Two months after their last communication, Distler answers Leviâs questions in this long and detailed letter.
16 Juni 1962
 Sehrgeehrter Herr Dr.Levi!
Ăber meine Antwort auf Ihren Brief ist es FrĂŒhling geworden, und ich hoffe, Sie haben trotz meines langen Schweigens nicht die Geduld mit mir verloren. Ich schrieb Ihnen bereits, daĂ Ihre Fragen in Gebiete hineinreichen, ĂŒber die ich nur wenig, eigentlich gar nichts wuĂte. Inzwischen habe ich mich aber mit einigen Menschen unterhalten, die mir auf freundliche Weise halfen: sie teilten mit ihre Erfahrungen in dieser Angelegenheit mit und schickten mir BĂŒcher und Schriften. So verging die Zeit mit Warten auf versprochene Briefe und BĂŒcher und dem Lesen dieser BĂŒcher, Leider muĂte ich noch nebenher Vorlesungen und Seminare besuchen, sodaĂ ich erst in diesen Tagen dazu gekommen bin, alle GesprĂ€che und Mitteilungen fĂŒr Sie zu einem Ganzen zu fĂŒgen.
Bitte halten Sie mich nicht fĂŒr pedantisch, wenn ich Sie drauf aufmerksam mache, daĂ meine eigenen GedankengĂ€nge bei der Beantwortung Ihrer Fragen höchst subjektiv sind, meine Darstellungsweise aber durch und durch laienhaft ist; nichts davon kann daher allgemeingĂŒltiges aussagen. Ich weiĂ, daĂ ich viele Dinge einseitig und daher falsch beurteile, in Diskussionen kann ich geradezu fanatisch und unlogisch sein. Sie können daher ein relativ âechtesâ Bild nur dann erhalten, wenn Sie viele Stimmen zu diesem Thema hören. â Doch das wissen Sie so gut wie ich, und ich bitte Sie, mir meine Pedanterie nicht ĂŒbel zu nehmen.
Zum ĂuĂeren des Briefes muĂ ich mich bei Ihnen fĂŒr die unmögliche LĂ€nge meiner AusfĂŒhrungen entschuldigen. Die Zeit drĂ€ngte ja, und so blieb vieles stehen, was man kĂŒrzer hĂ€tte ausdrĂŒcken können. Auch mein Stil hat unter der BeschĂ€ftigung mit Dokumenten und AktenauszĂŒgen ziemlich gelitten, auch darĂŒber bin ich Traurig,
Bevor ich nun auf Ihre Fragen eingehe, möchte ich Ihnen nocheinmal fĂŒr Ihren Brief danken, es gibt kaum etwas, worĂŒber ich mich so gefreut habe.
Sie schreiben, daĂ Ihnen ein Echo Ihres Buches bei den jungen Menschen am liebsten sei. Dabei fiel mir ein, daĂ viele meiner Klassenkameraden und ich mit vierzehn Jahren bereits die Tagebuchaufzeichnungen der âAnne Frankâ lasen; heute gilt dieses Buch als das meistgelesenste der âFischer-BĂŒchereiâ, die TaschenbĂŒcher dieses Verlages aber werden besonders gern von SchĂŒlern und Studenten gelesen.[1]
Zu Ihren letzten Gedanken möchte ich noch folgendes sagen: Ich liebe zwar die Landschaft, in der ich aufgewachsen bin, ich bete meine Mutter an, den Deutschen als ganz bestimmten Typ aber kann ich nicht mit Freude betrachten: vielleicht weil er mir noch zu sehr mit jenen Eigenschaften behaftet zu sein scheint, die in jĂŒngster Vergangenheit zu so hoher BlĂŒte gelangten. Vielleicht aber auch deshalb, weil ich in ihm mich selbst als ihm wesensgleich verabscheue.[2]
Es zeigt Ihre unendliche Toleranz uns Deutschen[3] gegenĂŒber, wenn Sie glauben, daĂ das Land âBeethovens und Schillersâ den anderen Nationen vielleicht einmal wieder etwas zu sagen hĂ€tte. Seit Brecht, Kafka oder Schönberg ist es auf kulturellem Gebiet hier ziemlich still geworden. Auf dem Gebiet der Politik aber ist eine solche Stille nur angenehm!
Ich persönlich glaube, erst dort kann groĂe Kunst und Dichtung gedeihen, wo das geistige Klima eines Landes frei ist von ĂbersĂ€ttigung und TrĂ€gheit.Vielleicht ist eine solche Zeit tatsĂ€chlich im Kommen und die âNachgeborenenâ werden davon berichten.
Doch nun zu Ihren Fragen:
I. Hat es unter den Lehrern und Professoren nach 1945 eine Auslese gegeben? Sind diejenigen Lehrer entfernt worden, die sich mit dem Nationalsozialsmus eingelassen haben?
NatĂŒrlich hat es 1945 eine Auslese unter den Lehrern und Professoren gegeben. Sie muĂten wie jeder andere Deutsche sich der sogenannten âEntnazifizierungâ unterziehen. Das heiĂt, sie wurden je nach dem StĂ€rkegrad ihrer Beteiligung am âDritten Reichâ in bestimmte Entnazifizierungsstufen[4] eingeordnet und wurden nicht selten mit GefĂ€ngnis oder Zuchthaus
bestraft. Ich selbst war damals noch zu klein, um etwas davon zu wissen. Was ich noch erfahren konnte, war das:
âDie Entnazifizierung war unbeliebt, weil sie von den noch damals feindlichen Amerikanern angeordnet war und sie wurde höchst dilettantisch durchgefĂŒhrt und zum gröĂten Teil sabotiert.â (Max Bachmann, Oberregierunsrat)
In der Regel wurden Lehrer und Professoren, die sich mit den Nazis eingelassen hatten, aus den staatlichen Lehranstalten entfernt; ich weiĂ von mehreren FĂ€llen.[5] Die Redaktion des âSpiegelâ (ein viel gelesenes, oft kritisiertes Nachrichtenmagazin)[6] schrieb mir dazu:
âDie MaĂnahmen der sogenannten Entnazifizierung in der ersten Zeit nach dem Kriege sind spĂ€ter nicht mehr aufrechterhalten worden, und das war wohl auch gar nicht möglich, denn man hĂ€tte ja eine ganze Generation von Lehrern und Professoren in die Verbannung schicken mĂŒssen.â
II. Wenn sie ihre Stellung behalten haden, haben sie auch ihre Ideen behalten, haben sie sie gewechselt oder tun sie so,[7]Â als hatten sie sie gewechselt?
Die meisten der Lehrer und Professoren waren Parteimitglieder,[8] sogenannten âMitlĂ€uferâ. Viele, vor allem die damals jungen unter ihnen, waren als Soldaten im Krieg oder sie waren ĂŒberhaupt noch zu jung dafĂŒr. Letzteres trifft zum Beispiel auf fast alle Lehrer meiner Schule zu. Ăber die Haltung der dagebliebenen Lehrer und Beamten, die keine Soldaten waren, schrieb man mir:
âIm GroĂen und Ganzen sind sowohl die Beamten als auch die Lehrer noch dieselben wie im 1000-jĂ€hrigen Reich, und es ist natĂŒrlich, daĂ diese sich nicht gerne mit ihrer Vergangenheit belasten. Die deutschen Hochschlen und ihre Professoren haben ja in jenen Jahren am meisten versast.â (M. Bachmann)[9]
Ein junger Lehrer (H. Spranger), den ich noch von meiner Schulzeit her kenne, schrieb mir ĂŒber die Haltung seiner Kollegen heute:
âEs wich mir kein Lehrer aus, wenn ich ihn nach seiner Stellung im Dritten Reich befragte. Zusammenfassend möchte ich sagen, daĂ ich keinerlei nazistische Meinungen, Tendenzen u.s.w. feststellen kann. Es wird nicht ĂŒbermĂ€Ăig ĂŒber politische Fragen diskutiert, man schimpft ĂŒber unsere Regierung, wie man es ĂŒberall tut. Es ist mir auch kein SchĂŒler begegnet, der irgendeinen Lehrer als âheimlichen Naziâ bezeichnet hĂ€tte.â[10]
Von vier Studenten berichtete einer von einem Lehrer seiner Schule, der wegen antisemitischer ĂuĂerungen aus dem Schuldienst entlassen wurde. Eine Studentin erzĂ€hlte, daĂ ihr frĂŒherer Mathematik-Lehrer noch heute den SchĂŒlern von seinen Erlebnissen als ehemaliges Mitglied der SS berichtet.
An meiner Schule gibt es einen Pfarrer, von dem ich Ihnen bereits schrieb.[11] Auffallend sind seine Vorurteile gegenĂŒber den Juden, die ihren Ursprung wahrscheinlich im religiösen Gegensatz âJudentum-Christentumâ haben, die sich aber unheilvoll auswirken können. Meiner Ansicht nach ist er in die Reihe der sogen. âPhilosemitenâ einzuordnen, die ja den Antisemiten in vielem gleichen.[12]
Die Russisch-Lehrerin, von der ich Ihnen schrieb,[13]Â ist Russin und unterrichtet an keiner Schule, Ich hatte mit ihr heftige, aber erfolglose Auseinandersetzungen und nehme bei ihr keinen Unterricht mehr.[14]
AbschlieĂend glaube ich, feststellen zu können, daĂ der Prozentsatz von nazistisch belasteten Lehrern auf den staatlichen Schulen gering sein muĂ. Es handelt sich dabei wahrscheinlich gröĂtenteils um Lehrer Ă€lteren Jahrgangs, die hoffentlich bald pensioniert werden. Wichtig jedoch ist, daĂ man selbst diesen Prozentsatz erkennen und beseitigen muĂ. Das erfordert beiden SchĂŒlern ein âangeborenes MiĂtrauenâ und vor allem den Mut zur Kritik, beidem bin ich wĂ€hrend meiner Schulzeit kaum begegnet, weiĂ aber durch meine Geschwister,[15] daĂ es MitschĂŒler gab, die diese Eigenschaften besaĂen.
III. Spricht man in den Schulen ĂŒber das Dritte Reich?
WĂ€hrend meiner Schulzeit wurde ĂŒber das Dritte Reich in zwei verschiedenen Jahren ausfĂŒhrlich gesprochen[16] und zwar geschah das nicht nur im Geschichts unterricht, sondern auch in den FĂ€chern: Deutsch, Sozialkunde, Religion und Biologie.
H. Spranger, der junge Lehrer schrieb mir:
âDer Vorwurf, den man immer wieder hört, daĂ die Schulen die SchĂŒler nicht genĂŒgend aufklĂ€rten, ist völlig unberechtigt. Lehrern und SchĂŒlern ist heute so viel Material in die HĂ€nde gegeben, daĂ jeder sich informieren kann. Im Unterricht wird diese Epoche der deutschen Geschichte ausfĂŒhrlich behandelt.â
Von anderen Studenten allerdings hörte ich, daĂ sie aus Zeitmangel â die jĂŒngste Geschichte wird meistens erst kurz vor dem Abitur (=AbschluĂprĂŒfung) behandelt â wenig ĂŒber jene Zeit unterrichtet wurden.
Fest steht, daĂ in allen Schulen ĂŒber das Dritte Reich gesprochen wird: ob viel oder wenig, hĂ€ngt wahrscheinlich von der Persönlichkeit des einzelnen Lehrers ab.
IV. Spricht man gern oder ungern darĂŒber?
In meiner Klasse gab es leidenschaftliche Diskussionen ĂŒber dieses Thema. Ich kann mich an eine Auseinandersetzung ĂŒber den Antisemitismus erinnern, die mit TrĂ€nen endete.
Die Lehrer wichen den Problemen nicht aus, im Gegenteil: sie zeigten[17] an Hand alter Zeitungen die Propagandamethoden der Nazis. Sie erzĂ€hlten, daĂ sie als junge Menschen meist kritiklos und voll Begeisterung der neuen Bewegung angehangen hĂ€tten; bei Jugendversammlungen, Sportveranstaltungen und Ă€hnlichem.Wir SchĂŒler haben sie deswegen heftig angegriffen, zu Unrecht, wie ich heute glaube: Kann man ihnen den Vorwurf machen, die Dinge weniger durchschaut zu haben als die Erwachsenen? Und hĂ€tten wir die satanischen Methoden Hitlers besser erkannt, mit denen er die Jugend fĂŒr seinen Krieg gewann?
âJene Zeit steht vor unseren Augen wie eine einzige groĂe Warnungâ, sagte mir vor kurzem ein MĂ€dchen meiner Schule. âDie Lehrer wollen uns[18] ihre Erfahrungen mitteilen, damit nicht von neuem groĂes UnglĂŒck geschehe.â
Ich muĂ hier betonen, daĂ die Schule, die ich besuchte, von Kindern (mehr Jungen als MĂ€dchen) aller sozialen Schichten besucht wird, und dies scheint mir eine besonders glĂŒckliche Mischung zu sein, die nicht in allen Schulen gegeben ist.
Herr Spranger berichtete von seiner Schule:
âIch muĂ sagen, daĂ die SchĂŒler sich zwar fĂŒr diesen Zeitabschnitt interessieren, daĂ sie aber sofort in Opposition gehen, wenn man von einer Schuld Deutschlands spricht. Viele behaupten sogar, daĂ sie genug hĂ€tten von dem âmea-culpaâ â Geschrei der Presse und ihrer Lehrer.
Eine zentrale Bedeutung kommt natĂŒrlich der Judenfrage zu. ZunĂ€chst einmal die Einstellung der Lehrer. Die ist durchaus so, wie es sich die maĂgebende Ăffentlichkeit wĂŒnscht. Wir veranstalten alle drei Monate eine âWoche der BrĂŒderlichkeitâ, in der hauptsĂ€chlich Fragen der Toleranz,[19] des Judentums und Rassefragen im Mittelpunkt stehen, Gerade die Lehrer zeigen darin einen ehrlichen Willen, die Jugend so zu erziehen, daĂ niemals wieder RassenhaĂ und Verhetzung entstehen können. Hier macht sich nun eine sehr starke Opposition der SchĂŒler bemerkbar sie erklĂ€ren, daĂ sie fĂŒr die SĂŒnden ihrer VĂ€ter nicht verantwortlich gemacht werden könnten und kritisieren die Methode, mit der ihnen das Judenproblem deutlich gemacht wird. Ăbrigens kritisieren nicht nur die SchĂŒler die Methode, sondern viele gute Zeitungen. Wahrscheinlich mischen sich zu viele Stellen ein, wenn es darum geht, die Jugend ĂŒber das Vergangene zu unterrichten.â
Das Gewicht, ob ĂŒber das Dritte Reich gern oder ungern gesprochen wird, scheint sich im Laufe der Zeit zugunsten der Lehrer verschoben zu haben. Ich erklĂ€re mir das so: Die Lehrer werden durch immer gröĂere Entfernung zu jener Zeit objektiver in ihrem Urteil. Den SchĂŒlern scheint es auf die Dauer unangenehm zu werden, von allen Seitenauf die âunbewĂ€ltigte Vergangenheitâ[20] aufmerksam gemacht zu werden.
IV. Neigt man dazu, es als eine isolierte Episode zu betrachten? Sucht man es zu rechtfertigen, zu entschuldigen?
Wir sprachen ĂŒber das Dritte Reich im ĂŒbrigen Zusammenhang der Geschichte, zwangslĂ€ufig kam es aber dazu, daĂ die damaligen Ereignisse in ihrer Einmaligkeit isoliert standen. Es scheint aber doch so zu sein, daĂ man das Dritte Reich, je gröĂer der Abstand von ihm wird, heute in ein gröĂeres Geschichtsbild einfĂŒgen kann und muĂ.[21]
Herr Spranger schreibt:
âDiese Epoche der deutschen Geschichte wird weder als Episode gesehen noch wird sie entschuldigt. Meiner Meinung nach ist sie noch vor ein paar Jahren zu sehr isoliert betrachtet worden, als etwas, was man nicht verstehen kann. Heute fragt man vielmehr nach den Wurzeln des Nationalismus, des Antisemitismus. In diesem Zusammenhang muĂ zwangslĂ€ufig die Mitschuld des Auslands auftauchen. Vor allem die SchĂŒler fragen danach und zeigen vielfach eine Einstellung, die der Einstellung der Lehrer widerspricht.â
Aber aus der geschichtlichen Situation allein ist die Unmenschlichkeit des Regimes und seiner Handlanger nicht zu erklĂ€ren: wie etwa aus dem Hunger und Elend, die nach dem I. Weltkrieg in Deutschland herrschten und MĂ€nnern wie Hitler Stoff fĂŒr die Aufhetzung und Radikalisierung der Massen in die HĂ€nde gab.
Vielleicht ist meine Ăberlegung falsch, aber selbst am Widerstand der SchĂŒler gegen das âmea culpaââ Geschrei kann man doch erkennen, daĂ fĂŒr sie das Problem des Dritten Reiches noch genauso ungelöst, âĂ€rgerlichâ und typisch deutsch erscheint wie fĂŒr alle, die vor ihnen damit konfrontiert wurden. Erst wenn das einmal nicht mehr so ist, sollte man erschreckt aufhorchen.
V. Gehört die neueste Geschichte zum Programm der Schulen?
GrundsĂ€tzlich gehört die neueste Geschichte Europas (der Terminus hierfĂŒr lautet âZeitgeschichteâ) zum Unterricht: ein Thema, das die SchĂŒler sehr interessiert. In meiner Klasse (einer naturwissenschaftlichen Schule allerdings) wurden neben den technischen, die politischen, beziehungsweise die wirtschaftspolitischen Vortragsthemen bevorzugt. In den letzten Klassen und besonders im Abitur werden die Aufsatzthemen fast ausschlieĂlich aus diesem Bereich gestellt.
Herr Spranger schrieb mir:
âIch unterrichte selbst Deutsch und Geschichte in der Oberstufe (das sind die letzten Klassen vor dem Abitur) und kann mir ĂŒber die Einstellung der SchĂŒler zur Zeitgeschichte ein Urteil bilden: Die SchĂŒler sind Zuschauer oder Teilnehmer am Zeitgeschehen, das sie tĂ€glich studieren in der Zeitung, im Unterricht, durch das Fernsehen. Sie zeigen oft ein erstaunliches Sachwissen. Ich habe in meinem Klassen âSpezialisten fĂŒr internationale VertrĂ€geâ, fĂŒr Wirtschaftsfragen, u.s.w. Die SchĂŒler wissen oft mehr Details als ich. Ich muĂ das zugeben, denn mir fehlt leider die Zeit⊠Jedenfalls die interessantesten politischen GesprĂ€che fĂŒhre ich nicht mit Lehrern, sondern mit SchĂŒlern. Sie sind wirklich aufgeschlossen.â Ich habe mich gefreut, als ich dies von Herrn Spranger hörte; vielleicht wĂ€chst nun endlich und zum ersten Mal in der deutschen Geschichte eine politisch-denkende Generation heran.
VI. Wird der âFall Globkeâ[22] in der allgemeinen Meinung als Skandal empfunden, wird er ignoriert, wird er gebilligt? Wie wird seine Anwesenheit neben Adenauer gerechtfertigt? Wie rechtfertigt er sich selbst?
Der âFall Globkeâ ist in der Allgemeinheit nur wenig bekannt. Und auch ĂŒber das wenige â zum Beispiel ĂŒber seine Rolle bei der Judenfrage â weiĂ âmanâ nur ungenaues. Weil aber sein Name zusammen mit Hitlers âNĂŒrnberger Rassegesetzenâ und beim Eichmann-Prozess genannt wurde, halten die Menschen, die ich um ihre Meinung fragte, es fĂŒr untragbar, daĂ Globke an so exponierter Stelle neben Adenauer steht.
âLehrer wie SchĂŒler zeigen sich zu wenig informiert, fordern aber doch, daĂ man einen solchen Mann aus seinen Ămtern entfernen soll. OberlĂ€nder muĂte gehen,[23] soll Globke auch gehen. Man sagt, Globke soll von sich aus gehen und nicht erst einen Prozess abwarten.â (Spranger)
Obwohl feststeht, (es sind eine Reihe von Zeugnissen vorhanden) daĂ er der katholischen Kirche Dienste geleistet hat, gilt sein Fall allgemein als sehr umstritten.
Ich persönlich habe bis jetzt ĂŒber den Fall Globke zwei Dokumente gelesen. AuĂerdem weiĂ ich sicher, daĂ im April 1961 ein Interview des deutschen Fernsehens stattfand,[24] in dem Globke zu Anschuldigungen Stellung genommen hatte. Ich habe das Interview leider nicht gehört, besitze auch seine schriftliche Fixierung nicht. So kann ich mich zum Fall Globke nur auf die zwei genannten Dokumente stĂŒtzen.
Da ist zum einen das Buch von Reinhard-M. Strecker: Dr. Hans Globke, Dokumenteâ AktenauszĂŒge
(Herr Strecher ist in Deutschland bekannt durch eine Ausstellung von Belastungsmaterial gegen noch amtierende âNazi-Richterâ Seine Ausstellung hatte zur Folge, daĂ die Bundesregierung ein Gesetz entwarf, nachdem sich âbelasteteâ Richter und StaatsanwĂ€lte in einer zeitlich begrenzten Frist pensionieren lassen können, wenn sie ihre Pension behalten wollen. Das Gesetz ist seit einiger Zeit rechtskrĂ€ftig).[25]
Das BuchStreckers erschien 1961, muĂte aber schon bald vom Verlag wieder eingezogen werden, da Herr Globke gegen Herrn Strecker wegen des Buches ein gerichtliches Verfahren eingeleitet hatte. Vor wenigen Wochen wurde in den Zeitungen berichtet, daĂ der Prozess beendet sei und das Buch wieder verkauft werden darf, wenn â22 unwahre Behauptungenâ daraus entfernt worden seien.
Das Buch enthĂ€lt: Dokumente und AktenauszĂŒge aus dem TĂ€tigkeitsbereich Globkes wĂ€hrend des Dritten Reiches, also AuszĂŒge aus Globkes Kommentar zu den NĂŒrnberger Gesetzen, AuszĂŒge aus AufsĂ€tzen und ErlĂ€uterungen. Dokumente zum Berufsgang Globkes, also Empfehlungsschreiben, Briefe, Orden. AuszĂŒge aus Zeitungsartikeln zum Fall Globke, positive und negative Stellungnahmen einzelner Persönlichkeiten zu diesem Fall.
Strecker will Globke mit diesem Buch offensichtlich belasten, obwohl er ein[26] objektives Bild von Tatsachen zu geben versucht. Ich bin bei der Frage nach Globkes eigener Rechtfertigung[27] witgehend den Dokumenten und AuszĂŒgen in StreckersBuch gefolgt und nehme auch an, daĂ die angefĂŒhrten Textstellen mit den Orginalen ĂŒbereinstimmen, da man sie durch die Jahreszahlen, Qellenangaben und Photographien nachprĂŒfen kann. Bei den Beispielen aus Globkes Kommentar zur Rassengesetzgebung muĂte ich jedoch Streckers Auslegung ganz ĂŒbernehmen, da ich mit der juristischen Seite dieser Angelegenheit ĂŒberhaupt nicht vertraut bin. Daher bitte ich sie, besonders an dieser Stelle meiner AusfĂŒhrungen zu bedenken, daĂ die Beispiele (im Gegensatz zu den abgedruckten Briefen oder AufsĂ€tzen) aus dem ĂŒbrigen Zusammenhang heraus gegriffen wurden und sich deshalb, wie es in anderen FĂ€llen oft geschieht, in ihr Gegenteil verkehren können.
Alles, was ich durch Herrn Strecker weiĂ, werde ich mit dem Buchstaben S bezeichnen.
Ein zweites Dokument zum Fall Globke liegt mir in der Monatsschrift: âDiskussionâ vor, herausgegeben vom Bundesverband Deutsch-Israelischer Studiengruppen (Hochschulgruppen)[28] Unter dem Thema âDr. Globkeund der politische Humanismusâ wird dort eine Kontroverse in Briefen ausgetragen zwischen einem Mitglied des evangelischen Kirchentag-PrĂ€sidiums (Prof. Dr. Goldschmidt)[29] und dem Presseamt der Bundesregierung (Dr. WĂŒnsche) Diese Kontroverse schloĂ sich an eine ErklĂ€rung an, die die âArbeitsgruppe 6â des ev. Kirchentages am 22. Juli zum Fall Globke gab: (D)[30]
âWir meinen, daĂ es um der Sauberkeit und der Klarheit unserer Umkehr willen dringend nötig ist, daĂ diejenigen, die mit der Vergangenheit besonders deutlich befleckt sind, in den Hintergrund treten. Sie werden dabei an den Namen Globke denken, ich tue es auch. Aber ich denke nicht nur an Globke. Ist es nicht eigentlich beschĂ€mend, erschĂŒtternd, demĂŒtigend, wie noch I6 Jahre (I96I) nach dem Geschehen wieder und wieder einzelne aus dem Dunkel hervortreten oder hervorgezerrt werden mussen, weil sie fĂŒhrend an Verbrechen beteiligt gewesen waren? Wir appellieren nicht nur an die AutoritĂ€ten in beiden Teilen Deutschlands, daĂ sie sich von diesen Leuten trennen möchten; wir appellieren auch an diese Personen selbst, daĂ sie einsehen und ausscheiden mögen.â
Alles, was ich dieser Schrift entnehme, werde ich mit dem Buchstaben D bezeichnen.
Als Skandal in der Presse wurde der Fall Globke empfunden in:
âFrankfurter Rundschauâ (S) 1949, 1961/ âBerliner Allgemeine Zeitungâ (S) 1951
âTelegrafâ (S) 1956 / Hamburger Echoâ (S) 1960
Zur Diskussion gestellt wurde er in:
âDie Zeitâ (S) in einem Interview mit Globke, 1961
âWeltâ (S) 1961 / âFrankfurter Allgemeineâ (S) 1961
Fernsehinterview 1961
Gerechtfertigt wurde Globke durch:
Adenauer (S) 1950 / Dr. BarzelCDU (D) 1961 / Bundespresseamt, Dr. WĂŒnsche (D) 1961
Verurteilt wurde er durch:
Dr. ArndtSPD (S) 1950 / Dr. BöhmCDU (S) 1961 / âArbeitsgruppe 6â (siehe oben)[31] (D) / Prof . Goldschmidt (D).[32] Wie und wodurch sich Globke selbst rechtfertigt, entnehme ich dem Interview mit der Zeitung âDie Zeitâ und den Protokollen der Zeugenaussagen Globkes bei den NĂŒrnberger Prozessen 1945 (S)
(Globke war von 1933-45 als Ministerialrat im Reichsinnenministerium tĂ€tig. Das Reichsinnenministerium war verantwortlich fĂŒr die NĂŒrmberger RassegesetzeHitlers, Reichsinnenminister war Frick, sein StaatssekretĂ€r Stuckart, Stuckart war der direkte Vorgesetzte Globkes.
Mit Stuckart verfaĂte Globke 1935 die Kommentare zu den NĂŒrmberger Gesetzen. Er war Sachbearbeiter zahlreicher Aufgaben des Ministeriums.)
WĂ€hrend der NĂŒrmberger Prozesse (Nr. Pr.) gab Globke zu, von den systematischen Massen morden an den Juden gewuĂt zu haben. Allerdings hĂ€tte er nicht gewuĂt, daĂ das alle Juden betraf. Er wuĂte weiter von der Tötung Geisteskranker[33] und von den Greueltaten der SS durch Frick und Himmler (Chef der SS).
â Im âZeitâ â Inteview (Z) sagt Globke: âIch konnte doch meine Stellung, in der ich vielen Gegnern des Regimes half, nur halten, wenn ich den Nazis nicht von vornherein als erklĂ€rter Gegner erkennbar wurde.â
Globke sagt, von der Absicht der NĂŒrmberger Gesetze nichts gewuĂt zu haben, auch hĂ€tte er sie nicht mitverfaĂt (Z). Den Kommentar zu diesen Gesetzen schrieb er zusammen mit Stuckart fĂŒnf Monate nach der Veröffentlichung der NĂŒrmberger Gesetze. Im âMinisterialblatt des Ministeriums des Innernâ heiĂt es zu diesem Kommentar: âIhm (dem Kommentar) kommt schon deswegen besondere Bedeutung zu, weil die beiden Verfasser am Zustandekommen der Rassegesetzgebung amtlich beteiligt waren.â
â Nach Strecker soll Globke behauptet haben: Die Beteiligung an der Rassen gesetzgebung sei in dem Blatt nur erwĂ€hnt worden, damit sich der Kommentar besser verkaufe.
Dagegen spricht, daà die Aussage von einem amtlichen Blatt gemacht wurde und Globke dagegen nicht protestiert hat.
Globke hielt die NĂŒrmberger Gesetze deshalb fĂŒr notwendig, weil sie den WillkĂŒhrmaĂnahmen der Gauleiter[34] Einhalt geboten hĂ€tten (Nr. Pr.)
Auf die Frage (Nr.Pr.); ob Globke die NĂŒrmberger Gesetze fĂŒr Verfolgungen hielte antwortet er:
â âDie Frage, ob die NĂŒrmberger Gesetze als solche eine Verfolgung darstellen, mag an Hand der Gesetzgebung in anderen Staaten bestritten sein. Es gibt auch in anderen Staaten eine Gesetzgebung, die sich gegen einzelne Gruppen der Bevölkerung richtet, ohne daĂ man daher sagen kann, daĂ diese Gesetzgebung als solche ein Verbrechen darstellt.â
Auf die Frage (Z): âWarum haben sie den spĂ€ter so viel kritisierten Kommentar zu den NĂŒrmberger Gesetzen geschrieben?â antwortet Globke:
â âHitlers Stellvertreter Rudolf HeĂ versuchte, die Wirkung der NĂŒrmberger âRassegesetzeâ durch harte DurchfĂŒhrungsbestimmungen zu verschĂ€rfen.
âŠUnter den damaligen UmstĂ€nden war der Kommentar fĂŒr viele rassisch diskriminierte Personen ein Schutz.â[35]
AuszĂŒge aus Globkes Kommentar mit der Auslegung durch Strecker:
â Zu §6 des âBlutschutzgesetzesâ (BLG) schreibt Globke (Gl.):
âJedes Volk wird durch die Aufnahme artfremden Blutes in den Volkskörper in seiner LebensfĂ€higkeit beeintrĂ€chtigt. Eine seiner Hauptsorgen sollte aber die Reinerhaltung seines Blutes sein.â
â Gl. liefert vorweg zum §4 des BLG eine BegrĂŒndung fĂŒr die Brandmarkung der Juden durch den David-Stern:
âDa die Juden nach nationalsozialistischer Auffassung nicht zum deutschen Volke gehören, sondern ein eigenes Volk, wenn auch keinen Staat, bilden, kommen die deutschen Symbole fĂŒr sie nicht in Frage. Die Angehörigen des jĂŒdischen Volkes können sich aber ihrer eigenen Symbole bedienen, um die Zugehörigkeit zu ihrem Volkstum dadurch Ă€uĂerlich kundzutun.â
â Ăber die jĂŒdisch verwandten Nicht juden (âMischlingeâ) schreibt Gl.:
âEin volldeutschblĂŒtiger GroĂelternteil, der etwa aus AnlaĂ seiner Verheiratung mit einem Juden zur jĂŒdischen Religionsgemeinschaft ĂŒbergetreten ist, gilt⊠gilt fĂŒr die rassische Einordnung seiner Enkel als volljĂŒdisch, Ein Gegenbeweis ist nicht zugelassen. Diese Regelung erleichtert die rassische Einordnung erheblichâŠWie lange der GroĂelternteil der jĂŒdischen Religionsgemeinschaft angehört hat, ist gleichgĂŒltig. Auch eine vorĂŒbergehende Religionsgemeinschaft genĂŒst.â
Von dieser Auslegung stand im Gesetz nichts.
â Gl. weist von sich aus ausdrĂŒcklich auf die EheschlieĂungen zwischen Deutschen und Zigeunern; so wird neben dem deutsch-jĂŒdischen âGegensatzâ noch ein anderer betont:
âHierdurch ist die SchlieĂung von Ehen verboten, aus denen â abgesehen von den FĂ€llen deutsch-jĂŒdischer Rassenmischehen â eine rassisch unerwĂŒnschte Nachkommenschaft zu erwarten ist, zum Beispiel die EheschlieĂungen zwischen Deutschen und ZigeunernâŠâ
â Eine weitere VerschĂ€rfung schuf Gl., indem er zum §I des BLG
(âEheschlieĂungen zwischen Juden und Staatsangehörigen deutschen oder artverwandten Blutes sind verboten, trotzdem geschlossene Ehen sind nichtig, auch wenn sie zur Umgehung dieses Gesetzes im Ausland geschlossen sindâ) â zu den Worten âim Ausland geschlossene Ehen sind nichtigâ eine Strafbestimmung hinzufĂŒgte.
Globke antwortete auf die Frage (Z): âEs wird behauptet, Herr StaatssekretĂ€r, daĂ Ihr Kommentar an einigen Stellen sogar zu noch ungĂŒnstigeren Folgerungen kommt als die NĂŒrmberger Gesetze fĂŒr die Betroffenen. Was sagen Sie zu diesem Vorwurf?â
â âEs trifft nicht zu. Aber ich durfte natĂŒrlich keinen Benutzer des Kommentars durch Auffassungen, die in der Praxis nicht befolgt wurden, nicht in Schwierigkeiten bringen.â
Globke als Sachbearbeiter fĂŒr das NamensĂ€nderungsrecht arbeitete die Verordnungen fĂŒr dieses Gesetz aus. Darin stellte er ein Verzeichnis von jĂŒdischen Vornamen auf; diese Vornamen sollte jeder Jude zu seiner besseren Erkennung vor seinen Familiennamen setzen. Wer das nicht wollte, muĂte âSaraâ oder âIsraelâ seinem Familiennamen hinzufĂŒgen; auch dieser Vorschlag stammte von Globke.
Auf die Frage (Nr. Pr.): âHaben Sie an der Bearbeitung der Vorschriften ĂŒber die Ănderung von Familiennamen mitgearbeitet?â antwortet Gl.:
â âich war Referent fĂŒr das NamensĂ€nderungsrecht und habe also an allen Fragen der NamensĂ€nderung mitgearbeitetâŠAus der Ăffentlichkeit kamen Eingaben an das Ministerium, wonach Juden einen Zusatz zu ihren Namen erhalten sollten, der sich von Nichtjuden unterschiedâŠwir sind zu dem Ergebnis gekommen, daĂ es eine mildere Lösung sein wĂŒrde, wenn nicht der Familienname in die gewĂŒnschte Form geĂ€ndert wĂŒrde, sondern wenn man die Juden verpflichten wĂŒrde, einen zusĂ€tzlichen jĂŒdischen Vornamen zu fĂŒhren.â
Rechtfertigung Globkes durch andere Personen:
Adenauer sagte 1950 (S) folgendes:
âDie politische Vergangenheit von Dr. Globke ist von den Alliierten minuziös nachgeprĂŒft worden. Eine deutsche Stelle btaucht nicht noch minuziöser als die BesatzungsmĂ€chte zu sein.â
Vor Studenten in Bonn Sprach Dr. BarzelCDU im Juli 196I zum Fall Globke (D) Einige Hauptpunkte seiner Rede will ich dem Sinn nach widergeben: Adenauer wĂŒrde als Verfolgter der Nationalsozialisten nie einen seiner Peiniger zum Mitarbeiter wĂ€hlen, auch sei Globke in den NĂŒrmberger Prozessen nicht angeklagt gewesen.
Der Fall Globke sei ein âKapitel aus dem Buch des inneren Widerstandes gegen Hitlerâ. Globke hĂ€tte aus âtiefster politischer, durch die Kraft des Glaubens bedingter Verantwortungâ gehandelt. Die Mitwirkung Globkes bei der Kommentierung und Formulierung antijĂŒdischer Gesetze sei immer âmildernd, einschrĂ€nkend, helfendâ gewesen.
Prof. Dr. Goldschmidt schreibt an Dr. WĂŒnsche (D):
âIn AbwĂ€gung von Belastung und Entlastung (im Fall Gl.) wiegt erstere, die durch die Publikation von Strecker zusammengefaĂt und vervollstĂ€ndigt ist, erheblich schwererâŠWenn er einzelne Personen oder Gruppen diesem Schiksal entzog, so muĂ dieses Tun als mildernder Umstand gewertet werden, aber niemals kann es als Rechtfertigung dienen. Sein Verhalten kann allenfalls aus einem Notstand entsprungen verstanden werden.â
Barzel sagt weiter: Er beklage, daĂ von Demokraten oft nachgeredet werde, âwas Kommunisten geschickt lancieren.â
Goldschmidt zu diesem Punkt:
ââŠdaĂ wir uns an der Einsicht in eigene Fehler und ihrer öffentlichen Diskussion nicht dadurch hindern lassen dĂŒrfen, daĂ auch die Kommunisten sie entdeckt haben.â
Barzel: Die einzelnen VorwĂŒrfe Streckers wĂŒrden âbei Licht betrachtetâ in sich zusammenbrechen.
DaĂ sie nicht zusammengebrochen sind zeigt die gerichtliche Entscheidung im Fall âStrecker-Globkeâ (siehe oben)[36]Die 22 unwahren Behauptungen aber ergeben noch kein 280-Seiten starkes Buch!
Barzel: sei nie Parteimitglied gewesen (Globke!)
Strecker: âAus Unterlagen im amerikanischen Document Center in Berlin geht allerdings hervor, daĂ ein Aufnahmeantrag Dr. Gl. in die NSDAP trotz einer Empfehlung Stuckarts mit der BegrĂŒndung abgelehnt wurde, er habe zu enge Beziehungen zu maĂgeblichen katholischen Kreisen.â Immerhin hatte sich Gl. um eine Aufnahme in die Partei bemĂŒht. Im ĂŒbrigen kann unter den damaligen ZwangsverhĂ€ltnissen Parteimitglied mit âNaziâ nicht unbedingt gleichgesetzt werden und umgekehrt.
Barzel: Gl. hĂ€tte im Dritten Reich keine âKarriereâ gemacht.
Aus StreckersBuch geht hervor, daĂ Gl. vom Regierungsrat (1932) ĂŒber den Oberregierungsrat (1933) zum Ministerialrat (1938) avancierte. Im GeschĂ€ftsverteilungsplan des Ministeriums wird Gl. 1936 – 14 Mal, 1938 – 23 Mal, 1941 – 31 Mal und 1945-30 Mal genannt. Er erhielt auĂerdem 6 Orden.
Sicher hat Gl. im Dritten Reich nicht gerade sein âGlĂŒck gemachtâ, aber von keiner Karriere zu sprechen, ist nicht richtig.
Barzel: Gl. hĂ€tte mit den MĂ€nnern des 20.Juli (am 20.Juli 1944 versuchte man, Hitler umzubringen. Im Gegensatz zu frĂŒheren Attentatsversuchen, waren diesmal weite Kreise der Bevölkerung indirekt daran beteiligt.) gekĂ€mpft und Widerstand geleistet. Zeugnisse von namhaften Persönlichkeiten (vor allem katholischer Kreise) bestĂ€tigen das (S).
Goldschmidt: âWarum wird ĂŒbrigens erst 1961 bekanntgemacht, daĂ GL. ein âMann des inneren Widerstandsâ war? Dem âArbeitskreis 20.Juli 1944â ist nichts davon bekanntâŠDer Name Dr. Globkes findet sich, meines Wissens, auch nicht in einer der wesentlichen bisherigen Veröffentlichungen ĂŒber den inneren Widerstand.â
Gegen Ende heiĂt es in Barzels Vortrag:
âWir wollen keine neue Entnazifizierung! Die, die sich strafbar machten, gehören vor Gericht!â
Goldschmidt: âDr. Globke trifft offenbar keine kriminelle, gerichtlich verfolgbare Schuld nach dem geltenden Strafgesetz, und dennoch schwere geschichtliche Schuld am jĂŒdischen Volk.â
In der Auseinandersetzung zwischen Herrn Goldschmidt (ev.Kirche) und Herrn WĂŒnsche (Bundespresseamt) stehen sich zwei[37] grundsĂ€tzlich verschiedene Auffassungen gegenĂŒber:
Goldschmidt: âEs liegt mir fern, Herrn Dr. Globke etwa das Recht absprechen zu wollen, in irgendeiner seiner Ausbildung angemessenen Position fĂŒr die Verwaltung der Bundesrepublik tĂ€tig zu sein. Die hohen und höchsten politischen Ămter mĂŒssen dagegen,[38] meines Erachtens, mit Personen besetzt sein, die in keiner Weise durch ihr Verhalten von 1933-45 kompromittiert sind. Die Bundesrepublik als ein Staatssystem des politischen Humanismus entbehrt der inneren GlaubwĂŒrdigkeit, solange Herr Globke und Ă€hnliche Persönlichkeiten in fĂŒhrenden Positionen, in Richtersstellungen, in Leitenden ErziehungsĂ€mtern und Ă€hnlichen Orts tĂ€tig sind.â
WĂŒnsche: âWenn allerdings die Bundesregierung die Menschen, die im âDritten Reichâ unter Einsatz ihres Lebens hier ihre Pflicht getan haben, dadurch diskriminieren wĂŒrde,[39] daĂ sie ihnen die Möglichkeit einer Mitarbeit beim Aufbau der Bundesrepublik beschrĂ€nkt, dann wĂŒrde ich das fĂŒr moralisch verwerflich halten. Mir scheint â im Gegensatz zu Ihrer Aussage â, daĂ die Bundesrepublik als ein Staatssystem des politischen Humanismus der inneren GlaubwĂŒrdigkeit entbehren wĂŒrde, wenn sie nur, um Angriffe zu vermeiden, Menschen wie Herrn Dr. Globke falien lieĂe.â
Ich habe mich bei Belastung und Entlastung im Fall Globke nur an die deutschen Zeugnisse einzelner Personen und Organisationen gehalten. Es gibt aber in StreckersBuch noch zahlreiche Dokumente auslĂ€ndischer Personen und Organe, die Globke belasten. Es wĂŒrde aber zu weit fĂŒhren, wĂŒrde ich auch diese noch auffĂŒhren.
Lassen Sie mich zum âFall Globkeâ abschlieĂend noch einiges sagen, was mir unter dem Schreiben noch dazu eingefallen ist:
Aus âseriösenâ Zeitungen (wie: âDie Zeitâ, âSĂŒddeutsche Zeitungâ, âFrankfurter Allgemeineâ) geht hervor, daĂ die Bundesregierung endlich Anstrengungen macht, belastete Richter durch das schon erwĂ€hnte Gesetz aus ihren Positionen zu entfernen. Das geht nur sehr langsam, weil zum einen eine âmoralische Schuldâ viel schwerer festzustellen ist als eine kriminelle. Zum andern geben diese Richter verstĂ€ndlicherweise heute nicht mehr gerne zu, daĂ sie dem Dritten Reich irgendwelche Dienste geleistet haben.
Sie wissen vielleicht, daĂ auĂerdem in Ludwigsburg (einer sĂŒddeutschen Stadt) seit 1958 eine âZentrale Stelleâ besteht, von der aus die vorermittlungen gegen die Massenmörder des Dritten Reiches geleitet werden. Die Prozesse gegen diese Leute, von denen man fast tĂ€glich in den Zeitungen liest, konnten nur auf Grund dieser Ermittlungen stattfinden.
Ein Deutscher jĂŒdischer Abstammung, der heute im Ausland lebt, sagte mir einmal: âIch finde es gut, daĂ man alte Nazis in in ihren Ămtern lĂ€Ăt. Auf diese Weise sind sie beschĂ€ftigt und man hat sie unter Kontrolle. WĂŒrden sie einen unangemeĂenen Beruf ausĂŒben oder gar arbeitslos sein, so wĂŒrden sie sich wieder zusammenschlieĂen und gegen die bestehende Ordnung opponieren.â
Es haben sich bereits Gruppen von Rechtsextremisten zu Organisationen zusammengeschlossen, ich besitze darĂŒber einen aufschluĂreichen Bericht: eine ausgewertete Statistik ĂŒber den âRechtsextremismus in der Bundesrepublikâ, 1961 von Bonn herausgegeben und dem normalen BĂŒrger nicht zugĂ€nglich, das heiĂt man kann diesen Bericht nicht einfach kaufen.[40]
Leider muĂ ich diese Schrift dem Entleiher wieder zurĂŒckgeben, sonst hĂ€tte ich sie Ihnen gleich mitgeschickt. Auch das Buch von Strecker gehört nicht mir, und man kann es im Augenblick nicht kaufen. Ich werde mich aber um beide Dokumente bemĂŒhen und sie Ihnen schicken, wenn Sie wollen?[41]
Noch ein Buch entdecke ich gerade angezeigt, das vor kurzem erst veröffentlicht wurde und âgewissenhaft Personen und Dokumente aufzeichnetâ. Es heiĂt: Verschwörung von Rechts.
So bin ich nun ans Inde meines Briefes gelangt, und es befallen mich wie in allen Dingen auch hier wieder Zweifel ĂŒber die FragwĂŒrdigkeit meines Tuns: komplizierte, vielschichtige Gegebenheiten und Erscheinungen auf eine einfache Formel zu bringen. Wie leicht könnte jeder logisch begabte Mensch meine BeweisfĂŒhrungen mit stichhaltigen Gegenbeweisen zunichte machen. Mein âWissenâ von den Dingen, die hier zur Sprache kamen, ist weniger als gering, und ich frage mich wieder, wie ich es wagen konnte, einem Menschen, wie Sie es sind, zu schreiben: Bin ich doch bisher durch ein heiteres Leben gegangen, begleitet von freundlichen Menschen, und ohne mich auch nur einmal mir selbst gegenĂŒber bewĂ€hrt zu haben![42] Der spontane Wunsch, die Freude, sich einem anderen mitzuteilen, rechtfertigt doch noch nicht Unerfahrenheit und Unwissenheit?
Ich kann Sie daher nur immer wieder bitten, meine Mitteilungen wie die beilĂ€ufigen ĂuĂerungen eines Besuchers irgendwann an einem Nachmittag[43] zu betrachten: sie sagen nichts, was nicht schon vorher von irgendjemandem gesagt worden wĂ€re.
           Ich bin durch Ihre Fragen auf Dinge gestoĂen, die ich mir voher nicht ĂŒberlegt hatte; und das hat mich bereichert. DafĂŒr und fĂŒr noch etwas anderes danke ich Ihnen aufrichtig: daĂ ich Ihnen schreiben durfte, obwohl ich ein solches GlĂŒck nicht verdient habe.
Ihre Brigitte Distler
Ich sehe gerade beim Durchlesen des Briefes, wie voll er ist von Druckfehlern und durchstrichenen Worten, bitte verzeihen Sie mir das: Ich bin im Maschinen-Schreiben ungeĂŒbt, auch ist das Modell der Maschine ziemlich alt!
16/6/62
Egregio Dott. Levi,
Sulla mia risposta alla Sua lettera si Ăš fatta primavera, ed io spero che, malgrado il mio lungo silenzio, Lei non abbia perso la pazienza nei miei riguardi. Le avevo giĂ scritto che le sue domande si estendono a campi in cui io sapevo assai poco, anzi proprio niente. PerĂČ, nel frattempo ho avuto contatti con alcune persone che mi hanno aiutato nel modo piĂč amichevole: mi hanno messo a parte della loro esperienza, mi hanno mandato libri e scritti. CosĂŹ Ăš passato il tempo nellâattesa di lettere e libri promessi, e nella lettura di questi ultimi. Inoltre, purtroppo, ho dovuto frequentare lezioni e seminarĂź, cosĂŹ che solo in questi giorni sono riuscita a mettere insieme per Lei il contenuto di tutte le conversazioni e comunicazioni.
La prego di non giudicarmi una pedante se Le faccio osservare che il mio proprio modo di pensare, nei riguardi delle sue domande, Ăš altamente soggettivo, e il mio modo di presentare le risposte Ăš decisamente âprofanoâ;IÂ perciĂČ nulla di quanto le dirĂČ avrĂ valore generale. So di giudicare molte cose in modo unilaterale, e perciĂČ falso; nelle discussioni posso essere fanatica e illogica. Quindi Lei potrĂ avere un quadro relativamente âgenuinoâ solo se ascolterĂ molte voci su questo tema. Del resto, queste cose Lei le sa quanto me, e La prego di non prendere in mala parte la mia pedanteria.
Per quanto riguarda la forma della mia lettera, devo scusarmi per la impossibile lunghezza della mia compilazione. Avevo poco tempo, cosĂŹ molte cose che avrei potuto esprimere piĂč in breve sono rimaste come erano. Anche il mio stile ha sofferto del contatto con documenti e estratti: anche di questo mi dispiace.Â
Prima di entrare in argomento, vorrei ringraziarLa ancora una volta della Sua lettera: poche cose mi hanno portato altrettanta gioia.
Lei ha scritto che Le Ăš particolarmente gradita la eco del Suo ultimo libro presso i giovani. A questo proposito, ho osservato che molti dei miei compagni di classe, ed io stessa, a 14 anni avevamo giĂ letto il Diario di Anna Frank; oggi questo libro Ăš considerato il piĂč lettoII della Libreria Fischer, i cui libri tascabili sono dâaltronde letti con particolare predilizione dagli scolari e studenti.[1]
Ă segno della Sua infinita tolleranza verso noi tedeschi,[3] che Lei dica di vedere che âla terra di Beethoven e di Schillerâ potrĂ avere ancora altro da dire alle altre nazioni. Dopo Brecht, Kafka e Schönberg, sul terreno culturale qui Ăš silenzio; e questo silenzio Ăš ben gradito sul terreno politico! Io personalmente credo che solo lĂ puĂČ fiorire lâarte e la poesia dove il clima spirituale di un paese non soffre di sazietĂ IV e di pigrizia. Forse un simile tempo Ăš veramente in divenire: ne potranno parlare i nostri posteri.
Vengo alle Sue domande:
1) CâĂš stata dopo il 1945 una selezione fra gli insegnanti? Sono stati allontanati quelli che si erano compromessi col Nazismo?
Certamente câĂš stata una selezione fra maestri e professori. Come tutti gli altri tedeschi, essi dovettero subire la cosiddetta âdenazificazioneâ; vale a dire, furono classificati in diversi gradi di denazificazione a seconda della profonditĂ della loro partecipazione al Terzo Reich, e in molti casi furono puniti colla prigione o colla casa di correzione.[4] A quel tempo io ero troppo giovane per capirne qualcosa; ciĂČ che ne ho potuto sapere oggi Ăš:
Come regola, gli insegnanti compromessi col Nazismo furono allontanati dalle scuole statali: so personalmente di molti casi.[5] A questo proposito, cosĂŹ mi ha scritto la Redazione di âDer Spiegelâ (una rivista di informazione molto letta e spesso criticata):[6]
2) Se essi (gli insegnanti) hanno mantenuto i loro posti, hanno mantenuto pure le loro idee? O le hanno cambiate? O fingono di averle cambiate?[7]
La maggior parte degli insegnanti erano iscritti al partito,[8] âMitlĂ€uferâ, (compagni di strada) come allora si diceva. Molti, soprattutto fra i piĂč giovani, furono soldati in guerra, altri addirittura erano troppo giovani anche per questo. Tale Ăš il caso, ad esempio, di quasi tutti gli insegnanti della mia scuola. Circa la posizione di quelli che non fecero la guerra, mi si scrive:
«Generalmente parlando, sia i funzionari che gli insegnanti sono rimasti gli stessi del Reich Millenario, ed Ú naturale che questi non si addossino volentieri il loro passato. Le Università tedesche e i loro professori, in maggioranza, in quel tempo hanno mancato al loro compito» (M. Bachmann).[9]
Un giovane insegnante (H. Spranger), che conosco dagli anni di scuola, cosĂŹ mi scrive sulle attuali opinioni dei suoi colleghi:
«Nessun insegnante mi ha evitato, quando gli chiedevoVdella sua posizione nel 3o Reich. In breve posso dire che non ho avuto modo di constatare opinioni, tendenze ecc. naziste. Non si discute molto di politica, si parla male del governo come dovunque altrove. Neppure ho mai incontrato scolari che accusassero i loro professori di âcriptonazismoâ.»[10]
Su 4 studenti intelligenti, uno mi ha raccontato di un suo professore che Ăš stato allontanato dalla scuola per manifestazioni di antisemitismo. Una studentessa racconta che il suo ex-professore di matematica ancora oggi narra ai suoi allievi le sue avventure di ex-membro delle SS.
Nella mia scuola insegna un prete, di cui giĂ le ho scritto.[11]Notevoli sono i suoi pregiudizi contro gli ebrei; i quali, probabilmente, traggono origine dalla antinomia religiosa âebraismo-cristianesimoâ, ma possono avere conseguenze nefaste. Secondo me, Ăš da ascrivere alla categoria dei cosiddetti âFilosemitiâ, che sotto molti aspetti si devono assimilare agli antisemiti.[12]
La insegnante di russo, di cui le ho scritto,[13]Â Ăš russa, e non ha cattedra in alcuna scuola. Ho avuto con lei controversie furiose ma prive di successo, e non prendo piĂč lezioni da lei.[14]
In conclusione, credo di poter asserire che la percentuale di insegnanti rei di colpe nazionalsocialiste, nelle scuole di stato, deve essere piccola. Ă probabile che si tratti in massima parte di insegnanti anziani, prossimi alla pensione. Ă comunque importante che anche questa percentuale venga riconosciuta ed eliminata: a tale scopo occorre, da parte degli allievi, una âdiffidenza congenitaâ e principalmente il coraggio della critica, virtĂč che ben raramente ho incontrato nei miei anni di scuola; ho perĂČ saputo dai miei fratelli[15]che alcuni loro condiscepoli la possedevano.
3) Si parla nelle scuole del 3o Reich?
Durante i miei corsi scolastici se ne Ăš trattato esaurientemente in due diversi anni,[16]Â e non solo nelle ore di storia, ma anche nelle seguenti altre materie: Tedesco, Educazione Civica, Religione e Biologia.
H. Spranger, il giovane insegnante, mi scrive:
«Lâaccusa che spesso si ode ripetere, che la Scuola non informi a sufficienza gli allievi, Ăš assolutamente ingiustificata. A maestri e allievi si dĂ oggi nelle mani una tal mole di materiale, che ognuno si puĂČ informare. Nelle lezioni questo periodo della storia tedesca riceve una trattazione esauriente».
Per contro, da altri studenti ho sentito che, per mancanza di tempo, (la storia moderna viene svolta per lo piĂč nelle ultime settimane prima della âAbiturâ [Esame di licenza]) essi hanno ascoltato poche lezioni su questo argomento.
Ă comunque certo che in tutte le scuole, del 3o Reich si parla. Se poco o molto, dipende verosimilmente dallâindole dei singoli insegnanti.
4) Se ne parla volentieri o malvolentieri?
Nella mia classe, ci sono state discussioni appassionate su questo tema. Mi ricordo di un dibattito sullâantisemitismo, che terminĂČ in lacrime.
I professori non evitavano i problemi, anzi: dimostravano,[17]Â documentandoli con giornali dellâepoca, i metodi di propaganda dei nazisti. Raccontavano come, da giovani, avevano seguito il nuovo movimento senza critiche e con molto entusiasmo: delle adunate giovanili, delle organizzazioni sportive ecc. Noi studenti li attaccavamo vivacemente, a torto, come oggi penso: come si puĂČ accusarli di avere capito la situazione peggio degli adulti? E noi, al loro posto, avremmo riconosciuto meglio di loro i metodi satanici con cui Hitler conquistĂČ la gioventĂč per la sua guerra?
Devo qui sottolineare che la scuola che io ho frequentato era frequentata da ragazzi (in prevalenza maschi) di tutti gli strati sociali, il che mi sembra una circostanza favorevole, che non in tutte le scuole si riscontra.
Il Sig. Spranger racconta della sua scuola:
«Devo dire che gli allievi si interessano bensĂŹ a questo periodo, ma passano subito alla opposizione se si parla loro di una colpa della Germania. Molti anzi affermano di averne abbastanza dei âmea culpaâ della stampa e dei loro insegnanti».VI
«Di importanza fondamentale Ăš naturalmente la questione ebraica. Prima di tutto la posizione degli insegnanti. Questa Ăš tale quale lo richiede il pubblico nella sua maggioranza. Ogni tre mesi noi celebriamo una âSettimana della FraternitĂ â, in cui vengono svolte principalmente questioni relative alla tolleranza,[19] allâebraismo e alle differenziazioni razziali. Sono soprattutto gli insegnanti che in queste occasioni dimostrano una onesta volontĂ di educare la gioventĂč in modo che mai piĂč possano insegnare odio di razza e persecuzione. Ma si rende osservabile una assai netta posizione di opposizione da parte degli allievi: essi dichiarano che non intendono essere investiti della responsabilitĂ per i peccati commessi dai loro padri, e criticanoVII il metodo con cui viene loro esposto il problema ebraico. E non criticano solo il metodo, ma anche molti buoni giornali. Ă probabile che, quando si viene a educare la gioventĂč sul passato recente, troppe istanze vengono a confondersi insieme».
La questione se si parli del 3o Reich volentieri o malvolentieri pare che col passare degli anni si sia spostata a favore del punto di vista degli insegnanti. Me lo spiego cosĂŹ: gli insegnanti, collâallontanarsi di quel periodo, diventano piĂč obiettivi nei loro giudizi. Pare che, a lungo andare, agli scolari diventi male accetto venire richiamati da tutte le parti al âpassato non ancora sconfittoâ!VIII[20]
4) Si ha tendenza a considerarlo un episodio isolato? A giustificarlo? A scusarlo?
Si Ăš parlato del 3o Reich, ovviamente, in correlazione col resto della Storia. Ma per necessitĂ si Ăš dovuto ammettere che questi fatti stanno isolati nella loro unicitĂ . Tuttavia, col passare del tempo, si delinea la tendenza e la possibilitĂ di inquadrare il 3o Reich in una rappresentazione storica piĂč ampia.[21]
Ma se ci si limita al piano storico non Ăš possibile chiarire lâinumanitĂ del regime e dei suoi sostenitori; e neppure se si parte dalla fame e dalla miseria che dominavano in Germania dopo la 1a guerra, e che diedero a uomini come Hitler le armi per sollevare e radicalizzare le masse.
Forse la mia considerazione Ăš sbagliata, ma proprio dalla resistenza degli allievi contro il grido di âmea culpaâ si puĂČ riconoscere che per loro il problema del 3o Reich Ăš tuttora altrettanto irrisolto, âirritanteâ e tipicamente tedesco, quanto perXtutti coloro che lo hanno affrontato prima di loro. Solo quando questo cesserĂ si potrĂ ascoltare terrificati.
5) La storia recente fa parte dei programmi scolastici?
La storia recente (il termine preciso Ăš Storia Contemporanea) Ăš parte integrante delle lezioni; ed Ăš un tema che interessa molto gli scolari. Nella mia classe (che peraltro fa parte di una scuola di scienze naturali) si preferivano, subito dopo le lezioni tecniche, quelle di argomento politico o economico. Nelle ultime classi, e in specie agli esami di licenza, Ăš da questi argomenti che si traggono i temi da svolgere, quasi esclusivamente.
Sono stata lieta di apprendere queste cose dal Sig. Spranger: forse, finalmente, e per la 1a volta nella storia tedesca, si sta sviluppando una generazione che pensa politicamente.
6) Nella opinione comune, il âcaso Globkeâ[22]viene sentito come uno scandalo? Viene ignorato? Approvato? Come si giustifica la sua permanenza presso Adenauer? Come la giustifica lui stesso?
Per quanto consti (in base a un gran numero di testimonianze) che egli ha prestato servizi alla chiesa Cattolica, il suo caso Ăš in generale giudicato assai controverso.
Personalmente, ho letto sul caso G. due documenti. Mi risulta inoltre, che egli nellâaprile â61 fu intervistato alla TV tedesca, e prese posizione nei riguardi delle accuse rivoltegli.[24]Â Purtroppo non ho udito lâintervista, e non ne posseggo il testo; perciĂČ non posso che appoggiarmi ai due documenti citati.
Uno Ăš il libro di Reinhard M. StreckerIl Dr. H. Globke, Documenti e estratti degli atti.
(Strecker Ú in Germania conosciuto per una compilazione di materiale dâaccusa contro âgiudizi naziâ tuttora in funzione. Tale compilazione ebbe come effetto la emanazione di una legge federale secondo cui i magistrati e i funzionari di stato âsotto caricoâ possono farsi pensionare entro un limite di tempo determinato, oppure devono rinunciare alla pensione. La legge Ăš in vigore da qualche tempo).[25]
Esso contiene: â Documenti e atti tratti dal campo di attivitĂ di G. durante il 3o Reich, estratti dal commento di G. alle leggi di Norimberga, estratti da minute e spiegazioni â Documenti sulla carriera di G., cioĂš lettere di raccomandazione, corrispondenza, ordini â Estratti da articoli di giornale sul caso G., prese di posizione positive o negative di singole personalitĂ su questo argomento.
Un secondo documento relativo al caso G. lo ho trovato nella rivista «Diskussion», edita dalla associazione federale dei gruppi di studio tedesco-israeliani (sono gruppi universitari).[28] Sotto il tema âIl Dr. G. e lâumanesimo politicoâ viene ivi condotta una controversia epistolare fra un membro del Presidio delle Chiese Evangeliche (Prof. Goldschmidt)[29] e lâufficio Stampa del Governo Federale, Dr. WĂŒnsche. Questo dibattito si Ăš concluso con una dichiarazione emanata il 22/7 dal âGruppo di lavoro 6â della Unione Chiese Evangeliche (D).[30]
Tutto ciĂČ che ho tratto da questi testi Ăš contrassegnato D. Â
Il caso G. Ăš stato sentitoXIIcome scandalo in:
â Strecker, Il Dr. H. Globke, 1961
â «Spiegel», rivista di informazione, â56-â61.
â «Diskussion», v. sopra
â «Frankfurter Rundschau» (S) 1949, 1961;
â «Berliner Allgemeine Zeitung» (S) 1951
â «Telegraf» (S) 1956
â «Hamburger Echo» (S) 1960
Ă stato discusso in:
â «Die Zeit», intervista con G. 1961
â «Welt» (S) 1961
â «Frankfurter Allgemeine» (S) 1961
â Intervista TV 1961
Globke Ăš stato giustificato da:
â Adenauer (S) 1950; Dr. BarzelCDU (D); Ufficio Stampa Federale, Dr. WĂŒnsche (D) 1961
Ă stato condannato da:
â Dr. ArndtSPD (S) 1950; Dr. BöhmCDU (S) 1961;
â âArbeitsgruppe 6â (v. sopra);[31]Â Prof. Goldschmidt (D).[32]
Come si difende lo stesso G., lo ricavo dallâintervista con «Die Zeit», e dai protocolli della testimonianza di G. stesso ai processi di Norimberga 1945 (S).
(G. fu dal â33 al 45 consigliere ministeriale agli Interni. Il Ministero degli Interni del Reich era responsabile per le leggi razziali di Norimberga di Hitler; ministro degli interni era Frick, il suo segretario di stato era Stuckart, e questi era il diretto superiore di G. Insieme con St. G. fu autore dei Commenti alle Leggi di Norimberga; svolse in qualitĂ di esperto vari altri compiti presso il Ministero).
Durante il Processo di NorimbergaGlobke ammise di avere avuto conoscenza dei massacri sistematici di ebrei. Peraltro, non avrebbe saputo che tale era la sorte destinata a tutti gli ebrei. Inoltre sapeva (da Frick e da Himmler) della uccisione dei malati mentali[33] e delle atrocitĂ delle SS. Nellâintervista su «Zeit» (Z) G. dice:
«Potevo conservare la mia posizione, dalla quale ero di aiuto a molti oppositori del regime, solo se non mi rendevo riconoscibile dai Nazi come nemico aperto».
Globke dichiara di non avere avuto conoscenza dello scopo delle leggi di Norimberga, e di non avere collaborato alla loro stesura (Z). Il Commento fu da lui scritto in collaborazione con Stuckart cinque mesi dopo la pubblicazione delle leggi. Nella «Gazzetta Ufficiale del Ministero degli Interni» si legge a tal proposito: «Tale commento acquista importanza particolare in quanto entrambi gli autori hanno ufficialmente cooperato alla istituzione della legislazione razziale».
«La domanda se le Leggi di Norimberga come tali rappresentino una persecuzione puĂČ essere infirmata in base alle legislazioni in altri Stati. Anche altri stati hanno leggi dirette contro singole minoranze, senza che si possa affermare che tali legislazioni rappresentino un reato».
«Il vice di Hitler, Rudolf Hess ha cercato di aggravare lâazione delle Leggi di Norimberga mediante severe direttive esecutiveâŠIn quelle condizioni, il Commento rappresentava una difesa per molti individui razzialmente discriminati».[35]
Estratti dal Commento di Gl., con interpretazioni di Strecker:
â Al § 6 della «Legge per la Protezione del Sangue» (LPS) scrive Gl.:
«Ogni popolo Ăš minacciato nella sua vitalitĂ dallâapporto di sangue straniero. Una delle sue principali preoccupazioni deve essere quella di mantenere puro il suo sangue».
Gl. fornisce (§ 4) un fondamento per la imposizione del marchio a stella di Davide agli ebrei:
Nulla di questo commento stava nel testo delle leggi.
â Gl. condanna di propria iniziativa i matrimoni fra tedeschi e zingari: neXIII abbiamo cosĂŹ,XIVÂ oltre alla âcontrapposizioneâ tedesco-ebreo, anche unâaltra:
«Di conseguenza Ăš vietata la conclusione di matrimoni da cui (a prescindere dai matrimoni misti tedesco-ebraici) Ăš da attendersi una prole razzialmente indesiderabile, per esempio le nozze fra tedeschi e zingariâŠÂ».
â Altro aggravamento creato da Gl. (§ 1 della LDS):
(«I matrimoni fra ebrei e cittadini di sangue tedesco o assimilato sono vietati, quelli celebrati ciĂČ malgrado sono molti, quandâanche per eludere questa legge essi siano stati conclusi allâestero»). A queste ultime parole Gl. ha aggiunto una determinazione di pena.
Alla domanda: «Si Ăš affermato che il Suo commento, in vari punti, conduce a conseguenze anche piĂč severe per i colpiti che le leggi di Norimberga: cosa risponde a questa accusa?» Gl. risponde: «Essa non corrisponde a veritĂ . Ma naturalmente io non avrei potuto indurre in difficoltĂ i consultatori del Commento introducendovi ipotesi che in pratica non venivano seguite».
Globke, come esperto per la regolamentazione del cambiamento di nomi, ne elaborĂČ la legislazione. Stese un elenco di nomi ebraici, che ogni ebreo avrebbe dovuto preporre al proprio cognome per potere essere meglio riconosciuto. Chi non voleva doveva preporre âIsraelâ o âSaraâ al proprio cognome. Anche questa proposta proviene da Gl.
Del caso Gl. ha parlato il Dr. Barzel (CDU) nel luglio â61 davanti a studenti. RiferirĂČ a senso i punti principali del suo discorso:
Adenauer, in quanto perseguitato dai nazi, non avrebbe mai scelto come collaboratore uno dei suoi persecutori: inoltre Gl., ai processi di Norimberga, non comparve come imputato.
Il caso Gl. sarebbe «un capitolo del libro della resistenza interna contro Hitler». Egli avrebbe agito «spinto da un profondissimo senso di responsabilità , che scaturiva dalla forza della Fede». La collaborazione di Gl. al commento e alla stesura delle leggi antiebraiche sarebbe sempre stata «mitigatrice, limitatrice, soccorritrice».
Il Prof. Goldschmidtscrive al Dr. WĂŒnsche(D):
«Nel bilancio fra accuse e scusanti prevalgono pesantemente le prime: ⊠Se egli ha sottratto singole persone o gruppi al loro destino,XVI questo deve valergli da circostanza attenuante, ma non certo da giustificazione. Comunque, il suo contegno puĂČ venire compreso come derivante da uno stato di coazione».
Barzel dice inoltre: «Spesso i democratici fanno un gran parlare di argomenti âche i comunisti hanno lanciato per evidenti motiviâ».
Goldschmidt a tale proposito: «non dobbiamo lasciarci intralciare, nellâesame dei nostri errori e nella loro pubblica discussione, dal fatto che anche i comunisti li hanno resi palesi».
Barzel: Le singole accuse di Strecker, «considerate alla luce del sole», crollerebbero.Â
Ma che non siano crollate lo dimostra la decisione del tribunale nel caso âStrecker-Globkeâ (vedi sopra):[36] le 22 «affermazioni mendaci» non bastano a fare un libro di 280 pagine!
Barzel: egli (Gl.) non Ăš mai stato membro del partito (!)
Strecker: «Dai documenti in mano al Centro Documentazione Americano a Berlino si ricava che una domanda di iscrizione al NSDAP del Dr. Globke Ú stata respinta colla motivazione che egli aveva relazioni troppo strette coi circoli direttivi cattolici».
Ma dal libro di Strecker si ricava che Gl. Ú avanzato da Consigliere Governativo (1932) a Consigliere Superiore Governativo (1933) fino a Consigliere Ministeriale (1938). Nei ruoli di ripartizione delle mansioni del Ministero Gl. Ú nominato 14 volte nel 1936, 23 volte nel 1938, 31 volte nel 1941, e 30 volte nel 1945. Ricevette inoltre 6 decorazioni.
Ă certo che nel 3o Reich non ha fatto la sua fortuna, ma non si puĂČ dire che «non ha fatto carriera».
Barzel: Gl. avrebbe combattuto con gli uomini del 20 luglio [al 20/7/â44 si tentĂČ di sopprimere Hitler. Contrariamente ad altri precedenti attentati, quella volta furono implicati indirettamente vasti strati della popolazione]. Lo dimostrano testimonianze di notorie personalitĂ (soprattutto cattoliche) (S).
«Non vogliamo unâaltra denazificazione! I colpevoli sono di competenza dei Tribunali!»
Goldschmidt: «à chiaro che Gl. non Ú reo di alcuna responsabilità criminale, legalmente perseguibile secondo il codice: tuttavia pesa su di lui una gran colpa storica nei riguardi del popolo ebreo».
Nella controversia fra Goldschmidt (chiesa evangelica) e WĂŒnsche (ufficio stampa Federale) si contrappongono due[37] concezioni fondamentalmente diverse:
WĂŒnsche: «Ma se il Governo Federale discriminasse[39]quegli uomini che nel 3o Reich hanno fatto il loro dovere in questo paese a costo della loro vita, limitando la loro possibilitĂ di cooperare alla edificazione dello Stato, io riterrei questo come moralmente riprovevole. Mi pare â in contrapposizione alla Sue idee â che la Repubblica Federale, in quanto apparato statale fondato sullâumanesimo politico, sarebbe indegna della pubblica fiducia se lasciasse cadere uomini come il Dr. Globke solo per evitare polemiche».
Nel caso Gl. mi sono limitata alle testimonianze tedesche, di singoli o di organizzazioni. Nel libro di Strecker esistono perĂČ molti altri documenti stranieri che accusano Gl. Sarebbe perĂČ troppo lungo introdurli.
Mi permetta di aggiungere una considerazione, di cui mi sono resa conto scrivendo:
Lei forse sa che dal 1958 esiste a Ludwigsburg (Germania Sud) un âUfficio Centraleâ da cui vengono condotte le indagini preliminari contro gli assassinĂź collettivi del 3o Reich. I processi contro i responsabili, di cui si legge ogni giorno o quasi sui giornali, si svolgono solo in base a queste risultanze.Â
Un tedesco di origine ebraica, che oggi vive allâestero, mi ha detto una volta: «Trovo buona cosa che si lascino i vecchi Nazi nelle loro cariche. CosĂŹ essi sono occupati e si trovano sotto controllo. Se esercitassero una professione per cui non sono adatti, o se fossero disoccupati, si riunirebbero di nuovo in congreghe e si opporrebbero allâordine attuale».
Si sono giĂ costituiti gruppi organizzati di estrema destra, ed io posseggo in merito una documentazione esauriente: una valutazione statistica sullâ«Estremismo di destra nella Repubblica Federale», pubblicata nel 1961 da Bonn e non accessibile allâuomo della strada (voglio dire che non si trova in commercio).[40] Purtroppo devo restituirlo a chi me lo ha imprestato, se no glielo avrei mandato subito. Anche il libro di Strecker non Ăš mio, e al momento non Ăš in commercio. Se perĂČ Lei lo desidera mi darĂČ dâattorno per avere i due documenti e mandarglieli.[41]
Mi Ăš poi venuto sottâocchio lâannuncio di un libro che Ăš uscito da poco, e che «delinea persone e documenti con conoscenza di causa». Si chiama: Congiura di destra.
Sono giunta cosĂŹ alla fine di questa lettera, e come in tutte le mie cose, anche qui sono sopraffatta da dubbi sulla inadeguatezza di questo mio lavoro, di ricondurre ad una formula semplice fatti e fenomeni complicati e multilaterali. Con quanta facilitĂ qualsiasi mente logica annienterebbe queste mie dimostrazioni con rigorose confutazioni! La mia conoscenza delle cose di cui ho parlato Ăš piĂč che scarsa, e mi domando ancora una volta come ho potuto osare di scrivere a un uomo come lei. Ho vissuto finora una vita allegra, accompagnata da persone amiche, senza che neppure una volta io mi sia misurata contro queste cose!XVII[42]Ma il desiderio spontaneo, la gioia di comunicare con altri, non possono giustificare lâinesperienza e lâignoranza?
PerciĂČ non posso che pregarla ancora una volta di considerare questo mio scritto come lâespressione occasionale di un visitatore;XVIII[43]Â non dice niente che non sia giĂ stato detto da qualcuno.
Grazie alle sue domande, mi sono imbattuta in cose su cui non avevo ancora meditato, e questo mi ha arricchita. Di questo la ringrazio, e di altro ancora: di averle potuto scrivere, anche se non ho meritato questa fortuna.
Brigitte DistlerXIX
Mi accorgo ora, rileggendo la lettera, di quanto sia piena di refusi e di parole cancellate. La prego di scusarmi: non ho molta pratica con la macchina da scrivere, e inoltre il modello della macchina Ăš piuttosto vecchio!
June 16, 1962
Dear Mr. Levi!
Since I wrote my reply to your letter, spring has arrived, and I hope you have not lost patience with me despite my long silence. As I mentioned previously, your questions touch on areas about which I knew very little; in fact, nothing at all. In the meantime, however, I have spoken to a number of people who have kindly helped me: they shared their experiences in this matter and sent me books and other source materials. So, as I waited for the promised letters and books, and then read those books, time passed. Unfortunately, I also had to attend lectures and seminars, so it has only been in the last few days that I have been able to pull all these conversations and bits of information together for you.
Please do not think me pedantic when I point out that, in answering your questions, my own thoughts are highly subjective, and my presentation is amateurish through and through; therefore, none of this can be considered universally valid. I know that I judge many things one-sidedly, hence incorrectly; in discussions, I can be downright fanatical and illogical. You can therefore only get a relatively âgenuineâ picture if you hear many voices on this subject.âBut you know that as well as I do, and I ask you not to hold my pedantry against me.
Regarding the letter itself, I must apologize for the excessive length of my remarks. Time was pressing, and so many things could have been expressed more concisely, but were left as they were. My style has also suffered considerably from my preoccupation with the source documents and case-file excerpts, which I am also sorry about.
Before I address your questions, I would like to thank you once again for your letter; hardly anything has made me so happy.
You write that you like young peopleâs response to your book best. This reminded me that many of my classmates had already read The Diary of Anna Frank at the age of fourteen; today, this book is considered the most widely read in the Fischer-BĂŒcherei series, and the paperbacks published by this publishing house are particularly popular among schoolchildren and students.[1]
Regarding your last thoughts, I would like to say the following: I love the landscape in which I grew up, and I adore my mother, but I cannot look upon âthe typical Germanâ with joy: perhaps because he still seems to me to be too afflicted with those characteristics that flourished so greatly in the recent past; but perhaps also because I despise the very traits I myself have that I also see in him.[2]
It shows your infinite tolerance towards us Germans[3]when you say you believe that the country of âBeethoven and Schillerâ might one day have something to say to other nations again. Since Brecht, Kafka, and Schönberg things have become rather quiet here in the cultural sphere. In the political sphere, to the contrary, such silence is more than welcome!
I personally believe that great art and poetry can only flourish where the intellectual climate of a country is free from oversaturation and inertia. Perhaps such a time is indeed coming, and future generations will tell of it.
And now to your questions:
I. After 1945, was there a selection among the teachers and professors? Were the teachers who had been compromised by Nazism removed or did they keep their position?
Of course there was a selection process among teachers and professors in 1945. Like every other German, they had to undergo so-called denazification.[4] This meant that they were classified into certain levels depending on the degree of their involvement in the âThird Reichâ and were often punished with imprisonment or sent to the penitentiary. I myself was too young at the time to know anything about it. What I was able to learn was this:
âDenazification was unpopular because it was ordered by the Americans, who were still enemies at the time, and it was carried out in a highly amateurish manner and largely sabotaged.â (Max Bachmann, senior government official)
 As a rule, teachers and professors who had been involved with the Nazis were removed from state educational institutions; I know of several cases.[5] The editors of Der Spiegel (a widely read, oft-criticized news magazine)[6] wrote to me as follows:
âThe measures of so-called denazification in the early postwar period were not maintained later on, and it was probably not even possible to maintain them, because it would have meant expelling an entire generation of teachers and professors.â
II. If they kept their positions, did they retain their ideas or did they change them, or did they pretend[7] to change them?
Most of the teachers and professors were party members,[8] so-called tacit supporters. Many, especially the younger ones at the time, were soldiers in the war or were still too young to serve. The latter applies, for example, to almost all the teachers at my school. Regarding the attitude of the teachers and civil servants who remained and were not soldiers, I was told:
âOn the whole, both the civil servants and the teachers are still the same as they were under the Thousand-year Reich, and it is natural that they do not like to burden themselves with their past. After all, German universities and their professors were the ones who benefited most during those years.â (M. Bachmann)[9]
A young teacher (H. Spranger), whom I still know from my school days, wrote to me about the attitude of his colleagues today:
âNo teacher avoided me when I asked them about their position in the Third Reich. Overall, I would like to say that I cannot detect any Nazi opinions, tendencies, etc. Political issues are not discussed excessively; people rant about our government, as they do everywhere else. I have also not encountered any students who would describe any teacher as a âsecret Nazi.ââ[10]
Of four students, one reported that a teacher at his school had been dismissed from the teaching profession for making Antisemitic remarks. One student said that her former math teacher still tells students about his experiences as a former member of the SS.
There is a pastor at my school about whom I have already written.[11] His prejudices against Jews are striking, they probably originate in the religious conflict between Judaism and Christianity, and could nevertheless have disastrous consequences. In my opinion, he belongs to the group of so-called Philosemites, who are in many ways similar to Antisemites.[12]
The Russian teacher I wrote to you about[13]is Russian and does not teach at any school. I had heated yet unsuccessful arguments with her, and no longer take lessons from her.[14]
In conclusion, I believe I can say that the percentage of teachers with Nazi affiliations in state schools must be low. They are probably mostly older teachers who will, one hopes, retire soon. However, it is important to recognize and eliminate even this percentage. This requires students to have not only an âinnate distrustâ but, above all, the courage to criticizeâboth of which I hardly encountered during my school days, but I know from my siblings[15] that there were classmates who possessed such qualities.
III. Is the Third Reich discussed at school?
During my school days, the Third Reich was discussed[16] in detail in two different years, not only in history class, but also in German, social studies, religion, and biology.
H. Spranger, the young teacher, wrote to me:
âThe accusation that schools do not sufficiently educate students is completely unjustified. Teachers and students today have so much material at their disposal that everyone can inform themselves. This period of German history is covered in detail in class.â
 However, I heard from other students that, due to lack of timeârecent history is usually only covered shortly before the Abitur (=final high-school graduation exam)âthey were taught little about that period.
What is certain is that the Third Reich is discussed in all schools: whether a lot or a little probably depends on the personality of the individual teacher.
IV. Do people discuss it willingly or reluctantly?
In my class, there were passionate discussions on this topic. I remember a debate about Antisemitism that ended in tears.
The teachers did not shy away from the problems; on the contrary, they used old newspapers to illustrate[17] the Nazisâ propaganda methods. They told us that as young people they had mostly been uncritical and enthusiastic supporters of the new movement, attending youth rallies, sporting events, and the like. We students attacked them fiercely for this, unjustly, as I believe today: Can we blame them for having seen things less clearly than adults? And would we have been better able to recognize Hitlerâs satanic methods of winning over young people for his war?
âThat time stands right before our eyes like one big warning,â a girl at my school recently told me. âTeachers want[18] to share their experiences with us so that such a tragedy does not happen again.â
I must emphasize here that the school I attended had children (more boys than girls) from all social classes, and this seems to me to be a particularly fortunate mix that is not found in all schools.
Mr. Spranger told me about his school:
âI must say that, although the students are interested in this period of history, they immediately become antagonistic whenever anyone mentions Germanyâs guilt. Many even claim they have had enough of the âmea culpaâ cries of the press and their teachers. The Jewish question is, of course, of central importance. First of all, there is the teachersâ attitude. This is entirely in line with what the influential public wants. Every three months, we organize a âWeek of Brotherhood,â which focuses mainly on the topics of tolerance,[19]Â Judaism, and race. The teachers in particular show a sincere desire to educate young people in such a way that racial hatred and incitement can never arise again. Here, however, there is very strong opposition from the students, who declare they cannot be held responsible for the sins of their fathers and criticize the method used to teach them about the Jewish question. Incidentally, it is not only the students who criticize these methods, but also many reputable newspapers. Probably too many parties are involved when it comes to teaching young people about the past.â
The balance of whether people like to talk about the Third Reich or not seems to have shifted over time in favor of the teachers. I explain this to myself as follows: teachers are becoming more objective in their judgment as the temporal distance from that period grows. In the long run, it seems to become unpleasant for the students when they are made aware of the âunresolved pastâ[20] from all sides.
IV. Do they tend to consider it an isolated episode, without a past and without a future? Do people try to justify it, to excuse it?
We talked about the Third Reich in the broader context of history, but inevitably the events of that time stood alone in their uniqueness. However, it seems that the greater the distance from the Third Reich, the more we can and must place it in a broader historical context today.[21]
Mr. Spranger writes:
âThis period of German history is neither viewed as an episode nor is it excused. In my opinion, until a few years ago it was viewed in too much isolation, as something that cannot be understood. Today, people are more interested in the roots of nationalism and Antisemitism. In this regard, the complicity of other countries inevitably comes to the fore. Schoolchildren in particular ask about this and often display an attitude that contradicts that of their teachers.â
But the inhumanity of the regime and its henchmen cannot be explained by the historical situation alone: for example, by the hunger and misery that prevailed in Germany after World War I and gave men like Hitler the material to incite and radicalize the masses.
Perhaps my reasoning is wrong, but even the studentsâ resistance to the cries of âmea culpaâ shows that for them, the problem of the Third Reich still seems just as unresolved, âannoying,â and typically German as it did for everyone who was confronted with it before them. Only when that is no longer the case should we sit up and take notice with alarm.
V. Is recent European history part of academic programs?
In principle, the most recent history of Europe (the term we use is âcontemporary historyâ) is part of the curriculum: a topic that greatly interests students. In my class (admittedly, a school focused on the sciences), technical topics were preferred over political or economic policy topics. In the final grades, and especially for the Abitur, essay topics are almost exclusively taken from this subject area.
Mr. Spranger wrote to me:
âI teach German and history in the upper school (the last grades before the Abitur) and can form an opinion about the studentsâ attitude toward contemporary history: They are spectators or participants in current events, which they study daily in the newspaper, in class, and on television. They often display an astonishing amount of factual knowledge. I have âspecialists in international treaties,â economic issues, etc. in my classes. The students often know more details than I do. I have to admit that, because I unfortunately lack the time… In any case, the most interesting political discussions I have are not with teachers, but with students. They are really open-minded.â I was delighted to hear this from Mr. Spranger; perhaps now, for the first time in German history, a politically-minded generation is finally growing up.
Â
VI. Does popular opinion consider the â Globke caseâ[22] a scandal, or is it ignored, or approved of? How is his presence alongside Adenauer justified? How does he justify himself?
The âGlobke caseâ is little known among the general public. And even the little that is knownâfor example, about his role in the Jewish questionâis vague. But because his name was mentioned in connection with Hitlerâs âNuremberg Race Lawsâ and at the Eichmann trial, the people whose opinion I asked consider it unacceptable that Globke should hold such a prominent position alongside Adenauer.
âTeachers and students alike seem to be poorly informed, yet they demand that such a man be removed from office. OberlĂ€nder had to go,[23]Globke should go too. People say that Globke should leave of his own accord and not wait for a trial.â (Spranger)
Although it is clear (there are a number of available testimonies) that he served the Catholic Church, his case is generally considered very controversial.
 I personally have read two documents on the Globke case so far. I also know for certain that in April 1961, German television conducted an interview,[24] in which Globke responded to the accusations. Unfortunately, I did not hear the interview, nor do I have a written transcript of it. Therefore, I can only base my opinion of the Globke case on the two aforementioned documents.
 First, there is the book by Reinhard M. Strecker: âHans Globke, Documents, Case-file Excerptsâ
(Mr. Strecker is well known in Germany for an exhibition of incriminating material against âNazi judgesâ who were still in office. His exhibition resulted in the federal government drafting a law allowing âincriminatedâ judges and prosecutors to retire within a limited period of time if they wanted to keep their pensions. The law has been in force for some time now).[25]
Streckerâs book was published in 1961, but soon had to be withdrawn by the publisher because Mr. Globke initiated legal proceedings against Mr. Strecker over material in the book. A few weeks ago, newspapers reported that the trial had ended and that the book could be sold again if â22 untrue claimsâ were removed from it.
The book contains: documents and excerpts from files relating to Globkeâs activities during the Third Reich, i.e., excerpts from Globkeâs commentary on the Nuremberg Laws, excerpts from essays, and explanations. Documents relating to Globkeâs career, i.e., letters of recommendation, other letters, medals, excerpts from newspaper articles on the Globke case, and positive and negative statements about this case by well-known individuals.
Strecker clearly wants to incriminate Globke with this book, even though he attempts to present an[26] objective picture of the facts. When it comes to Globkeâs own justifications[27]I have largely followed the documents and excerpts in Streckerâs book and assume that the passages quoted correspond to the originals, as they can be verified by the dates, source references, and photographs. However, in the examples from Globkeâs commentary on the racial laws, I had to adopt Streckerâs interpretation entirely, as I am not at all familiar with the legal side of this matter. I therefore ask you to bear in mind, particularly at this point in my remarks, that these examples (unlike the printed letters or essays) have been taken out of context and may therefore, as is often the case in other instances, be interpreted in the exact opposite way.
I will mark everything I know from Mr. Strecker with the letter S.
I have a second document on the Globke case in the monthly magazine Diskussion (âDiscussionâ), published by the Federal Association of German-Israeli Study Groups (university groups).[28]Under the heading âDr. Globke and Political Humanism,â a controversy is played out in letters between a member of the Protestant Church Congress Committee (Prof. Dr. Goldschmidt)[29] and the Press Office of the Federal Government (Dr. WĂŒnsche). This controversy followed a statement issued by âWorking Group 6â of the Protestant Church Congresson July 22 on the Globke case: (D)[30]
âWe believe that, for the sake of integrity and clarity in our reorientation, it is urgently necessary that those who are particularly tainted by the past take a back seat. You will think of the name Globke, as do I. But I am not thinking only of Globke. Isnât it actually shameful, shocking, and humiliating that 16 years (1961) after the events, individuals still have to emerge from the shadows or be dragged out because they were leading participants in crimes? We appeal not only to the authorities in both parts of Germany to separate themselves from these people; we also appeal to these individuals themselves to see reason and resign.â
I will designate everything I draw from this document with the letter D.
The Globke case was perceived as a scandal in the press in:
Strecker: Dr. Hans Globke 1961
Spiegel, German news magazine 1956-61
Diskussion (see above)1961
Frankfurter Rundschau (S) 1949, 1961/ Berliner Allgemeine Zeitung (S) 1951
Telegraf (S) 1956 / Hamburger Echo (S) 1960
It was discussed in:
Die Zeit (S) in an interview with Globke, 1961
Welt (S) 1961 / Frankfurter Allgemeine (S) 1961
Fernsehinterview 1961
Globke was justified by:
Adenauer (S) 1950 / Dr. BarzelCDU (D) 1961 / Bundespresseamt, Dr. WĂŒnsche (D) 1961
He was denounced by:
Dr. ArndtSPD (S) 1950 / Dr. BöhmCDU (S) 1961 / âArbeitsgruppe 6â (see above)[31] (D) / Prof. Goldschmidt (D)[32] I have taken Globkeâs own justification from an interview with the newspaper Die Zeit and the transcripts of Globkeâstestimony at the Nuremberg Trials in 1945 (S)Â
(Globke served as a senior civil servant in the Reich Ministry of the Interior from 1933 to 1945. The Reich Ministry of the Interior was responsible for Hitlerâs Nuremberg Race Laws. The Reich Minister of the Interior was Frick, his State Secretary was Stuckart, and Stuckart was Globkeâs direct superior. Together with Stuckart, Globke wrote the commentary on the Nuremberg Laws in 1935. He was responsible for numerous tasks at the Ministry.)
During the Nuremberg Trials, Globke admitted to having known about the systematic mass murder of Jews. However, he claimed not to have known that this affected all Jews. He also knew about the killing of the mentally ill[33] and about the atrocities committed by the SS under Frick and Himmler (head of the SS).
â In an interview with âZeitâ (Z), Globke said: âI could only maintain my position, in which I helped many opponents of the regime, if I did not make myself recognizable to the Nazis as a declared opponent from the outset.â
Globke says he knew nothing about the intention behind the Nuremberg Laws and that he did not help draft them (Z). He wrote the commentary on these laws together with Stuckart five months after the Nuremberg Laws were published. The âMinisterial Gazette of the Ministry of the Interiorâ states the following about this commentary: âIt (the commentary) is of particular importance because the two authors were officially involved in the creation of the racial laws.â
â According to Strecker, Globke claimed that his involvement in the racial laws was only mentioned in the paper to boost sales of the pamphlet.
This is contradicted by the fact that the statement was made in an official publication and Globke did not protest it.
Globke considered the Nuremberg Laws necessary because they would have put a stop to the arbitrary measures of the Gauleiters.[34]
When asked whether Globke considered the Nuremberg Laws to be persecution, he replied:
â âThe question of whether the Nuremberg Laws as such constitute persecution may be disputed on the basis of legislation in other countries. Other countries also have legislation that targets individual groups of the population, without it being possible to say that this legislation as such constitutes a crime.â
In response to the question (Z): âWhy did you write the commentary on the Nuremberg Laws, which was later so heavily criticized?â Globke replies:
â âHitlerâs deputy, Rudolf Hess, attempted to intensify the effect of the Nuremberg âratial lawsâ through harsh enforcement regulations…. Under the circumstances at the time, the commentary was a protection for many people who were racially discriminated against.â[35]
Excerpts from Globkeâs commentary with Streckerâs interpretation:
â Regarding §6 of the âBlood Protection Lawâ (BPL), Globke (Gl.) writes:
âEvery people is impaired in its viability by the admission of foreign blood into the body of the people. One of its main concerns, however, should be to preserve the purity of its blood.â
â Gl. provides a justification for the branding of Jews with the Star of David in advance of §4 of the BPL:
âSince, according to National Socialist ideology, Jews do not belong to the German people, but rather form a separate people, albeit without a state, German symbols are out of the question for them. However, members of the Jewish people may use their own symbols to outwardly express their affiliation with their ethnicity.â
â Regarding non-Jews of Jewish descent (âMischlingeâ), Gl. writes:
âA grandparent of full German blood who, for example, converted to the Jewish religious community on the occasion of his marriage to a Jew, is considered … fully Jewish for the racial classification of his grandchildren. No counterevidence is permitted. This rule makes racial classification much easier … It doesnât matter how long the grandparent belonged to the Jewish religious community. Even temporary membership is enough.â
There was no mention of this interpretation in the law.
â Gl. expressly refers to marriages between Germans and Gypsies; thus, in addition to the German-Jewish âcontrast,â another is emphasized:
âThis prohibits marriages from whichâapart from cases of German-Jewish interracial marriagesâracially undesirable offspring can be expected, for example marriages between Germans and Gypsies…â
â Gl., created a further tightening by adding to §I of the BPL:
(âMarriages between Jews and citizens of German or related blood are prohibited; marriages concluded despite this prohibition are null and void, even if they are concluded abroad in order to circumvent this lawâ)âto the words âmarriages concluded abroad are null and void.â
Globke replied to the question (Z): âIt is claimed, Mr. Secretary of State, that your commentary in some places comes to even more unfavorable conclusions than the Nuremberg Laws for those affected. What do you say to this accusation?â
â âThat is not true. But of course I could not allow any user of the commentary to get into trouble because of opinions that were not followed in practice.â
Globke, as the official responsible for the law on name changes, drafted the regulations for this law. In it, he compiled a list of Jewish first names; every Jew was to place these first names before their family names for better identification. Those who did not want to do so had to add âSaraâ or âIsraelâ to their family names; this suggestion also came from Globke.
When asked (during the Nuremberg Trials): âDid you work on drafting the regulations on changing family names?â Gl. replied:
â âI was the consultant for the name change law and therefore worked on all issues related to name changes…The ministry received submissions from the public stating that Jews should have an addition to their names that distinguished them from non-Jews…we came to the conclusion that it would be a milder solution if, instead of changing the family name to the desired form, Jews were required to use an additional Jewish first name.â
Justification of Globke by other persons:
In 1950, Adenauer said (S) the following:
âDr. Globkeâs political past has been meticulously examined by the Allies. A German authority does not need to be any more meticulous than the occupying powers.â
Speaking to students in Bonn in July 1961, Dr. Barzel of the CDU addressed the Globke case (D). I would like to summarize some of the main points of his speech: As a victim of Nazi persecution, Adenauer would never have chosen one of his tormentors as a colleague, even though Globke had not been charged at the Nuremberg Trials.
The Globke case was a âchapter in the book of internal resistance against Hitler.â Globke had acted out of âdeep political responsibility based on the power of faith.â Globkeâs involvement in commenting on and formulating anti-Jewish laws had always been âmitigating, restrictive, helpful.â
Prof. Goldschmidt writes to Mr. WĂŒnsche (D):
âWhen weighing the incriminating and exonerating evidence (in the Gl. case), the former, which is summarized and completed by Streckerâs publication, weighs considerably heavier… If he saved individual persons or groups from this fate, this action must be considered a mitigating circumstance, but it can never serve as justification. His behavior can at best be understood as arising from a state of emergency.â
Barzel goes on to say that he regrets that Democrats often repeat âwhat Communists cleverly put out there.â
Goldschmidt comments on this point:
â…that we must not allow ourselves to be prevented from recognizing our own mistakes and discussing them publicly solely because the communists have also discovered them.â
Barzel: Streckerâs individual accusations would collapse âwhen viewed in the light of day.â
The fact that they did not collapse is demonstrated by the court ruling in the âStrecker-Globkeâ case (see above)[36] However, the 22 untrue allegations do not add up to a 280-page book!
Barzel: has never been a party member (Globke!)
Strecker: âDocuments in the American Document Center in Berlin show, however, that Dr. Gl.âs application for membership in the NSDAP was rejected despite a recommendation by Stuckart on the grounds that he had too close ties to influential Catholic circles.â Gl. had at least tried to join the party. Incidentally, under the coercive conditions of the time, party membership cannot necessarily be equated with being a âNaziâ and vice versa.
Barzel: Gl. would not have had a âcareerâ in the Third Reich.
Streckerâs book shows that Gl. advanced from government councilor (1932) to senior government councilor (1933) to ministerial councilor (1938). In the ministryâs distribution of its business plan, Gl. is mentioned 14 times in 1936, 23 times in 1938, 31 times in 1941, and 30 times in 1945. He also received six medals.
Gl. certainly did not exactly âmake his fortuneâ in the Third Reich, but it would be wrong to say that he had no career at all.
Barzel: Gl. fought and resisted alongside the men of July 20 (on July 20, 1944, an attempt was made to assassinate Hitler. In contrast to earlier assassination attempts, this time large sections of the population were indirectly involved). Testimonies from well-known personalities (especially from Catholic circles) confirm this (S).
Goldschmidt: âWhy, incidentally, was it not until 1961 that it became known that Gl. was a âman of the inner resistanceâ? The âJuly 20, 1944 Working Groupâ knows nothing about this… To my knowledge, the name Dr. Globke is not found in any of the major publications on the inner resistance to date.â
Towards the end of Barzelâs lecture, he states:
âWe donât want any new denazification! Those who committed crimes belong in court!â
Goldschmidt: âDr. Globke is clearly not guilty of any criminal offense punishable by law under the current penal code, but he is nevertheless guilty of a grave historical offense against the Jewish people.â
In the dispute between Mr. Goldschmidt (Evangelical Church) and Mr. WĂŒnsche (Federal Press Office),two[37] fundamentally different views are at play:
Goldschmidt: âFar be it from me to deny Dr. Globke the right to hold any position in the administration of the Federal Republic that is commensurate with his education. In my opinion, however, the highest political offices must be filled by individuals who are in no way compromised by their conduct[38] between 1933 and 1945. The Federal Republic, as a state system of political humanism, lacks internal credibility as long as Mr. Globke and similar figures are active in leading positions, in judicial positions, in senior educational offices, and similar posts.â
WĂŒnsche: âHowever, if the federal government were to discriminate[39] against the people who risked their lives to do their duty here during the âThird Reichâ by limiting their opportunities to participate in the reconstruction of the Federal Republic, I would consider that morally reprehensible. Contrary to your statement, it seems to me that the Federal Republic, as a state system of political humanism, would lack internal credibility if it were to abandon people like Dr. Globke simply to avoid attacks.â
In weighing the evidence for and against the Globke case I have relied solely on German testimony from individuals and organizations. However, Streckerâs book contains numerous documents from foreign individuals and bodies that incriminate Globke. But it would be too much to list these as well.
Let me conclude by saying a few more things about the âGlobke caseâ that occurred to me while writing:
âReputableâ newspapers (such as âDie Zeitâ, âSĂŒddeutsche Zeitungâ, âFrankfurter Allgemeineâ) report that the federal government is finally making efforts to remove incriminated judges from their positions through the aforementioned law. This is progressing very slowly because, for one thing, âmoral guiltâ is much more difficult to establish than criminal guilt. For another, these judges are understandably reluctant to admit today that they rendered any services to the Third Reich.
You may know that, in addition, a âcentral officeâ has existed in Ludwigsburg (a city in southern Germany) since 1958, from which preliminary investigations against the mass murderers of the Third Reich are conducted. The trials against these people, which are reported in the newspapers almost daily, could only take place on the basis of these investigations.
A German of Jewish descent who now lives abroad once said to me: âI think itâs good that old Nazis are allowed to remain in their positions. That way, they are kept busy and under control. If they were to take up inappropriate occupations or even become unemployed, they would regroup and oppose the existing order.â
Groups of right-wing extremists have already formed organizations, and I have an informative report on this: an evaluation of statistics on âRight-wing Extremism in the Federal Republic,â published by Bonn in 1961 and not accessible to the general public, meaning that this report cannot be purchased easily.[40]
Unfortunately, I have to return this document to the lender, otherwise I would have sent it to you right away. The book by Strecker does not belong to me either, and it is not available for purchase at the moment. However, I will try to obtain both documents and send them to you if you would like.[41]
And I have just discovered another book that was recently published and âmeticulously records people and documents.â It is called âConspiracy from the Rightâ.
So now I have reached the end of my letter and, as in all things, I am once again struck by doubts about the questionable nature of my actions: reducing complicated, multi-layered circumstances and phenomena to a simple formula. How easily any logically gifted person could destroy my arguments with valid counterarguments. My âknowledgeâ of the things discussed here is less than minimal, and I ask myself again how I could dare to write to a person like you: After all, I have lived a cheerful life so far, accompanied by friendly people, and without ever having proven myself even once![42] Surely the spontaneous desire, the joy of communicating with another person, does not justify inexperience and ignorance?
I can therefore only ask you again and again to regard my communications as merely the casual remarks of some afternoon[43] visitor dropping by: they say nothing that has not already been said by someone else.
Your questions have led me to consider things I had not thought about before, and that has enriched me. For that, and for yet another thing, I sincerely thank you: that I was allowed to write to you, even though I do not deserve such good fortune.
Yours,
Brigitte Distler
As I am reading through this letter, I see how full it is of printing errors and crossed-out words. Please forgive me for this: I am inexperienced at typing, and the model of this typewriter is also quite old!
16 Juni 1962
 Sehrgeehrter Herr Dr.Levi!
Ăber meine Antwort auf Ihren Brief ist es FrĂŒhling geworden, und ich hoffe, Sie haben trotz meines langen Schweigens nicht die Geduld mit mir verloren. Ich schrieb Ihnen bereits, daĂ Ihre Fragen in Gebiete hineinreichen, ĂŒber die ich nur wenig, eigentlich gar nichts wuĂte. Inzwischen habe ich mich aber mit einigen Menschen unterhalten, die mir auf freundliche Weise halfen: sie teilten mit ihre Erfahrungen in dieser Angelegenheit mit und schickten mir BĂŒcher und Schriften. So verging die Zeit mit Warten auf versprochene Briefe und BĂŒcher und dem Lesen dieser BĂŒcher, Leider muĂte ich noch nebenher Vorlesungen und Seminare besuchen, sodaĂ ich erst in diesen Tagen dazu gekommen bin, alle GesprĂ€che und Mitteilungen fĂŒr Sie zu einem Ganzen zu fĂŒgen.
Bitte halten Sie mich nicht fĂŒr pedantisch, wenn ich Sie drauf aufmerksam mache, daĂ meine eigenen GedankengĂ€nge bei der Beantwortung Ihrer Fragen höchst subjektiv sind, meine Darstellungsweise aber durch und durch laienhaft ist; nichts davon kann daher allgemeingĂŒltiges aussagen. Ich weiĂ, daĂ ich viele Dinge einseitig und daher falsch beurteile, in Diskussionen kann ich geradezu fanatisch und unlogisch sein. Sie können daher ein relativ âechtesâ Bild nur dann erhalten, wenn Sie viele Stimmen zu diesem Thema hören. â Doch das wissen Sie so gut wie ich, und ich bitte Sie, mir meine Pedanterie nicht ĂŒbel zu nehmen.
Zum ĂuĂeren des Briefes muĂ ich mich bei Ihnen fĂŒr die unmögliche LĂ€nge meiner AusfĂŒhrungen entschuldigen. Die Zeit drĂ€ngte ja, und so blieb vieles stehen, was man kĂŒrzer hĂ€tte ausdrĂŒcken können. Auch mein Stil hat unter der BeschĂ€ftigung mit Dokumenten und AktenauszĂŒgen ziemlich gelitten, auch darĂŒber bin ich Traurig,
Bevor ich nun auf Ihre Fragen eingehe, möchte ich Ihnen nocheinmal fĂŒr Ihren Brief danken, es gibt kaum etwas, worĂŒber ich mich so gefreut habe.
Sie schreiben, daĂ Ihnen ein Echo Ihres Buches bei den jungen Menschen am liebsten sei. Dabei fiel mir ein, daĂ viele meiner Klassenkameraden und ich mit vierzehn Jahren bereits die Tagebuchaufzeichnungen der âAnne Frankâ lasen; heute gilt dieses Buch als das meistgelesenste der âFischer-BĂŒchereiâ, die TaschenbĂŒcher dieses Verlages aber werden besonders gern von SchĂŒlern und Studenten gelesen.[1]
Zu Ihren letzten Gedanken möchte ich noch folgendes sagen: Ich liebe zwar die Landschaft, in der ich aufgewachsen bin, ich bete meine Mutter an, den Deutschen als ganz bestimmten Typ aber kann ich nicht mit Freude betrachten: vielleicht weil er mir noch zu sehr mit jenen Eigenschaften behaftet zu sein scheint, die in jĂŒngster Vergangenheit zu so hoher BlĂŒte gelangten. Vielleicht aber auch deshalb, weil ich in ihm mich selbst als ihm wesensgleich verabscheue.[2]
Es zeigt Ihre unendliche Toleranz uns Deutschen[3] gegenĂŒber, wenn Sie glauben, daĂ das Land âBeethovens und Schillersâ den anderen Nationen vielleicht einmal wieder etwas zu sagen hĂ€tte. Seit Brecht, Kafka oder Schönberg ist es auf kulturellem Gebiet hier ziemlich still geworden. Auf dem Gebiet der Politik aber ist eine solche Stille nur angenehm!
Ich persönlich glaube, erst dort kann groĂe Kunst und Dichtung gedeihen, wo das geistige Klima eines Landes frei ist von ĂbersĂ€ttigung und TrĂ€gheit.Vielleicht ist eine solche Zeit tatsĂ€chlich im Kommen und die âNachgeborenenâ werden davon berichten.
Doch nun zu Ihren Fragen:
I. Hat es unter den Lehrern und Professoren nach 1945 eine Auslese gegeben? Sind diejenigen Lehrer entfernt worden, die sich mit dem Nationalsozialsmus eingelassen haben?
NatĂŒrlich hat es 1945 eine Auslese unter den Lehrern und Professoren gegeben. Sie muĂten wie jeder andere Deutsche sich der sogenannten âEntnazifizierungâ unterziehen. Das heiĂt, sie wurden je nach dem StĂ€rkegrad ihrer Beteiligung am âDritten Reichâ in bestimmte Entnazifizierungsstufen[4] eingeordnet und wurden nicht selten mit GefĂ€ngnis oder Zuchthaus
bestraft. Ich selbst war damals noch zu klein, um etwas davon zu wissen. Was ich noch erfahren konnte, war das:
âDie Entnazifizierung war unbeliebt, weil sie von den noch damals feindlichen Amerikanern angeordnet war und sie wurde höchst dilettantisch durchgefĂŒhrt und zum gröĂten Teil sabotiert.â (Max Bachmann, Oberregierunsrat)
In der Regel wurden Lehrer und Professoren, die sich mit den Nazis eingelassen hatten, aus den staatlichen Lehranstalten entfernt; ich weiĂ von mehreren FĂ€llen.[5] Die Redaktion des âSpiegelâ (ein viel gelesenes, oft kritisiertes Nachrichtenmagazin)[6] schrieb mir dazu:
âDie MaĂnahmen der sogenannten Entnazifizierung in der ersten Zeit nach dem Kriege sind spĂ€ter nicht mehr aufrechterhalten worden, und das war wohl auch gar nicht möglich, denn man hĂ€tte ja eine ganze Generation von Lehrern und Professoren in die Verbannung schicken mĂŒssen.â
II. Wenn sie ihre Stellung behalten haden, haben sie auch ihre Ideen behalten, haben sie sie gewechselt oder tun sie so,[7]Â als hatten sie sie gewechselt?
Die meisten der Lehrer und Professoren waren Parteimitglieder,[8] sogenannten âMitlĂ€uferâ. Viele, vor allem die damals jungen unter ihnen, waren als Soldaten im Krieg oder sie waren ĂŒberhaupt noch zu jung dafĂŒr. Letzteres trifft zum Beispiel auf fast alle Lehrer meiner Schule zu. Ăber die Haltung der dagebliebenen Lehrer und Beamten, die keine Soldaten waren, schrieb man mir:
âIm GroĂen und Ganzen sind sowohl die Beamten als auch die Lehrer noch dieselben wie im 1000-jĂ€hrigen Reich, und es ist natĂŒrlich, daĂ diese sich nicht gerne mit ihrer Vergangenheit belasten. Die deutschen Hochschlen und ihre Professoren haben ja in jenen Jahren am meisten versast.â (M. Bachmann)[9]
Ein junger Lehrer (H. Spranger), den ich noch von meiner Schulzeit her kenne, schrieb mir ĂŒber die Haltung seiner Kollegen heute:
âEs wich mir kein Lehrer aus, wenn ich ihn nach seiner Stellung im Dritten Reich befragte. Zusammenfassend möchte ich sagen, daĂ ich keinerlei nazistische Meinungen, Tendenzen u.s.w. feststellen kann. Es wird nicht ĂŒbermĂ€Ăig ĂŒber politische Fragen diskutiert, man schimpft ĂŒber unsere Regierung, wie man es ĂŒberall tut. Es ist mir auch kein SchĂŒler begegnet, der irgendeinen Lehrer als âheimlichen Naziâ bezeichnet hĂ€tte.â[10]
Von vier Studenten berichtete einer von einem Lehrer seiner Schule, der wegen antisemitischer ĂuĂerungen aus dem Schuldienst entlassen wurde. Eine Studentin erzĂ€hlte, daĂ ihr frĂŒherer Mathematik-Lehrer noch heute den SchĂŒlern von seinen Erlebnissen als ehemaliges Mitglied der SS berichtet.
An meiner Schule gibt es einen Pfarrer, von dem ich Ihnen bereits schrieb.[11] Auffallend sind seine Vorurteile gegenĂŒber den Juden, die ihren Ursprung wahrscheinlich im religiösen Gegensatz âJudentum-Christentumâ haben, die sich aber unheilvoll auswirken können. Meiner Ansicht nach ist er in die Reihe der sogen. âPhilosemitenâ einzuordnen, die ja den Antisemiten in vielem gleichen.[12]
Die Russisch-Lehrerin, von der ich Ihnen schrieb,[13]Â ist Russin und unterrichtet an keiner Schule, Ich hatte mit ihr heftige, aber erfolglose Auseinandersetzungen und nehme bei ihr keinen Unterricht mehr.[14]
AbschlieĂend glaube ich, feststellen zu können, daĂ der Prozentsatz von nazistisch belasteten Lehrern auf den staatlichen Schulen gering sein muĂ. Es handelt sich dabei wahrscheinlich gröĂtenteils um Lehrer Ă€lteren Jahrgangs, die hoffentlich bald pensioniert werden. Wichtig jedoch ist, daĂ man selbst diesen Prozentsatz erkennen und beseitigen muĂ. Das erfordert beiden SchĂŒlern ein âangeborenes MiĂtrauenâ und vor allem den Mut zur Kritik, beidem bin ich wĂ€hrend meiner Schulzeit kaum begegnet, weiĂ aber durch meine Geschwister,[15] daĂ es MitschĂŒler gab, die diese Eigenschaften besaĂen.
III. Spricht man in den Schulen ĂŒber das Dritte Reich?
WĂ€hrend meiner Schulzeit wurde ĂŒber das Dritte Reich in zwei verschiedenen Jahren ausfĂŒhrlich gesprochen[16] und zwar geschah das nicht nur im Geschichts unterricht, sondern auch in den FĂ€chern: Deutsch, Sozialkunde, Religion und Biologie.
H. Spranger, der junge Lehrer schrieb mir:
âDer Vorwurf, den man immer wieder hört, daĂ die Schulen die SchĂŒler nicht genĂŒgend aufklĂ€rten, ist völlig unberechtigt. Lehrern und SchĂŒlern ist heute so viel Material in die HĂ€nde gegeben, daĂ jeder sich informieren kann. Im Unterricht wird diese Epoche der deutschen Geschichte ausfĂŒhrlich behandelt.â
Von anderen Studenten allerdings hörte ich, daĂ sie aus Zeitmangel â die jĂŒngste Geschichte wird meistens erst kurz vor dem Abitur (=AbschluĂprĂŒfung) behandelt â wenig ĂŒber jene Zeit unterrichtet wurden.
Fest steht, daĂ in allen Schulen ĂŒber das Dritte Reich gesprochen wird: ob viel oder wenig, hĂ€ngt wahrscheinlich von der Persönlichkeit des einzelnen Lehrers ab.
IV. Spricht man gern oder ungern darĂŒber?
In meiner Klasse gab es leidenschaftliche Diskussionen ĂŒber dieses Thema. Ich kann mich an eine Auseinandersetzung ĂŒber den Antisemitismus erinnern, die mit TrĂ€nen endete.
Die Lehrer wichen den Problemen nicht aus, im Gegenteil: sie zeigten[17] an Hand alter Zeitungen die Propagandamethoden der Nazis. Sie erzĂ€hlten, daĂ sie als junge Menschen meist kritiklos und voll Begeisterung der neuen Bewegung angehangen hĂ€tten; bei Jugendversammlungen, Sportveranstaltungen und Ă€hnlichem.Wir SchĂŒler haben sie deswegen heftig angegriffen, zu Unrecht, wie ich heute glaube: Kann man ihnen den Vorwurf machen, die Dinge weniger durchschaut zu haben als die Erwachsenen? Und hĂ€tten wir die satanischen Methoden Hitlers besser erkannt, mit denen er die Jugend fĂŒr seinen Krieg gewann?
âJene Zeit steht vor unseren Augen wie eine einzige groĂe Warnungâ, sagte mir vor kurzem ein MĂ€dchen meiner Schule. âDie Lehrer wollen uns[18] ihre Erfahrungen mitteilen, damit nicht von neuem groĂes UnglĂŒck geschehe.â
Ich muĂ hier betonen, daĂ die Schule, die ich besuchte, von Kindern (mehr Jungen als MĂ€dchen) aller sozialen Schichten besucht wird, und dies scheint mir eine besonders glĂŒckliche Mischung zu sein, die nicht in allen Schulen gegeben ist.
Herr Spranger berichtete von seiner Schule:
âIch muĂ sagen, daĂ die SchĂŒler sich zwar fĂŒr diesen Zeitabschnitt interessieren, daĂ sie aber sofort in Opposition gehen, wenn man von einer Schuld Deutschlands spricht. Viele behaupten sogar, daĂ sie genug hĂ€tten von dem âmea-culpaâ â Geschrei der Presse und ihrer Lehrer.
Eine zentrale Bedeutung kommt natĂŒrlich der Judenfrage zu. ZunĂ€chst einmal die Einstellung der Lehrer. Die ist durchaus so, wie es sich die maĂgebende Ăffentlichkeit wĂŒnscht. Wir veranstalten alle drei Monate eine âWoche der BrĂŒderlichkeitâ, in der hauptsĂ€chlich Fragen der Toleranz,[19] des Judentums und Rassefragen im Mittelpunkt stehen, Gerade die Lehrer zeigen darin einen ehrlichen Willen, die Jugend so zu erziehen, daĂ niemals wieder RassenhaĂ und Verhetzung entstehen können. Hier macht sich nun eine sehr starke Opposition der SchĂŒler bemerkbar sie erklĂ€ren, daĂ sie fĂŒr die SĂŒnden ihrer VĂ€ter nicht verantwortlich gemacht werden könnten und kritisieren die Methode, mit der ihnen das Judenproblem deutlich gemacht wird. Ăbrigens kritisieren nicht nur die SchĂŒler die Methode, sondern viele gute Zeitungen. Wahrscheinlich mischen sich zu viele Stellen ein, wenn es darum geht, die Jugend ĂŒber das Vergangene zu unterrichten.â
Das Gewicht, ob ĂŒber das Dritte Reich gern oder ungern gesprochen wird, scheint sich im Laufe der Zeit zugunsten der Lehrer verschoben zu haben. Ich erklĂ€re mir das so: Die Lehrer werden durch immer gröĂere Entfernung zu jener Zeit objektiver in ihrem Urteil. Den SchĂŒlern scheint es auf die Dauer unangenehm zu werden, von allen Seitenauf die âunbewĂ€ltigte Vergangenheitâ[20] aufmerksam gemacht zu werden.
IV. Neigt man dazu, es als eine isolierte Episode zu betrachten? Sucht man es zu rechtfertigen, zu entschuldigen?
Wir sprachen ĂŒber das Dritte Reich im ĂŒbrigen Zusammenhang der Geschichte, zwangslĂ€ufig kam es aber dazu, daĂ die damaligen Ereignisse in ihrer Einmaligkeit isoliert standen. Es scheint aber doch so zu sein, daĂ man das Dritte Reich, je gröĂer der Abstand von ihm wird, heute in ein gröĂeres Geschichtsbild einfĂŒgen kann und muĂ.[21]
Herr Spranger schreibt:
âDiese Epoche der deutschen Geschichte wird weder als Episode gesehen noch wird sie entschuldigt. Meiner Meinung nach ist sie noch vor ein paar Jahren zu sehr isoliert betrachtet worden, als etwas, was man nicht verstehen kann. Heute fragt man vielmehr nach den Wurzeln des Nationalismus, des Antisemitismus. In diesem Zusammenhang muĂ zwangslĂ€ufig die Mitschuld des Auslands auftauchen. Vor allem die SchĂŒler fragen danach und zeigen vielfach eine Einstellung, die der Einstellung der Lehrer widerspricht.â
Aber aus der geschichtlichen Situation allein ist die Unmenschlichkeit des Regimes und seiner Handlanger nicht zu erklĂ€ren: wie etwa aus dem Hunger und Elend, die nach dem I. Weltkrieg in Deutschland herrschten und MĂ€nnern wie Hitler Stoff fĂŒr die Aufhetzung und Radikalisierung der Massen in die HĂ€nde gab.
Vielleicht ist meine Ăberlegung falsch, aber selbst am Widerstand der SchĂŒler gegen das âmea culpaââ Geschrei kann man doch erkennen, daĂ fĂŒr sie das Problem des Dritten Reiches noch genauso ungelöst, âĂ€rgerlichâ und typisch deutsch erscheint wie fĂŒr alle, die vor ihnen damit konfrontiert wurden. Erst wenn das einmal nicht mehr so ist, sollte man erschreckt aufhorchen.
V. Gehört die neueste Geschichte zum Programm der Schulen?
GrundsĂ€tzlich gehört die neueste Geschichte Europas (der Terminus hierfĂŒr lautet âZeitgeschichteâ) zum Unterricht: ein Thema, das die SchĂŒler sehr interessiert. In meiner Klasse (einer naturwissenschaftlichen Schule allerdings) wurden neben den technischen, die politischen, beziehungsweise die wirtschaftspolitischen Vortragsthemen bevorzugt. In den letzten Klassen und besonders im Abitur werden die Aufsatzthemen fast ausschlieĂlich aus diesem Bereich gestellt.
Herr Spranger schrieb mir:
âIch unterrichte selbst Deutsch und Geschichte in der Oberstufe (das sind die letzten Klassen vor dem Abitur) und kann mir ĂŒber die Einstellung der SchĂŒler zur Zeitgeschichte ein Urteil bilden: Die SchĂŒler sind Zuschauer oder Teilnehmer am Zeitgeschehen, das sie tĂ€glich studieren in der Zeitung, im Unterricht, durch das Fernsehen. Sie zeigen oft ein erstaunliches Sachwissen. Ich habe in meinem Klassen âSpezialisten fĂŒr internationale VertrĂ€geâ, fĂŒr Wirtschaftsfragen, u.s.w. Die SchĂŒler wissen oft mehr Details als ich. Ich muĂ das zugeben, denn mir fehlt leider die Zeit⊠Jedenfalls die interessantesten politischen GesprĂ€che fĂŒhre ich nicht mit Lehrern, sondern mit SchĂŒlern. Sie sind wirklich aufgeschlossen.â Ich habe mich gefreut, als ich dies von Herrn Spranger hörte; vielleicht wĂ€chst nun endlich und zum ersten Mal in der deutschen Geschichte eine politisch-denkende Generation heran.
VI. Wird der âFall Globkeâ[22] in der allgemeinen Meinung als Skandal empfunden, wird er ignoriert, wird er gebilligt? Wie wird seine Anwesenheit neben Adenauer gerechtfertigt? Wie rechtfertigt er sich selbst?
Der âFall Globkeâ ist in der Allgemeinheit nur wenig bekannt. Und auch ĂŒber das wenige â zum Beispiel ĂŒber seine Rolle bei der Judenfrage â weiĂ âmanâ nur ungenaues. Weil aber sein Name zusammen mit Hitlers âNĂŒrnberger Rassegesetzenâ und beim Eichmann-Prozess genannt wurde, halten die Menschen, die ich um ihre Meinung fragte, es fĂŒr untragbar, daĂ Globke an so exponierter Stelle neben Adenauer steht.
âLehrer wie SchĂŒler zeigen sich zu wenig informiert, fordern aber doch, daĂ man einen solchen Mann aus seinen Ămtern entfernen soll. OberlĂ€nder muĂte gehen,[23] soll Globke auch gehen. Man sagt, Globke soll von sich aus gehen und nicht erst einen Prozess abwarten.â (Spranger)
Obwohl feststeht, (es sind eine Reihe von Zeugnissen vorhanden) daĂ er der katholischen Kirche Dienste geleistet hat, gilt sein Fall allgemein als sehr umstritten.
Ich persönlich habe bis jetzt ĂŒber den Fall Globke zwei Dokumente gelesen. AuĂerdem weiĂ ich sicher, daĂ im April 1961 ein Interview des deutschen Fernsehens stattfand,[24] in dem Globke zu Anschuldigungen Stellung genommen hatte. Ich habe das Interview leider nicht gehört, besitze auch seine schriftliche Fixierung nicht. So kann ich mich zum Fall Globke nur auf die zwei genannten Dokumente stĂŒtzen.
Da ist zum einen das Buch von Reinhard-M. Strecker: Dr. Hans Globke, Dokumenteâ AktenauszĂŒge
(Herr Strecher ist in Deutschland bekannt durch eine Ausstellung von Belastungsmaterial gegen noch amtierende âNazi-Richterâ Seine Ausstellung hatte zur Folge, daĂ die Bundesregierung ein Gesetz entwarf, nachdem sich âbelasteteâ Richter und StaatsanwĂ€lte in einer zeitlich begrenzten Frist pensionieren lassen können, wenn sie ihre Pension behalten wollen. Das Gesetz ist seit einiger Zeit rechtskrĂ€ftig).[25]
Das BuchStreckers erschien 1961, muĂte aber schon bald vom Verlag wieder eingezogen werden, da Herr Globke gegen Herrn Strecker wegen des Buches ein gerichtliches Verfahren eingeleitet hatte. Vor wenigen Wochen wurde in den Zeitungen berichtet, daĂ der Prozess beendet sei und das Buch wieder verkauft werden darf, wenn â22 unwahre Behauptungenâ daraus entfernt worden seien.
Das Buch enthĂ€lt: Dokumente und AktenauszĂŒge aus dem TĂ€tigkeitsbereich Globkes wĂ€hrend des Dritten Reiches, also AuszĂŒge aus Globkes Kommentar zu den NĂŒrnberger Gesetzen, AuszĂŒge aus AufsĂ€tzen und ErlĂ€uterungen. Dokumente zum Berufsgang Globkes, also Empfehlungsschreiben, Briefe, Orden. AuszĂŒge aus Zeitungsartikeln zum Fall Globke, positive und negative Stellungnahmen einzelner Persönlichkeiten zu diesem Fall.
Strecker will Globke mit diesem Buch offensichtlich belasten, obwohl er ein[26] objektives Bild von Tatsachen zu geben versucht. Ich bin bei der Frage nach Globkes eigener Rechtfertigung[27] witgehend den Dokumenten und AuszĂŒgen in StreckersBuch gefolgt und nehme auch an, daĂ die angefĂŒhrten Textstellen mit den Orginalen ĂŒbereinstimmen, da man sie durch die Jahreszahlen, Qellenangaben und Photographien nachprĂŒfen kann. Bei den Beispielen aus Globkes Kommentar zur Rassengesetzgebung muĂte ich jedoch Streckers Auslegung ganz ĂŒbernehmen, da ich mit der juristischen Seite dieser Angelegenheit ĂŒberhaupt nicht vertraut bin. Daher bitte ich sie, besonders an dieser Stelle meiner AusfĂŒhrungen zu bedenken, daĂ die Beispiele (im Gegensatz zu den abgedruckten Briefen oder AufsĂ€tzen) aus dem ĂŒbrigen Zusammenhang heraus gegriffen wurden und sich deshalb, wie es in anderen FĂ€llen oft geschieht, in ihr Gegenteil verkehren können.
Alles, was ich durch Herrn Strecker weiĂ, werde ich mit dem Buchstaben S bezeichnen.
Ein zweites Dokument zum Fall Globke liegt mir in der Monatsschrift: âDiskussionâ vor, herausgegeben vom Bundesverband Deutsch-Israelischer Studiengruppen (Hochschulgruppen)[28] Unter dem Thema âDr. Globkeund der politische Humanismusâ wird dort eine Kontroverse in Briefen ausgetragen zwischen einem Mitglied des evangelischen Kirchentag-PrĂ€sidiums (Prof. Dr. Goldschmidt)[29] und dem Presseamt der Bundesregierung (Dr. WĂŒnsche) Diese Kontroverse schloĂ sich an eine ErklĂ€rung an, die die âArbeitsgruppe 6â des ev. Kirchentages am 22. Juli zum Fall Globke gab: (D)[30]
âWir meinen, daĂ es um der Sauberkeit und der Klarheit unserer Umkehr willen dringend nötig ist, daĂ diejenigen, die mit der Vergangenheit besonders deutlich befleckt sind, in den Hintergrund treten. Sie werden dabei an den Namen Globke denken, ich tue es auch. Aber ich denke nicht nur an Globke. Ist es nicht eigentlich beschĂ€mend, erschĂŒtternd, demĂŒtigend, wie noch I6 Jahre (I96I) nach dem Geschehen wieder und wieder einzelne aus dem Dunkel hervortreten oder hervorgezerrt werden mussen, weil sie fĂŒhrend an Verbrechen beteiligt gewesen waren? Wir appellieren nicht nur an die AutoritĂ€ten in beiden Teilen Deutschlands, daĂ sie sich von diesen Leuten trennen möchten; wir appellieren auch an diese Personen selbst, daĂ sie einsehen und ausscheiden mögen.â
Alles, was ich dieser Schrift entnehme, werde ich mit dem Buchstaben D bezeichnen.
Als Skandal in der Presse wurde der Fall Globke empfunden in:
âFrankfurter Rundschauâ (S) 1949, 1961/ âBerliner Allgemeine Zeitungâ (S) 1951
âTelegrafâ (S) 1956 / Hamburger Echoâ (S) 1960
Zur Diskussion gestellt wurde er in:
âDie Zeitâ (S) in einem Interview mit Globke, 1961
âWeltâ (S) 1961 / âFrankfurter Allgemeineâ (S) 1961
Fernsehinterview 1961
Gerechtfertigt wurde Globke durch:
Adenauer (S) 1950 / Dr. BarzelCDU (D) 1961 / Bundespresseamt, Dr. WĂŒnsche (D) 1961
Verurteilt wurde er durch:
Dr. ArndtSPD (S) 1950 / Dr. BöhmCDU (S) 1961 / âArbeitsgruppe 6â (siehe oben)[31] (D) / Prof . Goldschmidt (D).[32] Wie und wodurch sich Globke selbst rechtfertigt, entnehme ich dem Interview mit der Zeitung âDie Zeitâ und den Protokollen der Zeugenaussagen Globkes bei den NĂŒrnberger Prozessen 1945 (S)
(Globke war von 1933-45 als Ministerialrat im Reichsinnenministerium tĂ€tig. Das Reichsinnenministerium war verantwortlich fĂŒr die NĂŒrmberger RassegesetzeHitlers, Reichsinnenminister war Frick, sein StaatssekretĂ€r Stuckart, Stuckart war der direkte Vorgesetzte Globkes.
Mit Stuckart verfaĂte Globke 1935 die Kommentare zu den NĂŒrmberger Gesetzen. Er war Sachbearbeiter zahlreicher Aufgaben des Ministeriums.)
WĂ€hrend der NĂŒrmberger Prozesse (Nr. Pr.) gab Globke zu, von den systematischen Massen morden an den Juden gewuĂt zu haben. Allerdings hĂ€tte er nicht gewuĂt, daĂ das alle Juden betraf. Er wuĂte weiter von der Tötung Geisteskranker[33] und von den Greueltaten der SS durch Frick und Himmler (Chef der SS).
â Im âZeitâ â Inteview (Z) sagt Globke: âIch konnte doch meine Stellung, in der ich vielen Gegnern des Regimes half, nur halten, wenn ich den Nazis nicht von vornherein als erklĂ€rter Gegner erkennbar wurde.â
Globke sagt, von der Absicht der NĂŒrmberger Gesetze nichts gewuĂt zu haben, auch hĂ€tte er sie nicht mitverfaĂt (Z). Den Kommentar zu diesen Gesetzen schrieb er zusammen mit Stuckart fĂŒnf Monate nach der Veröffentlichung der NĂŒrmberger Gesetze. Im âMinisterialblatt des Ministeriums des Innernâ heiĂt es zu diesem Kommentar: âIhm (dem Kommentar) kommt schon deswegen besondere Bedeutung zu, weil die beiden Verfasser am Zustandekommen der Rassegesetzgebung amtlich beteiligt waren.â
â Nach Strecker soll Globke behauptet haben: Die Beteiligung an der Rassen gesetzgebung sei in dem Blatt nur erwĂ€hnt worden, damit sich der Kommentar besser verkaufe.
Dagegen spricht, daà die Aussage von einem amtlichen Blatt gemacht wurde und Globke dagegen nicht protestiert hat.
Globke hielt die NĂŒrmberger Gesetze deshalb fĂŒr notwendig, weil sie den WillkĂŒhrmaĂnahmen der Gauleiter[34] Einhalt geboten hĂ€tten (Nr. Pr.)
Auf die Frage (Nr.Pr.); ob Globke die NĂŒrmberger Gesetze fĂŒr Verfolgungen hielte antwortet er:
â âDie Frage, ob die NĂŒrmberger Gesetze als solche eine Verfolgung darstellen, mag an Hand der Gesetzgebung in anderen Staaten bestritten sein. Es gibt auch in anderen Staaten eine Gesetzgebung, die sich gegen einzelne Gruppen der Bevölkerung richtet, ohne daĂ man daher sagen kann, daĂ diese Gesetzgebung als solche ein Verbrechen darstellt.â
Auf die Frage (Z): âWarum haben sie den spĂ€ter so viel kritisierten Kommentar zu den NĂŒrmberger Gesetzen geschrieben?â antwortet Globke:
â âHitlers Stellvertreter Rudolf HeĂ versuchte, die Wirkung der NĂŒrmberger âRassegesetzeâ durch harte DurchfĂŒhrungsbestimmungen zu verschĂ€rfen.
âŠUnter den damaligen UmstĂ€nden war der Kommentar fĂŒr viele rassisch diskriminierte Personen ein Schutz.â[35]
AuszĂŒge aus Globkes Kommentar mit der Auslegung durch Strecker:
â Zu §6 des âBlutschutzgesetzesâ (BLG) schreibt Globke (Gl.):
âJedes Volk wird durch die Aufnahme artfremden Blutes in den Volkskörper in seiner LebensfĂ€higkeit beeintrĂ€chtigt. Eine seiner Hauptsorgen sollte aber die Reinerhaltung seines Blutes sein.â
â Gl. liefert vorweg zum §4 des BLG eine BegrĂŒndung fĂŒr die Brandmarkung der Juden durch den David-Stern:
âDa die Juden nach nationalsozialistischer Auffassung nicht zum deutschen Volke gehören, sondern ein eigenes Volk, wenn auch keinen Staat, bilden, kommen die deutschen Symbole fĂŒr sie nicht in Frage. Die Angehörigen des jĂŒdischen Volkes können sich aber ihrer eigenen Symbole bedienen, um die Zugehörigkeit zu ihrem Volkstum dadurch Ă€uĂerlich kundzutun.â
â Ăber die jĂŒdisch verwandten Nicht juden (âMischlingeâ) schreibt Gl.:
âEin volldeutschblĂŒtiger GroĂelternteil, der etwa aus AnlaĂ seiner Verheiratung mit einem Juden zur jĂŒdischen Religionsgemeinschaft ĂŒbergetreten ist, gilt⊠gilt fĂŒr die rassische Einordnung seiner Enkel als volljĂŒdisch, Ein Gegenbeweis ist nicht zugelassen. Diese Regelung erleichtert die rassische Einordnung erheblichâŠWie lange der GroĂelternteil der jĂŒdischen Religionsgemeinschaft angehört hat, ist gleichgĂŒltig. Auch eine vorĂŒbergehende Religionsgemeinschaft genĂŒst.â
Von dieser Auslegung stand im Gesetz nichts.
â Gl. weist von sich aus ausdrĂŒcklich auf die EheschlieĂungen zwischen Deutschen und Zigeunern; so wird neben dem deutsch-jĂŒdischen âGegensatzâ noch ein anderer betont:
âHierdurch ist die SchlieĂung von Ehen verboten, aus denen â abgesehen von den FĂ€llen deutsch-jĂŒdischer Rassenmischehen â eine rassisch unerwĂŒnschte Nachkommenschaft zu erwarten ist, zum Beispiel die EheschlieĂungen zwischen Deutschen und ZigeunernâŠâ
â Eine weitere VerschĂ€rfung schuf Gl., indem er zum §I des BLG
(âEheschlieĂungen zwischen Juden und Staatsangehörigen deutschen oder artverwandten Blutes sind verboten, trotzdem geschlossene Ehen sind nichtig, auch wenn sie zur Umgehung dieses Gesetzes im Ausland geschlossen sindâ) â zu den Worten âim Ausland geschlossene Ehen sind nichtigâ eine Strafbestimmung hinzufĂŒgte.
Globke antwortete auf die Frage (Z): âEs wird behauptet, Herr StaatssekretĂ€r, daĂ Ihr Kommentar an einigen Stellen sogar zu noch ungĂŒnstigeren Folgerungen kommt als die NĂŒrmberger Gesetze fĂŒr die Betroffenen. Was sagen Sie zu diesem Vorwurf?â
â âEs trifft nicht zu. Aber ich durfte natĂŒrlich keinen Benutzer des Kommentars durch Auffassungen, die in der Praxis nicht befolgt wurden, nicht in Schwierigkeiten bringen.â
Globke als Sachbearbeiter fĂŒr das NamensĂ€nderungsrecht arbeitete die Verordnungen fĂŒr dieses Gesetz aus. Darin stellte er ein Verzeichnis von jĂŒdischen Vornamen auf; diese Vornamen sollte jeder Jude zu seiner besseren Erkennung vor seinen Familiennamen setzen. Wer das nicht wollte, muĂte âSaraâ oder âIsraelâ seinem Familiennamen hinzufĂŒgen; auch dieser Vorschlag stammte von Globke.
Auf die Frage (Nr. Pr.): âHaben Sie an der Bearbeitung der Vorschriften ĂŒber die Ănderung von Familiennamen mitgearbeitet?â antwortet Gl.:
â âich war Referent fĂŒr das NamensĂ€nderungsrecht und habe also an allen Fragen der NamensĂ€nderung mitgearbeitetâŠAus der Ăffentlichkeit kamen Eingaben an das Ministerium, wonach Juden einen Zusatz zu ihren Namen erhalten sollten, der sich von Nichtjuden unterschiedâŠwir sind zu dem Ergebnis gekommen, daĂ es eine mildere Lösung sein wĂŒrde, wenn nicht der Familienname in die gewĂŒnschte Form geĂ€ndert wĂŒrde, sondern wenn man die Juden verpflichten wĂŒrde, einen zusĂ€tzlichen jĂŒdischen Vornamen zu fĂŒhren.â
Rechtfertigung Globkes durch andere Personen:
Adenauer sagte 1950 (S) folgendes:
âDie politische Vergangenheit von Dr. Globke ist von den Alliierten minuziös nachgeprĂŒft worden. Eine deutsche Stelle btaucht nicht noch minuziöser als die BesatzungsmĂ€chte zu sein.â
Vor Studenten in Bonn Sprach Dr. BarzelCDU im Juli 196I zum Fall Globke (D) Einige Hauptpunkte seiner Rede will ich dem Sinn nach widergeben: Adenauer wĂŒrde als Verfolgter der Nationalsozialisten nie einen seiner Peiniger zum Mitarbeiter wĂ€hlen, auch sei Globke in den NĂŒrmberger Prozessen nicht angeklagt gewesen.
Der Fall Globke sei ein âKapitel aus dem Buch des inneren Widerstandes gegen Hitlerâ. Globke hĂ€tte aus âtiefster politischer, durch die Kraft des Glaubens bedingter Verantwortungâ gehandelt. Die Mitwirkung Globkes bei der Kommentierung und Formulierung antijĂŒdischer Gesetze sei immer âmildernd, einschrĂ€nkend, helfendâ gewesen.
Prof. Dr. Goldschmidt schreibt an Dr. WĂŒnsche (D):
âIn AbwĂ€gung von Belastung und Entlastung (im Fall Gl.) wiegt erstere, die durch die Publikation von Strecker zusammengefaĂt und vervollstĂ€ndigt ist, erheblich schwererâŠWenn er einzelne Personen oder Gruppen diesem Schiksal entzog, so muĂ dieses Tun als mildernder Umstand gewertet werden, aber niemals kann es als Rechtfertigung dienen. Sein Verhalten kann allenfalls aus einem Notstand entsprungen verstanden werden.â
Barzel sagt weiter: Er beklage, daĂ von Demokraten oft nachgeredet werde, âwas Kommunisten geschickt lancieren.â
Goldschmidt zu diesem Punkt:
ââŠdaĂ wir uns an der Einsicht in eigene Fehler und ihrer öffentlichen Diskussion nicht dadurch hindern lassen dĂŒrfen, daĂ auch die Kommunisten sie entdeckt haben.â
Barzel: Die einzelnen VorwĂŒrfe Streckers wĂŒrden âbei Licht betrachtetâ in sich zusammenbrechen.
DaĂ sie nicht zusammengebrochen sind zeigt die gerichtliche Entscheidung im Fall âStrecker-Globkeâ (siehe oben)[36]Die 22 unwahren Behauptungen aber ergeben noch kein 280-Seiten starkes Buch!
Barzel: sei nie Parteimitglied gewesen (Globke!)
Strecker: âAus Unterlagen im amerikanischen Document Center in Berlin geht allerdings hervor, daĂ ein Aufnahmeantrag Dr. Gl. in die NSDAP trotz einer Empfehlung Stuckarts mit der BegrĂŒndung abgelehnt wurde, er habe zu enge Beziehungen zu maĂgeblichen katholischen Kreisen.â Immerhin hatte sich Gl. um eine Aufnahme in die Partei bemĂŒht. Im ĂŒbrigen kann unter den damaligen ZwangsverhĂ€ltnissen Parteimitglied mit âNaziâ nicht unbedingt gleichgesetzt werden und umgekehrt.
Barzel: Gl. hĂ€tte im Dritten Reich keine âKarriereâ gemacht.
Aus StreckersBuch geht hervor, daĂ Gl. vom Regierungsrat (1932) ĂŒber den Oberregierungsrat (1933) zum Ministerialrat (1938) avancierte. Im GeschĂ€ftsverteilungsplan des Ministeriums wird Gl. 1936 – 14 Mal, 1938 – 23 Mal, 1941 – 31 Mal und 1945-30 Mal genannt. Er erhielt auĂerdem 6 Orden.
Sicher hat Gl. im Dritten Reich nicht gerade sein âGlĂŒck gemachtâ, aber von keiner Karriere zu sprechen, ist nicht richtig.
Barzel: Gl. hĂ€tte mit den MĂ€nnern des 20.Juli (am 20.Juli 1944 versuchte man, Hitler umzubringen. Im Gegensatz zu frĂŒheren Attentatsversuchen, waren diesmal weite Kreise der Bevölkerung indirekt daran beteiligt.) gekĂ€mpft und Widerstand geleistet. Zeugnisse von namhaften Persönlichkeiten (vor allem katholischer Kreise) bestĂ€tigen das (S).
Goldschmidt: âWarum wird ĂŒbrigens erst 1961 bekanntgemacht, daĂ GL. ein âMann des inneren Widerstandsâ war? Dem âArbeitskreis 20.Juli 1944â ist nichts davon bekanntâŠDer Name Dr. Globkes findet sich, meines Wissens, auch nicht in einer der wesentlichen bisherigen Veröffentlichungen ĂŒber den inneren Widerstand.â
Gegen Ende heiĂt es in Barzels Vortrag:
âWir wollen keine neue Entnazifizierung! Die, die sich strafbar machten, gehören vor Gericht!â
Goldschmidt: âDr. Globke trifft offenbar keine kriminelle, gerichtlich verfolgbare Schuld nach dem geltenden Strafgesetz, und dennoch schwere geschichtliche Schuld am jĂŒdischen Volk.â
In der Auseinandersetzung zwischen Herrn Goldschmidt (ev.Kirche) und Herrn WĂŒnsche (Bundespresseamt) stehen sich zwei[37] grundsĂ€tzlich verschiedene Auffassungen gegenĂŒber:
Goldschmidt: âEs liegt mir fern, Herrn Dr. Globke etwa das Recht absprechen zu wollen, in irgendeiner seiner Ausbildung angemessenen Position fĂŒr die Verwaltung der Bundesrepublik tĂ€tig zu sein. Die hohen und höchsten politischen Ămter mĂŒssen dagegen,[38] meines Erachtens, mit Personen besetzt sein, die in keiner Weise durch ihr Verhalten von 1933-45 kompromittiert sind. Die Bundesrepublik als ein Staatssystem des politischen Humanismus entbehrt der inneren GlaubwĂŒrdigkeit, solange Herr Globke und Ă€hnliche Persönlichkeiten in fĂŒhrenden Positionen, in Richtersstellungen, in Leitenden ErziehungsĂ€mtern und Ă€hnlichen Orts tĂ€tig sind.â
WĂŒnsche: âWenn allerdings die Bundesregierung die Menschen, die im âDritten Reichâ unter Einsatz ihres Lebens hier ihre Pflicht getan haben, dadurch diskriminieren wĂŒrde,[39] daĂ sie ihnen die Möglichkeit einer Mitarbeit beim Aufbau der Bundesrepublik beschrĂ€nkt, dann wĂŒrde ich das fĂŒr moralisch verwerflich halten. Mir scheint â im Gegensatz zu Ihrer Aussage â, daĂ die Bundesrepublik als ein Staatssystem des politischen Humanismus der inneren GlaubwĂŒrdigkeit entbehren wĂŒrde, wenn sie nur, um Angriffe zu vermeiden, Menschen wie Herrn Dr. Globke falien lieĂe.â
Ich habe mich bei Belastung und Entlastung im Fall Globke nur an die deutschen Zeugnisse einzelner Personen und Organisationen gehalten. Es gibt aber in StreckersBuch noch zahlreiche Dokumente auslĂ€ndischer Personen und Organe, die Globke belasten. Es wĂŒrde aber zu weit fĂŒhren, wĂŒrde ich auch diese noch auffĂŒhren.
Lassen Sie mich zum âFall Globkeâ abschlieĂend noch einiges sagen, was mir unter dem Schreiben noch dazu eingefallen ist:
Aus âseriösenâ Zeitungen (wie: âDie Zeitâ, âSĂŒddeutsche Zeitungâ, âFrankfurter Allgemeineâ) geht hervor, daĂ die Bundesregierung endlich Anstrengungen macht, belastete Richter durch das schon erwĂ€hnte Gesetz aus ihren Positionen zu entfernen. Das geht nur sehr langsam, weil zum einen eine âmoralische Schuldâ viel schwerer festzustellen ist als eine kriminelle. Zum andern geben diese Richter verstĂ€ndlicherweise heute nicht mehr gerne zu, daĂ sie dem Dritten Reich irgendwelche Dienste geleistet haben.
Sie wissen vielleicht, daĂ auĂerdem in Ludwigsburg (einer sĂŒddeutschen Stadt) seit 1958 eine âZentrale Stelleâ besteht, von der aus die vorermittlungen gegen die Massenmörder des Dritten Reiches geleitet werden. Die Prozesse gegen diese Leute, von denen man fast tĂ€glich in den Zeitungen liest, konnten nur auf Grund dieser Ermittlungen stattfinden.
Ein Deutscher jĂŒdischer Abstammung, der heute im Ausland lebt, sagte mir einmal: âIch finde es gut, daĂ man alte Nazis in in ihren Ămtern lĂ€Ăt. Auf diese Weise sind sie beschĂ€ftigt und man hat sie unter Kontrolle. WĂŒrden sie einen unangemeĂenen Beruf ausĂŒben oder gar arbeitslos sein, so wĂŒrden sie sich wieder zusammenschlieĂen und gegen die bestehende Ordnung opponieren.â
Es haben sich bereits Gruppen von Rechtsextremisten zu Organisationen zusammengeschlossen, ich besitze darĂŒber einen aufschluĂreichen Bericht: eine ausgewertete Statistik ĂŒber den âRechtsextremismus in der Bundesrepublikâ, 1961 von Bonn herausgegeben und dem normalen BĂŒrger nicht zugĂ€nglich, das heiĂt man kann diesen Bericht nicht einfach kaufen.[40]
Leider muĂ ich diese Schrift dem Entleiher wieder zurĂŒckgeben, sonst hĂ€tte ich sie Ihnen gleich mitgeschickt. Auch das Buch von Strecker gehört nicht mir, und man kann es im Augenblick nicht kaufen. Ich werde mich aber um beide Dokumente bemĂŒhen und sie Ihnen schicken, wenn Sie wollen?[41]
Noch ein Buch entdecke ich gerade angezeigt, das vor kurzem erst veröffentlicht wurde und âgewissenhaft Personen und Dokumente aufzeichnetâ. Es heiĂt: Verschwörung von Rechts.
So bin ich nun ans Inde meines Briefes gelangt, und es befallen mich wie in allen Dingen auch hier wieder Zweifel ĂŒber die FragwĂŒrdigkeit meines Tuns: komplizierte, vielschichtige Gegebenheiten und Erscheinungen auf eine einfache Formel zu bringen. Wie leicht könnte jeder logisch begabte Mensch meine BeweisfĂŒhrungen mit stichhaltigen Gegenbeweisen zunichte machen. Mein âWissenâ von den Dingen, die hier zur Sprache kamen, ist weniger als gering, und ich frage mich wieder, wie ich es wagen konnte, einem Menschen, wie Sie es sind, zu schreiben: Bin ich doch bisher durch ein heiteres Leben gegangen, begleitet von freundlichen Menschen, und ohne mich auch nur einmal mir selbst gegenĂŒber bewĂ€hrt zu haben![42] Der spontane Wunsch, die Freude, sich einem anderen mitzuteilen, rechtfertigt doch noch nicht Unerfahrenheit und Unwissenheit?
Ich kann Sie daher nur immer wieder bitten, meine Mitteilungen wie die beilĂ€ufigen ĂuĂerungen eines Besuchers irgendwann an einem Nachmittag[43] zu betrachten: sie sagen nichts, was nicht schon vorher von irgendjemandem gesagt worden wĂ€re.
           Ich bin durch Ihre Fragen auf Dinge gestoĂen, die ich mir voher nicht ĂŒberlegt hatte; und das hat mich bereichert. DafĂŒr und fĂŒr noch etwas anderes danke ich Ihnen aufrichtig: daĂ ich Ihnen schreiben durfte, obwohl ich ein solches GlĂŒck nicht verdient habe.
Ihre Brigitte Distler
Ich sehe gerade beim Durchlesen des Briefes, wie voll er ist von Druckfehlern und durchstrichenen Worten, bitte verzeihen Sie mir das: Ich bin im Maschinen-Schreiben ungeĂŒbt, auch ist das Modell der Maschine ziemlich alt!
16/6/62
Egregio Dott. Levi,
Sulla mia risposta alla Sua lettera si Ăš fatta primavera, ed io spero che, malgrado il mio lungo silenzio, Lei non abbia perso la pazienza nei miei riguardi. Le avevo giĂ scritto che le sue domande si estendono a campi in cui io sapevo assai poco, anzi proprio niente. PerĂČ, nel frattempo ho avuto contatti con alcune persone che mi hanno aiutato nel modo piĂč amichevole: mi hanno messo a parte della loro esperienza, mi hanno mandato libri e scritti. CosĂŹ Ăš passato il tempo nellâattesa di lettere e libri promessi, e nella lettura di questi ultimi. Inoltre, purtroppo, ho dovuto frequentare lezioni e seminarĂź, cosĂŹ che solo in questi giorni sono riuscita a mettere insieme per Lei il contenuto di tutte le conversazioni e comunicazioni.
La prego di non giudicarmi una pedante se Le faccio osservare che il mio proprio modo di pensare, nei riguardi delle sue domande, Ăš altamente soggettivo, e il mio modo di presentare le risposte Ăš decisamente âprofanoâ;IÂ perciĂČ nulla di quanto le dirĂČ avrĂ valore generale. So di giudicare molte cose in modo unilaterale, e perciĂČ falso; nelle discussioni posso essere fanatica e illogica. Quindi Lei potrĂ avere un quadro relativamente âgenuinoâ solo se ascolterĂ molte voci su questo tema. Del resto, queste cose Lei le sa quanto me, e La prego di non prendere in mala parte la mia pedanteria.
Per quanto riguarda la forma della mia lettera, devo scusarmi per la impossibile lunghezza della mia compilazione. Avevo poco tempo, cosĂŹ molte cose che avrei potuto esprimere piĂč in breve sono rimaste come erano. Anche il mio stile ha sofferto del contatto con documenti e estratti: anche di questo mi dispiace.Â
Prima di entrare in argomento, vorrei ringraziarLa ancora una volta della Sua lettera: poche cose mi hanno portato altrettanta gioia.
Lei ha scritto che Le Ăš particolarmente gradita la eco del Suo ultimo libro presso i giovani. A questo proposito, ho osservato che molti dei miei compagni di classe, ed io stessa, a 14 anni avevamo giĂ letto il Diario di Anna Frank; oggi questo libro Ăš considerato il piĂč lettoII della Libreria Fischer, i cui libri tascabili sono dâaltronde letti con particolare predilizione dagli scolari e studenti.[1]
Ă segno della Sua infinita tolleranza verso noi tedeschi,[3] che Lei dica di vedere che âla terra di Beethoven e di Schillerâ potrĂ avere ancora altro da dire alle altre nazioni. Dopo Brecht, Kafka e Schönberg, sul terreno culturale qui Ăš silenzio; e questo silenzio Ăš ben gradito sul terreno politico! Io personalmente credo che solo lĂ puĂČ fiorire lâarte e la poesia dove il clima spirituale di un paese non soffre di sazietĂ IV e di pigrizia. Forse un simile tempo Ăš veramente in divenire: ne potranno parlare i nostri posteri.
Vengo alle Sue domande:
1) CâĂš stata dopo il 1945 una selezione fra gli insegnanti? Sono stati allontanati quelli che si erano compromessi col Nazismo?
Certamente câĂš stata una selezione fra maestri e professori. Come tutti gli altri tedeschi, essi dovettero subire la cosiddetta âdenazificazioneâ; vale a dire, furono classificati in diversi gradi di denazificazione a seconda della profonditĂ della loro partecipazione al Terzo Reich, e in molti casi furono puniti colla prigione o colla casa di correzione.[4] A quel tempo io ero troppo giovane per capirne qualcosa; ciĂČ che ne ho potuto sapere oggi Ăš:
Come regola, gli insegnanti compromessi col Nazismo furono allontanati dalle scuole statali: so personalmente di molti casi.[5] A questo proposito, cosĂŹ mi ha scritto la Redazione di âDer Spiegelâ (una rivista di informazione molto letta e spesso criticata):[6]
2) Se essi (gli insegnanti) hanno mantenuto i loro posti, hanno mantenuto pure le loro idee? O le hanno cambiate? O fingono di averle cambiate?[7]
La maggior parte degli insegnanti erano iscritti al partito,[8] âMitlĂ€uferâ, (compagni di strada) come allora si diceva. Molti, soprattutto fra i piĂč giovani, furono soldati in guerra, altri addirittura erano troppo giovani anche per questo. Tale Ăš il caso, ad esempio, di quasi tutti gli insegnanti della mia scuola. Circa la posizione di quelli che non fecero la guerra, mi si scrive:
«Generalmente parlando, sia i funzionari che gli insegnanti sono rimasti gli stessi del Reich Millenario, ed Ú naturale che questi non si addossino volentieri il loro passato. Le Università tedesche e i loro professori, in maggioranza, in quel tempo hanno mancato al loro compito» (M. Bachmann).[9]
Un giovane insegnante (H. Spranger), che conosco dagli anni di scuola, cosĂŹ mi scrive sulle attuali opinioni dei suoi colleghi:
«Nessun insegnante mi ha evitato, quando gli chiedevoVdella sua posizione nel 3o Reich. In breve posso dire che non ho avuto modo di constatare opinioni, tendenze ecc. naziste. Non si discute molto di politica, si parla male del governo come dovunque altrove. Neppure ho mai incontrato scolari che accusassero i loro professori di âcriptonazismoâ.»[10]
Su 4 studenti intelligenti, uno mi ha raccontato di un suo professore che Ăš stato allontanato dalla scuola per manifestazioni di antisemitismo. Una studentessa racconta che il suo ex-professore di matematica ancora oggi narra ai suoi allievi le sue avventure di ex-membro delle SS.
Nella mia scuola insegna un prete, di cui giĂ le ho scritto.[11]Notevoli sono i suoi pregiudizi contro gli ebrei; i quali, probabilmente, traggono origine dalla antinomia religiosa âebraismo-cristianesimoâ, ma possono avere conseguenze nefaste. Secondo me, Ăš da ascrivere alla categoria dei cosiddetti âFilosemitiâ, che sotto molti aspetti si devono assimilare agli antisemiti.[12]
La insegnante di russo, di cui le ho scritto,[13]Â Ăš russa, e non ha cattedra in alcuna scuola. Ho avuto con lei controversie furiose ma prive di successo, e non prendo piĂč lezioni da lei.[14]
In conclusione, credo di poter asserire che la percentuale di insegnanti rei di colpe nazionalsocialiste, nelle scuole di stato, deve essere piccola. Ă probabile che si tratti in massima parte di insegnanti anziani, prossimi alla pensione. Ă comunque importante che anche questa percentuale venga riconosciuta ed eliminata: a tale scopo occorre, da parte degli allievi, una âdiffidenza congenitaâ e principalmente il coraggio della critica, virtĂč che ben raramente ho incontrato nei miei anni di scuola; ho perĂČ saputo dai miei fratelli[15]che alcuni loro condiscepoli la possedevano.
3) Si parla nelle scuole del 3o Reich?
Durante i miei corsi scolastici se ne Ăš trattato esaurientemente in due diversi anni,[16]Â e non solo nelle ore di storia, ma anche nelle seguenti altre materie: Tedesco, Educazione Civica, Religione e Biologia.
H. Spranger, il giovane insegnante, mi scrive:
«Lâaccusa che spesso si ode ripetere, che la Scuola non informi a sufficienza gli allievi, Ăš assolutamente ingiustificata. A maestri e allievi si dĂ oggi nelle mani una tal mole di materiale, che ognuno si puĂČ informare. Nelle lezioni questo periodo della storia tedesca riceve una trattazione esauriente».
Per contro, da altri studenti ho sentito che, per mancanza di tempo, (la storia moderna viene svolta per lo piĂč nelle ultime settimane prima della âAbiturâ [Esame di licenza]) essi hanno ascoltato poche lezioni su questo argomento.
Ă comunque certo che in tutte le scuole, del 3o Reich si parla. Se poco o molto, dipende verosimilmente dallâindole dei singoli insegnanti.
4) Se ne parla volentieri o malvolentieri?
Nella mia classe, ci sono state discussioni appassionate su questo tema. Mi ricordo di un dibattito sullâantisemitismo, che terminĂČ in lacrime.
I professori non evitavano i problemi, anzi: dimostravano,[17]Â documentandoli con giornali dellâepoca, i metodi di propaganda dei nazisti. Raccontavano come, da giovani, avevano seguito il nuovo movimento senza critiche e con molto entusiasmo: delle adunate giovanili, delle organizzazioni sportive ecc. Noi studenti li attaccavamo vivacemente, a torto, come oggi penso: come si puĂČ accusarli di avere capito la situazione peggio degli adulti? E noi, al loro posto, avremmo riconosciuto meglio di loro i metodi satanici con cui Hitler conquistĂČ la gioventĂč per la sua guerra?
Devo qui sottolineare che la scuola che io ho frequentato era frequentata da ragazzi (in prevalenza maschi) di tutti gli strati sociali, il che mi sembra una circostanza favorevole, che non in tutte le scuole si riscontra.
Il Sig. Spranger racconta della sua scuola:
«Devo dire che gli allievi si interessano bensĂŹ a questo periodo, ma passano subito alla opposizione se si parla loro di una colpa della Germania. Molti anzi affermano di averne abbastanza dei âmea culpaâ della stampa e dei loro insegnanti».VI
«Di importanza fondamentale Ăš naturalmente la questione ebraica. Prima di tutto la posizione degli insegnanti. Questa Ăš tale quale lo richiede il pubblico nella sua maggioranza. Ogni tre mesi noi celebriamo una âSettimana della FraternitĂ â, in cui vengono svolte principalmente questioni relative alla tolleranza,[19] allâebraismo e alle differenziazioni razziali. Sono soprattutto gli insegnanti che in queste occasioni dimostrano una onesta volontĂ di educare la gioventĂč in modo che mai piĂč possano insegnare odio di razza e persecuzione. Ma si rende osservabile una assai netta posizione di opposizione da parte degli allievi: essi dichiarano che non intendono essere investiti della responsabilitĂ per i peccati commessi dai loro padri, e criticanoVII il metodo con cui viene loro esposto il problema ebraico. E non criticano solo il metodo, ma anche molti buoni giornali. Ă probabile che, quando si viene a educare la gioventĂč sul passato recente, troppe istanze vengono a confondersi insieme».
La questione se si parli del 3o Reich volentieri o malvolentieri pare che col passare degli anni si sia spostata a favore del punto di vista degli insegnanti. Me lo spiego cosĂŹ: gli insegnanti, collâallontanarsi di quel periodo, diventano piĂč obiettivi nei loro giudizi. Pare che, a lungo andare, agli scolari diventi male accetto venire richiamati da tutte le parti al âpassato non ancora sconfittoâ!VIII[20]
4) Si ha tendenza a considerarlo un episodio isolato? A giustificarlo? A scusarlo?
Si Ăš parlato del 3o Reich, ovviamente, in correlazione col resto della Storia. Ma per necessitĂ si Ăš dovuto ammettere che questi fatti stanno isolati nella loro unicitĂ . Tuttavia, col passare del tempo, si delinea la tendenza e la possibilitĂ di inquadrare il 3o Reich in una rappresentazione storica piĂč ampia.[21]
Ma se ci si limita al piano storico non Ăš possibile chiarire lâinumanitĂ del regime e dei suoi sostenitori; e neppure se si parte dalla fame e dalla miseria che dominavano in Germania dopo la 1a guerra, e che diedero a uomini come Hitler le armi per sollevare e radicalizzare le masse.
Forse la mia considerazione Ăš sbagliata, ma proprio dalla resistenza degli allievi contro il grido di âmea culpaâ si puĂČ riconoscere che per loro il problema del 3o Reich Ăš tuttora altrettanto irrisolto, âirritanteâ e tipicamente tedesco, quanto perXtutti coloro che lo hanno affrontato prima di loro. Solo quando questo cesserĂ si potrĂ ascoltare terrificati.
5) La storia recente fa parte dei programmi scolastici?
La storia recente (il termine preciso Ăš Storia Contemporanea) Ăš parte integrante delle lezioni; ed Ăš un tema che interessa molto gli scolari. Nella mia classe (che peraltro fa parte di una scuola di scienze naturali) si preferivano, subito dopo le lezioni tecniche, quelle di argomento politico o economico. Nelle ultime classi, e in specie agli esami di licenza, Ăš da questi argomenti che si traggono i temi da svolgere, quasi esclusivamente.
Sono stata lieta di apprendere queste cose dal Sig. Spranger: forse, finalmente, e per la 1a volta nella storia tedesca, si sta sviluppando una generazione che pensa politicamente.
6) Nella opinione comune, il âcaso Globkeâ[22]viene sentito come uno scandalo? Viene ignorato? Approvato? Come si giustifica la sua permanenza presso Adenauer? Come la giustifica lui stesso?
Per quanto consti (in base a un gran numero di testimonianze) che egli ha prestato servizi alla chiesa Cattolica, il suo caso Ăš in generale giudicato assai controverso.
Personalmente, ho letto sul caso G. due documenti. Mi risulta inoltre, che egli nellâaprile â61 fu intervistato alla TV tedesca, e prese posizione nei riguardi delle accuse rivoltegli.[24]Â Purtroppo non ho udito lâintervista, e non ne posseggo il testo; perciĂČ non posso che appoggiarmi ai due documenti citati.
Uno Ăš il libro di Reinhard M. StreckerIl Dr. H. Globke, Documenti e estratti degli atti.
(Strecker Ú in Germania conosciuto per una compilazione di materiale dâaccusa contro âgiudizi naziâ tuttora in funzione. Tale compilazione ebbe come effetto la emanazione di una legge federale secondo cui i magistrati e i funzionari di stato âsotto caricoâ possono farsi pensionare entro un limite di tempo determinato, oppure devono rinunciare alla pensione. La legge Ăš in vigore da qualche tempo).[25]
Esso contiene: â Documenti e atti tratti dal campo di attivitĂ di G. durante il 3o Reich, estratti dal commento di G. alle leggi di Norimberga, estratti da minute e spiegazioni â Documenti sulla carriera di G., cioĂš lettere di raccomandazione, corrispondenza, ordini â Estratti da articoli di giornale sul caso G., prese di posizione positive o negative di singole personalitĂ su questo argomento.
Un secondo documento relativo al caso G. lo ho trovato nella rivista «Diskussion», edita dalla associazione federale dei gruppi di studio tedesco-israeliani (sono gruppi universitari).[28] Sotto il tema âIl Dr. G. e lâumanesimo politicoâ viene ivi condotta una controversia epistolare fra un membro del Presidio delle Chiese Evangeliche (Prof. Goldschmidt)[29] e lâufficio Stampa del Governo Federale, Dr. WĂŒnsche. Questo dibattito si Ăš concluso con una dichiarazione emanata il 22/7 dal âGruppo di lavoro 6â della Unione Chiese Evangeliche (D).[30]
Tutto ciĂČ che ho tratto da questi testi Ăš contrassegnato D. Â
Il caso G. Ăš stato sentitoXIIcome scandalo in:
â Strecker, Il Dr. H. Globke, 1961
â «Spiegel», rivista di informazione, â56-â61.
â «Diskussion», v. sopra
â «Frankfurter Rundschau» (S) 1949, 1961;
â «Berliner Allgemeine Zeitung» (S) 1951
â «Telegraf» (S) 1956
â «Hamburger Echo» (S) 1960
Ă stato discusso in:
â «Die Zeit», intervista con G. 1961
â «Welt» (S) 1961
â «Frankfurter Allgemeine» (S) 1961
â Intervista TV 1961
Globke Ăš stato giustificato da:
â Adenauer (S) 1950; Dr. BarzelCDU (D); Ufficio Stampa Federale, Dr. WĂŒnsche (D) 1961
Ă stato condannato da:
â Dr. ArndtSPD (S) 1950; Dr. BöhmCDU (S) 1961;
â âArbeitsgruppe 6â (v. sopra);[31]Â Prof. Goldschmidt (D).[32]
Come si difende lo stesso G., lo ricavo dallâintervista con «Die Zeit», e dai protocolli della testimonianza di G. stesso ai processi di Norimberga 1945 (S).
(G. fu dal â33 al 45 consigliere ministeriale agli Interni. Il Ministero degli Interni del Reich era responsabile per le leggi razziali di Norimberga di Hitler; ministro degli interni era Frick, il suo segretario di stato era Stuckart, e questi era il diretto superiore di G. Insieme con St. G. fu autore dei Commenti alle Leggi di Norimberga; svolse in qualitĂ di esperto vari altri compiti presso il Ministero).
Durante il Processo di NorimbergaGlobke ammise di avere avuto conoscenza dei massacri sistematici di ebrei. Peraltro, non avrebbe saputo che tale era la sorte destinata a tutti gli ebrei. Inoltre sapeva (da Frick e da Himmler) della uccisione dei malati mentali[33] e delle atrocitĂ delle SS. Nellâintervista su «Zeit» (Z) G. dice:
«Potevo conservare la mia posizione, dalla quale ero di aiuto a molti oppositori del regime, solo se non mi rendevo riconoscibile dai Nazi come nemico aperto».
Globke dichiara di non avere avuto conoscenza dello scopo delle leggi di Norimberga, e di non avere collaborato alla loro stesura (Z). Il Commento fu da lui scritto in collaborazione con Stuckart cinque mesi dopo la pubblicazione delle leggi. Nella «Gazzetta Ufficiale del Ministero degli Interni» si legge a tal proposito: «Tale commento acquista importanza particolare in quanto entrambi gli autori hanno ufficialmente cooperato alla istituzione della legislazione razziale».
«La domanda se le Leggi di Norimberga come tali rappresentino una persecuzione puĂČ essere infirmata in base alle legislazioni in altri Stati. Anche altri stati hanno leggi dirette contro singole minoranze, senza che si possa affermare che tali legislazioni rappresentino un reato».
«Il vice di Hitler, Rudolf Hess ha cercato di aggravare lâazione delle Leggi di Norimberga mediante severe direttive esecutiveâŠIn quelle condizioni, il Commento rappresentava una difesa per molti individui razzialmente discriminati».[35]
Estratti dal Commento di Gl., con interpretazioni di Strecker:
â Al § 6 della «Legge per la Protezione del Sangue» (LPS) scrive Gl.:
«Ogni popolo Ăš minacciato nella sua vitalitĂ dallâapporto di sangue straniero. Una delle sue principali preoccupazioni deve essere quella di mantenere puro il suo sangue».
Gl. fornisce (§ 4) un fondamento per la imposizione del marchio a stella di Davide agli ebrei:
Nulla di questo commento stava nel testo delle leggi.
â Gl. condanna di propria iniziativa i matrimoni fra tedeschi e zingari: neXIII abbiamo cosĂŹ,XIVÂ oltre alla âcontrapposizioneâ tedesco-ebreo, anche unâaltra:
«Di conseguenza Ăš vietata la conclusione di matrimoni da cui (a prescindere dai matrimoni misti tedesco-ebraici) Ăš da attendersi una prole razzialmente indesiderabile, per esempio le nozze fra tedeschi e zingariâŠÂ».
â Altro aggravamento creato da Gl. (§ 1 della LDS):
(«I matrimoni fra ebrei e cittadini di sangue tedesco o assimilato sono vietati, quelli celebrati ciĂČ malgrado sono molti, quandâanche per eludere questa legge essi siano stati conclusi allâestero»). A queste ultime parole Gl. ha aggiunto una determinazione di pena.
Alla domanda: «Si Ăš affermato che il Suo commento, in vari punti, conduce a conseguenze anche piĂč severe per i colpiti che le leggi di Norimberga: cosa risponde a questa accusa?» Gl. risponde: «Essa non corrisponde a veritĂ . Ma naturalmente io non avrei potuto indurre in difficoltĂ i consultatori del Commento introducendovi ipotesi che in pratica non venivano seguite».
Globke, come esperto per la regolamentazione del cambiamento di nomi, ne elaborĂČ la legislazione. Stese un elenco di nomi ebraici, che ogni ebreo avrebbe dovuto preporre al proprio cognome per potere essere meglio riconosciuto. Chi non voleva doveva preporre âIsraelâ o âSaraâ al proprio cognome. Anche questa proposta proviene da Gl.
Del caso Gl. ha parlato il Dr. Barzel (CDU) nel luglio â61 davanti a studenti. RiferirĂČ a senso i punti principali del suo discorso:
Adenauer, in quanto perseguitato dai nazi, non avrebbe mai scelto come collaboratore uno dei suoi persecutori: inoltre Gl., ai processi di Norimberga, non comparve come imputato.
Il caso Gl. sarebbe «un capitolo del libro della resistenza interna contro Hitler». Egli avrebbe agito «spinto da un profondissimo senso di responsabilità , che scaturiva dalla forza della Fede». La collaborazione di Gl. al commento e alla stesura delle leggi antiebraiche sarebbe sempre stata «mitigatrice, limitatrice, soccorritrice».
Il Prof. Goldschmidtscrive al Dr. WĂŒnsche(D):
«Nel bilancio fra accuse e scusanti prevalgono pesantemente le prime: ⊠Se egli ha sottratto singole persone o gruppi al loro destino,XVI questo deve valergli da circostanza attenuante, ma non certo da giustificazione. Comunque, il suo contegno puĂČ venire compreso come derivante da uno stato di coazione».
Barzel dice inoltre: «Spesso i democratici fanno un gran parlare di argomenti âche i comunisti hanno lanciato per evidenti motiviâ».
Goldschmidt a tale proposito: «non dobbiamo lasciarci intralciare, nellâesame dei nostri errori e nella loro pubblica discussione, dal fatto che anche i comunisti li hanno resi palesi».
Barzel: Le singole accuse di Strecker, «considerate alla luce del sole», crollerebbero.Â
Ma che non siano crollate lo dimostra la decisione del tribunale nel caso âStrecker-Globkeâ (vedi sopra):[36] le 22 «affermazioni mendaci» non bastano a fare un libro di 280 pagine!
Barzel: egli (Gl.) non Ăš mai stato membro del partito (!)
Strecker: «Dai documenti in mano al Centro Documentazione Americano a Berlino si ricava che una domanda di iscrizione al NSDAP del Dr. Globke Ú stata respinta colla motivazione che egli aveva relazioni troppo strette coi circoli direttivi cattolici».
Ma dal libro di Strecker si ricava che Gl. Ú avanzato da Consigliere Governativo (1932) a Consigliere Superiore Governativo (1933) fino a Consigliere Ministeriale (1938). Nei ruoli di ripartizione delle mansioni del Ministero Gl. Ú nominato 14 volte nel 1936, 23 volte nel 1938, 31 volte nel 1941, e 30 volte nel 1945. Ricevette inoltre 6 decorazioni.
Ă certo che nel 3o Reich non ha fatto la sua fortuna, ma non si puĂČ dire che «non ha fatto carriera».
Barzel: Gl. avrebbe combattuto con gli uomini del 20 luglio [al 20/7/â44 si tentĂČ di sopprimere Hitler. Contrariamente ad altri precedenti attentati, quella volta furono implicati indirettamente vasti strati della popolazione]. Lo dimostrano testimonianze di notorie personalitĂ (soprattutto cattoliche) (S).
«Non vogliamo unâaltra denazificazione! I colpevoli sono di competenza dei Tribunali!»
Goldschmidt: «à chiaro che Gl. non Ú reo di alcuna responsabilità criminale, legalmente perseguibile secondo il codice: tuttavia pesa su di lui una gran colpa storica nei riguardi del popolo ebreo».
Nella controversia fra Goldschmidt (chiesa evangelica) e WĂŒnsche (ufficio stampa Federale) si contrappongono due[37] concezioni fondamentalmente diverse:
WĂŒnsche: «Ma se il Governo Federale discriminasse[39]quegli uomini che nel 3o Reich hanno fatto il loro dovere in questo paese a costo della loro vita, limitando la loro possibilitĂ di cooperare alla edificazione dello Stato, io riterrei questo come moralmente riprovevole. Mi pare â in contrapposizione alla Sue idee â che la Repubblica Federale, in quanto apparato statale fondato sullâumanesimo politico, sarebbe indegna della pubblica fiducia se lasciasse cadere uomini come il Dr. Globke solo per evitare polemiche».
Nel caso Gl. mi sono limitata alle testimonianze tedesche, di singoli o di organizzazioni. Nel libro di Strecker esistono perĂČ molti altri documenti stranieri che accusano Gl. Sarebbe perĂČ troppo lungo introdurli.
Mi permetta di aggiungere una considerazione, di cui mi sono resa conto scrivendo:
Lei forse sa che dal 1958 esiste a Ludwigsburg (Germania Sud) un âUfficio Centraleâ da cui vengono condotte le indagini preliminari contro gli assassinĂź collettivi del 3o Reich. I processi contro i responsabili, di cui si legge ogni giorno o quasi sui giornali, si svolgono solo in base a queste risultanze.Â
Un tedesco di origine ebraica, che oggi vive allâestero, mi ha detto una volta: «Trovo buona cosa che si lascino i vecchi Nazi nelle loro cariche. CosĂŹ essi sono occupati e si trovano sotto controllo. Se esercitassero una professione per cui non sono adatti, o se fossero disoccupati, si riunirebbero di nuovo in congreghe e si opporrebbero allâordine attuale».
Si sono giĂ costituiti gruppi organizzati di estrema destra, ed io posseggo in merito una documentazione esauriente: una valutazione statistica sullâ«Estremismo di destra nella Repubblica Federale», pubblicata nel 1961 da Bonn e non accessibile allâuomo della strada (voglio dire che non si trova in commercio).[40] Purtroppo devo restituirlo a chi me lo ha imprestato, se no glielo avrei mandato subito. Anche il libro di Strecker non Ăš mio, e al momento non Ăš in commercio. Se perĂČ Lei lo desidera mi darĂČ dâattorno per avere i due documenti e mandarglieli.[41]
Mi Ăš poi venuto sottâocchio lâannuncio di un libro che Ăš uscito da poco, e che «delinea persone e documenti con conoscenza di causa». Si chiama: Congiura di destra.
Sono giunta cosĂŹ alla fine di questa lettera, e come in tutte le mie cose, anche qui sono sopraffatta da dubbi sulla inadeguatezza di questo mio lavoro, di ricondurre ad una formula semplice fatti e fenomeni complicati e multilaterali. Con quanta facilitĂ qualsiasi mente logica annienterebbe queste mie dimostrazioni con rigorose confutazioni! La mia conoscenza delle cose di cui ho parlato Ăš piĂč che scarsa, e mi domando ancora una volta come ho potuto osare di scrivere a un uomo come lei. Ho vissuto finora una vita allegra, accompagnata da persone amiche, senza che neppure una volta io mi sia misurata contro queste cose!XVII[42]Ma il desiderio spontaneo, la gioia di comunicare con altri, non possono giustificare lâinesperienza e lâignoranza?
PerciĂČ non posso che pregarla ancora una volta di considerare questo mio scritto come lâespressione occasionale di un visitatore;XVIII[43]Â non dice niente che non sia giĂ stato detto da qualcuno.
Grazie alle sue domande, mi sono imbattuta in cose su cui non avevo ancora meditato, e questo mi ha arricchita. Di questo la ringrazio, e di altro ancora: di averle potuto scrivere, anche se non ho meritato questa fortuna.
Brigitte DistlerXIX
Mi accorgo ora, rileggendo la lettera, di quanto sia piena di refusi e di parole cancellate. La prego di scusarmi: non ho molta pratica con la macchina da scrivere, e inoltre il modello della macchina Ăš piuttosto vecchio!
June 16, 1962
Dear Mr. Levi!
Since I wrote my reply to your letter, spring has arrived, and I hope you have not lost patience with me despite my long silence. As I mentioned previously, your questions touch on areas about which I knew very little; in fact, nothing at all. In the meantime, however, I have spoken to a number of people who have kindly helped me: they shared their experiences in this matter and sent me books and other source materials. So, as I waited for the promised letters and books, and then read those books, time passed. Unfortunately, I also had to attend lectures and seminars, so it has only been in the last few days that I have been able to pull all these conversations and bits of information together for you.
Please do not think me pedantic when I point out that, in answering your questions, my own thoughts are highly subjective, and my presentation is amateurish through and through; therefore, none of this can be considered universally valid. I know that I judge many things one-sidedly, hence incorrectly; in discussions, I can be downright fanatical and illogical. You can therefore only get a relatively âgenuineâ picture if you hear many voices on this subject.âBut you know that as well as I do, and I ask you not to hold my pedantry against me.
Regarding the letter itself, I must apologize for the excessive length of my remarks. Time was pressing, and so many things could have been expressed more concisely, but were left as they were. My style has also suffered considerably from my preoccupation with the source documents and case-file excerpts, which I am also sorry about.
Before I address your questions, I would like to thank you once again for your letter; hardly anything has made me so happy.
You write that you like young peopleâs response to your book best. This reminded me that many of my classmates had already read The Diary of Anna Frank at the age of fourteen; today, this book is considered the most widely read in the Fischer-BĂŒcherei series, and the paperbacks published by this publishing house are particularly popular among schoolchildren and students.[1]
Regarding your last thoughts, I would like to say the following: I love the landscape in which I grew up, and I adore my mother, but I cannot look upon âthe typical Germanâ with joy: perhaps because he still seems to me to be too afflicted with those characteristics that flourished so greatly in the recent past; but perhaps also because I despise the very traits I myself have that I also see in him.[2]
It shows your infinite tolerance towards us Germans[3]when you say you believe that the country of âBeethoven and Schillerâ might one day have something to say to other nations again. Since Brecht, Kafka, and Schönberg things have become rather quiet here in the cultural sphere. In the political sphere, to the contrary, such silence is more than welcome!
I personally believe that great art and poetry can only flourish where the intellectual climate of a country is free from oversaturation and inertia. Perhaps such a time is indeed coming, and future generations will tell of it.
And now to your questions:
I. After 1945, was there a selection among the teachers and professors? Were the teachers who had been compromised by Nazism removed or did they keep their position?
Of course there was a selection process among teachers and professors in 1945. Like every other German, they had to undergo so-called denazification.[4] This meant that they were classified into certain levels depending on the degree of their involvement in the âThird Reichâ and were often punished with imprisonment or sent to the penitentiary. I myself was too young at the time to know anything about it. What I was able to learn was this:
âDenazification was unpopular because it was ordered by the Americans, who were still enemies at the time, and it was carried out in a highly amateurish manner and largely sabotaged.â (Max Bachmann, senior government official)
 As a rule, teachers and professors who had been involved with the Nazis were removed from state educational institutions; I know of several cases.[5] The editors of Der Spiegel (a widely read, oft-criticized news magazine)[6] wrote to me as follows:
âThe measures of so-called denazification in the early postwar period were not maintained later on, and it was probably not even possible to maintain them, because it would have meant expelling an entire generation of teachers and professors.â
II. If they kept their positions, did they retain their ideas or did they change them, or did they pretend[7] to change them?
Most of the teachers and professors were party members,[8] so-called tacit supporters. Many, especially the younger ones at the time, were soldiers in the war or were still too young to serve. The latter applies, for example, to almost all the teachers at my school. Regarding the attitude of the teachers and civil servants who remained and were not soldiers, I was told:
âOn the whole, both the civil servants and the teachers are still the same as they were under the Thousand-year Reich, and it is natural that they do not like to burden themselves with their past. After all, German universities and their professors were the ones who benefited most during those years.â (M. Bachmann)[9]
A young teacher (H. Spranger), whom I still know from my school days, wrote to me about the attitude of his colleagues today:
âNo teacher avoided me when I asked them about their position in the Third Reich. Overall, I would like to say that I cannot detect any Nazi opinions, tendencies, etc. Political issues are not discussed excessively; people rant about our government, as they do everywhere else. I have also not encountered any students who would describe any teacher as a âsecret Nazi.ââ[10]
Of four students, one reported that a teacher at his school had been dismissed from the teaching profession for making Antisemitic remarks. One student said that her former math teacher still tells students about his experiences as a former member of the SS.
There is a pastor at my school about whom I have already written.[11] His prejudices against Jews are striking, they probably originate in the religious conflict between Judaism and Christianity, and could nevertheless have disastrous consequences. In my opinion, he belongs to the group of so-called Philosemites, who are in many ways similar to Antisemites.[12]
The Russian teacher I wrote to you about[13]is Russian and does not teach at any school. I had heated yet unsuccessful arguments with her, and no longer take lessons from her.[14]
In conclusion, I believe I can say that the percentage of teachers with Nazi affiliations in state schools must be low. They are probably mostly older teachers who will, one hopes, retire soon. However, it is important to recognize and eliminate even this percentage. This requires students to have not only an âinnate distrustâ but, above all, the courage to criticizeâboth of which I hardly encountered during my school days, but I know from my siblings[15] that there were classmates who possessed such qualities.
III. Is the Third Reich discussed at school?
During my school days, the Third Reich was discussed[16] in detail in two different years, not only in history class, but also in German, social studies, religion, and biology.
H. Spranger, the young teacher, wrote to me:
âThe accusation that schools do not sufficiently educate students is completely unjustified. Teachers and students today have so much material at their disposal that everyone can inform themselves. This period of German history is covered in detail in class.â
 However, I heard from other students that, due to lack of timeârecent history is usually only covered shortly before the Abitur (=final high-school graduation exam)âthey were taught little about that period.
What is certain is that the Third Reich is discussed in all schools: whether a lot or a little probably depends on the personality of the individual teacher.
IV. Do people discuss it willingly or reluctantly?
In my class, there were passionate discussions on this topic. I remember a debate about Antisemitism that ended in tears.
The teachers did not shy away from the problems; on the contrary, they used old newspapers to illustrate[17] the Nazisâ propaganda methods. They told us that as young people they had mostly been uncritical and enthusiastic supporters of the new movement, attending youth rallies, sporting events, and the like. We students attacked them fiercely for this, unjustly, as I believe today: Can we blame them for having seen things less clearly than adults? And would we have been better able to recognize Hitlerâs satanic methods of winning over young people for his war?
âThat time stands right before our eyes like one big warning,â a girl at my school recently told me. âTeachers want[18] to share their experiences with us so that such a tragedy does not happen again.â
I must emphasize here that the school I attended had children (more boys than girls) from all social classes, and this seems to me to be a particularly fortunate mix that is not found in all schools.
Mr. Spranger told me about his school:
âI must say that, although the students are interested in this period of history, they immediately become antagonistic whenever anyone mentions Germanyâs guilt. Many even claim they have had enough of the âmea culpaâ cries of the press and their teachers. The Jewish question is, of course, of central importance. First of all, there is the teachersâ attitude. This is entirely in line with what the influential public wants. Every three months, we organize a âWeek of Brotherhood,â which focuses mainly on the topics of tolerance,[19]Â Judaism, and race. The teachers in particular show a sincere desire to educate young people in such a way that racial hatred and incitement can never arise again. Here, however, there is very strong opposition from the students, who declare they cannot be held responsible for the sins of their fathers and criticize the method used to teach them about the Jewish question. Incidentally, it is not only the students who criticize these methods, but also many reputable newspapers. Probably too many parties are involved when it comes to teaching young people about the past.â
The balance of whether people like to talk about the Third Reich or not seems to have shifted over time in favor of the teachers. I explain this to myself as follows: teachers are becoming more objective in their judgment as the temporal distance from that period grows. In the long run, it seems to become unpleasant for the students when they are made aware of the âunresolved pastâ[20] from all sides.
IV. Do they tend to consider it an isolated episode, without a past and without a future? Do people try to justify it, to excuse it?
We talked about the Third Reich in the broader context of history, but inevitably the events of that time stood alone in their uniqueness. However, it seems that the greater the distance from the Third Reich, the more we can and must place it in a broader historical context today.[21]
Mr. Spranger writes:
âThis period of German history is neither viewed as an episode nor is it excused. In my opinion, until a few years ago it was viewed in too much isolation, as something that cannot be understood. Today, people are more interested in the roots of nationalism and Antisemitism. In this regard, the complicity of other countries inevitably comes to the fore. Schoolchildren in particular ask about this and often display an attitude that contradicts that of their teachers.â
But the inhumanity of the regime and its henchmen cannot be explained by the historical situation alone: for example, by the hunger and misery that prevailed in Germany after World War I and gave men like Hitler the material to incite and radicalize the masses.
Perhaps my reasoning is wrong, but even the studentsâ resistance to the cries of âmea culpaâ shows that for them, the problem of the Third Reich still seems just as unresolved, âannoying,â and typically German as it did for everyone who was confronted with it before them. Only when that is no longer the case should we sit up and take notice with alarm.
V. Is recent European history part of academic programs?
In principle, the most recent history of Europe (the term we use is âcontemporary historyâ) is part of the curriculum: a topic that greatly interests students. In my class (admittedly, a school focused on the sciences), technical topics were preferred over political or economic policy topics. In the final grades, and especially for the Abitur, essay topics are almost exclusively taken from this subject area.
Mr. Spranger wrote to me:
âI teach German and history in the upper school (the last grades before the Abitur) and can form an opinion about the studentsâ attitude toward contemporary history: They are spectators or participants in current events, which they study daily in the newspaper, in class, and on television. They often display an astonishing amount of factual knowledge. I have âspecialists in international treaties,â economic issues, etc. in my classes. The students often know more details than I do. I have to admit that, because I unfortunately lack the time… In any case, the most interesting political discussions I have are not with teachers, but with students. They are really open-minded.â I was delighted to hear this from Mr. Spranger; perhaps now, for the first time in German history, a politically-minded generation is finally growing up.
Â
VI. Does popular opinion consider the â Globke caseâ[22] a scandal, or is it ignored, or approved of? How is his presence alongside Adenauer justified? How does he justify himself?
The âGlobke caseâ is little known among the general public. And even the little that is knownâfor example, about his role in the Jewish questionâis vague. But because his name was mentioned in connection with Hitlerâs âNuremberg Race Lawsâ and at the Eichmann trial, the people whose opinion I asked consider it unacceptable that Globke should hold such a prominent position alongside Adenauer.
âTeachers and students alike seem to be poorly informed, yet they demand that such a man be removed from office. OberlĂ€nder had to go,[23]Globke should go too. People say that Globke should leave of his own accord and not wait for a trial.â (Spranger)
Although it is clear (there are a number of available testimonies) that he served the Catholic Church, his case is generally considered very controversial.
 I personally have read two documents on the Globke case so far. I also know for certain that in April 1961, German television conducted an interview,[24] in which Globke responded to the accusations. Unfortunately, I did not hear the interview, nor do I have a written transcript of it. Therefore, I can only base my opinion of the Globke case on the two aforementioned documents.
 First, there is the book by Reinhard M. Strecker: âHans Globke, Documents, Case-file Excerptsâ
(Mr. Strecker is well known in Germany for an exhibition of incriminating material against âNazi judgesâ who were still in office. His exhibition resulted in the federal government drafting a law allowing âincriminatedâ judges and prosecutors to retire within a limited period of time if they wanted to keep their pensions. The law has been in force for some time now).[25]
Streckerâs book was published in 1961, but soon had to be withdrawn by the publisher because Mr. Globke initiated legal proceedings against Mr. Strecker over material in the book. A few weeks ago, newspapers reported that the trial had ended and that the book could be sold again if â22 untrue claimsâ were removed from it.
The book contains: documents and excerpts from files relating to Globkeâs activities during the Third Reich, i.e., excerpts from Globkeâs commentary on the Nuremberg Laws, excerpts from essays, and explanations. Documents relating to Globkeâs career, i.e., letters of recommendation, other letters, medals, excerpts from newspaper articles on the Globke case, and positive and negative statements about this case by well-known individuals.
Strecker clearly wants to incriminate Globke with this book, even though he attempts to present an[26] objective picture of the facts. When it comes to Globkeâs own justifications[27]I have largely followed the documents and excerpts in Streckerâs book and assume that the passages quoted correspond to the originals, as they can be verified by the dates, source references, and photographs. However, in the examples from Globkeâs commentary on the racial laws, I had to adopt Streckerâs interpretation entirely, as I am not at all familiar with the legal side of this matter. I therefore ask you to bear in mind, particularly at this point in my remarks, that these examples (unlike the printed letters or essays) have been taken out of context and may therefore, as is often the case in other instances, be interpreted in the exact opposite way.
I will mark everything I know from Mr. Strecker with the letter S.
I have a second document on the Globke case in the monthly magazine Diskussion (âDiscussionâ), published by the Federal Association of German-Israeli Study Groups (university groups).[28]Under the heading âDr. Globke and Political Humanism,â a controversy is played out in letters between a member of the Protestant Church Congress Committee (Prof. Dr. Goldschmidt)[29] and the Press Office of the Federal Government (Dr. WĂŒnsche). This controversy followed a statement issued by âWorking Group 6â of the Protestant Church Congresson July 22 on the Globke case: (D)[30]
âWe believe that, for the sake of integrity and clarity in our reorientation, it is urgently necessary that those who are particularly tainted by the past take a back seat. You will think of the name Globke, as do I. But I am not thinking only of Globke. Isnât it actually shameful, shocking, and humiliating that 16 years (1961) after the events, individuals still have to emerge from the shadows or be dragged out because they were leading participants in crimes? We appeal not only to the authorities in both parts of Germany to separate themselves from these people; we also appeal to these individuals themselves to see reason and resign.â
I will designate everything I draw from this document with the letter D.
The Globke case was perceived as a scandal in the press in:
Strecker: Dr. Hans Globke 1961
Spiegel, German news magazine 1956-61
Diskussion (see above)1961
Frankfurter Rundschau (S) 1949, 1961/ Berliner Allgemeine Zeitung (S) 1951
Telegraf (S) 1956 / Hamburger Echo (S) 1960
It was discussed in:
Die Zeit (S) in an interview with Globke, 1961
Welt (S) 1961 / Frankfurter Allgemeine (S) 1961
Fernsehinterview 1961
Globke was justified by:
Adenauer (S) 1950 / Dr. BarzelCDU (D) 1961 / Bundespresseamt, Dr. WĂŒnsche (D) 1961
He was denounced by:
Dr. ArndtSPD (S) 1950 / Dr. BöhmCDU (S) 1961 / âArbeitsgruppe 6â (see above)[31] (D) / Prof. Goldschmidt (D)[32] I have taken Globkeâs own justification from an interview with the newspaper Die Zeit and the transcripts of Globkeâstestimony at the Nuremberg Trials in 1945 (S)Â
(Globke served as a senior civil servant in the Reich Ministry of the Interior from 1933 to 1945. The Reich Ministry of the Interior was responsible for Hitlerâs Nuremberg Race Laws. The Reich Minister of the Interior was Frick, his State Secretary was Stuckart, and Stuckart was Globkeâs direct superior. Together with Stuckart, Globke wrote the commentary on the Nuremberg Laws in 1935. He was responsible for numerous tasks at the Ministry.)
During the Nuremberg Trials, Globke admitted to having known about the systematic mass murder of Jews. However, he claimed not to have known that this affected all Jews. He also knew about the killing of the mentally ill[33] and about the atrocities committed by the SS under Frick and Himmler (head of the SS).
â In an interview with âZeitâ (Z), Globke said: âI could only maintain my position, in which I helped many opponents of the regime, if I did not make myself recognizable to the Nazis as a declared opponent from the outset.â
Globke says he knew nothing about the intention behind the Nuremberg Laws and that he did not help draft them (Z). He wrote the commentary on these laws together with Stuckart five months after the Nuremberg Laws were published. The âMinisterial Gazette of the Ministry of the Interiorâ states the following about this commentary: âIt (the commentary) is of particular importance because the two authors were officially involved in the creation of the racial laws.â
â According to Strecker, Globke claimed that his involvement in the racial laws was only mentioned in the paper to boost sales of the pamphlet.
This is contradicted by the fact that the statement was made in an official publication and Globke did not protest it.
Globke considered the Nuremberg Laws necessary because they would have put a stop to the arbitrary measures of the Gauleiters.[34]
When asked whether Globke considered the Nuremberg Laws to be persecution, he replied:
â âThe question of whether the Nuremberg Laws as such constitute persecution may be disputed on the basis of legislation in other countries. Other countries also have legislation that targets individual groups of the population, without it being possible to say that this legislation as such constitutes a crime.â
In response to the question (Z): âWhy did you write the commentary on the Nuremberg Laws, which was later so heavily criticized?â Globke replies:
â âHitlerâs deputy, Rudolf Hess, attempted to intensify the effect of the Nuremberg âratial lawsâ through harsh enforcement regulations…. Under the circumstances at the time, the commentary was a protection for many people who were racially discriminated against.â[35]
Excerpts from Globkeâs commentary with Streckerâs interpretation:
â Regarding §6 of the âBlood Protection Lawâ (BPL), Globke (Gl.) writes:
âEvery people is impaired in its viability by the admission of foreign blood into the body of the people. One of its main concerns, however, should be to preserve the purity of its blood.â
â Gl. provides a justification for the branding of Jews with the Star of David in advance of §4 of the BPL:
âSince, according to National Socialist ideology, Jews do not belong to the German people, but rather form a separate people, albeit without a state, German symbols are out of the question for them. However, members of the Jewish people may use their own symbols to outwardly express their affiliation with their ethnicity.â
â Regarding non-Jews of Jewish descent (âMischlingeâ), Gl. writes:
âA grandparent of full German blood who, for example, converted to the Jewish religious community on the occasion of his marriage to a Jew, is considered … fully Jewish for the racial classification of his grandchildren. No counterevidence is permitted. This rule makes racial classification much easier … It doesnât matter how long the grandparent belonged to the Jewish religious community. Even temporary membership is enough.â
There was no mention of this interpretation in the law.
â Gl. expressly refers to marriages between Germans and Gypsies; thus, in addition to the German-Jewish âcontrast,â another is emphasized:
âThis prohibits marriages from whichâapart from cases of German-Jewish interracial marriagesâracially undesirable offspring can be expected, for example marriages between Germans and Gypsies…â
â Gl., created a further tightening by adding to §I of the BPL:
(âMarriages between Jews and citizens of German or related blood are prohibited; marriages concluded despite this prohibition are null and void, even if they are concluded abroad in order to circumvent this lawâ)âto the words âmarriages concluded abroad are null and void.â
Globke replied to the question (Z): âIt is claimed, Mr. Secretary of State, that your commentary in some places comes to even more unfavorable conclusions than the Nuremberg Laws for those affected. What do you say to this accusation?â
â âThat is not true. But of course I could not allow any user of the commentary to get into trouble because of opinions that were not followed in practice.â
Globke, as the official responsible for the law on name changes, drafted the regulations for this law. In it, he compiled a list of Jewish first names; every Jew was to place these first names before their family names for better identification. Those who did not want to do so had to add âSaraâ or âIsraelâ to their family names; this suggestion also came from Globke.
When asked (during the Nuremberg Trials): âDid you work on drafting the regulations on changing family names?â Gl. replied:
â âI was the consultant for the name change law and therefore worked on all issues related to name changes…The ministry received submissions from the public stating that Jews should have an addition to their names that distinguished them from non-Jews…we came to the conclusion that it would be a milder solution if, instead of changing the family name to the desired form, Jews were required to use an additional Jewish first name.â
Justification of Globke by other persons:
In 1950, Adenauer said (S) the following:
âDr. Globkeâs political past has been meticulously examined by the Allies. A German authority does not need to be any more meticulous than the occupying powers.â
Speaking to students in Bonn in July 1961, Dr. Barzel of the CDU addressed the Globke case (D). I would like to summarize some of the main points of his speech: As a victim of Nazi persecution, Adenauer would never have chosen one of his tormentors as a colleague, even though Globke had not been charged at the Nuremberg Trials.
The Globke case was a âchapter in the book of internal resistance against Hitler.â Globke had acted out of âdeep political responsibility based on the power of faith.â Globkeâs involvement in commenting on and formulating anti-Jewish laws had always been âmitigating, restrictive, helpful.â
Prof. Goldschmidt writes to Mr. WĂŒnsche (D):
âWhen weighing the incriminating and exonerating evidence (in the Gl. case), the former, which is summarized and completed by Streckerâs publication, weighs considerably heavier… If he saved individual persons or groups from this fate, this action must be considered a mitigating circumstance, but it can never serve as justification. His behavior can at best be understood as arising from a state of emergency.â
Barzel goes on to say that he regrets that Democrats often repeat âwhat Communists cleverly put out there.â
Goldschmidt comments on this point:
â…that we must not allow ourselves to be prevented from recognizing our own mistakes and discussing them publicly solely because the communists have also discovered them.â
Barzel: Streckerâs individual accusations would collapse âwhen viewed in the light of day.â
The fact that they did not collapse is demonstrated by the court ruling in the âStrecker-Globkeâ case (see above)[36] However, the 22 untrue allegations do not add up to a 280-page book!
Barzel: has never been a party member (Globke!)
Strecker: âDocuments in the American Document Center in Berlin show, however, that Dr. Gl.âs application for membership in the NSDAP was rejected despite a recommendation by Stuckart on the grounds that he had too close ties to influential Catholic circles.â Gl. had at least tried to join the party. Incidentally, under the coercive conditions of the time, party membership cannot necessarily be equated with being a âNaziâ and vice versa.
Barzel: Gl. would not have had a âcareerâ in the Third Reich.
Streckerâs book shows that Gl. advanced from government councilor (1932) to senior government councilor (1933) to ministerial councilor (1938). In the ministryâs distribution of its business plan, Gl. is mentioned 14 times in 1936, 23 times in 1938, 31 times in 1941, and 30 times in 1945. He also received six medals.
Gl. certainly did not exactly âmake his fortuneâ in the Third Reich, but it would be wrong to say that he had no career at all.
Barzel: Gl. fought and resisted alongside the men of July 20 (on July 20, 1944, an attempt was made to assassinate Hitler. In contrast to earlier assassination attempts, this time large sections of the population were indirectly involved). Testimonies from well-known personalities (especially from Catholic circles) confirm this (S).
Goldschmidt: âWhy, incidentally, was it not until 1961 that it became known that Gl. was a âman of the inner resistanceâ? The âJuly 20, 1944 Working Groupâ knows nothing about this… To my knowledge, the name Dr. Globke is not found in any of the major publications on the inner resistance to date.â
Towards the end of Barzelâs lecture, he states:
âWe donât want any new denazification! Those who committed crimes belong in court!â
Goldschmidt: âDr. Globke is clearly not guilty of any criminal offense punishable by law under the current penal code, but he is nevertheless guilty of a grave historical offense against the Jewish people.â
In the dispute between Mr. Goldschmidt (Evangelical Church) and Mr. WĂŒnsche (Federal Press Office),two[37] fundamentally different views are at play:
Goldschmidt: âFar be it from me to deny Dr. Globke the right to hold any position in the administration of the Federal Republic that is commensurate with his education. In my opinion, however, the highest political offices must be filled by individuals who are in no way compromised by their conduct[38] between 1933 and 1945. The Federal Republic, as a state system of political humanism, lacks internal credibility as long as Mr. Globke and similar figures are active in leading positions, in judicial positions, in senior educational offices, and similar posts.â
WĂŒnsche: âHowever, if the federal government were to discriminate[39] against the people who risked their lives to do their duty here during the âThird Reichâ by limiting their opportunities to participate in the reconstruction of the Federal Republic, I would consider that morally reprehensible. Contrary to your statement, it seems to me that the Federal Republic, as a state system of political humanism, would lack internal credibility if it were to abandon people like Dr. Globke simply to avoid attacks.â
In weighing the evidence for and against the Globke case I have relied solely on German testimony from individuals and organizations. However, Streckerâs book contains numerous documents from foreign individuals and bodies that incriminate Globke. But it would be too much to list these as well.
Let me conclude by saying a few more things about the âGlobke caseâ that occurred to me while writing:
âReputableâ newspapers (such as âDie Zeitâ, âSĂŒddeutsche Zeitungâ, âFrankfurter Allgemeineâ) report that the federal government is finally making efforts to remove incriminated judges from their positions through the aforementioned law. This is progressing very slowly because, for one thing, âmoral guiltâ is much more difficult to establish than criminal guilt. For another, these judges are understandably reluctant to admit today that they rendered any services to the Third Reich.
You may know that, in addition, a âcentral officeâ has existed in Ludwigsburg (a city in southern Germany) since 1958, from which preliminary investigations against the mass murderers of the Third Reich are conducted. The trials against these people, which are reported in the newspapers almost daily, could only take place on the basis of these investigations.
A German of Jewish descent who now lives abroad once said to me: âI think itâs good that old Nazis are allowed to remain in their positions. That way, they are kept busy and under control. If they were to take up inappropriate occupations or even become unemployed, they would regroup and oppose the existing order.â
Groups of right-wing extremists have already formed organizations, and I have an informative report on this: an evaluation of statistics on âRight-wing Extremism in the Federal Republic,â published by Bonn in 1961 and not accessible to the general public, meaning that this report cannot be purchased easily.[40]
Unfortunately, I have to return this document to the lender, otherwise I would have sent it to you right away. The book by Strecker does not belong to me either, and it is not available for purchase at the moment. However, I will try to obtain both documents and send them to you if you would like.[41]
And I have just discovered another book that was recently published and âmeticulously records people and documents.â It is called âConspiracy from the Rightâ.
So now I have reached the end of my letter and, as in all things, I am once again struck by doubts about the questionable nature of my actions: reducing complicated, multi-layered circumstances and phenomena to a simple formula. How easily any logically gifted person could destroy my arguments with valid counterarguments. My âknowledgeâ of the things discussed here is less than minimal, and I ask myself again how I could dare to write to a person like you: After all, I have lived a cheerful life so far, accompanied by friendly people, and without ever having proven myself even once![42] Surely the spontaneous desire, the joy of communicating with another person, does not justify inexperience and ignorance?
I can therefore only ask you again and again to regard my communications as merely the casual remarks of some afternoon[43] visitor dropping by: they say nothing that has not already been said by someone else.
Your questions have led me to consider things I had not thought about before, and that has enriched me. For that, and for yet another thing, I sincerely thank you: that I was allowed to write to you, even though I do not deserve such good fortune.
Yours,
Brigitte Distler
As I am reading through this letter, I see how full it is of printing errors and crossed-out words. Please forgive me for this: I am inexperienced at typing, and the model of this typewriter is also quite old!
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Sender: Brigitte Distler
Addressee: Primo Levi
Date of Drafting: 1962-06-16
Place of Writing: Munich
Description:typewritten letter on white paper with handwritten signature in black ballpoint pen. The sheets have handwritten insertions and corrections by Distler in black ballpoint pen, and handwritten underlining and insertions by Levi in blue ballpoint pen, pencil, and red pencil. In the upper margin of f. 39r, to the right, is a handwritten note by Levi in black ballpoint pen: âB. Distler â 8215 Marquartstein (Obb.) Standacherst. 7.â Leviâs translation is handwritten in blue ballpoint pen and black fountain pen on white paper and recovered paper: ff. 45-57 only on the front; the back of ff. 58-68 (recovered paper) are drafts of the translation of a âGattermannâ organic chemistry manual. The upper margins of the sheets with the translation are numbered in progression by hand; the text has handwritten underlining and insertions in red pencil.
Archive: Archivio privato di Primo Levi, Turin
Series: Complesso di Fondi primo Levi, Fondo Primo Levi, Corrispondenza, Corrispondenti particolari, fasc. 20, sottofasc. 001, doc. 020, ff. 39r/v, 40r/v, 41 r/v, 42r/v, 43r/v, 44; da qui ff. di traduzione di Levi: 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56,
Folio: 5, front and back, 25 front only
DOI:
1
Fischer published the paperback edition of The Diary of a Young Girl by Anne Frank in March 1955, with a preface written by the author Albrecht Goes. By the end of 1958, the book had already sold 700,000 copies and it reached one million copies in 1969. Regarding how The Diary of a Young Girl was received in West Germany, cf. the biography of Christel WaiĂ.
2The paragraph is marked with a handwritten sign in pencil by Levi in the inner margin of the sheet; âin ihm mich selbst als ihm wesensgleich verabscheueâ is underlined by hand in pencil.
3âuns Deutschenâ is underlined by hand in black ballpoint pen. Â
4
On March 5, 1946, the American military government enacted the Law for Liberation from National Socialism and Militarism (Gesetz zur Befreiung von Nationalsozialismus und Militarismus), initiating the denazification process. The law established five categories that defined, in order of gravity, the various levels of involvement with the regime: Hauptschuldige (âmajor offendersâ), Belastete (âoffendersâ), Minderbelastete (âlesser offendersâ), MitlĂ€ufer (âfollowersâ), Entlastete (âexonerated personsâ). The category that created the most controversy was the fourth, the MitlĂ€ufer, or rather, âanyone who was not more than a nominal participant in, or a supporter of, the national socialistic tyrannyâ (art. 5); Distler also mentions this a bit further on in her letter (Levi translates the term as âtacit supportersâ). As the historian Lutz Niethammer stated in an important study in 1972, â70% of the formal incriminations involved groups I and II, over 25% involved the MitlĂ€ufer group; instead, the commissionsâ sentences classified approximately 43% as MitlĂ€ufer [fellow travellers] and left over 55% without any measures for atonement [âŠ]. Translated into concrete terms, this means: half of the cases involved primarily lower functionaries of Nazi organizations or old members of the party, whereas one quarter were simply party members. Most of them were not sanctioned by the denazification commissions, which declared the smaller number to be MitlĂ€ufer. However, it was not a uniform retrocession, in the sense that all those suspected of being MitlĂ€ufer would be absolved and that some of the defendants classified as levels I and II would be reclassified as MitlĂ€ufer and some would be granted amnesty.â Cf. L. Niethammer, Die MitlĂ€ufer-fabrik. Die Entnazifizierung am Beispiel Bayerns [âThe Fellow-Travellersâ Factoryâ], Berlin-Bonn: J. H. W. Dietz Nachf, 1982, p. 617. See also the biography of Herbert PlĂŒgge.
5
For example, this was the case of the father of Renate Martin, a German correspondent with whom Levi came into contact in the early 1970s. The incident is recounted in letter 153 and in the biography of Renate Martin.
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Founded in Hannover in 1947, the weekly magazine Der Spiegel soon became one of the most influential magazines in West Germany. Specialized in investigative reports, over time Der Spiegel shifted its position concerning the re-elaboration of the countryâs Nazi past, intercepting the changes in West German society. During the 1950s, the magazine attempted, for the most part, to go along with the general blanket of silence surrounding the crimes of the Third Reich, going so far, in the Globke case, as to even offer interpretations that justified it. Instead, during the next decade, its investigations reflected the greater awareness and critical inclination in public and intellectual debates. Der Spiegelâs criticism of the institutions rendered the magazine highly unpopular with the political class and this helped spread its fame as a bulwark of the free press. In October 1962 â a few months after Distlerâs letter â the editorial offices of the magazine were searched and occupied by the authorities of West Germany after an article was published that accused the German military of being unprepared in the case of a Soviet invasion. The incident went down in history as the Spiegel Affair. For an overview, cf. M. Doerry, H. Janssen (edited by), Die Spiegel-AffĂ€re. Ein Skandal und seine Folgen, Munich: Deutsche Verlags-Anstalt, 2013, pp. 27ff; S. Glaab, âDie nationalsozialistische Vergangenheit in der Nachkriegspresse â Eine QualitĂ€tsstudie am Beispiel des Nachrichtenmagazins »Der Spiegel«â in Medien-QualitĂ€ten: öffentliche Kommunikation zwischen ökonomischem KalkĂŒl und Sozialverantwortung, edited by S. Weischenberg, W. Loosen, M. Beuthner, Konstanz: UVK, 2006, pp. 71-87.
7âtun sie soâ is underlined by Levi in blue ballpoint pen.
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When Hitler came to power, the educational system was rapidly nazified, as well. When the Law for the Restoration of the Professional Civil Service (Berufsbeamtengesetz) was enacted on April 7, 1933, teachers, too, were considered public servants who responded directly to the Reich (after first being issued an Ariernachweis, a document that certified pure Aryan lineage). Even though it was not formally obligatory, membership in the party was an indispensable prerequisite for maintaining oneâs position and possibly furthering oneâs career. Professors were only permitted membership in the National Socialist Teachers League (Nationalsozialistischer Lehrerbund), which, by 1937, numbered 320,000 members, i.e., 97% of German teachers. Cf. L. Pine, Education in Nazi Germany, Oxford-New York: Berg, 2010, pp. 14-35.
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Bachmannâs affirmation was also corroborated by contemporary historiographic research. As William Shirer writes in The Rise and Fall of the Third Reich, his best-seller published in the United States in 1960 and translated into German in 1961: âIt was surprising to some how many members of the university faculties knuckled under to the Nazification of higher learning after 1933. Though official figures put the number of professors and instructors dismissed during the first five years of the regime at 2,800 â about one-fourth of the total number â the proportion of those who lost their posts through defying National Socialism was, as Professor Wilhelm Roepke, himself dismissed from the University of Marburg in 1933, said, âexceedingly small.â [âŠ] A large majority of professors, however, remained at their posts and as early as the autumn of 1933 some 960 of them, led by luminaries such as Professor Sauerbruch, the surgeon, Heidegger, the existentialist philosopher, and Pinder, the art historian, took a public vow to support Hitler and the National Socialist regimeâ (cf. W. Shirer, The Rise and Fall of the Third Reich, New York: Simon& Schuster, 1960, p. 251). The Italian translation of Shirerâs book â which Primo Levi valued highly â was only published in November 1962, five months after Distler wrote this letter to him.
10The paragraph is marked by Levi with a handwritten âXâ in blue ballpoint pen in the inner margin of the sheet.
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When Distler wrote this letter, the topic of philosemitism as a symptom of unresolved antisemitism was the focus of critical re-elaborations conducted, above all, in left-wing student circles, in particular German-Israeli study groups, to which Distler herself belonged (cf. her biography). On this topic, cf. J. Hahn, Die Deutsch-Israelischen Studiengruppen und die frĂŒhen studentischen Kontakte mit Israel 1948 â 1972 (âGerman-Israeli study groups and the first student contacts with Israel, 1948â1972â), Göttingen: Wallstein Verlag, 2025, pp. 100-111. In December 1965, the daily newspaper Die Zeit published an article entitled âJudenfreunde â Judenfeindeâ (âFriends of the Jews â Foes of the Jewsâ) by the political analyst Eleonore Sterling. The analysis conducted by the author (a scholar of Jewish origin and a student of Max Horkheimer) confirmed the superficiality of the philosemitism that had become widespread in Germany during the post-WWII period: âWhat is striking is the similarity between the mechanisms of philosemitism and antisemitism. Analyses of antisemitism in German history show that this hate, directed against a small portion of the population, actually has very little to do with its victims. Its roots are anchored in economic and political distortions of the social context, and it finds its ideological justification in pseudo-Christian ideas of Judaism â in part secularized â handed down from generation to generation. It resembles the mechanism of German philosemitism, which also manifests itself in the hasty affirmation that the German populationâs hostility against Jews has practically disappeared. It, too, by now has very little to do with its alleged object â the Jew as a human being. Rather, its primary motivations lie in the weakness of the young German democracy.â Cf. E. Sterling, âJudenfreunde â Judenfeinde: FragwĂŒrdiger Philosemitismus in der Bundesrepublik,â in Die Zeit, December 10, 1965.
14The paragraph is marked by Levi with a handwritten âXâ in blue ballpoint pen in the inner margin of the sheet.
15âGeschwisterâ is underlined by Levi in blue ballpoint pen.Â
16âgesprochenâ is added by Distler by hand in black ballpoint pen.
17
Distler adds âzeigtenâ by hand in black ballpoint pen. Levi quotes this passage in the argumentations of Brigitteâs professors in The Drowned and the Saved, comparing them to those of the married couple L.: âNote: this is the same justification that T.H. of Hamburg adopted. For that matter, no witness of the time has denied Hitlerâs truly diabolical power of persuasion, which also helped him in his political contacts. It is acceptable from young people, who understandably try to exonerate the entire generation of their parents, but not from their compromised and falsely repentant elders, who try to limit the guilt to a single manâ (CW III, pp. 2554-55). Cf. the Biography of the married couple L.
18âwollen unsâ is repeated and crossed out by Distler by hand in black ballpoint pen.
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From the beginning of the quote (âIch muĂ sagenâŠâ) until ââŠder Toleranz,â Levi marked the passage by hand in pencil in the inner margin of the sheet. The âBrotherhood Weekâ (Woche der BrĂŒderlichkeit), an annual event inaugurated in 1952, was promoted by the Society for Jewish-Christian Cooperation (Gesellschaft fĂŒr christlich-JĂŒdische Zusammenarbeit) to foster cooperation and religious dialogue between Jews and Christians, and to promote the memory of the Nazi extermination, as well as the fight against antisemitism. The âBrotherhood Weekâ and the initiatives that were conducted, above all, in the Evangelical world are mentioned in other letters from 1962, such as those from Karl Wagner and Elisabeth Zilz.
20âunbewĂ€ltigte Vergangenheitâ is marked by Levi with a handwritten âXâ in blue ballpoint pen in the inner margin of the sheet.
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Already during the course of World War II, Anglo-Saxon historiography propagated genealogies of Nazism characterized by the paradigm âfrom Luther to Hitler.â These continuity-oriented interpretations traced the roots of National Socialist ideology to constitutive elements of the history of modern German culture (such as the Protestant reform, the Prussian mentality, and Bismarckâs power politics), setting itself in clear contrast with those who considered the parabola of the Third Reich an inauspicious parenthesis. After the end of the war, the image of a Germany that was compromised by its history appeared, in the eyes of the German public, more apologetic, an instrument of Anglo-American propaganda aimed at legitimizing the political and military containment of the Federal Republic. Proof of this can be found in the controversial reception in West Germany of The Rise and Fall of the Third Reich by William Shirer, one of the most influential exponents of the paradigm âfrom Luther to Hitler.â For an overview, cf. G. D. Rosenfeld, âThe Reception of William L. Shirer's âThe Rise and Fall of the Third Reichâ in the United States and West Germany, 1960-62,â in Journal of Contemporary History, Vol. 29, No. 1, pp. 95-128.
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For a detailed analysis of Distlerâs research on the Globke case, see her biography.
24
The reference is to the interview Globke gave on April 28, 1961 on Die Rote Optik (âThe red perspectiveâ), a political information program broadcast by Norddeutscher Rundfunk and dedicated to analyses of East German propaganda in the media. During the transmission, Globke denied the accusations made against him in the documentary Aktion J by the film director Walter Heynowski. A production of the DDRâs state television, the documentary reconstructed Globkeâs career to highlight his involvement in formulating Nazi antisemitic legislation in 1935. Cf. J. Keilbach, âThe Eichmann Trial on East German Television: On (Not) Reporting About a Transnational Media Event,â in Journal of European Television History and Culture, Vol. 3, n. 5, 2014, pp. 17-22.
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Distler is referring to the itinerant exhibit UngesĂŒhnte Nazijustiz (âUnpunished Nazi Judiciaryâ), inaugurated on November 27, 1959 in Karlsruhe and displayed in various university cities in West Germany until February 1962. In Munich, UngesĂŒhnte Nazijustiz was inaugurated on February 10, 1961, cf. S. A. Glienke, Die Ausstellung âUngesĂŒhnte Nazijustizâ (1959-1962), Baden-Baden: Nomos, 2008, pp. 114-115. The exhibit was created and curated by Reinhard Strecker, a student at the University of Berlin and a founding member of the local German-Israeli study group. For more details, cf. the biography of Brigitte Distler. The exhibit created quite an international stir, as well; the West German government tried to resolve the problem as quickly as possible, inserting in the new Deutsches Richtergesetz (German Judiciary Act), enacted on September 8, 1961, a paragraph (§116) regarding the early retirement of judges and prosecutors who had served during the war: âA judge or prosecutor who, during the period between September 1, 1939 and May 9, 1945 had served as a judge or prosecutor within the scope of criminal justice, may be retired upon their own request. The request must be presented by June 30, 1962.â
26âeinâ is added by Distler in black ballpoint pen. Â
27
Distler is referring to the interview âGlobke und die Judengesetzeâ (âGlobke and the Anti-Jewish Lawsâ) published in the weekly Die Zeit on February 17, 1961. In replying to the questions posed by the journalist Robert Strobel regarding his involvement in developing and enacting the Nuremburg Laws of 1935, Globke, the Secretary of State at that time, presented himself as an âanti-Naziâ who, acting within the Nazi judicial system, assiduously attempted to limit the broad interpretations of racial legislation that the upper echelons of the NSDAP desired. Globke stated: âIn the many difficult situations in which I found myself back then, my hope was that my anti-Nazi activity, which sooner or later would have come to light, would be a sufficient explanation for the fact that I maintained the necessary appearance [of a loyal and willing functionary] in order to continue to perform my role. Many other people found themselves in a similar situation back then â and many might find themselves in the same situation still today in the Soviet zone. Do you think it would be better if all of them abandoned their positions, making room for radical fanatics?â
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The German-Israeli study group of the University of Munich was founded in 1959. It had 50 members in the early 1960s and, as of November 1963, the group had its own press organ: the magazine Dialog. Further information can be found in the biography of Brigitte Distler. Regarding the history of the German-Israeli study groups and the magazine DISkussion, an organ of the Federal Association of German-Israeli Study Groups (the November 1961 issue is mentioned here), see the biography of Karl Wagner.
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Hans Dietrich Goldschmidt (1914-1998) was a German sociologist. Because of his Jewish origins, he was not allowed to pursue an academic career during the Nazi period. In November 1944, he was imprisoned in Burg (Saxony) in a work camp of Organisation Todt, a Nazi construction company that was a key element in the production of armaments for the Wehrmacht. At the end of WWII, he received his doctorate from the University of Göttingen, under Helmuth Plessner. From 1956 to 1963, he taught sociology at the PĂ€dagogische Hochschule of Berlin and then became the director of the Max-Planck-Institut fĂŒr Bildungsforschung until 1982, when he retired; cf. M. Becker, âDietrich Goldschmidt, âeducator and political activistâ. Ăber einen fast vergessenen Soziologen und Intellektuellen,â in Erkundungen im Historischen: Soziologie in Göttingen Geschichte, edited by O. Römer and I. Alber-Armenat, Wiesbaden: Springer, 2019, pp. 203-245.
30â(D)â is added by Distler in black ballpoint pen. Â
31âsiehe obenâ is added by Distler in black ballpoint pen.Â
32â(D)â is added by Distler in black ballpoint pen.
33The reference is to the campaign of involuntary euthanasia of people affected with mental disabilities; code name Aktion T4, it was conducted in the territories of the Third Reich between 1939 and 1941.
34Political position indicating the head of the local branch of the Nazi Party.
35The inner margin of the sheet has a handwritten mark in red pencil.
36The reference is to the legal action taken by Hans Globke against the book by Reinhard M. Strecker, Dr. Hans Globke. AktenauszĂŒge, Dokumente (Hamburg: RĂŒtten & Loening Verlag, 1961), which resulted in a temporary halt in the bookâs publication and distribution.
37âzwieâ typewritten and corrected, probably by Levi, with a transpose symbol handwritten in blue ballpoint pen.
38âdurch ihr verhaltenâ follows, crossed out by typewriter.Â
39âdiskriminiert werden,â typewritten and emended by Distler in black ballpoint pen.
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The reference is to the report Rechtsradikalismus in der Bundesrepublik (âRight-wing extremism in the Federal Republic of Germanyâ), written in 1961 and published in May 1962 in the supplement Aus Politik und Zeitgeschichte (âPolitics and current affairsâ) of the magazine Das Parlament (an organ of the Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung, the Federal Agency for Civic Education). The analysis, conducted by the Federal Office for the Protection of the Constitution (Bundesamt fĂŒr Verfassungsschutz), registered the existence of 86 organizations in 1961 that could be attributed to the far right (âgroups and people of Nationalist orientation demonstrating the absence of a credible acknowledgement of the fundamental liberal-democratic system of the Federal Republicâ), for a total of 35,400 members. The text of the document is now available in the digital archive of the Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung.
41âwenn Sie wollenâ is underlined by Levi in red pencil.Â
42The sentence is marked with a question mark, handwritten by Levi in red pencil in the outer margin of the sheet.
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âNachmittagâ is underlined by Levi in red pencil.
IItalicized in the text is Primo Leviâs translation of the letter. âprofano" (âprofaneâ) is inserted in pencil in substitution of âlaicoâ (âsecularâ).
IIUnderneath, a previous transcription that was crossed is visible: âuno dei piĂč lettiâ (âone of the most readâ).
IIIThe entire paragraph is marked with a handwritten line in red pencil along the outer margin of the sheet.
IVâsazietĂ â (âsatietyâ) is inserted in black fountain pen and substitutes âsoprasaturazioneâ (âsupersaturationâ).
VâNessun insegnante mi ha evitato, quando gli chiedevoâ (âno teacher avoided me, when I asked themâ) is inserted in black fountain pen and substitutes ânon mi Ăš sfuggito alcun insegnante, a cui non chiedessi.â (âno teacher escaped me, whom I didnât askâ).
VIThe paragraph is marked with a handwritten line in red pencil along the inner margin of the sheet.
VIIâcriticanoâ is partially retraced in black fountain pen.
VIIIâal âpassato non ancora sconfitto!ââ (âto the ânot yet defeated past!ââ) is inserted in pencil.
IXFrom this point on, Levi continues in black fountain pen.
XThe paragraph is marked with a handwritten line in red pencil along the inner margin of the sheet.Â
XIFrom this point on, Levi continues in blue ballpoint pen.
XIIâsentitoâ (âfeltâ) is added in black fountain pen in substitution of âpercepitoâ (âperceivedâ).
XIIIâneâ is added in black ballpoint pen. Â
XIVâe zingari: ne abbiamo cosĂŹâ is underlined in pencil. Â
XVThe paragraph is marked in red pencil along the inner margin of the sheet.Â
XVIFrom this point on, Levi continues in black fountain pen.
XVIIThe sentence âHo vissuto finora una vita allegraâŠcontro queste cose!â marked with a handwritten question mark in red pencil in the inner margin of the sheet.
XVIIILevi does not translate the passage of the letter âan einem Nachmittagâ (âone afternoonâ).Â