118. Brigitte Distler to Primo Levi, June 16, 1962

In Short

Related Contents

Note to the Text


Two months after their last communication, Distler answers Levi’s questions in this long and detailed letter.

16 Juni 1962

 

 Sehrgeehrter Herr Dr.Levi!

Über meine Antwort auf Ihren Brief ist es FrĂŒhling geworden, und ich hoffe, Sie haben trotz meines langen Schweigens nicht die Geduld mit mir verloren. Ich schrieb Ihnen bereits, daß Ihre Fragen in Gebiete hineinreichen, ĂŒber die ich nur wenig, eigentlich gar nichts wußte. Inzwischen habe ich mich aber mit einigen Menschen unterhalten, die mir auf freundliche Weise halfen: sie teilten mit ihre Erfahrungen in dieser Angelegenheit mit und schickten mir BĂŒcher und Schriften. So verging die Zeit mit Warten auf versprochene Briefe und BĂŒcher und dem Lesen dieser BĂŒcher, Leider mußte ich noch nebenher Vorlesungen und Seminare besuchen, sodaß ich erst in diesen Tagen dazu gekommen bin, alle GesprĂ€che und Mitteilungen fĂŒr Sie zu einem Ganzen zu fĂŒgen.

Bitte halten Sie mich nicht fĂŒr pedantisch, wenn ich Sie drauf aufmerksam mache, daß meine eigenen GedankengĂ€nge bei der Beantwortung Ihrer Fragen höchst subjektiv sind, meine Darstellungsweise aber durch und durch laienhaft ist; nichts davon kann daher allgemeingĂŒltiges aussagen. Ich weiß, daß ich viele Dinge einseitig und daher falsch beurteile, in Diskussionen kann ich geradezu fanatisch und unlogisch sein. Sie können daher ein relativ “echtes” Bild nur dann erhalten, wenn Sie viele Stimmen zu diesem Thema hören. – Doch das wissen Sie so gut wie ich, und ich bitte Sie, mir meine Pedanterie nicht ĂŒbel zu nehmen.

Zum Äußeren des Briefes muß ich mich bei Ihnen fĂŒr die unmögliche LĂ€nge meiner AusfĂŒhrungen entschuldigen. Die Zeit drĂ€ngte ja, und so blieb vieles stehen, was man kĂŒrzer hĂ€tte ausdrĂŒcken können. Auch mein Stil hat unter der BeschĂ€ftigung mit Dokumenten und AktenauszĂŒgen ziemlich gelitten, auch darĂŒber bin ich Traurig,

Bevor ich nun auf Ihre Fragen eingehe, möchte ich Ihnen nocheinmal fĂŒr Ihren Brief danken, es gibt kaum etwas, worĂŒber ich mich so gefreut habe.

Sie schreiben, daß Ihnen ein Echo Ihres Buches bei den jungen Menschen am liebsten sei. Dabei fiel mir ein, daß viele meiner Klassenkameraden und ich mit vierzehn Jahren bereits die Tagebuchaufzeichnungen der „Anne Frank” lasen; heute gilt dieses Buch als das meistgelesenste der „Fischer-BĂŒcherei”, die TaschenbĂŒcher dieses Verlages aber werden besonders gern von SchĂŒlern und Studenten gelesen.[1]

Zu Ihren letzten Gedanken möchte ich noch folgendes sagen: Ich liebe zwar die Landschaft, in der ich aufgewachsen bin, ich bete meine Mutter an, den Deutschen als ganz bestimmten Typ aber kann ich nicht mit Freude betrachten: vielleicht weil er mir noch zu sehr mit jenen Eigenschaften behaftet zu sein scheint, die in jĂŒngster Vergangenheit zu so hoher BlĂŒte gelangten. Vielleicht aber auch deshalb, weil ich in ihm mich selbst als ihm wesensgleich verabscheue.[2]

Es zeigt Ihre unendliche Toleranz uns Deutschen[3] gegenĂŒber, wenn Sie glauben, daß das Land „Beethovens und Schillers” den anderen Nationen vielleicht einmal wieder etwas zu sagen hĂ€tte. Seit Brecht, Kafka oder Schönberg ist es auf kulturellem Gebiet hier ziemlich still geworden. Auf dem Gebiet der Politik aber ist eine solche Stille nur angenehm!

Ich persönlich glaube, erst dort kann große Kunst und Dichtung gedeihen, wo das geistige Klima eines Landes frei ist von ÜbersĂ€ttigung und TrĂ€gheit.Vielleicht ist eine solche Zeit tatsĂ€chlich im Kommen und die “Nachgeborenen” werden davon berichten.

Doch nun zu Ihren Fragen:

I. Hat es unter den Lehrern und Professoren nach 1945 eine Auslese gegeben? Sind diejenigen Lehrer entfernt worden, die sich mit dem Nationalsozialsmus eingelassen haben?

NatĂŒrlich hat es 1945 eine Auslese unter den Lehrern und Professoren gegeben. Sie mußten wie jeder andere Deutsche sich der sogenannten “Entnazifizierung” unterziehen. Das heißt, sie wurden je nach dem StĂ€rkegrad ihrer Beteiligung am „Dritten Reich” in bestimmte Entnazifizierungsstufen[4] eingeordnet und wurden nicht selten mit GefĂ€ngnis oder Zuchthaus

bestraft. Ich selbst war damals noch zu klein, um etwas davon zu wissen. Was ich noch erfahren konnte, war das:

„Die Entnazifizierung war unbeliebt, weil sie von den noch damals feindlichen Amerikanern angeordnet war und sie wurde höchst dilettantisch durchgefĂŒhrt und zum grĂ¶ĂŸten Teil sabotiert.” (Max Bachmann, Oberregierunsrat)

In der Regel wurden Lehrer und Professoren, die sich mit den Nazis eingelassen hatten, aus den staatlichen Lehranstalten entfernt; ich weiß von mehreren FĂ€llen.[5] Die Redaktion des „Spiegel” (ein viel gelesenes, oft kritisiertes Nachrichtenmagazin)[6] schrieb mir dazu:

„Die Maßnahmen der sogenannten Entnazifizierung in der ersten Zeit nach dem Kriege sind spĂ€ter nicht mehr aufrechterhalten worden, und das war wohl auch gar nicht möglich, denn man hĂ€tte ja eine ganze Generation von Lehrern und Professoren in die Verbannung schicken mĂŒssen.”

II. Wenn sie ihre Stellung behalten haden, haben sie auch ihre Ideen behalten, haben sie sie gewechselt oder tun sie so,[7] als hatten sie sie gewechselt?

Die meisten der Lehrer und Professoren waren Parteimitglieder,[8] sogenannten „MitlĂ€ufer”. Viele, vor allem die damals jungen unter ihnen, waren als Soldaten im Krieg oder sie waren ĂŒberhaupt noch zu jung dafĂŒr. Letzteres trifft zum Beispiel auf fast alle Lehrer meiner Schule zu. Über die Haltung der dagebliebenen Lehrer und Beamten, die keine Soldaten waren, schrieb man mir:

„Im Großen und Ganzen sind sowohl die Beamten als auch die Lehrer noch dieselben wie im 1000-jĂ€hrigen Reich, und es ist natĂŒrlich, daß diese sich nicht gerne mit ihrer Vergangenheit belasten. Die deutschen Hochschlen und ihre Professoren haben ja in jenen Jahren am meisten versast.” (M. Bachmann)[9]

Ein junger Lehrer (H. Spranger), den ich noch von meiner Schulzeit her kenne, schrieb mir ĂŒber die Haltung seiner Kollegen heute:

„Es wich mir kein Lehrer aus, wenn ich ihn nach seiner Stellung im Dritten Reich befragte. Zusammenfassend möchte ich sagen, daß ich keinerlei nazistische Meinungen, Tendenzen u.s.w. feststellen kann. Es wird nicht ĂŒbermĂ€ĂŸig ĂŒber politische Fragen diskutiert, man schimpft ĂŒber unsere Regierung, wie man es ĂŒberall tut. Es ist mir auch kein SchĂŒler begegnet, der irgendeinen Lehrer als “heimlichen Nazi” bezeichnet hĂ€tte.”[10]

Von vier Studenten berichtete einer von einem Lehrer seiner Schule, der wegen antisemitischer Äußerungen aus dem Schuldienst entlassen wurde. Eine Studentin erzĂ€hlte, daß ihr frĂŒherer Mathematik-Lehrer noch heute den SchĂŒlern von seinen Erlebnissen als ehemaliges Mitglied der SS berichtet.

An meiner Schule gibt es einen Pfarrer, von dem ich Ihnen bereits schrieb.[11] Auffallend sind seine Vorurteile gegenĂŒber den Juden, die ihren Ursprung wahrscheinlich im religiösen Gegensatz “Judentum-Christentum” haben, die sich aber unheilvoll auswirken können. Meiner Ansicht nach ist er in die Reihe der sogen. “Philosemiten” einzuordnen, die ja den Antisemiten in vielem gleichen.[12]

Die Russisch-Lehrerin, von der ich Ihnen schrieb,[13] ist Russin und unterrichtet an keiner Schule, Ich hatte mit ihr heftige, aber erfolglose Auseinandersetzungen und nehme bei ihr keinen Unterricht mehr.[14]

Abschließend glaube ich, feststellen zu können, daß der Prozentsatz von nazistisch belasteten Lehrern auf den staatlichen Schulen gering sein muß. Es handelt sich dabei wahrscheinlich grĂ¶ĂŸtenteils um Lehrer Ă€lteren Jahrgangs, die hoffentlich bald pensioniert werden. Wichtig jedoch ist, daß man selbst diesen Prozentsatz erkennen und beseitigen muß. Das erfordert beiden SchĂŒlern ein “angeborenes Mißtrauen” und vor allem den Mut zur Kritik, beidem bin ich wĂ€hrend meiner Schulzeit kaum begegnet, weiß aber durch meine Geschwister,[15] daß es MitschĂŒler gab, die diese Eigenschaften besaßen.

III. Spricht man in den Schulen ĂŒber das Dritte Reich?

WĂ€hrend meiner Schulzeit wurde ĂŒber das Dritte Reich in zwei verschiedenen Jahren ausfĂŒhrlich gesprochen[16] und zwar geschah das nicht nur im Geschichts unterricht, sondern auch in den FĂ€chern: Deutsch, Sozialkunde, Religion und Biologie.

H. Spranger, der junge Lehrer schrieb mir:

„Der Vorwurf, den man immer wieder hört, daß die Schulen die SchĂŒler nicht genĂŒgend aufklĂ€rten, ist völlig unberechtigt. Lehrern und SchĂŒlern ist heute so viel Material in die HĂ€nde gegeben, daß jeder sich informieren kann. Im Unterricht wird diese Epoche der deutschen Geschichte ausfĂŒhrlich behandelt.”

Von anderen Studenten allerdings hörte ich, daß sie aus Zeitmangel – die jĂŒngste Geschichte wird meistens erst kurz vor dem Abitur (=AbschlußprĂŒfung) behandelt – wenig ĂŒber jene Zeit unterrichtet wurden.

Fest steht, daß in allen Schulen ĂŒber das Dritte Reich gesprochen wird: ob viel oder wenig, hĂ€ngt wahrscheinlich von der Persönlichkeit des einzelnen Lehrers ab.

IV. Spricht man gern oder ungern darĂŒber?

In meiner Klasse gab es leidenschaftliche Diskussionen ĂŒber dieses Thema. Ich kann mich an eine Auseinandersetzung ĂŒber den Antisemitismus erinnern, die mit TrĂ€nen endete.

Die Lehrer wichen den Problemen nicht aus, im Gegenteil: sie zeigten[17] an Hand alter Zeitungen die Propagandamethoden der Nazis. Sie erzĂ€hlten, daß sie als junge Menschen meist kritiklos und voll Begeisterung der neuen Bewegung angehangen hĂ€tten; bei Jugendversammlungen, Sportveranstaltungen und Ă€hnlichem.Wir SchĂŒler haben sie deswegen heftig angegriffen, zu Unrecht, wie ich heute glaube: Kann man ihnen den Vorwurf machen, die Dinge weniger durchschaut zu haben als die Erwachsenen? Und hĂ€tten wir die satanischen Methoden Hitlers besser erkannt, mit denen er die Jugend fĂŒr seinen Krieg gewann?

„Jene Zeit steht vor unseren Augen wie eine einzige große Warnung”, sagte mir vor kurzem ein MĂ€dchen meiner Schule. „Die Lehrer wollen uns[18] ihre Erfahrungen mitteilen, damit nicht von neuem großes UnglĂŒck geschehe.”

Ich muß hier betonen, daß die Schule, die ich besuchte, von Kindern (mehr Jungen als MĂ€dchen) aller sozialen Schichten besucht wird, und dies scheint mir eine besonders glĂŒckliche Mischung zu sein, die nicht in allen Schulen gegeben ist.

Herr Spranger berichtete von seiner Schule:

„Ich muß sagen, daß die SchĂŒler sich zwar fĂŒr diesen Zeitabschnitt interessieren, daß sie aber sofort in Opposition gehen, wenn man von einer Schuld Deutschlands spricht. Viele behaupten sogar, daß sie genug hĂ€tten von dem “mea-culpa” – Geschrei der Presse und ihrer Lehrer.

Eine zentrale Bedeutung kommt natĂŒrlich der Judenfrage zu. ZunĂ€chst einmal die Einstellung der Lehrer. Die ist durchaus so, wie es sich die maßgebende Öffentlichkeit wĂŒnscht. Wir veranstalten alle drei Monate eine ‘Woche der BrĂŒderlichkeit’, in der hauptsĂ€chlich Fragen der Toleranz,[19] des Judentums und Rassefragen im Mittelpunkt stehen, Gerade die Lehrer zeigen darin einen ehrlichen Willen, die Jugend so zu erziehen, daß niemals wieder Rassenhaß und Verhetzung entstehen können. Hier macht sich nun eine sehr starke Opposition der SchĂŒler bemerkbar sie erklĂ€ren, daß sie fĂŒr die SĂŒnden ihrer VĂ€ter nicht verantwortlich gemacht werden könnten und kritisieren die Methode, mit der ihnen das Judenproblem deutlich gemacht wird. Übrigens kritisieren nicht nur die SchĂŒler die Methode, sondern viele gute Zeitungen. Wahrscheinlich mischen sich zu viele Stellen ein, wenn es darum geht, die Jugend ĂŒber das Vergangene zu unterrichten.”

Das Gewicht, ob ĂŒber das Dritte Reich gern oder ungern gesprochen wird, scheint sich im Laufe der Zeit zugunsten der Lehrer verschoben zu haben. Ich erklĂ€re mir das so: Die Lehrer werden durch immer grĂ¶ĂŸere Entfernung zu jener Zeit objektiver in ihrem Urteil. Den SchĂŒlern scheint es auf die Dauer unangenehm zu werden, von allen Seitenauf die „unbewĂ€ltigte Vergangenheit”[20] aufmerksam gemacht zu werden.

IV. Neigt man dazu, es als eine isolierte Episode zu betrachten? Sucht man es zu rechtfertigen, zu entschuldigen?

Wir sprachen ĂŒber das Dritte Reich im ĂŒbrigen Zusammenhang der Geschichte, zwangslĂ€ufig kam es aber dazu, daß die damaligen Ereignisse in ihrer Einmaligkeit isoliert standen. Es scheint aber doch so zu sein, daß man das Dritte Reich, je grĂ¶ĂŸer der Abstand von ihm wird, heute in ein grĂ¶ĂŸeres Geschichtsbild einfĂŒgen kann und muß.[21]

Herr Spranger schreibt:

„Diese Epoche der deutschen Geschichte wird weder als Episode gesehen noch wird sie entschuldigt. Meiner Meinung nach ist sie noch vor ein paar Jahren zu sehr isoliert betrachtet worden, als etwas, was man nicht verstehen kann. Heute fragt man vielmehr nach den Wurzeln des Nationalismus, des Antisemitismus. In diesem Zusammenhang muß zwangslĂ€ufig die Mitschuld des Auslands auftauchen. Vor allem die SchĂŒler fragen danach und zeigen vielfach eine Einstellung, die der Einstellung der Lehrer widerspricht.”

Aber aus der geschichtlichen Situation allein ist die Unmenschlichkeit des Regimes und seiner Handlanger nicht zu erklĂ€ren: wie etwa aus dem Hunger und Elend, die nach dem I. Weltkrieg in Deutschland herrschten und MĂ€nnern wie Hitler Stoff fĂŒr die Aufhetzung und Radikalisierung der Massen in die HĂ€nde gab.

Vielleicht ist meine Überlegung falsch, aber selbst am Widerstand der SchĂŒler gegen das “mea culpa”– Geschrei kann man doch erkennen, daß fĂŒr sie das Problem des Dritten Reiches noch genauso ungelöst, â€œĂ€rgerlich” und typisch deutsch erscheint wie fĂŒr alle, die vor ihnen damit konfrontiert wurden. Erst wenn das einmal nicht mehr so ist, sollte man erschreckt aufhorchen.

V. Gehört die neueste Geschichte zum Programm der Schulen?

GrundsĂ€tzlich gehört die neueste Geschichte Europas (der Terminus hierfĂŒr lautet „Zeitgeschichte”) zum Unterricht: ein Thema, das die SchĂŒler sehr interessiert. In meiner Klasse (einer naturwissenschaftlichen Schule allerdings) wurden neben den technischen, die politischen, beziehungsweise die wirtschaftspolitischen Vortragsthemen bevorzugt. In den letzten Klassen und besonders im Abitur werden die Aufsatzthemen fast ausschließlich aus diesem Bereich gestellt.

Herr Spranger schrieb mir:

„Ich unterrichte selbst Deutsch und Geschichte in der Oberstufe (das sind die letzten Klassen vor dem Abitur) und kann mir ĂŒber die Einstellung der SchĂŒler zur Zeitgeschichte ein Urteil bilden: Die SchĂŒler sind Zuschauer oder Teilnehmer am Zeitgeschehen, das sie tĂ€glich studieren in der Zeitung, im Unterricht, durch das Fernsehen. Sie zeigen oft ein erstaunliches Sachwissen. Ich habe in meinem Klassen ‘Spezialisten fĂŒr internationale VertrĂ€ge’, fĂŒr Wirtschaftsfragen, u.s.w. Die SchĂŒler wissen oft mehr Details als ich. Ich muß das zugeben, denn mir fehlt leider die Zeit
 Jedenfalls die interessantesten politischen GesprĂ€che fĂŒhre ich nicht mit Lehrern, sondern mit SchĂŒlern. Sie sind wirklich aufgeschlossen.” Ich habe mich gefreut, als ich dies von Herrn Spranger hörte; vielleicht wĂ€chst nun endlich und zum ersten Mal in der deutschen Geschichte eine politisch-denkende Generation heran.

VI. Wird der “Fall Globke”[22] in der allgemeinen Meinung als Skandal empfunden, wird er ignoriert, wird er gebilligt? Wie wird seine Anwesenheit neben Adenauer gerechtfertigt? Wie rechtfertigt er sich selbst?

Der „Fall Globke” ist in der Allgemeinheit nur wenig bekannt. Und auch ĂŒber das wenige – zum Beispiel ĂŒber seine Rolle bei der Judenfrage – weiß „man” nur ungenaues. Weil aber sein Name zusammen mit Hitlers “NĂŒrnberger Rassegesetzen” und beim Eichmann-Prozess genannt wurde, halten die Menschen, die ich um ihre Meinung fragte, es fĂŒr untragbar, daß Globke an so exponierter Stelle neben Adenauer steht.

„Lehrer wie SchĂŒler zeigen sich zu wenig informiert, fordern aber doch, daß man einen solchen Mann aus seinen Ämtern entfernen soll. OberlĂ€nder mußte gehen,[23] soll Globke auch gehen. Man sagt, Globke soll von sich aus gehen und nicht erst einen Prozess abwarten.” (Spranger)

Obwohl feststeht, (es sind eine Reihe von Zeugnissen vorhanden) daß er der katholischen Kirche Dienste geleistet hat, gilt sein Fall allgemein als sehr umstritten.

Ich persönlich habe bis jetzt ĂŒber den Fall Globke zwei Dokumente gelesen. Außerdem weiß ich sicher, daß im April 1961 ein Interview des deutschen Fernsehens stattfand,[24] in dem Globke zu Anschuldigungen Stellung genommen hatte. Ich habe das Interview leider nicht gehört, besitze auch seine schriftliche Fixierung nicht. So kann ich mich zum Fall Globke nur auf die zwei genannten Dokumente stĂŒtzen.

Da ist zum einen das Buch von Reinhard-M. Strecker: Dr. Hans Globke, Dokumente‚ AktenauszĂŒge

(Herr Strecher ist in Deutschland bekannt durch eine Ausstellung von Belastungsmaterial gegen noch amtierende „Nazi-Richter” Seine Ausstellung hatte zur Folge, daß die Bundesregierung ein Gesetz entwarf, nachdem sich „belastete” Richter und StaatsanwĂ€lte in einer zeitlich begrenzten Frist pensionieren lassen können, wenn sie ihre Pension behalten wollen. Das Gesetz ist seit einiger Zeit rechtskrĂ€ftig).[25]

Das Buch Streckers erschien 1961, mußte aber schon bald vom Verlag wieder eingezogen werden, da Herr Globke gegen Herrn Strecker wegen des Buches ein gerichtliches Verfahren eingeleitet hatte. Vor wenigen Wochen wurde in den Zeitungen berichtet, daß der Prozess beendet sei und das Buch wieder verkauft werden darf, wenn “22 unwahre Behauptungen” daraus entfernt worden seien.

Das Buch enthĂ€lt: Dokumente und AktenauszĂŒge aus dem TĂ€tigkeitsbereich Globkes wĂ€hrend des Dritten Reiches, also AuszĂŒge aus Globkes Kommentar zu den NĂŒrnberger Gesetzen, AuszĂŒge aus AufsĂ€tzen und ErlĂ€uterungen. Dokumente zum Berufsgang Globkes, also Empfehlungsschreiben, Briefe, Orden. AuszĂŒge aus Zeitungsartikeln zum Fall Globke, positive und negative Stellungnahmen einzelner Persönlichkeiten zu diesem Fall.

Strecker will Globke mit diesem Buch offensichtlich belasten, obwohl er ein[26] objektives Bild von Tatsachen zu geben versucht. Ich bin bei der Frage nach Globkes eigener Rechtfertigung[27] witgehend den Dokumenten und AuszĂŒgen in Streckers Buch gefolgt und nehme auch an, daß die angefĂŒhrten Textstellen mit den Orginalen ĂŒbereinstimmen, da man sie durch die Jahreszahlen, Qellenangaben und Photographien nachprĂŒfen kann. Bei den Beispielen aus Globkes Kommentar zur Rassengesetzgebung mußte ich jedoch Streckers Auslegung ganz ĂŒbernehmen, da ich mit der juristischen Seite dieser Angelegenheit ĂŒberhaupt nicht vertraut bin. Daher bitte ich sie, besonders an dieser Stelle meiner AusfĂŒhrungen zu bedenken, daß die Beispiele (im Gegensatz zu den abgedruckten Briefen oder AufsĂ€tzen) aus dem ĂŒbrigen Zusammenhang heraus gegriffen wurden und sich deshalb, wie es in anderen FĂ€llen oft geschieht, in ihr Gegenteil verkehren können.

Alles, was ich durch Herrn Strecker weiß, werde ich mit dem Buchstaben S bezeichnen.

Ein zweites Dokument zum Fall Globke liegt mir in der Monatsschrift: „Diskussion” vor, herausgegeben vom Bundesverband Deutsch-Israelischer Studiengruppen (Hochschulgruppen)[28] Unter dem Thema „Dr. Globke und der politische Humanismus” wird dort eine Kontroverse in Briefen ausgetragen zwischen einem Mitglied des evangelischen Kirchentag-PrĂ€sidiums (Prof. Dr. Goldschmidt)[29] und dem Presseamt der Bundesregierung (Dr. WĂŒnsche) Diese Kontroverse schloß sich an eine ErklĂ€rung an, die die „Arbeitsgruppe 6” des ev. Kirchentages am 22. Juli zum Fall Globke gab: (D)[30]

„Wir meinen, daß es um der Sauberkeit und der Klarheit unserer Umkehr willen dringend nötig ist, daß diejenigen, die mit der Vergangenheit besonders deutlich befleckt sind, in den Hintergrund treten. Sie werden dabei an den Namen Globke denken, ich tue es auch. Aber ich denke nicht nur an Globke. Ist es nicht eigentlich beschĂ€mend, erschĂŒtternd, demĂŒtigend, wie noch I6 Jahre (I96I) nach dem Geschehen wieder und wieder einzelne aus dem Dunkel hervortreten oder hervorgezerrt werden mussen, weil sie fĂŒhrend an Verbrechen beteiligt gewesen waren? Wir appellieren nicht nur an die AutoritĂ€ten in beiden Teilen Deutschlands, daß sie sich von diesen Leuten trennen möchten; wir appellieren auch an diese Personen selbst, daß sie einsehen und ausscheiden mögen.”

Alles, was ich dieser Schrift entnehme, werde ich mit dem Buchstaben D bezeichnen.

Als Skandal in der Presse wurde der Fall Globke empfunden in:

Strecker: “Dr, Hans Globke” 1961

„Spiegel”, Deutsches Nachrichtenmagazin 1956-61

„Diskussion” (s.o.)1961

„Frankfurter Rundschau” (S) 1949, 1961/ „Berliner Allgemeine Zeitung” (S) 1951

„Telegraf” (S) 1956 / Hamburger Echo” (S) 1960

Zur Diskussion gestellt wurde er in:

„Die Zeit” (S) in einem Interview mit Globke, 1961

„Welt” (S) 1961 / „Frankfurter Allgemeine” (S) 1961

Fernsehinterview 1961

Gerechtfertigt wurde Globke durch:

Adenauer (S) 1950 / Dr. Barzel CDU (D) 1961 / Bundespresseamt, Dr. WĂŒnsche (D) 1961

Verurteilt wurde er durch:

Dr. Arndt SPD (S) 1950 / Dr. Böhm CDU (S) 1961 / „Arbeitsgruppe 6” (siehe oben)[31] (D) / Prof . Goldschmidt (D).[32] Wie und wodurch sich Globke selbst rechtfertigt, entnehme ich dem Interview mit der Zeitung „Die Zeit” und den Protokollen der Zeugenaussagen Globkes bei den NĂŒrnberger Prozessen 1945 (S)

(Globke war von 1933-45 als Ministerialrat im Reichsinnenministerium tĂ€tig. Das Reichsinnenministerium war verantwortlich fĂŒr die NĂŒrmberger Rassegesetze Hitlers, Reichsinnenminister war Frick, sein StaatssekretĂ€r Stuckart, Stuckart war der direkte Vorgesetzte Globkes.

Mit Stuckart verfaßte Globke 1935 die Kommentare zu den NĂŒrmberger Gesetzen. Er war Sachbearbeiter zahlreicher Aufgaben des Ministeriums.)

WĂ€hrend der NĂŒrmberger Prozesse (Nr. Pr.) gab Globke zu, von den systematischen Massen morden an den Juden gewußt zu haben. Allerdings hĂ€tte er nicht gewußt, daß das alle Juden betraf. Er wußte weiter von der Tötung Geisteskranker[33] und von den Greueltaten der SS durch Frick und Himmler (Chef der SS).

– Im „Zeit” – Inteview (Z) sagt Globke: „Ich konnte doch meine Stellung, in der ich vielen Gegnern des Regimes half, nur halten, wenn ich den Nazis nicht von vornherein als erklĂ€rter Gegner erkennbar wurde.”

Globke sagt, von der Absicht der NĂŒrmberger Gesetze nichts gewußt zu haben, auch hĂ€tte er sie nicht mitverfaßt (Z). Den Kommentar zu diesen Gesetzen schrieb er zusammen mit Stuckart fĂŒnf Monate nach der Veröffentlichung der NĂŒrmberger Gesetze. Im „Ministerialblatt des Ministeriums des Innern” heißt es zu diesem Kommentar: „Ihm (dem Kommentar) kommt schon deswegen besondere Bedeutung zu, weil die beiden Verfasser am Zustandekommen der Rassegesetzgebung amtlich beteiligt waren.”

– Nach Strecker soll Globke behauptet haben: Die Beteiligung an der Rassen gesetzgebung sei in dem Blatt nur erwĂ€hnt worden, damit sich der Kommentar besser verkaufe.

Dagegen spricht, daß die Aussage von einem amtlichen Blatt gemacht wurde und Globke dagegen nicht protestiert hat.

Globke hielt die NĂŒrmberger Gesetze deshalb fĂŒr notwendig, weil sie den WillkĂŒhrmaßnahmen der Gauleiter[34] Einhalt geboten hĂ€tten (Nr. Pr.)

Auf die Frage (Nr.Pr.); ob Globke die NĂŒrmberger Gesetze fĂŒr Verfolgungen hielte antwortet er:

– „Die Frage, ob die NĂŒrmberger Gesetze als solche eine Verfolgung darstellen, mag an Hand der Gesetzgebung in anderen Staaten bestritten sein. Es gibt auch in anderen Staaten eine Gesetzgebung, die sich gegen einzelne Gruppen der Bevölkerung richtet, ohne daß man daher sagen kann, daß diese Gesetzgebung als solche ein Verbrechen darstellt.”

Auf die Frage (Z): „Warum haben sie den spĂ€ter so viel kritisierten Kommentar zu den NĂŒrmberger Gesetzen geschrieben?” antwortet Globke:

– „Hitlers Stellvertreter Rudolf Heß versuchte, die Wirkung der NĂŒrmberger ‘Rassegesetze’ durch harte DurchfĂŒhrungsbestimmungen zu verschĂ€rfen.


Unter den damaligen UmstĂ€nden war der Kommentar fĂŒr viele rassisch diskriminierte Personen ein Schutz.”[35]

AuszĂŒge aus Globkes Kommentar mit der Auslegung durch Strecker:

– Zu §6 des “Blutschutzgesetzes” (BLG) schreibt Globke (Gl.):

„Jedes Volk wird durch die Aufnahme artfremden Blutes in den Volkskörper in seiner LebensfĂ€higkeit beeintrĂ€chtigt. Eine seiner Hauptsorgen sollte aber die Reinerhaltung seines Blutes sein.”

– Gl. liefert vorweg zum §4 des BLG eine BegrĂŒndung fĂŒr die Brandmarkung der Juden durch den David-Stern:

„Da die Juden nach nationalsozialistischer Auffassung nicht zum deutschen Volke gehören, sondern ein eigenes Volk, wenn auch keinen Staat, bilden, kommen die deutschen Symbole fĂŒr sie nicht in Frage. Die Angehörigen des jĂŒdischen Volkes können sich aber ihrer eigenen Symbole bedienen, um die Zugehörigkeit zu ihrem Volkstum dadurch Ă€ußerlich kundzutun.”

– Über die jĂŒdisch verwandten Nicht juden (“Mischlinge”) schreibt Gl.:

„Ein volldeutschblĂŒtiger Großelternteil, der etwa aus Anlaß seiner Verheiratung mit einem Juden zur jĂŒdischen Religionsgemeinschaft ĂŒbergetreten ist, gilt
 gilt fĂŒr die rassische Einordnung seiner Enkel als volljĂŒdisch, Ein Gegenbeweis ist nicht zugelassen. Diese Regelung erleichtert die rassische Einordnung erheblich
Wie lange der Großelternteil der jĂŒdischen Religionsgemeinschaft angehört hat, ist gleichgĂŒltig. Auch eine vorĂŒbergehende Religionsgemeinschaft genĂŒst.”

Von dieser Auslegung stand im Gesetz nichts.

– Gl. weist von sich aus ausdrĂŒcklich auf die Eheschließungen zwischen Deutschen und Zigeunern; so wird neben dem deutsch-jĂŒdischen “Gegensatz” noch ein anderer betont:

“Hierdurch ist die Schließung von Ehen verboten, aus denen – abgesehen von den FĂ€llen deutsch-jĂŒdischer Rassenmischehen – eine rassisch unerwĂŒnschte Nachkommenschaft zu erwarten ist, zum Beispiel die Eheschließungen zwischen Deutschen und Zigeunern
”

– Eine weitere VerschĂ€rfung schuf Gl., indem er zum §I des BLG

(„Eheschließungen zwischen Juden und Staatsangehörigen deutschen oder artverwandten Blutes sind verboten, trotzdem geschlossene Ehen sind nichtig, auch wenn sie zur Umgehung dieses Gesetzes im Ausland geschlossen sind”) – zu den Worten “im Ausland geschlossene Ehen sind nichtig” eine Strafbestimmung hinzufĂŒgte.

Globke antwortete auf die Frage (Z): „Es wird behauptet, Herr StaatssekretĂ€r, daß Ihr Kommentar an einigen Stellen sogar zu noch ungĂŒnstigeren Folgerungen kommt als die NĂŒrmberger Gesetze fĂŒr die Betroffenen. Was sagen Sie zu diesem Vorwurf?”

– „Es trifft nicht zu. Aber ich durfte natĂŒrlich keinen Benutzer des Kommentars durch Auffassungen, die in der Praxis nicht befolgt wurden, nicht in Schwierigkeiten bringen.”

Globke als Sachbearbeiter fĂŒr das NamensĂ€nderungsrecht arbeitete die Verordnungen fĂŒr dieses Gesetz aus. Darin stellte er ein Verzeichnis von jĂŒdischen Vornamen auf; diese Vornamen sollte jeder Jude zu seiner besseren Erkennung vor seinen Familiennamen setzen. Wer das nicht wollte, mußte “Sara” oder “Israel” seinem Familiennamen hinzufĂŒgen; auch dieser Vorschlag stammte von Globke.

Auf die Frage (Nr. Pr.): „Haben Sie an der Bearbeitung der Vorschriften ĂŒber die Änderung von Familiennamen mitgearbeitet?” antwortet Gl.:

– „ich war Referent fĂŒr das NamensĂ€nderungsrecht und habe also an allen Fragen der NamensĂ€nderung mitgearbeitet
Aus der Öffentlichkeit kamen Eingaben an das Ministerium, wonach Juden einen Zusatz zu ihren Namen erhalten sollten, der sich von Nichtjuden unterschied
wir sind zu dem Ergebnis gekommen, daß es eine mildere Lösung sein wĂŒrde, wenn nicht der Familienname in die gewĂŒnschte Form geĂ€ndert wĂŒrde, sondern wenn man die Juden verpflichten wĂŒrde, einen zusĂ€tzlichen jĂŒdischen Vornamen zu fĂŒhren.”

Rechtfertigung Globkes durch andere Personen:

Adenauer sagte 1950 (S) folgendes:

„Die politische Vergangenheit von Dr. Globke ist von den Alliierten minuziös nachgeprĂŒft worden. Eine deutsche Stelle btaucht nicht noch minuziöser als die BesatzungsmĂ€chte zu sein.”

Vor Studenten in Bonn Sprach Dr. Barzel CDU im Juli 196I zum Fall Globke (D) Einige Hauptpunkte seiner Rede will ich dem Sinn nach widergeben: Adenauer wĂŒrde als Verfolgter der Nationalsozialisten nie einen seiner Peiniger zum Mitarbeiter wĂ€hlen, auch sei Globke in den NĂŒrmberger Prozessen nicht angeklagt gewesen.

Der Fall Globke sei ein „Kapitel aus dem Buch des inneren Widerstandes gegen Hitler”. Globke hĂ€tte aus „tiefster politischer, durch die Kraft des Glaubens bedingter Verantwortung” gehandelt. Die Mitwirkung Globkes bei der Kommentierung und Formulierung antijĂŒdischer Gesetze sei immer „mildernd, einschrĂ€nkend, helfend” gewesen.

Prof. Dr. Goldschmidt schreibt an Dr. WĂŒnsche (D):

„In AbwĂ€gung von Belastung und Entlastung (im Fall Gl.) wiegt erstere, die durch die Publikation von Strecker zusammengefaßt und vervollstĂ€ndigt ist, erheblich schwerer
Wenn er einzelne Personen oder Gruppen diesem Schiksal entzog, so muß dieses Tun als mildernder Umstand gewertet werden, aber niemals kann es als Rechtfertigung dienen. Sein Verhalten kann allenfalls aus einem Notstand entsprungen verstanden werden.”

Barzel sagt weiter: Er beklage, daß von Demokraten oft nachgeredet werde, „was Kommunisten geschickt lancieren.”

Goldschmidt zu diesem Punkt:

„
daß wir uns an der Einsicht in eigene Fehler und ihrer öffentlichen Diskussion nicht dadurch hindern lassen dĂŒrfen, daß auch die Kommunisten sie entdeckt haben.”

Barzel: Die einzelnen VorwĂŒrfe Streckers wĂŒrden „bei Licht betrachtet” in sich zusammenbrechen.

Daß sie nicht zusammengebrochen sind zeigt die gerichtliche Entscheidung im Fall „Strecker-Globke” (siehe oben)[36] Die 22 unwahren Behauptungen aber ergeben noch kein 280-Seiten starkes Buch!

Barzel: sei nie Parteimitglied gewesen (Globke!)

Strecker: „Aus Unterlagen im amerikanischen Document Center in Berlin geht allerdings hervor, daß ein Aufnahmeantrag Dr. Gl. in die NSDAP trotz einer Empfehlung Stuckarts mit der BegrĂŒndung abgelehnt wurde, er habe zu enge Beziehungen zu maßgeblichen katholischen Kreisen.” Immerhin hatte sich Gl. um eine Aufnahme in die Partei bemĂŒht. Im ĂŒbrigen kann unter den damaligen ZwangsverhĂ€ltnissen Parteimitglied mit “Nazi” nicht unbedingt gleichgesetzt werden und umgekehrt.

Barzel: Gl. hĂ€tte im Dritten Reich keine „Karriere” gemacht.

Aus Streckers Buch geht hervor, daß Gl. vom Regierungsrat (1932) ĂŒber den Oberregierungsrat (1933) zum Ministerialrat (1938) avancierte. Im GeschĂ€ftsverteilungsplan des Ministeriums wird Gl. 1936 – 14 Mal, 1938 – 23 Mal, 1941 – 31 Mal und 1945-30 Mal genannt. Er erhielt außerdem 6 Orden.

Sicher hat Gl. im Dritten Reich nicht gerade sein „GlĂŒck gemacht”, aber von keiner Karriere zu sprechen, ist nicht richtig.

Barzel: Gl. hĂ€tte mit den MĂ€nnern des 20.Juli (am 20.Juli 1944 versuchte man, Hitler umzubringen. Im Gegensatz zu frĂŒheren Attentatsversuchen, waren diesmal weite Kreise der Bevölkerung indirekt daran beteiligt.) gekĂ€mpft und Widerstand geleistet. Zeugnisse von namhaften Persönlichkeiten (vor allem katholischer Kreise) bestĂ€tigen das (S).

Goldschmidt: „Warum wird ĂŒbrigens erst 1961 bekanntgemacht, daß GL. ein ‘Mann des inneren Widerstands’ war? Dem “Arbeitskreis 20.Juli 1944” ist nichts davon bekannt
Der Name Dr. Globkes findet sich, meines Wissens, auch nicht in einer der wesentlichen bisherigen Veröffentlichungen ĂŒber den inneren Widerstand.”

Gegen Ende heißt es in Barzels Vortrag:

„Wir wollen keine neue Entnazifizierung! Die, die sich strafbar machten, gehören vor Gericht!”

Goldschmidt: „Dr. Globke trifft offenbar keine kriminelle, gerichtlich verfolgbare Schuld nach dem geltenden Strafgesetz, und dennoch schwere geschichtliche Schuld am jĂŒdischen Volk.”

In der Auseinandersetzung zwischen Herrn Goldschmidt (ev.Kirche) und Herrn WĂŒnsche (Bundespresseamt) stehen sich zwei[37] grundsĂ€tzlich verschiedene Auffassungen gegenĂŒber:

Goldschmidt: „Es liegt mir fern, Herrn Dr. Globke etwa das Recht absprechen zu wollen, in irgendeiner seiner Ausbildung angemessenen Position fĂŒr die Verwaltung der Bundesrepublik tĂ€tig zu sein. Die hohen und höchsten politischen Ämter mĂŒssen dagegen,[38] meines Erachtens, mit Personen besetzt sein, die in keiner Weise durch ihr Verhalten von 1933-45 kompromittiert sind. Die Bundesrepublik als ein Staatssystem des politischen Humanismus entbehrt der inneren GlaubwĂŒrdigkeit, solange Herr Globke und Ă€hnliche Persönlichkeiten in fĂŒhrenden Positionen, in Richtersstellungen, in Leitenden ErziehungsĂ€mtern und Ă€hnlichen Orts tĂ€tig sind.”

WĂŒnsche: „Wenn allerdings die Bundesregierung die Menschen, die im ‘Dritten Reich’ unter Einsatz ihres Lebens hier ihre Pflicht getan haben, dadurch diskriminieren wĂŒrde,[39] daß sie ihnen die Möglichkeit einer Mitarbeit beim Aufbau der Bundesrepublik beschrĂ€nkt, dann wĂŒrde ich das fĂŒr moralisch verwerflich halten. Mir scheint – im Gegensatz zu Ihrer Aussage –, daß die Bundesrepublik als ein Staatssystem des politischen Humanismus der inneren GlaubwĂŒrdigkeit entbehren wĂŒrde, wenn sie nur, um Angriffe zu vermeiden, Menschen wie Herrn Dr. Globke falien ließe.”

Ich habe mich bei Belastung und Entlastung im Fall Globke nur an die deutschen Zeugnisse einzelner Personen und Organisationen gehalten. Es gibt aber in Streckers Buch noch zahlreiche Dokumente auslĂ€ndischer Personen und Organe, die Globke belasten. Es wĂŒrde aber zu weit fĂŒhren, wĂŒrde ich auch diese noch auffĂŒhren.

Lassen Sie mich zum „Fall Globke” abschließend noch einiges sagen, was mir unter dem Schreiben noch dazu eingefallen ist:

Aus “seriösen” Zeitungen (wie: „Die Zeit”, „SĂŒddeutsche Zeitung”, „Frankfurter Allgemeine”) geht hervor, daß die Bundesregierung endlich Anstrengungen macht, belastete Richter durch das schon erwĂ€hnte Gesetz aus ihren Positionen zu entfernen. Das geht nur sehr langsam, weil zum einen eine “moralische Schuld” viel schwerer festzustellen ist als eine kriminelle. Zum andern geben diese Richter verstĂ€ndlicherweise heute nicht mehr gerne zu, daß sie dem Dritten Reich irgendwelche Dienste geleistet haben.

Sie wissen vielleicht, daß außerdem in Ludwigsburg (einer sĂŒddeutschen Stadt) seit 1958 eine „Zentrale Stelle” besteht, von der aus die vorermittlungen gegen die Massenmörder des Dritten Reiches geleitet werden. Die Prozesse gegen diese Leute, von denen man fast tĂ€glich in den Zeitungen liest, konnten nur auf Grund dieser Ermittlungen stattfinden.

Ein Deutscher jĂŒdischer Abstammung, der heute im Ausland lebt, sagte mir einmal: „Ich finde es gut, daß man alte Nazis in in ihren Ämtern lĂ€ĂŸt. Auf diese Weise sind sie beschĂ€ftigt und man hat sie unter Kontrolle. WĂŒrden sie einen unangemeßenen Beruf ausĂŒben oder gar arbeitslos sein, so wĂŒrden sie sich wieder zusammenschließen und gegen die bestehende Ordnung opponieren.”

Es haben sich bereits Gruppen von Rechtsextremisten zu Organisationen zusammengeschlossen, ich besitze darĂŒber einen aufschlußreichen Bericht: eine ausgewertete Statistik ĂŒber den „Rechtsextremismus in der Bundesrepublik”, 1961 von Bonn herausgegeben und dem normalen BĂŒrger nicht zugĂ€nglich, das heißt man kann diesen Bericht nicht einfach kaufen.[40]

Leider muß ich diese Schrift dem Entleiher wieder zurĂŒckgeben, sonst hĂ€tte ich sie Ihnen gleich mitgeschickt. Auch das Buch von Strecker gehört nicht mir, und man kann es im Augenblick nicht kaufen. Ich werde mich aber um beide Dokumente bemĂŒhen und sie Ihnen schicken, wenn Sie wollen?[41]

Noch ein Buch entdecke ich gerade angezeigt, das vor kurzem erst veröffentlicht wurde und „gewissenhaft Personen und Dokumente aufzeichnet”. Es heißt: Verschwörung von Rechts.

So bin ich nun ans Inde meines Briefes gelangt, und es befallen mich wie in allen Dingen auch hier wieder Zweifel ĂŒber die FragwĂŒrdigkeit meines Tuns: komplizierte, vielschichtige Gegebenheiten und Erscheinungen auf eine einfache Formel zu bringen. Wie leicht könnte jeder logisch begabte Mensch meine BeweisfĂŒhrungen mit stichhaltigen Gegenbeweisen zunichte machen. Mein „Wissen” von den Dingen, die hier zur Sprache kamen, ist weniger als gering, und ich frage mich wieder, wie ich es wagen konnte, einem Menschen, wie Sie es sind, zu schreiben: Bin ich doch bisher durch ein heiteres Leben gegangen, begleitet von freundlichen Menschen, und ohne mich auch nur einmal mir selbst gegenĂŒber bewĂ€hrt zu haben![42] Der spontane Wunsch, die Freude, sich einem anderen mitzuteilen, rechtfertigt doch noch nicht Unerfahrenheit und Unwissenheit?

Ich kann Sie daher nur immer wieder bitten, meine Mitteilungen wie die beilĂ€ufigen Äußerungen eines Besuchers irgendwann an einem Nachmittag[43] zu betrachten: sie sagen nichts, was nicht schon vorher von irgendjemandem gesagt worden wĂ€re.

            Ich bin durch Ihre Fragen auf Dinge gestoßen, die ich mir voher nicht ĂŒberlegt hatte; und das hat mich bereichert. DafĂŒr und fĂŒr noch etwas anderes danke ich Ihnen aufrichtig: daß ich Ihnen schreiben durfte, obwohl ich ein solches GlĂŒck nicht verdient habe.

 

Ihre Brigitte Distler

 

Ich sehe gerade beim Durchlesen des Briefes, wie voll er ist von Druckfehlern und durchstrichenen Worten, bitte verzeihen Sie mir das: Ich bin im Maschinen-Schreiben ungeĂŒbt, auch ist das Modell der Maschine ziemlich alt!

16/6/62

 

Egregio Dott. Levi,

Sulla mia risposta alla Sua lettera si Ăš fatta primavera, ed io spero che, malgrado il mio lungo silenzio, Lei non abbia perso la pazienza nei miei riguardi. Le avevo giĂ  scritto che le sue domande si estendono a campi in cui io sapevo assai poco, anzi proprio niente. PerĂČ, nel frattempo ho avuto contatti con alcune persone che mi hanno aiutato nel modo piĂč amichevole: mi hanno messo a parte della loro esperienza, mi hanno mandato libri e scritti. CosĂŹ Ăš passato il tempo nell’attesa di lettere e libri promessi, e nella lettura di questi ultimi. Inoltre, purtroppo, ho dovuto frequentare lezioni e seminarĂź, cosĂŹ che solo in questi giorni sono riuscita a mettere insieme per Lei il contenuto di tutte le conversazioni e comunicazioni.

La prego di non giudicarmi una pedante se Le faccio osservare che il mio proprio modo di pensare, nei riguardi delle sue domande, Ăš altamente soggettivo, e il mio modo di presentare le risposte Ăš decisamente “profano”;I perciĂČ nulla di quanto le dirĂČ avrĂ  valore generale. So di giudicare molte cose in modo unilaterale, e perciĂČ falso; nelle discussioni posso essere fanatica e illogica. Quindi Lei potrĂ  avere un quadro relativamente “genuino” solo se ascolterĂ  molte voci su questo tema. Del resto, queste cose Lei le sa quanto me, e La prego di non prendere in mala parte la mia pedanteria.

Per quanto riguarda la forma della mia lettera, devo scusarmi per la impossibile lunghezza della mia compilazione. Avevo poco tempo, cosĂŹ molte cose che avrei potuto esprimere piĂč in breve sono rimaste come erano. Anche il mio stile ha sofferto del contatto con documenti e estratti: anche di questo mi dispiace. 

Prima di entrare in argomento, vorrei ringraziarLa ancora una volta della Sua lettera: poche cose mi hanno portato altrettanta gioia.

Lei ha scritto che Le Ăš particolarmente gradita la eco del Suo ultimo libro presso i giovani. A questo proposito, ho osservato che molti dei miei compagni di classe, ed io stessa, a 14 anni avevamo giĂ  letto il Diario di Anna Frank; oggi questo libro Ăš considerato il piĂč lettoII della Libreria Fischer, i cui libri tascabili sono d’altronde letti con particolare predilizione dagli scolari e studenti.[1]

Quanto all’ultimo concetto della Sua lettera: io amo i paesi in cui sono cresciuta, adoro mia madre, ma non riesco a considerare con simpatia il tedesco in quanto particolare tipo umano: forse perchĂ© mi appare ancora troppo carico di quella qualitĂ  che nel recente passato si sono manifestate con tanto vigore. Ma forse anche perchĂ© detesto in esso me stessa, in quanto mi riconosco simile come essenza.III[2]

È segno della Sua infinita tolleranza verso noi tedeschi,[3] che Lei dica di vedere che “la terra di Beethoven e di Schiller” potrĂ  avere ancora altro da dire alle altre nazioni. Dopo Brecht, Kafka e Schönberg, sul terreno culturale qui Ăš silenzio; e questo silenzio Ăš ben gradito sul terreno politico! Io personalmente credo che solo lĂ  puĂČ fiorire l’arte e la poesia dove il clima spirituale di un paese non soffre di sazietĂ IV e di pigrizia. Forse un simile tempo Ăš veramente in divenire: ne potranno parlare i nostri posteri.

Vengo alle Sue domande:

1) C’ù stata dopo il 1945 una selezione fra gli insegnanti? Sono stati allontanati quelli che si erano compromessi col Nazismo?

Certamente c’ù stata una selezione fra maestri e professori. Come tutti gli altri tedeschi, essi dovettero subire la cosiddetta “denazificazione”; vale a dire, furono classificati in diversi gradi di denazificazione a seconda della profonditĂ  della loro partecipazione al Terzo Reich, e in molti casi furono puniti colla prigione o colla casa di correzione.[4] A quel tempo io ero troppo giovane per capirne qualcosa; ciĂČ che ne ho potuto sapere oggi Ăš:

«La Denazificazione era impopolare, perché era stata istituita dagli Americani, a quel tempo ancora ostili; fu condotta in modo estremamente dilettantesco, e in massima parte sabotata»

(Max Bachmann, Consigliere di Governo).

Come regola, gli insegnanti compromessi col Nazismo furono allontanati dalle scuole statali: so personalmente di molti casi.[5] A questo proposito, così mi ha scritto la Redazione di “Der Spiegel” (una rivista di informazione molto letta e spesso criticata):[6]

«Le misure istituite dalla cosiddetta Denazificazione subito dopo la guerra non furono piĂč tenute per valide piĂč tardi; nĂ© concretamente avrebbero potuto esserlo, poichĂ© si sarebbe dovuto mettere al bando una intera generazione di maestri e di professori».

2) Se essi (gli insegnanti) hanno mantenuto i loro posti, hanno mantenuto pure le loro idee? O le hanno cambiate? O fingono di averle cambiate?[7]

La maggior parte degli insegnanti erano iscritti al partito,[8] “MitlĂ€ufer”, (compagni di strada) come allora si diceva. Molti, soprattutto fra i piĂč giovani, furono soldati in guerra, altri addirittura erano troppo giovani anche per questo. Tale Ăš il caso, ad esempio, di quasi tutti gli insegnanti della mia scuola. Circa la posizione di quelli che non fecero la guerra, mi si scrive:

«Generalmente parlando, sia i funzionari che gli insegnanti sono rimasti gli stessi del Reich Millenario, ed Ú naturale che questi non si addossino volentieri il loro passato. Le Università tedesche e i loro professori, in maggioranza, in quel tempo hanno mancato al loro compito» (M. Bachmann).[9]

Un giovane insegnante (H. Spranger), che conosco dagli anni di scuola, cosĂŹ mi scrive sulle attuali opinioni dei suoi colleghi:

«Nessun insegnante mi ha evitato, quando gli chiedevoV della sua posizione nel 3o Reich. In breve posso dire che non ho avuto modo di constatare opinioni, tendenze ecc. naziste. Non si discute molto di politica, si parla male del governo come dovunque altrove. Neppure ho mai incontrato scolari che accusassero i loro professori di “criptonazismo”.»[10]

Su 4 studenti intelligenti, uno mi ha raccontato di un suo professore che Ăš stato allontanato dalla scuola per manifestazioni di antisemitismo. Una studentessa racconta che il suo ex-professore di matematica ancora oggi narra ai suoi allievi le sue avventure di ex-membro delle SS.

Nella mia scuola insegna un prete, di cui già le ho scritto.[11] Notevoli sono i suoi pregiudizi contro gli ebrei; i quali, probabilmente, traggono origine dalla antinomia religiosa “ebraismo-cristianesimo”, ma possono avere conseguenze nefaste. Secondo me, ù da ascrivere alla categoria dei cosiddetti “Filosemiti”, che sotto molti aspetti si devono assimilare agli antisemiti.[12]

La insegnante di russo, di cui le ho scritto,[13] Ú russa, e non ha cattedra in alcuna scuola. Ho avuto con lei controversie furiose ma prive di successo, e non prendo piĂč lezioni da lei.[14]

In conclusione, credo di poter asserire che la percentuale di insegnanti rei di colpe nazionalsocialiste, nelle scuole di stato, deve essere piccola. È probabile che si tratti in massima parte di insegnanti anziani, prossimi alla pensione. È comunque importante che anche questa percentuale venga riconosciuta ed eliminata: a tale scopo occorre, da parte degli allievi, una “diffidenza congenita” e principalmente il coraggio della critica, virtĂč che ben raramente ho incontrato nei miei anni di scuola; ho perĂČ saputo dai miei fratelli[15] che alcuni loro condiscepoli la possedevano.

3) Si parla nelle scuole del 3o Reich?

Durante i miei corsi scolastici se ne Ú trattato esaurientemente in due diversi anni,[16] e non solo nelle ore di storia, ma anche nelle seguenti altre materie: Tedesco, Educazione Civica, Religione e Biologia.

H. Spranger, il giovane insegnante, mi scrive:

«L’accusa che spesso si ode ripetere, che la Scuola non informi a sufficienza gli allievi, Ăš assolutamente ingiustificata. A maestri e allievi si dĂ  oggi nelle mani una tal mole di materiale, che ognuno si puĂČ informare. Nelle lezioni questo periodo della storia tedesca riceve una trattazione esauriente».

Per contro, da altri studenti ho sentito che, per mancanza di tempo, (la storia moderna viene svolta per lo piĂč nelle ultime settimane prima della “Abitur” [Esame di licenza]) essi hanno ascoltato poche lezioni su questo argomento.

È comunque certo che in tutte le scuole, del 3o Reich si parla. Se poco o molto, dipende verosimilmente dall’indole dei singoli insegnanti.

4) Se ne parla volentieri o malvolentieri?

Nella mia classe, ci sono state discussioni appassionate su questo tema. Mi ricordo di un dibattito sull’antisemitismo, che terminĂČ in lacrime.

I professori non evitavano i problemi, anzi: dimostravano,[17] documentandoli con giornali dell’epoca, i metodi di propaganda dei nazisti. Raccontavano come, da giovani, avevano seguito il nuovo movimento senza critiche e con molto entusiasmo: delle adunate giovanili, delle organizzazioni sportive ecc. Noi studenti li attaccavamo vivacemente, a torto, come oggi penso: come si puĂČ accusarli di avere capito la situazione peggio degli adulti? E noi, al loro posto, avremmo riconosciuto meglio di loro i metodi satanici con cui Hitler conquistĂČ la gioventĂč per la sua guerra?

«Quel tempo sta davanti ai nostri occhi come un solo grande ammonimento», mi ha detto poco fa una ragazza della mia scuola. «I maestri ci vogliono trasmettere[18] le loro esperienze, perché una grande sventura non si ripeta».

Devo qui sottolineare che la scuola che io ho frequentato era frequentata da ragazzi (in prevalenza maschi) di tutti gli strati sociali, il che mi sembra una circostanza favorevole, che non in tutte le scuole si riscontra.

Il Sig. Spranger racconta della sua scuola:

«Devo dire che gli allievi si interessano bensĂŹ a questo periodo, ma passano subito alla opposizione se si parla loro di una colpa della Germania. Molti anzi affermano di averne abbastanza dei “mea culpa” della stampa e dei loro insegnanti».VI

«Di importanza fondamentale Ăš naturalmente la questione ebraica. Prima di tutto la posizione degli insegnanti. Questa Ăš tale quale lo richiede il pubblico nella sua maggioranza. Ogni tre mesi noi celebriamo una “Settimana della Fraternità”, in cui vengono svolte principalmente questioni relative alla tolleranza,[19] all’ebraismo e alle differenziazioni razziali. Sono soprattutto gli insegnanti che in queste occasioni dimostrano una onesta volontĂ  di educare la gioventĂč in modo che mai piĂč possano insegnare odio di razza e persecuzione. Ma si rende osservabile una assai netta posizione di opposizione da parte degli allievi: essi dichiarano che non intendono essere investiti della responsabilitĂ  per i peccati commessi dai loro padri, e criticanoVII il metodo con cui viene loro esposto il problema ebraico. E non criticano solo il metodo, ma anche molti buoni giornali. È probabile che, quando si viene a educare la gioventĂč sul passato recente, troppe istanze vengono a confondersi insieme».

La questione se si parli del 3o Reich volentieri o malvolentieri pare che col passare degli anni si sia spostata a favore del punto di vista degli insegnanti. Me lo spiego cosĂŹ: gli insegnanti, coll’allontanarsi di quel periodo, diventano piĂč obiettivi nei loro giudizi. Pare che, a lungo andare, agli scolari diventi male accetto venire richiamati da tutte le parti al “passato non ancora sconfitto”!VIII[20]

4) Si ha tendenza a considerarlo un episodio isolato? A giustificarlo? A scusarlo?

Si Ăš parlato del 3o Reich, ovviamente, in correlazione col resto della Storia. Ma per necessitĂ  si Ăš dovuto ammettere che questi fatti stanno isolati nella loro unicitĂ . Tuttavia, col passare del tempo, si delinea la tendenza e la possibilitĂ  di inquadrare il 3o Reich in una rappresentazione storica piĂč ampia.[21]

Scrive il Sig. Spranger:

«Quest’epoca della storia tedesca non viene vista come un episodio, nĂ© viene giustificata. Secondo me,IX ancora qualche anno fa era trattata troppo isolatamente, come qualcosa che non Ăš possibile capire. Oggi prevale la ricerca delle radici del Nazionalismo e dell’antisemitismo. In questo contesto non puĂČ venire in luce la complicitĂ  delle altre nazioni. Sono gli allievi che fanno domande su questo passato, e spesso dimostrano una posizione mentale che Ăš contrapposta a quella degli insegnanti».

Ma se ci si limita al piano storico non ù possibile chiarire l’inumanità del regime e dei suoi sostenitori; e neppure se si parte dalla fame e dalla miseria che dominavano in Germania dopo la 1a guerra, e che diedero a uomini come Hitler le armi per sollevare e radicalizzare le masse.

Forse la mia considerazione Ăš sbagliata, ma proprio dalla resistenza degli allievi contro il grido di “mea culpa” si puĂČ riconoscere che per loro il problema del 3o Reich Ăš tuttora altrettanto irrisolto, “irritante” e tipicamente tedesco, quanto perX tutti coloro che lo hanno affrontato prima di loro. Solo quando questo cesserĂ  si potrĂ  ascoltare terrificati.

5) La storia recente fa parte dei programmi scolastici?

La storia recente (il termine preciso Ăš Storia Contemporanea) Ăš parte integrante delle lezioni; ed Ăš un tema che interessa molto gli scolari. Nella mia classe (che peraltro fa parte di una scuola di scienze naturali) si preferivano, subito dopo le lezioni tecniche, quelle di argomento politico o economico. Nelle ultime classi, e in specie agli esami di licenza, Ăš da questi argomenti che si traggono i temi da svolgere, quasi esclusivamente.

Mi scrive il Sig. Spranger:

«Io stesso insegno tedesco e storia nel liceo superiore, e sono in grado di esprimere un giudizio sulla posizione mentale degli allievi verso la storia contemporanea. Gli allievi sono spettatori o attori di avvenimenti che essi studiano quotidianamente, attraverso i giornali, la scuola, la TV. Spesso mostrano una competenza sorprendente. Nella mia classe ho “specialisti” per i trattati internazionali, per le questioni economiche, ecc. Sovente gli allievi conoscono i particolari meglio di me: devo confessarlo, perchĂ© purtroppo a me manca il tempo
 Comunque, le conversazioni politiche piĂč interessanti non sono quelle che io conduco coi colleghi, ma coi ragazzi; sono veramente aperti».

Sono stata lieta di apprendere queste cose dal Sig. Spranger: forse, finalmente, e per la 1a volta nella storia tedesca, si sta sviluppando una generazione che pensa politicamente.

6) Nella opinione comune, il “caso Globke”[22] viene sentito come uno scandalo? Viene ignorato? Approvato? Come si giustifica la sua permanenza presso Adenauer? Come la giustifica lui stesso?

Il “caso Globke” Ăš in generale poco conosciuto, ed anche su questo poco (ad es. sulla parte da lui avuta nella questione ebraica) “si” sanno solo cose imprecise. Ma poichĂ© il suo nome Ăš apparso insieme con quello di Hitler sulle “Leggi di Norimberga”, e nel processo Eichmann, le persone da me interpellate ritengono inammissibile che G. stia accanto ad Adenauer in un posto cosĂŹ delicato.

«Insegnanti e allievi si dimostrano scarsamente informati, ma esigono che un simile uomo venga allontanato dalle sue cariche. OberlÀnder se ne Ú dovuto andare,[23] deve andarsene anche G. Si dice che G. dovrebbe andarsene da sé, e non aspettare un processo» (Spranger).

Per quanto consti (in base a un gran numero di testimonianze) che egli ha prestato servizi alla chiesa Cattolica, il suo caso Ăš in generale giudicato assai controverso.

Personalmente, ho letto sul caso G. due documenti. Mi risulta inoltre, che egli nell’aprile ’61 fu intervistato alla TV tedesca, e prese posizione nei riguardi delle accuse rivoltegli.[24] Purtroppo non ho udito l’intervista, e non ne posseggo il testo; perciĂČ non posso che appoggiarmi ai due documenti citati.

Uno Ăš il libro di Reinhard M. Strecker Il Dr. H. Globke, Documenti e estratti degli atti.

(Strecker ù in Germania conosciuto per una compilazione di materiale d’accusa contro “giudizi nazi” tuttora in funzione. Tale compilazione ebbe come effetto la emanazione di una legge federale secondo cui i magistrati e i funzionari di stato “sotto carico” possono farsi pensionare entro un limite di tempo determinato, oppure devono rinunciare alla pensione. La legge ù in vigore da qualche tempo).[25]

Il libro di Strecker Ú uscito nel 1961, ma dovette essere subito ritirato dall’editore perchĂ© G. aveva promosso un’azione legale contro l’autore. Poche settimane fa si Ăš detto nei giornali che il processo Ăš finito, e il libro sarĂ  posto in libera vendita, sotto condizione che ne siano cancellate ventidue «proposizioni non rispondenti al vero».

Esso contiene: – Documenti e atti tratti dal campo di attività di G. durante il 3o Reich, estratti dal commento di G. alle leggi di Norimberga, estratti da minute e spiegazioni – Documenti sulla carriera di G., cioù lettere di raccomandazione, corrispondenza, ordini – Estratti da articoli di giornale sul caso G., prese di posizione positive o negative di singole personalità su questo argomento.

È chiaro l’intento incriminatorio di Strecker, benchĂ© egli si sforzi per altro verso di dare un quadro obiettivo delle circostanze.[26] Dopo l’autoapologia di G.,[27] io mi sono basata ampiamente sulla documentazione del libro di Strecker, e ritengo che i testi citati corrispondono agli originali, poichĂ© sarebbe facile verificarli in base alle date, alle fonti e alle fotocopie. Ma per quanto riguarda il commento di G. alle leggi razziali ho dovuto rimettermi alla esposizione di S., poichĂ© non sono al corrente degli aspetti giuridici della questione. PerciĂČ la prego,XI particolarmente in questo punto della mia esposizione, di considerare che gli esempi (in contrapposizione alle lettere e documenti riprodotti) sono stati stralciati dal contesto, e perciĂČ, come spesso avviene, possono essere interpretati al modo opposto. Tutto quanto ho ricevuto da Strecker Ú contrassegnato con la lettera S.

Un secondo documento relativo al caso G. lo ho trovato nella rivista «Diskussion», edita dalla associazione federale dei gruppi di studio tedesco-israeliani (sono gruppi universitari).[28] Sotto il tema “Il Dr. G. e l’umanesimo politico” viene ivi condotta una controversia epistolare fra un membro del Presidio delle Chiese Evangeliche (Prof. Goldschmidt)[29] e l’ufficio Stampa del Governo Federale, Dr. WĂŒnsche. Questo dibattito si Ăš concluso con una dichiarazione emanata il 22/7 dal “Gruppo di lavoro 6” della Unione Chiese Evangeliche (D).[30]

«È nostra opinione che, ai fini della pulizia e della chiarezza delle nostre attività, sia necessario e urgente che tutti coloro che si sono particolarmente compromessi in passato passino in seconda linea. Voi penserete subito al nome di Globke, ed io pure lo faccio. Ma non penso solo a lui. Non Ú veramente vergognoso, sconvolgente, umiliante, che ancora sedici anni (1961) dopo i fatti, continuamente avvenga che singoli individui escano dal buio, o ne vengano strappati, perché implicati in responsabilità delittuose? Noi ci appelliamo soltanto alle Autorità delle due Germanie, affinché separino le loro sorti da queste persone; ci appelliamo a queste medesime, perché meditino e se ne vadano».

Tutto ciĂČ che ho tratto da questi testi Ăš contrassegnato D.  

Il caso G. Ăš stato sentitoXIIcome scandalo in:

– Strecker, Il Dr. H. Globke, 1961

– «Spiegel», rivista di informazione, ’56-’61.

– «Diskussion», v. sopra

– «Frankfurter Rundschau» (S) 1949, 1961;

– «Berliner Allgemeine Zeitung» (S) 1951

– «Telegraf» (S) 1956

– «Hamburger Echo» (S) 1960

È stato discusso in:

– «Die Zeit», intervista con G. 1961

– «Welt» (S) 1961

– «Frankfurter Allgemeine» (S) 1961

– Intervista TV 1961

Globke Ăš stato giustificato da:

– Adenauer (S) 1950; Dr. Barzel CDU (D); Ufficio Stampa Federale, Dr. WĂŒnsche (D) 1961

È stato condannato da:

– Dr. Arndt SPD (S) 1950; Dr. Böhm CDU (S) 1961;

– “Arbeitsgruppe 6” (v. sopra);[31] Prof. Goldschmidt (D).[32]

Come si difende lo stesso G., lo ricavo dall’intervista con «Die Zeit», e dai protocolli della testimonianza di G. stesso ai processi di Norimberga 1945 (S).

(G. fu dal ’33 al 45 consigliere ministeriale agli Interni. Il Ministero degli Interni del Reich era responsabile per le leggi razziali di Norimberga di Hitler; ministro degli interni era Frick, il suo segretario di stato era Stuckart, e questi era il diretto superiore di G. Insieme con St. G. fu autore dei Commenti alle Leggi di Norimberga; svolse in qualità di esperto vari altri compiti presso il Ministero).

Durante il Processo di Norimberga Globke ammise di avere avuto conoscenza dei massacri sistematici di ebrei. Peraltro, non avrebbe saputo che tale era la sorte destinata a tutti gli ebrei. Inoltre sapeva (da Frick e da Himmler) della uccisione dei malati mentali[33] e delle atrocitĂ  delle SS. Nell’intervista su «Zeit» (Z) G. dice:

«Potevo conservare la mia posizione, dalla quale ero di aiuto a molti oppositori del regime, solo se non mi rendevo riconoscibile dai Nazi come nemico aperto».

Globke dichiara di non avere avuto conoscenza dello scopo delle leggi di Norimberga, e di non avere collaborato alla loro stesura (Z). Il Commento fu da lui scritto in collaborazione con Stuckart cinque mesi dopo la pubblicazione delle leggi. Nella «Gazzetta Ufficiale del Ministero degli Interni» si legge a tal proposito: «Tale commento acquista importanza particolare in quanto entrambi gli autori hanno ufficialmente cooperato alla istituzione della legislazione razziale».

Secondo Strecker, G. avrebbe sostenuto che tale sua cooperazione sia stata citata nella Gazzetta solo perchĂ© il Commento venisse piĂč agevolmente venduto. Ma ciĂČ Ăš in contrasto col fatto che si tratta di una pubblicazione ufficiale, e che G. non ha protestato.

G. riteneva necessarie le Leggi di Norimberga perché esse avrebbero posto freno alle misure arbitrarie dei Gauleiter[34] (Processo di Norimberga). Alla domanda (Processo Norimberga), se egli considerasse le Leggi di Norimberga come persecutorie, risponde:

«La domanda se le Leggi di Norimberga come tali rappresentino una persecuzione puĂČ essere infirmata in base alle legislazioni in altri Stati. Anche altri stati hanno leggi dirette contro singole minoranze, senza che si possa affermare che tali legislazioni rappresentino un reato».

Alla domanda (Z) «PerchĂ© avete scritto questo Commento, piĂč tardi tanto criticato?» G. risponde:

«Il vice di Hitler, Rudolf Hess ha cercato di aggravare l’azione delle Leggi di Norimberga mediante severe direttive esecutive
In quelle condizioni, il Commento rappresentava una difesa per molti individui razzialmente discriminati».[35]

Estratti dal Commento di Gl., con interpretazioni di Strecker:

– Al § 6 della «Legge per la Protezione del Sangue» (LPS) scrive Gl.:

«Ogni popolo Ăš minacciato nella sua vitalitĂ  dall’apporto di sangue straniero. Una delle sue principali preoccupazioni deve essere quella di mantenere puro il suo sangue».

Gl. fornisce (§ 4) un fondamento per la imposizione del marchio a stella di Davide agli ebrei:

«PoichĂ© gli ebrei, secondo il concetto Nazionalsocialista, non appartengono al popolo tedesco, ma costituiscono un popolo a sĂ© stante, seppure non uno stato, a loro non si addicono i simboli nazisti. Gli appartenenti al popolo ebraico possono perĂČ adottare i simboli loro proprĂź, per rendere palese l’appartenenza alla loro stirpe».

Circa i non ebrei di parentela ebraica (“Meticci”) Gl. scrive:

«Qualora uno dei nonni, ad esempio affinchĂ© gli fosse consentito il matrimonio con un (o una) ebreo, fosse passato alla comunitĂ  religiosa ebraica, egli
varrebbe, ai fini della classificazione razziale del suo nipote, come ebreo a pieno titolo. Un ricorso non Ăš accettabile. Questa regolamentazione agevola notevolmente il riordinamento razziale del paese. Quanto a lungo l’avo abbia appartenuto alla comunitĂ  ebraica, Ăš indifferente: Ăš sufficiente una appartenenza anche temporanea».

Nulla di questo commento stava nel testo delle leggi.

– Gl. condanna di propria iniziativa i matrimoni fra tedeschi e zingari: neXIII abbiamo così,XIV oltre alla “contrapposizione” tedesco-ebreo, anche un’altra:

«Di conseguenza Ăš vietata la conclusione di matrimoni da cui (a prescindere dai matrimoni misti tedesco-ebraici) Ăš da attendersi una prole razzialmente indesiderabile, per esempio le nozze fra tedeschi e zingari ».

– Altro aggravamento creato da Gl. (§ 1 della LDS):

(«I matrimoni fra ebrei e cittadini di sangue tedesco o assimilato sono vietati, quelli celebrati ciĂČ malgrado sono molti, quand’anche per eludere questa legge essi siano stati conclusi all’estero»). A queste ultime parole Gl. ha aggiunto una determinazione di pena.

Alla domanda: «Si Ăš affermato che il Suo commento, in vari punti, conduce a conseguenze anche piĂč severe per i colpiti che le leggi di Norimberga: cosa risponde a questa accusa?» Gl. risponde: «Essa non corrisponde a veritĂ . Ma naturalmente io non avrei potuto indurre in difficoltĂ  i consultatori del Commento introducendovi ipotesi che in pratica non venivano seguite».

Globke, come esperto per la regolamentazione del cambiamento di nomi, ne elaborĂČ la legislazione. Stese un elenco di nomi ebraici, che ogni ebreo avrebbe dovuto preporre al proprio cognome per potere essere meglio riconosciuto. Chi non voleva doveva preporre “Israel” o “Sara” al proprio cognome. Anche questa proposta proviene da Gl.

Alla domanda (Processo di Norimberga) «Ha Ella preso parte alla elaborazione delle norme sul cambiamento dei cognomi?» Gl. risponde: « ero relatore nella questione dei nomi, quindi vi ho collaborato
Da parte dell’opinione pubblica giungevano al Ministero sollecitazioni affinchĂ© agli ebrei fosse imposta una aggiunta al proprio nome, che li distinguesse dai non ebrei
noi siamo giunti alla conclusione che sarebbe stata una soluzione meno severa se non giĂ  il cognome fosse stato variato (come veniva richiesto), ma se gli ebrei fossero stati obbligati a adottare un prenome ebraico addizionale».

Difesa di Gl. da parte di altri:

Adenauer (S) disse nel 1950:

«Il passato politico del Dr. Globke Ăš stato controllato minuziosamente dagli alleati. Non si vede perchĂ© una autoritĂ  tedesca deve essere ancora piĂč minuziosa delle potenze di occupazione».XV

Del caso Gl. ha parlato il Dr. Barzel (CDU) nel luglio ’61 davanti a studenti. RiferirĂČ a senso i punti principali del suo discorso:

Adenauer, in quanto perseguitato dai nazi, non avrebbe mai scelto come collaboratore uno dei suoi persecutori: inoltre Gl., ai processi di Norimberga, non comparve come imputato.

Il caso Gl. sarebbe «un capitolo del libro della resistenza interna contro Hitler». Egli avrebbe agito «spinto da un profondissimo senso di responsabilità, che scaturiva dalla forza della Fede». La collaborazione di Gl. al commento e alla stesura delle leggi antiebraiche sarebbe sempre stata «mitigatrice, limitatrice, soccorritrice».

Il Prof. Goldschmidt scrive al Dr. WĂŒnsche (D):

«Nel bilancio fra accuse e scusanti prevalgono pesantemente le prime: 
 Se egli ha sottratto singole persone o gruppi al loro destino,XVI questo deve valergli da circostanza attenuante, ma non certo da giustificazione. Comunque, il suo contegno puĂČ venire compreso come derivante da uno stato di coazione».

Barzel dice inoltre: «Spesso i democratici fanno un gran parlare di argomenti “che i comunisti hanno lanciato per evidenti motivi”».

Goldschmidt a tale proposito: «non dobbiamo lasciarci intralciare, nell’esame dei nostri errori e nella loro pubblica discussione, dal fatto che anche i comunisti li hanno resi palesi».

Barzel: Le singole accuse di Strecker, «considerate alla luce del sole», crollerebbero. 

Ma che non siano crollate lo dimostra la decisione del tribunale nel caso “Strecker-Globke” (vedi sopra):[36] le 22 «affermazioni mendaci» non bastano a fare un libro di 280 pagine!

Barzel: egli (Gl.) non Ăš mai stato membro del partito (!)

Strecker: «Dai documenti in mano al Centro Documentazione Americano a Berlino si ricava che una domanda di iscrizione al NSDAP del Dr. Globke Ú stata respinta colla motivazione che egli aveva relazioni troppo strette coi circoli direttivi cattolici».

Comunque, Gl. si era adoperato per essere iscritto al Partito. E in ogni modo, nelle condizioni di costrizione allora predominanti, non Ăš ammissibile l’equivalenza «membro del partito e perciĂČ nazi», nĂ© quella inversa.

Barzel: Gl. non ha fatto carriera nel 3o Reich.

Ma dal libro di Strecker si ricava che Gl. Ú avanzato da Consigliere Governativo (1932) a Consigliere Superiore Governativo (1933) fino a Consigliere Ministeriale (1938). Nei ruoli di ripartizione delle mansioni del Ministero Gl. Ú nominato 14 volte nel 1936, 23 volte nel 1938, 31 volte nel 1941, e 30 volte nel 1945. Ricevette inoltre 6 decorazioni.

È certo che nel 3o Reich non ha fatto la sua fortuna, ma non si puĂČ dire che «non ha fatto carriera».

Barzel: Gl. avrebbe combattuto con gli uomini del 20 luglio [al 20/7/’44 si tentĂČ di sopprimere Hitler. Contrariamente ad altri precedenti attentati, quella volta furono implicati indirettamente vasti strati della popolazione]. Lo dimostrano testimonianze di notorie personalitĂ  (soprattutto cattoliche) (S).

Goldschmidt: PerchĂ© si Ăš aspettato il 1961, per rendere noto che Gl. era un “resistente”? Nulla in tal senso risulta al «Gruppo di azione 20/7/1944» 
 Il nome di Gl. non si trova, che io sappia, neppure in una delle maggiori pubblicazioni uscite finora sulla resistenza interna tedesca».

Verso la fine del discorso di Barzel si legge:

«Non vogliamo un’altra denazificazione! I colpevoli sono di competenza dei Tribunali!»

Goldschmidt: «È chiaro che Gl. non Ú reo di alcuna responsabilità criminale, legalmente perseguibile secondo il codice: tuttavia pesa su di lui una gran colpa storica nei riguardi del popolo ebreo».

Nella controversia fra Goldschmidt (chiesa evangelica) e WĂŒnsche (ufficio stampa Federale) si contrappongono due[37] concezioni fondamentalmente diverse:

– Goldschmidt: «Non Ăš mia intenzione negare a Globke il diritto di esplicare la sua attivitĂ  nella amministrazione della Repubblica Federale in qualsiasi carica che sia commisurata alla sua preparazione. Ma, secondo me, gli uffici politici piĂč elevati[38] devono essere riservati a persone che non si siano in alcun modo compromesse col loro comportamento nel periodo ’33-’45. La Repubblica Federale, in quanto apparato statale fondato sull’umanesimo politico, Ăš indegna della pubblica fiducia finchĂ© Gl. e simili individui occupino posizioni direttive nella magistratura, negli alti gradi della educazione e in cariche analoghe».

WĂŒnsche: «Ma se il Governo Federale discriminasse[39] quegli uomini che nel 3o Reich hanno fatto il loro dovere in questo paese a costo della loro vita, limitando la loro possibilitĂ  di cooperare alla edificazione dello Stato, io riterrei questo come moralmente riprovevole. Mi pare – in contrapposizione alla Sue idee – che la Repubblica Federale, in quanto apparato statale fondato sull’umanesimo politico, sarebbe indegna della pubblica fiducia se lasciasse cadere uomini come il Dr. Globke solo per evitare polemiche».

Nel caso Gl. mi sono limitata alle testimonianze tedesche, di singoli o di organizzazioni. Nel libro di Strecker esistono perĂČ molti altri documenti stranieri che accusano Gl. Sarebbe perĂČ troppo lungo introdurli.

Mi permetta di aggiungere una considerazione, di cui mi sono resa conto scrivendo:

Si puĂČ vedere da molti “giornali serü” (quali Die Zeit, la SĂŒddeutsche Zeitung, la Frankfurter Allgemeine) che in questi ultimi tempi il governo federale si sforza di allontanare i magistrati compromessi, mediante la legge giĂ  ricordata. Il processo Ăš lento, perchĂ©, da una parte, Ăš molto piĂč difficile stabilire una “colpa morale” che una “colpa legale”, dall’altra, questi magistrati, come Ăš logico, oggi sono restii ad ammettere di avere servito comunque il 3o Reich.

Lei forse sa che dal 1958 esiste a Ludwigsburg (Germania Sud) un “Ufficio Centrale” da cui vengono condotte le indagini preliminari contro gli assassinü collettivi del 3o Reich. I processi contro i responsabili, di cui si legge ogni giorno o quasi sui giornali, si svolgono solo in base a queste risultanze. 

Un tedesco di origine ebraica, che oggi vive all’estero, mi ha detto una volta: «Trovo buona cosa che si lascino i vecchi Nazi nelle loro cariche. CosĂŹ essi sono occupati e si trovano sotto controllo. Se esercitassero una professione per cui non sono adatti, o se fossero disoccupati, si riunirebbero di nuovo in congreghe e si opporrebbero all’ordine attuale».

Si sono giĂ  costituiti gruppi organizzati di estrema destra, ed io posseggo in merito una documentazione esauriente: una valutazione statistica sull’«Estremismo di destra nella Repubblica Federale», pubblicata nel 1961 da Bonn e non accessibile all’uomo della strada (voglio dire che non si trova in commercio).[40] Purtroppo devo restituirlo a chi me lo ha imprestato, se no glielo avrei mandato subito. Anche il libro di Strecker non Ăš mio, e al momento non Ăš in commercio. Se perĂČ Lei lo desidera mi darĂČ d’attorno per avere i due documenti e mandarglieli.[41]

Mi Ăš poi venuto sott’occhio l’annuncio di un libro che Ăš uscito da poco, e che «delinea persone e documenti con conoscenza di causa». Si chiama: Congiura di destra.

Sono giunta cosĂŹ alla fine di questa lettera, e come in tutte le mie cose, anche qui sono sopraffatta da dubbi sulla inadeguatezza di questo mio lavoro, di ricondurre ad una formula semplice fatti e fenomeni complicati e multilaterali. Con quanta facilitĂ  qualsiasi mente logica annienterebbe queste mie dimostrazioni con rigorose confutazioni! La mia conoscenza delle cose di cui ho parlato Ăš piĂč che scarsa, e mi domando ancora una volta come ho potuto osare di scrivere a un uomo come lei. Ho vissuto finora una vita allegra, accompagnata da persone amiche, senza che neppure una volta io mi sia misurata contro queste cose!XVII[42] Ma il desiderio spontaneo, la gioia di comunicare con altri, non possono giustificare l’inesperienza e l’ignoranza?

PerciĂČ non posso che pregarla ancora una volta di considerare questo mio scritto come l’espressione occasionale di un visitatore;XVIII[43] non dice niente che non sia giĂ  stato detto da qualcuno.

Grazie alle sue domande, mi sono imbattuta in cose su cui non avevo ancora meditato, e questo mi ha arricchita. Di questo la ringrazio, e di altro ancora: di averle potuto scrivere, anche se non ho meritato questa fortuna.

 

Brigitte DistlerXIX

 

Mi accorgo ora, rileggendo la lettera, di quanto sia piena di refusi e di parole cancellate. La prego di scusarmi: non ho molta pratica con la macchina da scrivere, e inoltre il modello della macchina Ăš piuttosto vecchio!

June 16, 1962

Dear Mr. Levi!

Since I wrote my reply to your letter, spring has arrived, and I hope you have not lost patience with me despite my long silence. As I mentioned previously, your questions touch on areas about which I knew very little; in fact, nothing at all. In the meantime, however, I have spoken to a number of people who have kindly helped me: they shared their experiences in this matter and sent me books and other source materials. So, as I waited for the promised letters and books, and then read those books, time passed. Unfortunately, I also had to attend lectures and seminars, so it has only been in the last few days that I have been able to pull all these conversations and bits of information together for you.

Please do not think me pedantic when I point out that, in answering your questions, my own thoughts are highly subjective, and my presentation is amateurish through and through; therefore, none of this can be considered universally valid. I know that I judge many things one-sidedly, hence incorrectly; in discussions, I can be downright fanatical and illogical. You can therefore only get a relatively “genuine” picture if you hear many voices on this subject.—But you know that as well as I do, and I ask you not to hold my pedantry against me.

Regarding the letter itself, I must apologize for the excessive length of my remarks. Time was pressing, and so many things could have been expressed more concisely, but were left as they were. My style has also suffered considerably from my preoccupation with the source documents and case-file excerpts, which I am also sorry about.

Before I address your questions, I would like to thank you once again for your letter; hardly anything has made me so happy.

You write that you like young people’s response to your book best. This reminded me that many of my classmates had already read The Diary of Anna Frank at the age of fourteen; today, this book is considered the most widely read in the Fischer-BĂŒcherei series, and the paperbacks published by this publishing house are particularly popular among schoolchildren and students.[1]

Regarding your last thoughts, I would like to say the following: I love the landscape in which I grew up, and I adore my mother, but I cannot look upon “the typical German” with joy: perhaps because he still seems to me to be too afflicted with those characteristics that flourished so greatly in the recent past; but perhaps also because I despise the very traits I myself have that I also see in him.[2]

It shows your infinite tolerance towards us Germans[3] when you say you believe that the country of “Beethoven and Schiller” might one day have something to say to other nations again. Since Brecht, Kafka, and Schönberg things have become rather quiet here in the cultural sphere. In the political sphere, to the contrary, such silence is more than welcome!

I personally believe that great art and poetry can only flourish where the intellectual climate of a country is free from oversaturation and inertia. Perhaps such a time is indeed coming, and future generations will tell of it.

And now to your questions:

I. After 1945, was there a selection among the teachers and professors? Were the teachers who had been compromised by Nazism removed or did they keep their position?

Of course there was a selection process among teachers and professors in 1945. Like every other German, they had to undergo so-called denazification.[4] This meant that they were classified into certain levels depending on the degree of their involvement in the “Third Reich” and were often punished with imprisonment or sent to the penitentiary. I myself was too young at the time to know anything about it. What I was able to learn was this:

“Denazification was unpopular because it was ordered by the Americans, who were still enemies at the time, and it was carried out in a highly amateurish manner and largely sabotaged.” (Max Bachmann, senior government official)

 As a rule, teachers and professors who had been involved with the Nazis were removed from state educational institutions; I know of several cases.[5] The editors of Der Spiegel (a widely read, oft-criticized news magazine)[6] wrote to me as follows:

“The measures of so-called denazification in the early postwar period were not maintained later on, and it was probably not even possible to maintain them, because it would have meant expelling an entire generation of teachers and professors.”

II. If they kept their positions, did they retain their ideas or did they change them, or did they pretend[7] to change them?

Most of the teachers and professors were party members,[8] so-called tacit supporters. Many, especially the younger ones at the time, were soldiers in the war or were still too young to serve. The latter applies, for example, to almost all the teachers at my school. Regarding the attitude of the teachers and civil servants who remained and were not soldiers, I was told:

“On the whole, both the civil servants and the teachers are still the same as they were under the Thousand-year Reich, and it is natural that they do not like to burden themselves with their past. After all, German universities and their professors were the ones who benefited most during those years.” (M. Bachmann)[9]

A young teacher (H. Spranger), whom I still know from my school days, wrote to me about the attitude of his colleagues today:

“No teacher avoided me when I asked them about their position in the Third Reich. Overall, I would like to say that I cannot detect any Nazi opinions, tendencies, etc. Political issues are not discussed excessively; people rant about our government, as they do everywhere else. I have also not encountered any students who would describe any teacher as a ‘secret Nazi.’”[10]

Of four students, one reported that a teacher at his school had been dismissed from the teaching profession for making Antisemitic remarks. One student said that her former math teacher still tells students about his experiences as a former member of the SS.

There is a pastor at my school about whom I have already written.[11] His prejudices against Jews are striking, they probably originate in the religious conflict between Judaism and Christianity, and could nevertheless have disastrous consequences. In my opinion, he belongs to the group of so-called Philosemites, who are in many ways similar to Antisemites.[12]

The Russian teacher I wrote to you about[13] is Russian and does not teach at any school. I had heated yet unsuccessful arguments with her, and no longer take lessons from her.[14]

In conclusion, I believe I can say that the percentage of teachers with Nazi affiliations in state schools must be low. They are probably mostly older teachers who will, one hopes, retire soon. However, it is important to recognize and eliminate even this percentage. This requires students to have not only an “innate distrust” but, above all, the courage to criticize—both of which I hardly encountered during my school days, but I know from my siblings[15] that there were classmates who possessed such qualities.

III. Is the Third Reich discussed at school?

During my school days, the Third Reich was discussed[16] in detail in two different years, not only in history class, but also in German, social studies, religion, and biology.

H. Spranger, the young teacher, wrote to me:

“The accusation that schools do not sufficiently educate students is completely unjustified. Teachers and students today have so much material at their disposal that everyone can inform themselves. This period of German history is covered in detail in class.”

 However, I heard from other students that, due to lack of time—recent history is usually only covered shortly before the Abitur (=final high-school graduation exam)—they were taught little about that period.

What is certain is that the Third Reich is discussed in all schools: whether a lot or a little probably depends on the personality of the individual teacher.

IV. Do people discuss it willingly or reluctantly?

In my class, there were passionate discussions on this topic. I remember a debate about Antisemitism that ended in tears.

The teachers did not shy away from the problems; on the contrary, they used old newspapers to illustrate[17] the Nazis’ propaganda methods. They told us that as young people they had mostly been uncritical and enthusiastic supporters of the new movement, attending youth rallies, sporting events, and the like. We students attacked them fiercely for this, unjustly, as I believe today: Can we blame them for having seen things less clearly than adults? And would we have been better able to recognize Hitler’s satanic methods of winning over young people for his war?

“That time stands right before our eyes like one big warning,” a girl at my school recently told me. “Teachers want[18] to share their experiences with us so that such a tragedy does not happen again.”

I must emphasize here that the school I attended had children (more boys than girls) from all social classes, and this seems to me to be a particularly fortunate mix that is not found in all schools.

Mr. Spranger told me about his school:

“I must say that, although the students are interested in this period of history, they immediately become antagonistic whenever anyone mentions Germany’s guilt. Many even claim they have had enough of the ‘mea culpa’ cries of the press and their teachers. The Jewish question is, of course, of central importance. First of all, there is the teachers’ attitude. This is entirely in line with what the influential public wants. Every three months, we organize a ‘Week of Brotherhood,’ which focuses mainly on the topics of tolerance,[19] Judaism, and race. The teachers in particular show a sincere desire to educate young people in such a way that racial hatred and incitement can never arise again. Here, however, there is very strong opposition from the students, who declare they cannot be held responsible for the sins of their fathers and criticize the method used to teach them about the Jewish question. Incidentally, it is not only the students who criticize these methods, but also many reputable newspapers. Probably too many parties are involved when it comes to teaching young people about the past.”

The balance of whether people like to talk about the Third Reich or not seems to have shifted over time in favor of the teachers. I explain this to myself as follows: teachers are becoming more objective in their judgment as the temporal distance from that period grows. In the long run, it seems to become unpleasant for the students when they are made aware of the “unresolved past”[20] from all sides.

IV. Do they tend to consider it an isolated episode, without a past and without a future? Do people try to justify it, to excuse it?

We talked about the Third Reich in the broader context of history, but inevitably the events of that time stood alone in their uniqueness. However, it seems that the greater the distance from the Third Reich, the more we can and must place it in a broader historical context today.[21]

Mr. Spranger writes:

“This period of German history is neither viewed as an episode nor is it excused. In my opinion, until a few years ago it was viewed in too much isolation, as something that cannot be understood. Today, people are more interested in the roots of nationalism and Antisemitism. In this regard, the complicity of other countries inevitably comes to the fore. Schoolchildren in particular ask about this and often display an attitude that contradicts that of their teachers.”

But the inhumanity of the regime and its henchmen cannot be explained by the historical situation alone: for example, by the hunger and misery that prevailed in Germany after World War I and gave men like Hitler the material to incite and radicalize the masses.

Perhaps my reasoning is wrong, but even the students’ resistance to the cries of “mea culpa” shows that for them, the problem of the Third Reich still seems just as unresolved, “annoying,” and typically German as it did for everyone who was confronted with it before them. Only when that is no longer the case should we sit up and take notice with alarm.

V. Is recent European history part of academic programs?

In principle, the most recent history of Europe (the term we use is “contemporary history”) is part of the curriculum: a topic that greatly interests students. In my class (admittedly, a school focused on the sciences), technical topics were preferred over political or economic policy topics. In the final grades, and especially for the Abitur, essay topics are almost exclusively taken from this subject area.

Mr. Spranger wrote to me:

“I teach German and history in the upper school (the last grades before the Abitur) and can form an opinion about the students’ attitude toward contemporary history: They are spectators or participants in current events, which they study daily in the newspaper, in class, and on television. They often display an astonishing amount of factual knowledge. I have ‘specialists in international treaties,’ economic issues, etc. in my classes. The students often know more details than I do. I have to admit that, because I unfortunately lack the time… In any case, the most interesting political discussions I have are not with teachers, but with students. They are really open-minded.” I was delighted to hear this from Mr. Spranger; perhaps now, for the first time in German history, a politically-minded generation is finally growing up.

 

VI. Does popular opinion consider the “ Globke case”[22] a scandal, or is it ignored, or approved of? How is his presence alongside Adenauer justified? How does he justify himself?

The “Globke case” is little known among the general public. And even the little that is known—for example, about his role in the Jewish question—is vague. But because his name was mentioned in connection with Hitler’s “Nuremberg Race Laws” and at the Eichmann trial, the people whose opinion I asked consider it unacceptable that Globke should hold such a prominent position alongside Adenauer.

“Teachers and students alike seem to be poorly informed, yet they demand that such a man be removed from office. OberlĂ€nder had to go,[23] Globke should go too. People say that Globke should leave of his own accord and not wait for a trial.” (Spranger)

Although it is clear (there are a number of available testimonies) that he served the Catholic Church, his case is generally considered very controversial.

 I personally have read two documents on the Globke case so far. I also know for certain that in April 1961, German television conducted an interview,[24] in which Globke responded to the accusations. Unfortunately, I did not hear the interview, nor do I have a written transcript of it. Therefore, I can only base my opinion of the Globke case on the two aforementioned documents.

 First, there is the book by Reinhard M. Strecker: “Hans Globke, Documents, Case-file Excerpts”

(Mr. Strecker is well known in Germany for an exhibition of incriminating material against “Nazi judges” who were still in office. His exhibition resulted in the federal government drafting a law allowing “incriminated” judges and prosecutors to retire within a limited period of time if they wanted to keep their pensions. The law has been in force for some time now).[25]

Strecker’s book was published in 1961, but soon had to be withdrawn by the publisher because Mr. Globke initiated legal proceedings against Mr. Strecker over material in the book. A few weeks ago, newspapers reported that the trial had ended and that the book could be sold again if “22 untrue claims” were removed from it.

The book contains: documents and excerpts from files relating to Globke’s activities during the Third Reich, i.e., excerpts from Globke’s commentary on the Nuremberg Laws, excerpts from essays, and explanations. Documents relating to Globke’s career, i.e., letters of recommendation, other letters, medals, excerpts from newspaper articles on the Globke case, and positive and negative statements about this case by well-known individuals.

Strecker clearly wants to incriminate Globke with this book, even though he attempts to present an[26] objective picture of the facts. When it comes to Globke’s own justifications[27] I have largely followed the documents and excerpts in Strecker’s book and assume that the passages quoted correspond to the originals, as they can be verified by the dates, source references, and photographs. However, in the examples from Globke’s commentary on the racial laws, I had to adopt Strecker’s interpretation entirely, as I am not at all familiar with the legal side of this matter. I therefore ask you to bear in mind, particularly at this point in my remarks, that these examples (unlike the printed letters or essays) have been taken out of context and may therefore, as is often the case in other instances, be interpreted in the exact opposite way.

I will mark everything I know from Mr. Strecker with the letter S.

I have a second document on the Globke case in the monthly magazine Diskussion (“Discussion”), published by the Federal Association of German-Israeli Study Groups (university groups).[28] Under the heading “Dr. Globke and Political Humanism,” a controversy is played out in letters between a member of the Protestant Church Congress Committee (Prof. Dr. Goldschmidt)[29] and the Press Office of the Federal Government (Dr. WĂŒnsche). This controversy followed a statement issued by “Working Group 6” of the Protestant Church Congress on July 22 on the Globke case: (D)[30]

“We believe that, for the sake of integrity and clarity in our reorientation, it is urgently necessary that those who are particularly tainted by the past take a back seat. You will think of the name Globke, as do I. But I am not thinking only of Globke. Isn’t it actually shameful, shocking, and humiliating that 16 years (1961) after the events, individuals still have to emerge from the shadows or be dragged out because they were leading participants in crimes? We appeal not only to the authorities in both parts of Germany to separate themselves from these people; we also appeal to these individuals themselves to see reason and resign.”

I will designate everything I draw from this document with the letter D.

The Globke case was perceived as a scandal in the press in:

Strecker: Dr. Hans Globke 1961

Spiegel, German news magazine 1956-61

Diskussion (see above)1961

Frankfurter Rundschau (S) 1949, 1961/ Berliner Allgemeine Zeitung (S) 1951

Telegraf (S) 1956 / Hamburger Echo (S) 1960

It was discussed in:

Die Zeit (S) in an interview with Globke, 1961

Welt (S) 1961 / Frankfurter Allgemeine (S) 1961

Fernsehinterview 1961

Globke was justified by:

Adenauer (S) 1950 / Dr. Barzel CDU (D) 1961 / Bundespresseamt, Dr. WĂŒnsche (D) 1961

He was denounced by:

Dr. Arndt SPD (S) 1950 / Dr. Böhm CDU (S) 1961 / “Arbeitsgruppe 6” (see above)[31] (D) / Prof. Goldschmidt (D)[32] I have taken Globke’s own justification from an interview with the newspaper Die Zeit  and the transcripts of Globke’stestimony at the Nuremberg Trials in 1945 (S) 

(Globke served as a senior civil servant in the Reich Ministry of the Interior from 1933 to 1945. The Reich Ministry of the Interior was responsible for Hitler’s Nuremberg Race Laws. The Reich Minister of the Interior was Frick, his State Secretary was Stuckart, and Stuckart was Globke’s direct superior. Together with Stuckart, Globke wrote the commentary on the Nuremberg Laws in 1935. He was responsible for numerous tasks at the Ministry.)

During the Nuremberg Trials, Globke admitted to having known about the systematic mass murder of Jews. However, he claimed not to have known that this affected all Jews. He also knew about the killing of the mentally ill[33] and about the atrocities committed by the SS under Frick and Himmler (head of the SS).

– In an interview with “Zeit” (Z), Globke said: “I could only maintain my position, in which I helped many opponents of the regime, if I did not make myself recognizable to the Nazis as a declared opponent from the outset.”

Globke says he knew nothing about the intention behind the Nuremberg Laws and that he did not help draft them (Z). He wrote the commentary on these laws together with Stuckart five months after the Nuremberg Laws were published. The “Ministerial Gazette of the Ministry of the Interior” states the following about this commentary: “It (the commentary) is of particular importance because the two authors were officially involved in the creation of the racial laws.”

– According to Strecker, Globke claimed that his involvement in the racial laws was only mentioned in the paper to boost sales of the pamphlet.

This is contradicted by the fact that the statement was made in an official publication and Globke did not protest it.

Globke considered the Nuremberg Laws necessary because they would have put a stop to the arbitrary measures of the Gauleiters.[34]

When asked whether Globke considered the Nuremberg Laws to be persecution, he replied:

– “The question of whether the Nuremberg Laws as such constitute persecution may be disputed on the basis of legislation in other countries. Other countries also have legislation that targets individual groups of the population, without it being possible to say that this legislation as such constitutes a crime.”

In response to the question (Z): “Why did you write the commentary on the Nuremberg Laws, which was later so heavily criticized?” Globke replies:

– “Hitler’s deputy, Rudolf Hess, attempted to intensify the effect of the Nuremberg ‘ratial laws’ through harsh enforcement regulations…. Under the circumstances at the time, the commentary was a protection for many people who were racially discriminated against.”[35]

Excerpts from Globke’s commentary with Strecker’s interpretation:

– Regarding §6 of the “Blood Protection Law” (BPL), Globke (Gl.) writes:

“Every people is impaired in its viability by the admission of foreign blood into the body of the people. One of its main concerns, however, should be to preserve the purity of its blood.”

– Gl. provides a justification for the branding of Jews with the Star of David in advance of §4 of the BPL:

“Since, according to National Socialist ideology, Jews do not belong to the German people, but rather form a separate people, albeit without a state, German symbols are out of the question for them. However, members of the Jewish people may use their own symbols to outwardly express their affiliation with their ethnicity.”

– Regarding non-Jews of Jewish descent (“Mischlinge”), Gl. writes:

“A grandparent of full German blood who, for example, converted to the Jewish religious community on the occasion of his marriage to a Jew, is considered … fully Jewish for the racial classification of his grandchildren. No counterevidence is permitted. This rule makes racial classification much easier … It doesn’t matter how long the grandparent belonged to the Jewish religious community. Even temporary membership is enough.”

There was no mention of this interpretation in the law.

– Gl. expressly refers to marriages between Germans and Gypsies; thus, in addition to the German-Jewish “contrast,” another is emphasized:

“This prohibits marriages from which—apart from cases of German-Jewish interracial marriages—racially undesirable offspring can be expected, for example marriages between Germans and Gypsies…”

– Gl., created a further tightening by adding to §I of the BPL:

(“Marriages between Jews and citizens of German or related blood are prohibited; marriages concluded despite this prohibition are null and void, even if they are concluded abroad in order to circumvent this law”)—to the words “marriages concluded abroad are null and void.”

Globke replied to the question (Z): “It is claimed, Mr. Secretary of State, that your commentary in some places comes to even more unfavorable conclusions than the Nuremberg Laws for those affected. What do you say to this accusation?”

– “That is not true. But of course I could not allow any user of the commentary to get into trouble because of opinions that were not followed in practice.”

Globke, as the official responsible for the law on name changes, drafted the regulations for this law. In it, he compiled a list of Jewish first names; every Jew was to place these first names before their family names for better identification. Those who did not want to do so had to add “Sara” or “Israel” to their family names; this suggestion also came from Globke.

When asked (during the Nuremberg Trials): “Did you work on drafting the regulations on changing family names?” Gl. replied:

– “I was the consultant for the name change law and therefore worked on all issues related to name changes…The ministry received submissions from the public stating that Jews should have an addition to their names that distinguished them from non-Jews…we came to the conclusion that it would be a milder solution if, instead of changing the family name to the desired form, Jews were required to use an additional Jewish first name.”

Justification of Globke by other persons:

In 1950, Adenauer said (S) the following:

“Dr. Globke’s political past has been meticulously examined by the Allies. A German authority does not need to be any more meticulous than the occupying powers.”

Speaking to students in Bonn in July 1961, Dr. Barzel of the CDU addressed the Globke case (D). I would like to summarize some of the main points of his speech: As a victim of Nazi persecution, Adenauer would never have chosen one of his tormentors as a colleague, even though Globke had not been charged at the Nuremberg Trials.

The Globke case was a “chapter in the book of internal resistance against Hitler.” Globke had acted out of “deep political responsibility based on the power of faith.” Globke’s involvement in commenting on and formulating anti-Jewish laws had always been “mitigating, restrictive, helpful.”

Prof. Goldschmidt writes to Mr. WĂŒnsche (D):

“When weighing the incriminating and exonerating evidence (in the Gl. case), the former, which is summarized and completed by Strecker’s publication, weighs considerably heavier… If he saved individual persons or groups from this fate, this action must be considered a mitigating circumstance, but it can never serve as justification. His behavior can at best be understood as arising from a state of emergency.”

Barzel goes on to say that he regrets that Democrats often repeat “what Communists cleverly put out there.”

Goldschmidt comments on this point:

“…that we must not allow ourselves to be prevented from recognizing our own mistakes and discussing them publicly solely because the communists have also discovered them.”

Barzel: Strecker’s individual accusations would collapse “when viewed in the light of day.”

The fact that they did not collapse is demonstrated by the court ruling in the “Strecker-Globke” case (see above)[36] However, the 22 untrue allegations do not add up to a 280-page book!

Barzel: has never been a party member (Globke!)

Strecker: “Documents in the American Document Center in Berlin show, however, that Dr. Gl.’s application for membership in the NSDAP was rejected despite a recommendation by Stuckart on the grounds that he had too close ties to influential Catholic circles.” Gl. had at least tried to join the party. Incidentally, under the coercive conditions of the time, party membership cannot necessarily be equated with being a “Nazi” and vice versa.

Barzel: Gl. would not have had a “career” in the Third Reich.

Strecker’s book shows that Gl. advanced from government councilor (1932) to senior government councilor (1933) to ministerial councilor (1938). In the ministry’s distribution of its business plan, Gl. is mentioned 14 times in 1936, 23 times in 1938, 31 times in 1941, and 30 times in 1945. He also received six medals.

Gl. certainly did not exactly “make his fortune” in the Third Reich, but it would be wrong to say that he had no career at all.

Barzel: Gl.  fought and resisted alongside the men of July 20 (on July 20, 1944, an attempt was made to assassinate Hitler. In contrast to earlier assassination attempts, this time large sections of the population were indirectly involved). Testimonies from well-known personalities (especially from Catholic circles) confirm this (S).

Goldschmidt: “Why, incidentally, was it not until 1961 that it became known that Gl. was a ‘man of the inner resistance’? The ‘July 20, 1944 Working Group’ knows nothing about this… To my knowledge, the name Dr. Globke is not found in any of the major publications on the inner resistance to date.”

Towards the end of Barzel’s lecture, he states:

“We don’t want any new denazification! Those who committed crimes belong in court!”

Goldschmidt: “Dr. Globke is clearly not guilty of any criminal offense punishable by law under the current penal code, but he is nevertheless guilty of a grave historical offense against the Jewish people.”

In the dispute between Mr. Goldschmidt (Evangelical Church) and Mr. WĂŒnsche (Federal Press Office),two[37] fundamentally different views are at play:

Goldschmidt: “Far be it from me to deny Dr. Globke the right to hold any position in the administration of the Federal Republic that is commensurate with his education. In my opinion, however, the highest political offices must be filled by individuals who are in no way compromised by their conduct[38] between 1933 and 1945. The Federal Republic, as a state system of political humanism, lacks internal credibility as long as Mr. Globke and similar figures are active in leading positions, in judicial positions, in senior educational offices, and similar posts.”

WĂŒnsche: “However, if the federal government were to discriminate[39] against the people who risked their lives to do their duty here during the ‘Third Reich’ by limiting their opportunities to participate in the reconstruction of the Federal Republic, I would consider that morally reprehensible. Contrary to your statement, it seems to me that the Federal Republic, as a state system of political humanism, would lack internal credibility if it were to abandon people like Dr. Globke simply to avoid attacks.”

In weighing the evidence for and against the Globke case I have relied solely on German testimony from individuals and organizations. However, Strecker’s book contains numerous documents from foreign individuals and bodies that incriminate Globke. But it would be too much to list these as well.

Let me conclude by saying a few more things about the “Globke case” that occurred to me while writing:

“Reputable” newspapers (such as “Die Zeit”, “SĂŒddeutsche Zeitung”, “Frankfurter Allgemeine”) report that the federal government is finally making efforts to remove incriminated judges from their positions through the aforementioned law. This is progressing very slowly because, for one thing, “moral guilt” is much more difficult to establish than criminal guilt. For another, these judges are understandably reluctant to admit today that they rendered any services to the Third Reich.

You may know that, in addition, a “central office” has existed in Ludwigsburg (a city in southern Germany) since 1958, from which preliminary investigations against the mass murderers of the Third Reich are conducted. The trials against these people, which are reported in the newspapers almost daily, could only take place on the basis of these investigations.

A German of Jewish descent who now lives abroad once said to me: “I think it’s good that old Nazis are allowed to remain in their positions. That way, they are kept busy and under control. If they were to take up inappropriate occupations or even become unemployed, they would regroup and oppose the existing order.”

Groups of right-wing extremists have already formed organizations, and I have an informative report on this: an evaluation of statistics on “Right-wing Extremism in the Federal Republic,” published by Bonn in 1961 and not accessible to the general public, meaning that this report cannot be purchased easily.[40]

Unfortunately, I have to return this document to the lender, otherwise I would have sent it to you right away. The book by Strecker does not belong to me either, and it is not available for purchase at the moment. However, I will try to obtain both documents and send them to you if you would like.[41]

And I have just discovered another book that was recently published and “meticulously records people and documents.” It is called “Conspiracy from the Right”.

So now I have reached the end of my letter and, as in all things, I am once again struck by doubts about the questionable nature of my actions: reducing complicated, multi-layered circumstances and phenomena to a simple formula. How easily any logically gifted person could destroy my arguments with valid counterarguments. My “knowledge” of the things discussed here is less than minimal, and I ask myself again how I could dare to write to a person like you: After all, I have lived a cheerful life so far, accompanied by friendly people, and without ever having proven myself even once![42] Surely the spontaneous desire, the joy of communicating with another person, does not justify inexperience and ignorance?

I can therefore only ask you again and again to regard my communications as merely the casual remarks of some afternoon[43] visitor dropping by: they say nothing that has not already been said by someone else.

Your questions have led me to consider things I had not thought about before, and that has enriched me. For that, and for yet another thing, I sincerely thank you: that I was allowed to write to you, even though I do not deserve such good fortune.

Yours,

 

Brigitte Distler

As I am reading through this letter, I see how full it is of printing errors and crossed-out words. Please forgive me for this: I am inexperienced at typing, and the model of this typewriter is also quite old!

16 Juni 1962

 

 Sehrgeehrter Herr Dr.Levi!

Über meine Antwort auf Ihren Brief ist es FrĂŒhling geworden, und ich hoffe, Sie haben trotz meines langen Schweigens nicht die Geduld mit mir verloren. Ich schrieb Ihnen bereits, daß Ihre Fragen in Gebiete hineinreichen, ĂŒber die ich nur wenig, eigentlich gar nichts wußte. Inzwischen habe ich mich aber mit einigen Menschen unterhalten, die mir auf freundliche Weise halfen: sie teilten mit ihre Erfahrungen in dieser Angelegenheit mit und schickten mir BĂŒcher und Schriften. So verging die Zeit mit Warten auf versprochene Briefe und BĂŒcher und dem Lesen dieser BĂŒcher, Leider mußte ich noch nebenher Vorlesungen und Seminare besuchen, sodaß ich erst in diesen Tagen dazu gekommen bin, alle GesprĂ€che und Mitteilungen fĂŒr Sie zu einem Ganzen zu fĂŒgen.

Bitte halten Sie mich nicht fĂŒr pedantisch, wenn ich Sie drauf aufmerksam mache, daß meine eigenen GedankengĂ€nge bei der Beantwortung Ihrer Fragen höchst subjektiv sind, meine Darstellungsweise aber durch und durch laienhaft ist; nichts davon kann daher allgemeingĂŒltiges aussagen. Ich weiß, daß ich viele Dinge einseitig und daher falsch beurteile, in Diskussionen kann ich geradezu fanatisch und unlogisch sein. Sie können daher ein relativ “echtes” Bild nur dann erhalten, wenn Sie viele Stimmen zu diesem Thema hören. – Doch das wissen Sie so gut wie ich, und ich bitte Sie, mir meine Pedanterie nicht ĂŒbel zu nehmen.

Zum Äußeren des Briefes muß ich mich bei Ihnen fĂŒr die unmögliche LĂ€nge meiner AusfĂŒhrungen entschuldigen. Die Zeit drĂ€ngte ja, und so blieb vieles stehen, was man kĂŒrzer hĂ€tte ausdrĂŒcken können. Auch mein Stil hat unter der BeschĂ€ftigung mit Dokumenten und AktenauszĂŒgen ziemlich gelitten, auch darĂŒber bin ich Traurig,

Bevor ich nun auf Ihre Fragen eingehe, möchte ich Ihnen nocheinmal fĂŒr Ihren Brief danken, es gibt kaum etwas, worĂŒber ich mich so gefreut habe.

Sie schreiben, daß Ihnen ein Echo Ihres Buches bei den jungen Menschen am liebsten sei. Dabei fiel mir ein, daß viele meiner Klassenkameraden und ich mit vierzehn Jahren bereits die Tagebuchaufzeichnungen der „Anne Frank” lasen; heute gilt dieses Buch als das meistgelesenste der „Fischer-BĂŒcherei”, die TaschenbĂŒcher dieses Verlages aber werden besonders gern von SchĂŒlern und Studenten gelesen.[1]

Zu Ihren letzten Gedanken möchte ich noch folgendes sagen: Ich liebe zwar die Landschaft, in der ich aufgewachsen bin, ich bete meine Mutter an, den Deutschen als ganz bestimmten Typ aber kann ich nicht mit Freude betrachten: vielleicht weil er mir noch zu sehr mit jenen Eigenschaften behaftet zu sein scheint, die in jĂŒngster Vergangenheit zu so hoher BlĂŒte gelangten. Vielleicht aber auch deshalb, weil ich in ihm mich selbst als ihm wesensgleich verabscheue.[2]

Es zeigt Ihre unendliche Toleranz uns Deutschen[3] gegenĂŒber, wenn Sie glauben, daß das Land „Beethovens und Schillers” den anderen Nationen vielleicht einmal wieder etwas zu sagen hĂ€tte. Seit Brecht, Kafka oder Schönberg ist es auf kulturellem Gebiet hier ziemlich still geworden. Auf dem Gebiet der Politik aber ist eine solche Stille nur angenehm!

Ich persönlich glaube, erst dort kann große Kunst und Dichtung gedeihen, wo das geistige Klima eines Landes frei ist von ÜbersĂ€ttigung und TrĂ€gheit.Vielleicht ist eine solche Zeit tatsĂ€chlich im Kommen und die “Nachgeborenen” werden davon berichten.

Doch nun zu Ihren Fragen:

I. Hat es unter den Lehrern und Professoren nach 1945 eine Auslese gegeben? Sind diejenigen Lehrer entfernt worden, die sich mit dem Nationalsozialsmus eingelassen haben?

NatĂŒrlich hat es 1945 eine Auslese unter den Lehrern und Professoren gegeben. Sie mußten wie jeder andere Deutsche sich der sogenannten “Entnazifizierung” unterziehen. Das heißt, sie wurden je nach dem StĂ€rkegrad ihrer Beteiligung am „Dritten Reich” in bestimmte Entnazifizierungsstufen[4] eingeordnet und wurden nicht selten mit GefĂ€ngnis oder Zuchthaus

bestraft. Ich selbst war damals noch zu klein, um etwas davon zu wissen. Was ich noch erfahren konnte, war das:

„Die Entnazifizierung war unbeliebt, weil sie von den noch damals feindlichen Amerikanern angeordnet war und sie wurde höchst dilettantisch durchgefĂŒhrt und zum grĂ¶ĂŸten Teil sabotiert.” (Max Bachmann, Oberregierunsrat)

In der Regel wurden Lehrer und Professoren, die sich mit den Nazis eingelassen hatten, aus den staatlichen Lehranstalten entfernt; ich weiß von mehreren FĂ€llen.[5] Die Redaktion des „Spiegel” (ein viel gelesenes, oft kritisiertes Nachrichtenmagazin)[6] schrieb mir dazu:

„Die Maßnahmen der sogenannten Entnazifizierung in der ersten Zeit nach dem Kriege sind spĂ€ter nicht mehr aufrechterhalten worden, und das war wohl auch gar nicht möglich, denn man hĂ€tte ja eine ganze Generation von Lehrern und Professoren in die Verbannung schicken mĂŒssen.”

II. Wenn sie ihre Stellung behalten haden, haben sie auch ihre Ideen behalten, haben sie sie gewechselt oder tun sie so,[7] als hatten sie sie gewechselt?

Die meisten der Lehrer und Professoren waren Parteimitglieder,[8] sogenannten „MitlĂ€ufer”. Viele, vor allem die damals jungen unter ihnen, waren als Soldaten im Krieg oder sie waren ĂŒberhaupt noch zu jung dafĂŒr. Letzteres trifft zum Beispiel auf fast alle Lehrer meiner Schule zu. Über die Haltung der dagebliebenen Lehrer und Beamten, die keine Soldaten waren, schrieb man mir:

„Im Großen und Ganzen sind sowohl die Beamten als auch die Lehrer noch dieselben wie im 1000-jĂ€hrigen Reich, und es ist natĂŒrlich, daß diese sich nicht gerne mit ihrer Vergangenheit belasten. Die deutschen Hochschlen und ihre Professoren haben ja in jenen Jahren am meisten versast.” (M. Bachmann)[9]

Ein junger Lehrer (H. Spranger), den ich noch von meiner Schulzeit her kenne, schrieb mir ĂŒber die Haltung seiner Kollegen heute:

„Es wich mir kein Lehrer aus, wenn ich ihn nach seiner Stellung im Dritten Reich befragte. Zusammenfassend möchte ich sagen, daß ich keinerlei nazistische Meinungen, Tendenzen u.s.w. feststellen kann. Es wird nicht ĂŒbermĂ€ĂŸig ĂŒber politische Fragen diskutiert, man schimpft ĂŒber unsere Regierung, wie man es ĂŒberall tut. Es ist mir auch kein SchĂŒler begegnet, der irgendeinen Lehrer als “heimlichen Nazi” bezeichnet hĂ€tte.”[10]

Von vier Studenten berichtete einer von einem Lehrer seiner Schule, der wegen antisemitischer Äußerungen aus dem Schuldienst entlassen wurde. Eine Studentin erzĂ€hlte, daß ihr frĂŒherer Mathematik-Lehrer noch heute den SchĂŒlern von seinen Erlebnissen als ehemaliges Mitglied der SS berichtet.

An meiner Schule gibt es einen Pfarrer, von dem ich Ihnen bereits schrieb.[11] Auffallend sind seine Vorurteile gegenĂŒber den Juden, die ihren Ursprung wahrscheinlich im religiösen Gegensatz “Judentum-Christentum” haben, die sich aber unheilvoll auswirken können. Meiner Ansicht nach ist er in die Reihe der sogen. “Philosemiten” einzuordnen, die ja den Antisemiten in vielem gleichen.[12]

Die Russisch-Lehrerin, von der ich Ihnen schrieb,[13] ist Russin und unterrichtet an keiner Schule, Ich hatte mit ihr heftige, aber erfolglose Auseinandersetzungen und nehme bei ihr keinen Unterricht mehr.[14]

Abschließend glaube ich, feststellen zu können, daß der Prozentsatz von nazistisch belasteten Lehrern auf den staatlichen Schulen gering sein muß. Es handelt sich dabei wahrscheinlich grĂ¶ĂŸtenteils um Lehrer Ă€lteren Jahrgangs, die hoffentlich bald pensioniert werden. Wichtig jedoch ist, daß man selbst diesen Prozentsatz erkennen und beseitigen muß. Das erfordert beiden SchĂŒlern ein “angeborenes Mißtrauen” und vor allem den Mut zur Kritik, beidem bin ich wĂ€hrend meiner Schulzeit kaum begegnet, weiß aber durch meine Geschwister,[15] daß es MitschĂŒler gab, die diese Eigenschaften besaßen.

III. Spricht man in den Schulen ĂŒber das Dritte Reich?

WĂ€hrend meiner Schulzeit wurde ĂŒber das Dritte Reich in zwei verschiedenen Jahren ausfĂŒhrlich gesprochen[16] und zwar geschah das nicht nur im Geschichts unterricht, sondern auch in den FĂ€chern: Deutsch, Sozialkunde, Religion und Biologie.

H. Spranger, der junge Lehrer schrieb mir:

„Der Vorwurf, den man immer wieder hört, daß die Schulen die SchĂŒler nicht genĂŒgend aufklĂ€rten, ist völlig unberechtigt. Lehrern und SchĂŒlern ist heute so viel Material in die HĂ€nde gegeben, daß jeder sich informieren kann. Im Unterricht wird diese Epoche der deutschen Geschichte ausfĂŒhrlich behandelt.”

Von anderen Studenten allerdings hörte ich, daß sie aus Zeitmangel – die jĂŒngste Geschichte wird meistens erst kurz vor dem Abitur (=AbschlußprĂŒfung) behandelt – wenig ĂŒber jene Zeit unterrichtet wurden.

Fest steht, daß in allen Schulen ĂŒber das Dritte Reich gesprochen wird: ob viel oder wenig, hĂ€ngt wahrscheinlich von der Persönlichkeit des einzelnen Lehrers ab.

IV. Spricht man gern oder ungern darĂŒber?

In meiner Klasse gab es leidenschaftliche Diskussionen ĂŒber dieses Thema. Ich kann mich an eine Auseinandersetzung ĂŒber den Antisemitismus erinnern, die mit TrĂ€nen endete.

Die Lehrer wichen den Problemen nicht aus, im Gegenteil: sie zeigten[17] an Hand alter Zeitungen die Propagandamethoden der Nazis. Sie erzĂ€hlten, daß sie als junge Menschen meist kritiklos und voll Begeisterung der neuen Bewegung angehangen hĂ€tten; bei Jugendversammlungen, Sportveranstaltungen und Ă€hnlichem.Wir SchĂŒler haben sie deswegen heftig angegriffen, zu Unrecht, wie ich heute glaube: Kann man ihnen den Vorwurf machen, die Dinge weniger durchschaut zu haben als die Erwachsenen? Und hĂ€tten wir die satanischen Methoden Hitlers besser erkannt, mit denen er die Jugend fĂŒr seinen Krieg gewann?

„Jene Zeit steht vor unseren Augen wie eine einzige große Warnung”, sagte mir vor kurzem ein MĂ€dchen meiner Schule. „Die Lehrer wollen uns[18] ihre Erfahrungen mitteilen, damit nicht von neuem großes UnglĂŒck geschehe.”

Ich muß hier betonen, daß die Schule, die ich besuchte, von Kindern (mehr Jungen als MĂ€dchen) aller sozialen Schichten besucht wird, und dies scheint mir eine besonders glĂŒckliche Mischung zu sein, die nicht in allen Schulen gegeben ist.

Herr Spranger berichtete von seiner Schule:

„Ich muß sagen, daß die SchĂŒler sich zwar fĂŒr diesen Zeitabschnitt interessieren, daß sie aber sofort in Opposition gehen, wenn man von einer Schuld Deutschlands spricht. Viele behaupten sogar, daß sie genug hĂ€tten von dem “mea-culpa” – Geschrei der Presse und ihrer Lehrer.

Eine zentrale Bedeutung kommt natĂŒrlich der Judenfrage zu. ZunĂ€chst einmal die Einstellung der Lehrer. Die ist durchaus so, wie es sich die maßgebende Öffentlichkeit wĂŒnscht. Wir veranstalten alle drei Monate eine ‘Woche der BrĂŒderlichkeit’, in der hauptsĂ€chlich Fragen der Toleranz,[19] des Judentums und Rassefragen im Mittelpunkt stehen, Gerade die Lehrer zeigen darin einen ehrlichen Willen, die Jugend so zu erziehen, daß niemals wieder Rassenhaß und Verhetzung entstehen können. Hier macht sich nun eine sehr starke Opposition der SchĂŒler bemerkbar sie erklĂ€ren, daß sie fĂŒr die SĂŒnden ihrer VĂ€ter nicht verantwortlich gemacht werden könnten und kritisieren die Methode, mit der ihnen das Judenproblem deutlich gemacht wird. Übrigens kritisieren nicht nur die SchĂŒler die Methode, sondern viele gute Zeitungen. Wahrscheinlich mischen sich zu viele Stellen ein, wenn es darum geht, die Jugend ĂŒber das Vergangene zu unterrichten.”

Das Gewicht, ob ĂŒber das Dritte Reich gern oder ungern gesprochen wird, scheint sich im Laufe der Zeit zugunsten der Lehrer verschoben zu haben. Ich erklĂ€re mir das so: Die Lehrer werden durch immer grĂ¶ĂŸere Entfernung zu jener Zeit objektiver in ihrem Urteil. Den SchĂŒlern scheint es auf die Dauer unangenehm zu werden, von allen Seitenauf die „unbewĂ€ltigte Vergangenheit”[20] aufmerksam gemacht zu werden.

IV. Neigt man dazu, es als eine isolierte Episode zu betrachten? Sucht man es zu rechtfertigen, zu entschuldigen?

Wir sprachen ĂŒber das Dritte Reich im ĂŒbrigen Zusammenhang der Geschichte, zwangslĂ€ufig kam es aber dazu, daß die damaligen Ereignisse in ihrer Einmaligkeit isoliert standen. Es scheint aber doch so zu sein, daß man das Dritte Reich, je grĂ¶ĂŸer der Abstand von ihm wird, heute in ein grĂ¶ĂŸeres Geschichtsbild einfĂŒgen kann und muß.[21]

Herr Spranger schreibt:

„Diese Epoche der deutschen Geschichte wird weder als Episode gesehen noch wird sie entschuldigt. Meiner Meinung nach ist sie noch vor ein paar Jahren zu sehr isoliert betrachtet worden, als etwas, was man nicht verstehen kann. Heute fragt man vielmehr nach den Wurzeln des Nationalismus, des Antisemitismus. In diesem Zusammenhang muß zwangslĂ€ufig die Mitschuld des Auslands auftauchen. Vor allem die SchĂŒler fragen danach und zeigen vielfach eine Einstellung, die der Einstellung der Lehrer widerspricht.”

Aber aus der geschichtlichen Situation allein ist die Unmenschlichkeit des Regimes und seiner Handlanger nicht zu erklĂ€ren: wie etwa aus dem Hunger und Elend, die nach dem I. Weltkrieg in Deutschland herrschten und MĂ€nnern wie Hitler Stoff fĂŒr die Aufhetzung und Radikalisierung der Massen in die HĂ€nde gab.

Vielleicht ist meine Überlegung falsch, aber selbst am Widerstand der SchĂŒler gegen das “mea culpa”– Geschrei kann man doch erkennen, daß fĂŒr sie das Problem des Dritten Reiches noch genauso ungelöst, â€œĂ€rgerlich” und typisch deutsch erscheint wie fĂŒr alle, die vor ihnen damit konfrontiert wurden. Erst wenn das einmal nicht mehr so ist, sollte man erschreckt aufhorchen.

V. Gehört die neueste Geschichte zum Programm der Schulen?

GrundsĂ€tzlich gehört die neueste Geschichte Europas (der Terminus hierfĂŒr lautet „Zeitgeschichte”) zum Unterricht: ein Thema, das die SchĂŒler sehr interessiert. In meiner Klasse (einer naturwissenschaftlichen Schule allerdings) wurden neben den technischen, die politischen, beziehungsweise die wirtschaftspolitischen Vortragsthemen bevorzugt. In den letzten Klassen und besonders im Abitur werden die Aufsatzthemen fast ausschließlich aus diesem Bereich gestellt.

Herr Spranger schrieb mir:

„Ich unterrichte selbst Deutsch und Geschichte in der Oberstufe (das sind die letzten Klassen vor dem Abitur) und kann mir ĂŒber die Einstellung der SchĂŒler zur Zeitgeschichte ein Urteil bilden: Die SchĂŒler sind Zuschauer oder Teilnehmer am Zeitgeschehen, das sie tĂ€glich studieren in der Zeitung, im Unterricht, durch das Fernsehen. Sie zeigen oft ein erstaunliches Sachwissen. Ich habe in meinem Klassen ‘Spezialisten fĂŒr internationale VertrĂ€ge’, fĂŒr Wirtschaftsfragen, u.s.w. Die SchĂŒler wissen oft mehr Details als ich. Ich muß das zugeben, denn mir fehlt leider die Zeit
 Jedenfalls die interessantesten politischen GesprĂ€che fĂŒhre ich nicht mit Lehrern, sondern mit SchĂŒlern. Sie sind wirklich aufgeschlossen.” Ich habe mich gefreut, als ich dies von Herrn Spranger hörte; vielleicht wĂ€chst nun endlich und zum ersten Mal in der deutschen Geschichte eine politisch-denkende Generation heran.

VI. Wird der “Fall Globke”[22] in der allgemeinen Meinung als Skandal empfunden, wird er ignoriert, wird er gebilligt? Wie wird seine Anwesenheit neben Adenauer gerechtfertigt? Wie rechtfertigt er sich selbst?

Der „Fall Globke” ist in der Allgemeinheit nur wenig bekannt. Und auch ĂŒber das wenige – zum Beispiel ĂŒber seine Rolle bei der Judenfrage – weiß „man” nur ungenaues. Weil aber sein Name zusammen mit Hitlers “NĂŒrnberger Rassegesetzen” und beim Eichmann-Prozess genannt wurde, halten die Menschen, die ich um ihre Meinung fragte, es fĂŒr untragbar, daß Globke an so exponierter Stelle neben Adenauer steht.

„Lehrer wie SchĂŒler zeigen sich zu wenig informiert, fordern aber doch, daß man einen solchen Mann aus seinen Ämtern entfernen soll. OberlĂ€nder mußte gehen,[23] soll Globke auch gehen. Man sagt, Globke soll von sich aus gehen und nicht erst einen Prozess abwarten.” (Spranger)

Obwohl feststeht, (es sind eine Reihe von Zeugnissen vorhanden) daß er der katholischen Kirche Dienste geleistet hat, gilt sein Fall allgemein als sehr umstritten.

Ich persönlich habe bis jetzt ĂŒber den Fall Globke zwei Dokumente gelesen. Außerdem weiß ich sicher, daß im April 1961 ein Interview des deutschen Fernsehens stattfand,[24] in dem Globke zu Anschuldigungen Stellung genommen hatte. Ich habe das Interview leider nicht gehört, besitze auch seine schriftliche Fixierung nicht. So kann ich mich zum Fall Globke nur auf die zwei genannten Dokumente stĂŒtzen.

Da ist zum einen das Buch von Reinhard-M. Strecker: Dr. Hans Globke, Dokumente‚ AktenauszĂŒge

(Herr Strecher ist in Deutschland bekannt durch eine Ausstellung von Belastungsmaterial gegen noch amtierende „Nazi-Richter” Seine Ausstellung hatte zur Folge, daß die Bundesregierung ein Gesetz entwarf, nachdem sich „belastete” Richter und StaatsanwĂ€lte in einer zeitlich begrenzten Frist pensionieren lassen können, wenn sie ihre Pension behalten wollen. Das Gesetz ist seit einiger Zeit rechtskrĂ€ftig).[25]

Das Buch Streckers erschien 1961, mußte aber schon bald vom Verlag wieder eingezogen werden, da Herr Globke gegen Herrn Strecker wegen des Buches ein gerichtliches Verfahren eingeleitet hatte. Vor wenigen Wochen wurde in den Zeitungen berichtet, daß der Prozess beendet sei und das Buch wieder verkauft werden darf, wenn “22 unwahre Behauptungen” daraus entfernt worden seien.

Das Buch enthĂ€lt: Dokumente und AktenauszĂŒge aus dem TĂ€tigkeitsbereich Globkes wĂ€hrend des Dritten Reiches, also AuszĂŒge aus Globkes Kommentar zu den NĂŒrnberger Gesetzen, AuszĂŒge aus AufsĂ€tzen und ErlĂ€uterungen. Dokumente zum Berufsgang Globkes, also Empfehlungsschreiben, Briefe, Orden. AuszĂŒge aus Zeitungsartikeln zum Fall Globke, positive und negative Stellungnahmen einzelner Persönlichkeiten zu diesem Fall.

Strecker will Globke mit diesem Buch offensichtlich belasten, obwohl er ein[26] objektives Bild von Tatsachen zu geben versucht. Ich bin bei der Frage nach Globkes eigener Rechtfertigung[27] witgehend den Dokumenten und AuszĂŒgen in Streckers Buch gefolgt und nehme auch an, daß die angefĂŒhrten Textstellen mit den Orginalen ĂŒbereinstimmen, da man sie durch die Jahreszahlen, Qellenangaben und Photographien nachprĂŒfen kann. Bei den Beispielen aus Globkes Kommentar zur Rassengesetzgebung mußte ich jedoch Streckers Auslegung ganz ĂŒbernehmen, da ich mit der juristischen Seite dieser Angelegenheit ĂŒberhaupt nicht vertraut bin. Daher bitte ich sie, besonders an dieser Stelle meiner AusfĂŒhrungen zu bedenken, daß die Beispiele (im Gegensatz zu den abgedruckten Briefen oder AufsĂ€tzen) aus dem ĂŒbrigen Zusammenhang heraus gegriffen wurden und sich deshalb, wie es in anderen FĂ€llen oft geschieht, in ihr Gegenteil verkehren können.

Alles, was ich durch Herrn Strecker weiß, werde ich mit dem Buchstaben S bezeichnen.

Ein zweites Dokument zum Fall Globke liegt mir in der Monatsschrift: „Diskussion” vor, herausgegeben vom Bundesverband Deutsch-Israelischer Studiengruppen (Hochschulgruppen)[28] Unter dem Thema „Dr. Globke und der politische Humanismus” wird dort eine Kontroverse in Briefen ausgetragen zwischen einem Mitglied des evangelischen Kirchentag-PrĂ€sidiums (Prof. Dr. Goldschmidt)[29] und dem Presseamt der Bundesregierung (Dr. WĂŒnsche) Diese Kontroverse schloß sich an eine ErklĂ€rung an, die die „Arbeitsgruppe 6” des ev. Kirchentages am 22. Juli zum Fall Globke gab: (D)[30]

„Wir meinen, daß es um der Sauberkeit und der Klarheit unserer Umkehr willen dringend nötig ist, daß diejenigen, die mit der Vergangenheit besonders deutlich befleckt sind, in den Hintergrund treten. Sie werden dabei an den Namen Globke denken, ich tue es auch. Aber ich denke nicht nur an Globke. Ist es nicht eigentlich beschĂ€mend, erschĂŒtternd, demĂŒtigend, wie noch I6 Jahre (I96I) nach dem Geschehen wieder und wieder einzelne aus dem Dunkel hervortreten oder hervorgezerrt werden mussen, weil sie fĂŒhrend an Verbrechen beteiligt gewesen waren? Wir appellieren nicht nur an die AutoritĂ€ten in beiden Teilen Deutschlands, daß sie sich von diesen Leuten trennen möchten; wir appellieren auch an diese Personen selbst, daß sie einsehen und ausscheiden mögen.”

Alles, was ich dieser Schrift entnehme, werde ich mit dem Buchstaben D bezeichnen.

Als Skandal in der Presse wurde der Fall Globke empfunden in:

Strecker: “Dr, Hans Globke” 1961

„Spiegel”, Deutsches Nachrichtenmagazin 1956-61

„Diskussion” (s.o.)1961

„Frankfurter Rundschau” (S) 1949, 1961/ „Berliner Allgemeine Zeitung” (S) 1951

„Telegraf” (S) 1956 / Hamburger Echo” (S) 1960

Zur Diskussion gestellt wurde er in:

„Die Zeit” (S) in einem Interview mit Globke, 1961

„Welt” (S) 1961 / „Frankfurter Allgemeine” (S) 1961

Fernsehinterview 1961

Gerechtfertigt wurde Globke durch:

Adenauer (S) 1950 / Dr. Barzel CDU (D) 1961 / Bundespresseamt, Dr. WĂŒnsche (D) 1961

Verurteilt wurde er durch:

Dr. Arndt SPD (S) 1950 / Dr. Böhm CDU (S) 1961 / „Arbeitsgruppe 6” (siehe oben)[31] (D) / Prof . Goldschmidt (D).[32] Wie und wodurch sich Globke selbst rechtfertigt, entnehme ich dem Interview mit der Zeitung „Die Zeit” und den Protokollen der Zeugenaussagen Globkes bei den NĂŒrnberger Prozessen 1945 (S)

(Globke war von 1933-45 als Ministerialrat im Reichsinnenministerium tĂ€tig. Das Reichsinnenministerium war verantwortlich fĂŒr die NĂŒrmberger Rassegesetze Hitlers, Reichsinnenminister war Frick, sein StaatssekretĂ€r Stuckart, Stuckart war der direkte Vorgesetzte Globkes.

Mit Stuckart verfaßte Globke 1935 die Kommentare zu den NĂŒrmberger Gesetzen. Er war Sachbearbeiter zahlreicher Aufgaben des Ministeriums.)

WĂ€hrend der NĂŒrmberger Prozesse (Nr. Pr.) gab Globke zu, von den systematischen Massen morden an den Juden gewußt zu haben. Allerdings hĂ€tte er nicht gewußt, daß das alle Juden betraf. Er wußte weiter von der Tötung Geisteskranker[33] und von den Greueltaten der SS durch Frick und Himmler (Chef der SS).

– Im „Zeit” – Inteview (Z) sagt Globke: „Ich konnte doch meine Stellung, in der ich vielen Gegnern des Regimes half, nur halten, wenn ich den Nazis nicht von vornherein als erklĂ€rter Gegner erkennbar wurde.”

Globke sagt, von der Absicht der NĂŒrmberger Gesetze nichts gewußt zu haben, auch hĂ€tte er sie nicht mitverfaßt (Z). Den Kommentar zu diesen Gesetzen schrieb er zusammen mit Stuckart fĂŒnf Monate nach der Veröffentlichung der NĂŒrmberger Gesetze. Im „Ministerialblatt des Ministeriums des Innern” heißt es zu diesem Kommentar: „Ihm (dem Kommentar) kommt schon deswegen besondere Bedeutung zu, weil die beiden Verfasser am Zustandekommen der Rassegesetzgebung amtlich beteiligt waren.”

– Nach Strecker soll Globke behauptet haben: Die Beteiligung an der Rassen gesetzgebung sei in dem Blatt nur erwĂ€hnt worden, damit sich der Kommentar besser verkaufe.

Dagegen spricht, daß die Aussage von einem amtlichen Blatt gemacht wurde und Globke dagegen nicht protestiert hat.

Globke hielt die NĂŒrmberger Gesetze deshalb fĂŒr notwendig, weil sie den WillkĂŒhrmaßnahmen der Gauleiter[34] Einhalt geboten hĂ€tten (Nr. Pr.)

Auf die Frage (Nr.Pr.); ob Globke die NĂŒrmberger Gesetze fĂŒr Verfolgungen hielte antwortet er:

– „Die Frage, ob die NĂŒrmberger Gesetze als solche eine Verfolgung darstellen, mag an Hand der Gesetzgebung in anderen Staaten bestritten sein. Es gibt auch in anderen Staaten eine Gesetzgebung, die sich gegen einzelne Gruppen der Bevölkerung richtet, ohne daß man daher sagen kann, daß diese Gesetzgebung als solche ein Verbrechen darstellt.”

Auf die Frage (Z): „Warum haben sie den spĂ€ter so viel kritisierten Kommentar zu den NĂŒrmberger Gesetzen geschrieben?” antwortet Globke:

– „Hitlers Stellvertreter Rudolf Heß versuchte, die Wirkung der NĂŒrmberger ‘Rassegesetze’ durch harte DurchfĂŒhrungsbestimmungen zu verschĂ€rfen.


Unter den damaligen UmstĂ€nden war der Kommentar fĂŒr viele rassisch diskriminierte Personen ein Schutz.”[35]

AuszĂŒge aus Globkes Kommentar mit der Auslegung durch Strecker:

– Zu §6 des “Blutschutzgesetzes” (BLG) schreibt Globke (Gl.):

„Jedes Volk wird durch die Aufnahme artfremden Blutes in den Volkskörper in seiner LebensfĂ€higkeit beeintrĂ€chtigt. Eine seiner Hauptsorgen sollte aber die Reinerhaltung seines Blutes sein.”

– Gl. liefert vorweg zum §4 des BLG eine BegrĂŒndung fĂŒr die Brandmarkung der Juden durch den David-Stern:

„Da die Juden nach nationalsozialistischer Auffassung nicht zum deutschen Volke gehören, sondern ein eigenes Volk, wenn auch keinen Staat, bilden, kommen die deutschen Symbole fĂŒr sie nicht in Frage. Die Angehörigen des jĂŒdischen Volkes können sich aber ihrer eigenen Symbole bedienen, um die Zugehörigkeit zu ihrem Volkstum dadurch Ă€ußerlich kundzutun.”

– Über die jĂŒdisch verwandten Nicht juden (“Mischlinge”) schreibt Gl.:

„Ein volldeutschblĂŒtiger Großelternteil, der etwa aus Anlaß seiner Verheiratung mit einem Juden zur jĂŒdischen Religionsgemeinschaft ĂŒbergetreten ist, gilt
 gilt fĂŒr die rassische Einordnung seiner Enkel als volljĂŒdisch, Ein Gegenbeweis ist nicht zugelassen. Diese Regelung erleichtert die rassische Einordnung erheblich
Wie lange der Großelternteil der jĂŒdischen Religionsgemeinschaft angehört hat, ist gleichgĂŒltig. Auch eine vorĂŒbergehende Religionsgemeinschaft genĂŒst.”

Von dieser Auslegung stand im Gesetz nichts.

– Gl. weist von sich aus ausdrĂŒcklich auf die Eheschließungen zwischen Deutschen und Zigeunern; so wird neben dem deutsch-jĂŒdischen “Gegensatz” noch ein anderer betont:

“Hierdurch ist die Schließung von Ehen verboten, aus denen – abgesehen von den FĂ€llen deutsch-jĂŒdischer Rassenmischehen – eine rassisch unerwĂŒnschte Nachkommenschaft zu erwarten ist, zum Beispiel die Eheschließungen zwischen Deutschen und Zigeunern
”

– Eine weitere VerschĂ€rfung schuf Gl., indem er zum §I des BLG

(„Eheschließungen zwischen Juden und Staatsangehörigen deutschen oder artverwandten Blutes sind verboten, trotzdem geschlossene Ehen sind nichtig, auch wenn sie zur Umgehung dieses Gesetzes im Ausland geschlossen sind”) – zu den Worten “im Ausland geschlossene Ehen sind nichtig” eine Strafbestimmung hinzufĂŒgte.

Globke antwortete auf die Frage (Z): „Es wird behauptet, Herr StaatssekretĂ€r, daß Ihr Kommentar an einigen Stellen sogar zu noch ungĂŒnstigeren Folgerungen kommt als die NĂŒrmberger Gesetze fĂŒr die Betroffenen. Was sagen Sie zu diesem Vorwurf?”

– „Es trifft nicht zu. Aber ich durfte natĂŒrlich keinen Benutzer des Kommentars durch Auffassungen, die in der Praxis nicht befolgt wurden, nicht in Schwierigkeiten bringen.”

Globke als Sachbearbeiter fĂŒr das NamensĂ€nderungsrecht arbeitete die Verordnungen fĂŒr dieses Gesetz aus. Darin stellte er ein Verzeichnis von jĂŒdischen Vornamen auf; diese Vornamen sollte jeder Jude zu seiner besseren Erkennung vor seinen Familiennamen setzen. Wer das nicht wollte, mußte “Sara” oder “Israel” seinem Familiennamen hinzufĂŒgen; auch dieser Vorschlag stammte von Globke.

Auf die Frage (Nr. Pr.): „Haben Sie an der Bearbeitung der Vorschriften ĂŒber die Änderung von Familiennamen mitgearbeitet?” antwortet Gl.:

– „ich war Referent fĂŒr das NamensĂ€nderungsrecht und habe also an allen Fragen der NamensĂ€nderung mitgearbeitet
Aus der Öffentlichkeit kamen Eingaben an das Ministerium, wonach Juden einen Zusatz zu ihren Namen erhalten sollten, der sich von Nichtjuden unterschied
wir sind zu dem Ergebnis gekommen, daß es eine mildere Lösung sein wĂŒrde, wenn nicht der Familienname in die gewĂŒnschte Form geĂ€ndert wĂŒrde, sondern wenn man die Juden verpflichten wĂŒrde, einen zusĂ€tzlichen jĂŒdischen Vornamen zu fĂŒhren.”

Rechtfertigung Globkes durch andere Personen:

Adenauer sagte 1950 (S) folgendes:

„Die politische Vergangenheit von Dr. Globke ist von den Alliierten minuziös nachgeprĂŒft worden. Eine deutsche Stelle btaucht nicht noch minuziöser als die BesatzungsmĂ€chte zu sein.”

Vor Studenten in Bonn Sprach Dr. Barzel CDU im Juli 196I zum Fall Globke (D) Einige Hauptpunkte seiner Rede will ich dem Sinn nach widergeben: Adenauer wĂŒrde als Verfolgter der Nationalsozialisten nie einen seiner Peiniger zum Mitarbeiter wĂ€hlen, auch sei Globke in den NĂŒrmberger Prozessen nicht angeklagt gewesen.

Der Fall Globke sei ein „Kapitel aus dem Buch des inneren Widerstandes gegen Hitler”. Globke hĂ€tte aus „tiefster politischer, durch die Kraft des Glaubens bedingter Verantwortung” gehandelt. Die Mitwirkung Globkes bei der Kommentierung und Formulierung antijĂŒdischer Gesetze sei immer „mildernd, einschrĂ€nkend, helfend” gewesen.

Prof. Dr. Goldschmidt schreibt an Dr. WĂŒnsche (D):

„In AbwĂ€gung von Belastung und Entlastung (im Fall Gl.) wiegt erstere, die durch die Publikation von Strecker zusammengefaßt und vervollstĂ€ndigt ist, erheblich schwerer
Wenn er einzelne Personen oder Gruppen diesem Schiksal entzog, so muß dieses Tun als mildernder Umstand gewertet werden, aber niemals kann es als Rechtfertigung dienen. Sein Verhalten kann allenfalls aus einem Notstand entsprungen verstanden werden.”

Barzel sagt weiter: Er beklage, daß von Demokraten oft nachgeredet werde, „was Kommunisten geschickt lancieren.”

Goldschmidt zu diesem Punkt:

„
daß wir uns an der Einsicht in eigene Fehler und ihrer öffentlichen Diskussion nicht dadurch hindern lassen dĂŒrfen, daß auch die Kommunisten sie entdeckt haben.”

Barzel: Die einzelnen VorwĂŒrfe Streckers wĂŒrden „bei Licht betrachtet” in sich zusammenbrechen.

Daß sie nicht zusammengebrochen sind zeigt die gerichtliche Entscheidung im Fall „Strecker-Globke” (siehe oben)[36] Die 22 unwahren Behauptungen aber ergeben noch kein 280-Seiten starkes Buch!

Barzel: sei nie Parteimitglied gewesen (Globke!)

Strecker: „Aus Unterlagen im amerikanischen Document Center in Berlin geht allerdings hervor, daß ein Aufnahmeantrag Dr. Gl. in die NSDAP trotz einer Empfehlung Stuckarts mit der BegrĂŒndung abgelehnt wurde, er habe zu enge Beziehungen zu maßgeblichen katholischen Kreisen.” Immerhin hatte sich Gl. um eine Aufnahme in die Partei bemĂŒht. Im ĂŒbrigen kann unter den damaligen ZwangsverhĂ€ltnissen Parteimitglied mit “Nazi” nicht unbedingt gleichgesetzt werden und umgekehrt.

Barzel: Gl. hĂ€tte im Dritten Reich keine „Karriere” gemacht.

Aus Streckers Buch geht hervor, daß Gl. vom Regierungsrat (1932) ĂŒber den Oberregierungsrat (1933) zum Ministerialrat (1938) avancierte. Im GeschĂ€ftsverteilungsplan des Ministeriums wird Gl. 1936 – 14 Mal, 1938 – 23 Mal, 1941 – 31 Mal und 1945-30 Mal genannt. Er erhielt außerdem 6 Orden.

Sicher hat Gl. im Dritten Reich nicht gerade sein „GlĂŒck gemacht”, aber von keiner Karriere zu sprechen, ist nicht richtig.

Barzel: Gl. hĂ€tte mit den MĂ€nnern des 20.Juli (am 20.Juli 1944 versuchte man, Hitler umzubringen. Im Gegensatz zu frĂŒheren Attentatsversuchen, waren diesmal weite Kreise der Bevölkerung indirekt daran beteiligt.) gekĂ€mpft und Widerstand geleistet. Zeugnisse von namhaften Persönlichkeiten (vor allem katholischer Kreise) bestĂ€tigen das (S).

Goldschmidt: „Warum wird ĂŒbrigens erst 1961 bekanntgemacht, daß GL. ein ‘Mann des inneren Widerstands’ war? Dem “Arbeitskreis 20.Juli 1944” ist nichts davon bekannt
Der Name Dr. Globkes findet sich, meines Wissens, auch nicht in einer der wesentlichen bisherigen Veröffentlichungen ĂŒber den inneren Widerstand.”

Gegen Ende heißt es in Barzels Vortrag:

„Wir wollen keine neue Entnazifizierung! Die, die sich strafbar machten, gehören vor Gericht!”

Goldschmidt: „Dr. Globke trifft offenbar keine kriminelle, gerichtlich verfolgbare Schuld nach dem geltenden Strafgesetz, und dennoch schwere geschichtliche Schuld am jĂŒdischen Volk.”

In der Auseinandersetzung zwischen Herrn Goldschmidt (ev.Kirche) und Herrn WĂŒnsche (Bundespresseamt) stehen sich zwei[37] grundsĂ€tzlich verschiedene Auffassungen gegenĂŒber:

Goldschmidt: „Es liegt mir fern, Herrn Dr. Globke etwa das Recht absprechen zu wollen, in irgendeiner seiner Ausbildung angemessenen Position fĂŒr die Verwaltung der Bundesrepublik tĂ€tig zu sein. Die hohen und höchsten politischen Ämter mĂŒssen dagegen,[38] meines Erachtens, mit Personen besetzt sein, die in keiner Weise durch ihr Verhalten von 1933-45 kompromittiert sind. Die Bundesrepublik als ein Staatssystem des politischen Humanismus entbehrt der inneren GlaubwĂŒrdigkeit, solange Herr Globke und Ă€hnliche Persönlichkeiten in fĂŒhrenden Positionen, in Richtersstellungen, in Leitenden ErziehungsĂ€mtern und Ă€hnlichen Orts tĂ€tig sind.”

WĂŒnsche: „Wenn allerdings die Bundesregierung die Menschen, die im ‘Dritten Reich’ unter Einsatz ihres Lebens hier ihre Pflicht getan haben, dadurch diskriminieren wĂŒrde,[39] daß sie ihnen die Möglichkeit einer Mitarbeit beim Aufbau der Bundesrepublik beschrĂ€nkt, dann wĂŒrde ich das fĂŒr moralisch verwerflich halten. Mir scheint – im Gegensatz zu Ihrer Aussage –, daß die Bundesrepublik als ein Staatssystem des politischen Humanismus der inneren GlaubwĂŒrdigkeit entbehren wĂŒrde, wenn sie nur, um Angriffe zu vermeiden, Menschen wie Herrn Dr. Globke falien ließe.”

Ich habe mich bei Belastung und Entlastung im Fall Globke nur an die deutschen Zeugnisse einzelner Personen und Organisationen gehalten. Es gibt aber in Streckers Buch noch zahlreiche Dokumente auslĂ€ndischer Personen und Organe, die Globke belasten. Es wĂŒrde aber zu weit fĂŒhren, wĂŒrde ich auch diese noch auffĂŒhren.

Lassen Sie mich zum „Fall Globke” abschließend noch einiges sagen, was mir unter dem Schreiben noch dazu eingefallen ist:

Aus “seriösen” Zeitungen (wie: „Die Zeit”, „SĂŒddeutsche Zeitung”, „Frankfurter Allgemeine”) geht hervor, daß die Bundesregierung endlich Anstrengungen macht, belastete Richter durch das schon erwĂ€hnte Gesetz aus ihren Positionen zu entfernen. Das geht nur sehr langsam, weil zum einen eine “moralische Schuld” viel schwerer festzustellen ist als eine kriminelle. Zum andern geben diese Richter verstĂ€ndlicherweise heute nicht mehr gerne zu, daß sie dem Dritten Reich irgendwelche Dienste geleistet haben.

Sie wissen vielleicht, daß außerdem in Ludwigsburg (einer sĂŒddeutschen Stadt) seit 1958 eine „Zentrale Stelle” besteht, von der aus die vorermittlungen gegen die Massenmörder des Dritten Reiches geleitet werden. Die Prozesse gegen diese Leute, von denen man fast tĂ€glich in den Zeitungen liest, konnten nur auf Grund dieser Ermittlungen stattfinden.

Ein Deutscher jĂŒdischer Abstammung, der heute im Ausland lebt, sagte mir einmal: „Ich finde es gut, daß man alte Nazis in in ihren Ämtern lĂ€ĂŸt. Auf diese Weise sind sie beschĂ€ftigt und man hat sie unter Kontrolle. WĂŒrden sie einen unangemeßenen Beruf ausĂŒben oder gar arbeitslos sein, so wĂŒrden sie sich wieder zusammenschließen und gegen die bestehende Ordnung opponieren.”

Es haben sich bereits Gruppen von Rechtsextremisten zu Organisationen zusammengeschlossen, ich besitze darĂŒber einen aufschlußreichen Bericht: eine ausgewertete Statistik ĂŒber den „Rechtsextremismus in der Bundesrepublik”, 1961 von Bonn herausgegeben und dem normalen BĂŒrger nicht zugĂ€nglich, das heißt man kann diesen Bericht nicht einfach kaufen.[40]

Leider muß ich diese Schrift dem Entleiher wieder zurĂŒckgeben, sonst hĂ€tte ich sie Ihnen gleich mitgeschickt. Auch das Buch von Strecker gehört nicht mir, und man kann es im Augenblick nicht kaufen. Ich werde mich aber um beide Dokumente bemĂŒhen und sie Ihnen schicken, wenn Sie wollen?[41]

Noch ein Buch entdecke ich gerade angezeigt, das vor kurzem erst veröffentlicht wurde und „gewissenhaft Personen und Dokumente aufzeichnet”. Es heißt: Verschwörung von Rechts.

So bin ich nun ans Inde meines Briefes gelangt, und es befallen mich wie in allen Dingen auch hier wieder Zweifel ĂŒber die FragwĂŒrdigkeit meines Tuns: komplizierte, vielschichtige Gegebenheiten und Erscheinungen auf eine einfache Formel zu bringen. Wie leicht könnte jeder logisch begabte Mensch meine BeweisfĂŒhrungen mit stichhaltigen Gegenbeweisen zunichte machen. Mein „Wissen” von den Dingen, die hier zur Sprache kamen, ist weniger als gering, und ich frage mich wieder, wie ich es wagen konnte, einem Menschen, wie Sie es sind, zu schreiben: Bin ich doch bisher durch ein heiteres Leben gegangen, begleitet von freundlichen Menschen, und ohne mich auch nur einmal mir selbst gegenĂŒber bewĂ€hrt zu haben![42] Der spontane Wunsch, die Freude, sich einem anderen mitzuteilen, rechtfertigt doch noch nicht Unerfahrenheit und Unwissenheit?

Ich kann Sie daher nur immer wieder bitten, meine Mitteilungen wie die beilĂ€ufigen Äußerungen eines Besuchers irgendwann an einem Nachmittag[43] zu betrachten: sie sagen nichts, was nicht schon vorher von irgendjemandem gesagt worden wĂ€re.

            Ich bin durch Ihre Fragen auf Dinge gestoßen, die ich mir voher nicht ĂŒberlegt hatte; und das hat mich bereichert. DafĂŒr und fĂŒr noch etwas anderes danke ich Ihnen aufrichtig: daß ich Ihnen schreiben durfte, obwohl ich ein solches GlĂŒck nicht verdient habe.

 

Ihre Brigitte Distler

 

Ich sehe gerade beim Durchlesen des Briefes, wie voll er ist von Druckfehlern und durchstrichenen Worten, bitte verzeihen Sie mir das: Ich bin im Maschinen-Schreiben ungeĂŒbt, auch ist das Modell der Maschine ziemlich alt!

16/6/62

 

Egregio Dott. Levi,

Sulla mia risposta alla Sua lettera si Ăš fatta primavera, ed io spero che, malgrado il mio lungo silenzio, Lei non abbia perso la pazienza nei miei riguardi. Le avevo giĂ  scritto che le sue domande si estendono a campi in cui io sapevo assai poco, anzi proprio niente. PerĂČ, nel frattempo ho avuto contatti con alcune persone che mi hanno aiutato nel modo piĂč amichevole: mi hanno messo a parte della loro esperienza, mi hanno mandato libri e scritti. CosĂŹ Ăš passato il tempo nell’attesa di lettere e libri promessi, e nella lettura di questi ultimi. Inoltre, purtroppo, ho dovuto frequentare lezioni e seminarĂź, cosĂŹ che solo in questi giorni sono riuscita a mettere insieme per Lei il contenuto di tutte le conversazioni e comunicazioni.

La prego di non giudicarmi una pedante se Le faccio osservare che il mio proprio modo di pensare, nei riguardi delle sue domande, Ăš altamente soggettivo, e il mio modo di presentare le risposte Ăš decisamente “profano”;I perciĂČ nulla di quanto le dirĂČ avrĂ  valore generale. So di giudicare molte cose in modo unilaterale, e perciĂČ falso; nelle discussioni posso essere fanatica e illogica. Quindi Lei potrĂ  avere un quadro relativamente “genuino” solo se ascolterĂ  molte voci su questo tema. Del resto, queste cose Lei le sa quanto me, e La prego di non prendere in mala parte la mia pedanteria.

Per quanto riguarda la forma della mia lettera, devo scusarmi per la impossibile lunghezza della mia compilazione. Avevo poco tempo, cosĂŹ molte cose che avrei potuto esprimere piĂč in breve sono rimaste come erano. Anche il mio stile ha sofferto del contatto con documenti e estratti: anche di questo mi dispiace. 

Prima di entrare in argomento, vorrei ringraziarLa ancora una volta della Sua lettera: poche cose mi hanno portato altrettanta gioia.

Lei ha scritto che Le Ăš particolarmente gradita la eco del Suo ultimo libro presso i giovani. A questo proposito, ho osservato che molti dei miei compagni di classe, ed io stessa, a 14 anni avevamo giĂ  letto il Diario di Anna Frank; oggi questo libro Ăš considerato il piĂč lettoII della Libreria Fischer, i cui libri tascabili sono d’altronde letti con particolare predilizione dagli scolari e studenti.[1]

Quanto all’ultimo concetto della Sua lettera: io amo i paesi in cui sono cresciuta, adoro mia madre, ma non riesco a considerare con simpatia il tedesco in quanto particolare tipo umano: forse perchĂ© mi appare ancora troppo carico di quella qualitĂ  che nel recente passato si sono manifestate con tanto vigore. Ma forse anche perchĂ© detesto in esso me stessa, in quanto mi riconosco simile come essenza.III[2]

È segno della Sua infinita tolleranza verso noi tedeschi,[3] che Lei dica di vedere che “la terra di Beethoven e di Schiller” potrĂ  avere ancora altro da dire alle altre nazioni. Dopo Brecht, Kafka e Schönberg, sul terreno culturale qui Ăš silenzio; e questo silenzio Ăš ben gradito sul terreno politico! Io personalmente credo che solo lĂ  puĂČ fiorire l’arte e la poesia dove il clima spirituale di un paese non soffre di sazietĂ IV e di pigrizia. Forse un simile tempo Ăš veramente in divenire: ne potranno parlare i nostri posteri.

Vengo alle Sue domande:

1) C’ù stata dopo il 1945 una selezione fra gli insegnanti? Sono stati allontanati quelli che si erano compromessi col Nazismo?

Certamente c’ù stata una selezione fra maestri e professori. Come tutti gli altri tedeschi, essi dovettero subire la cosiddetta “denazificazione”; vale a dire, furono classificati in diversi gradi di denazificazione a seconda della profonditĂ  della loro partecipazione al Terzo Reich, e in molti casi furono puniti colla prigione o colla casa di correzione.[4] A quel tempo io ero troppo giovane per capirne qualcosa; ciĂČ che ne ho potuto sapere oggi Ăš:

«La Denazificazione era impopolare, perché era stata istituita dagli Americani, a quel tempo ancora ostili; fu condotta in modo estremamente dilettantesco, e in massima parte sabotata»

(Max Bachmann, Consigliere di Governo).

Come regola, gli insegnanti compromessi col Nazismo furono allontanati dalle scuole statali: so personalmente di molti casi.[5] A questo proposito, così mi ha scritto la Redazione di “Der Spiegel” (una rivista di informazione molto letta e spesso criticata):[6]

«Le misure istituite dalla cosiddetta Denazificazione subito dopo la guerra non furono piĂč tenute per valide piĂč tardi; nĂ© concretamente avrebbero potuto esserlo, poichĂ© si sarebbe dovuto mettere al bando una intera generazione di maestri e di professori».

2) Se essi (gli insegnanti) hanno mantenuto i loro posti, hanno mantenuto pure le loro idee? O le hanno cambiate? O fingono di averle cambiate?[7]

La maggior parte degli insegnanti erano iscritti al partito,[8] “MitlĂ€ufer”, (compagni di strada) come allora si diceva. Molti, soprattutto fra i piĂč giovani, furono soldati in guerra, altri addirittura erano troppo giovani anche per questo. Tale Ăš il caso, ad esempio, di quasi tutti gli insegnanti della mia scuola. Circa la posizione di quelli che non fecero la guerra, mi si scrive:

«Generalmente parlando, sia i funzionari che gli insegnanti sono rimasti gli stessi del Reich Millenario, ed Ú naturale che questi non si addossino volentieri il loro passato. Le Università tedesche e i loro professori, in maggioranza, in quel tempo hanno mancato al loro compito» (M. Bachmann).[9]

Un giovane insegnante (H. Spranger), che conosco dagli anni di scuola, cosĂŹ mi scrive sulle attuali opinioni dei suoi colleghi:

«Nessun insegnante mi ha evitato, quando gli chiedevoV della sua posizione nel 3o Reich. In breve posso dire che non ho avuto modo di constatare opinioni, tendenze ecc. naziste. Non si discute molto di politica, si parla male del governo come dovunque altrove. Neppure ho mai incontrato scolari che accusassero i loro professori di “criptonazismo”.»[10]

Su 4 studenti intelligenti, uno mi ha raccontato di un suo professore che Ăš stato allontanato dalla scuola per manifestazioni di antisemitismo. Una studentessa racconta che il suo ex-professore di matematica ancora oggi narra ai suoi allievi le sue avventure di ex-membro delle SS.

Nella mia scuola insegna un prete, di cui già le ho scritto.[11] Notevoli sono i suoi pregiudizi contro gli ebrei; i quali, probabilmente, traggono origine dalla antinomia religiosa “ebraismo-cristianesimo”, ma possono avere conseguenze nefaste. Secondo me, ù da ascrivere alla categoria dei cosiddetti “Filosemiti”, che sotto molti aspetti si devono assimilare agli antisemiti.[12]

La insegnante di russo, di cui le ho scritto,[13] Ú russa, e non ha cattedra in alcuna scuola. Ho avuto con lei controversie furiose ma prive di successo, e non prendo piĂč lezioni da lei.[14]

In conclusione, credo di poter asserire che la percentuale di insegnanti rei di colpe nazionalsocialiste, nelle scuole di stato, deve essere piccola. È probabile che si tratti in massima parte di insegnanti anziani, prossimi alla pensione. È comunque importante che anche questa percentuale venga riconosciuta ed eliminata: a tale scopo occorre, da parte degli allievi, una “diffidenza congenita” e principalmente il coraggio della critica, virtĂč che ben raramente ho incontrato nei miei anni di scuola; ho perĂČ saputo dai miei fratelli[15] che alcuni loro condiscepoli la possedevano.

3) Si parla nelle scuole del 3o Reich?

Durante i miei corsi scolastici se ne Ú trattato esaurientemente in due diversi anni,[16] e non solo nelle ore di storia, ma anche nelle seguenti altre materie: Tedesco, Educazione Civica, Religione e Biologia.

H. Spranger, il giovane insegnante, mi scrive:

«L’accusa che spesso si ode ripetere, che la Scuola non informi a sufficienza gli allievi, Ăš assolutamente ingiustificata. A maestri e allievi si dĂ  oggi nelle mani una tal mole di materiale, che ognuno si puĂČ informare. Nelle lezioni questo periodo della storia tedesca riceve una trattazione esauriente».

Per contro, da altri studenti ho sentito che, per mancanza di tempo, (la storia moderna viene svolta per lo piĂč nelle ultime settimane prima della “Abitur” [Esame di licenza]) essi hanno ascoltato poche lezioni su questo argomento.

È comunque certo che in tutte le scuole, del 3o Reich si parla. Se poco o molto, dipende verosimilmente dall’indole dei singoli insegnanti.

4) Se ne parla volentieri o malvolentieri?

Nella mia classe, ci sono state discussioni appassionate su questo tema. Mi ricordo di un dibattito sull’antisemitismo, che terminĂČ in lacrime.

I professori non evitavano i problemi, anzi: dimostravano,[17] documentandoli con giornali dell’epoca, i metodi di propaganda dei nazisti. Raccontavano come, da giovani, avevano seguito il nuovo movimento senza critiche e con molto entusiasmo: delle adunate giovanili, delle organizzazioni sportive ecc. Noi studenti li attaccavamo vivacemente, a torto, come oggi penso: come si puĂČ accusarli di avere capito la situazione peggio degli adulti? E noi, al loro posto, avremmo riconosciuto meglio di loro i metodi satanici con cui Hitler conquistĂČ la gioventĂč per la sua guerra?

«Quel tempo sta davanti ai nostri occhi come un solo grande ammonimento», mi ha detto poco fa una ragazza della mia scuola. «I maestri ci vogliono trasmettere[18] le loro esperienze, perché una grande sventura non si ripeta».

Devo qui sottolineare che la scuola che io ho frequentato era frequentata da ragazzi (in prevalenza maschi) di tutti gli strati sociali, il che mi sembra una circostanza favorevole, che non in tutte le scuole si riscontra.

Il Sig. Spranger racconta della sua scuola:

«Devo dire che gli allievi si interessano bensĂŹ a questo periodo, ma passano subito alla opposizione se si parla loro di una colpa della Germania. Molti anzi affermano di averne abbastanza dei “mea culpa” della stampa e dei loro insegnanti».VI

«Di importanza fondamentale Ăš naturalmente la questione ebraica. Prima di tutto la posizione degli insegnanti. Questa Ăš tale quale lo richiede il pubblico nella sua maggioranza. Ogni tre mesi noi celebriamo una “Settimana della Fraternità”, in cui vengono svolte principalmente questioni relative alla tolleranza,[19] all’ebraismo e alle differenziazioni razziali. Sono soprattutto gli insegnanti che in queste occasioni dimostrano una onesta volontĂ  di educare la gioventĂč in modo che mai piĂč possano insegnare odio di razza e persecuzione. Ma si rende osservabile una assai netta posizione di opposizione da parte degli allievi: essi dichiarano che non intendono essere investiti della responsabilitĂ  per i peccati commessi dai loro padri, e criticanoVII il metodo con cui viene loro esposto il problema ebraico. E non criticano solo il metodo, ma anche molti buoni giornali. È probabile che, quando si viene a educare la gioventĂč sul passato recente, troppe istanze vengono a confondersi insieme».

La questione se si parli del 3o Reich volentieri o malvolentieri pare che col passare degli anni si sia spostata a favore del punto di vista degli insegnanti. Me lo spiego cosĂŹ: gli insegnanti, coll’allontanarsi di quel periodo, diventano piĂč obiettivi nei loro giudizi. Pare che, a lungo andare, agli scolari diventi male accetto venire richiamati da tutte le parti al “passato non ancora sconfitto”!VIII[20]

4) Si ha tendenza a considerarlo un episodio isolato? A giustificarlo? A scusarlo?

Si Ăš parlato del 3o Reich, ovviamente, in correlazione col resto della Storia. Ma per necessitĂ  si Ăš dovuto ammettere che questi fatti stanno isolati nella loro unicitĂ . Tuttavia, col passare del tempo, si delinea la tendenza e la possibilitĂ  di inquadrare il 3o Reich in una rappresentazione storica piĂč ampia.[21]

Scrive il Sig. Spranger:

«Quest’epoca della storia tedesca non viene vista come un episodio, nĂ© viene giustificata. Secondo me,IX ancora qualche anno fa era trattata troppo isolatamente, come qualcosa che non Ăš possibile capire. Oggi prevale la ricerca delle radici del Nazionalismo e dell’antisemitismo. In questo contesto non puĂČ venire in luce la complicitĂ  delle altre nazioni. Sono gli allievi che fanno domande su questo passato, e spesso dimostrano una posizione mentale che Ăš contrapposta a quella degli insegnanti».

Ma se ci si limita al piano storico non ù possibile chiarire l’inumanità del regime e dei suoi sostenitori; e neppure se si parte dalla fame e dalla miseria che dominavano in Germania dopo la 1a guerra, e che diedero a uomini come Hitler le armi per sollevare e radicalizzare le masse.

Forse la mia considerazione Ăš sbagliata, ma proprio dalla resistenza degli allievi contro il grido di “mea culpa” si puĂČ riconoscere che per loro il problema del 3o Reich Ăš tuttora altrettanto irrisolto, “irritante” e tipicamente tedesco, quanto perX tutti coloro che lo hanno affrontato prima di loro. Solo quando questo cesserĂ  si potrĂ  ascoltare terrificati.

5) La storia recente fa parte dei programmi scolastici?

La storia recente (il termine preciso Ăš Storia Contemporanea) Ăš parte integrante delle lezioni; ed Ăš un tema che interessa molto gli scolari. Nella mia classe (che peraltro fa parte di una scuola di scienze naturali) si preferivano, subito dopo le lezioni tecniche, quelle di argomento politico o economico. Nelle ultime classi, e in specie agli esami di licenza, Ăš da questi argomenti che si traggono i temi da svolgere, quasi esclusivamente.

Mi scrive il Sig. Spranger:

«Io stesso insegno tedesco e storia nel liceo superiore, e sono in grado di esprimere un giudizio sulla posizione mentale degli allievi verso la storia contemporanea. Gli allievi sono spettatori o attori di avvenimenti che essi studiano quotidianamente, attraverso i giornali, la scuola, la TV. Spesso mostrano una competenza sorprendente. Nella mia classe ho “specialisti” per i trattati internazionali, per le questioni economiche, ecc. Sovente gli allievi conoscono i particolari meglio di me: devo confessarlo, perchĂ© purtroppo a me manca il tempo
 Comunque, le conversazioni politiche piĂč interessanti non sono quelle che io conduco coi colleghi, ma coi ragazzi; sono veramente aperti».

Sono stata lieta di apprendere queste cose dal Sig. Spranger: forse, finalmente, e per la 1a volta nella storia tedesca, si sta sviluppando una generazione che pensa politicamente.

6) Nella opinione comune, il “caso Globke”[22] viene sentito come uno scandalo? Viene ignorato? Approvato? Come si giustifica la sua permanenza presso Adenauer? Come la giustifica lui stesso?

Il “caso Globke” Ăš in generale poco conosciuto, ed anche su questo poco (ad es. sulla parte da lui avuta nella questione ebraica) “si” sanno solo cose imprecise. Ma poichĂ© il suo nome Ăš apparso insieme con quello di Hitler sulle “Leggi di Norimberga”, e nel processo Eichmann, le persone da me interpellate ritengono inammissibile che G. stia accanto ad Adenauer in un posto cosĂŹ delicato.

«Insegnanti e allievi si dimostrano scarsamente informati, ma esigono che un simile uomo venga allontanato dalle sue cariche. OberlÀnder se ne Ú dovuto andare,[23] deve andarsene anche G. Si dice che G. dovrebbe andarsene da sé, e non aspettare un processo» (Spranger).

Per quanto consti (in base a un gran numero di testimonianze) che egli ha prestato servizi alla chiesa Cattolica, il suo caso Ăš in generale giudicato assai controverso.

Personalmente, ho letto sul caso G. due documenti. Mi risulta inoltre, che egli nell’aprile ’61 fu intervistato alla TV tedesca, e prese posizione nei riguardi delle accuse rivoltegli.[24] Purtroppo non ho udito l’intervista, e non ne posseggo il testo; perciĂČ non posso che appoggiarmi ai due documenti citati.

Uno Ăš il libro di Reinhard M. Strecker Il Dr. H. Globke, Documenti e estratti degli atti.

(Strecker ù in Germania conosciuto per una compilazione di materiale d’accusa contro “giudizi nazi” tuttora in funzione. Tale compilazione ebbe come effetto la emanazione di una legge federale secondo cui i magistrati e i funzionari di stato “sotto carico” possono farsi pensionare entro un limite di tempo determinato, oppure devono rinunciare alla pensione. La legge ù in vigore da qualche tempo).[25]

Il libro di Strecker Ú uscito nel 1961, ma dovette essere subito ritirato dall’editore perchĂ© G. aveva promosso un’azione legale contro l’autore. Poche settimane fa si Ăš detto nei giornali che il processo Ăš finito, e il libro sarĂ  posto in libera vendita, sotto condizione che ne siano cancellate ventidue «proposizioni non rispondenti al vero».

Esso contiene: – Documenti e atti tratti dal campo di attività di G. durante il 3o Reich, estratti dal commento di G. alle leggi di Norimberga, estratti da minute e spiegazioni – Documenti sulla carriera di G., cioù lettere di raccomandazione, corrispondenza, ordini – Estratti da articoli di giornale sul caso G., prese di posizione positive o negative di singole personalità su questo argomento.

È chiaro l’intento incriminatorio di Strecker, benchĂ© egli si sforzi per altro verso di dare un quadro obiettivo delle circostanze.[26] Dopo l’autoapologia di G.,[27] io mi sono basata ampiamente sulla documentazione del libro di Strecker, e ritengo che i testi citati corrispondono agli originali, poichĂ© sarebbe facile verificarli in base alle date, alle fonti e alle fotocopie. Ma per quanto riguarda il commento di G. alle leggi razziali ho dovuto rimettermi alla esposizione di S., poichĂ© non sono al corrente degli aspetti giuridici della questione. PerciĂČ la prego,XI particolarmente in questo punto della mia esposizione, di considerare che gli esempi (in contrapposizione alle lettere e documenti riprodotti) sono stati stralciati dal contesto, e perciĂČ, come spesso avviene, possono essere interpretati al modo opposto. Tutto quanto ho ricevuto da Strecker Ú contrassegnato con la lettera S.

Un secondo documento relativo al caso G. lo ho trovato nella rivista «Diskussion», edita dalla associazione federale dei gruppi di studio tedesco-israeliani (sono gruppi universitari).[28] Sotto il tema “Il Dr. G. e l’umanesimo politico” viene ivi condotta una controversia epistolare fra un membro del Presidio delle Chiese Evangeliche (Prof. Goldschmidt)[29] e l’ufficio Stampa del Governo Federale, Dr. WĂŒnsche. Questo dibattito si Ăš concluso con una dichiarazione emanata il 22/7 dal “Gruppo di lavoro 6” della Unione Chiese Evangeliche (D).[30]

«È nostra opinione che, ai fini della pulizia e della chiarezza delle nostre attività, sia necessario e urgente che tutti coloro che si sono particolarmente compromessi in passato passino in seconda linea. Voi penserete subito al nome di Globke, ed io pure lo faccio. Ma non penso solo a lui. Non Ú veramente vergognoso, sconvolgente, umiliante, che ancora sedici anni (1961) dopo i fatti, continuamente avvenga che singoli individui escano dal buio, o ne vengano strappati, perché implicati in responsabilità delittuose? Noi ci appelliamo soltanto alle Autorità delle due Germanie, affinché separino le loro sorti da queste persone; ci appelliamo a queste medesime, perché meditino e se ne vadano».

Tutto ciĂČ che ho tratto da questi testi Ăš contrassegnato D.  

Il caso G. Ăš stato sentitoXIIcome scandalo in:

– Strecker, Il Dr. H. Globke, 1961

– «Spiegel», rivista di informazione, ’56-’61.

– «Diskussion», v. sopra

– «Frankfurter Rundschau» (S) 1949, 1961;

– «Berliner Allgemeine Zeitung» (S) 1951

– «Telegraf» (S) 1956

– «Hamburger Echo» (S) 1960

È stato discusso in:

– «Die Zeit», intervista con G. 1961

– «Welt» (S) 1961

– «Frankfurter Allgemeine» (S) 1961

– Intervista TV 1961

Globke Ăš stato giustificato da:

– Adenauer (S) 1950; Dr. Barzel CDU (D); Ufficio Stampa Federale, Dr. WĂŒnsche (D) 1961

È stato condannato da:

– Dr. Arndt SPD (S) 1950; Dr. Böhm CDU (S) 1961;

– “Arbeitsgruppe 6” (v. sopra);[31] Prof. Goldschmidt (D).[32]

Come si difende lo stesso G., lo ricavo dall’intervista con «Die Zeit», e dai protocolli della testimonianza di G. stesso ai processi di Norimberga 1945 (S).

(G. fu dal ’33 al 45 consigliere ministeriale agli Interni. Il Ministero degli Interni del Reich era responsabile per le leggi razziali di Norimberga di Hitler; ministro degli interni era Frick, il suo segretario di stato era Stuckart, e questi era il diretto superiore di G. Insieme con St. G. fu autore dei Commenti alle Leggi di Norimberga; svolse in qualità di esperto vari altri compiti presso il Ministero).

Durante il Processo di Norimberga Globke ammise di avere avuto conoscenza dei massacri sistematici di ebrei. Peraltro, non avrebbe saputo che tale era la sorte destinata a tutti gli ebrei. Inoltre sapeva (da Frick e da Himmler) della uccisione dei malati mentali[33] e delle atrocitĂ  delle SS. Nell’intervista su «Zeit» (Z) G. dice:

«Potevo conservare la mia posizione, dalla quale ero di aiuto a molti oppositori del regime, solo se non mi rendevo riconoscibile dai Nazi come nemico aperto».

Globke dichiara di non avere avuto conoscenza dello scopo delle leggi di Norimberga, e di non avere collaborato alla loro stesura (Z). Il Commento fu da lui scritto in collaborazione con Stuckart cinque mesi dopo la pubblicazione delle leggi. Nella «Gazzetta Ufficiale del Ministero degli Interni» si legge a tal proposito: «Tale commento acquista importanza particolare in quanto entrambi gli autori hanno ufficialmente cooperato alla istituzione della legislazione razziale».

Secondo Strecker, G. avrebbe sostenuto che tale sua cooperazione sia stata citata nella Gazzetta solo perchĂ© il Commento venisse piĂč agevolmente venduto. Ma ciĂČ Ăš in contrasto col fatto che si tratta di una pubblicazione ufficiale, e che G. non ha protestato.

G. riteneva necessarie le Leggi di Norimberga perché esse avrebbero posto freno alle misure arbitrarie dei Gauleiter[34] (Processo di Norimberga). Alla domanda (Processo Norimberga), se egli considerasse le Leggi di Norimberga come persecutorie, risponde:

«La domanda se le Leggi di Norimberga come tali rappresentino una persecuzione puĂČ essere infirmata in base alle legislazioni in altri Stati. Anche altri stati hanno leggi dirette contro singole minoranze, senza che si possa affermare che tali legislazioni rappresentino un reato».

Alla domanda (Z) «PerchĂ© avete scritto questo Commento, piĂč tardi tanto criticato?» G. risponde:

«Il vice di Hitler, Rudolf Hess ha cercato di aggravare l’azione delle Leggi di Norimberga mediante severe direttive esecutive
In quelle condizioni, il Commento rappresentava una difesa per molti individui razzialmente discriminati».[35]

Estratti dal Commento di Gl., con interpretazioni di Strecker:

– Al § 6 della «Legge per la Protezione del Sangue» (LPS) scrive Gl.:

«Ogni popolo Ăš minacciato nella sua vitalitĂ  dall’apporto di sangue straniero. Una delle sue principali preoccupazioni deve essere quella di mantenere puro il suo sangue».

Gl. fornisce (§ 4) un fondamento per la imposizione del marchio a stella di Davide agli ebrei:

«PoichĂ© gli ebrei, secondo il concetto Nazionalsocialista, non appartengono al popolo tedesco, ma costituiscono un popolo a sĂ© stante, seppure non uno stato, a loro non si addicono i simboli nazisti. Gli appartenenti al popolo ebraico possono perĂČ adottare i simboli loro proprĂź, per rendere palese l’appartenenza alla loro stirpe».

Circa i non ebrei di parentela ebraica (“Meticci”) Gl. scrive:

«Qualora uno dei nonni, ad esempio affinchĂ© gli fosse consentito il matrimonio con un (o una) ebreo, fosse passato alla comunitĂ  religiosa ebraica, egli
varrebbe, ai fini della classificazione razziale del suo nipote, come ebreo a pieno titolo. Un ricorso non Ăš accettabile. Questa regolamentazione agevola notevolmente il riordinamento razziale del paese. Quanto a lungo l’avo abbia appartenuto alla comunitĂ  ebraica, Ăš indifferente: Ăš sufficiente una appartenenza anche temporanea».

Nulla di questo commento stava nel testo delle leggi.

– Gl. condanna di propria iniziativa i matrimoni fra tedeschi e zingari: neXIII abbiamo così,XIV oltre alla “contrapposizione” tedesco-ebreo, anche un’altra:

«Di conseguenza Ăš vietata la conclusione di matrimoni da cui (a prescindere dai matrimoni misti tedesco-ebraici) Ăš da attendersi una prole razzialmente indesiderabile, per esempio le nozze fra tedeschi e zingari ».

– Altro aggravamento creato da Gl. (§ 1 della LDS):

(«I matrimoni fra ebrei e cittadini di sangue tedesco o assimilato sono vietati, quelli celebrati ciĂČ malgrado sono molti, quand’anche per eludere questa legge essi siano stati conclusi all’estero»). A queste ultime parole Gl. ha aggiunto una determinazione di pena.

Alla domanda: «Si Ăš affermato che il Suo commento, in vari punti, conduce a conseguenze anche piĂč severe per i colpiti che le leggi di Norimberga: cosa risponde a questa accusa?» Gl. risponde: «Essa non corrisponde a veritĂ . Ma naturalmente io non avrei potuto indurre in difficoltĂ  i consultatori del Commento introducendovi ipotesi che in pratica non venivano seguite».

Globke, come esperto per la regolamentazione del cambiamento di nomi, ne elaborĂČ la legislazione. Stese un elenco di nomi ebraici, che ogni ebreo avrebbe dovuto preporre al proprio cognome per potere essere meglio riconosciuto. Chi non voleva doveva preporre “Israel” o “Sara” al proprio cognome. Anche questa proposta proviene da Gl.

Alla domanda (Processo di Norimberga) «Ha Ella preso parte alla elaborazione delle norme sul cambiamento dei cognomi?» Gl. risponde: « ero relatore nella questione dei nomi, quindi vi ho collaborato
Da parte dell’opinione pubblica giungevano al Ministero sollecitazioni affinchĂ© agli ebrei fosse imposta una aggiunta al proprio nome, che li distinguesse dai non ebrei
noi siamo giunti alla conclusione che sarebbe stata una soluzione meno severa se non giĂ  il cognome fosse stato variato (come veniva richiesto), ma se gli ebrei fossero stati obbligati a adottare un prenome ebraico addizionale».

Difesa di Gl. da parte di altri:

Adenauer (S) disse nel 1950:

«Il passato politico del Dr. Globke Ăš stato controllato minuziosamente dagli alleati. Non si vede perchĂ© una autoritĂ  tedesca deve essere ancora piĂč minuziosa delle potenze di occupazione».XV

Del caso Gl. ha parlato il Dr. Barzel (CDU) nel luglio ’61 davanti a studenti. RiferirĂČ a senso i punti principali del suo discorso:

Adenauer, in quanto perseguitato dai nazi, non avrebbe mai scelto come collaboratore uno dei suoi persecutori: inoltre Gl., ai processi di Norimberga, non comparve come imputato.

Il caso Gl. sarebbe «un capitolo del libro della resistenza interna contro Hitler». Egli avrebbe agito «spinto da un profondissimo senso di responsabilità, che scaturiva dalla forza della Fede». La collaborazione di Gl. al commento e alla stesura delle leggi antiebraiche sarebbe sempre stata «mitigatrice, limitatrice, soccorritrice».

Il Prof. Goldschmidt scrive al Dr. WĂŒnsche (D):

«Nel bilancio fra accuse e scusanti prevalgono pesantemente le prime: 
 Se egli ha sottratto singole persone o gruppi al loro destino,XVI questo deve valergli da circostanza attenuante, ma non certo da giustificazione. Comunque, il suo contegno puĂČ venire compreso come derivante da uno stato di coazione».

Barzel dice inoltre: «Spesso i democratici fanno un gran parlare di argomenti “che i comunisti hanno lanciato per evidenti motivi”».

Goldschmidt a tale proposito: «non dobbiamo lasciarci intralciare, nell’esame dei nostri errori e nella loro pubblica discussione, dal fatto che anche i comunisti li hanno resi palesi».

Barzel: Le singole accuse di Strecker, «considerate alla luce del sole», crollerebbero. 

Ma che non siano crollate lo dimostra la decisione del tribunale nel caso “Strecker-Globke” (vedi sopra):[36] le 22 «affermazioni mendaci» non bastano a fare un libro di 280 pagine!

Barzel: egli (Gl.) non Ăš mai stato membro del partito (!)

Strecker: «Dai documenti in mano al Centro Documentazione Americano a Berlino si ricava che una domanda di iscrizione al NSDAP del Dr. Globke Ú stata respinta colla motivazione che egli aveva relazioni troppo strette coi circoli direttivi cattolici».

Comunque, Gl. si era adoperato per essere iscritto al Partito. E in ogni modo, nelle condizioni di costrizione allora predominanti, non Ăš ammissibile l’equivalenza «membro del partito e perciĂČ nazi», nĂ© quella inversa.

Barzel: Gl. non ha fatto carriera nel 3o Reich.

Ma dal libro di Strecker si ricava che Gl. Ú avanzato da Consigliere Governativo (1932) a Consigliere Superiore Governativo (1933) fino a Consigliere Ministeriale (1938). Nei ruoli di ripartizione delle mansioni del Ministero Gl. Ú nominato 14 volte nel 1936, 23 volte nel 1938, 31 volte nel 1941, e 30 volte nel 1945. Ricevette inoltre 6 decorazioni.

È certo che nel 3o Reich non ha fatto la sua fortuna, ma non si puĂČ dire che «non ha fatto carriera».

Barzel: Gl. avrebbe combattuto con gli uomini del 20 luglio [al 20/7/’44 si tentĂČ di sopprimere Hitler. Contrariamente ad altri precedenti attentati, quella volta furono implicati indirettamente vasti strati della popolazione]. Lo dimostrano testimonianze di notorie personalitĂ  (soprattutto cattoliche) (S).

Goldschmidt: PerchĂ© si Ăš aspettato il 1961, per rendere noto che Gl. era un “resistente”? Nulla in tal senso risulta al «Gruppo di azione 20/7/1944» 
 Il nome di Gl. non si trova, che io sappia, neppure in una delle maggiori pubblicazioni uscite finora sulla resistenza interna tedesca».

Verso la fine del discorso di Barzel si legge:

«Non vogliamo un’altra denazificazione! I colpevoli sono di competenza dei Tribunali!»

Goldschmidt: «È chiaro che Gl. non Ú reo di alcuna responsabilità criminale, legalmente perseguibile secondo il codice: tuttavia pesa su di lui una gran colpa storica nei riguardi del popolo ebreo».

Nella controversia fra Goldschmidt (chiesa evangelica) e WĂŒnsche (ufficio stampa Federale) si contrappongono due[37] concezioni fondamentalmente diverse:

– Goldschmidt: «Non Ăš mia intenzione negare a Globke il diritto di esplicare la sua attivitĂ  nella amministrazione della Repubblica Federale in qualsiasi carica che sia commisurata alla sua preparazione. Ma, secondo me, gli uffici politici piĂč elevati[38] devono essere riservati a persone che non si siano in alcun modo compromesse col loro comportamento nel periodo ’33-’45. La Repubblica Federale, in quanto apparato statale fondato sull’umanesimo politico, Ăš indegna della pubblica fiducia finchĂ© Gl. e simili individui occupino posizioni direttive nella magistratura, negli alti gradi della educazione e in cariche analoghe».

WĂŒnsche: «Ma se il Governo Federale discriminasse[39] quegli uomini che nel 3o Reich hanno fatto il loro dovere in questo paese a costo della loro vita, limitando la loro possibilitĂ  di cooperare alla edificazione dello Stato, io riterrei questo come moralmente riprovevole. Mi pare – in contrapposizione alla Sue idee – che la Repubblica Federale, in quanto apparato statale fondato sull’umanesimo politico, sarebbe indegna della pubblica fiducia se lasciasse cadere uomini come il Dr. Globke solo per evitare polemiche».

Nel caso Gl. mi sono limitata alle testimonianze tedesche, di singoli o di organizzazioni. Nel libro di Strecker esistono perĂČ molti altri documenti stranieri che accusano Gl. Sarebbe perĂČ troppo lungo introdurli.

Mi permetta di aggiungere una considerazione, di cui mi sono resa conto scrivendo:

Si puĂČ vedere da molti “giornali serü” (quali Die Zeit, la SĂŒddeutsche Zeitung, la Frankfurter Allgemeine) che in questi ultimi tempi il governo federale si sforza di allontanare i magistrati compromessi, mediante la legge giĂ  ricordata. Il processo Ăš lento, perchĂ©, da una parte, Ăš molto piĂč difficile stabilire una “colpa morale” che una “colpa legale”, dall’altra, questi magistrati, come Ăš logico, oggi sono restii ad ammettere di avere servito comunque il 3o Reich.

Lei forse sa che dal 1958 esiste a Ludwigsburg (Germania Sud) un “Ufficio Centrale” da cui vengono condotte le indagini preliminari contro gli assassinü collettivi del 3o Reich. I processi contro i responsabili, di cui si legge ogni giorno o quasi sui giornali, si svolgono solo in base a queste risultanze. 

Un tedesco di origine ebraica, che oggi vive all’estero, mi ha detto una volta: «Trovo buona cosa che si lascino i vecchi Nazi nelle loro cariche. CosĂŹ essi sono occupati e si trovano sotto controllo. Se esercitassero una professione per cui non sono adatti, o se fossero disoccupati, si riunirebbero di nuovo in congreghe e si opporrebbero all’ordine attuale».

Si sono giĂ  costituiti gruppi organizzati di estrema destra, ed io posseggo in merito una documentazione esauriente: una valutazione statistica sull’«Estremismo di destra nella Repubblica Federale», pubblicata nel 1961 da Bonn e non accessibile all’uomo della strada (voglio dire che non si trova in commercio).[40] Purtroppo devo restituirlo a chi me lo ha imprestato, se no glielo avrei mandato subito. Anche il libro di Strecker non Ăš mio, e al momento non Ăš in commercio. Se perĂČ Lei lo desidera mi darĂČ d’attorno per avere i due documenti e mandarglieli.[41]

Mi Ăš poi venuto sott’occhio l’annuncio di un libro che Ăš uscito da poco, e che «delinea persone e documenti con conoscenza di causa». Si chiama: Congiura di destra.

Sono giunta cosĂŹ alla fine di questa lettera, e come in tutte le mie cose, anche qui sono sopraffatta da dubbi sulla inadeguatezza di questo mio lavoro, di ricondurre ad una formula semplice fatti e fenomeni complicati e multilaterali. Con quanta facilitĂ  qualsiasi mente logica annienterebbe queste mie dimostrazioni con rigorose confutazioni! La mia conoscenza delle cose di cui ho parlato Ăš piĂč che scarsa, e mi domando ancora una volta come ho potuto osare di scrivere a un uomo come lei. Ho vissuto finora una vita allegra, accompagnata da persone amiche, senza che neppure una volta io mi sia misurata contro queste cose!XVII[42] Ma il desiderio spontaneo, la gioia di comunicare con altri, non possono giustificare l’inesperienza e l’ignoranza?

PerciĂČ non posso che pregarla ancora una volta di considerare questo mio scritto come l’espressione occasionale di un visitatore;XVIII[43] non dice niente che non sia giĂ  stato detto da qualcuno.

Grazie alle sue domande, mi sono imbattuta in cose su cui non avevo ancora meditato, e questo mi ha arricchita. Di questo la ringrazio, e di altro ancora: di averle potuto scrivere, anche se non ho meritato questa fortuna.

 

Brigitte DistlerXIX

 

Mi accorgo ora, rileggendo la lettera, di quanto sia piena di refusi e di parole cancellate. La prego di scusarmi: non ho molta pratica con la macchina da scrivere, e inoltre il modello della macchina Ăš piuttosto vecchio!

June 16, 1962

Dear Mr. Levi!

Since I wrote my reply to your letter, spring has arrived, and I hope you have not lost patience with me despite my long silence. As I mentioned previously, your questions touch on areas about which I knew very little; in fact, nothing at all. In the meantime, however, I have spoken to a number of people who have kindly helped me: they shared their experiences in this matter and sent me books and other source materials. So, as I waited for the promised letters and books, and then read those books, time passed. Unfortunately, I also had to attend lectures and seminars, so it has only been in the last few days that I have been able to pull all these conversations and bits of information together for you.

Please do not think me pedantic when I point out that, in answering your questions, my own thoughts are highly subjective, and my presentation is amateurish through and through; therefore, none of this can be considered universally valid. I know that I judge many things one-sidedly, hence incorrectly; in discussions, I can be downright fanatical and illogical. You can therefore only get a relatively “genuine” picture if you hear many voices on this subject.—But you know that as well as I do, and I ask you not to hold my pedantry against me.

Regarding the letter itself, I must apologize for the excessive length of my remarks. Time was pressing, and so many things could have been expressed more concisely, but were left as they were. My style has also suffered considerably from my preoccupation with the source documents and case-file excerpts, which I am also sorry about.

Before I address your questions, I would like to thank you once again for your letter; hardly anything has made me so happy.

You write that you like young people’s response to your book best. This reminded me that many of my classmates had already read The Diary of Anna Frank at the age of fourteen; today, this book is considered the most widely read in the Fischer-BĂŒcherei series, and the paperbacks published by this publishing house are particularly popular among schoolchildren and students.[1]

Regarding your last thoughts, I would like to say the following: I love the landscape in which I grew up, and I adore my mother, but I cannot look upon “the typical German” with joy: perhaps because he still seems to me to be too afflicted with those characteristics that flourished so greatly in the recent past; but perhaps also because I despise the very traits I myself have that I also see in him.[2]

It shows your infinite tolerance towards us Germans[3] when you say you believe that the country of “Beethoven and Schiller” might one day have something to say to other nations again. Since Brecht, Kafka, and Schönberg things have become rather quiet here in the cultural sphere. In the political sphere, to the contrary, such silence is more than welcome!

I personally believe that great art and poetry can only flourish where the intellectual climate of a country is free from oversaturation and inertia. Perhaps such a time is indeed coming, and future generations will tell of it.

And now to your questions:

I. After 1945, was there a selection among the teachers and professors? Were the teachers who had been compromised by Nazism removed or did they keep their position?

Of course there was a selection process among teachers and professors in 1945. Like every other German, they had to undergo so-called denazification.[4] This meant that they were classified into certain levels depending on the degree of their involvement in the “Third Reich” and were often punished with imprisonment or sent to the penitentiary. I myself was too young at the time to know anything about it. What I was able to learn was this:

“Denazification was unpopular because it was ordered by the Americans, who were still enemies at the time, and it was carried out in a highly amateurish manner and largely sabotaged.” (Max Bachmann, senior government official)

 As a rule, teachers and professors who had been involved with the Nazis were removed from state educational institutions; I know of several cases.[5] The editors of Der Spiegel (a widely read, oft-criticized news magazine)[6] wrote to me as follows:

“The measures of so-called denazification in the early postwar period were not maintained later on, and it was probably not even possible to maintain them, because it would have meant expelling an entire generation of teachers and professors.”

II. If they kept their positions, did they retain their ideas or did they change them, or did they pretend[7] to change them?

Most of the teachers and professors were party members,[8] so-called tacit supporters. Many, especially the younger ones at the time, were soldiers in the war or were still too young to serve. The latter applies, for example, to almost all the teachers at my school. Regarding the attitude of the teachers and civil servants who remained and were not soldiers, I was told:

“On the whole, both the civil servants and the teachers are still the same as they were under the Thousand-year Reich, and it is natural that they do not like to burden themselves with their past. After all, German universities and their professors were the ones who benefited most during those years.” (M. Bachmann)[9]

A young teacher (H. Spranger), whom I still know from my school days, wrote to me about the attitude of his colleagues today:

“No teacher avoided me when I asked them about their position in the Third Reich. Overall, I would like to say that I cannot detect any Nazi opinions, tendencies, etc. Political issues are not discussed excessively; people rant about our government, as they do everywhere else. I have also not encountered any students who would describe any teacher as a ‘secret Nazi.’”[10]

Of four students, one reported that a teacher at his school had been dismissed from the teaching profession for making Antisemitic remarks. One student said that her former math teacher still tells students about his experiences as a former member of the SS.

There is a pastor at my school about whom I have already written.[11] His prejudices against Jews are striking, they probably originate in the religious conflict between Judaism and Christianity, and could nevertheless have disastrous consequences. In my opinion, he belongs to the group of so-called Philosemites, who are in many ways similar to Antisemites.[12]

The Russian teacher I wrote to you about[13] is Russian and does not teach at any school. I had heated yet unsuccessful arguments with her, and no longer take lessons from her.[14]

In conclusion, I believe I can say that the percentage of teachers with Nazi affiliations in state schools must be low. They are probably mostly older teachers who will, one hopes, retire soon. However, it is important to recognize and eliminate even this percentage. This requires students to have not only an “innate distrust” but, above all, the courage to criticize—both of which I hardly encountered during my school days, but I know from my siblings[15] that there were classmates who possessed such qualities.

III. Is the Third Reich discussed at school?

During my school days, the Third Reich was discussed[16] in detail in two different years, not only in history class, but also in German, social studies, religion, and biology.

H. Spranger, the young teacher, wrote to me:

“The accusation that schools do not sufficiently educate students is completely unjustified. Teachers and students today have so much material at their disposal that everyone can inform themselves. This period of German history is covered in detail in class.”

 However, I heard from other students that, due to lack of time—recent history is usually only covered shortly before the Abitur (=final high-school graduation exam)—they were taught little about that period.

What is certain is that the Third Reich is discussed in all schools: whether a lot or a little probably depends on the personality of the individual teacher.

IV. Do people discuss it willingly or reluctantly?

In my class, there were passionate discussions on this topic. I remember a debate about Antisemitism that ended in tears.

The teachers did not shy away from the problems; on the contrary, they used old newspapers to illustrate[17] the Nazis’ propaganda methods. They told us that as young people they had mostly been uncritical and enthusiastic supporters of the new movement, attending youth rallies, sporting events, and the like. We students attacked them fiercely for this, unjustly, as I believe today: Can we blame them for having seen things less clearly than adults? And would we have been better able to recognize Hitler’s satanic methods of winning over young people for his war?

“That time stands right before our eyes like one big warning,” a girl at my school recently told me. “Teachers want[18] to share their experiences with us so that such a tragedy does not happen again.”

I must emphasize here that the school I attended had children (more boys than girls) from all social classes, and this seems to me to be a particularly fortunate mix that is not found in all schools.

Mr. Spranger told me about his school:

“I must say that, although the students are interested in this period of history, they immediately become antagonistic whenever anyone mentions Germany’s guilt. Many even claim they have had enough of the ‘mea culpa’ cries of the press and their teachers. The Jewish question is, of course, of central importance. First of all, there is the teachers’ attitude. This is entirely in line with what the influential public wants. Every three months, we organize a ‘Week of Brotherhood,’ which focuses mainly on the topics of tolerance,[19] Judaism, and race. The teachers in particular show a sincere desire to educate young people in such a way that racial hatred and incitement can never arise again. Here, however, there is very strong opposition from the students, who declare they cannot be held responsible for the sins of their fathers and criticize the method used to teach them about the Jewish question. Incidentally, it is not only the students who criticize these methods, but also many reputable newspapers. Probably too many parties are involved when it comes to teaching young people about the past.”

The balance of whether people like to talk about the Third Reich or not seems to have shifted over time in favor of the teachers. I explain this to myself as follows: teachers are becoming more objective in their judgment as the temporal distance from that period grows. In the long run, it seems to become unpleasant for the students when they are made aware of the “unresolved past”[20] from all sides.

IV. Do they tend to consider it an isolated episode, without a past and without a future? Do people try to justify it, to excuse it?

We talked about the Third Reich in the broader context of history, but inevitably the events of that time stood alone in their uniqueness. However, it seems that the greater the distance from the Third Reich, the more we can and must place it in a broader historical context today.[21]

Mr. Spranger writes:

“This period of German history is neither viewed as an episode nor is it excused. In my opinion, until a few years ago it was viewed in too much isolation, as something that cannot be understood. Today, people are more interested in the roots of nationalism and Antisemitism. In this regard, the complicity of other countries inevitably comes to the fore. Schoolchildren in particular ask about this and often display an attitude that contradicts that of their teachers.”

But the inhumanity of the regime and its henchmen cannot be explained by the historical situation alone: for example, by the hunger and misery that prevailed in Germany after World War I and gave men like Hitler the material to incite and radicalize the masses.

Perhaps my reasoning is wrong, but even the students’ resistance to the cries of “mea culpa” shows that for them, the problem of the Third Reich still seems just as unresolved, “annoying,” and typically German as it did for everyone who was confronted with it before them. Only when that is no longer the case should we sit up and take notice with alarm.

V. Is recent European history part of academic programs?

In principle, the most recent history of Europe (the term we use is “contemporary history”) is part of the curriculum: a topic that greatly interests students. In my class (admittedly, a school focused on the sciences), technical topics were preferred over political or economic policy topics. In the final grades, and especially for the Abitur, essay topics are almost exclusively taken from this subject area.

Mr. Spranger wrote to me:

“I teach German and history in the upper school (the last grades before the Abitur) and can form an opinion about the students’ attitude toward contemporary history: They are spectators or participants in current events, which they study daily in the newspaper, in class, and on television. They often display an astonishing amount of factual knowledge. I have ‘specialists in international treaties,’ economic issues, etc. in my classes. The students often know more details than I do. I have to admit that, because I unfortunately lack the time… In any case, the most interesting political discussions I have are not with teachers, but with students. They are really open-minded.” I was delighted to hear this from Mr. Spranger; perhaps now, for the first time in German history, a politically-minded generation is finally growing up.

 

VI. Does popular opinion consider the “ Globke case”[22] a scandal, or is it ignored, or approved of? How is his presence alongside Adenauer justified? How does he justify himself?

The “Globke case” is little known among the general public. And even the little that is known—for example, about his role in the Jewish question—is vague. But because his name was mentioned in connection with Hitler’s “Nuremberg Race Laws” and at the Eichmann trial, the people whose opinion I asked consider it unacceptable that Globke should hold such a prominent position alongside Adenauer.

“Teachers and students alike seem to be poorly informed, yet they demand that such a man be removed from office. OberlĂ€nder had to go,[23] Globke should go too. People say that Globke should leave of his own accord and not wait for a trial.” (Spranger)

Although it is clear (there are a number of available testimonies) that he served the Catholic Church, his case is generally considered very controversial.

 I personally have read two documents on the Globke case so far. I also know for certain that in April 1961, German television conducted an interview,[24] in which Globke responded to the accusations. Unfortunately, I did not hear the interview, nor do I have a written transcript of it. Therefore, I can only base my opinion of the Globke case on the two aforementioned documents.

 First, there is the book by Reinhard M. Strecker: “Hans Globke, Documents, Case-file Excerpts”

(Mr. Strecker is well known in Germany for an exhibition of incriminating material against “Nazi judges” who were still in office. His exhibition resulted in the federal government drafting a law allowing “incriminated” judges and prosecutors to retire within a limited period of time if they wanted to keep their pensions. The law has been in force for some time now).[25]

Strecker’s book was published in 1961, but soon had to be withdrawn by the publisher because Mr. Globke initiated legal proceedings against Mr. Strecker over material in the book. A few weeks ago, newspapers reported that the trial had ended and that the book could be sold again if “22 untrue claims” were removed from it.

The book contains: documents and excerpts from files relating to Globke’s activities during the Third Reich, i.e., excerpts from Globke’s commentary on the Nuremberg Laws, excerpts from essays, and explanations. Documents relating to Globke’s career, i.e., letters of recommendation, other letters, medals, excerpts from newspaper articles on the Globke case, and positive and negative statements about this case by well-known individuals.

Strecker clearly wants to incriminate Globke with this book, even though he attempts to present an[26] objective picture of the facts. When it comes to Globke’s own justifications[27] I have largely followed the documents and excerpts in Strecker’s book and assume that the passages quoted correspond to the originals, as they can be verified by the dates, source references, and photographs. However, in the examples from Globke’s commentary on the racial laws, I had to adopt Strecker’s interpretation entirely, as I am not at all familiar with the legal side of this matter. I therefore ask you to bear in mind, particularly at this point in my remarks, that these examples (unlike the printed letters or essays) have been taken out of context and may therefore, as is often the case in other instances, be interpreted in the exact opposite way.

I will mark everything I know from Mr. Strecker with the letter S.

I have a second document on the Globke case in the monthly magazine Diskussion (“Discussion”), published by the Federal Association of German-Israeli Study Groups (university groups).[28] Under the heading “Dr. Globke and Political Humanism,” a controversy is played out in letters between a member of the Protestant Church Congress Committee (Prof. Dr. Goldschmidt)[29] and the Press Office of the Federal Government (Dr. WĂŒnsche). This controversy followed a statement issued by “Working Group 6” of the Protestant Church Congress on July 22 on the Globke case: (D)[30]

“We believe that, for the sake of integrity and clarity in our reorientation, it is urgently necessary that those who are particularly tainted by the past take a back seat. You will think of the name Globke, as do I. But I am not thinking only of Globke. Isn’t it actually shameful, shocking, and humiliating that 16 years (1961) after the events, individuals still have to emerge from the shadows or be dragged out because they were leading participants in crimes? We appeal not only to the authorities in both parts of Germany to separate themselves from these people; we also appeal to these individuals themselves to see reason and resign.”

I will designate everything I draw from this document with the letter D.

The Globke case was perceived as a scandal in the press in:

Strecker: Dr. Hans Globke 1961

Spiegel, German news magazine 1956-61

Diskussion (see above)1961

Frankfurter Rundschau (S) 1949, 1961/ Berliner Allgemeine Zeitung (S) 1951

Telegraf (S) 1956 / Hamburger Echo (S) 1960

It was discussed in:

Die Zeit (S) in an interview with Globke, 1961

Welt (S) 1961 / Frankfurter Allgemeine (S) 1961

Fernsehinterview 1961

Globke was justified by:

Adenauer (S) 1950 / Dr. Barzel CDU (D) 1961 / Bundespresseamt, Dr. WĂŒnsche (D) 1961

He was denounced by:

Dr. Arndt SPD (S) 1950 / Dr. Böhm CDU (S) 1961 / “Arbeitsgruppe 6” (see above)[31] (D) / Prof. Goldschmidt (D)[32] I have taken Globke’s own justification from an interview with the newspaper Die Zeit  and the transcripts of Globke’stestimony at the Nuremberg Trials in 1945 (S) 

(Globke served as a senior civil servant in the Reich Ministry of the Interior from 1933 to 1945. The Reich Ministry of the Interior was responsible for Hitler’s Nuremberg Race Laws. The Reich Minister of the Interior was Frick, his State Secretary was Stuckart, and Stuckart was Globke’s direct superior. Together with Stuckart, Globke wrote the commentary on the Nuremberg Laws in 1935. He was responsible for numerous tasks at the Ministry.)

During the Nuremberg Trials, Globke admitted to having known about the systematic mass murder of Jews. However, he claimed not to have known that this affected all Jews. He also knew about the killing of the mentally ill[33] and about the atrocities committed by the SS under Frick and Himmler (head of the SS).

– In an interview with “Zeit” (Z), Globke said: “I could only maintain my position, in which I helped many opponents of the regime, if I did not make myself recognizable to the Nazis as a declared opponent from the outset.”

Globke says he knew nothing about the intention behind the Nuremberg Laws and that he did not help draft them (Z). He wrote the commentary on these laws together with Stuckart five months after the Nuremberg Laws were published. The “Ministerial Gazette of the Ministry of the Interior” states the following about this commentary: “It (the commentary) is of particular importance because the two authors were officially involved in the creation of the racial laws.”

– According to Strecker, Globke claimed that his involvement in the racial laws was only mentioned in the paper to boost sales of the pamphlet.

This is contradicted by the fact that the statement was made in an official publication and Globke did not protest it.

Globke considered the Nuremberg Laws necessary because they would have put a stop to the arbitrary measures of the Gauleiters.[34]

When asked whether Globke considered the Nuremberg Laws to be persecution, he replied:

– “The question of whether the Nuremberg Laws as such constitute persecution may be disputed on the basis of legislation in other countries. Other countries also have legislation that targets individual groups of the population, without it being possible to say that this legislation as such constitutes a crime.”

In response to the question (Z): “Why did you write the commentary on the Nuremberg Laws, which was later so heavily criticized?” Globke replies:

– “Hitler’s deputy, Rudolf Hess, attempted to intensify the effect of the Nuremberg ‘ratial laws’ through harsh enforcement regulations…. Under the circumstances at the time, the commentary was a protection for many people who were racially discriminated against.”[35]

Excerpts from Globke’s commentary with Strecker’s interpretation:

– Regarding §6 of the “Blood Protection Law” (BPL), Globke (Gl.) writes:

“Every people is impaired in its viability by the admission of foreign blood into the body of the people. One of its main concerns, however, should be to preserve the purity of its blood.”

– Gl. provides a justification for the branding of Jews with the Star of David in advance of §4 of the BPL:

“Since, according to National Socialist ideology, Jews do not belong to the German people, but rather form a separate people, albeit without a state, German symbols are out of the question for them. However, members of the Jewish people may use their own symbols to outwardly express their affiliation with their ethnicity.”

– Regarding non-Jews of Jewish descent (“Mischlinge”), Gl. writes:

“A grandparent of full German blood who, for example, converted to the Jewish religious community on the occasion of his marriage to a Jew, is considered … fully Jewish for the racial classification of his grandchildren. No counterevidence is permitted. This rule makes racial classification much easier … It doesn’t matter how long the grandparent belonged to the Jewish religious community. Even temporary membership is enough.”

There was no mention of this interpretation in the law.

– Gl. expressly refers to marriages between Germans and Gypsies; thus, in addition to the German-Jewish “contrast,” another is emphasized:

“This prohibits marriages from which—apart from cases of German-Jewish interracial marriages—racially undesirable offspring can be expected, for example marriages between Germans and Gypsies…”

– Gl., created a further tightening by adding to §I of the BPL:

(“Marriages between Jews and citizens of German or related blood are prohibited; marriages concluded despite this prohibition are null and void, even if they are concluded abroad in order to circumvent this law”)—to the words “marriages concluded abroad are null and void.”

Globke replied to the question (Z): “It is claimed, Mr. Secretary of State, that your commentary in some places comes to even more unfavorable conclusions than the Nuremberg Laws for those affected. What do you say to this accusation?”

– “That is not true. But of course I could not allow any user of the commentary to get into trouble because of opinions that were not followed in practice.”

Globke, as the official responsible for the law on name changes, drafted the regulations for this law. In it, he compiled a list of Jewish first names; every Jew was to place these first names before their family names for better identification. Those who did not want to do so had to add “Sara” or “Israel” to their family names; this suggestion also came from Globke.

When asked (during the Nuremberg Trials): “Did you work on drafting the regulations on changing family names?” Gl. replied:

– “I was the consultant for the name change law and therefore worked on all issues related to name changes…The ministry received submissions from the public stating that Jews should have an addition to their names that distinguished them from non-Jews…we came to the conclusion that it would be a milder solution if, instead of changing the family name to the desired form, Jews were required to use an additional Jewish first name.”

Justification of Globke by other persons:

In 1950, Adenauer said (S) the following:

“Dr. Globke’s political past has been meticulously examined by the Allies. A German authority does not need to be any more meticulous than the occupying powers.”

Speaking to students in Bonn in July 1961, Dr. Barzel of the CDU addressed the Globke case (D). I would like to summarize some of the main points of his speech: As a victim of Nazi persecution, Adenauer would never have chosen one of his tormentors as a colleague, even though Globke had not been charged at the Nuremberg Trials.

The Globke case was a “chapter in the book of internal resistance against Hitler.” Globke had acted out of “deep political responsibility based on the power of faith.” Globke’s involvement in commenting on and formulating anti-Jewish laws had always been “mitigating, restrictive, helpful.”

Prof. Goldschmidt writes to Mr. WĂŒnsche (D):

“When weighing the incriminating and exonerating evidence (in the Gl. case), the former, which is summarized and completed by Strecker’s publication, weighs considerably heavier… If he saved individual persons or groups from this fate, this action must be considered a mitigating circumstance, but it can never serve as justification. His behavior can at best be understood as arising from a state of emergency.”

Barzel goes on to say that he regrets that Democrats often repeat “what Communists cleverly put out there.”

Goldschmidt comments on this point:

“…that we must not allow ourselves to be prevented from recognizing our own mistakes and discussing them publicly solely because the communists have also discovered them.”

Barzel: Strecker’s individual accusations would collapse “when viewed in the light of day.”

The fact that they did not collapse is demonstrated by the court ruling in the “Strecker-Globke” case (see above)[36] However, the 22 untrue allegations do not add up to a 280-page book!

Barzel: has never been a party member (Globke!)

Strecker: “Documents in the American Document Center in Berlin show, however, that Dr. Gl.’s application for membership in the NSDAP was rejected despite a recommendation by Stuckart on the grounds that he had too close ties to influential Catholic circles.” Gl. had at least tried to join the party. Incidentally, under the coercive conditions of the time, party membership cannot necessarily be equated with being a “Nazi” and vice versa.

Barzel: Gl. would not have had a “career” in the Third Reich.

Strecker’s book shows that Gl. advanced from government councilor (1932) to senior government councilor (1933) to ministerial councilor (1938). In the ministry’s distribution of its business plan, Gl. is mentioned 14 times in 1936, 23 times in 1938, 31 times in 1941, and 30 times in 1945. He also received six medals.

Gl. certainly did not exactly “make his fortune” in the Third Reich, but it would be wrong to say that he had no career at all.

Barzel: Gl.  fought and resisted alongside the men of July 20 (on July 20, 1944, an attempt was made to assassinate Hitler. In contrast to earlier assassination attempts, this time large sections of the population were indirectly involved). Testimonies from well-known personalities (especially from Catholic circles) confirm this (S).

Goldschmidt: “Why, incidentally, was it not until 1961 that it became known that Gl. was a ‘man of the inner resistance’? The ‘July 20, 1944 Working Group’ knows nothing about this… To my knowledge, the name Dr. Globke is not found in any of the major publications on the inner resistance to date.”

Towards the end of Barzel’s lecture, he states:

“We don’t want any new denazification! Those who committed crimes belong in court!”

Goldschmidt: “Dr. Globke is clearly not guilty of any criminal offense punishable by law under the current penal code, but he is nevertheless guilty of a grave historical offense against the Jewish people.”

In the dispute between Mr. Goldschmidt (Evangelical Church) and Mr. WĂŒnsche (Federal Press Office),two[37] fundamentally different views are at play:

Goldschmidt: “Far be it from me to deny Dr. Globke the right to hold any position in the administration of the Federal Republic that is commensurate with his education. In my opinion, however, the highest political offices must be filled by individuals who are in no way compromised by their conduct[38] between 1933 and 1945. The Federal Republic, as a state system of political humanism, lacks internal credibility as long as Mr. Globke and similar figures are active in leading positions, in judicial positions, in senior educational offices, and similar posts.”

WĂŒnsche: “However, if the federal government were to discriminate[39] against the people who risked their lives to do their duty here during the ‘Third Reich’ by limiting their opportunities to participate in the reconstruction of the Federal Republic, I would consider that morally reprehensible. Contrary to your statement, it seems to me that the Federal Republic, as a state system of political humanism, would lack internal credibility if it were to abandon people like Dr. Globke simply to avoid attacks.”

In weighing the evidence for and against the Globke case I have relied solely on German testimony from individuals and organizations. However, Strecker’s book contains numerous documents from foreign individuals and bodies that incriminate Globke. But it would be too much to list these as well.

Let me conclude by saying a few more things about the “Globke case” that occurred to me while writing:

“Reputable” newspapers (such as “Die Zeit”, “SĂŒddeutsche Zeitung”, “Frankfurter Allgemeine”) report that the federal government is finally making efforts to remove incriminated judges from their positions through the aforementioned law. This is progressing very slowly because, for one thing, “moral guilt” is much more difficult to establish than criminal guilt. For another, these judges are understandably reluctant to admit today that they rendered any services to the Third Reich.

You may know that, in addition, a “central office” has existed in Ludwigsburg (a city in southern Germany) since 1958, from which preliminary investigations against the mass murderers of the Third Reich are conducted. The trials against these people, which are reported in the newspapers almost daily, could only take place on the basis of these investigations.

A German of Jewish descent who now lives abroad once said to me: “I think it’s good that old Nazis are allowed to remain in their positions. That way, they are kept busy and under control. If they were to take up inappropriate occupations or even become unemployed, they would regroup and oppose the existing order.”

Groups of right-wing extremists have already formed organizations, and I have an informative report on this: an evaluation of statistics on “Right-wing Extremism in the Federal Republic,” published by Bonn in 1961 and not accessible to the general public, meaning that this report cannot be purchased easily.[40]

Unfortunately, I have to return this document to the lender, otherwise I would have sent it to you right away. The book by Strecker does not belong to me either, and it is not available for purchase at the moment. However, I will try to obtain both documents and send them to you if you would like.[41]

And I have just discovered another book that was recently published and “meticulously records people and documents.” It is called “Conspiracy from the Right”.

So now I have reached the end of my letter and, as in all things, I am once again struck by doubts about the questionable nature of my actions: reducing complicated, multi-layered circumstances and phenomena to a simple formula. How easily any logically gifted person could destroy my arguments with valid counterarguments. My “knowledge” of the things discussed here is less than minimal, and I ask myself again how I could dare to write to a person like you: After all, I have lived a cheerful life so far, accompanied by friendly people, and without ever having proven myself even once![42] Surely the spontaneous desire, the joy of communicating with another person, does not justify inexperience and ignorance?

I can therefore only ask you again and again to regard my communications as merely the casual remarks of some afternoon[43] visitor dropping by: they say nothing that has not already been said by someone else.

Your questions have led me to consider things I had not thought about before, and that has enriched me. For that, and for yet another thing, I sincerely thank you: that I was allowed to write to you, even though I do not deserve such good fortune.

Yours,

 

Brigitte Distler

As I am reading through this letter, I see how full it is of printing errors and crossed-out words. Please forgive me for this: I am inexperienced at typing, and the model of this typewriter is also quite old!


Scroll to Top