Barth precisa la propria posizione e chiede a Levi di non dimenticare i molti intellettuali tedeschi costretti ad emigrare.
Bad Cannstatt, den 1. 3. 80
Lieber Herr Levi!
Ich bedanke mich ganz herzlich fĂŒr Ihren Brief. Es ist schön, daĂ Sie mir geschrieben haben, und ich habe mich sehr darĂŒber gefreut.
Ja, Sie haben recht, wenn Sie sagen, daĂ die Impotenz der Gefangenen im Lager natĂŒrlich nicht vergleichbar war mit derjenigen der deutschen DurchschnittsbĂŒrger im Dritten Reich. Im Lager waren sĂ€mtliche AktivitĂ€ten hoffnungslos und schon von Anfang an zum Scheitern verurteilt.
Die bloĂen Gedanken an irgedeine AktivitĂ€t waren hoffnungslos.
Da hatten die deutschen Menschen tatsĂ€chlich andere Möglichkeiten. Ich glaube, ich wollte mit meinem Vergleich mehr zum Ausdruck bringen, daĂ es in jeder Situation verschiedene Menschentypen mit verschiedenen Reaktionen gibt â in der Freiheit genauso wie in der Gefangenschaft. Wenn man ganz allgemein 2 Gruppen unterscheiden wollte, dann wĂ€re das eine etwa die Gruppe der Passiven, Hinnehmenden, womöglich auch geistig UntĂ€tigen oder geistig Resignierenden. Und die anderen gehörten zu der Gruppe der Aktiven, Hoffnungsvollen, Agierenden, zumindest im Geistigen, und Denkenden. Aber wie Sie richtig sagen, PassivitĂ€t oder AktivitĂ€t, das war in Auschwitz kein wesentlicher Unterschied und konnte nicht ĂŒber Freiheit oder Unfreiheit entscheiden.
Mit Recht werfen Sie einem Teil der Intellektuellen des damaligen Deutschlands vor, daĂ sie in gehorsamem EinverstĂ€ndnis oder in Zustimmung zum Hitlerstaat gelebt haben. Ich kann Sie dazu nur bitten, bei Ihren berechtigten VorwĂŒrfen die vielen Menschen nicht zu vergessen, die emigrierten,[1] verfolgt wurden oder sich zur Flucht veranlaĂt sahen, so etwa: Hannah Arendt, Bloch, Horkheimer, Marcuse, Adorno, Brecht, Auerbach, Broch, Musil, KĂ€stner, Werfel, Zuckmayer, Heinrich und Thomas Mann, Tillich, Unseld, Max Reinhardt, Strawinski, Schönberg, Hindemith, Klemperer, Weill, Bruno Walter und Friedrich HollĂ€nder, um nur einige zu nennen. Ich habe diese Namen einem erst kĂŒrzlich erschienen Bericht in unserer Tageszeitung entnommen. Darin berichtet eine deutsche Journalistin aus Washington, wo jetzt gerade 3 Tage lang im Washingtoner Smithsonian â Institut ein Kolloquium stattgefunden hat, das sich mit dem geistigen Exodus des damaligen Deutschlands befaĂte: Die Musen fliehen vor Hitler.[2] Auf die Frage eines amerikanischen Teilnehmers, wie denn dieser immense geistige Verlust damals ĂŒberhaupt hingenommen habe werden können, sagte Alan Beyerchen in seinem Eröffnungsreferat: âDie Wurzeln der geistfeindlichen Haltung der Deutschen gehen nun einmal weit ins neunzehnte Jahrhundert zurĂŒck,[3] und Juden, Liberale, Marxisten und Intellektuelle sind von dem daraus erwachsenen, sattsam bekannten deutschen Volksempfinden so sehr mit der ungeliebten Weimarer Republik identifiziert worden, daĂ ein groĂer Teil der deutschen Bevölkerung, ja selbst ein groĂer Teil der akademischen Elite, nur allzu willens gewesen ist, KreativitĂ€t und Exzellenz einer falsch verstandenen kulturellen HomogenitĂ€t zu opfernâ.[4] Zum SchluĂ heiĂt es in dem Bericht: âEs stimmt nachdenklich, daĂ man sich auch heute noch in der Bundesrepublik mit diesem Exodus nicht grĂŒndlich auseinandergesetzt hat,[5] ja ihn geradezu zu negieren scheint. Die Anstrengungen, ihn rĂŒckgĂ€ngig zu machen, KĂŒnstlern und Wissenschaftlern erneut eine geistige Heimat zu bieten, hĂ€tten gröĂer sein mĂŒssenâ.[6]
Lieber Herr Levi. Dieser SchluĂsatz bringt die gleiche Nachdenklichkeit zum Ausdruck, die sowohl Sie als auch ich hatten bei der Frage nach dem heutigen Stand der Dinge. Wo stehen wir jetzt? Wir in Deutschland â und aber auch alle Völker in der ganzen Welt? Heute mĂŒssen wir weiter denken als nur an die Schuld der Vergangenheit, denn die Aggressionen kommen von vielen Seiten auf die Menschen und auf die Menschheit zu und sind nicht mehr so fest fixiert wie damals auf den Hitlerstaat.[7] Es scheint mir, daĂ man aus den Reaktionen auf die Afghanistankrise doch zumindest schlieĂen kann, daĂ die Menschen in aller Welt heute wachsamer geworden sind[8] und nicht mehr willens sind, Ungerechtigkeit und UnterdrĂŒckung einfach hinzunehmen. Es fragt sich nur, ob z.B. gerade diese Kraftprobe jetzt noch verbal ausgehandelt werden kann oder ob wir wieder einmal, um den âWeltfriedenâ zu retten, zusehen mĂŒssen, wie das afghanische Volk einsam um seine Freiheit kĂ€mpft â und am SchluĂ wahrscheinlich doch versagen wird?[9] Die Angst hat uns fest in ihrem Griff, mit der Angst wird operiert, mit der Angst wird erpreĂt und vergewaltigt. Wo sind die Grenzen der menschlichen Belastbarkeit? Sind wir stark genug, uns gegen UnterdrĂŒckung und Unrecht zu wehren? Haben wir die Kraft und vor allem die Bereitschaft und Möglichkeit, fĂŒr das Gute, das Recht, die Wahrheit, den Frieden und die Menschlichkeit zu kĂ€mpfen? Oder haben wir die Kraft â aber keine Möglichkeiten mehr? Ist es nicht so, daĂ wir bei der Wahrnehmung unserer Möglichkeiten die Menschheit jedesmal an den Abgrund ihrer Existenz bringen? â und haben wir erkannt, daĂ Technik, Fortschritt und Materie nicht die endgĂŒltigen Zielsetzungen der Menschheit sein können? Ich wĂŒrde vielleicht sogar die etwas ungewöhnliche Frage wagen: Haben wir endlich unsere Herzen und unsere Seelen wiedergefunden? Sicherlich nicht. Aber mit diesem Ziel vor Augen sollten wir weiterzuleben versuchen und auch versuchen, unsere Kinder in diesem Sinne zu erziehen. Wenn alle Menschen auf dieser Erde gemeinsam den Frieden wollen, dann kann keine Macht der Erde diesen Frieden ernstlich in Gefahr bringen.
Eine sehr hohe und sehr phantastische Zielsetzung ist das in unserer Situation auf jeden Fall. Und wĂ€hrend wir uns dieses Ziel setzen, wissen wir wahrscheinlich schon, daĂ wir es niemals erreichen können. Kann man sich dann ĂŒberhaupt Ziele setzen, wenn sie nie erreicht werden können?[10] In diesem Fall sollte uns das nie erreichbare Ziel wenigstens ein Orientierungspunkt sein, der unser Handeln bestimmt und uns vor den schlimmsten Dingen bewahren kann. Kleine Forderungen bringen kleine Wirkungen und kleine Erfolge. Durch groĂe und hohe Forderungen könnten wir uns unter UmstĂ€nden doch wenigstens einem Idealzustand nĂ€hern.
Lieber Herr Levi. Die Kinder in meiner Schulklasse[11] sind 7 und 8 Jahre alt. Ich habe ihnen von Ihrem Buch und von Ihren traurigen Erlebnissen in Auschwitz erzĂ€hlt. Alle wollten Ihnen eine Freude machen und schicken Ihnen diese Bilder mit recht herzlichen GrĂŒĂen.[12]Wie Sie wissen, haben wir auch viele Kinder aus dem Ausland in unseren Schulen. Und es gibt in unseren Klassen keine NationalitĂ€tenprobleme. Pietro Cimino[13] grĂŒĂt Sie in Ihrer und in seiner Muttersprache, und die Mutter der kleinen Daniela Bonavita hat mir Ihren Brief ins Deutsche ĂŒbersetzt, da ich nur einen Teil selbst verstehen konnte.
Ich bedanke mich noch einmal bei Ihnen fĂŒr Ihre freundschaftliche Antwort und fĂŒr Ihr Interesse. Sehr herzliche GrĂŒĂe fĂŒr Sie und alles Gute fĂŒr Ihre Zukunft. Hoffentlich ist es eine friedliche Zukunft fĂŒr uns alle!
In Freundschaft
Ihre
Inge Barth
P.S. Sicherlich kennen Sie den in Amerika lebenden Schriftsteller und Philosophen ERICH FROMM.[14]Â Eines seiner BĂŒcher heiĂt:
Die Anatomie der menschlichen DestruktivitÀt
Erich Fromm bringt in seinem Buch Analysen von 3 Personen, die in der damaligen Zeit so entscheidende Rollen gespielt haben: Hitler, Himmler und Stalin. Ich habe das Buch mit groĂem Interesse gelesen. Falls Sie es noch nicht kennen, so glaube ich, es könnte auch fĂŒr Sie lesenswert sein, selbst wenn es eine Menge trauriger und erschĂŒtternder Emotionen in Ihnen wachrufen wird.
Inge Barth
Ortelsburger Str. 8
7000 Stuttgart – 50
Bad Cannstatt, 1/03/80
Caro Signor Levi!
La ringrazio di cuore per la Sua lettera. Ă bello che mi abbia scritto, mi ha fatto davvero molto piacere.
SĂŹ, Lei ha ragione nel dire che lâimpotenza dei prigionieri nel lager non era certo paragonabile a quella del cittadino tedesco medio nel Terzo Reich. Nel lager, ogni forma di attivitĂ era senza speranza, condannata fin dallâinizio al fallimento.
Era senza speranza anche il solo pensiero di poter fare qualcosa.
Si tratta, senza dubbio, di un obiettivo altissimo e forse utopico nella situazione in cui ci troviamo. E, nel momento stesso in cui decidiamo di perseguirlo, sappiamo giĂ di avere poche probabilitĂ di raggiungerlo. Ma allora che senso ha porsi obiettivi che non potranno mai essere raggiunti?[10]Â In questo caso, un obiettivo irraggiungibile dovrebbe almeno fungere da punto di riferimento, orientare le nostre azioni e proteggerci dai peggiori pericoli. Piccole istanze producono piccoli effetti e piccoli successi. Solo grandi e nobili istanze potrebbero, in determinate circostanze, quanto meno avvicinarci a uno stato ideale.
La ringrazio ancora una volta per la Sua risposta amichevole e per il Suo interesse. Le invio i miei piĂč cordiali saluti e i migliori auguri per il Suo futuro. Sperando che sia, per tutti noi, un futuro di pace.
Con amicizia SuaÂ
Inge Barth
P.S. Sicuramente Lei conoscerĂ lo scrittore e filosofo ERICH FROMM,[14]Â che vive in America. Uno dei suoi libri si intitola:
Anatomia della distruttivitĂ umana
Nel suo libro, Erich Fromm presenta le analisi di tre personaggi che allâepoca ricoprivano ruoli decisivi: Hitler, Himmler e Stalin. Ho letto il libro con grande interesse. Se ancora non lo conosce, credo che potrebbe essere interessante anche per Lei, per quanto potrebbe suscitarLe molte emozioni tristi e sconvolgenti.
Inge Barth Ortelsburger Str. 8 7000 Stuttgart â 50
Bad Cannstatt, March 1, 1980
Â
Dear Mr. Levi,
Thank you so much for your letter. It is nice that you wrote to me, and I was very pleased to receive it.
Yes, you are right when you say that the powerlessness of the prisoners in the camp was of course not comparable to that of the average German citizen in the Third Reich. In the camp, all activities were hopeless and doomed to failure from the outset.
The mere thought of any activity was hopeless.
The German people did indeed have other options. I think what I wanted to express with my comparison was that in every situation there are different types of people with different reactionsâin freedom as well as in captivity. If one wanted to distinguish between two groups in general, one would be the group of passive, accepting, possibly also mentally inactive or mentally resigned people. And the others belonged to the group of the active, hopeful, engaged, at least in spirit and thinking. But as you rightly say, passivity or activity was not a significant difference in Auschwitz and could not determine freedom or lack thereof.
You are right to accuse some of the intellectuals of Germany at that time of having lived in obedient agreement or approval of Hitlerâs state. I can only ask you not to forget, in your justified accusations, the many people who emigrated[1], were persecuted, or were forced to flee, such as: Hannah Arendt, Bloch, Horkheimer, Marcuse, Adorno, Brecht, Auerbach, Broch, Musil, KĂ€stner, Werfel, Zuckmayer, Heinrich and Thomas Mann, Tillich, Unseld, Max Reinhardt, Strawinski, Schönberg, Hindemith, Klemperer, Weill, Bruno Walter and Friedrich HollĂ€nder, to name but a few. I took these names from a recent report in our daily newspaper. In it, a German journalist reports from Washington, where a three-day colloquium on the intellectual exodus from Germany during that period had just been held at the Smithsonian Institute: âThe Muses Flee from Hitler.â[2] In response to a question from an American participant about how this immense intellectual loss could have been accepted at the time, Alan Beyerchen said in his opening speech: âThe roots of the Germansâ hostility to intellectualism go back a long way into the nineteenth century,[3] and Jews, liberals, Marxists, and intellectuals were so closely identified with the unpopular Weimar Republic by the resulting, well-known German national sentiment that a large part of the German population, even a large part of the academic elite, was only too willing to sacrifice creativity and excellence for a misunderstood cultural homogeneity.â[4] The report concludes: âIt is thought-provoking that even today, the Federal Republic of Germany has not thoroughly addressed this exodus,[5] and indeed seems to deny it altogether. Greater efforts should have been made to reverse it and offer artists and scientists a spiritual home once again.â[6]Â
Dear Mr. Levi, this concluding sentence expresses the same thoughtfulness that both you and I had when considering the current state of affairs. Where do we stand now? We in Germanyâbut also all people throughout the world? Today, we must think beyond the guilt of the past, because aggression is coming at people and humanity from many sides and is no longer as firmly fixed as it was back then on Hitlerâs state.[7] It seems to me that the reactions to the crisis in Afghanistan at least suggest that people around the world have become more vigilant[8] and are no longer willing to simply accept injustice and oppression. The only question is whether, for example, this trial of strength can still be negotiated verbally, or whether, in order to save âworld peace,â we will once again have to stand by and watch as the Afghan people fight alone for their freedomâand probably ultimately fail?[9] Fear has us firmly in its grip; fear is used to manipulate, to blackmail, and to violate. Where are the limits of human resilience? Are we strong enough to defend ourselves against oppression and injustice? Do we have the strength and, above all, the willingness and ability to fight for good, justice, truth, peace, and humanity? Or do we have the strengthâbut no longer the means? Is it not the case that, in pursuing our goals, we bring humanity to the brink of extinction every time? And have we recognized that technology, progress, and materialism cannot be humanityâs ultimate goals? I would even venture to ask the somewhat unusual question: Have we finally rediscovered our hearts and souls? Certainly not. But with this goal in mind, we should try to continue living and also try to educate our children in this spirit. If all people on this earth want peace together, then no power on earth can seriously endanger that peace.
In our situation, this is certainly a very lofty and very fantastic goal. And while we set this goal for ourselves, we probably already know that we can never achieve it. Is it even possible to set goals if they can never be achieved?[10] In this case, the unattainable goal should at least be a point of reference that determines our actions and can protect us from the worst things. Small demands bring small effects and small successes. With big and lofty demands, we might at least be able to get closer to an ideal situation.
Â
Dear Mr. Levi, the children in my school class[11] are seven and eight years old. I told them about your book and your sad experiences in Auschwitz. They all wanted to make you happy and are sending you these pictures with warm regards.[12] As you know, we also have many children from abroad in our schools. And there are no nationality problems in our classes. Pietro Cimino[13] sends you greetings in your and his native language, and the mother of little Daniela Bonavita translated your letter into German for me, as I could only understand part of it by myself.
I would like to thank you once again for your friendly reply and for your interest. Warmest regards to you and all the best for your future. Let us hope it will be a peaceful future for us all!
In friendship, Yours,
Inge Barth
Â
P.S. Surely you are familiar with the writer and philosopher ERICH FROMM[14], who lives in America. One of his books is titled:
            The Anatomy of Human Destructiveness
In his book, Erich Fromm analyzes three individuals who played such decisive roles at that time: Hitler, Himmler, and Stalin. I read the book with great interest. If you are not yet familiar with it, I believe it could be worth reading for you, too, even if it might bring up a lot of sad and disturbing emotions.
Â
Inge Barth Ortelsburger Str. 8 7000 Stuttgart – 50
Â
Bad Cannstatt, den 1. 3. 80
Lieber Herr Levi!
Ich bedanke mich ganz herzlich fĂŒr Ihren Brief. Es ist schön, daĂ Sie mir geschrieben haben, und ich habe mich sehr darĂŒber gefreut.
Ja, Sie haben recht, wenn Sie sagen, daĂ die Impotenz der Gefangenen im Lager natĂŒrlich nicht vergleichbar war mit derjenigen der deutschen DurchschnittsbĂŒrger im Dritten Reich. Im Lager waren sĂ€mtliche AktivitĂ€ten hoffnungslos und schon von Anfang an zum Scheitern verurteilt.
Die bloĂen Gedanken an irgedeine AktivitĂ€t waren hoffnungslos.
Da hatten die deutschen Menschen tatsĂ€chlich andere Möglichkeiten. Ich glaube, ich wollte mit meinem Vergleich mehr zum Ausdruck bringen, daĂ es in jeder Situation verschiedene Menschentypen mit verschiedenen Reaktionen gibt â in der Freiheit genauso wie in der Gefangenschaft. Wenn man ganz allgemein 2 Gruppen unterscheiden wollte, dann wĂ€re das eine etwa die Gruppe der Passiven, Hinnehmenden, womöglich auch geistig UntĂ€tigen oder geistig Resignierenden. Und die anderen gehörten zu der Gruppe der Aktiven, Hoffnungsvollen, Agierenden, zumindest im Geistigen, und Denkenden. Aber wie Sie richtig sagen, PassivitĂ€t oder AktivitĂ€t, das war in Auschwitz kein wesentlicher Unterschied und konnte nicht ĂŒber Freiheit oder Unfreiheit entscheiden.
Mit Recht werfen Sie einem Teil der Intellektuellen des damaligen Deutschlands vor, daĂ sie in gehorsamem EinverstĂ€ndnis oder in Zustimmung zum Hitlerstaat gelebt haben. Ich kann Sie dazu nur bitten, bei Ihren berechtigten VorwĂŒrfen die vielen Menschen nicht zu vergessen, die emigrierten,[1] verfolgt wurden oder sich zur Flucht veranlaĂt sahen, so etwa: Hannah Arendt, Bloch, Horkheimer, Marcuse, Adorno, Brecht, Auerbach, Broch, Musil, KĂ€stner, Werfel, Zuckmayer, Heinrich und Thomas Mann, Tillich, Unseld, Max Reinhardt, Strawinski, Schönberg, Hindemith, Klemperer, Weill, Bruno Walter und Friedrich HollĂ€nder, um nur einige zu nennen. Ich habe diese Namen einem erst kĂŒrzlich erschienen Bericht in unserer Tageszeitung entnommen. Darin berichtet eine deutsche Journalistin aus Washington, wo jetzt gerade 3 Tage lang im Washingtoner Smithsonian â Institut ein Kolloquium stattgefunden hat, das sich mit dem geistigen Exodus des damaligen Deutschlands befaĂte: Die Musen fliehen vor Hitler.[2] Auf die Frage eines amerikanischen Teilnehmers, wie denn dieser immense geistige Verlust damals ĂŒberhaupt hingenommen habe werden können, sagte Alan Beyerchen in seinem Eröffnungsreferat: âDie Wurzeln der geistfeindlichen Haltung der Deutschen gehen nun einmal weit ins neunzehnte Jahrhundert zurĂŒck,[3] und Juden, Liberale, Marxisten und Intellektuelle sind von dem daraus erwachsenen, sattsam bekannten deutschen Volksempfinden so sehr mit der ungeliebten Weimarer Republik identifiziert worden, daĂ ein groĂer Teil der deutschen Bevölkerung, ja selbst ein groĂer Teil der akademischen Elite, nur allzu willens gewesen ist, KreativitĂ€t und Exzellenz einer falsch verstandenen kulturellen HomogenitĂ€t zu opfernâ.[4] Zum SchluĂ heiĂt es in dem Bericht: âEs stimmt nachdenklich, daĂ man sich auch heute noch in der Bundesrepublik mit diesem Exodus nicht grĂŒndlich auseinandergesetzt hat,[5] ja ihn geradezu zu negieren scheint. Die Anstrengungen, ihn rĂŒckgĂ€ngig zu machen, KĂŒnstlern und Wissenschaftlern erneut eine geistige Heimat zu bieten, hĂ€tten gröĂer sein mĂŒssenâ.[6]
Lieber Herr Levi. Dieser SchluĂsatz bringt die gleiche Nachdenklichkeit zum Ausdruck, die sowohl Sie als auch ich hatten bei der Frage nach dem heutigen Stand der Dinge. Wo stehen wir jetzt? Wir in Deutschland â und aber auch alle Völker in der ganzen Welt? Heute mĂŒssen wir weiter denken als nur an die Schuld der Vergangenheit, denn die Aggressionen kommen von vielen Seiten auf die Menschen und auf die Menschheit zu und sind nicht mehr so fest fixiert wie damals auf den Hitlerstaat.[7] Es scheint mir, daĂ man aus den Reaktionen auf die Afghanistankrise doch zumindest schlieĂen kann, daĂ die Menschen in aller Welt heute wachsamer geworden sind[8] und nicht mehr willens sind, Ungerechtigkeit und UnterdrĂŒckung einfach hinzunehmen. Es fragt sich nur, ob z.B. gerade diese Kraftprobe jetzt noch verbal ausgehandelt werden kann oder ob wir wieder einmal, um den âWeltfriedenâ zu retten, zusehen mĂŒssen, wie das afghanische Volk einsam um seine Freiheit kĂ€mpft â und am SchluĂ wahrscheinlich doch versagen wird?[9] Die Angst hat uns fest in ihrem Griff, mit der Angst wird operiert, mit der Angst wird erpreĂt und vergewaltigt. Wo sind die Grenzen der menschlichen Belastbarkeit? Sind wir stark genug, uns gegen UnterdrĂŒckung und Unrecht zu wehren? Haben wir die Kraft und vor allem die Bereitschaft und Möglichkeit, fĂŒr das Gute, das Recht, die Wahrheit, den Frieden und die Menschlichkeit zu kĂ€mpfen? Oder haben wir die Kraft â aber keine Möglichkeiten mehr? Ist es nicht so, daĂ wir bei der Wahrnehmung unserer Möglichkeiten die Menschheit jedesmal an den Abgrund ihrer Existenz bringen? â und haben wir erkannt, daĂ Technik, Fortschritt und Materie nicht die endgĂŒltigen Zielsetzungen der Menschheit sein können? Ich wĂŒrde vielleicht sogar die etwas ungewöhnliche Frage wagen: Haben wir endlich unsere Herzen und unsere Seelen wiedergefunden? Sicherlich nicht. Aber mit diesem Ziel vor Augen sollten wir weiterzuleben versuchen und auch versuchen, unsere Kinder in diesem Sinne zu erziehen. Wenn alle Menschen auf dieser Erde gemeinsam den Frieden wollen, dann kann keine Macht der Erde diesen Frieden ernstlich in Gefahr bringen.
Eine sehr hohe und sehr phantastische Zielsetzung ist das in unserer Situation auf jeden Fall. Und wĂ€hrend wir uns dieses Ziel setzen, wissen wir wahrscheinlich schon, daĂ wir es niemals erreichen können. Kann man sich dann ĂŒberhaupt Ziele setzen, wenn sie nie erreicht werden können?[10] In diesem Fall sollte uns das nie erreichbare Ziel wenigstens ein Orientierungspunkt sein, der unser Handeln bestimmt und uns vor den schlimmsten Dingen bewahren kann. Kleine Forderungen bringen kleine Wirkungen und kleine Erfolge. Durch groĂe und hohe Forderungen könnten wir uns unter UmstĂ€nden doch wenigstens einem Idealzustand nĂ€hern.
Lieber Herr Levi. Die Kinder in meiner Schulklasse[11] sind 7 und 8 Jahre alt. Ich habe ihnen von Ihrem Buch und von Ihren traurigen Erlebnissen in Auschwitz erzĂ€hlt. Alle wollten Ihnen eine Freude machen und schicken Ihnen diese Bilder mit recht herzlichen GrĂŒĂen.[12]Wie Sie wissen, haben wir auch viele Kinder aus dem Ausland in unseren Schulen. Und es gibt in unseren Klassen keine NationalitĂ€tenprobleme. Pietro Cimino[13] grĂŒĂt Sie in Ihrer und in seiner Muttersprache, und die Mutter der kleinen Daniela Bonavita hat mir Ihren Brief ins Deutsche ĂŒbersetzt, da ich nur einen Teil selbst verstehen konnte.
Ich bedanke mich noch einmal bei Ihnen fĂŒr Ihre freundschaftliche Antwort und fĂŒr Ihr Interesse. Sehr herzliche GrĂŒĂe fĂŒr Sie und alles Gute fĂŒr Ihre Zukunft. Hoffentlich ist es eine friedliche Zukunft fĂŒr uns alle!
In Freundschaft
Ihre
Inge Barth
P.S. Sicherlich kennen Sie den in Amerika lebenden Schriftsteller und Philosophen ERICH FROMM.[14]Â Eines seiner BĂŒcher heiĂt:
Die Anatomie der menschlichen DestruktivitÀt
Erich Fromm bringt in seinem Buch Analysen von 3 Personen, die in der damaligen Zeit so entscheidende Rollen gespielt haben: Hitler, Himmler und Stalin. Ich habe das Buch mit groĂem Interesse gelesen. Falls Sie es noch nicht kennen, so glaube ich, es könnte auch fĂŒr Sie lesenswert sein, selbst wenn es eine Menge trauriger und erschĂŒtternder Emotionen in Ihnen wachrufen wird.
Inge Barth
Ortelsburger Str. 8
7000 Stuttgart – 50
Bad Cannstatt, 1/03/80
Caro Signor Levi!
La ringrazio di cuore per la Sua lettera. Ă bello che mi abbia scritto, mi ha fatto davvero molto piacere.
SĂŹ, Lei ha ragione nel dire che lâimpotenza dei prigionieri nel lager non era certo paragonabile a quella del cittadino tedesco medio nel Terzo Reich. Nel lager, ogni forma di attivitĂ era senza speranza, condannata fin dallâinizio al fallimento.
Era senza speranza anche il solo pensiero di poter fare qualcosa.
Si tratta, senza dubbio, di un obiettivo altissimo e forse utopico nella situazione in cui ci troviamo. E, nel momento stesso in cui decidiamo di perseguirlo, sappiamo giĂ di avere poche probabilitĂ di raggiungerlo. Ma allora che senso ha porsi obiettivi che non potranno mai essere raggiunti?[10]Â In questo caso, un obiettivo irraggiungibile dovrebbe almeno fungere da punto di riferimento, orientare le nostre azioni e proteggerci dai peggiori pericoli. Piccole istanze producono piccoli effetti e piccoli successi. Solo grandi e nobili istanze potrebbero, in determinate circostanze, quanto meno avvicinarci a uno stato ideale.
La ringrazio ancora una volta per la Sua risposta amichevole e per il Suo interesse. Le invio i miei piĂč cordiali saluti e i migliori auguri per il Suo futuro. Sperando che sia, per tutti noi, un futuro di pace.
Con amicizia SuaÂ
Inge Barth
P.S. Sicuramente Lei conoscerĂ lo scrittore e filosofo ERICH FROMM,[14]Â che vive in America. Uno dei suoi libri si intitola:
Anatomia della distruttivitĂ umana
Nel suo libro, Erich Fromm presenta le analisi di tre personaggi che allâepoca ricoprivano ruoli decisivi: Hitler, Himmler e Stalin. Ho letto il libro con grande interesse. Se ancora non lo conosce, credo che potrebbe essere interessante anche per Lei, per quanto potrebbe suscitarLe molte emozioni tristi e sconvolgenti.
Inge Barth Ortelsburger Str. 8 7000 Stuttgart â 50
Bad Cannstatt, March 1, 1980
Â
Dear Mr. Levi,
Thank you so much for your letter. It is nice that you wrote to me, and I was very pleased to receive it.
Yes, you are right when you say that the powerlessness of the prisoners in the camp was of course not comparable to that of the average German citizen in the Third Reich. In the camp, all activities were hopeless and doomed to failure from the outset.
The mere thought of any activity was hopeless.
The German people did indeed have other options. I think what I wanted to express with my comparison was that in every situation there are different types of people with different reactionsâin freedom as well as in captivity. If one wanted to distinguish between two groups in general, one would be the group of passive, accepting, possibly also mentally inactive or mentally resigned people. And the others belonged to the group of the active, hopeful, engaged, at least in spirit and thinking. But as you rightly say, passivity or activity was not a significant difference in Auschwitz and could not determine freedom or lack thereof.
You are right to accuse some of the intellectuals of Germany at that time of having lived in obedient agreement or approval of Hitlerâs state. I can only ask you not to forget, in your justified accusations, the many people who emigrated[1], were persecuted, or were forced to flee, such as: Hannah Arendt, Bloch, Horkheimer, Marcuse, Adorno, Brecht, Auerbach, Broch, Musil, KĂ€stner, Werfel, Zuckmayer, Heinrich and Thomas Mann, Tillich, Unseld, Max Reinhardt, Strawinski, Schönberg, Hindemith, Klemperer, Weill, Bruno Walter and Friedrich HollĂ€nder, to name but a few. I took these names from a recent report in our daily newspaper. In it, a German journalist reports from Washington, where a three-day colloquium on the intellectual exodus from Germany during that period had just been held at the Smithsonian Institute: âThe Muses Flee from Hitler.â[2] In response to a question from an American participant about how this immense intellectual loss could have been accepted at the time, Alan Beyerchen said in his opening speech: âThe roots of the Germansâ hostility to intellectualism go back a long way into the nineteenth century,[3] and Jews, liberals, Marxists, and intellectuals were so closely identified with the unpopular Weimar Republic by the resulting, well-known German national sentiment that a large part of the German population, even a large part of the academic elite, was only too willing to sacrifice creativity and excellence for a misunderstood cultural homogeneity.â[4] The report concludes: âIt is thought-provoking that even today, the Federal Republic of Germany has not thoroughly addressed this exodus,[5] and indeed seems to deny it altogether. Greater efforts should have been made to reverse it and offer artists and scientists a spiritual home once again.â[6]Â
Dear Mr. Levi, this concluding sentence expresses the same thoughtfulness that both you and I had when considering the current state of affairs. Where do we stand now? We in Germanyâbut also all people throughout the world? Today, we must think beyond the guilt of the past, because aggression is coming at people and humanity from many sides and is no longer as firmly fixed as it was back then on Hitlerâs state.[7] It seems to me that the reactions to the crisis in Afghanistan at least suggest that people around the world have become more vigilant[8] and are no longer willing to simply accept injustice and oppression. The only question is whether, for example, this trial of strength can still be negotiated verbally, or whether, in order to save âworld peace,â we will once again have to stand by and watch as the Afghan people fight alone for their freedomâand probably ultimately fail?[9] Fear has us firmly in its grip; fear is used to manipulate, to blackmail, and to violate. Where are the limits of human resilience? Are we strong enough to defend ourselves against oppression and injustice? Do we have the strength and, above all, the willingness and ability to fight for good, justice, truth, peace, and humanity? Or do we have the strengthâbut no longer the means? Is it not the case that, in pursuing our goals, we bring humanity to the brink of extinction every time? And have we recognized that technology, progress, and materialism cannot be humanityâs ultimate goals? I would even venture to ask the somewhat unusual question: Have we finally rediscovered our hearts and souls? Certainly not. But with this goal in mind, we should try to continue living and also try to educate our children in this spirit. If all people on this earth want peace together, then no power on earth can seriously endanger that peace.
In our situation, this is certainly a very lofty and very fantastic goal. And while we set this goal for ourselves, we probably already know that we can never achieve it. Is it even possible to set goals if they can never be achieved?[10] In this case, the unattainable goal should at least be a point of reference that determines our actions and can protect us from the worst things. Small demands bring small effects and small successes. With big and lofty demands, we might at least be able to get closer to an ideal situation.
Â
Dear Mr. Levi, the children in my school class[11] are seven and eight years old. I told them about your book and your sad experiences in Auschwitz. They all wanted to make you happy and are sending you these pictures with warm regards.[12] As you know, we also have many children from abroad in our schools. And there are no nationality problems in our classes. Pietro Cimino[13] sends you greetings in your and his native language, and the mother of little Daniela Bonavita translated your letter into German for me, as I could only understand part of it by myself.
I would like to thank you once again for your friendly reply and for your interest. Warmest regards to you and all the best for your future. Let us hope it will be a peaceful future for us all!
In friendship, Yours,
Inge Barth
Â
P.S. Surely you are familiar with the writer and philosopher ERICH FROMM[14], who lives in America. One of his books is titled:
            The Anatomy of Human Destructiveness
In his book, Erich Fromm analyzes three individuals who played such decisive roles at that time: Hitler, Himmler, and Stalin. I read the book with great interest. If you are not yet familiar with it, I believe it could be worth reading for you, too, even if it might bring up a lot of sad and disturbing emotions.
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Inge Barth Ortelsburger Str. 8 7000 Stuttgart – 50
Â
Info
Note
Tag
Mittente: Inge Lederer-Barth
Destinatario: Primo Levi
Data di stesura: 1980-03-01
Luogo di stesura: Stoccarda
Descrizione del documento: lettera ds. con inserti e sottolineature ms. a biro rossa di Levi; firma ms. a biro nera. Sul foglio 27, nel margine alto, Levi annota a biro rossa: «Barth».
Archivio: Archivio privato di Primo Levi, Torino
Segnatura: Complesso di Fondi primo Levi, Fondo Primo Levi, Corrispondenza, Corrispondenza generale, fasc. 011, sottofasc. 002, doc.003, ff. 27-29.
Fogli: 3, solo recto
DOI:
1
«die vielen MenschenâŠdie emigrierten» Ăš sottolineato ms. a biro rossa.
2
Nel 1980, nellâambito delle attivitĂ legate al centenario della nascita di Albert Einstein, lo Smithsonian Institution organizzĂČ due convegni sul tema dellâesodo di massa degli intellettuali europei durante il nazismo. Il primo si svolse nelle giornate del 7-9 febbraio, ed era intitolato The Muses flee Hitler: Cultural Transfer and Adaptation in the United States 1930-1945 (Le muse fuggono da Hitler: trasferimenti culturali e adattamenti negli Stati Uniti 1930-1945); il secondo, con una prospettiva piĂč ampia fu a fine anno, il 27 e 28 dicembre: The Muses flee Hitler II: Cultural Adaptation in Worldwide Perspective (Le muse fuggono da Hitler II: adattamenti culturali in una prospettiva globale). Come emerge dalla data della lettera e dalla stessa allusione di Barth, il riferimento Ăš al primo dei due convegni, i cui atti sono stati successivamente raccolti in: Jarrell C. Jackman and Carla M. Borden (ed.), The Muses flee Hitler. Cultural transfer and adaptation 1930-1945, Smithsonian Institution Press, Washington D.C., 1983.
3
«Die Wurzeln der⊠Jahrhundert zurĂŒck» Ăš sottolineato ms. a biro rossa.
4
Il passaggio si trova, in formula lievemente modificata, nel contributo di Alan Beyerchen dal titolo Anti-Intellectualism and the Cultural Decapitation of Germany under the Nazis (Anti-intellettualismo e la decapitazione culturale della Germania sotto il Nazismo), pubblicato negli atti del Convegno, in cui si legge: «the Jews, the liberals, and the Marxist socialists. All of these were linked together in one or another form of conspiracy to destroy the purity of the German Volk» («gli ebrei, i liberali, e i marxisti socialisti. Tutti erano considerati come collegati tra loro in una qualche forma di cospirazione atta a distruggere la purezza del popolo tedesco»), cfr. C. Jackman and Carla M. Borden (ed.), The Muses flee Hitler. Cultural transfer and adaptation 1930-1945, Smithsonian Institution Press, Washington D.C., 1983, p. 33.
5«Es stimmt nachdenklichâŠauseinandergesetzt hat» Ăš sottolineato ms. a biro rossa.
6La conclusione dellâarticolo cui Barth fa riferimento testimonia di un dibattito in corso in quegli anni e lascia trasparire una pungente critica nei confronti della Repubblica Federale, accusata di non essersi mai davvero occupata della questione delle emigrazioni degli intellettuali tedeschi durante il nazismo.  Â
7«die Aggressionen kommenâŠden Hitlerstaat» Ăš sottolineato ms. a biro rossa.
8«die MenschenâŠgeworden sind» Ăš sottolineato ms. a biro rossa.
9Il riferimento Ăš alla crisi afghana esplosa alla fine del 1979, quando, in risposta alle proteste della popolazione e al conseguente indebolimento del governo comunista locale, lâURSS inviĂČ le proprie truppe nel tentativo di ristabilire lâordine. Â
10«Kann man sichâŠwerden können?» Ăš sottolineato ms. a biro rossa.Â
11«Die Kinder in meiner Schulklasse» Ú sottolineato ms. a biro rossa.
12Nellâarchivio di Levi sono sono stati rinvenuti i disegni che Barth dice di aver allegato alla sua lettera.Â
13«Pietro Cimino» Ăš sottolineato ms. a biro rossa.Â
14«Erich Fromm» Ăš sottolineato ms. a biro rossa. Levi aveva da poco terminato la lettura di Anatomia della distruttivitĂ umana di Fromm, come testimonia una lettera a Hety Schmitt-Maass del 20 dicembre 1979 (citata in Mengoni, I sommersi e i salvati. Storia di un libro, Quodlibet, Macerata, 2021, pp. 248-49).Â