Davidovic dĂ a Levi altre notizie sugli ex compagni di prigionia, e si augura di incontrare lâamico di persona, alludendo a un possibile raduno tra reduci di Auschwitz in programma per il maggio di quellâanno.
12.2.1965
Lieber Primo![1]
Dein ausfĂŒhrlicher Brief hat mir natĂŒrlich grosse Freude bereitet. Du schreibst ganz gut deutsch, so dass Du auch weiterhin mir deutsch schreiben kannst. Wenn Dir jedoch französisch leichter fĂ€llt, so kannst Du schreiben, denn mir wĂŒrde das Schreiben zwar Schwierigkeiten bereiten, aber das mit Schreibmaschine Geschrieben werde ich wohl verstehen.
Nun zur Person. In Deinem Buche hast Du richtig geschrieben, dass ich aus der Karpato-Ukraine stamme; meine Geburtsstadt ist Chust. Ich bin nicht Slowake, sondern Tscheche. Ich sprach also nicht slowakisch, sondern tschechisch. Die anderen Sprachen stimmen. Wenn du Dich noch erinnerst, hast Du versucht im Tank mir italienisch beizubringen.[2] Partisan war ich nicht; militanter Zionist, das stimmt. Rechtswissenschaft habe ich nie studiert, sondern ich war Absolvent der philosophischen FakultĂ€t in BrĂŒnn.[3]
Drogist war ich nie, ich war immer Rabbiner. Du schreibst aber richtig, das ich trotzdem in das Chemiker-Kommando kommen wollte. Die Szene vor der PrĂŒfung liegt mir noch gut in Erinnerung. Es war ein oder zwei Tage nach dem 20. Juli 1944. Jemanden zu töten ist nur in einem Falle erlaubt; nur wenn ich die Sicherheit habe, dass er mich töten wird, wenn ich ihn nicht zuerst töte. In drei FĂ€llen soll man sich eher töten lassen als das Verbot des Götzendienstes, der verbotenen Eheschliessung und der Tötung eines Menschen zu ĂŒbertreten. An Goldner und Siwadjan kann ich mich nicht erinneren, hingegen sehr gut an Alberto. Schade um diesen Jungen. Meinen Schwager Izu[4] habe ich
Ich habe ihn nach der Befreiung in Budapest aufgesucht. Er wurde am Tage der Evakuierung Bunas von der Schreibstube als Arzt in das KB verlegt, denn die dortigen Aerzte haben es vorgezogen evakuiert zu werden.[11] Er war damals darĂŒber sehr unglĂŒcklich. Das hat ihm jedoch das Leben gerettet. War nicht Jean Samuel dort mit seinem Onkel.[12] Wenn ich mich nicht irre war er ein sehr guter Mathematiker â er hat auch dort immer sich mit Mathematik â oder war das Chemie? â beschĂ€ftigt. Sein Onkel ist entweder in Gleiwitz oder Buchenwald gestorben. In Buchenwald, glaube ich, habe ich ihn zuletzt gesprochen. Er war wirklich ein sehr sympathischer, guter Junge.[13] An Arnold Silberlust kann ich mich sehr gut erinnern. Er ist beim ersten Bombenangrif[14] auf Buna, am 20. August 1944, fast wahnsinnig geworden. Warst auch du damals im Keller[15] des HauptgebĂ€udes, das am anderen Ende einen Volltreffer bekommen hat? Elias Lindzin, war er nicht so ein halber Stubendienst und immer so wild geschrien? Er war mit mir noch in Zwieberge. Sein weiteres Schicksal ist mir unbekannt. Die anderen von Dir erwĂ€hnten Kameraden sind mir ganz aus dem GedĂ€chtnis geschwunden. Viele Kameraden aus Buna waren in Zwieberge.
Die meisten sind elend umgekommen. Anfangs Juni war ich schon in Prag und habe im Herbst den Posten eines Rabbiners in Warnsdorf / Böhmen/ angetreten, wo ich bis Juli 1949 blieb. Von Juli 1949 bis September 1962 war ich Kreisrabbiner in Prag. Dann war ich 10 Monate in Israel, wo ich in der UniversitÀtsbibliothek gearbeitet habe. Seit Juli 1963 bin ich hier Landesrabbiner von Westfalen.
Ich bin mit meiner Arbeit[16] hier im grossen und ganzen zufrieden. Im Mai wollen sich die âAuschwitzerâ hier in Frankfurt treffen. WĂ€re es nicht möglich,[17] dass auch Du kĂ€mest?
Ich habe Dir nicht sofort geantwortet, da ich eben ein anderes Buch ĂŒber Buna von OszkĂĄr Betlen â frĂŒher Bettelheim â: Leben auf dem Acker des Todes, auf Empfehlung des Frankfurter Freundes: Dr. Unikower, der Schreiber in Buna war, fertig lesen wollte.[18] Es kostete mich grosse Ueberwindung, denn es ist voll kommunistischer Propaganda. Es ist mir nicht bekannt, dass die Kommunisten im Lager so organisiert waren und so sehr ihren Leidensgenossen geholfen haben.[19] FĂŒr heute genug. Schreibe etwas ausfĂŒhrlicher ĂŒber Dein Leben: Scheinbar bist Du unverheiratet geblieben. Oder nicht? Es wĂ€re schön eine baldige persönliche Zusammenkunft.
Also, sei recht herzlich gegrĂŒsst auch im Namen meiner Frau von Deinem alten Leidensgenossen und Freund
Em Davidovic
Anlage: So sah ich im Jahre 1952 aus![20]
12 febbraio 1965
Caro Primo![1]
naturalmente la tua lettera, cosĂŹ precisa, mi ha dato una grande gioia. Continua pure a scrivere in tedesco, te la cavi piuttosto bene. Se perĂČ ti viene piĂč facile il francese, non câĂš problema: avrei difficoltĂ a scriverlo, ma un testo battuto a macchina riesco a capirlo senzâaltro.
E ora passiamo a me. Nel tuo libro hai scritto, giustamente, che provengo dalla Russia Subcarpatica; la mia cittĂ natale Ăš Chust. Non sono slovacco, ma ceco. Dunque parlavo il ceco, e non lo slovacco. Le altrelingue sono giuste. Se ricordi, nella cisterna tentavi di insegnarmi lâitaliano.[2] Non sono mai stato partigiano; sionista militante, questo sĂŹ. Non ho mai studiato giurisprudenza, ma mi sono laureato alla FacoltĂ di Filosofia di Brno.[3]
La maggior parte di loro Ăš morta di stenti. Ai primi di giugno io ero giĂ tornato a Praga e in autunno avevo assunto lâincarico di rabbino a Warnsdorf (in Boemia), dove sono rimasto fino al luglio 1949. Dal luglio 1949 al settembre 1962 sono stato rabbino distrettuale a Praga. Poi ho trascorso dieci mesi in Israele, dove ho lavorato nella biblioteca universitaria. Dal luglio 1963 sono qui come rabbino capo della Vestfalia. Qui nel complesso sono soddisfatto del mio lavoro.[16]A maggio i compagni di Auschwitzsi ritroveranno a Francoforte. Non sarebbe possibile[17] per te venire?
Ti saluto di cuore, anche a nome di mia moglie, il tuo vecchio compagno di sventurae amico
Em Davidovic
Allegato: ecco comâero nel 1952![20]
February 12, 1965
Dear Primo![1]
I was, of course, very pleased to receive your detailed letter. You write German quite well, so you can continue to write me in German. However, if French comes more easily to you, you may write in it as well; although it would be difficult for me to write in French, I should be able to understand a typewritten letter.
Now, about my background. In your book, you correctly wrote that I come from Carpathian Ukraine; my birthplace is Khust. I am not Slovak, but Czech. So I did not speak Slovak, but Czech. The other languages are correct. If you still remember, you tried to teach me Italian in the tank.[2] I was not a partisan; but a militant Zionistâthat is correct. I never studied law; instead, I graduated from the Faculty of Philosophy in Brno.[3]
I visited him in Budapest after liberation. On the day Buna was evacuated, he was transferred from the administrative office to the infirmary as a doctor, because the doctors there chose to be evacuated.[11] He was very unhappy about it at the time. However, that saved his life. Jean Samuel was there with his uncle, was he not?[12]If I am not mistaken, he was a very good mathematicianâhe was always working on math thereâor was it chemistry? His uncledied either in Gleiwitz or Buchenwald. I believe I last spoke with him in Buchenwald. He really was a very likable, good young man.[13] I remember Arnold Silberlustvery well. He nearly went mad during the first bombing raid[14] on Buna, on August 20, 1944. Were youalso in the basement[15] of the main building at the time, the one that took a direct hit at the other end? Elias Lindzinâhe was on partial barrack-room duty, was he not, always ranting and raving? He was still with me in Zwieberge. I donât know what became of himafter that. The other comrades you mentioned have completely slipped my mind. Many comrades from Buna were in Zwieberge.
Most of them met a miserable end. By early June I was already in Prague, and in the fall I took up the post of rabbi in Warnsdorf, Bohemia, where I remained until July 1949. From July 1949 to September 1962, I served as district rabbi in Prague. Then I spent 10 months in Israel, where I worked at the university library. Since July 1963, I have been the chief rabbi of Westphalia.
I am, by and large, satisfied with my work[16]here. In May, a bunch of Auschwitz survivors plan to meet up in Frankfurt. Might it be possible[17]for you to come as well?
I did not reply to you right away because I wanted to finish reading another book about Buna by OszkĂĄr Betlenâformerly BetterlheimâLeben auf dem Acker des Todes, on the recommendation of a friend of mine in Frankfurt, Dr. Unikover, who was a clerk in Buna.[18] It took a great deal of effort on my part, as it is full of communist propaganda. I was not aware that the communists in the camp were so well organized and helped their fellow prisoners to such an extent.[19] That is enough for today. Please write a bit more about your life: It seems you remained unmarried. Or not? It would be nice to meet in person soon.
So, warmest regardsâon behalf of my wife as wellâfrom your old fellow survivor and friend
Em Davidovic
Attachment: This is what I looked like in 1952![20]
12.2.1965
Lieber Primo![1]
Dein ausfĂŒhrlicher Brief hat mir natĂŒrlich grosse Freude bereitet. Du schreibst ganz gut deutsch, so dass Du auch weiterhin mir deutsch schreiben kannst. Wenn Dir jedoch französisch leichter fĂ€llt, so kannst Du schreiben, denn mir wĂŒrde das Schreiben zwar Schwierigkeiten bereiten, aber das mit Schreibmaschine Geschrieben werde ich wohl verstehen.
Nun zur Person. In Deinem Buche hast Du richtig geschrieben, dass ich aus der Karpato-Ukraine stamme; meine Geburtsstadt ist Chust. Ich bin nicht Slowake, sondern Tscheche. Ich sprach also nicht slowakisch, sondern tschechisch. Die anderen Sprachen stimmen. Wenn du Dich noch erinnerst, hast Du versucht im Tank mir italienisch beizubringen.[2] Partisan war ich nicht; militanter Zionist, das stimmt. Rechtswissenschaft habe ich nie studiert, sondern ich war Absolvent der philosophischen FakultĂ€t in BrĂŒnn.[3]
Drogist war ich nie, ich war immer Rabbiner. Du schreibst aber richtig, das ich trotzdem in das Chemiker-Kommando kommen wollte. Die Szene vor der PrĂŒfung liegt mir noch gut in Erinnerung. Es war ein oder zwei Tage nach dem 20. Juli 1944. Jemanden zu töten ist nur in einem Falle erlaubt; nur wenn ich die Sicherheit habe, dass er mich töten wird, wenn ich ihn nicht zuerst töte. In drei FĂ€llen soll man sich eher töten lassen als das Verbot des Götzendienstes, der verbotenen Eheschliessung und der Tötung eines Menschen zu ĂŒbertreten. An Goldner und Siwadjan kann ich mich nicht erinneren, hingegen sehr gut an Alberto. Schade um diesen Jungen. Meinen Schwager Izu[4] habe ich
Ich habe ihn nach der Befreiung in Budapest aufgesucht. Er wurde am Tage der Evakuierung Bunas von der Schreibstube als Arzt in das KB verlegt, denn die dortigen Aerzte haben es vorgezogen evakuiert zu werden.[11] Er war damals darĂŒber sehr unglĂŒcklich. Das hat ihm jedoch das Leben gerettet. War nicht Jean Samuel dort mit seinem Onkel.[12] Wenn ich mich nicht irre war er ein sehr guter Mathematiker â er hat auch dort immer sich mit Mathematik â oder war das Chemie? â beschĂ€ftigt. Sein Onkel ist entweder in Gleiwitz oder Buchenwald gestorben. In Buchenwald, glaube ich, habe ich ihn zuletzt gesprochen. Er war wirklich ein sehr sympathischer, guter Junge.[13] An Arnold Silberlust kann ich mich sehr gut erinnern. Er ist beim ersten Bombenangrif[14] auf Buna, am 20. August 1944, fast wahnsinnig geworden. Warst auch du damals im Keller[15] des HauptgebĂ€udes, das am anderen Ende einen Volltreffer bekommen hat? Elias Lindzin, war er nicht so ein halber Stubendienst und immer so wild geschrien? Er war mit mir noch in Zwieberge. Sein weiteres Schicksal ist mir unbekannt. Die anderen von Dir erwĂ€hnten Kameraden sind mir ganz aus dem GedĂ€chtnis geschwunden. Viele Kameraden aus Buna waren in Zwieberge.
Die meisten sind elend umgekommen. Anfangs Juni war ich schon in Prag und habe im Herbst den Posten eines Rabbiners in Warnsdorf / Böhmen/ angetreten, wo ich bis Juli 1949 blieb. Von Juli 1949 bis September 1962 war ich Kreisrabbiner in Prag. Dann war ich 10 Monate in Israel, wo ich in der UniversitÀtsbibliothek gearbeitet habe. Seit Juli 1963 bin ich hier Landesrabbiner von Westfalen.
Ich bin mit meiner Arbeit[16] hier im grossen und ganzen zufrieden. Im Mai wollen sich die âAuschwitzerâ hier in Frankfurt treffen. WĂ€re es nicht möglich,[17] dass auch Du kĂ€mest?
Ich habe Dir nicht sofort geantwortet, da ich eben ein anderes Buch ĂŒber Buna von OszkĂĄr Betlen â frĂŒher Bettelheim â: Leben auf dem Acker des Todes, auf Empfehlung des Frankfurter Freundes: Dr. Unikower, der Schreiber in Buna war, fertig lesen wollte.[18] Es kostete mich grosse Ueberwindung, denn es ist voll kommunistischer Propaganda. Es ist mir nicht bekannt, dass die Kommunisten im Lager so organisiert waren und so sehr ihren Leidensgenossen geholfen haben.[19] FĂŒr heute genug. Schreibe etwas ausfĂŒhrlicher ĂŒber Dein Leben: Scheinbar bist Du unverheiratet geblieben. Oder nicht? Es wĂ€re schön eine baldige persönliche Zusammenkunft.
Also, sei recht herzlich gegrĂŒsst auch im Namen meiner Frau von Deinem alten Leidensgenossen und Freund
Em Davidovic
Anlage: So sah ich im Jahre 1952 aus![20]
12 febbraio 1965
Caro Primo![1]
naturalmente la tua lettera, cosĂŹ precisa, mi ha dato una grande gioia. Continua pure a scrivere in tedesco, te la cavi piuttosto bene. Se perĂČ ti viene piĂč facile il francese, non câĂš problema: avrei difficoltĂ a scriverlo, ma un testo battuto a macchina riesco a capirlo senzâaltro.
E ora passiamo a me. Nel tuo libro hai scritto, giustamente, che provengo dalla Russia Subcarpatica; la mia cittĂ natale Ăš Chust. Non sono slovacco, ma ceco. Dunque parlavo il ceco, e non lo slovacco. Le altrelingue sono giuste. Se ricordi, nella cisterna tentavi di insegnarmi lâitaliano.[2] Non sono mai stato partigiano; sionista militante, questo sĂŹ. Non ho mai studiato giurisprudenza, ma mi sono laureato alla FacoltĂ di Filosofia di Brno.[3]
La maggior parte di loro Ăš morta di stenti. Ai primi di giugno io ero giĂ tornato a Praga e in autunno avevo assunto lâincarico di rabbino a Warnsdorf (in Boemia), dove sono rimasto fino al luglio 1949. Dal luglio 1949 al settembre 1962 sono stato rabbino distrettuale a Praga. Poi ho trascorso dieci mesi in Israele, dove ho lavorato nella biblioteca universitaria. Dal luglio 1963 sono qui come rabbino capo della Vestfalia. Qui nel complesso sono soddisfatto del mio lavoro.[16]A maggio i compagni di Auschwitzsi ritroveranno a Francoforte. Non sarebbe possibile[17] per te venire?
Ti saluto di cuore, anche a nome di mia moglie, il tuo vecchio compagno di sventurae amico
Em Davidovic
Allegato: ecco comâero nel 1952![20]
February 12, 1965
Dear Primo![1]
I was, of course, very pleased to receive your detailed letter. You write German quite well, so you can continue to write me in German. However, if French comes more easily to you, you may write in it as well; although it would be difficult for me to write in French, I should be able to understand a typewritten letter.
Now, about my background. In your book, you correctly wrote that I come from Carpathian Ukraine; my birthplace is Khust. I am not Slovak, but Czech. So I did not speak Slovak, but Czech. The other languages are correct. If you still remember, you tried to teach me Italian in the tank.[2] I was not a partisan; but a militant Zionistâthat is correct. I never studied law; instead, I graduated from the Faculty of Philosophy in Brno.[3]
I visited him in Budapest after liberation. On the day Buna was evacuated, he was transferred from the administrative office to the infirmary as a doctor, because the doctors there chose to be evacuated.[11] He was very unhappy about it at the time. However, that saved his life. Jean Samuel was there with his uncle, was he not?[12]If I am not mistaken, he was a very good mathematicianâhe was always working on math thereâor was it chemistry? His uncledied either in Gleiwitz or Buchenwald. I believe I last spoke with him in Buchenwald. He really was a very likable, good young man.[13] I remember Arnold Silberlustvery well. He nearly went mad during the first bombing raid[14] on Buna, on August 20, 1944. Were youalso in the basement[15] of the main building at the time, the one that took a direct hit at the other end? Elias Lindzinâhe was on partial barrack-room duty, was he not, always ranting and raving? He was still with me in Zwieberge. I donât know what became of himafter that. The other comrades you mentioned have completely slipped my mind. Many comrades from Buna were in Zwieberge.
Most of them met a miserable end. By early June I was already in Prague, and in the fall I took up the post of rabbi in Warnsdorf, Bohemia, where I remained until July 1949. From July 1949 to September 1962, I served as district rabbi in Prague. Then I spent 10 months in Israel, where I worked at the university library. Since July 1963, I have been the chief rabbi of Westphalia.
I am, by and large, satisfied with my work[16]here. In May, a bunch of Auschwitz survivors plan to meet up in Frankfurt. Might it be possible[17]for you to come as well?
I did not reply to you right away because I wanted to finish reading another book about Buna by OszkĂĄr Betlenâformerly BetterlheimâLeben auf dem Acker des Todes, on the recommendation of a friend of mine in Frankfurt, Dr. Unikover, who was a clerk in Buna.[18] It took a great deal of effort on my part, as it is full of communist propaganda. I was not aware that the communists in the camp were so well organized and helped their fellow prisoners to such an extent.[19] That is enough for today. Please write a bit more about your life: It seems you remained unmarried. Or not? It would be nice to meet in person soon.
So, warmest regardsâon behalf of my wife as wellâfrom your old fellow survivor and friend
Em Davidovic
Attachment: This is what I looked like in 1952![20]
Info
Note
Tag
Mittente: Emil DavidoviÄ
Destinatario: Primo Levi
Data di stesura: 1965-02-12
Luogo di stesura: Dortmund
Descrizione del documento:Lettera ds. su carta intestata con sottolineature a stilografica nera e matita rossa, firma ms. a biro blu. Il recto del foglio presenta al centro segni di scotch; nel verso, Ăš infatti fissata con lo scotch e due punti di pinzatrice un ritaglio di giornale che ritrae Emil Davidovic. A sx. della fotografia Levi appunta a stilografica nera lâindirizzo del corrispondente: «Emil Davidovic | Landesrabbiner | 46 DORTMUND | Prinz-Fiedrich-Karl-Str. 9».
Allegati:Lettera ds. di ED a PL, 12.2.1965, 1f. r/v. tedesco. Con una foto di ED
5«Schmul Stern» Ú sottolineato ms. a stilografica nera.
6«Somogyi» Ăš sottolineato ms. a stilografica nera. La morte di Somogyi Ăš raccontata nel capitolo «Storia di dieci giorni»: «Fu la volta di SĂłmogyi. Era un chimico ungherese sulla cinquantina, magro, alto e taciturno. Come lâolandese, era convalescente di tifo e di scarlattina; ma sopravvenne qualcosa di nuovo. Fu preso da una febbre intensa [...]. Con lâultimo sussulto di vita si era buttato a terra dalla cuccetta: ho udito lâurto delle ginocchia, delle anche, delle spalle e del capo [...]. Lâalba. Sul pavimento, lâinfame tumulto di membra stecchite, la cosa SĂłmogyi» (OC I, 275-277).
7«Alex» Ăš sottolineato ms. a stilografica nera. Alex Ăš il Kapo del Kommando 98 quando Levi partecipa al colloquio con il Doktor Pannwitz. La sua figura Ăš resa memorabile dalla scena che chiude il capitolo «Esame di chimica», in cui «senza odio e senza scherno» si pulisce la mano sporca di grasso sulla spalla di Primo Levi (OC I, p. 223). Il gesto impressionĂČ alcuni dei lettori tedeschi di Ist das ein Mensch? (OC III, p. 605), cfr. le lettere, 148. Coniugi L. a Primo Levi, s.d., 153. Renate Martin a Primo Levi, 23 febbraio 1972 e 167. S. a Primo Levi, 5 settembre 1962.
8«belgischer» Ú sottolineato ms. a stilografica nera.
9Lacuna in corrispondenza della fine del foglio, probabilmente «Cellist.».
10David Maged era nato il 25 maggio 1902 a Tachov (oggi in Repubblica Ceca), dove lavorava come agricoltore. Fu deportato ad Auschwitz nel dicembre del 1943. Al momento della liberazione, nellâaprile del 1945, si trovava nel campo di concentramento di Mittelbau-Dora a Nordhausen. Negli anni immediatamente successivi al termine del conflitto visse nei campi profughi di Ziegenhain e Butzbach, nella Germania Occidentale. Ad agosto del 1949 emigrĂČ negli Stati Uniti, stabilendosi a Baltimora, nel Maryland (le informazioni sono tratte dal fascicolo n. 257.082 MAGED, DAVID born 25.05.1902 presente nellâarchivio digitale Arolsen).
11In una lettera a Jean Samuel del 23 marzo 1946, Primo Levi ricordava che Bela Fischer era rimasto ad Auschwitz «in qualità di medico» durante gli ultimi giorni di prigionia (cfr. J. Samuel e J. Dreyfus, Mi chiamava Pikolo, cit., pp. 70-71). In «Storia di dieci giorni» si trova anche scritto: «Andai a cercare un medico ungherese rimasto come malato nella baracca di fronte. Come udà parlare di difterite, fece tre passi indietro e mi ingiunse di uscire» (OC I, pp. 273-74). Resta difficile stabilire se Levi si riferisse a Fischer in questo passaggio.
12«Onkel» (âzioâ) Ăš sottolineato ms. a matita rossa; sul margine interno del foglio si nota anche un segno verticale ms. con la stessa matita. Al momento della liberazione si trovava nel campo di concentramento di Mittelbau-Dora a Nordhausen (un sottocampo di Buchenwald).
14Lacuna in corrispondenza della fine del foglio, «Bombenangriff».
15«Keller» (âcantinaâ) Ăš sottolineato ms. a matita rossa. «Du» (âtuâ) Ăš aggiunto ms. a biro blu.
16«Arbeit» (âlavoroâ) Ăš sottolineato ms. a matita rossa.
17«nicht möglich» (ânon sarebbe possibileâ) Ăš sottolineato ms. a matita rossa.
18Franz Siegbert Unikower (1901-1997) Ăš stato un giurista tedesco di origine ebraica. Deportato ad Auschwitz nel 1943, venne impiegato nella «Schreibstube» (letteralmente âsegreteriaâ) della sede distaccata a Monowitz del Dipartimento Politico del Campo Centrale. Questa sede era il cosiddetto «Abteilung II» (Dipartimento II), e lâufficio in cui lavorava Unikower si occupava di tenere il registro dei prigionieri. Dopo la liberazione lavorĂČ nella DDR, dalla quale fu costretto a fuggire nel 1956 per il suo rifiuto di prendere una posizione pubblica contro Israele e di allinearsi alle posizioni antisioniste del governo della Repubblica Democratica. Trasferitosi a Francoforte sul Meno, lavorĂČ come consulente legale per il Land dellâAssia, e fu membro del Consiglio della ComunitĂ ebraica di Francoforte e del Consiglio Centrale degli Ebrei in Germania. Cfr. la voce biografica scritta da Rolf Bartusel disponibile qui e B. Vierneisel, R. Ramsenthaler, Ramona, Erinnerungszeichen Franz Siegbert Unikower: ein Portrait, Förderverein der Mahn- und GedenkstĂ€tten Wöbbelin e. V, Wöbbelin 2011. ContribuĂŹ, collaborando anche con Hermann Langbein, alle ricerche per il Processo di Francoforte del 1963, raccogliendo testimonianze e rintracciando i superstiti. Cfr. K. Stengel, Hermann Langbein: Ein Auschwitz-Ăberlebender in den erinnerungspolitischen Konflikten der Nachkriegszeit, Campus, Frankfurt 2012, pp. 364-65, e lâapprofondimento Hermann Langbein e i processi ai criminali nazisti. Attorno alla sua persona si costituĂŹ, a partire dai primi anni Sessanta, un gruppo di ex-prigionieri di Auschwitz impegnati nella memoria della deportazione nazista: lâAuschwitz-Gruppe dellâAssia (gli «Auschwitzer» di cui parla Davidovic in questa lettera).
20Il post scriptum «Anlage: So sah ich im Jahre 1952 aus!» (âAllegato: ecco comâero nel 1952!â) Ăš ms. a biro blu. Il commento si riferisce alla fotografia di Davidovic fissata alla lettera stessa, cfr. la descrizione del documento.