblica Federale», pubblicata nel 1961 da Bonn e non accessibile all’uomo della strada (voglio dire che non si trova in commercio).[40] Purtroppo devo restituirlo a chi me lo ha imprestato, se no glielo avrei mandato subito. Anche il libro di Strecker non è mio, e al momento non è in commercio. Se però Lei lo desidera mi darò d’attorno per avere i due documenti e mandarglieli.[41]

Mi è poi venuto sott’occhio l’annuncio di un libro che è uscito da poco, e che «delinea persone e documenti con conoscenza di causa». Si chiama: Congiura di destra.

Sono giunta così alla fine di questa lettera, e come in tutte le mie cose, anche qui sono sopraffatta da dubbi sulla inadeguatezza di questo mio lavoro, di ricondurre ad una formula semplice fatti e fenomeni complicati e multilaterali. Con quanta facilità qualsiasi mente logica annienterebbe queste mie dimostrazioni con rigorose confutazioni! La mia conoscenza delle cose di cui ho parlato è più che scarsa, e mi domando ancora una volta come ho potuto osare di scrivere a un uomo come lei. Ho vissuto finora una vita allegra, accompagnata da persone amiche, senza che neppure una volta io mi sia misurata contro queste cose!XVII[42] Ma il desiderio spontaneo, la gioia di comunicare con altri, non possono giustificare l’inesperienza e l’ignoranza?

Perciò non posso che pregarla ancora una volta di considerare questo mio scritto come l’espressione occasionale di un visitatore;XVIII[43] non dice niente che non sia già stato detto da qualcuno.

Grazie alle sue domande, mi sono imbattuta in cose su cui non avevo ancora meditato, e questo mi ha arricchita. Di questo la ringrazio, e di altro ancora: di averle potuto scrivere, anche se non ho meritato questa fortuna.

 

Brigitte DistlerXIX

 

Mi accorgo ora, rileggendo la lettera, di quanto sia piena di refusi e di parole cancellate. La prego di scusarmi: non ho molta pratica con la macchina da scrivere, e inoltre il modello della macchina è piuttosto vecchio!

16 Juni 1962

 

 Sehrgeehrter Herr Dr.Levi!

Über meine Antwort auf Ihren Brief ist es Frühling geworden, und ich hoffe, Sie haben trotz meines langen Schweigens nicht die Geduld mit mir verloren. Ich schrieb Ihnen bereits, daß Ihre Fragen in Gebiete hineinreichen, über die ich nur wenig, eigentlich gar nichts wußte. Inzwischen habe ich mich aber mit einigen Menschen unterhalten, die mir auf freundliche Weise halfen: sie teilten mit ihre Erfahrungen in dieser Angelegenheit mit und schickten mir Bücher und Schriften. So verging die Zeit mit Warten auf versprochene Briefe und Bücher und dem Lesen dieser Bücher, Leider mußte ich noch nebenher Vorlesungen und Seminare besuchen, sodaß ich erst in diesen Tagen dazu gekommen bin, alle Gespräche und Mitteilungen für Sie zu einem Ganzen zu fügen.

Bitte halten Sie mich nicht für pedantisch, wenn ich Sie drauf aufmerksam mache, daß meine eigenen Gedankengänge bei der Beantwortung Ihrer Fragen höchst subjektiv sind, meine Darstellungsweise aber durch und durch laienhaft ist; nichts davon kann daher allgemeingültiges aussagen. Ich weiß, daß ich viele Dinge einseitig und daher falsch beurteile, in Diskussionen kann ich geradezu fanatisch und unlogisch sein. Sie können daher ein relativ “echtes” Bild nur dann erhalten, wenn Sie viele Stimmen zu diesem Thema hören. – Doch das wissen Sie so gut wie ich, und ich bitte Sie, mir meine Pedanterie nicht übel zu nehmen.

Zum Äußeren des Briefes muß ich mich bei Ihnen für die unmögliche Länge meiner Ausführungen entschuldigen. Die Zeit drängte ja, und so blieb vieles stehen, was man kürzer hätte ausdrücken können. Auch mein Stil hat unter der Beschäftigung mit Dokumenten und Aktenauszügen ziemlich gelitten, auch darüber bin ich Traurig,

Bevor ich nun auf Ihre Fragen eingehe, möchte ich Ihnen nocheinmal für Ihren Brief danken, es gibt kaum etwas, worüber ich mich so gefreut habe.

Sie schreiben, daß Ihnen ein Echo Ihres Buches bei den jungen Menschen am liebsten sei. Dabei fiel mir ein, daß viele meiner Klassenkameraden und ich mit vierzehn Jahren bereits die Tagebuchaufzeichnungen der „Anne Frank” lasen; heute gilt dieses Buch als das meistgelesenste der „Fischer-Bücherei”, die Taschenbücher dieses Verlages aber werden besonders gern von Schülern und Studenten gelesen.[1]

Zu Ihren letzten Gedanken möchte ich noch folgendes sagen: Ich liebe zwar die Landschaft, in der ich aufgewachsen bin, ich bete meine Mutter an, den Deutschen als ganz bestimmten Typ aber kann ich nicht mit Freude betrachten: vielleicht weil er mir noch zu sehr mit jenen Eigenschaften behaftet zu sein scheint, die in jüngster Vergangenheit zu so hoher Blüte gelangten. Vielleicht aber auch deshalb, weil ich in ihm mich selbst als ihm wesensgleich verabscheue.[2]

Es zeigt Ihre unendliche Toleranz uns Deutschen[3] gegenüber, wenn Sie glauben, daß das Land „Beethovens und Schillers” den anderen Nationen vielleicht einmal wieder etwas zu sagen hätte. Seit Brecht, Kafka oder Schönberg ist es auf kulturellem Gebiet hier ziemlich still geworden. Auf dem Gebiet der Politik aber ist eine solche Stille nur angenehm!

Ich persönlich glaube, erst dort kann große Kunst und Dichtung gedeihen, wo das geistige Klima eines Landes frei ist von Übersättigung und Trägheit.Vielleicht ist eine solche Zeit tatsächlich im Kommen und die “Nachgeborenen” werden davon berichten.

Doch nun zu Ihren Fragen:

I. Hat es unter den Lehrern und Professoren nach 1945 eine Auslese gegeben? Sind diejenigen Lehrer entfernt worden, die sich mit dem Nationalsozialsmus eingelassen haben?

Natürlich hat es 1945 eine Auslese unter den Lehrern und Professoren gegeben. Sie mußten wie jeder andere Deutsche sich der sogenannten “Entnazifizierung” unterziehen. Das heißt, sie wurden je nach dem Stärkegrad ihrer Beteiligung am „Dritten Reich” in bestimmte Entnazifizierungsstufen[4] eingeordnet und wurden nicht selten mit Gefängnis oder Zuchthaus

bestraft. Ich selbst war damals noch zu klein, um etwas davon zu wissen. Was ich noch erfahren konnte, war das:

„Die Entnazifizierung war unbeliebt, weil sie von den noch damals feindlichen Amerikanern angeordnet war und sie wurde höchst dilettantisch durchgeführt und zum größten Teil sabotiert.” (Max Bachmann, Oberregierunsrat)

In der Regel wurden Lehrer und Professoren, die sich mit den Nazis eingelassen hatten, aus den staatlichen Lehranstalten entfernt; ich weiß von mehreren Fällen.[5] Die Redaktion des „Spiegel” (ein viel gelesenes, oft kritisiertes Nachrichtenmagazin)[6] schrieb mir dazu:

„Die Maßnahmen der sogenannten Entnazifizierung in der ersten Zeit nach dem Kriege sind später nicht mehr aufrechterhalten worden, und das war wohl auch gar nicht möglich, denn man hätte ja eine ganze Generation von Lehrern und Professoren in die Verbannung schicken müssen.”

II. Wenn sie ihre Stellung behalten haden, haben sie auch ihre Ideen behalten, haben sie sie gewechselt oder tun sie so,[7] als hatten sie sie gewechselt?

Die meisten der Lehrer und Professoren waren Parteimitglieder[8], sogen.

„Mitläufer”. Viele, vor allem die damals jungen unter ihnen, waren als Soldaten im Krieg oder sie waren überhaupt noch zu jung dafür. Letzteres trifft zum Beispiel auf fast alle Lehrer meiner Schule zu. Über die Haltung der dagebliebenen Lehrer und Beamten, die keine Soldaten waren, schrieb man mir:

„Im Großen und Ganzen sind sowohl die Beamten als auch die Lehrer noch dieselben wie im 1000-jährigen Reich, und es ist natürlich, daß diese sich nicht gerne mit ihrer Vergangenheit belasten. Die deutschen Hochschlen und ihre Professoren haben ja in jenen Jahren am meisten versast.” (M. Bachmann)[9]

Ein junger Lehrer (H. Spranger), den ich noch von meiner Schulzeit her kenne, schrieb mir über die Haltung seiner Kollegen heute:

„Es wich mir kein Lehrer aus, wenn ich ihn nach seiner Stellung im Dritten Reich befragte. Zusammenfassend möchte ich sagen, daß ich keinerlei nazistische Meinungen, Tendenzen u.s.w. feststellen kann. Es wird nicht übermäßig über politische Fragen diskutiert, man schimpft über unsere Regierung, wie man es überall tut. Es ist mir auch kein Schüler begegnet, der irgendeinen Lehrer als “heimlichen Nazi” bezeichnet hätte.”[10]

Von vier Studenten berichtete einer von einem Lehrer seiner Schule, der wegen antisemitischer Äußerungen aus dem Schuldienst entlassen wurde. Eine Studentin erzählte, daß ihr früherer Mathematik-Lehrer noch heute den Schülern von seinen Erlebnissen als ehemaliges Mitglied der SS berichtet.

An meiner Schule gibt es einen Pfarrer, von dem ich Ihnen bereits schrieb.[11] Auffallend sind seine Vorurteile gegenüber den Juden, die ihren Ursprung wahrscheinlich im religiösen Gegensatz “Judentum-Christentum” haben, die sich aber unheilvoll auswirken können. Meiner Ansicht nach ist er in die Reihe der sogen. “Philosemiten” einzuordnen, die ja den Antisemiten in vielem gleichen.[12]

Die Russisch-Lehrerin, von der ich Ihnen schrieb,[13] ist Russin und unterrichtet an keiner Schule, Ich hatte mit ihr heftige, aber erfolglose Auseinandersetzungen und nehme bei ihr keinen Unterricht mehr.[14]

Abschließend glaube ich, feststellen zu können, daß der Prozentsatz von nazistisch belasteten Lehrern auf den staatlichen Schulen gering sein muß. Es handelt sich dabei wahrscheinlich größtenteils um Lehrer älteren Jahrgangs, die hoffentlich bald pensioniert werden. Wichtig jedoch ist, daß man selbst diesen Prozentsatz erkennen und beseitigen muß. Das erfordert beiden Schülern ein “angeborenes Mißtrauen” und vor allem den Mut zur Kritik, beidem bin ich während meiner Schulzeit kaum begegnet, weiß aber durch meine Geschwister,[15] daß es Mitschüler gab, die diese Eigenschaften besaßen.

III. Spricht man in den Schulen über das Dritte Reich?

Während meiner Schulzeit wurde über das Dritte Reich in zwei verschiedenen Jahren ausführlich gesprochen[16] und zwar geschah das nicht nur im Geschichts unterricht, sondern auch in den Fächern: Deutsch, Sozialkunde, Religion und Biologie.

H. Spranger, der junge Lehrer schrieb mir:

„Der Vorwurf, den man immer wieder hört, daß die Schulen die Schüler nicht genügend aufklärten, ist völlig unberechtigt. Lehrern und Schülern ist heute so viel Material in die Hände gegeben, daß jeder sich informieren kann. Im Unterricht wird diese Epoche der deutschen Geschichte ausführlich behandelt.”

Von anderen Studenten allerdings hörte ich, daß sie aus Zeitmangel – die jüngste Geschichte wird meistens erst kurz vor dem Abitur (=Abschlußprüfung) behandelt – wenig über jene Zeit unterrichtet wurden.

Fest steht, daß in allen Schulen über das Dritte Reich gesprochen wird: ob viel oder wenig, hängt wahrscheinlich von der Persönlichkeit des einzelnen Lehrers ab.

IV. Spricht man gern oder ungern darüber?

In meiner Klasse gab es leidenschaftliche Diskussionen über dieses Thema. Ich kann mich an eine Auseinandersetzung über den Antisemitismus erinnern, die mit Tränen endete.

Die Lehrer wichen den Problemen nicht aus, im Gegenteil: sie zeigten[17] an Hand alter Zeitungen die Propagandamethoden der Nazis. Sie erzählten, daß sie als junge Menschen meist kritiklos und voll Begeisterung der neuen Bewegung angehangen hätten; bei Jugendversammlungen, Sportveranstaltungen und ähnlichem.Wir Schüler haben sie deswegen heftig angegriffen, zu Unrecht, wie ich heute glaube: Kann man ihnen den Vorwurf machen, die Dinge weniger durchschaut zu haben als die Erwachsenen? Und hätten wir die satanischen Methoden Hitlers besser erkannt, mit denen er die Jugend für seinen Krieg gewann?

„Jene Zeit steht vor unseren Augen wie eine einzige große Warnung”, sagte mir vor kurzem ein Mädchen meiner Schule. „Die Lehrer wollen uns[18] ihre Erfahrungen mitteilen, damit nicht von neuem großes Unglück geschehe.”

Ich muß hier betonen, daß die Schule, die ich besuchte, von Kindern (mehr Jungen als Mädchen) aller sozialen Schichten besucht wird, und dies scheint mir eine besonders glückliche Mischung zu sein, die nicht in allen Schulen gegeben ist.

Herr Spranger berichtete von seiner Schule:

„Ich muß sagen, daß die Schüler sich zwar für diesen Zeitabschnitt interessieren, daß sie aber sofort in Opposition gehen, wenn man von einer Schuld Deutschlands spricht. Viele behaupten sogar, daß sie genug hätten von dem “mea-culpa” – Geschrei der Presse und ihrer Lehrer.

Eine zentrale Bedeutung kommt natürlich der Judenfrage zu. Zunächst einmal die Einstellung der Lehrer. Die ist durchaus so, wie es sich die maßgebende Öffentlichkeit wünscht. Wir veranstalten alle drei Monate eine ‘Woche der Brüderlichkeit’, in der hauptsächlich Fragen der Toleranz,[19] des Judentums und Rassefragen im Mittelpunkt stehen, Gerade die Lehrer zeigen darin einen ehrlichen Willen, die Jugend so zu erziehen, daß niemals wieder Rassenhaß und Verhetzung entstehen können. Hier macht sich nun eine sehr starke Opposition der Schüler bemerkbar sie erklären, daß sie für die Sünden ihrer Väter nicht verantwortlich gemacht werden könnten und kritisieren die Methode, mit der ihnen das Judenproblem deutlich gemacht wird. Übrigens kritisieren nicht nur die Schüler die Methode, sondern viele gute Zeitungen. Wahrscheinlich mischen sich zu viele Stellen ein, wenn es darum geht, die Jugend über das Vergangene zu unterrichten.”

Das Gewicht, ob über das Dritte Reich gern oder ungern gesprochen wird, scheint sich im Laufe der Zeit zugunsten der Lehrer verschoben zu haben. Ich erkläre mir das so: Die Lehrer werden durch immer größere Entfernung zu jener Zeit objektiver in ihrem Urteil. Den Schülern scheint es auf die Dauer unangenehm zu werden, von allen Seitenauf die „unbewältigte Vergangenheit”[20] aufmerksam gemacht zu werden.

IV. Neigt man dazu, es als eine isolierte Episode zu betrachten? Sucht man es zu rechtfertigen, zu entschuldigen?

Wir sprachen über das Dritte Reich im übrigen Zusammenhang der Geschichte, zwangsläufig kam es aber dazu, daß die damaligen Ereignisse in ihrer Einmaligkeit isoliert standen. Es scheint aber doch so zu sein, daß man das Dritte Reich, je größer der Abstand von ihm wird, heute in ein größeres Geschichtsbild einfügen kann und muß.[21]

Herr Spranger schreibt:

„Diese Epoche der deutschen Geschichte wird weder als Episode gesehen noch wird sie entschuldigt. Meiner Meinung nach ist sie noch vor ein paar Jahren zu sehr isoliert betrachtet worden, als etwas, was man nicht verstehen kann. Heute fragt man vielmehr nach den Wurzeln des Nationalismus, des Antisemitismus. In diesem Zusammenhang muß zwangsläufig die Mitschuld des Auslands auftauchen. Vor allem die Schüler fragen danach und zeigen vielfach eine Einstellung, die der Einstellung der Lehrer widerspricht.”

Aber aus der geschichtlichen Situation allein ist die Unmenschlichkeit des Regimes und seiner Handlanger nicht zu erklären: wie etwa aus dem Hunger und Elend, die nach dem I. Weltkrieg in Deutschland herrschten und Männern wie Hitler Stoff für die Aufhetzung und Radikalisierung der Massen in die Hände gab.

Vielleicht ist meine Überlegung falsch, aber selbst am Widerstand der Schüler gegen das “mea culpa”– Geschrei kann man doch erkennen, daß für sie das Problem des Dritten Reiches noch genauso ungelöst, “ärgerlich” und typisch deutsch erscheint wie für alle, die vor ihnen damit konfrontiert wurden. Erst wenn das einmal nicht mehr so ist, sollte man erschreckt aufhorchen.

V. Gehört die neueste Geschichte zum Programm der Schulen?

Grundsätzlich gehört die neueste Geschichte Europas (der Terminus hierfür lautet „Zeitgeschichte”) zum Unterricht: ein Thema, das die Schüler sehr interessiert. In meiner Klasse (einer naturwissenschaftlichen Schule allerdings) wurden neben den technischen, die politischen, beziehungsweise die wirtschaftspolitischen Vortragsthemen bevorzugt. In den letzten Klassen und besonders im Abitur werden die Aufsatzthemen fast ausschließlich aus diesem Bereich gestellt.

Herr Spranger schrieb mir:

„Ich unterrichte selbst Deutsch und Geschichte in der Oberstufe (das sind die letzten Klassen vor dem Abitur) und kann mir über die Einstellung der Schüler zur Zeitgeschichte ein Urteil bilden: Die Schüler sind Zuschauer oder Teilnehmer am Zeitgeschehen, das sie täglich studieren in der Zeitung, im Unterricht, durch das Fernsehen. Sie zeigen oft ein erstaunliches Sachwissen. Ich habe in meinem Klassen ‘Spezialisten für internationale Verträge’, für Wirtschaftsfragen, u.s.w. Die Schüler wissen oft mehr Details als ich. Ich muß das zugeben, denn mir fehlt leider die Zeit… Jedenfalls die interessantesten politischen Gespräche führe ich nicht mit Lehrern, sondern mit Schülern. Sie sind wirklich aufgeschlossen.” Ich habe mich gefreut, als ich dies von Herrn Spranger hörte; vielleicht wächst nun endlich und zum ersten Mal in der deutschen Geschichte eine politisch-denkende Generation heran.

VI. Wird der “Fall Globke”[22] in der allgemeinen Meinung als Skandal empfunden, wird er ignoriert, wird er gebilligt? Wie wird seine Anwesenheit neben Adenauer gerechtfertigt? Wie rechtfertigt er sich selbst?

Der „Fall Globke” ist in der Allgemeinheit nur wenig bekannt. Und auch über das wenige – zum Beispiel über seine Rolle bei der Judenfrage – weiß „man” nur ungenaues. Weil aber sein Name zusammen mit HitlersNürnberger Rassegesetzen” und beim Eichmann-Prozess genannt wurde, halten die Menschen, die ich um ihre Meinung fragte, es für untragbar, daß Globke an so exponierter Stelle neben Adenauer steht.

„Lehrer wie Schüler zeigen sich zu wenig informiert, fordern aber doch, daß man einen solchen Mann aus seinen Ämtern entfernen soll. Oberländer mußte gehen,[23] soll Globke auch gehen. Man sagt, Globke soll von sich aus gehen und nicht erst einen Prozess abwarten.” (Spranger)

Obwohl feststeht, (es sind eine Reihe von Zeugnissen vorhanden) daß er der katholischen Kirche Dienste geleistet hat, gilt sein Fall allgemein als sehr umstritten.

Ich persönlich habe bis jetzt über den Fall Globke zwei Dokumente gelesen. Außerdem weiß ich sicher, daß im April 1961 ein Interview des deutschen Fernsehens stattfand,[24] in dem Globke zu Anschuldigungen Stellung genommen hatte. Ich habe das Interview leider nicht gehört, besitze auch seine schriftliche Fixierung nicht. So kann ich mich zum Fall Globke nur auf die zwei genannten Dokumente stützen.

Da ist zum einen das Buch von Reinhard-M. Strecker: Dr. Hans Globke, Dokumente‚ Aktenauszüge

(Herr Strecher ist in Deutschland bekannt durch eine Ausstellung von Belastungsmaterial gegen noch amtierende „Nazi-Richter” Seine Ausstellung hatte zur Folge, daß die Bundesregierung ein Gesetz entwarf, nachdem sich „belastete” Richter und Staatsanwälte in einer zeitlich begrenzten Frist pensionieren lassen können, wenn sie ihre Pension behalten wollen. Das Gesetz ist seit einiger Zeit rechtskräftig).[25]

Das Buch Streckers erschien 1961, mußte aber schon bald vom Verlag wieder eingezogen werden, da Herr Globke gegen Herrn Strecker wegen des Buches ein gerichtliches Verfahren eingeleitet hatte. Vor wenigen Wochen wurde in den Zeitungen berichtet, daß der Prozess beendet sei und das Buch wieder verkauft werden darf, wenn “22 unwahre Behauptungen” daraus entfernt worden seien.

Das Buch enthält: Dokumente und Aktenauszüge aus dem Tätigkeitsbereich Globkes während des Dritten Reiches, also Auszüge aus Globkes Kommentar zu den Nürnberger Gesetzen, Auszüge aus Aufsätzen und Erläuterungen. Dokumente zum Berufsgang Globkes, also Empfehlungsschreiben, Briefe, Orden. Auszüge aus Zeitungsartikeln zum Fall Globke, positive und negative Stellungnahmen einzelner Persönlichkeiten zu diesem Fall.

Strecker will Globke mit diesem Buch offensichtlich belasten, obwohl er ein[26] objektives Bild von Tatsachen zu geben versucht. Ich bin bei der Frage nach Globkes eigener Rechtfertigung[27] witgehend den Dokumenten und Auszügen in Streckers Buch gefolgt und nehme auch an, daß die angeführten Textstellen mit den Orginalen übereinstimmen, da man sie durch die Jahreszahlen, Qellenangaben und Photographien nachprüfen kann. Bei den Beispielen aus Globkes Kommentar zur Rassengesetzgebung mußte ich jedoch Streckers Auslegung ganz übernehmen, da ich mit der juristischen Seite dieser Angelegenheit überhaupt nicht vertraut bin. Daher bitte ich sie, besonders an dieser Stelle meiner Ausführungen zu bedenken, daß die Beispiele (im Gegensatz zu den abgedruckten Briefen oder Aufsätzen) aus dem übrigen Zusammenhang heraus gegriffen wurden und sich deshalb, wie es in anderen Fällen oft geschieht, in ihr Gegenteil verkehren können.

Alles, was ich durch Herrn Strecker weiß, werde ich mit dem Buchstaben S bezeichnen.

Ein zweites Dokument zum Fall Globke liegt mir in der Monatsschrift: „Diskussion” vor, herausgegeben vom Bundesverband Deutsch-Israelischer Studiengruppen (Hochschulgruppen)[28] Unter dem Thema „Dr. Globke und der politische Humanismus” wird dort eine Kontroverse in Briefen ausgetragen zwischen einem Mitglied des evangelischen Kirchentag-Präsidiums (Prof. Dr. Goldschmidt)[29] und dem Presseamt der Bundesregierung (Dr. Wünsche) Diese Kontroverse schloß sich an eine Erklärung an, die die „Arbeitsgruppe 6” des ev. Kirchentages am 22. Juli zum Fall Globke gab: (D)[30]

„Wir meinen, daß es um der Sauberkeit und der Klarheit unserer Umkehr willen dringend nötig ist, daß diejenigen, die mit der Vergangenheit besonders deutlich befleckt sind, in den Hintergrund treten. Sie werden dabei an den Namen Globke denken, ich tue es auch. Aber ich denke nicht nur an Globke. Ist es nicht eigentlich beschämend, erschütternd, demütigend, wie noch I6 Jahre (I96I) nach dem Geschehen wieder und wieder einzelne aus dem Dunkel hervortreten oder hervorgezerrt werden mussen, weil sie führend an Verbrechen beteiligt gewesen waren? Wir appellieren nicht nur an die Autoritäten in beiden Teilen Deutschlands, daß sie sich von diesen Leuten trennen möchten; wir appellieren auch an diese Personen selbst, daß sie einsehen und ausscheiden mögen.”

Alles, was ich dieser Schrift entnehme, werde ich mit dem Buchstaben D bezeichnen.

Als Skandal in der Presse wurde der Fall Globke empfunden in:

Strecker: “Dr, Hans Globke” 1961

Spiegel”, Deutsches Nachrichtenmagazin 1956-61

Diskussion” (s.o.)1961

Frankfurter Rundschau” (S) 1949, 1961/ „Berliner Allgemeine Zeitung” (S) 1951

Telegraf” (S) 1956 / Hamburger Echo” (S) 1960

Zur Diskussion gestellt wurde er in:

Die Zeit” (S) in einem Interview mit Globke, 1961

Welt” (S) 1961 / „Frankfurter Allgemeine” (S) 1961

Fernsehinterview 1961

Gerechtfertigt wurde Globke durch:

Adenauer (S) 1950 / Dr. Barzel CDU (D) 1961 / Bundespresseamt, Dr. Wünsche (D) 1961

Verurteilt wurde er durch:

Dr. Arndt SPD (S) 1950 / Dr. Böhm CDU (S) 1961 / „Arbeitsgruppe 6” (siehe oben)[31] (D) / Prof . Goldschmidt (D).[32] Wie und wodurch sich Globke selbst rechtfertigt, entnehme ich dem Interview mit der Zeitung „Die Zeit” und den Protokollen der Zeugenaussagen Globkes bei den Nürnberger Prozessen 1945 (S)

(Globke war von 1933-45 als Ministerialrat im Reichsinnenministerium tätig. Das Reichsinnenministerium war verantwortlich für die Nürmberger Rassegesetze Hitlers, Reichsinnenminister war Frick, sein Staatssekretär Stuckart, Stuckart war der direkte Vorgesetzte Globkes.

Mit Stuckart verfaßte Globke 1935 die Kommentare zu den Nürmberger Gesetzen. Er war Sachbearbeiter zahlreicher Aufgaben des Ministeriums.)

Während der Nürmberger Prozesse (Nr. Pr.) gab Globke zu, von den systematischen Massen morden an den Juden gewußt zu haben. Allerdings hätte er nicht gewußt, daß das alle Juden betraf. Er wußte weiter von der Tötung Geisteskranker[33] und von den Greueltaten der SS durch Frick und Himmler (Chef der SS).

– Im „Zeit” – Inteview (Z) sagt Globke: „Ich konnte doch meine Stellung, in der ich vielen Gegnern des Regimes half, nur halten, wenn ich den Nazis nicht von vornherein als erklärter Gegner erkennbar wurde.”

Globke sagt, von der Absicht der Nürmberger Gesetze nichts gewußt zu haben, auch hätte er sie nicht mitverfaßt (Z). Den Kommentar zu diesen Gesetzen schrieb er zusammen mit Stuckart fünf Monate nach der Veröffentlichung der Nürmberger Gesetze. Im „Ministerialblatt des Ministeriums des Innern” heißt es zu diesem Kommentar: „Ihm (dem Kommentar) kommt schon deswegen besondere Bedeutung zu, weil die beiden Verfasser am Zustandekommen der Rassegesetzgebung amtlich beteiligt waren.”

– Nach Strecker soll Globke behauptet haben: Die Beteiligung an der Rassen gesetzgebung sei in dem Blatt nur erwähnt worden, damit sich der Kommentar besser verkaufe.

Dagegen spricht, daß die Aussage von einem amtlichen Blatt gemacht wurde und Globke dagegen nicht protestiert hat.

Globke hielt die Nürmberger Gesetze deshalb für notwendig, weil sie den Willkührmaßnahmen der Gauleiter[34] Einhalt geboten hätten (Nr. Pr.)

Auf die Frage (Nr.Pr.); ob Globke die Nürmberger Gesetze für Verfolgungen hielte antwortet er:

– „Die Frage, ob die Nürmberger Gesetze als solche eine Verfolgung darstellen, mag an Hand der Gesetzgebung in anderen Staaten bestritten sein. Es gibt auch in anderen Staaten eine Gesetzgebung, die sich gegen einzelne Gruppen der Bevölkerung richtet, ohne daß man daher sagen kann, daß diese Gesetzgebung als solche ein Verbrechen darstellt.”

Auf die Frage (Z): „Warum haben sie den später so viel kritisierten Kommentar zu den Nürmberger Gesetzen geschrieben?” antwortet Globke:

– „Hitlers Stellvertreter Rudolf Heß versuchte, die Wirkung der Nürmberger ‘Rassegesetze’ durch harte Durchführungsbestimmungen zu verschärfen.

…Unter den damaligen Umständen war der Kommentar für viele rassisch diskriminierte Personen ein Schutz.”[35]

Auszüge aus Globkes Kommentar mit der Auslegung durch Strecker:

– Zu §6 des “Blutschutzgesetzes” (BLG) schreibt Globke (Gl.):

„Jedes Volk wird durch die Aufnahme artfremden Blutes in den Volkskörper in seiner Lebensfähigkeit beeinträchtigt. Eine seiner Hauptsorgen sollte aber die Reinerhaltung seines Blutes sein.”

Gl. liefert vorweg zum §4 des BLG eine Begründung für die Brandmarkung der Juden durch den David-Stern:

„Da die Juden nach nationalsozialistischer Auffassung nicht zum deutschen Volke gehören, sondern ein eigenes Volk, wenn auch keinen Staat, bilden, kommen die deutschen Symbole für sie nicht in Frage. Die Angehörigen des jüdischen Volkes können sich aber ihrer eigenen Symbole bedienen, um die Zugehörigkeit zu ihrem Volkstum dadurch äußerlich kundzutun.”

– Über die jüdisch verwandten Nicht juden (“Mischlinge”) schreibt Gl.:

„Ein volldeutschblütiger Großelternteil, der etwa aus Anlaß seiner Verheiratung mit einem Juden zur jüdischen Religionsgemeinschaft übergetreten ist, gilt… gilt für die rassische Einordnung seiner Enkel als volljüdisch, Ein Gegenbeweis ist nicht zugelassen. Diese Regelung erleichtert die rassische Einordnung erheblich…Wie lange der Großelternteil der jüdischen Religionsgemeinschaft angehört hat, ist gleichgültig. Auch eine vorübergehende Religionsgemeinschaft genüst.”

Von dieser Auslegung stand im Gesetz nichts.

Gl. weist von sich aus ausdrücklich auf die Eheschließungen zwischen Deutschen und Zigeunern; so wird neben dem deutsch-jüdischen “Gegensatz” noch ein anderer betont:

“Hierdurch ist die Schließung von Ehen verboten, aus denen – abgesehen von den Fällen deutsch-jüdischer Rassenmischehen – eine rassisch unerwünschte Nachkommenschaft zu erwarten ist, zum Beispiel die Eheschließungen zwischen Deutschen und Zigeunern…”

– Eine weitere Verschärfung schuf Gl., indem er zum §I des BLG

(„Eheschließungen zwischen Juden und Staatsangehörigen deutschen oder artverwandten Blutes sind verboten, trotzdem geschlossene Ehen sind nichtig, auch wenn sie zur Umgehung dieses Gesetzes im Ausland geschlossen sind”) – zu den Worten “im Ausland geschlossene Ehen sind nichtig” eine Strafbestimmung hinzufügte.

Globke antwortete auf die Frage (Z): „Es wird behauptet, Herr Staatssekretär, daß Ihr Kommentar an einigen Stellen sogar zu noch ungünstigeren Folgerungen kommt als die Nürmberger Gesetze für die Betroffenen. Was sagen Sie zu diesem Vorwurf?”

– „Es trifft nicht zu. Aber ich durfte natürlich keinen Benutzer des Kommentars durch Auffassungen, die in der Praxis nicht befolgt wurden, nicht in Schwierigkeiten bringen.”

Globke als Sachbearbeiter für das Namensänderungsrecht arbeitete die Verordnungen für dieses Gesetz aus. Darin stellte er ein Verzeichnis von jüdischen Vornamen auf; diese Vornamen sollte jeder Jude zu seiner besseren Erkennung vor seinen Familiennamen setzen. Wer das nicht wollte, mußte “Sara” oder “Israel” seinem Familiennamen hinzufügen; auch dieser Vorschlag stammte von Globke.

Auf die Frage (Nr. Pr.): „Haben Sie an der Bearbeitung der Vorschriften über die Änderung von Familiennamen mitgearbeitet?” antwortet Gl.:

– „ich war Referent für das Namensänderungsrecht und habe also an allen Fragen der Namensänderung mitgearbeitet…Aus der Öffentlichkeit kamen Eingaben an das Ministerium, wonach Juden einen Zusatz zu ihren Namen erhalten sollten, der sich von Nichtjuden unterschied…wir sind zu dem Ergebnis gekommen, daß es eine mildere Lösung sein würde, wenn nicht der Familienname in die gewünschte Form geändert würde, sondern wenn man die Juden verpflichten würde, einen zusätzlichen jüdischen Vornamen zu führen.”

Rechtfertigung Globkes durch andere Personen:

Adenauer sagte 1950 (S) folgendes:

„Die politische Vergangenheit von Dr. Globke ist von den Alliierten minuziös nachgeprüft worden. Eine deutsche Stelle btaucht nicht noch minuziöser als die Besatzungsmächte zu sein.”

Vor Studenten in Bonn Sprach Dr. Barzel CDU im Juli 196I zum Fall Globke (D) Einige Hauptpunkte seiner Rede will ich dem Sinn nach widergeben: Adenauer würde als Verfolgter der Nationalsozialisten nie einen seiner Peiniger zum Mitarbeiter wählen, auch sei Globke in den Nürmberger Prozessen nicht angeklagt gewesen.

Der Fall Globke sei ein „Kapitel aus dem Buch des inneren Widerstandes gegen Hitler”. Globke hätte aus „tiefster politischer, durch die Kraft des Glaubens bedingter Verantwortung” gehandelt. Die Mitwirkung Globkes bei der Kommentierung und Formulierung antijüdischer Gesetze sei immer „mildernd, einschränkend, helfend” gewesen.

Prof. Dr. Goldschmidt schreibt an Dr. Wünsche (D):

„In Abwägung von Belastung und Entlastung (im Fall Gl.) wiegt erstere, die durch die Publikation von Strecker zusammengefaßt und vervollständigt ist, erheblich schwerer…Wenn er einzelne Personen oder Gruppen diesem Schiksal entzog, so muß dieses Tun als mildernder Umstand gewertet werden, aber niemals kann es als Rechtfertigung dienen. Sein Verhalten kann allenfalls aus einem Notstand entsprungen verstanden werden.”

Barzel sagt weiter: Er beklage, daß von Demokraten oft nachgeredet werde, „was Kommunisten geschickt lancieren.”

Goldschmidt zu diesem Punkt:

„…daß wir uns an der Einsicht in eigene Fehler und ihrer öffentlichen Diskussion nicht dadurch hindern lassen dürfen, daß auch die Kommunisten sie entdeckt haben.”

Barzel: Die einzelnen Vorwürfe Streckers würden „bei Licht betrachtet” in sich zusammenbrechen.

Daß sie nicht zusammengebrochen sind zeigt die gerichtliche Entscheidung im Fall „Strecker-Globke” (siehe oben)[36] Die 22 unwahren Behauptungen aber ergeben noch kein 280-Seiten starkes Buch!

Barzel: sei nie Parteimitglied gewesen (Globke!)

Strecker: „Aus Unterlagen im amerikanischen Document Center in Berlin geht allerdings hervor, daß ein Aufnahmeantrag Dr. Gl. in die NSDAP trotz einer Empfehlung Stuckarts mit der Begründung abgelehnt wurde, er habe zu enge Beziehungen zu maßgeblichen katholischen Kreisen.” Immerhin hatte sich Gl. um eine Aufnahme in die Partei bemüht. Im übrigen kann unter den damaligen Zwangsverhältnissen Parteimitglied mit “Nazi” nicht unbedingt gleichgesetzt werden und umgekehrt.

Barzel: Gl. hätte im Dritten Reich keine „Karriere” gemacht.

Aus Streckers Buch geht hervor, daß Gl. vom Regierungsrat (1932) über den Oberregierungsrat (1933) zum Ministerialrat (1938) avancierte. Im Geschäftsverteilungsplan des Ministeriums wird Gl. 1936 – 14 Mal, 1938 – 23 Mal, 1941 – 31 Mal und 1945-30 Mal genannt. Er erhielt außerdem 6 Orden.

Sicher hat Gl. im Dritten Reich nicht gerade sein „Glück gemacht”, aber von keiner Karriere zu sprechen, ist nicht richtig.

Barzel: Gl. hätte mit den Männern des 20.Juli (am 20.Juli 1944 versuchte man, Hitler umzubringen. Im Gegensatz zu früheren Attentatsversuchen, waren diesmal weite Kreise der Bevölkerung indirekt daran beteiligt.) gekämpft und Widerstand geleistet. Zeugnisse von namhaften Persönlichkeiten (vor allem katholischer Kreise) bestätigen das (S).

Goldschmidt: „Warum wird übrigens erst 1961 bekanntgemacht, daß GL. ein ‘Mann des inneren Widerstands’ war? Dem “Arbeitskreis 20.Juli 1944” ist nichts davon bekannt…Der Name Dr. Globkes findet sich, meines Wissens, auch nicht in einer der wesentlichen bisherigen Veröffentlichungen über den inneren Widerstand.”

Gegen Ende heißt es in Barzels Vortrag:

„Wir wollen keine neue Entnazifizierung! Die, die sich strafbar machten, gehören vor Gericht!”

Goldschmidt: „Dr. Globke trifft offenbar keine kriminelle, gerichtlich verfolgbare Schuld nach dem geltenden Strafgesetz, und dennoch schwere geschichtliche Schuld am jüdischen Volk.”

In der Auseinandersetzung zwischen Herrn Goldschmidt (ev.Kirche) und Herrn Wünsche (Bundespresseamt) stehen sich zwei[37] grundsätzlich verschiedene Auffassungen gegenüber:

Goldschmidt: „Es liegt mir fern, Herrn Dr. Globke etwa das Recht absprechen zu wollen, in irgendeiner seiner Ausbildung angemessenen Position für die Verwaltung der Bundesrepublik tätig zu sein. Die hohen und höchsten politischen Ämter müssen dagegen,[38] meines Erachtens, mit Personen besetzt sein, die in keiner Weise durch ihr Verhalten von 1933-45 kompromittiert sind. Die Bundesrepublik als ein Staatssystem des politischen Humanismus entbehrt der inneren Glaubwürdigkeit, solange Herr Globke und ähnliche Persönlichkeiten in führenden Positionen, in Richtersstellungen, in Leitenden Erziehungsämtern und ähnlichen Orts tätig sind.”

Wünsche: „Wenn allerdings die Bundesregierung die Menschen, die im ‘Dritten Reich’ unter Einsatz ihres Lebens hier ihre Pflicht getan haben, dadurch diskriminieren würde,[39] daß sie ihnen die Möglichkeit einer Mitarbeit beim Aufbau der Bundesrepublik beschränkt, dann würde ich das für moralisch verwerflich halten. Mir scheint – im Gegensatz zu Ihrer Aussage –, daß die Bundesrepublik als ein Staatssystem des politischen Humanismus der inneren Glaubwürdigkeit entbehren würde, wenn sie nur, um Angriffe zu vermeiden, Menschen wie Herrn Dr. Globke falien ließe.”

Ich habe mich bei Belastung und Entlastung im Fall Globke nur an die deutschen Zeugnisse einzelner Personen und Organisationen gehalten. Es gibt aber in Streckers Buch noch zahlreiche Dokumente ausländischer Personen und Organe, die Globke belasten. Es würde aber zu weit führen, würde ich auch diese noch aufführen.

Lassen Sie mich zum „Fall Globke” abschließend noch einiges sagen, was mir unter dem Schreiben noch dazu eingefallen ist:

Aus “seriösen” Zeitungen (wie: „Die Zeit”, „Süddeutsche Zeitung”, „Frankfurter Allgemeine”) geht hervor, daß die Bundesregierung endlich Anstrengungen macht, belastete Richter durch das schon erwähnte Gesetz aus ihren Positionen zu entfernen. Das geht nur sehr langsam, weil zum einen eine “moralische Schuld” viel schwerer festzustellen ist als eine kriminelle. Zum andern geben diese Richter verständlicherweise heute nicht mehr gerne zu, daß sie dem Dritten Reich irgendwelche Dienste geleistet haben.

Sie wissen vielleicht, daß außerdem in Ludwigsburg (einer süddeutschen Stadt) seit 1958 eine „Zentrale Stelle” besteht, von der aus die vorermittlungen gegen die Massenmörder des Dritten Reiches geleitet werden. Die Prozesse gegen diese Leute, von denen man fast täglich in den Zeitungen liest, konnten nur auf Grund dieser Ermittlungen stattfinden.

Ein Deutscher jüdischer Abstammung, der heute im Ausland lebt, sagte mir einmal: „Ich finde es gut, daß man alte Nazis in in ihren Ämtern läßt. Auf diese Weise sind sie beschäftigt und man hat sie unter Kontrolle. Würden sie einen unangemeßenen Beruf ausüben oder gar arbeitslos sein, so würden sie sich wieder zusammenschließen und gegen die bestehende Ordnung opponieren.”

Es haben sich bereits Gruppen von Rechtsextremisten zu Organisationen zusammengeschlossen, ich besitze darüber einen aufschlußreichen Bericht: eine ausgewertete Statistik über den „Rechtsextremismus in der Bundesrepublik”, 1961 von Bonn herausgegeben und dem normalen Bürger nicht zugänglich, das heißt man kann diesen Bericht nicht einfach kaufen.[40]

Leider muß ich diese Schrift dem Entleiher wieder zurückgeben, sonst hätte ich sie Ihnen gleich mitgeschickt. Auch das Buch von Strecker gehört nicht mir, und man kann es im Augenblick nicht kaufen. Ich werde mich aber um beide Dokumente bemühen und sie Ihnen schicken, wenn Sie wollen?[41]

Noch ein Buch entdecke ich gerade angezeigt, das vor kurzem erst veröffentlicht wurde und „gewissenhaft Personen und Dokumente aufzeichnet”. Es heißt: Verschwörung von Rechts.

So bin ich nun ans Inde meines Briefes gelangt, und es befallen mich wie in allen Dingen auch hier wieder Zweifel über die Fragwürdigkeit meines Tuns: komplizierte, vielschichtige Gegebenheiten und Erscheinungen auf eine einfache Formel zu bringen. Wie leicht könnte jeder logisch begabte Mensch meine Beweisführungen mit stichhaltigen Gegenbeweisen zunichte machen. Mein „Wissen” von den Dingen, die hier zur Sprache kamen, ist weniger als gering, und ich frage mich wieder, wie ich es wagen konnte, einem Menschen, wie Sie es sind, zu schreiben: Bin ich doch bisher durch ein heiteres Leben gegangen, begleitet von freundlichen Menschen, und ohne mich auch nur einmal mir selbst gegenüber bewährt zu haben![42] Der spontane Wunsch, die Freude, sich einem anderen mitzuteilen, rechtfertigt doch noch nicht Unerfahrenheit und Unwissenheit?

Ich kann Sie daher nur immer wieder bitten, meine Mitteilungen wie die beiläufigen Äußerungen eines Besuchers irgendwann an einem Nachmittag[43] zu betrachten: sie sagen nichts, was nicht schon vorher von irgendjemandem gesagt worden wäre.

            Ich bin durch Ihre Fragen auf Dinge gestoßen, die ich mir voher nicht überlegt hatte; und das hat mich bereichert. Dafür und für noch etwas anderes danke ich Ihnen aufrichtig: daß ich Ihnen schreiben durfte, obwohl ich ein solches Glück nicht verdient habe.

 

Ihre Brigitte Distler

 

Ich sehe gerade beim Durchlesen des Briefes, wie voll er ist von Druckfehlern und durchstrichenen Worten, bitte verzeihen Sie mir das: Ich bin im Maschinen-Schreiben ungeübt, auch ist das Modell der Maschine ziemlich alt!

16/6/62

 

Egregio Dott. Levi,

Sulla mia risposta alla Sua lettera si è fatta primavera, ed io spero che, malgrado il mio lungo silenzio, Lei non abbia perso la pazienza nei miei riguardi. Le avevo già scritto che le sue domande si estendono a campi in cui io sapevo assai poco, anzi proprio niente. Però, nel frattempo ho avuto contatti con alcune persone che mi hanno aiutato nel modo più amichevole: mi hanno messo a parte della loro esperienza, mi hanno mandato libri e scritti. Così è passato il tempo nell’attesa di lettere e libri promessi, e nella lettura di questi ultimi. Inoltre, purtroppo, ho dovuto frequentare lezioni e seminarî, così che solo in questi giorni sono riuscita a mettere insieme per Lei il contenuto di tutte le conversazioni e comunicazioni.

La prego di non giudicarmi una pedante se Le faccio osservare che il mio proprio modo di pensare, nei riguardi delle sue domande, è altamente soggettivo, e il mio modo di presentare le risposte è decisamente “profano”;I perciò nulla di quanto le dirò avrà valore generale. So di giudicare molte cose in modo unilaterale, e perciò falso; nelle discussioni posso essere fanatica e illogica. Quindi Lei potrà avere un quadro relativamente “genuino” solo se ascolterà molte voci su questo tema. Del resto, queste cose Lei le sa quanto me, e La prego di non prendere in mala parte la mia pedanteria.

Per quanto riguarda la forma della mia lettera, devo scusarmi per la impossibile lunghezza della mia compilazione. Avevo poco tempo, così molte cose che avrei potuto esprimere più in breve sono rimaste come erano. Anche il mio stile ha sofferto del contatto con documenti e estratti: anche di questo mi dispiace. 

Prima di entrare in argomento, vorrei ringraziarLa ancora una volta della Sua lettera: poche cose mi hanno portato altrettanta gioia.

Lei ha scritto che Le è particolarmente gradita la eco del Suo ultimo libro presso i giovani. A questo proposito, ho osservato che molti dei miei compagni di classe, ed io stessa, a 14 anni avevamo già letto il Diario di Anna Frank; oggi questo libro è considerato il più lettoII della Libreria Fischer, i cui libri tascabili sono d’altronde letti con particolare predilizione dagli scolari e studenti.[1]

Quanto all’ultimo concetto della Sua lettera: io amo i paesi in cui sono cresciuta, adoro mia madre, ma non riesco a considerare con simpatia il tedesco in quanto particolare tipo umano: forse perché mi appare ancora troppo carico di quella qualità che nel recente passato si sono manifestate con tanto vigore. Ma forse anche perché detesto in esso me stessa, in quanto mi riconosco simile come essenza.III[2]

È segno della Sua infinita tolleranza verso noi tedeschi,[3] che Lei dica di vedere che “la terra di Beethoven e di Schiller” potrà avere ancora altro da dire alle altre nazioni. Dopo Brecht, Kafka e Schönberg, sul terreno culturale qui è silenzio; e questo silenzio è ben gradito sul terreno politico! Io personalmente credo che solo là può fiorire l’arte e la poesia dove il clima spirituale di un paese non soffre di sazietàIV e di pigrizia. Forse un simile tempo è veramente in divenire: ne potranno parlare i nostri posteri.

Vengo alle Sue domande:

1) C’è stata dopo il 1945 una selezione fra gli insegnanti? Sono stati allontanati quelli che si erano compromessi col Nazismo?

Certamente c’è stata una selezione fra maestri e professori. Come tutti gli altri tedeschi, essi dovettero subire la cosiddetta “denazificazione”; vale a dire, furono classificati in diversi gradi di denazificazione a seconda della profondità della loro partecipazione al Terzo Reich, e in molti casi furono puniti colla prigione o colla casa di correzione.[4] A quel tempo io ero troppo giovane per capirne qualcosa; ciò che ne ho potuto sapere oggi è:

«La Denazificazione era impopolare, perché era stata istituita dagli Americani, a quel tempo ancora ostili; fu condotta in modo estremamente dilettantesco, e in massima parte sabotata»

(Max Bachmann, Consigliere di Governo).

Come regola, gli insegnanti compromessi col Nazismo furono allontanati dalle scuole statali: so personalmente di molti casi.[5] A questo proposito, così mi ha scritto la Redazione di “Der Spiegel” (una rivista di informazione molto letta e spesso criticata):[6]

«Le misure istituite dalla cosiddetta Denazificazione subito dopo la guerra non furono più tenute per valide più tardi; né concretamente avrebbero potuto esserlo, poiché si sarebbe dovuto mettere al bando una intera generazione di maestri e di professori».

2) Se essi (gli insegnanti) hanno mantenuto i loro posti, hanno mantenuto pure le loro idee? O le hanno cambiate? O fingono di averle cambiate?[7]

La maggior parte degli insegnanti erano iscritti al partito,[8] “Mitläufer”, (compagni di strada) come allora si diceva. Molti, soprattutto fra i più giovani, furono soldati in guerra, altri addirittura erano troppo giovani anche per questo. Tale è il caso, ad esempio, di quasi tutti gli insegnanti della mia scuola. Circa la posizione di quelli che non fecero la guerra, mi si scrive:

«Generalmente parlando, sia i funzionari che gli insegnanti sono rimasti gli stessi del Reich Millenario, ed è naturale che questi non si addossino volentieri il loro passato. Le Università tedesche e i loro professori, in maggioranza, in quel tempo hanno mancato al loro compito» (M. Bachmann).[9]

Un giovane insegnante (H. Spranger), che conosco dagli anni di scuola, così mi scrive sulle attuali opinioni dei suoi colleghi:

«Nessun insegnante mi ha evitato, quando gli chiedevoV della sua posizione nel 3o Reich. In breve posso dire che non ho avuto modo di constatare opinioni, tendenze ecc. naziste. Non si discute molto di politica, si parla male del governo come dovunque altrove. Neppure ho mai incontrato scolari che accusassero i loro professori di “criptonazismo”.»[10]

Su 4 studenti intelligenti, uno mi ha raccontato di un suo professore che è stato allontanato dalla scuola per manifestazioni di antisemitismo. Una studentessa racconta che il suo ex-professore di matematica ancora oggi narra ai suoi allievi le sue avventure di ex-membro delle SS.

Nella mia scuola insegna un prete, di cui già le ho scritto.[11] Notevoli sono i suoi pregiudizi contro gli ebrei; i quali, probabilmente, traggono origine dalla antinomia religiosa “ebraismo-cristianesimo”, ma possono avere conseguenze nefaste. Secondo me, è da ascrivere alla categoria dei cosiddetti “Filosemiti”, che sotto molti aspetti si devono assimilare agli antisemiti.[12]

La insegnante di russo, di cui le ho scritto,[13] è russa, e non ha cattedra in alcuna scuola. Ho avuto con lei controversie furiose ma prive di successo, e non prendo più lezioni da lei.[14]

In conclusione, credo di poter asserire che la percentuale di insegnanti rei di colpe nazionalsocialiste, nelle scuole di stato, deve essere piccola. È probabile che si tratti in massima parte di insegnanti anziani, prossimi alla pensione. È comunque importante che anche questa percentuale venga riconosciuta ed eliminata: a tale scopo occorre, da parte degli allievi, una “diffidenza congenita” e principalmente il coraggio della critica, virtù che ben raramente ho incontrato nei miei anni di scuola; ho però saputo dai miei fratelli[15] che alcuni loro condiscepoli la possedevano.

3) Si parla nelle scuole del 3o Reich?

Durante i miei corsi scolastici se ne è trattato esaurientemente in due diversi anni,[16] e non solo nelle ore di storia, ma anche nelle seguenti altre materie: Tedesco, Educazione Civica, Religione e Biologia.

H. Spranger, il giovane insegnante, mi scrive:

«L’accusa che spesso si ode ripetere, che la Scuola non informi a sufficienza gli allievi, è assolutamente ingiustificata. A maestri e allievi si dà oggi nelle mani una tal mole di materiale, che ognuno si può informare. Nelle lezioni questo periodo della storia tedesca riceve una trattazione esauriente».

Per contro, da altri studenti ho sentito che, per mancanza di tempo, (la storia moderna viene svolta per lo più nelle ultime settimane prima della “Abitur” [Esame di licenza]) essi hanno ascoltato poche lezioni su questo argomento.

È comunque certo che in tutte le scuole, del 3o Reich si parla. Se poco o molto, dipende verosimilmente dall’indole dei singoli insegnanti.

4) Se ne parla volentieri o malvolentieri?

Nella mia classe, ci sono state discussioni appassionate su questo tema. Mi ricordo di un dibattito sull’antisemitismo, che terminò in lacrime.

I professori non evitavano i problemi, anzi: dimostravano,[17] documentandoli con giornali dell’epoca, i metodi di propaganda dei nazisti. Raccontavano come, da giovani, avevano seguito il nuovo movimento senza critiche e con molto entusiasmo: delle adunate giovanili, delle organizzazioni sportive ecc. Noi studenti li attaccavamo vivacemente, a torto, come oggi penso: come si può accusarli di avere capito la situazione peggio degli adulti? E noi, al loro posto, avremmo riconosciuto meglio di loro i metodi satanici con cui Hitler conquistò la gioventù per la sua guerra?

«Quel tempo sta davanti ai nostri occhi come un solo grande ammonimento», mi ha detto poco fa una ragazza della mia scuola. «I maestri ci vogliono trasmettere[18] le loro esperienze, perché una grande sventura non si ripeta».

Devo qui sottolineare che la scuola che io ho frequentato era frequentata da ragazzi (in prevalenza maschi) di tutti gli strati sociali, il che mi sembra una circostanza favorevole, che non in tutte le scuole si riscontra.

Il Sig. Spranger racconta della sua scuola:

«Devo dire che gli allievi si interessano bensì a questo periodo, ma passano subito alla opposizione se si parla loro di una colpa della Germania. Molti anzi affermano di averne abbastanza dei “mea culpa” della stampa e dei loro insegnanti».VI

«Di importanza fondamentale è naturalmente la questione ebraica. Prima di tutto la posizione degli insegnanti. Questa è tale quale lo richiede il pubblico nella sua maggioranza. Ogni tre mesi noi celebriamo una “Settimana della Fraternità”, in cui vengono svolte principalmente questioni relative alla tolleranza,[19] all’ebraismo e alle differenziazioni razziali. Sono soprattutto gli insegnanti che in queste occasioni dimostrano una onesta volontà di educare la gioventù in modo che mai più possano insegnare odio di razza e persecuzione. Ma si rende osservabile una assai netta posizione di opposizione da parte degli allievi: essi dichiarano che non intendono essere investiti della responsabilità per i peccati commessi dai loro padri, e criticanoVII il metodo con cui viene loro esposto il problema ebraico. E non criticano solo il metodo, ma anche molti buoni giornali. È probabile che, quando si viene a educare la gioventù sul passato recente, troppe istanze vengono a confondersi insieme».

La questione se si parli del 3o Reich volentieri o malvolentieri pare che col passare degli anni si sia spostata a favore del punto di vista degli insegnanti. Me lo spiego così: gli insegnanti, coll’allontanarsi di quel periodo, diventano più obiettivi nei loro giudizi. Pare che, a lungo andare, agli scolari diventi male accetto venire richiamati da tutte le parti al “passato non ancora sconfitto”!VIII[20]

4) Si ha tendenza a considerarlo un episodio isolato? A giustificarlo? A scusarlo?

Si è parlato del 3o Reich, ovviamente, in correlazione col resto della Storia. Ma per necessità si è dovuto ammettere che questi fatti stanno isolati nella loro unicità. Tuttavia, col passare del tempo, si delinea la tendenza e la possibilità di inquadrare il 3o Reich in una rappresentazione storica più ampia.[21]

Scrive il Sig. Spranger:

«Quest’epoca della storia tedesca non viene vista come un episodio, né viene giustificata. Secondo me,IX ancora qualche anno fa era trattata troppo isolatamente, come qualcosa che non è possibile capire. Oggi prevale la ricerca delle radici del Nazionalismo e dell’antisemitismo. In questo contesto non può venire in luce la complicità delle altre nazioni. Sono gli allievi che fanno domande su questo passato, e spesso dimostrano una posizione mentale che è contrapposta a quella degli insegnanti».

Ma se ci si limita al piano storico non è possibile chiarire l’inumanità del regime e dei suoi sostenitori; e neppure se si parte dalla fame e dalla miseria che dominavano in Germania dopo la 1a guerra, e che diedero a uomini come Hitler le armi per sollevare e radicalizzare le masse.

Forse la mia considerazione è sbagliata, ma proprio dalla resistenza degli allievi contro il grido di “mea culpa” si può riconoscere che per loro il problema del 3o Reich è tuttora altrettanto irrisolto, “irritante” e tipicamente tedesco, quanto perX tutti coloro che lo hanno affrontato prima di loro. Solo quando questo cesserà si potrà ascoltare terrificati.

5) La storia recente fa parte dei programmi scolastici?

La storia recente (il termine preciso è Storia Contemporanea) è parte integrante delle lezioni; ed è un tema che interessa molto gli scolari. Nella mia classe (che peraltro fa parte di una scuola di scienze naturali) si preferivano, subito dopo le lezioni tecniche, quelle di argomento politico o economico. Nelle ultime classi, e in specie agli esami di licenza, è da questi argomenti che si traggono i temi da svolgere, quasi esclusivamente.

Mi scrive il Sig. Spranger:

«Io stesso insegno tedesco e storia nel liceo superiore, e sono in grado di esprimere un giudizio sulla posizione mentale degli allievi verso la storia contemporanea. Gli allievi sono spettatori o attori di avvenimenti che essi studiano quotidianamente, attraverso i giornali, la scuola, la TV. Spesso mostrano una competenza sorprendente. Nella mia classe ho “specialisti” per i trattati internazionali, per le questioni economiche, ecc. Sovente gli allievi conoscono i particolari meglio di me: devo confessarlo, perché purtroppo a me manca il tempo… Comunque, le conversazioni politiche più interessanti non sono quelle che io conduco coi colleghi, ma coi ragazzi; sono veramente aperti».

Sono stata lieta di apprendere queste cose dal Sig. Spranger: forse, finalmente, e per la 1a volta nella storia tedesca, si sta sviluppando una generazione che pensa politicamente.

6) Nella opinione comune, il “caso Globke”[22] viene sentito come uno scandalo? Viene ignorato? Approvato? Come si giustifica la sua permanenza presso Adenauer? Come la giustifica lui stesso?

Il “caso Globke” è in generale poco conosciuto, ed anche su questo poco (ad es. sulla parte da lui avuta nella questione ebraica) “si” sanno solo cose imprecise. Ma poiché il suo nome è apparso insieme con quello di Hitler sulle “Leggi di Norimberga”, e nel processo Eichmann, le persone da me interpellate ritengono inammissibile che G. stia accanto ad Adenauer in un posto così delicato.

«Insegnanti e allievi si dimostrano scarsamente informati, ma esigono che un simile uomo venga allontanato dalle sue cariche. Oberländer se ne è dovuto andare,[23] deve andarsene anche G. Si dice che G. dovrebbe andarsene da sé, e non aspettare un processo» (Spranger).

Per quanto consti (in base a un gran numero di testimonianze) che egli ha prestato servizi alla chiesa Cattolica, il suo caso è in generale giudicato assai controverso.

Personalmente, ho letto sul caso G. due documenti. Mi risulta inoltre, che egli nell’aprile ’61 fu intervistato alla TV tedesca, e prese posizione nei riguardi delle accuse rivoltegli.[24] Purtroppo non ho udito l’intervista, e non ne posseggo il testo; perciò non posso che appoggiarmi ai due documenti citati.

Uno è il libro di Reinhard M. Strecker Il Dr. H. Globke, Documenti e estratti degli atti.

(Strecker è in Germania conosciuto per una compilazione di materiale d’accusa contro “giudizi nazi” tuttora in funzione. Tale compilazione ebbe come effetto la emanazione di una legge federale secondo cui i magistrati e i funzionari di stato “sotto carico” possono farsi pensionare entro un limite di tempo determinato, oppure devono rinunciare alla pensione. La legge è in vigore da qualche tempo).[25]

Il libro di Strecker è uscito nel 1961, ma dovette essere subito ritirato dall’editore perché G. aveva promosso un’azione legale contro l’autore. Poche settimane fa si è detto nei giornali che il processo è finito, e il libro sarà posto in libera vendita, sotto condizione che ne siano cancellate ventidue «proposizioni non rispondenti al vero».

Esso contiene: – Documenti e atti tratti dal campo di attività di G. durante il 3o Reich, estratti dal commento di G. alle leggi di Norimberga, estratti da minute e spiegazioni – Documenti sulla carriera di G., cioè lettere di raccomandazione, corrispondenza, ordini – Estratti da articoli di giornale sul caso G., prese di posizione positive o negative di singole personalità su questo argomento.

È chiaro l’intento incriminatorio di Strecker, benché egli si sforzi per altro verso di dare un quadro obiettivo delle circostanze.[26] Dopo l’autoapologia di G.,[27] io mi sono basata ampiamente sulla documentazione del libro di Strecker, e ritengo che i testi citati corrispondono agli originali, poiché sarebbe facile verificarli in base alle date, alle fonti e alle fotocopie. Ma per quanto riguarda il commento di G. alle leggi razziali ho dovuto rimettermi alla esposizione di S., poiché non sono al corrente degli aspetti giuridici della questione. Perciò la prego,XI particolarmente in questo punto della mia esposizione, di considerare che gli esempi (in contrapposizione alle lettere e documenti riprodotti) sono stati stralciati dal contesto, e perciò, come spesso avviene, possono essere interpretati al modo opposto. Tutto quanto ho ricevuto da Strecker è contrassegnato con la lettera S.

Un secondo documento relativo al caso G. lo ho trovato nella rivista «Diskussion», edita dalla associazione federale dei gruppi di studio tedesco-israeliani (sono gruppi universitari).[28] Sotto il tema “Il Dr. G. e l’umanesimo politico” viene ivi condotta una controversia epistolare fra un membro del Presidio delle Chiese Evangeliche (Prof. Goldschmidt)[29] e l’ufficio Stampa del Governo Federale, Dr. Wünsche. Questo dibattito si è concluso con una dichiarazione emanata il 22/7 dal “Gruppo di lavoro 6” della Unione Chiese Evangeliche (D).[30]

«È nostra opinione che, ai fini della pulizia e della chiarezza delle nostre attività, sia necessario e urgente che tutti coloro che si sono particolarmente compromessi in passato passino in seconda linea. Voi penserete subito al nome di Globke, ed io pure lo faccio. Ma non penso solo a lui. Non è veramente vergognoso, sconvolgente, umiliante, che ancora sedici anni (1961) dopo i fatti, continuamente avvenga che singoli individui escano dal buio, o ne vengano strappati, perché implicati in responsabilità delittuose? Noi ci appelliamo soltanto alle Autorità delle due Germanie, affinché separino le loro sorti da queste persone; ci appelliamo a queste medesime, perché meditino e se ne vadano».

Tutto ciò che ho tratto da questi testi è contrassegnato D.  

Il caso G. è stato sentitoXIIcome scandalo in:

Strecker, Il Dr. H. Globke, 1961

– «Spiegel», rivista di informazione, ’56-’61.

– «Diskussion», v. sopra

– «Frankfurter Rundschau» (S) 1949, 1961;

– «Berliner Allgemeine Zeitung» (S) 1951

– «Telegraf» (S) 1956

– «Hamburger Echo» (S) 1960

È stato discusso in:

– «Die Zeit», intervista con G. 1961

– «Welt» (S) 1961

– «Frankfurter Allgemeine» (S) 1961

– Intervista TV 1961

Globke è stato giustificato da:

Adenauer (S) 1950; Dr. Barzel CDU (D); Ufficio Stampa Federale, Dr. Wünsche (D) 1961

È stato condannato da:

Dr. Arndt SPD (S) 1950; Dr. Böhm CDU (S) 1961;

– “Arbeitsgruppe 6” (v. sopra);[31] Prof. Goldschmidt (D).[32]

Come si difende lo stesso G., lo ricavo dall’intervista con «Die Zeit», e dai protocolli della testimonianza di G. stesso ai processi di Norimberga 1945 (S).

(G. fu dal ’33 al 45 consigliere ministeriale agli Interni. Il Ministero degli Interni del Reich era responsabile per le leggi razziali di Norimberga di Hitler; ministro degli interni era Frick, il suo segretario di stato era Stuckart, e questi era il diretto superiore di G. Insieme con St. G. fu autore dei Commenti alle Leggi di Norimberga; svolse in qualità di esperto vari altri compiti presso il Ministero).

Durante il Processo di Norimberga Globke ammise di avere avuto conoscenza dei massacri sistematici di ebrei. Peraltro, non avrebbe saputo che tale era la sorte destinata a tutti gli ebrei. Inoltre sapeva (da Frick e da Himmler) della uccisione dei malati mentali[33] e delle atrocità delle SS. Nell’intervista su «Zeit» (Z) G. dice:

«Potevo conservare la mia posizione, dalla quale ero di aiuto a molti oppositori del regime, solo se non mi rendevo riconoscibile dai Nazi come nemico aperto».

Globke dichiara di non avere avuto conoscenza dello scopo delle leggi di Norimberga, e di non avere collaborato alla loro stesura (Z). Il Commento fu da lui scritto in collaborazione con Stuckart cinque mesi dopo la pubblicazione delle leggi. Nella «Gazzetta Ufficiale del Ministero degli Interni» si legge a tal proposito: «Tale commento acquista importanza particolare in quanto entrambi gli autori hanno ufficialmente cooperato alla istituzione della legislazione razziale».

Secondo Strecker, G. avrebbe sostenuto che tale sua cooperazione sia stata citata nella Gazzetta solo perché il Commento venisse più agevolmente venduto. Ma ciò è in contrasto col fatto che si tratta di una pubblicazione ufficiale, e che G. non ha protestato.

G. riteneva necessarie le Leggi di Norimberga perché esse avrebbero posto freno alle misure arbitrarie dei Gauleiter[34] (Processo Norimberga). Alla domanda (Processo Norimberga), se egli considerasse le Leggi di Norimberga come persecutorie, risponde:

«La domanda se le Leggi di Norimberga come tali rappresentino una persecuzione può essere infirmata in base alle legislazioni in altri Stati. Anche altri stati hanno leggi dirette contro singole minoranze, senza che si possa affermare che tali legislazioni rappresentino un reato».

Alla domanda (Z) «Perché avete scritto questo Commento, più tardi tanto criticato?» G. risponde:

«Il vice di Hitler, Rudolf Hess ha cercato di aggravare l’azione delle Leggi di Norimberga mediante severe direttive esecutive…In quelle condizioni, il Commento rappresentava una difesa per molti individui razzialmente discriminati».[35]

Estratti dal Commento di Gl., con interpretazioni di Strecker:

– Al § 6 della «Legge per la Protezione del Sangue» (LPS) scrive Gl.:

«Ogni popolo è minacciato nella sua vitalità dall’apporto di sangue straniero. Una delle sue principali preoccupazioni deve essere quella di mantenere puro il suo sangue».

Gl. fornisce (§ 4) un fondamento per la imposizione del marchio a stella di Davide agli ebrei:

«Poiché gli ebrei, secondo il concetto Nazionalsocialista, non appartengono al popolo tedesco, ma costituiscono un popolo a sé stante, seppure non uno stato, a loro non si addicono i simboli nazisti. Gli appartenenti al popolo ebraico possono però adottare i simboli loro proprî, per rendere palese l’appartenenza alla loro stirpe».

Circa i non ebrei di parentela ebraica (“Meticci”) Gl. scrive:

«Qualora uno dei nonni, ad esempio affinché gli fosse consentito il matrimonio con un (o una) ebreo, fosse passato alla comunità religiosa ebraica, egli…varrebbe, ai fini della classificazione razziale del suo nipote, come ebreo a pieno titolo. Un ricorso non è accettabile. Questa regolamentazione agevola notevolmente il riordinamento razziale del paese. Quanto a lungo l’avo abbia appartenuto alla comunità ebraica, è indifferente: è sufficiente una appartenenza anche temporanea».

Nulla di questo commento stava nel testo delle leggi.

Gl. condanna di propria iniziativa i matrimoni fra tedeschi e zingari: neXIII abbiamo così,XIV oltre alla “contrapposizione” tedesco-ebreo, anche un’altra:

«Di conseguenza è vietata la conclusione di matrimoni da cui (a prescindere dai matrimoni misti tedesco-ebraici) è da attendersi una prole razzialmente indesiderabile, per esempio le nozze fra tedeschi e zingari…».

– Altro aggravamento creato da Gl. (§ 1 della LDS):

(«I matrimoni fra ebrei e cittadini di sangue tedesco o assimilato sono vietati, quelli celebrati ciò malgrado sono molti, quand’anche per eludere questa legge essi siano stati conclusi all’estero»). A queste ultime parole Gl. ha aggiunto una determinazione di pena.

Alla domanda: «Si è affermato che il Suo commento, in vari punti, conduce a conseguenze anche più severe per i colpiti che le leggi di Norimberga: cosa risponde a questa accusa?» Gl. risponde: «Essa non corrisponde a verità. Ma naturalmente io non avrei potuto indurre in difficoltà i consultatori del Commento introducendovi ipotesi che in pratica non venivano seguite».

Globke, come esperto per la regolamentazione del cambiamento di nomi, ne elaborò la legislazione. Stese un elenco di nomi ebraici, che ogni ebreo avrebbe dovuto preporre al proprio cognome per potere essere meglio riconosciuto. Chi non voleva doveva preporre “Israel” o “Sara” al proprio cognome. Anche questa proposta proviene da Gl.

Alla domanda (Processo di Norimberga) «Ha Ella preso parte alla elaborazione delle norme sul cambiamento dei cognomi?» Gl. risponde: «…ero relatore nella questione dei nomi, quindi vi ho collaborato…Da parte dell’opinione pubblica giungevano al Ministero sollecitazioni affinché agli ebrei fosse imposta una aggiunta al proprio nome, che li distinguesse dai non ebrei…noi siamo giunti alla conclusione che sarebbe stata una soluzione meno severa se non già il cognome fosse stato variato (come veniva richiesto), ma se gli ebrei fossero stati obbligati a adottare un prenome ebraico addizionale».

Difesa di Gl. da parte di altri:

Adenauer (S) disse nel 1950:

«Il passato politico del Dr. Globke è stato controllato minuziosamente dagli alleati. Non si vede perché una autorità tedesca deve essere ancora più minuziosa delle potenze di occupazione».XV

Del caso Gl. ha parlato il Dr. Barzel (CDU) nel luglio ’61 davanti a studenti. Riferirò a senso i punti principali del suo discorso:

Adenauer, in quanto perseguitato dai nazi, non avrebbe mai scelto come collaboratore uno dei suoi persecutori: inoltre Gl., ai processi di Norimberga, non comparve come imputato.

Il caso Gl. sarebbe «un capitolo del libro della resistenza interna contro Hitler». Egli avrebbe agito «spinto da un profondissimo senso di responsabilità, che scaturiva dalla forza della Fede». La collaborazione di Gl. al commento e alla stesura delle leggi antiebraiche sarebbe sempre stata «mitigatrice, limitatrice, soccorritrice».

Il Prof. Goldschmidt scrive al Dr. Wünsche (D):

«Nel bilancio fra accuse e scusanti prevalgono pesantemente le prime: … Se egli ha sottratto singole persone o gruppi al loro destino,XVI questo deve valergli da circostanza attenuante, ma non certo da giustificazione. Comunque, il suo contegno può venire compreso come derivante da uno stato di coazione».

Barzel dice inoltre: «Spesso i democratici fanno un gran parlare di argomenti “che i comunisti hanno lanciato per evidenti motivi”».

Goldschmidt a tale proposito: «non dobbiamo lasciarci intralciare, nell’esame dei nostri errori e nella loro pubblica discussione, dal fatto che anche i comunisti li hanno resi palesi».

Barzel: Le singole accuse di Strecker, «considerate alla luce del sole», crollerebbero. 

Ma che non siano crollate lo dimostra la decisione del tribunale nel caso “Strecker-Globke” (vedi sopra):[36] le 22 «affermazioni mendaci» non bastano a fare un libro di 280 pagine!

Barzel: egli (Gl.) non è mai stato membro del partito (!)

Strecker: «Dai documenti in mano al Centro Documentazione Americano a Berlino si ricava che una domanda di iscrizione al NSDAP del Dr. Globke è stata respinta colla motivazione che egli aveva relazioni troppo strette coi circoli direttivi cattolici».

Comunque, Gl. si era adoperato per essere iscritto al Partito. E in ogni modo, nelle condizioni di costrizione allora predominanti, non è ammissibile l’equivalenza «membro del partito e perciò nazi», né quella inversa.

Barzel: Gl. non ha fatto carriera nel 3o Reich.

Ma dal libro di Strecker si ricava che Gl. è avanzato da Consigliere Governativo (1932) a Consigliere Superiore Governativo (1933) fino a Consigliere Ministeriale (1938). Nei ruoli di ripartizione delle mansioni del Ministero Gl. è nominato 14 volte nel 1936, 23 volte nel 1938, 31 volte nel 1941, e 30 volte nel 1945. Ricevette inoltre 6 decorazioni.

È certo che nel 3o Reich non ha fatto la sua fortuna, ma non si può dire che «non ha fatto carriera».

Barzel: Gl. avrebbe combattuto con gli uomini del 20 luglio [al 20/7/’44 si tentò di sopprimere Hitler. Contrariamente ad altri precedenti attentati, quella volta furono implicati indirettamente vasti strati della popolazione]. Lo dimostrano testimonianze di notorie personalità (soprattutto cattoliche) (S).

Goldschmidt: Perché si è aspettato il 1961, per rendere noto che Gl. era un “resistente”? Nulla in tal senso risulta al «Gruppo di azione 20/7/1944» … Il nome di Gl. non si trova, che io sappia, neppure in una delle maggiori pubblicazioni uscite finora sulla resistenza interna tedesca».

Verso la fine del discorso di Barzel si legge:

«Non vogliamo un’altra denazificazione! I colpevoli sono di competenza dei Tribunali!»

Goldschmidt: «È chiaro che Gl. non è reo di alcuna responsabilità criminale, legalmente perseguibile secondo il codice: tuttavia pesa su di lui una gran colpa storica nei riguardi del popolo ebreo».

Nella controversia fra Goldschmidt (chiesa evangelica) e Wünsche (ufficio stampa Federale) si contrappongono due[37] concezioni fondamentalmente diverse:

Goldschmidt: «Non è mia intenzione negare a Globke il diritto di esplicare la sua attività nella amministrazione della Repubblica Federale in qualsiasi carica che sia commisurata alla sua preparazione. Ma, secondo me, gli uffici politici più elevati[38] devono essere riservati a persone che non si siano in alcun modo compromesse col loro comportamento nel periodo ’33-’45. La Repubblica Federale, in quanto apparato statale fondato sull’umanesimo politico, è indegna della pubblica fiducia finché Gl. e simili individui occupino posizioni direttive nella magistratura, negli alti gradi della educazione e in cariche analoghe».

Wünsche: «Ma se il Governo Federale discriminasse[39] quegli uomini che nel 3o Reich hanno fatto il loro dovere in questo paese a costo della loro vita, limitando la loro possibilità di cooperare alla edificazione dello Stato, io riterrei questo come moralmente riprovevole. Mi pare – in contrapposizione alla Sue idee – che la Repubblica Federale, in quanto apparato statale fondato sull’umanesimo politico, sarebbe indegna della pubblica fiducia se lasciasse cadere uomini come il Dr. Globke solo per evitare polemiche».

Nel caso Gl. mi sono limitata alle testimonianze tedesche, di singoli o di organizzazioni. Nel libro di Strecker esistono però molti altri documenti stranieri che accusano Gl. Sarebbe però troppo lungo introdurli.

Mi permetta di aggiungere una considerazione, di cui mi sono resa conto scrivendo:

Si può vedere da molti “giornali serî” (quali Die Zeit, la Süddeutsche Zeitung, la Frankfurter Allgemeine) che in questi ultimi tempi il governo federale si sforza di allontanare i magistrati compromessi, mediante la legge già ricordata. Il processo è lento, perché, da una parte, è molto più difficile stabilire una “colpa morale” che una “colpa legale”, dall’altra, questi magistrati, come è logico, oggi sono restii ad ammettere di avere servito comunque il 3o Reich.

Lei forse sa che dal 1958 esiste a Ludwigsburg (Germania Sud) un “Ufficio Centrale” da cui vengono condotte le indagini preliminari contro gli assassinî collettivi del 3o Reich. I processi contro i responsabili, di cui si legge ogni giorno o quasi sui giornali, si svolgono solo in base a queste risultanze. 

Un tedesco di origine ebraica, che oggi vive all’estero, mi ha detto una volta: «Trovo buona cosa che si lascino i vecchi Nazi nelle loro cariche. Così essi sono occupati e si trovano sotto controllo. Se esercitassero una professione per cui non sono adatti, o se fossero disoccupati, si riunirebbero di nuovo in congreghe e si opporrebbero all’ordine attuale».

Si sono già costituiti gruppi organizzati di estrema destra, ed io posseggo in merito una documentazione esauriente: una valutazione statistica sull’«Estremismo di destra nella Repubblica Federale», pubblicata nel 1961 da Bonn e non accessibile all’uomo della strada (voglio dire che non si trova in commercio).[40] Purtroppo devo restituirlo a chi me lo ha imprestato, se no glielo avrei mandato subito. Anche il libro di Strecker non è mio, e al momento non è in commercio. Se però Lei lo desidera mi darò d’attorno per avere i due documenti e mandarglieli.[41]

Mi è poi venuto sott’occhio l’annuncio di un libro che è uscito da poco, e che «delinea persone e documenti con conoscenza di causa». Si chiama: Congiura di destra.

Sono giunta così alla fine di questa lettera, e come in tutte le mie cose, anche qui sono sopraffatta da dubbi sulla inadeguatezza di questo mio lavoro, di ricondurre ad una formula semplice fatti e fenomeni complicati e multilaterali. Con quanta facilità qualsiasi mente logica annienterebbe queste mie dimostrazioni con rigorose confutazioni! La mia conoscenza delle cose di cui ho parlato è più che scarsa, e mi domando ancora una volta come ho potuto osare di scrivere a un uomo come lei. Ho vissuto finora una vita allegra, accompagnata da persone amiche, senza che neppure una volta io mi sia misurata contro queste cose!XVII[42] Ma il desiderio spontaneo, la gioia di comunicare con altri, non possono giustificare l’inesperienza e l’ignoranza?

Perciò non posso che pregarla ancora una volta di considerare questo mio scritto come l’espressione occasionale di un visitatore;XVIII[43] non dice niente che non sia già stato detto da qualcuno.

Grazie alle sue domande, mi sono imbattuta in cose su cui non avevo ancora meditato, e questo mi ha arricchita. Di questo la ringrazio, e di altro ancora: di averle potuto scrivere, anche se non ho meritato questa fortuna.

 

Brigitte DistlerXIX

 

Mi accorgo ora, rileggendo la lettera, di quanto sia piena di refusi e di parole cancellate. La prego di scusarmi: non ho molta pratica con la macchina da scrivere, e inoltre il modello della macchina è piuttosto vecchio!


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