Wander annuncia che avrĂ un incontro in autunno con i membri del Comitato che ha bocciato il libro, ma raccomanda a Levi di intendere lâinformazione come strettamente confidenziale. In allegato si legge la postfazione dello scrittore austriaco ai libri di Levi.
bitte entschuldigen Sie die spĂ€te Antwort auf Ihren Brief vom 22. MĂ€rz, aber ich war in letzter Zeit sehr viel auf Reise und werde es weiter sein. Einer meiner besten Freunde Hermann Draer[2] in Paris ist gestorben und ich war in Paris und mehrmals in Wien, weil ich dort eine Wohnung kaufen muĂte, um meinem jĂŒngsten Sohn Daniel ein Asyl bieten zu können, er verlĂ€Ăt jetzt die Schule (hier in Berlin) und wird ab Herbst in Wien leben. Ich selbst behalte meinen Wohnsitz 1020 Berlin/DDR, Lichtenbergerstr. 36, und werde also in Wien und in Berlin wohnen, bis auf weiteres. SelbstverstĂ€ndlich können Sie weiter nach Wien schreiben und auch BĂŒcher schicken,[3] was mich sehr freuen wĂŒrde.
Ich werde das nĂ€chstemal wieder im Juni in Wien sein. Wichtige Post wird mir nach Westberlin nachgeschickt, denn ein Brief von Wien nach Berlin-DDR braucht zwei bis drei Wochen, von Paris vier Wochen, von den USA (Luftpost) zwei Monate. Das alles erschwert natĂŒrlich alle menschlichen und auch andere Beziehungen.
Was nun Ihre beiden BĂŒcher betrifft, werde ich im Herbst erst eine Aussprache haben, mit jenen Leuten, die ein Veto einlegten.[4] Das bedeutet ein Jahr Aufschub des Erscheinens Ihrer BĂŒcher, wenn ĂŒberhaupt. Zum Trost möchte ich Ihnen sagen (oder habe es schon gesagt) daĂ auch mein Siebenter Brunnen von den gleichen Leuten verhindert wurde und ich ein Jahr lang kĂ€mpfen muĂte, damit das Buch erscheinen konnte.[5]
Ich freue mich, daĂ Ihr Buch Atempause nun auch in einer Taschenbuchausgabe in der Bundesrepublik erschienen ist. Ich empfehle es allen Leuten mit groĂem Eifer und ernte viel Dank dafĂŒr. Ich finde es erstaunlich, daĂ Ihre BĂŒcher in deutschsprachigem Gebiet noch nicht jenes Aufsehen erregen, das sie verdienen. Ich werde Ihnen weiter schreiben, wie es hier um den Druck Ihrer BĂŒcher steht, aber bitte behandeln Sie alle meine Informationen als vertraulich, eigentlich sollten Sie wenig davon erfahren, solche Dinge werden hier unter AusschluĂ der Ăffentlichkeit behandelt. Niemand erfĂ€hrt, warum manche BĂŒcher nicht erscheinen sollen. Ich begrĂŒĂe Sie sehr herzlich und
wĂŒnsche mir noch mehr BĂŒcher von Ihnen
Fred Wander
Nachwort[6]
(Aus einem Brief: Fred Wander an Primo Levi)
Sie haben gewiĂ sehr viele Verehrer unter Ihren Lesern, in vielen LĂ€ndern, und Sie wissen â die besten Verehrer sind meist diejenigen, die nichts sagen, nicht schreiben und wenn sie Ihnen persönlich begegnen, sich schweigend im Hintergrund halten.
Wenn ich nun aus der Reihe der stillen Verehrer Ihrer BĂŒcher in die Reihe der anderen trete, die ihren GefĂŒhlen und Gedanken Ausdruck geben möchten, dann nur, weil der Aufbau-Verlag in Berlin mich gebeten hat, Ihnen beiden BĂŒchern, die hier erscheinen sollen (Ist das ein Mensch und Atempause) ein Nachwort beizufĂŒgen.
Ich möchte gleich vorweg nehmen:[7] Vorallem auf den ersten Seiten Ihrer ErzĂ€hlung Atempause finde ich die bedeutendsten und schönsten SĂ€tze zu diesem Thema, die ich kenne. Ihre BĂŒcher sind nicht nur Dokumente einer schrecklichen Vergangenheit, sie sind voll Wahrheit und WĂŒrde, Anmut des Geistes, Witz und Poesie und WĂ€rme. Sie sind gewiĂ ein sehr liebenswerter Mensch und das Denken an Sie macht froh! Das ist die Vorrede, verzeihen Sie meinen jugendlichen Ăberschwang, ich bin 65 Jahre alt, ein Leidensgenosse, Jude, HĂ€ftling seit Beginn des Krieges in französischen Lagern, dann deportiert und bis zum Ende in deutschen Konzentrationslagern.
Aus Ihren Brief an den Ăbersetzer Heinz Riedt erfahren wir:
âDoch ich kann nicht sagen, daĂ ich die Deutschen verstehe. Und was man nicht verstehen kann, bildet eine schmerzhafte Leere, ist ein Stachel, ein dauernder Drang, der ErfĂŒllung fordert.â[8]
Sie schlieĂen dann mit der Hoffnung, daĂ Ihnen vielleicht âdie Natur des Widerhallsâ Ihres Buches, erlauben wird, die Deutschen besser zu verstehen.
Ich möchte diesen Satz auf den Kopf stellen und die Behauptung wagen, daĂ nur sehr wenige Menschen, auch in Deutschland, diesen âgröĂten Ausbruch der Barbarei seit Menschengedenkenâ (Adorno)[9] verstanden haben, die tiefen HintergrĂŒnde der Katastrophe wahrzunehmen imstande sind und daĂ wir Bewohner deutscher SprachrĂ€ume vielleicht an dem Widerhall der Ereignisse in anderen HemisphĂ€ren lernen werden, das PhĂ€nomen des Völkermordes im âLande der Dichter und Denkerâ zu begreifen. Sie selbst deuten die Sprach- und Denkschwierigkeiten in fast prophetischen Worten an: âDaher â und dies ist das ungeheuerliche Privileg unserer Generation und meines Volkes â hat niemals jemand besser als wir die unheilbare Natur der VersĂŒndigung begreifen können, die sich ausbreitet wie eine ansteckende Krankheit. Es ist unsinnig zu glauben, sie könne durch menschliche Gerechtigkeit getilgt werden. Sie ist eine unerschöpfliche Quelle des Bösen: Sie zerbricht Körper und Seele der Betroffenen löscht sie aus und erniedrigt sie; sie fĂ€llt als Schande auf die UnterdrĂŒcker zurĂŒck, schwelt als HaĂ in den Ăberlebenden fort und wuchert weiter auf tausend Arten, gegen den Willen aller, als Rachedurst, als moralisches Nachgeben, als MĂŒdigkeit und Verzichtâ.[10]
Man muĂ diese SĂ€tze widerholen, sie sich fest einprĂ€gen, darf sie nicht vergessen! Denn wenn wir sie Wort fĂŒr Wort uns vor Augen fĂŒhren, werden wir finden, daĂ Sie in Ihren BefĂŒrchtungen recht behalten haben: Die Macht- und BesitzverhĂ€ltnisse in der Bundesrepublik, welche das Hitlerreich und die Verwaltungsmörder aufgepĂ€ppelt[11] haben, sind unangetastet die gleichen geblieben, die Restauration nicht nur der politisch-sozialen und psychologischen KrĂ€fte ist ein fortschreitender, vehementer ProzeĂ, wenn auch unter dem Deckmantel Parlamentarischer Demokratie. â Das Nachleben des Nationalsozialismus betrachtet Theodor W. Adorno in seinem Essay Aufarbeitung der Vergangenheit
â âin der Demokratie als potentiell bedrohlicher, denn das Nachleben faschistischer Tendenzen gegen die Demokratieâ![12]
In der DDR wurde nach 1945 mit dem Faschismus grĂŒndlich/aufgerĂ€umt, der Beamten- und Verwaltungsapparat nazistischer Herkunft wurde zerstört, als Jude und ehemaliger KZ-HĂ€ftling erlaube ich mir festzustellen, daĂ im Gegensatz zu den in der Bundesrepublik sich hĂ€ufenden ErklĂ€rungen von deutschen Juden, hier das Problem des Antisemitismus zunĂ€chst gelöst erscheint, jedenfalls sind mir in vielen Jahren des Aufenthaltes in der DDR keine BelĂ€stigungen solcher Art widerfahren, wie sie drĂŒben sich wieder offen zeigen, in dem MaĂe, daĂ viele zurĂŒckgekehrte Juden heute fragen, ob es nicht ein Fehler war, deutschen Boden wieder zu betreten.
Bei aller Anerkennung der hier (in der DDR) geleisteten Arbeit, wenn man die âBewĂ€ltigung der Vergangenheitâ als Arbeit betrachten will, sollten wir uns jedoch alle die Frage stellen, ob die Ereignisse in Deutschland vor 1945,[13] vorallem die Vernichtung eines groĂen Teiles des deutschen, wie des europĂ€ischen Judentuns, durch einen politischen Akt, durch Gesetze und Regeln, administrativ also aus der Welt zu schaffen sind.[14] Ob die AufklĂ€rung der Jugend richtig verstanden wurde, ob sie richtig gelehrt wird, ob nicht sowohl die politische Arbeit mit der Jugend, als auch die allgemeine AufklĂ€rung in dieser Richtung noch verbesserungswĂŒrdig wĂ€ren? Ob nicht auch hier moralisches Nachgeben, MĂŒdigkeit und Verzicht sich einschleichen.[15]
Und wer von uns Zeitgenossen, ĂŒberlebenden Zeugen, Opfern oder Mitwissern, könnte sich freisprechen von dem Vorwurf der moralischen Nachgiebigkeit, der MĂŒdigkeit und des Verzichts, nĂ€mlich des Verzichtes darauf, wenigstens vor sich selbst bestehen[16] zu können! So gesehen sind Ihre beiden BĂŒcher eine Herausforderung an uns alle, nicht Gerechtigkeit zu erlangen,[17] denn das ist unmöglich, wie uns bewiesen wird, â sondern nicht aufzugeben in dem BemĂŒhen, unsere Selbstachtung wieder zu gewinnen oder dort, wo wir sie vielleicht erlangt haben, nicht wieder entgleiten zu lassen, denn das ist die ganze Wahrheit: Es gibt keine Reinigung und keine BewĂ€ltigung und keine âAufarbeitung der Vergangenheitâ durch einen politischen Akt oder durch VerfĂŒgungen oder durch Macht, sondern nur das tĂ€gliche âRingen mit sich selbstâ,[18] â um mit Goethe zu reden, das âunersĂ€ttliche Verlangenâ nach Reinigung!
Ein groĂes Thema, dem sich bedeutende deutsche Schriftsteller und Denker mit Beharrlichkeit widmen, Anna Seghers, Christa Wolf, Franz FĂŒhmann, Stefan Hermlin, Stephan Heym, Peter Weiss, Rolf Hochhuth, Heinrich Böll,[19]Theodor V. Adorno, Max Frisch, die Liste lĂ€Ăt sich betrĂ€chtlich erweitern, und wir können nicht daran vorbeigehen, daĂ sowohl in der Bundesrepublik, als auch anderswo sich neue Stimmen erheben, noch keine Bewegung, aber Kerne um neue Ansatzpunkte des Denkens.
Die unerschöpfliche Quelle des Bösen, wie ist sie auszumachen?[20] Durch Beschreibung? Ihr Buch Ist das ein Mensch sehe ich nicht einfach als Anklage und nicht nur als Bericht eines Augenzeugen, es ist die Aufforderung an jeden von uns, unsere Instrumente des Nachdenkens und der Beobachtung daran zu messen, zu prĂŒfen und zu schĂ€rfen. Nicht nur genaue Beschreibung und Möglichkeiten der Folter, sondern Röntgenbild einer Verhaltensweise, in allen ihren komplizierten Spielarten, die ich (fĂŒr eine stichfeste Definition ist hier nicht der Platz) als Zerrbild und letzte Ausgeburt[21] preussisch-deutschen Denkens bezeichnen möchte. Ihre Psychologie des Lagerlebens zeigt uns: Das Lager ist das genaue Abbild, das zur Karikatur[22] geronnene Muster dieser Art zu denken. Wenn die oberste Maxime â Befehl und Gehorsam, der alle anderen Tugenden untergeordnet sind â zu gewissen Zeiten lebensrettend fĂŒr die Nation gewesen sein soll, so ist sie, wie jedes zum Dogma geschmolzene Denken, nun die versteinerte Form geworden, in der jedes Leben erstickt.
âMit der absurden PrĂ€zision, an die wir uns spĂ€ter gewöhnen sollten, nahmen die Deutschen den Apell vor. âWieviel StĂŒck?â fragte der OberscharfĂŒhrerâŠââ âUnd dort bekamen wir die ersten SchlĂ€ge. Das war so neu fĂŒr uns und so unsinnig, daĂ wir keinen Schmerz empfanden, weder körperlichen noch seelischen. Nur tiefe Verwunderung: Wie kann man einen Menschen ohne Zorn schlagen?â Die Gestiefelten schlugen jedoch. Und â… stets mit der gelassenen Sicherheit dessen, der nichts als seinen tagtĂ€glichen Dienst versieht.â[23]
Kein Schmerz, nur tiefe Verwunderung. Als Picasso die Zerstörung der Stadt Guernica malte, warf er nicht nur alle herkömmlichen akademischen Regeln der Malkunst von sich, er bediente sich einer Sprache, die bis heute nicht sehr viele Menschen wirklich verstanden haben. Keine Anklage in der traditionellen Form, âjâaccuse!â, sondern der Versuch, neue Zeichen zu finden fĂŒr die Tatsache, daĂ der Sinnlosigkeit des Mordens mit den ĂŒberkommenen Formeln nicht mehr Einhalt geboten werden kann.
Und Tadeusz RĂłĆŒewicz sagt (Ich denke zurĂŒck an das Jahr 1945): âIch wandte mich damals ab von den Ă€sthetischen Quellen. Quelle der Kunst â dachte ich â kann nur die Ethik sein, aber beide Quellen, die eine wie die andere waren versiegt; âder Mörder hatte darin seine HĂ€nde gewaschen.ââ[24]
Und Sie, Primo Levi, schreiben: âDa merken wir zum erstenmal, daĂ unsere Sprache keine Worte hat, diese Schmach zu Ă€uĂern, dies Vernichten eines Menschen.â Dann etwas weiter: â… werden wir reden, so wird man uns nicht anhören, und wird man uns auch anhören, so wird man uns nicht verstehen. Auch den Namen wird man uns nehmen; wollen wir ihn bewahren, so mĂŒssen wir in uns selber die Kraft dazu findenâŠâ[25]
In uns selber die Kraft dazu finden, wie macht man das? Indem Sie den Abstieg in die Tiefe beschreiben, mit SĂ€tzen, die wie Beilhiebe erschrecken, mit leidenschaftsloser Beharrlichkeit und jener inneren Ruhe, die dem Ausgelöschtsein folgt, aus der BewĂ€ltigung, aus der Gnade ĂŒberlebt zu haben, â und indem Sie uns wie auf einer Landkarte die Leidensstationen des Menschen zeigen, Golgatha heute, und gleichzeitig eine fast vollstĂ€ndige Anatomie des Bösen entwerfen, enthĂŒllen sich den Leser die quellen der Kraft, fĂŒr die unsere Sprache auch keine Worte hat: unausgesprochen, aus jeder Zeile schwingt diese menschliche und magische Möglichkeit zu ĂŒberleben und zu bezeugen!
Viele Beispiele von SolidaritĂ€t und Trauer in Ihren beiden BĂŒchern weisen uns â wie dem DĂŒrstenden â den Weg zu den Quellen. Ein Beispiel, das mancher Leser ĂŒberlesen mag, und das man herausstellen sollte, in deutschen LĂ€ndern, wo der DĂŒnkel[26] gegenĂŒber anderen Völkern, vornehmlich den östlichen, sich wieder â und oft unangefochten â bemerkbar macht: âDiese wenigen Ăberlebenden der jĂŒdischen Kolonie von Saloniki, mit ihren zwei Sprachen, Spanisch und Griechisch, und mit ihren vielfĂ€ltigen Jobs, sind die Bewahrer einer konkreten, irdischen, wohl bedachten Weisheit, in der sich die Ăberlieferungen aller Mittelmeerkulturen treffen. Mag auch im Lagerleben diese Weisheit als systematisch und wissenschaftlich betriebener Diebstahl, als Sturm auf die Ămter und als Monopolisierung der Tauschbörse in Erscheinung treten, so darf man nicht vergessen, daĂ die Abscheu vor sinnloser BrutalitĂ€t und das erstaunlich ausgeprĂ€gte BewuĂtsein vom Fortbestand einer zumindest potentiellen menschlichen WĂŒrde die Griechen zur geschlossensten und in diesem Sinne such zivilisiertesten Gruppe des Lagers machen.â[27]
Verfall einer Sprache, wo Inhalt und Form auseinanderklaffen, wo unser âhochempfindliches Signalsystemâ, das wir in uns ausgebildet haben, anschlĂ€gt,[28] wenn wir in deutscher Sprache die Wörter Heimat hören und Vaterlandsliebe oder TĂŒchtigkeit, FleiĂ, Ordnung, Gehorsamkeit und Korrektheit, Pflicht und Bescheidenheit, â spĂ€testens nach den Bekanntwerden der berĂŒchtigten Rede Himmlers, an 4. Oktober 1943, vor SS-FĂŒhrern, sollte dieser Verfall einer Sprache, der Bruch quer durch diese Nation, die Alarmglocke klingeln lassen: âGanz klar, steht in unserem Programm, Ausschaltung der Juden, Ausrottung, machen wir… Dies durchgehalten zu haben und dabei â abgesehen von Ausnahmen menschlicher SchwĂ€chen â anstĂ€ndig geblieben zu sein, das hat uns hart gemacht. Das ist ein niemals geschriebenes und niemals zu schreibendes Ruhmesblatt unserer Geschichte.â
In der Bundesrepublik dĂŒrfen heute noch ehemalige Hitlergenerale und andere âWĂŒrdentrĂ€gerâ des Verbrecherstaates, von Ihren Taten reden, als wĂ€ren sie rechtens gewesen, als wĂ€ren die guten alten deutschen Wörter Vaterland und Treue und AnstĂ€ndigkeit niemals aus dem Rahmen gefallen, âals ob wir den Nazistaat mit einschlieĂen könnten in eine Weltordnung des Rechtsâ, sagt Jaspers mit Bezug auf die seltsame Rechtsprechung bei bundesdeutschen Gerichten in der Behandlung der Naziverbrechen. âAnstĂ€ndigâ geblieben zu sein, glaubt heute noch â und ganz im Sinne Himmlers â der GroĂteil ehemaliger Nazis, SS-Angehörige, Offiziere, TĂ€ter und MitlĂ€ufer, meist unwidersprochen und unangefochten. Zugegeben, es gibt auch die andere Seite, durch die Massenmedien kommt auch Anfechtung, klar und unmiĂverstĂ€ndlich, aber im Vergleich zur anderen Seite ziemlich kleinlaut und eingeschrĂ€nkt. Die Freiheit ist teilbar, es genĂŒgt fĂŒr viele Beteiligte, auf einen winzigen Knopf zu drĂŒcken, um sich dem ĂrgerniĂ zu entziehen. Ein GroĂteil der Bevölkerung denkt einfach: âEs ist solange vorbei, laĂt uns endlich in Ruhe damitâ! Der Verlogenheit auch in der demokratischen Ăffentlichkeit wird nur zaghaft, mit halber Stimme und lauem Herzen und mit gröĂter Nachsicht den herrschenden ReaktionĂ€ren gegenĂŒber, Pari geboten. Moralisches Nachgeben und Verzicht auf die Wiederherstellung der WĂŒrde der Opfer, wie auch der WĂŒrde der eigenen Nation, sind hier nicht nur Zeichen von MĂŒdigkeit, sondern â das âsteht in unseren Programmâ, âganz klarâ, âAusschaltungâ zwar nicht mehr der Juden, sondern jeglicher Forderung nach Besinnung und Umkehr, nach Widerherstellung der Glaubhaftigkeit deutscher Rede!
Niemand von uns, der sich darum bemĂŒht, die Sprachverwirrung und Sprachlosigkeit zu ĂŒberwinden, gibt sich der Illusion hin, wir könnten mit BĂŒchern die Welt wieder einrenken. Aber die ĂŒberraschend starke Wirkung und innere Bewegung, welche einige ehrliche BĂŒcher von Böll, Hochhuth, Frisch, Seghers, Kant, Christa Wolf, FĂŒhmann â ich möchte die Liste nicht wiederholen â sollten uns aufhorchen lassen, sie werden zumindest den Boden bereiten helfen, auf dem wieder Gras wĂ€chst, nicht das Gras des Vergessens, sondern die Keimlinge neuer und erkennbarer Werte. Die Sprache in Ihren BĂŒchern, aus dem Italienischen ĂŒbersetzt von Heinz Riedt, ist von erfrischender Klarheit und Lauterkeit, eine oft biblisch anmutende Sprache:
âDenket, daĂ solches gewesen.
Es sollen sein diese Worte in euren Herzen.
Ihr sollt ĂŒber sie sinnen, wenn ihr sitzet
In einem Hause, wenn ihr geht auf euren WegenâŠâ[29]
Oder am Beginn von Atempause, die Ankunft der ersten sowjetischen Soldaten im Januar 1945: âSie grĂŒĂten nicht, lĂ€chelten nicht; sie erschienen befangen, nicht so sehr im Mitleid, als in einer unklaren Hemmung; die ihnen den Mund verschloĂ und ihre Augen an das dĂŒstere Schauspiel gefesselt hielt. Es war die gleiche wohlbekannte Scham, die uns nach den Selektionen und immer dann befiel, wenn wir Zeuge einer MiĂhandlung sein oder sie selbst erdulden muĂtenâŠâ[30]
Hier ist Sprache noch in ihrer Ganzheit erhalten geblieben, Sprache der Mittelmeerkulturen? Sprache der Bibel, aus Jahrtausenden gefilterte Weisheit und das Ringen um die ewigen, unvergĂ€nglichen, unverwechselbaren Werte, in allen Sprachen und in allen Völkern lebendig geblieben, wo Sinn nicht verkehrt wurde, zu Unsinn, wo Trauer und Scham noch nicht vergiftet sind, und wo SĂŒnde geĂ€chtet wird! â Auch Schönheit der Sprache, Genauigkeit und Unbefangenheit der Beobachtung und Poesie, â die der unbefangenen, aufrichtigen und einfachen Rede wie von selbst innewohnende, Anmut und Poesie. Auch Heiterkeit, Abstand zu sich selbst, unbestechliche Ehrlichkeit in der Darstellung menschlichen Versagens, dort wo wir in die Knie gezwungen wurden und um das nackte Dasein zu kĂ€mpfen hatten, unter Bedingungen, die vom Menschenfeind diktiert waren: â… der wahrnehmbare Ausdruck seines geometrisch konzipierten Irrsinns und eines fremden Willens, uns zunĂ€chst als Menschen zu vernichten, um uns dann einen langen Tod zu bereiten.â[31]
Auch IrrtĂŒmer und subjektive, etwas zu kurz gekommene Betrachtungen ĂŒber die politischen HĂ€ftlinge, ĂŒber die ich mit Ihnen nicht rechten[32]möchte, â meine persönlichen Erfahrungen mit den Politischen, die fĂŒr mich und mein weiteres Leben entscheidend waren, weil sie meine Vorbilder wurden, mögen ebenso subjektiv klingen. Die Existenz der illegalen Widerstandsgruppen in den verschiedenen Lagern kommt in Ihren beiden BĂŒchern zu wenig zum Ausdruck, aber die konspirative Arbeit der Kommunisten muĂte auch vor der Masse der ânurâ rassisch Verfolgten verborgen bleibend! Was zu Situationen fĂŒhrte, welche die Politischen selbst oft bedauert haben. Möglicherweise kam die AktivitĂ€t des ILK in Buchenwald, wo ich die Befreiung erlebte, begĂŒnstigt durch die UmstĂ€nde, besser ins Blickfeld aller derer, die noch die Kraft besaĂen, das im Lager herrschende Chaos zu durchschauen.
Und was ist eigentlich geschehen? Es mag fĂŒr Sie, Primo Levi, der Sie die Deutschen besser verstehen möchten, interessant sein zu hören, daĂ eine breite Skala von antifaschistischer Literatur in der DDR nicht immer zu einer Wirkung fĂŒhrte, die wir uns alle gewĂŒnscht hĂ€tten. Geschichtsunterricht in der Schule ohne VerfĂ€lschung der faschistischen Epoche, ohne Weglassen der Greuel, hat das ausgereicht, konnte das reichen? In der Bundesrepublik hat die Perfektion der VerdrĂ€ngung den Nazivergangenheit solche AusmaĂe erreicht, daĂ viele Jugendliche kaum mehr erklĂ€ren können, wer Hitler war. In der DDR können das die Jugendlichen, sie haben es grĂŒndlich gelernt. Aber wir dĂŒrfen uns nicht darĂŒber hinwegtĂ€uschen, daĂ ein betrĂ€chtlicher Teil der Jugend auch in der DDR Schwierigkeiten hat, ein ausgewogenes GeschichtsbewuĂtsein herauszubilden, sie werden daran behindert durch die Ereignisse in der Welt, die an Bedrohlichkeit und Vehemenz zunehmen, durch den Konsum an Nachrichten, durch die Maschinenwelt, Wohlstandsdenken und ReizĂŒberflutung, – auch durch die manchmal mangelnde QualitĂ€t des gesellschaftlich wissenschaftlich en Unterrichts.
Trotzdem, glaube ich, ist die weltweite Auseinandersetzung mit der deutschen Vergangenheit in eine neue Phase getreten, sodaĂ wir garnicht drum herumkommen, uns nach BĂŒchern wie den Ihren umzusehen, weil sie zu der erwĂ€hnten breiten Skala von literarischen Werken eine neue QualitĂ€t hinzufĂŒgen und die Grundlage bieten könnten, fĂŒr eine neuartige Diskussion. Zum erstenmal und unmiĂverstĂ€ndlich dringen Stimmen junger Menschen an unser Ohr: Was ist eigentlich geschehen? Noch kommt die Frage vereinzelt und nicht mit der gebĂŒhrenden Dringlichkeit, aber niemand glaubt wirklich, daĂ die VerhĂ€ltnisse in der Bundesrepublik zur RĂŒckkehr faschistischer HerrschaftsverhĂ€ltnisse fĂŒhren könnten, dazu sind die Grundlagen demokratischer Strukturen vorallem in der jungen Generation schon zu stark. Niemand glaubt wirklich an die Explosion der angesammelten nuklearen Sprengkraft ĂŒber unseren Köpfen. Aber selbstverstĂ€ndlich haben wir keine Beweise, daĂ die von bedeutenden Wissenschaftern befĂŒrchteten Katastrophen aufzuhalten sind.
Und noch einige Worte zu Ihrer Atempause: In die Tiefe gefĂŒhrt, der Vernichtung entgangen, Leben auf die einfachste Formel reduziert, gelernt haben, die ureigensten KrĂ€fte wie einen Funken anzufachen mit einem Atemzug aus Freude, und mit einem Redestrom, einem Credo gleichend, Gluthauch uralter Menschenerfahrung â so beginnt Ihre ErzĂ€hlung von der Befreiung,[33] ohne Zweifel eines der erregendsten BĂŒcher unserer Zeit!
Dichtung, die vielen anderen Dichtungen voraus hat, auf dem Boden einer unvorstellbar und unbeschreibbar grausamen Wirklichkeit gewachsen zu sein. Und doch liest sich diese ErzĂ€hlung wie ein Abenteuer, das groĂe Abenteuer vom wiedergefundenen Leben und vom Zauber des Daseins, der sich in den ganz kleinen, aber unbezahlbaren, nicht in Gold aufzuwiegenden Dingen des Lebens spiegelt. Ich weiĂ nicht â auch Sie gewiĂ nicht â ob sie dieses tiefe Aufatmen, diese erschĂŒtternde Erleichterung des Lesers schon bei der ersten Niederschrift gemeint, gewollt hatten, sicher haben Sie den Titel Atempause erst spĂ€ter gewĂ€hlt? Wie vom Wind verweht, gerĂ€t der ErzĂ€hler nach der Befreiung in das weite russische Land und in den breiten Strom versprengter Völkerschaften, den HĂ€ftlingen befreiter Lager, den verfĂŒhrten Soldaten aus den ins Land gefallenen fremden Armeen, den Banden unbekannter Herkunft. Eine FĂŒlle von Gestalten und Charakteren, welche jenen Gorkis und Tschechows ebenbĂŒrtig sind. Welche liebevolle und unauffĂ€llige Betrachtung menschlicher SchwĂ€chen, weisen Gleichmuts und naiver KĂŒhnheit.
Von der âabsurden PrĂ€zisionâ und des âgeometrisch konzipierten Irrsinnsâ der deutschen Lager, von der âNormalitĂ€tâ sinnloser Folter und Fron, zu all dem, was wirklich normal ist, auch wenn es ums nackte Leben geht, immer noch Hunger, KĂ€lte, DurchhaltenâŠ
Das Aufatmen, die Erleichterung und auch die Heiterkeit, die uns unwillkĂŒrlich erfaĂt, wenn wir von den NachlĂ€ssigkeiten, der kindlichen GĂŒte und auch der Schlauheit russischer Soldaten hören. Nicht alles haben Sie gesehen, wir wollen Sie auch darin nicht schelten,[34]von dieser Sicht der kleinen Bauernjungen als Soldaten verkleidet, wĂ€re die Schlagkraft der Roten Armee gegenĂŒber der perfekten deutschen Kriegsmaschinerie, die sie aus den Angeln hob, nicht zu verstehen. Aber die groĂartige und faszinierende Schilderung der Ereignisse im Waldlager, auch die Verhaltensweisen der russischen Soldaten und Offiziere, selbst wenn sie ein wenig verzeichnet[35] wĂ€ren und LĂ€cheln hervorrufen, erzeugen in uns Staunen und Bewunderung fĂŒr die GröĂe und SeelenstĂ€rke und die LeidensfĂ€higkeit des russischen Volkes. Auch wo Sie mit der harten Griffel des intellektuellen Beobachters zeichnen, erwĂ€rmen Ihre Bilder unser GemĂŒt, lĂ€Ăt es uns die Ungeduld nachfĂŒhlen, mit der Sie und Ihre Landsleute den Tag der Heimkehr herbeisehnten.
âNachdem sie aber feststandâ, die Abreise, âmerkten wir zu unserer eigenen Verwunderung, daĂ dieses unendliche Land, die Felder und WĂ€lder, wo die Schlachten stattgefunden hatten, denen win unsere Rettung verdankten, daĂ diese unberĂŒhrten und lebensfrohen Menschen uns ans Herz gewachsen warenâŠâ[36]
Sie haben uns mit BĂŒchern beschenkt, Primo Levi, von denen ich wĂŒnschen wĂŒrde, daĂ sie sich die Herzen unserer Jugend erobern. Sie sind nicht nur eine Herausforderung, auch eine Botschaft, und sie sind schön und poetisch in einem ungewöhnlichen MaĂ!
Per quanto riguarda i Suoi due libri, potrĂČ avere un colloquio con le persone che hanno posto il veto[4] soltanto in autunno. CiĂČ comporta che la pubblicazione subirĂ un rinvio di un anno, sempre che avvenga. Per confortarla vorrei dirle (o forse glielâho giĂ detto) che anche il mio Il settimo pozzo era stato bloccato dalle stesse persone e che ho dovuto lottare per un anno intero prima che potesse vedere la luce. [5]
Lei ha certamente moltissimi ammiratori tra i Suoi lettori, in molti Paesi, e sa che i migliori sono per lo piĂč quelli che non dicono nulla, non scrivono nulla e, quando hanno occasione di incontrarLa di persona, rimangono silenziosamente sullo sfondo.
Ci tengo a dirle subito una cosa:[7] soprattutto le prime pagine della Tregua contengono, a mio avviso, quanto di piĂč importante e piĂč bello sia mai stato scritto su questo tema. I Suoi libri non sono soltanto documenti di un passato terribile; sono pieni di veritĂ e dignitĂ , di grazia, di umorismo, di poesia e calore umano. Lei devâessere certamente una persona molto amabile, e pensare a Lei allarga il cuore. Questa era la premessa; mi perdoni lo slancio giovanile: ho sessantacinque anni, sono un Suo compagno di sofferenza, ebreo, internato fin dallâinizio della guerra nei campi francesi e poi deportato nei campi di concentramento tedeschi, dove sono rimasto fino alla fine.
Da una Sua lettera al traduttore Heinz Riedt apprendiamo:
«Ma non posso dire di capire i tedeschi: ora, qualcosa che non si puĂČ capire costituisce un vuoto doloroso, una puntura, uno stimolo permanente che chiede di essere soddisfatto».[8]
Lei conclude poi esprimendo la speranza che forse «la natura di questa eco» suscitata dal Suo libro Le permetterà di capire meglio i tedeschi.
Bisogna rileggere queste parole, imprimersele bene nella memoria, non dimenticarle! Se le meditiamo una per una, ci accorgiamo che i Suoi timori si sono rivelati fondati: nella Repubblica Federale, i rapporti di potere e di proprietĂ che avevano foraggiato[11] il Reich hitleriano e sostenuto i burocrati assassini sono rimasti sostanzialmente immutati; la restaurazione delle strutture politiche, sociali e psicologiche procede in modo continuo e veemente, sia pure sotto il velo della democrazia parlamentare. â Theodor W. Adorno, nel saggio Che cosa significa elaborazione del passato, considera «la sopravvivenza del nazionalsocialismo nella democrazia come potenzialmente piĂč minacciosa della sopravvivenza di tendenze fasciste contro la democrazia»![12]
Nella Repubblica Democratica Tedesca, dopo il 1945 si Ăš fatta piazza pulita del fascismo in modo radicale; lâapparato burocratico e amministrativo di origine nazista Ăš stato smantellato. Come ebreo ed ex deportato nei campi di concentramento, mi permetto di affermare che, a differenza delle sempre piĂč frequenti dichiarazioni pronunciate dagli ebrei tedeschi nella Repubblica Federale, qui il problema dellâantisemitismo per il momento sembra risolto. In ogni caso, nei molti anni trascorsi nella DDR non ho mai subito molestie di questo genere, mentre a Ovest tornano ormai a manifestarsi apertamente, al punto che molti ebrei rientrati in Germania oggi si domandano se non sia stato un errore rimettere piede sul suolo tedesco.
Pur riconoscendo il lavoro fatto qui, nella DDR, se davvero si vuole considerare il «superamento del passato» un lavoro, dovremmo comunque chiederci tutti se gli avvenimenti che si sono verificati in Germania prima del 1945,[13] e soprattutto lo sterminio di gran parte dellâebraismo tedesco ed europeo, possano essere eliminati dal mondo con un atto politico, attraverso leggi e regolamenti, cioĂš per via amministrativa.[14] Dovremmo domandarci se lâeducazione delle giovani generazioni sia stata davvero compresa nel modo giusto e impartita correttamente; e se non vi sia ancora spazio per migliorare in tal senso tanto il lavoro politico con i giovani quanto lâopera di sensibilizzazione; e se non si stiano insinuando anche qui il cedimento morale, la stanchezza e una tendenza alla rinuncia.[15]
Un grande tema, questo, al quale si dedicano con ostinazione importanti scrittori e pensatori di lingua tedesca: Anna Seghers, Christa Wolf, Franz FĂŒhmann, Stefan Hermlin, Stephan Heym, Peter Weiss, Rolf Hochhuth, Heinrich Böll,[19]Theodor V. Adorno, Max Frisch. Lâelenco potrebbe allungarsi molto, e non possiamo ignorare che tanto nella Repubblica Federale quanto altrove si levano nuove voci: non ancora un movimento, ma nuclei nei quali stanno prendendo forma nuovi modi di pensare.
Nessun dolore, soltanto uno stupore profondo. Quando Picasso dipinse la distruzione della cittĂ di Guernica, non si limitĂČ a respingere tutte le convenzionali regole accademiche della pittura: si servĂŹ di un linguaggio che ancora oggi ben pochi hanno compreso davvero. Nessun atto di denuncia nella forma tradizionale del «Jâaccuse!», bensĂŹ il tentativo di trovare segni nuovi per esprimere il fatto che alla follia dellâuccidere non si puĂČ piĂč porre freno ricorrendo alle formule tramandate.
E Tadeusz RĂłĆŒewicz scrive Ripenso allâanno 1945: «Allora mi allontanai dalle fonti dellâestetica. Fonte dellâarte â pensavo â puĂČ essere soltanto lâetica; ma entrambe le fonti, lâuna come lâaltra, si erano prosciugate: âlâassassino ci si era lavato le maniâ».[24]
E Lei, Primo Levi, scrive: «Allora per la prima volta ci siamo accorti che la nostra lingua manca di parole per esprimere questa offesa, la demolizione di un uomo». E poi: «âŠse parleremo, non ci ascolteranno, e se ci ascoltassero, non ci capirebbero. Ci toglieranno anche il nome: e se vorremo conservarlo, dovremo trovare in noi la forza di farlo…».[25]
Trovare in noi stessi la forza di farlo: ma come? Descrivendo la discesa negli abissi con frasi che atterriscono come colpi dâascia, con sobria tenacia e con quella quiete interiore che segue allâannientamento e nasce dallâaver superato tutto e dalla grazia di essere sopravvissuti; mostrandoci, come su una carta geografica, le stazioni del soffrire umano, il Golgota dei nostri giorni; e tracciando al tempo stesso unâanatomia quasi completa del male. Si rivelano cosĂŹ al lettore le sorgenti di una forza per la quale la nostra lingua non ha parole: inespressa, da ogni riga irradia questa possibilitĂ umana e miracolosa di sopravvivere e di testimoniare!
I numerosi esempi di solidarietĂ e di dolore presenti nei Suoi due libri ci indicano, come agli assetati, la via verso le sorgenti. Eccone uno che qualche lettore potrebbe non cogliere e che andrebbe invece messo in risalto nei Paesi di lingua tedesca, dove la protervia[26] nei confronti degli altri popoli, soprattutto di quelli orientali, torna a farsi sentire, spesso senza incontrare nessuna opposizione: «Questi pochi superstiti della colonia ebraica di Salonicco, dal duplice linguaggio, spagnolo ed ellenico, e dalle molteplici attivitĂ , sono i depositari di una concreta, terrena, consapevole saggezza in cui confluiscono le tradizioni di tutte le civiltĂ mediterranee. Che questa saggezza si risolva in campo con la pratica sistematica e scientifica del furto e dellâassalto alle cariche, e con il monopolio della Borsa dei baratti, non deve far dimenticare che la loro ripugnanza dalla brutalitĂ gratuita, la loro stupefacente coscienza del sussistere di una almeno potenziale dignitĂ umana, facevano dei greci in Lager il nucleo nazionale piĂč coerente, e, sotto questi aspetti, piĂč civile».[27]
Nessuno di noi che si sforzi di superare la confusione del linguaggio e lâafasia si illude di poter rimettere il mondo sui suoi cardini con i libri. Ma la forza sorprendente e il profondo sommovimento che sanno suscitare nella loro onestĂ alcuni libri di Böll, Hochhuth, Frisch, Seghers, Kant, Christa Wolf, FĂŒhmann â non vorrei riprendere ancora una volta lâelenco â dovrebbero indurci a riflettere. Queste opere contribuiranno almeno a preparare il terreno su cui crescerĂ di nuovo lâerba: non lâerba dellâoblio, ma i germogli di valori nuovi e riconoscibili. La lingua dei Suoi libri, che Heinz Riedt ha tradotto dallâitaliano, colpisce per la sua limpidezza e la sua schiettezza, ed Ăš una lingua che spesso richiama quella della Bibbia:
«Meditate che questo Ú stato:
Vi comando queste parole.
Scolpitele nel vostro cuore
Stando in casa andando per via»[29]
Oppure, allâinizio della Tregua, quando arrivano i primi soldati sovietici nel gennaio 1945: «Non salutavano, non sorridevano; apparivano oppressi, oltre che da pietĂ , da un confuso ritegno, che sigillava le loro bocche, e avvinceva i loro occhi allo scenario funereo. Era la stessa vergogna a noi ben nota, quella che ci sommergeva dopo le selezioni, ed ogni volta che ci toccava assistere o sottostare a un oltraggio».[30]
E che cosa Ăš successo in realtĂ ? Per Lei, Primo Levi, che desidera comprendere meglio i tedeschi, potrebbe essere interessante sapere che lâampio panorama della letteratura antifascista nella DDR non ha sempre prodotto gli effetti che tutti noi avremmo sperato. Lâinsegnamento della storia nelle scuole, senza le falsificazioni dellâepoca nazista e senza occultarne gli orrori, Ăš bastato? Poteva bastare? Nella Repubblica Federale la rimozione del passato nazista ha raggiunto un tale grado di perfezione che molti giovani non sanno quasi piĂč spiegare chi fosse Hitler. Nella DDR, invece, i giovani lo sanno fare: loro lo hanno imparato a dovere. Ma non dobbiamo illuderci. Anche qui una parte considerevole della gioventĂč fatica a sviluppare una coscienza storica equilibrata. A ostacolarla concorrono gli eventi del mondo, sempre piĂč minacciosi e incalzanti, il flusso continuo di notizie, la civiltĂ delle macchine, la mentalitĂ del benessere, il sovraccarico di stimoli e, a volte, anche la qualitĂ non sempre soddisfacente dellâinsegnamento delle discipline storico-sociali.
E ancora qualche parola sulla Tregua. Essere stati condotti negli abissi, essere scampati allâannientamento, aver ridotto la vita alla sua formula piĂč elementare, aver imparato ad attizzare le forze piĂč intime come una scintilla con un soffio di gioia, e poi un fiume di parole simile a un credo, alito incandescente di unâantichissima esperienza umana: cosĂŹ comincia il Suo racconto della liberazione,[32] senza dubbio uno dei libri piĂč emozionanti del nostro tempo!
Unâopera letteraria che ha, rispetto a molte altre, il privilegio di essere cresciuta sul terreno di una realtĂ inconcepibilmente e indescrivibilmente crudele. Eppure questo racconto si legge come unâavventura: la grande avventura della vita ritrovata e dellâincanto dellâesistenza, che si riflette nelle cose piccolissime della vita, inestimabili, non barattabili con tutto lâoro del mondo. Non so â e certamente non lo sa neppure Lei â se questo profondo respiro di sollievo, questo senso di liberazione sconvolgente che suscita nel lettore Lei lo avesse inteso e voluto fin dalla prima stesura. AvrĂ scelto soltanto in seguito il titolo, che in tedesco suona come âPausa per respirareâ? Dopo la liberazione il narratore viene trascinato, come sospinto dal vento, nellâimmensitĂ della terra russa e nel vasto flusso di popoli dispersi: i prigionieri dei campi liberati, i soldati traviati degli eserciti stranieri che avevano invaso il Paese, le bande di origine sconosciuta. Una moltitudine di figure e di caratteri paragonabili a quelli di Gorâkij e Äechov. Quanta partecipe e discreta attenzione per le debolezze umane, per la saggia imperturbabilitĂ e per lâingenua audacia.
Dallâ«assurda precisione» e dalla «follia geometrica» dei Lager tedeschi, dalla ânormalitĂ â della tortura insensata e del lavoro coatto, si torna a tutto ciĂČ che Ăš veramente normale, anche quando Ăš ancora in gioco la nuda sopravvivenza: la fame, il freddo, la necessitĂ di resistere. Il respiro di sollievo, la liberazione e anche la serenitĂ che ci prendono istintivamente quando leggiamo della trascuratezza, della bontĂ infantile e anche dellâastuzia dei soldati russi. Lei non ha visto tutto, e non intendiamo certo rimproverarLa[33] per questo: dalla sola immagine di quei giovani contadini travestiti da soldati non si riuscirebbe a comprendere la forza dâurto dellâArmata Rossa, che riuscĂŹ a scardinare la perfetta macchina bellica tedesca. Ma la grandiosa e affascinante descrizione degli avvenimenti nellâacquartieramento nel bosco, e anche dei comportamenti dei soldati e degli ufficiali russi, quandâanche fossero leggermente deformati[34] e suscitassero un sorriso, genera in noi stupore e ammirazione per la grandezza, la forza dâanimo e la capacitĂ di sopportare il dolore del popolo russo. Anche lĂ dove disegna con il duro stilo dellâosservatore intellettuale, le Sue immagini ci scaldano lâanima e ci consentono di condividere lâimpazienza con cui Lei e i Suoi connazionali anelavate al giorno del ritorno a casa.
«Quando la partenza fu certa, ci accorgemmo, con nostra stessa meraviglia, che quella terra sterminata, quei campi e quei boschi che avevano visto la battaglia a cui dovevamo la salvezza, quegli orizzonti intatti e primordiali, quella gente vigorosa e amante della vita, ci stavano nel cuore».[35]
Lei, Primo Levi, ci ha fatto dono di libri che vorrei conquistassero il cuore dei nostri giovani. Non sono soltanto una sfida, ma anche un messaggio, e hanno una bellezza e una forza poetica davvero fuori del comune!
Fred Wander
Berlino, 1981
Fred Wander A 1150 VIENNA MĂ€rzstr. 4/20
Berlin, May 16, 1982[1]
Dear Mr. Primo Levi,
Please excuse the late reply to your letter of March 22, but I have been traveling a great deal lately and will continue to do so. One of my best friends in Paris, Hermann Draer,[2] passed away, so I was in Paris and in Vienna several times because I had to buy an apartment there to provide a safe haven for my youngest son, Daniel, who is now finishing school (here in Berlin) and will be living in Vienna starting this fall. I myself am keeping my residence at 1020 Berlin/DDR, Lichtenbergerstr. 36, and will therefore be living in both Vienna and Berlin until further notice. Of course, you can continue to write to me in Vienna and also send books,[3] which would give me great pleasure.
I will be back in Vienna again in June. Important mail is forwarded to me in West Berlin, because a letter from Vienna to DDR Berlin takes two to three weeks, from Paris four weeks, and from the U.S. (airmail) two months. All of this, of course, complicates all personal and other relationships.
As for your two books, I will only be able to have a meeting in the fall with the people who vetoed them.[4] This means a one-year delay, if they are even published at all. Should it be any consolation, I would like to tell you (or perhaps have already) that my The Seventh Well was also blocked by the same people, and I had to fight for a full year to get it published.[5]
I am delighted that your book The Truce has now also been published in paperback in West Germany. I recommend it to everyone with great enthusiasm, and they always thank me for doing so. I find it astonishing that your books have not yet caused the stir they deserve in German-speaking countries. I will continue to write to you about the status of your booksâ publication here, but please treat all my information as confidential; in fact, you should know very little about it, as such matters are handled behind closed doors here. No one finds out why certain books are not to be published. I send you my warmest regards and
look forward to even more books from you
Fred Wander
Afterword[6]
(From a letter: Fred Wander to Primo Levi)
You surely must have a great deal of admirers among your readers, in many countries, and you know that the best admirers are usually those who say nothing, write nothing, and, when they meet you in person, silently stay in the background.
If I have now chosen to step forward from the ranks of your booksâ silent admirers to join the ranks of those who express their feelings and thoughts through words, it is only because the Berlin-based publisher Aufbauverlag has asked me to write an afterword for your two books (If This is a Man and The Truce) that are to be published here.
I would like to say right up front[7] that, especially in the opening pages of your story The Truce, I find the most significant and beautiful sentences that I have ever read on this subject. Not only do your books document a terrible past, they are also full of truth and human dignity, they are also full of spiritual grace, wit, poetry, and warmth. You must certainly be a very endearing person, and thinking of you brings one joy. This is merely an introduction; please forgive my youthful exuberance; I am 65 years old, a fellow survivor, Jewish, imprisoned in French camps from the start of the war, then deported and held in German concentration camps until the end.
From your letter to German translator Heinz Riedt, we learn:
âYet I cannot say that I understand the Germans. And what one cannot understand creates a painful void; it is a thorn, a constant urge demanding to be fulfilled.â[8]
You then conclude with the hope that perhaps âthe resonanceâ of your book will allow you to understand the Germans better.
I would like to turn this statement on its head and venture the claim that very few people, even in Germany, have understood this âgreatest outbreak of barbarism in living memoryâ (Adorno),[9] are capable of perceiving the deep underlying causes of the catastrophe, and that we, the inhabitants of German-speaking regions, may perhaps learn from the reverberations of events elsewhere to comprehend the phenomenon of genocide in the âland of poets and thinkers.â You yourself allude to the difficulties of language and thought in almost prophetic words: âSinceâand this is the tremendous privilege of our generation and of my peopleâno one could ever grasp better than us the incurable nature of the offense, which spreads like an infection, it is foolish to think that it can be abolished by human justice. It is an inexhaustible source of evil: it breaks the body and soul of those who are drowned, extinguishes them and makes them abject; rises again as infamy in the oppressors, is perpetuated as hatred in the survivors, and springs up in a thousand ways, against the very will of all, as a thirst for revenge, as moral breakdown, as negation, as weariness, as resignation.â[10]
We must repeat these sentences, commit them to memory, and never forget them! For if we hold them before our eyes, word for word, we will find that your fears were justified: The power structures and distribution of wealth in the Federal Republic of Germanyâwhich pampered[11] Hitlerâs regime and administrative murderersâhave remained unchanged; the restoration of not only political, social, and psychological forces is an ongoing, vehement process, albeit under the guise of parliamentary democracy. â In his essay The Meaning of Working Through the Past, Theodor W. Adorno views the lingering influence of National Socialism âin a democracy as a potentially greater threat than the lingering influence of fascist tendencies against democracyâ![12]
In the DDR, fascism was thoroughly eradicated after 1945; the civil service and administrative apparatus of Nazi origin was dismantled. As a Jew and a former concentration camp prisoner, I take the liberty of noting that, in contrast to the increasingly frequent statements by German Jews in the Federal Republic, the problem of anti-Semitism here appears to have been resolved for the time being; at any rate, during my many years living in the DDR, I never experienced any harassment of the kind that is once again openly manifesting itself over thereâto such an extent that many Jews who have returned are now asking whether it was a mistake to set foot on German soil again.
While fully acknowledging the work accomplished here (in the DDR)âif one wishes to regard âcoming to terms with the pastâ as workâwe should nevertheless all ask ourselves whether the events in Germany prior to 1945,[13] above all the extermination of a large portion of both the German and European Jewish communities, can be eradicated through a political act, through laws and regulationsâthat is, administratively.[14] Has the education of young people been properly understood? Is it being taught correctly? Is there not still room for improvement in both political work with young people and general education in this regard? Have moral compromise, fatigue, and resignation not crept in here as well?[15]
And who among us contemporaries, surviving eyewitnesses, victims, or those privy to the truth could absolve oneself of the accusation of moral complacency, weariness, and resignationânamely, the resignation from being able to at least stand firm before ourselves![16] Seen in this light, your two books challenge us all not to seek to attain justice,[17] for that is impossible, as we are shown, but rather not to give up in our efforts to regain our self-respect, or, where we may have attained it, not to let it slip away again, for this is the whole truth: There is no purification, no coming to terms, and no âcoming to terms with the pastâ through a political act, through decrees, or through power, but only the daily âstruggle with oneself,â[18]âto use Goetheâs words, the âinsatiable longingâ for purification!
This is a major theme, to which prominent German writers and thinkers have tenaciously  devoted themselves: Anna Seghers, Christa Wolf, Franz FĂŒhmann, Stefan Hermlin, Stephan Heym, Peter Weiss, Rolf Hochhuth, Heinrich Böll,[19]Theodor V. Adorno, Max Frisch.âthe list could be extended considerablyâand we cannot ignore the fact that, both in the Federal Republic and elsewhere, new voices are rising; not yet a movement, but seeds of new approaches to thought.
The inexhaustible source of evilâhow can it be identified?[20] Through description? I do not view your book If This is a Man simply as an indictment or merely as an eyewitness account; it is a call to each of us to measure, examine, and sharpen our tools of reflection and observation against it. Not merely a precise description of the methods of torture, but an X-ray of a mode of behavior, in all its complex variations, which I would like to describe (there is no room here for a watertight definition) as a distorted image and the ultimate offspring[21] of Prussian-German thought. Your psychology of camp life shows us: The camp is the exact reflection, the pattern of this way of thinking that has solidified into a caricature.[22] If the supreme maxim of command and obedience, to which all other virtues are subordinated, is said to have saved lives at certain times, then, like any way of thinking fused into dogma, it has now become the petrified form in which every life suffocates.
âWith the absurd precision to which we later had to accustom ourselves, the Germans held the roll call. At the end the officer asked âWieviel StĂŒck?â⊠Here we received the first blows: and the thing was so new and senseless that we felt no pain, in either body or spirit. Only a profound amazement: how can one strike a man without anger?â Yet the men in boots struck. And âThey had the calm assurance of people merely doing their normal, everyday duty.â [23]
No pain, only deep astonishment. When Picasso painted the destruction of the city of Guernica, he not only cast aside all conventional academic rules of painting, but also employed a language that even today very few people have truly understood. Not an accusation in the traditional form, âjâaccuse!,â but an attempt to find new symbols for the fact that the senselessness of murder can no longer be halted with traditional formulas.
And Tadeusz RĂłĆŒewicz says (in âI think back to the year 1945â): âI turned away from aesthetic sources back then. The source of artâI thoughtâcan only be ethics, but both sources, one as well as the other, had dried up; âthe murderer had washed his hands of it.ââ[24]
And you, Primo Levi, write: âThen for the first time we become aware that our language lacks words to express this offense, the demolition of a man.â Then, a little further on: if we speak, they will not listen to us, and if they listened, they would not understand. They will take away even our name: and if we want to keep it, we will have to find in ourselves the strength to do soâŠâ[25]
Finding the strength within ourselvesâhow does one do that? By describing the descent into the depths, with sentences that strike fear like blows of an axe, with dispassionate perseverance and the inner calm that follows annihilation, born of having overcome it, of the grace of having survivedâand by showing us, as if on a map, the stations of human suffering, a present-day Golgotha, while at the same time sketching an almost complete anatomy of evil, the sources of strength for which even our language has no words are revealed to the reader: unspoken, this human and magical possibility of surviving and bearing witness resonates from every line!
Many examples of solidarity and mourning in your two books point usâlike the thirstyâtoward the springs. One example that some readers might overlook, and which should be highlighted, especially in German-speaking countries where arrogance[26] toward other peoples, particularly those from the East, is once again making itself felt, often unchallenged: âThese few survivors from the Jewish colony of Salonika, with their two languages, Spanish and Greek, and their numerous activities, are the repositories of a concrete, worldly, conscious wisdom, in which the traditions of all the Mediterranean civilizations converge. In the camp this wisdom has been transformed into the systematic and scientific practice of theft and seizure of posts of authority, and into a monopoly on the barter Market. But this should not let us forget that their aversion to gratuitous brutality, their amazing consciousness of the survival of at least the potential of human dignity, made the Greeks the most coherent national group in the Lager and, in this respect, the most civilized.â[27]
The decay of a language, where content and form diverge, where the âhighly sensitive signaling systemâ we have developed within is triggered[28] when we hear the German words âHeimatâ and âlove of the fatherland,â or âcompetence,â âdiligence,â âorder,â âobedience,â and âcorrectness,â âduty,â and âmodestyââmost recently, following Himmlerâs infamous speech to SS leaders on October 4, 1943âthis decay of language, this rift running right through this nation, should set off alarm bells: âIt is quite clear: our program calls for the elimination of the Jews, their exterminationâand that is what we are doing… To have carried this through and, in doing soâapart from exceptions due to human weaknessâto have remained decent, that has toughened us. This is a glorious chapter in our history that has never been written and will never be written.â
In the Federal Republic of Germany today, Hitlerâs former generals and other âdignitariesâ of that criminal state are still allowed to speak of their deeds as if they had been lawful, as if the good old German words âfatherland,â âloyalty,â and âdecencyâ had never strayed from the norm, âas if we could incorporate the Nazi state into a world order based on the rule of law,â says Jaspers, referring to the strange jurisprudence of German federal courts in their handling of Nazi crimes. Even todayâand entirely in keeping with Himmlerâs spiritâthe majority of former Nazis, SS members, officers, perpetrators, and followers still believe they have remained âdecent,â mostly unchallenged and uncontested. Admittedly, there is also another side; the mass media do convey criticismâclear and unambiguousâbut compared to the first side, it is rather meek and limited. Freedom is divisible; for many involved, it is enough to press a tiny button to escape the annoyance. A large part of the population simply thinks: âItâs over now, so letâs finally be done with it!â The hypocrisy, even within the democratic public sphere, is confronted only timidlyâin a half-hearted voice, with lukewarm conviction, and with the utmost leniency toward the ruling reactionaries. Moral capitulation and the refusal to restore the dignity of the victimsâas well as the dignity of our own nationâare not merely signs of weariness here, but ratherâas âit says in our program,â âquite clearlyââthe âelimination,â not of Jews this time, but of any demand for reflection and repentance, for the restoration of the credibility of German discourse!
None of us who strive to overcome linguistic confusion and speechlessness harbor the illusion that we could set the world right again with books. But the surprisingly powerful impact and inner stirrings evoked by some forthright books by Böll, Hochhuth, Frisch, Seghers, Kant, Christa Wolf, FĂŒhmannâI do not wish to repeat the listâshould make us sit up and take notice; they will at least help prepare the ground on which grass grows againânot the grass of oblivion, but the sprouts of new and recognizable values. The language in your books, translated from Italian by Heinz Riedt, is refreshingly clear and sincereâa language that often has a biblical quality:
âPonder that this happened:
I consign these words to you.
Carve them into your hearts
At home or on the street…â[29]
Or at the beginning of The Truce, the arrival of the first Soviet soldiers in January 1945: âThey didnât greet us, they didnât smile; they appeared oppressed, not only by pity but by a confused restraint, which sealed their mouths, and riveted their eyes to the mournful scene. It was a shame well-known to us, the shame that inundated us after the selections and every time we had to witness or submit to an outrageâŠâ[30]
Here, language has been preserved in its entirety. Is it the language of Mediterranean cultures? The language of the Bible, wisdom filtered through millennia and the struggle for eternal, imperishable, unmistakable values, which have remained alive in all languages and among all peoples where meaning has not been perverted into nonsense, where grief and shame are not yet poisoned, and where sin is ostracized! â Also the beauty of language, the precision and impartiality of observation and poetry, â the grace and poetry inherent in unbiased, sincere, and simple speech. Also cheerfulness, detachment from the self, incorruptible honesty in the portrayal of human failure, where we were brought to our knees and had to fight for our bare existence, under conditions dictated by the enemy of humanity: the perceptible expression of its geometric madness, of the resolution of others to annihilate us first as men, in order to kill us slowly afterward.â
Even errors and subjective, somewhat incomplete observations about political prisonersâabout which I do not wish to argue with you,[31] as my personal experiences with political prisoners were decisive for me and the rest of my life because they became my role modelsâmay sound just as subjective. The existence of illegal resistance groups in the various camps is not sufficiently reflected in your two books, but the conspiratorial work of the communists had to remain hidden even from the masses of those âmerelyâ persecuted on racial grounds! This led to situations that the political prisoners themselves have often regretted. It is possible that the activities of the ILK in Buchenwaldâwhere I experienced liberationâcame into sharper focus for all those who still had the strength to see through the chaos reigning in the camp, thanks to the circumstances.
And what actually did happen? It may be of interest to you, Primo Levi, who wish to understand the Germans better, to hear that a wide range of anti-fascist literature in the DDR did not always have the effect we all would have wished for. History lessons in school that did not distort the fascist era and did not omit the atrocitiesâwas that enough? Could that have been enough? In the Federal Republic, the perfection of repression has reached such proportions that many young people can barely explain who Hitler was. In the DDR, young people can do so; they have learned it thoroughly. But we must not delude ourselves into thinking that a considerable portion of the youth in the DDR, too, finds it difficult to develop a balanced historical consciousness; they are hindered in this by world events that are growing in menace and intensity, by their consumption of news, by the machine-driven world, the pursuit of affluence, and sensory overloadâas well as by the sometimes poor quality of social studies and science education.
Nevertheless, I believe that the global examination of Germanyâs past has entered a new phase, so that we simply cannot avoid looking for books like yours, because they add a new dimension to the broad range of literary works already mentioned, and could provide the foundation for a new kind of discussion. For the first time, and in no uncertain terms, the voices of young people are reaching our ears: What actually happened? The question is still being asked only sporadically and without the urgency it deserves, but no one truly believes that conditions in the Federal Republic could lead to a return to fascist rule; the foundations of democratic structures, especially among the younger generation, are already too strong for that. No one truly believes that the accumulated nuclear explosive power will detonate above our heads. But, of course, we have no proof that the catastrophes feared by leading scientists can be prevented, either.
And a few more words about your book The Truce: Led into the depths, having escaped annihilation, life reduced to its simplest form, having learned to kindle oneâs very own inner forces like a spark with a breath of joy, and with a torrent of speech akin to a credo, a breath of embers from ancient human experienceâthus begins your tale of liberation,[32] without a doubt one of the most thrilling books of our time!
This is a work of literature that stands head and shoulders above many others, having grown out of an unimaginably and indescribably cruel reality. And yet this narrative reads like an adventureâthe great adventure of life rediscovered, and of the magic of existence reflected in the tiny yet priceless things in life that no amount of gold could ever equal. I do not knowâand I am sure neither do youâwhether you intended or sought to evoke this deep sigh of relief, this overwhelming sense of relief in the reader, even in the first draft; surely you chose only later the title, which in German means also âa pause to catch oneâs breathâ? As if swept away by the wind, after his liberation the narrator finds himself in the vast Russian countryside and swept up in the broad current of scattered peoplesâthe prisoners from liberated camps, the strayed soldiers from the foreign armies that had invaded the country, and gangs of unknown origin. A wealth of figures and characters on par with those of Gorky and Chekhov. What a loving and unobtrusive observation of human weaknesses, sage equanimity, and naĂŻve boldness.
From the âabsurd precisionâ and the âgeometrically conceived madnessâ of the German camps, from the ânormalityâ of senseless torture and forced labor, to everything that is truly normalâeven when it comes to the bare fact of survivalâstill hunger, cold, perseverance⊠The sigh of relief, the sense of ease, and even the cheerfulness that involuntarily overtakes us when we hear of the carelessness, the childlike kindness, and also the shrewdness of Russian soldiers. You have not seen everything, and we do not want to reproach[33] you, for without this perspective of the young peasant boys disguised as soldiers, the Red Armyâs effectiveness against the perfect German war machineâwhich it tore apartâwould be impossible to understand. But the magnificent and fascinating account of the events in the forest campâincluding the behavior of the Russian soldiers and officers, even if it is somewhat exaggerated[34] and elicits a smileâinstills in us a sense of wonder and admiration for the Russian peopleâs greatness, fortitude, and capacity for suffering. Even when you sketch with the sharp pen of the intellectual observer, your images warm our hearts, allowing us to empathize with the impatient longing you and your compatriots felt for the day of your return home.
âWhen departure was certain, we realized, with the same wonder, that that boundless land, those fields and woods that had seen the battle to which we owed our salvation, those untouched and primordial horizons, that vigorous and life-loving people, were in our hearts, had penetrated us, and would long remain thereâŠâ[35]
You have given us books, Primo Levi, that I hope will capture the hearts of our youth. They are not only a challenge but also a message, and they are extraordinarily beautiful and poetic!
Fred Wander
Berlin, 1981
Fred Wander A 1150 WIEN MĂ€rzstr. 4/20
Berlin, 16. 5.82[1]
Lieber Herr Primo Levi,
bitte entschuldigen Sie die spĂ€te Antwort auf Ihren Brief vom 22. MĂ€rz, aber ich war in letzter Zeit sehr viel auf Reise und werde es weiter sein. Einer meiner besten Freunde Hermann Draer[2] in Paris ist gestorben und ich war in Paris und mehrmals in Wien, weil ich dort eine Wohnung kaufen muĂte, um meinem jĂŒngsten Sohn Daniel ein Asyl bieten zu können, er verlĂ€Ăt jetzt die Schule (hier in Berlin) und wird ab Herbst in Wien leben. Ich selbst behalte meinen Wohnsitz 1020 Berlin/DDR, Lichtenbergerstr. 36, und werde also in Wien und in Berlin wohnen, bis auf weiteres. SelbstverstĂ€ndlich können Sie weiter nach Wien schreiben und auch BĂŒcher schicken,[3] was mich sehr freuen wĂŒrde.
Ich werde das nĂ€chstemal wieder im Juni in Wien sein. Wichtige Post wird mir nach Westberlin nachgeschickt, denn ein Brief von Wien nach Berlin-DDR braucht zwei bis drei Wochen, von Paris vier Wochen, von den USA (Luftpost) zwei Monate. Das alles erschwert natĂŒrlich alle menschlichen und auch andere Beziehungen.
Was nun Ihre beiden BĂŒcher betrifft, werde ich im Herbst erst eine Aussprache haben, mit jenen Leuten, die ein Veto einlegten.[4] Das bedeutet ein Jahr Aufschub des Erscheinens Ihrer BĂŒcher, wenn ĂŒberhaupt. Zum Trost möchte ich Ihnen sagen (oder habe es schon gesagt) daĂ auch mein Siebenter Brunnen von den gleichen Leuten verhindert wurde und ich ein Jahr lang kĂ€mpfen muĂte, damit das Buch erscheinen konnte.[5]
Ich freue mich, daĂ Ihr Buch Atempause nun auch in einer Taschenbuchausgabe in der Bundesrepublik erschienen ist. Ich empfehle es allen Leuten mit groĂem Eifer und ernte viel Dank dafĂŒr. Ich finde es erstaunlich, daĂ Ihre BĂŒcher in deutschsprachigem Gebiet noch nicht jenes Aufsehen erregen, das sie verdienen. Ich werde Ihnen weiter schreiben, wie es hier um den Druck Ihrer BĂŒcher steht, aber bitte behandeln Sie alle meine Informationen als vertraulich, eigentlich sollten Sie wenig davon erfahren, solche Dinge werden hier unter AusschluĂ der Ăffentlichkeit behandelt. Niemand erfĂ€hrt, warum manche BĂŒcher nicht erscheinen sollen. Ich begrĂŒĂe Sie sehr herzlich und
wĂŒnsche mir noch mehr BĂŒcher von Ihnen
Fred Wander
Nachwort[6]
(Aus einem Brief: Fred Wander an Primo Levi)
Sie haben gewiĂ sehr viele Verehrer unter Ihren Lesern, in vielen LĂ€ndern, und Sie wissen â die besten Verehrer sind meist diejenigen, die nichts sagen, nicht schreiben und wenn sie Ihnen persönlich begegnen, sich schweigend im Hintergrund halten.
Wenn ich nun aus der Reihe der stillen Verehrer Ihrer BĂŒcher in die Reihe der anderen trete, die ihren GefĂŒhlen und Gedanken Ausdruck geben möchten, dann nur, weil der Aufbau-Verlag in Berlin mich gebeten hat, Ihnen beiden BĂŒchern, die hier erscheinen sollen (Ist das ein Mensch und Atempause) ein Nachwort beizufĂŒgen.
Ich möchte gleich vorweg nehmen:[7] Vorallem auf den ersten Seiten Ihrer ErzĂ€hlung Atempause finde ich die bedeutendsten und schönsten SĂ€tze zu diesem Thema, die ich kenne. Ihre BĂŒcher sind nicht nur Dokumente einer schrecklichen Vergangenheit, sie sind voll Wahrheit und WĂŒrde, Anmut des Geistes, Witz und Poesie und WĂ€rme. Sie sind gewiĂ ein sehr liebenswerter Mensch und das Denken an Sie macht froh! Das ist die Vorrede, verzeihen Sie meinen jugendlichen Ăberschwang, ich bin 65 Jahre alt, ein Leidensgenosse, Jude, HĂ€ftling seit Beginn des Krieges in französischen Lagern, dann deportiert und bis zum Ende in deutschen Konzentrationslagern.
Aus Ihren Brief an den Ăbersetzer Heinz Riedt erfahren wir:
âDoch ich kann nicht sagen, daĂ ich die Deutschen verstehe. Und was man nicht verstehen kann, bildet eine schmerzhafte Leere, ist ein Stachel, ein dauernder Drang, der ErfĂŒllung fordert.â[8]
Sie schlieĂen dann mit der Hoffnung, daĂ Ihnen vielleicht âdie Natur des Widerhallsâ Ihres Buches, erlauben wird, die Deutschen besser zu verstehen.
Ich möchte diesen Satz auf den Kopf stellen und die Behauptung wagen, daĂ nur sehr wenige Menschen, auch in Deutschland, diesen âgröĂten Ausbruch der Barbarei seit Menschengedenkenâ (Adorno)[9] verstanden haben, die tiefen HintergrĂŒnde der Katastrophe wahrzunehmen imstande sind und daĂ wir Bewohner deutscher SprachrĂ€ume vielleicht an dem Widerhall der Ereignisse in anderen HemisphĂ€ren lernen werden, das PhĂ€nomen des Völkermordes im âLande der Dichter und Denkerâ zu begreifen. Sie selbst deuten die Sprach- und Denkschwierigkeiten in fast prophetischen Worten an: âDaher â und dies ist das ungeheuerliche Privileg unserer Generation und meines Volkes â hat niemals jemand besser als wir die unheilbare Natur der VersĂŒndigung begreifen können, die sich ausbreitet wie eine ansteckende Krankheit. Es ist unsinnig zu glauben, sie könne durch menschliche Gerechtigkeit getilgt werden. Sie ist eine unerschöpfliche Quelle des Bösen: Sie zerbricht Körper und Seele der Betroffenen löscht sie aus und erniedrigt sie; sie fĂ€llt als Schande auf die UnterdrĂŒcker zurĂŒck, schwelt als HaĂ in den Ăberlebenden fort und wuchert weiter auf tausend Arten, gegen den Willen aller, als Rachedurst, als moralisches Nachgeben, als MĂŒdigkeit und Verzichtâ.[10]
Man muĂ diese SĂ€tze widerholen, sie sich fest einprĂ€gen, darf sie nicht vergessen! Denn wenn wir sie Wort fĂŒr Wort uns vor Augen fĂŒhren, werden wir finden, daĂ Sie in Ihren BefĂŒrchtungen recht behalten haben: Die Macht- und BesitzverhĂ€ltnisse in der Bundesrepublik, welche das Hitlerreich und die Verwaltungsmörder aufgepĂ€ppelt[11] haben, sind unangetastet die gleichen geblieben, die Restauration nicht nur der politisch-sozialen und psychologischen KrĂ€fte ist ein fortschreitender, vehementer ProzeĂ, wenn auch unter dem Deckmantel Parlamentarischer Demokratie. â Das Nachleben des Nationalsozialismus betrachtet Theodor W. Adorno in seinem Essay Aufarbeitung der Vergangenheit
â âin der Demokratie als potentiell bedrohlicher, denn das Nachleben faschistischer Tendenzen gegen die Demokratieâ![12]
In der DDR wurde nach 1945 mit dem Faschismus grĂŒndlich/aufgerĂ€umt, der Beamten- und Verwaltungsapparat nazistischer Herkunft wurde zerstört, als Jude und ehemaliger KZ-HĂ€ftling erlaube ich mir festzustellen, daĂ im Gegensatz zu den in der Bundesrepublik sich hĂ€ufenden ErklĂ€rungen von deutschen Juden, hier das Problem des Antisemitismus zunĂ€chst gelöst erscheint, jedenfalls sind mir in vielen Jahren des Aufenthaltes in der DDR keine BelĂ€stigungen solcher Art widerfahren, wie sie drĂŒben sich wieder offen zeigen, in dem MaĂe, daĂ viele zurĂŒckgekehrte Juden heute fragen, ob es nicht ein Fehler war, deutschen Boden wieder zu betreten.
Bei aller Anerkennung der hier (in der DDR) geleisteten Arbeit, wenn man die âBewĂ€ltigung der Vergangenheitâ als Arbeit betrachten will, sollten wir uns jedoch alle die Frage stellen, ob die Ereignisse in Deutschland vor 1945,[13] vorallem die Vernichtung eines groĂen Teiles des deutschen, wie des europĂ€ischen Judentuns, durch einen politischen Akt, durch Gesetze und Regeln, administrativ also aus der Welt zu schaffen sind.[14] Ob die AufklĂ€rung der Jugend richtig verstanden wurde, ob sie richtig gelehrt wird, ob nicht sowohl die politische Arbeit mit der Jugend, als auch die allgemeine AufklĂ€rung in dieser Richtung noch verbesserungswĂŒrdig wĂ€ren? Ob nicht auch hier moralisches Nachgeben, MĂŒdigkeit und Verzicht sich einschleichen.[15]
Und wer von uns Zeitgenossen, ĂŒberlebenden Zeugen, Opfern oder Mitwissern, könnte sich freisprechen von dem Vorwurf der moralischen Nachgiebigkeit, der MĂŒdigkeit und des Verzichts, nĂ€mlich des Verzichtes darauf, wenigstens vor sich selbst bestehen[16] zu können! So gesehen sind Ihre beiden BĂŒcher eine Herausforderung an uns alle, nicht Gerechtigkeit zu erlangen,[17] denn das ist unmöglich, wie uns bewiesen wird, â sondern nicht aufzugeben in dem BemĂŒhen, unsere Selbstachtung wieder zu gewinnen oder dort, wo wir sie vielleicht erlangt haben, nicht wieder entgleiten zu lassen, denn das ist die ganze Wahrheit: Es gibt keine Reinigung und keine BewĂ€ltigung und keine âAufarbeitung der Vergangenheitâ durch einen politischen Akt oder durch VerfĂŒgungen oder durch Macht, sondern nur das tĂ€gliche âRingen mit sich selbstâ,[18] â um mit Goethe zu reden, das âunersĂ€ttliche Verlangenâ nach Reinigung!
Ein groĂes Thema, dem sich bedeutende deutsche Schriftsteller und Denker mit Beharrlichkeit widmen, Anna Seghers, Christa Wolf, Franz FĂŒhmann, Stefan Hermlin, Stephan Heym, Peter Weiss, Rolf Hochhuth, Heinrich Böll,[19]Theodor V. Adorno, Max Frisch, die Liste lĂ€Ăt sich betrĂ€chtlich erweitern, und wir können nicht daran vorbeigehen, daĂ sowohl in der Bundesrepublik, als auch anderswo sich neue Stimmen erheben, noch keine Bewegung, aber Kerne um neue Ansatzpunkte des Denkens.
Die unerschöpfliche Quelle des Bösen, wie ist sie auszumachen?[20] Durch Beschreibung? Ihr Buch Ist das ein Mensch sehe ich nicht einfach als Anklage und nicht nur als Bericht eines Augenzeugen, es ist die Aufforderung an jeden von uns, unsere Instrumente des Nachdenkens und der Beobachtung daran zu messen, zu prĂŒfen und zu schĂ€rfen. Nicht nur genaue Beschreibung und Möglichkeiten der Folter, sondern Röntgenbild einer Verhaltensweise, in allen ihren komplizierten Spielarten, die ich (fĂŒr eine stichfeste Definition ist hier nicht der Platz) als Zerrbild und letzte Ausgeburt[21] preussisch-deutschen Denkens bezeichnen möchte. Ihre Psychologie des Lagerlebens zeigt uns: Das Lager ist das genaue Abbild, das zur Karikatur[22] geronnene Muster dieser Art zu denken. Wenn die oberste Maxime â Befehl und Gehorsam, der alle anderen Tugenden untergeordnet sind â zu gewissen Zeiten lebensrettend fĂŒr die Nation gewesen sein soll, so ist sie, wie jedes zum Dogma geschmolzene Denken, nun die versteinerte Form geworden, in der jedes Leben erstickt.
âMit der absurden PrĂ€zision, an die wir uns spĂ€ter gewöhnen sollten, nahmen die Deutschen den Apell vor. âWieviel StĂŒck?â fragte der OberscharfĂŒhrerâŠââ âUnd dort bekamen wir die ersten SchlĂ€ge. Das war so neu fĂŒr uns und so unsinnig, daĂ wir keinen Schmerz empfanden, weder körperlichen noch seelischen. Nur tiefe Verwunderung: Wie kann man einen Menschen ohne Zorn schlagen?â Die Gestiefelten schlugen jedoch. Und â… stets mit der gelassenen Sicherheit dessen, der nichts als seinen tagtĂ€glichen Dienst versieht.â[23]
Kein Schmerz, nur tiefe Verwunderung. Als Picasso die Zerstörung der Stadt Guernica malte, warf er nicht nur alle herkömmlichen akademischen Regeln der Malkunst von sich, er bediente sich einer Sprache, die bis heute nicht sehr viele Menschen wirklich verstanden haben. Keine Anklage in der traditionellen Form, âjâaccuse!â, sondern der Versuch, neue Zeichen zu finden fĂŒr die Tatsache, daĂ der Sinnlosigkeit des Mordens mit den ĂŒberkommenen Formeln nicht mehr Einhalt geboten werden kann.
Und Tadeusz RĂłĆŒewicz sagt (Ich denke zurĂŒck an das Jahr 1945): âIch wandte mich damals ab von den Ă€sthetischen Quellen. Quelle der Kunst â dachte ich â kann nur die Ethik sein, aber beide Quellen, die eine wie die andere waren versiegt; âder Mörder hatte darin seine HĂ€nde gewaschen.ââ[24]
Und Sie, Primo Levi, schreiben: âDa merken wir zum erstenmal, daĂ unsere Sprache keine Worte hat, diese Schmach zu Ă€uĂern, dies Vernichten eines Menschen.â Dann etwas weiter: â… werden wir reden, so wird man uns nicht anhören, und wird man uns auch anhören, so wird man uns nicht verstehen. Auch den Namen wird man uns nehmen; wollen wir ihn bewahren, so mĂŒssen wir in uns selber die Kraft dazu findenâŠâ[25]
In uns selber die Kraft dazu finden, wie macht man das? Indem Sie den Abstieg in die Tiefe beschreiben, mit SĂ€tzen, die wie Beilhiebe erschrecken, mit leidenschaftsloser Beharrlichkeit und jener inneren Ruhe, die dem Ausgelöschtsein folgt, aus der BewĂ€ltigung, aus der Gnade ĂŒberlebt zu haben, â und indem Sie uns wie auf einer Landkarte die Leidensstationen des Menschen zeigen, Golgatha heute, und gleichzeitig eine fast vollstĂ€ndige Anatomie des Bösen entwerfen, enthĂŒllen sich den Leser die quellen der Kraft, fĂŒr die unsere Sprache auch keine Worte hat: unausgesprochen, aus jeder Zeile schwingt diese menschliche und magische Möglichkeit zu ĂŒberleben und zu bezeugen!
Viele Beispiele von SolidaritĂ€t und Trauer in Ihren beiden BĂŒchern weisen uns â wie dem DĂŒrstenden â den Weg zu den Quellen. Ein Beispiel, das mancher Leser ĂŒberlesen mag, und das man herausstellen sollte, in deutschen LĂ€ndern, wo der DĂŒnkel[26] gegenĂŒber anderen Völkern, vornehmlich den östlichen, sich wieder â und oft unangefochten â bemerkbar macht: âDiese wenigen Ăberlebenden der jĂŒdischen Kolonie von Saloniki, mit ihren zwei Sprachen, Spanisch und Griechisch, und mit ihren vielfĂ€ltigen Jobs, sind die Bewahrer einer konkreten, irdischen, wohl bedachten Weisheit, in der sich die Ăberlieferungen aller Mittelmeerkulturen treffen. Mag auch im Lagerleben diese Weisheit als systematisch und wissenschaftlich betriebener Diebstahl, als Sturm auf die Ămter und als Monopolisierung der Tauschbörse in Erscheinung treten, so darf man nicht vergessen, daĂ die Abscheu vor sinnloser BrutalitĂ€t und das erstaunlich ausgeprĂ€gte BewuĂtsein vom Fortbestand einer zumindest potentiellen menschlichen WĂŒrde die Griechen zur geschlossensten und in diesem Sinne such zivilisiertesten Gruppe des Lagers machen.â[27]
Verfall einer Sprache, wo Inhalt und Form auseinanderklaffen, wo unser âhochempfindliches Signalsystemâ, das wir in uns ausgebildet haben, anschlĂ€gt,[28] wenn wir in deutscher Sprache die Wörter Heimat hören und Vaterlandsliebe oder TĂŒchtigkeit, FleiĂ, Ordnung, Gehorsamkeit und Korrektheit, Pflicht und Bescheidenheit, â spĂ€testens nach den Bekanntwerden der berĂŒchtigten Rede Himmlers, an 4. Oktober 1943, vor SS-FĂŒhrern, sollte dieser Verfall einer Sprache, der Bruch quer durch diese Nation, die Alarmglocke klingeln lassen: âGanz klar, steht in unserem Programm, Ausschaltung der Juden, Ausrottung, machen wir… Dies durchgehalten zu haben und dabei â abgesehen von Ausnahmen menschlicher SchwĂ€chen â anstĂ€ndig geblieben zu sein, das hat uns hart gemacht. Das ist ein niemals geschriebenes und niemals zu schreibendes Ruhmesblatt unserer Geschichte.â
In der Bundesrepublik dĂŒrfen heute noch ehemalige Hitlergenerale und andere âWĂŒrdentrĂ€gerâ des Verbrecherstaates, von Ihren Taten reden, als wĂ€ren sie rechtens gewesen, als wĂ€ren die guten alten deutschen Wörter Vaterland und Treue und AnstĂ€ndigkeit niemals aus dem Rahmen gefallen, âals ob wir den Nazistaat mit einschlieĂen könnten in eine Weltordnung des Rechtsâ, sagt Jaspers mit Bezug auf die seltsame Rechtsprechung bei bundesdeutschen Gerichten in der Behandlung der Naziverbrechen. âAnstĂ€ndigâ geblieben zu sein, glaubt heute noch â und ganz im Sinne Himmlers â der GroĂteil ehemaliger Nazis, SS-Angehörige, Offiziere, TĂ€ter und MitlĂ€ufer, meist unwidersprochen und unangefochten. Zugegeben, es gibt auch die andere Seite, durch die Massenmedien kommt auch Anfechtung, klar und unmiĂverstĂ€ndlich, aber im Vergleich zur anderen Seite ziemlich kleinlaut und eingeschrĂ€nkt. Die Freiheit ist teilbar, es genĂŒgt fĂŒr viele Beteiligte, auf einen winzigen Knopf zu drĂŒcken, um sich dem ĂrgerniĂ zu entziehen. Ein GroĂteil der Bevölkerung denkt einfach: âEs ist solange vorbei, laĂt uns endlich in Ruhe damitâ! Der Verlogenheit auch in der demokratischen Ăffentlichkeit wird nur zaghaft, mit halber Stimme und lauem Herzen und mit gröĂter Nachsicht den herrschenden ReaktionĂ€ren gegenĂŒber, Pari geboten. Moralisches Nachgeben und Verzicht auf die Wiederherstellung der WĂŒrde der Opfer, wie auch der WĂŒrde der eigenen Nation, sind hier nicht nur Zeichen von MĂŒdigkeit, sondern â das âsteht in unseren Programmâ, âganz klarâ, âAusschaltungâ zwar nicht mehr der Juden, sondern jeglicher Forderung nach Besinnung und Umkehr, nach Widerherstellung der Glaubhaftigkeit deutscher Rede!
Niemand von uns, der sich darum bemĂŒht, die Sprachverwirrung und Sprachlosigkeit zu ĂŒberwinden, gibt sich der Illusion hin, wir könnten mit BĂŒchern die Welt wieder einrenken. Aber die ĂŒberraschend starke Wirkung und innere Bewegung, welche einige ehrliche BĂŒcher von Böll, Hochhuth, Frisch, Seghers, Kant, Christa Wolf, FĂŒhmann â ich möchte die Liste nicht wiederholen â sollten uns aufhorchen lassen, sie werden zumindest den Boden bereiten helfen, auf dem wieder Gras wĂ€chst, nicht das Gras des Vergessens, sondern die Keimlinge neuer und erkennbarer Werte. Die Sprache in Ihren BĂŒchern, aus dem Italienischen ĂŒbersetzt von Heinz Riedt, ist von erfrischender Klarheit und Lauterkeit, eine oft biblisch anmutende Sprache:
âDenket, daĂ solches gewesen.
Es sollen sein diese Worte in euren Herzen.
Ihr sollt ĂŒber sie sinnen, wenn ihr sitzet
In einem Hause, wenn ihr geht auf euren WegenâŠâ[29]
Oder am Beginn von Atempause, die Ankunft der ersten sowjetischen Soldaten im Januar 1945: âSie grĂŒĂten nicht, lĂ€chelten nicht; sie erschienen befangen, nicht so sehr im Mitleid, als in einer unklaren Hemmung; die ihnen den Mund verschloĂ und ihre Augen an das dĂŒstere Schauspiel gefesselt hielt. Es war die gleiche wohlbekannte Scham, die uns nach den Selektionen und immer dann befiel, wenn wir Zeuge einer MiĂhandlung sein oder sie selbst erdulden muĂtenâŠâ[30]
Hier ist Sprache noch in ihrer Ganzheit erhalten geblieben, Sprache der Mittelmeerkulturen? Sprache der Bibel, aus Jahrtausenden gefilterte Weisheit und das Ringen um die ewigen, unvergĂ€nglichen, unverwechselbaren Werte, in allen Sprachen und in allen Völkern lebendig geblieben, wo Sinn nicht verkehrt wurde, zu Unsinn, wo Trauer und Scham noch nicht vergiftet sind, und wo SĂŒnde geĂ€chtet wird! â Auch Schönheit der Sprache, Genauigkeit und Unbefangenheit der Beobachtung und Poesie, â die der unbefangenen, aufrichtigen und einfachen Rede wie von selbst innewohnende, Anmut und Poesie. Auch Heiterkeit, Abstand zu sich selbst, unbestechliche Ehrlichkeit in der Darstellung menschlichen Versagens, dort wo wir in die Knie gezwungen wurden und um das nackte Dasein zu kĂ€mpfen hatten, unter Bedingungen, die vom Menschenfeind diktiert waren: â… der wahrnehmbare Ausdruck seines geometrisch konzipierten Irrsinns und eines fremden Willens, uns zunĂ€chst als Menschen zu vernichten, um uns dann einen langen Tod zu bereiten.â[31]
Auch IrrtĂŒmer und subjektive, etwas zu kurz gekommene Betrachtungen ĂŒber die politischen HĂ€ftlinge, ĂŒber die ich mit Ihnen nicht rechten[32]möchte, â meine persönlichen Erfahrungen mit den Politischen, die fĂŒr mich und mein weiteres Leben entscheidend waren, weil sie meine Vorbilder wurden, mögen ebenso subjektiv klingen. Die Existenz der illegalen Widerstandsgruppen in den verschiedenen Lagern kommt in Ihren beiden BĂŒchern zu wenig zum Ausdruck, aber die konspirative Arbeit der Kommunisten muĂte auch vor der Masse der ânurâ rassisch Verfolgten verborgen bleibend! Was zu Situationen fĂŒhrte, welche die Politischen selbst oft bedauert haben. Möglicherweise kam die AktivitĂ€t des ILK in Buchenwald, wo ich die Befreiung erlebte, begĂŒnstigt durch die UmstĂ€nde, besser ins Blickfeld aller derer, die noch die Kraft besaĂen, das im Lager herrschende Chaos zu durchschauen.
Und was ist eigentlich geschehen? Es mag fĂŒr Sie, Primo Levi, der Sie die Deutschen besser verstehen möchten, interessant sein zu hören, daĂ eine breite Skala von antifaschistischer Literatur in der DDR nicht immer zu einer Wirkung fĂŒhrte, die wir uns alle gewĂŒnscht hĂ€tten. Geschichtsunterricht in der Schule ohne VerfĂ€lschung der faschistischen Epoche, ohne Weglassen der Greuel, hat das ausgereicht, konnte das reichen? In der Bundesrepublik hat die Perfektion der VerdrĂ€ngung den Nazivergangenheit solche AusmaĂe erreicht, daĂ viele Jugendliche kaum mehr erklĂ€ren können, wer Hitler war. In der DDR können das die Jugendlichen, sie haben es grĂŒndlich gelernt. Aber wir dĂŒrfen uns nicht darĂŒber hinwegtĂ€uschen, daĂ ein betrĂ€chtlicher Teil der Jugend auch in der DDR Schwierigkeiten hat, ein ausgewogenes GeschichtsbewuĂtsein herauszubilden, sie werden daran behindert durch die Ereignisse in der Welt, die an Bedrohlichkeit und Vehemenz zunehmen, durch den Konsum an Nachrichten, durch die Maschinenwelt, Wohlstandsdenken und ReizĂŒberflutung, – auch durch die manchmal mangelnde QualitĂ€t des gesellschaftlich wissenschaftlich en Unterrichts.
Trotzdem, glaube ich, ist die weltweite Auseinandersetzung mit der deutschen Vergangenheit in eine neue Phase getreten, sodaĂ wir garnicht drum herumkommen, uns nach BĂŒchern wie den Ihren umzusehen, weil sie zu der erwĂ€hnten breiten Skala von literarischen Werken eine neue QualitĂ€t hinzufĂŒgen und die Grundlage bieten könnten, fĂŒr eine neuartige Diskussion. Zum erstenmal und unmiĂverstĂ€ndlich dringen Stimmen junger Menschen an unser Ohr: Was ist eigentlich geschehen? Noch kommt die Frage vereinzelt und nicht mit der gebĂŒhrenden Dringlichkeit, aber niemand glaubt wirklich, daĂ die VerhĂ€ltnisse in der Bundesrepublik zur RĂŒckkehr faschistischer HerrschaftsverhĂ€ltnisse fĂŒhren könnten, dazu sind die Grundlagen demokratischer Strukturen vorallem in der jungen Generation schon zu stark. Niemand glaubt wirklich an die Explosion der angesammelten nuklearen Sprengkraft ĂŒber unseren Köpfen. Aber selbstverstĂ€ndlich haben wir keine Beweise, daĂ die von bedeutenden Wissenschaftern befĂŒrchteten Katastrophen aufzuhalten sind.
Und noch einige Worte zu Ihrer Atempause: In die Tiefe gefĂŒhrt, der Vernichtung entgangen, Leben auf die einfachste Formel reduziert, gelernt haben, die ureigensten KrĂ€fte wie einen Funken anzufachen mit einem Atemzug aus Freude, und mit einem Redestrom, einem Credo gleichend, Gluthauch uralter Menschenerfahrung â so beginnt Ihre ErzĂ€hlung von der Befreiung,[33] ohne Zweifel eines der erregendsten BĂŒcher unserer Zeit!
Dichtung, die vielen anderen Dichtungen voraus hat, auf dem Boden einer unvorstellbar und unbeschreibbar grausamen Wirklichkeit gewachsen zu sein. Und doch liest sich diese ErzĂ€hlung wie ein Abenteuer, das groĂe Abenteuer vom wiedergefundenen Leben und vom Zauber des Daseins, der sich in den ganz kleinen, aber unbezahlbaren, nicht in Gold aufzuwiegenden Dingen des Lebens spiegelt. Ich weiĂ nicht â auch Sie gewiĂ nicht â ob sie dieses tiefe Aufatmen, diese erschĂŒtternde Erleichterung des Lesers schon bei der ersten Niederschrift gemeint, gewollt hatten, sicher haben Sie den Titel Atempause erst spĂ€ter gewĂ€hlt? Wie vom Wind verweht, gerĂ€t der ErzĂ€hler nach der Befreiung in das weite russische Land und in den breiten Strom versprengter Völkerschaften, den HĂ€ftlingen befreiter Lager, den verfĂŒhrten Soldaten aus den ins Land gefallenen fremden Armeen, den Banden unbekannter Herkunft. Eine FĂŒlle von Gestalten und Charakteren, welche jenen Gorkis und Tschechows ebenbĂŒrtig sind. Welche liebevolle und unauffĂ€llige Betrachtung menschlicher SchwĂ€chen, weisen Gleichmuts und naiver KĂŒhnheit.
Von der âabsurden PrĂ€zisionâ und des âgeometrisch konzipierten Irrsinnsâ der deutschen Lager, von der âNormalitĂ€tâ sinnloser Folter und Fron, zu all dem, was wirklich normal ist, auch wenn es ums nackte Leben geht, immer noch Hunger, KĂ€lte, DurchhaltenâŠ
Das Aufatmen, die Erleichterung und auch die Heiterkeit, die uns unwillkĂŒrlich erfaĂt, wenn wir von den NachlĂ€ssigkeiten, der kindlichen GĂŒte und auch der Schlauheit russischer Soldaten hören. Nicht alles haben Sie gesehen, wir wollen Sie auch darin nicht schelten,[34]von dieser Sicht der kleinen Bauernjungen als Soldaten verkleidet, wĂ€re die Schlagkraft der Roten Armee gegenĂŒber der perfekten deutschen Kriegsmaschinerie, die sie aus den Angeln hob, nicht zu verstehen. Aber die groĂartige und faszinierende Schilderung der Ereignisse im Waldlager, auch die Verhaltensweisen der russischen Soldaten und Offiziere, selbst wenn sie ein wenig verzeichnet[35] wĂ€ren und LĂ€cheln hervorrufen, erzeugen in uns Staunen und Bewunderung fĂŒr die GröĂe und SeelenstĂ€rke und die LeidensfĂ€higkeit des russischen Volkes. Auch wo Sie mit der harten Griffel des intellektuellen Beobachters zeichnen, erwĂ€rmen Ihre Bilder unser GemĂŒt, lĂ€Ăt es uns die Ungeduld nachfĂŒhlen, mit der Sie und Ihre Landsleute den Tag der Heimkehr herbeisehnten.
âNachdem sie aber feststandâ, die Abreise, âmerkten wir zu unserer eigenen Verwunderung, daĂ dieses unendliche Land, die Felder und WĂ€lder, wo die Schlachten stattgefunden hatten, denen win unsere Rettung verdankten, daĂ diese unberĂŒhrten und lebensfrohen Menschen uns ans Herz gewachsen warenâŠâ[36]
Sie haben uns mit BĂŒchern beschenkt, Primo Levi, von denen ich wĂŒnschen wĂŒrde, daĂ sie sich die Herzen unserer Jugend erobern. Sie sind nicht nur eine Herausforderung, auch eine Botschaft, und sie sind schön und poetisch in einem ungewöhnlichen MaĂ!
Per quanto riguarda i Suoi due libri, potrĂČ avere un colloquio con le persone che hanno posto il veto[4] soltanto in autunno. CiĂČ comporta che la pubblicazione subirĂ un rinvio di un anno, sempre che avvenga. Per confortarla vorrei dirle (o forse glielâho giĂ detto) che anche il mio Il settimo pozzo era stato bloccato dalle stesse persone e che ho dovuto lottare per un anno intero prima che potesse vedere la luce. [5]
Lei ha certamente moltissimi ammiratori tra i Suoi lettori, in molti Paesi, e sa che i migliori sono per lo piĂč quelli che non dicono nulla, non scrivono nulla e, quando hanno occasione di incontrarLa di persona, rimangono silenziosamente sullo sfondo.
Ci tengo a dirle subito una cosa:[7] soprattutto le prime pagine della Tregua contengono, a mio avviso, quanto di piĂč importante e piĂč bello sia mai stato scritto su questo tema. I Suoi libri non sono soltanto documenti di un passato terribile; sono pieni di veritĂ e dignitĂ , di grazia, di umorismo, di poesia e calore umano. Lei devâessere certamente una persona molto amabile, e pensare a Lei allarga il cuore. Questa era la premessa; mi perdoni lo slancio giovanile: ho sessantacinque anni, sono un Suo compagno di sofferenza, ebreo, internato fin dallâinizio della guerra nei campi francesi e poi deportato nei campi di concentramento tedeschi, dove sono rimasto fino alla fine.
Da una Sua lettera al traduttore Heinz Riedt apprendiamo:
«Ma non posso dire di capire i tedeschi: ora, qualcosa che non si puĂČ capire costituisce un vuoto doloroso, una puntura, uno stimolo permanente che chiede di essere soddisfatto».[8]
Lei conclude poi esprimendo la speranza che forse «la natura di questa eco» suscitata dal Suo libro Le permetterà di capire meglio i tedeschi.
Bisogna rileggere queste parole, imprimersele bene nella memoria, non dimenticarle! Se le meditiamo una per una, ci accorgiamo che i Suoi timori si sono rivelati fondati: nella Repubblica Federale, i rapporti di potere e di proprietĂ che avevano foraggiato[11] il Reich hitleriano e sostenuto i burocrati assassini sono rimasti sostanzialmente immutati; la restaurazione delle strutture politiche, sociali e psicologiche procede in modo continuo e veemente, sia pure sotto il velo della democrazia parlamentare. â Theodor W. Adorno, nel saggio Che cosa significa elaborazione del passato, considera «la sopravvivenza del nazionalsocialismo nella democrazia come potenzialmente piĂč minacciosa della sopravvivenza di tendenze fasciste contro la democrazia»![12]
Nella Repubblica Democratica Tedesca, dopo il 1945 si Ăš fatta piazza pulita del fascismo in modo radicale; lâapparato burocratico e amministrativo di origine nazista Ăš stato smantellato. Come ebreo ed ex deportato nei campi di concentramento, mi permetto di affermare che, a differenza delle sempre piĂč frequenti dichiarazioni pronunciate dagli ebrei tedeschi nella Repubblica Federale, qui il problema dellâantisemitismo per il momento sembra risolto. In ogni caso, nei molti anni trascorsi nella DDR non ho mai subito molestie di questo genere, mentre a Ovest tornano ormai a manifestarsi apertamente, al punto che molti ebrei rientrati in Germania oggi si domandano se non sia stato un errore rimettere piede sul suolo tedesco.
Pur riconoscendo il lavoro fatto qui, nella DDR, se davvero si vuole considerare il «superamento del passato» un lavoro, dovremmo comunque chiederci tutti se gli avvenimenti che si sono verificati in Germania prima del 1945,[13] e soprattutto lo sterminio di gran parte dellâebraismo tedesco ed europeo, possano essere eliminati dal mondo con un atto politico, attraverso leggi e regolamenti, cioĂš per via amministrativa.[14] Dovremmo domandarci se lâeducazione delle giovani generazioni sia stata davvero compresa nel modo giusto e impartita correttamente; e se non vi sia ancora spazio per migliorare in tal senso tanto il lavoro politico con i giovani quanto lâopera di sensibilizzazione; e se non si stiano insinuando anche qui il cedimento morale, la stanchezza e una tendenza alla rinuncia.[15]
Un grande tema, questo, al quale si dedicano con ostinazione importanti scrittori e pensatori di lingua tedesca: Anna Seghers, Christa Wolf, Franz FĂŒhmann, Stefan Hermlin, Stephan Heym, Peter Weiss, Rolf Hochhuth, Heinrich Böll,[19]Theodor V. Adorno, Max Frisch. Lâelenco potrebbe allungarsi molto, e non possiamo ignorare che tanto nella Repubblica Federale quanto altrove si levano nuove voci: non ancora un movimento, ma nuclei nei quali stanno prendendo forma nuovi modi di pensare.
Nessun dolore, soltanto uno stupore profondo. Quando Picasso dipinse la distruzione della cittĂ di Guernica, non si limitĂČ a respingere tutte le convenzionali regole accademiche della pittura: si servĂŹ di un linguaggio che ancora oggi ben pochi hanno compreso davvero. Nessun atto di denuncia nella forma tradizionale del «Jâaccuse!», bensĂŹ il tentativo di trovare segni nuovi per esprimere il fatto che alla follia dellâuccidere non si puĂČ piĂč porre freno ricorrendo alle formule tramandate.
E Tadeusz RĂłĆŒewicz scrive Ripenso allâanno 1945: «Allora mi allontanai dalle fonti dellâestetica. Fonte dellâarte â pensavo â puĂČ essere soltanto lâetica; ma entrambe le fonti, lâuna come lâaltra, si erano prosciugate: âlâassassino ci si era lavato le maniâ».[24]
E Lei, Primo Levi, scrive: «Allora per la prima volta ci siamo accorti che la nostra lingua manca di parole per esprimere questa offesa, la demolizione di un uomo». E poi: «âŠse parleremo, non ci ascolteranno, e se ci ascoltassero, non ci capirebbero. Ci toglieranno anche il nome: e se vorremo conservarlo, dovremo trovare in noi la forza di farlo…».[25]
Trovare in noi stessi la forza di farlo: ma come? Descrivendo la discesa negli abissi con frasi che atterriscono come colpi dâascia, con sobria tenacia e con quella quiete interiore che segue allâannientamento e nasce dallâaver superato tutto e dalla grazia di essere sopravvissuti; mostrandoci, come su una carta geografica, le stazioni del soffrire umano, il Golgota dei nostri giorni; e tracciando al tempo stesso unâanatomia quasi completa del male. Si rivelano cosĂŹ al lettore le sorgenti di una forza per la quale la nostra lingua non ha parole: inespressa, da ogni riga irradia questa possibilitĂ umana e miracolosa di sopravvivere e di testimoniare!
I numerosi esempi di solidarietĂ e di dolore presenti nei Suoi due libri ci indicano, come agli assetati, la via verso le sorgenti. Eccone uno che qualche lettore potrebbe non cogliere e che andrebbe invece messo in risalto nei Paesi di lingua tedesca, dove la protervia[26] nei confronti degli altri popoli, soprattutto di quelli orientali, torna a farsi sentire, spesso senza incontrare nessuna opposizione: «Questi pochi superstiti della colonia ebraica di Salonicco, dal duplice linguaggio, spagnolo ed ellenico, e dalle molteplici attivitĂ , sono i depositari di una concreta, terrena, consapevole saggezza in cui confluiscono le tradizioni di tutte le civiltĂ mediterranee. Che questa saggezza si risolva in campo con la pratica sistematica e scientifica del furto e dellâassalto alle cariche, e con il monopolio della Borsa dei baratti, non deve far dimenticare che la loro ripugnanza dalla brutalitĂ gratuita, la loro stupefacente coscienza del sussistere di una almeno potenziale dignitĂ umana, facevano dei greci in Lager il nucleo nazionale piĂč coerente, e, sotto questi aspetti, piĂč civile».[27]
Nessuno di noi che si sforzi di superare la confusione del linguaggio e lâafasia si illude di poter rimettere il mondo sui suoi cardini con i libri. Ma la forza sorprendente e il profondo sommovimento che sanno suscitare nella loro onestĂ alcuni libri di Böll, Hochhuth, Frisch, Seghers, Kant, Christa Wolf, FĂŒhmann â non vorrei riprendere ancora una volta lâelenco â dovrebbero indurci a riflettere. Queste opere contribuiranno almeno a preparare il terreno su cui crescerĂ di nuovo lâerba: non lâerba dellâoblio, ma i germogli di valori nuovi e riconoscibili. La lingua dei Suoi libri, che Heinz Riedt ha tradotto dallâitaliano, colpisce per la sua limpidezza e la sua schiettezza, ed Ăš una lingua che spesso richiama quella della Bibbia:
«Meditate che questo Ú stato:
Vi comando queste parole.
Scolpitele nel vostro cuore
Stando in casa andando per via»[29]
Oppure, allâinizio della Tregua, quando arrivano i primi soldati sovietici nel gennaio 1945: «Non salutavano, non sorridevano; apparivano oppressi, oltre che da pietĂ , da un confuso ritegno, che sigillava le loro bocche, e avvinceva i loro occhi allo scenario funereo. Era la stessa vergogna a noi ben nota, quella che ci sommergeva dopo le selezioni, ed ogni volta che ci toccava assistere o sottostare a un oltraggio».[30]
E che cosa Ăš successo in realtĂ ? Per Lei, Primo Levi, che desidera comprendere meglio i tedeschi, potrebbe essere interessante sapere che lâampio panorama della letteratura antifascista nella DDR non ha sempre prodotto gli effetti che tutti noi avremmo sperato. Lâinsegnamento della storia nelle scuole, senza le falsificazioni dellâepoca nazista e senza occultarne gli orrori, Ăš bastato? Poteva bastare? Nella Repubblica Federale la rimozione del passato nazista ha raggiunto un tale grado di perfezione che molti giovani non sanno quasi piĂč spiegare chi fosse Hitler. Nella DDR, invece, i giovani lo sanno fare: loro lo hanno imparato a dovere. Ma non dobbiamo illuderci. Anche qui una parte considerevole della gioventĂč fatica a sviluppare una coscienza storica equilibrata. A ostacolarla concorrono gli eventi del mondo, sempre piĂč minacciosi e incalzanti, il flusso continuo di notizie, la civiltĂ delle macchine, la mentalitĂ del benessere, il sovraccarico di stimoli e, a volte, anche la qualitĂ non sempre soddisfacente dellâinsegnamento delle discipline storico-sociali.
E ancora qualche parola sulla Tregua. Essere stati condotti negli abissi, essere scampati allâannientamento, aver ridotto la vita alla sua formula piĂč elementare, aver imparato ad attizzare le forze piĂč intime come una scintilla con un soffio di gioia, e poi un fiume di parole simile a un credo, alito incandescente di unâantichissima esperienza umana: cosĂŹ comincia il Suo racconto della liberazione,[32] senza dubbio uno dei libri piĂč emozionanti del nostro tempo!
Unâopera letteraria che ha, rispetto a molte altre, il privilegio di essere cresciuta sul terreno di una realtĂ inconcepibilmente e indescrivibilmente crudele. Eppure questo racconto si legge come unâavventura: la grande avventura della vita ritrovata e dellâincanto dellâesistenza, che si riflette nelle cose piccolissime della vita, inestimabili, non barattabili con tutto lâoro del mondo. Non so â e certamente non lo sa neppure Lei â se questo profondo respiro di sollievo, questo senso di liberazione sconvolgente che suscita nel lettore Lei lo avesse inteso e voluto fin dalla prima stesura. AvrĂ scelto soltanto in seguito il titolo, che in tedesco suona come âPausa per respirareâ? Dopo la liberazione il narratore viene trascinato, come sospinto dal vento, nellâimmensitĂ della terra russa e nel vasto flusso di popoli dispersi: i prigionieri dei campi liberati, i soldati traviati degli eserciti stranieri che avevano invaso il Paese, le bande di origine sconosciuta. Una moltitudine di figure e di caratteri paragonabili a quelli di Gorâkij e Äechov. Quanta partecipe e discreta attenzione per le debolezze umane, per la saggia imperturbabilitĂ e per lâingenua audacia.
Dallâ«assurda precisione» e dalla «follia geometrica» dei Lager tedeschi, dalla ânormalitĂ â della tortura insensata e del lavoro coatto, si torna a tutto ciĂČ che Ăš veramente normale, anche quando Ăš ancora in gioco la nuda sopravvivenza: la fame, il freddo, la necessitĂ di resistere. Il respiro di sollievo, la liberazione e anche la serenitĂ che ci prendono istintivamente quando leggiamo della trascuratezza, della bontĂ infantile e anche dellâastuzia dei soldati russi. Lei non ha visto tutto, e non intendiamo certo rimproverarLa[33] per questo: dalla sola immagine di quei giovani contadini travestiti da soldati non si riuscirebbe a comprendere la forza dâurto dellâArmata Rossa, che riuscĂŹ a scardinare la perfetta macchina bellica tedesca. Ma la grandiosa e affascinante descrizione degli avvenimenti nellâacquartieramento nel bosco, e anche dei comportamenti dei soldati e degli ufficiali russi, quandâanche fossero leggermente deformati[34] e suscitassero un sorriso, genera in noi stupore e ammirazione per la grandezza, la forza dâanimo e la capacitĂ di sopportare il dolore del popolo russo. Anche lĂ dove disegna con il duro stilo dellâosservatore intellettuale, le Sue immagini ci scaldano lâanima e ci consentono di condividere lâimpazienza con cui Lei e i Suoi connazionali anelavate al giorno del ritorno a casa.
«Quando la partenza fu certa, ci accorgemmo, con nostra stessa meraviglia, che quella terra sterminata, quei campi e quei boschi che avevano visto la battaglia a cui dovevamo la salvezza, quegli orizzonti intatti e primordiali, quella gente vigorosa e amante della vita, ci stavano nel cuore».[35]
Lei, Primo Levi, ci ha fatto dono di libri che vorrei conquistassero il cuore dei nostri giovani. Non sono soltanto una sfida, ma anche un messaggio, e hanno una bellezza e una forza poetica davvero fuori del comune!
Fred Wander
Berlino, 1981
Fred Wander A 1150 VIENNA MĂ€rzstr. 4/20
Berlin, May 16, 1982[1]
Dear Mr. Primo Levi,
Please excuse the late reply to your letter of March 22, but I have been traveling a great deal lately and will continue to do so. One of my best friends in Paris, Hermann Draer,[2] passed away, so I was in Paris and in Vienna several times because I had to buy an apartment there to provide a safe haven for my youngest son, Daniel, who is now finishing school (here in Berlin) and will be living in Vienna starting this fall. I myself am keeping my residence at 1020 Berlin/DDR, Lichtenbergerstr. 36, and will therefore be living in both Vienna and Berlin until further notice. Of course, you can continue to write to me in Vienna and also send books,[3] which would give me great pleasure.
I will be back in Vienna again in June. Important mail is forwarded to me in West Berlin, because a letter from Vienna to DDR Berlin takes two to three weeks, from Paris four weeks, and from the U.S. (airmail) two months. All of this, of course, complicates all personal and other relationships.
As for your two books, I will only be able to have a meeting in the fall with the people who vetoed them.[4] This means a one-year delay, if they are even published at all. Should it be any consolation, I would like to tell you (or perhaps have already) that my The Seventh Well was also blocked by the same people, and I had to fight for a full year to get it published.[5]
I am delighted that your book The Truce has now also been published in paperback in West Germany. I recommend it to everyone with great enthusiasm, and they always thank me for doing so. I find it astonishing that your books have not yet caused the stir they deserve in German-speaking countries. I will continue to write to you about the status of your booksâ publication here, but please treat all my information as confidential; in fact, you should know very little about it, as such matters are handled behind closed doors here. No one finds out why certain books are not to be published. I send you my warmest regards and
look forward to even more books from you
Fred Wander
Afterword[6]
(From a letter: Fred Wander to Primo Levi)
You surely must have a great deal of admirers among your readers, in many countries, and you know that the best admirers are usually those who say nothing, write nothing, and, when they meet you in person, silently stay in the background.
If I have now chosen to step forward from the ranks of your booksâ silent admirers to join the ranks of those who express their feelings and thoughts through words, it is only because the Berlin-based publisher Aufbauverlag has asked me to write an afterword for your two books (If This is a Man and The Truce) that are to be published here.
I would like to say right up front[7] that, especially in the opening pages of your story The Truce, I find the most significant and beautiful sentences that I have ever read on this subject. Not only do your books document a terrible past, they are also full of truth and human dignity, they are also full of spiritual grace, wit, poetry, and warmth. You must certainly be a very endearing person, and thinking of you brings one joy. This is merely an introduction; please forgive my youthful exuberance; I am 65 years old, a fellow survivor, Jewish, imprisoned in French camps from the start of the war, then deported and held in German concentration camps until the end.
From your letter to German translator Heinz Riedt, we learn:
âYet I cannot say that I understand the Germans. And what one cannot understand creates a painful void; it is a thorn, a constant urge demanding to be fulfilled.â[8]
You then conclude with the hope that perhaps âthe resonanceâ of your book will allow you to understand the Germans better.
I would like to turn this statement on its head and venture the claim that very few people, even in Germany, have understood this âgreatest outbreak of barbarism in living memoryâ (Adorno),[9] are capable of perceiving the deep underlying causes of the catastrophe, and that we, the inhabitants of German-speaking regions, may perhaps learn from the reverberations of events elsewhere to comprehend the phenomenon of genocide in the âland of poets and thinkers.â You yourself allude to the difficulties of language and thought in almost prophetic words: âSinceâand this is the tremendous privilege of our generation and of my peopleâno one could ever grasp better than us the incurable nature of the offense, which spreads like an infection, it is foolish to think that it can be abolished by human justice. It is an inexhaustible source of evil: it breaks the body and soul of those who are drowned, extinguishes them and makes them abject; rises again as infamy in the oppressors, is perpetuated as hatred in the survivors, and springs up in a thousand ways, against the very will of all, as a thirst for revenge, as moral breakdown, as negation, as weariness, as resignation.â[10]
We must repeat these sentences, commit them to memory, and never forget them! For if we hold them before our eyes, word for word, we will find that your fears were justified: The power structures and distribution of wealth in the Federal Republic of Germanyâwhich pampered[11] Hitlerâs regime and administrative murderersâhave remained unchanged; the restoration of not only political, social, and psychological forces is an ongoing, vehement process, albeit under the guise of parliamentary democracy. â In his essay The Meaning of Working Through the Past, Theodor W. Adorno views the lingering influence of National Socialism âin a democracy as a potentially greater threat than the lingering influence of fascist tendencies against democracyâ![12]
In the DDR, fascism was thoroughly eradicated after 1945; the civil service and administrative apparatus of Nazi origin was dismantled. As a Jew and a former concentration camp prisoner, I take the liberty of noting that, in contrast to the increasingly frequent statements by German Jews in the Federal Republic, the problem of anti-Semitism here appears to have been resolved for the time being; at any rate, during my many years living in the DDR, I never experienced any harassment of the kind that is once again openly manifesting itself over thereâto such an extent that many Jews who have returned are now asking whether it was a mistake to set foot on German soil again.
While fully acknowledging the work accomplished here (in the DDR)âif one wishes to regard âcoming to terms with the pastâ as workâwe should nevertheless all ask ourselves whether the events in Germany prior to 1945,[13] above all the extermination of a large portion of both the German and European Jewish communities, can be eradicated through a political act, through laws and regulationsâthat is, administratively.[14] Has the education of young people been properly understood? Is it being taught correctly? Is there not still room for improvement in both political work with young people and general education in this regard? Have moral compromise, fatigue, and resignation not crept in here as well?[15]
And who among us contemporaries, surviving eyewitnesses, victims, or those privy to the truth could absolve oneself of the accusation of moral complacency, weariness, and resignationânamely, the resignation from being able to at least stand firm before ourselves![16] Seen in this light, your two books challenge us all not to seek to attain justice,[17] for that is impossible, as we are shown, but rather not to give up in our efforts to regain our self-respect, or, where we may have attained it, not to let it slip away again, for this is the whole truth: There is no purification, no coming to terms, and no âcoming to terms with the pastâ through a political act, through decrees, or through power, but only the daily âstruggle with oneself,â[18]âto use Goetheâs words, the âinsatiable longingâ for purification!
This is a major theme, to which prominent German writers and thinkers have tenaciously  devoted themselves: Anna Seghers, Christa Wolf, Franz FĂŒhmann, Stefan Hermlin, Stephan Heym, Peter Weiss, Rolf Hochhuth, Heinrich Böll,[19]Theodor V. Adorno, Max Frisch.âthe list could be extended considerablyâand we cannot ignore the fact that, both in the Federal Republic and elsewhere, new voices are rising; not yet a movement, but seeds of new approaches to thought.
The inexhaustible source of evilâhow can it be identified?[20] Through description? I do not view your book If This is a Man simply as an indictment or merely as an eyewitness account; it is a call to each of us to measure, examine, and sharpen our tools of reflection and observation against it. Not merely a precise description of the methods of torture, but an X-ray of a mode of behavior, in all its complex variations, which I would like to describe (there is no room here for a watertight definition) as a distorted image and the ultimate offspring[21] of Prussian-German thought. Your psychology of camp life shows us: The camp is the exact reflection, the pattern of this way of thinking that has solidified into a caricature.[22] If the supreme maxim of command and obedience, to which all other virtues are subordinated, is said to have saved lives at certain times, then, like any way of thinking fused into dogma, it has now become the petrified form in which every life suffocates.
âWith the absurd precision to which we later had to accustom ourselves, the Germans held the roll call. At the end the officer asked âWieviel StĂŒck?â⊠Here we received the first blows: and the thing was so new and senseless that we felt no pain, in either body or spirit. Only a profound amazement: how can one strike a man without anger?â Yet the men in boots struck. And âThey had the calm assurance of people merely doing their normal, everyday duty.â [23]
No pain, only deep astonishment. When Picasso painted the destruction of the city of Guernica, he not only cast aside all conventional academic rules of painting, but also employed a language that even today very few people have truly understood. Not an accusation in the traditional form, âjâaccuse!,â but an attempt to find new symbols for the fact that the senselessness of murder can no longer be halted with traditional formulas.
And Tadeusz RĂłĆŒewicz says (in âI think back to the year 1945â): âI turned away from aesthetic sources back then. The source of artâI thoughtâcan only be ethics, but both sources, one as well as the other, had dried up; âthe murderer had washed his hands of it.ââ[24]
And you, Primo Levi, write: âThen for the first time we become aware that our language lacks words to express this offense, the demolition of a man.â Then, a little further on: if we speak, they will not listen to us, and if they listened, they would not understand. They will take away even our name: and if we want to keep it, we will have to find in ourselves the strength to do soâŠâ[25]
Finding the strength within ourselvesâhow does one do that? By describing the descent into the depths, with sentences that strike fear like blows of an axe, with dispassionate perseverance and the inner calm that follows annihilation, born of having overcome it, of the grace of having survivedâand by showing us, as if on a map, the stations of human suffering, a present-day Golgotha, while at the same time sketching an almost complete anatomy of evil, the sources of strength for which even our language has no words are revealed to the reader: unspoken, this human and magical possibility of surviving and bearing witness resonates from every line!
Many examples of solidarity and mourning in your two books point usâlike the thirstyâtoward the springs. One example that some readers might overlook, and which should be highlighted, especially in German-speaking countries where arrogance[26] toward other peoples, particularly those from the East, is once again making itself felt, often unchallenged: âThese few survivors from the Jewish colony of Salonika, with their two languages, Spanish and Greek, and their numerous activities, are the repositories of a concrete, worldly, conscious wisdom, in which the traditions of all the Mediterranean civilizations converge. In the camp this wisdom has been transformed into the systematic and scientific practice of theft and seizure of posts of authority, and into a monopoly on the barter Market. But this should not let us forget that their aversion to gratuitous brutality, their amazing consciousness of the survival of at least the potential of human dignity, made the Greeks the most coherent national group in the Lager and, in this respect, the most civilized.â[27]
The decay of a language, where content and form diverge, where the âhighly sensitive signaling systemâ we have developed within is triggered[28] when we hear the German words âHeimatâ and âlove of the fatherland,â or âcompetence,â âdiligence,â âorder,â âobedience,â and âcorrectness,â âduty,â and âmodestyââmost recently, following Himmlerâs infamous speech to SS leaders on October 4, 1943âthis decay of language, this rift running right through this nation, should set off alarm bells: âIt is quite clear: our program calls for the elimination of the Jews, their exterminationâand that is what we are doing… To have carried this through and, in doing soâapart from exceptions due to human weaknessâto have remained decent, that has toughened us. This is a glorious chapter in our history that has never been written and will never be written.â
In the Federal Republic of Germany today, Hitlerâs former generals and other âdignitariesâ of that criminal state are still allowed to speak of their deeds as if they had been lawful, as if the good old German words âfatherland,â âloyalty,â and âdecencyâ had never strayed from the norm, âas if we could incorporate the Nazi state into a world order based on the rule of law,â says Jaspers, referring to the strange jurisprudence of German federal courts in their handling of Nazi crimes. Even todayâand entirely in keeping with Himmlerâs spiritâthe majority of former Nazis, SS members, officers, perpetrators, and followers still believe they have remained âdecent,â mostly unchallenged and uncontested. Admittedly, there is also another side; the mass media do convey criticismâclear and unambiguousâbut compared to the first side, it is rather meek and limited. Freedom is divisible; for many involved, it is enough to press a tiny button to escape the annoyance. A large part of the population simply thinks: âItâs over now, so letâs finally be done with it!â The hypocrisy, even within the democratic public sphere, is confronted only timidlyâin a half-hearted voice, with lukewarm conviction, and with the utmost leniency toward the ruling reactionaries. Moral capitulation and the refusal to restore the dignity of the victimsâas well as the dignity of our own nationâare not merely signs of weariness here, but ratherâas âit says in our program,â âquite clearlyââthe âelimination,â not of Jews this time, but of any demand for reflection and repentance, for the restoration of the credibility of German discourse!
None of us who strive to overcome linguistic confusion and speechlessness harbor the illusion that we could set the world right again with books. But the surprisingly powerful impact and inner stirrings evoked by some forthright books by Böll, Hochhuth, Frisch, Seghers, Kant, Christa Wolf, FĂŒhmannâI do not wish to repeat the listâshould make us sit up and take notice; they will at least help prepare the ground on which grass grows againânot the grass of oblivion, but the sprouts of new and recognizable values. The language in your books, translated from Italian by Heinz Riedt, is refreshingly clear and sincereâa language that often has a biblical quality:
âPonder that this happened:
I consign these words to you.
Carve them into your hearts
At home or on the street…â[29]
Or at the beginning of The Truce, the arrival of the first Soviet soldiers in January 1945: âThey didnât greet us, they didnât smile; they appeared oppressed, not only by pity but by a confused restraint, which sealed their mouths, and riveted their eyes to the mournful scene. It was a shame well-known to us, the shame that inundated us after the selections and every time we had to witness or submit to an outrageâŠâ[30]
Here, language has been preserved in its entirety. Is it the language of Mediterranean cultures? The language of the Bible, wisdom filtered through millennia and the struggle for eternal, imperishable, unmistakable values, which have remained alive in all languages and among all peoples where meaning has not been perverted into nonsense, where grief and shame are not yet poisoned, and where sin is ostracized! â Also the beauty of language, the precision and impartiality of observation and poetry, â the grace and poetry inherent in unbiased, sincere, and simple speech. Also cheerfulness, detachment from the self, incorruptible honesty in the portrayal of human failure, where we were brought to our knees and had to fight for our bare existence, under conditions dictated by the enemy of humanity: the perceptible expression of its geometric madness, of the resolution of others to annihilate us first as men, in order to kill us slowly afterward.â
Even errors and subjective, somewhat incomplete observations about political prisonersâabout which I do not wish to argue with you,[31] as my personal experiences with political prisoners were decisive for me and the rest of my life because they became my role modelsâmay sound just as subjective. The existence of illegal resistance groups in the various camps is not sufficiently reflected in your two books, but the conspiratorial work of the communists had to remain hidden even from the masses of those âmerelyâ persecuted on racial grounds! This led to situations that the political prisoners themselves have often regretted. It is possible that the activities of the ILK in Buchenwaldâwhere I experienced liberationâcame into sharper focus for all those who still had the strength to see through the chaos reigning in the camp, thanks to the circumstances.
And what actually did happen? It may be of interest to you, Primo Levi, who wish to understand the Germans better, to hear that a wide range of anti-fascist literature in the DDR did not always have the effect we all would have wished for. History lessons in school that did not distort the fascist era and did not omit the atrocitiesâwas that enough? Could that have been enough? In the Federal Republic, the perfection of repression has reached such proportions that many young people can barely explain who Hitler was. In the DDR, young people can do so; they have learned it thoroughly. But we must not delude ourselves into thinking that a considerable portion of the youth in the DDR, too, finds it difficult to develop a balanced historical consciousness; they are hindered in this by world events that are growing in menace and intensity, by their consumption of news, by the machine-driven world, the pursuit of affluence, and sensory overloadâas well as by the sometimes poor quality of social studies and science education.
Nevertheless, I believe that the global examination of Germanyâs past has entered a new phase, so that we simply cannot avoid looking for books like yours, because they add a new dimension to the broad range of literary works already mentioned, and could provide the foundation for a new kind of discussion. For the first time, and in no uncertain terms, the voices of young people are reaching our ears: What actually happened? The question is still being asked only sporadically and without the urgency it deserves, but no one truly believes that conditions in the Federal Republic could lead to a return to fascist rule; the foundations of democratic structures, especially among the younger generation, are already too strong for that. No one truly believes that the accumulated nuclear explosive power will detonate above our heads. But, of course, we have no proof that the catastrophes feared by leading scientists can be prevented, either.
And a few more words about your book The Truce: Led into the depths, having escaped annihilation, life reduced to its simplest form, having learned to kindle oneâs very own inner forces like a spark with a breath of joy, and with a torrent of speech akin to a credo, a breath of embers from ancient human experienceâthus begins your tale of liberation,[32] without a doubt one of the most thrilling books of our time!
This is a work of literature that stands head and shoulders above many others, having grown out of an unimaginably and indescribably cruel reality. And yet this narrative reads like an adventureâthe great adventure of life rediscovered, and of the magic of existence reflected in the tiny yet priceless things in life that no amount of gold could ever equal. I do not knowâand I am sure neither do youâwhether you intended or sought to evoke this deep sigh of relief, this overwhelming sense of relief in the reader, even in the first draft; surely you chose only later the title, which in German means also âa pause to catch oneâs breathâ? As if swept away by the wind, after his liberation the narrator finds himself in the vast Russian countryside and swept up in the broad current of scattered peoplesâthe prisoners from liberated camps, the strayed soldiers from the foreign armies that had invaded the country, and gangs of unknown origin. A wealth of figures and characters on par with those of Gorky and Chekhov. What a loving and unobtrusive observation of human weaknesses, sage equanimity, and naĂŻve boldness.
From the âabsurd precisionâ and the âgeometrically conceived madnessâ of the German camps, from the ânormalityâ of senseless torture and forced labor, to everything that is truly normalâeven when it comes to the bare fact of survivalâstill hunger, cold, perseverance⊠The sigh of relief, the sense of ease, and even the cheerfulness that involuntarily overtakes us when we hear of the carelessness, the childlike kindness, and also the shrewdness of Russian soldiers. You have not seen everything, and we do not want to reproach[33] you, for without this perspective of the young peasant boys disguised as soldiers, the Red Armyâs effectiveness against the perfect German war machineâwhich it tore apartâwould be impossible to understand. But the magnificent and fascinating account of the events in the forest campâincluding the behavior of the Russian soldiers and officers, even if it is somewhat exaggerated[34] and elicits a smileâinstills in us a sense of wonder and admiration for the Russian peopleâs greatness, fortitude, and capacity for suffering. Even when you sketch with the sharp pen of the intellectual observer, your images warm our hearts, allowing us to empathize with the impatient longing you and your compatriots felt for the day of your return home.
âWhen departure was certain, we realized, with the same wonder, that that boundless land, those fields and woods that had seen the battle to which we owed our salvation, those untouched and primordial horizons, that vigorous and life-loving people, were in our hearts, had penetrated us, and would long remain thereâŠâ[35]
You have given us books, Primo Levi, that I hope will capture the hearts of our youth. They are not only a challenge but also a message, and they are extraordinarily beautiful and poetic!
Fred Wander
Berlin, 1981
Info
Note
Tag
Mittente: Fred Wander
Destinatario: Primo Levi
Data di stesura: 1982-05-16
Luogo di stesura: Berlino Est
Descrizione del documento: lettera ds. su foglio bianco con firma ms. a biro blu, sottolineature a pennarellino rosa e inserti ms. a matita e biro blu.
Allegati: copia carbone di documento ds. con inserti ms. a pennarellino rosa e matita. Su tutti e tredici i fogli Ăš riportato sia il numero di pagina progressivo («â 1 â») in alto al centro, sia, in alto a destra, il numero «4».
Archivio: Archivio privato di Primo Levi, Torino
Segnatura: Corrispondenza, Corrispondenza generale, fascicolo 13, sottofascicolo 21, f. 487r/v.
Fogli: 1, recto e verso, 13, solo recto
DOI:
1
Sul margine superiore del foglio, sopra la data dattiloscritta, Wander annota a biro blu: «Westberlin, 17.5.82».
3«können Sie weiter nach Wien schreiben und auch BĂŒcher schicken» (âpuĂČ continuare a scrivermi a Vienna e anche a mandarmi dei libriâ) Ăš sottolineato ms. a pennarellino rosa, e «BĂŒcher» (âlibriâ) Ú riquadrata con lo stesso pennarellino.
4«im Herbst erst eine Aussprache haben, mit jenen Leuten, die ein Veto einlegten» (âpotrĂČ avere un colloquio con le persone che hanno posto il vetosoltanto in autunnoâ) Ăš sottolineato ms. a pennarellino rosa; «Veto» Ăš riquadrata.
6
Il dattiloscritto della postfazione Ăš conservato nellâArchivio Privato di Levi insieme al carteggio Wander. Non Ăš stato possibile ricostruire se fosse allegato a una delle lettere, o se arrivĂČ a Levi per altre vie: in mancanza di indicazioni si pubblica qui in coda al carteggio. Una versione leggermente rielaborata dello stesso testo fu pubblicata con il titolo Brief an Primo Levi in «Sammlung. Jahrbuch fĂŒr antifaschistische Literatur und Kunst», Röderberg, Frankfurt a.M., 1982, pp. 21-27. La principale modifica riguarda il secondo paragrafo, da «Wenn ich nun aus der Reihe⊠ein Nachwort beizufĂŒgen», sostituito nella versione in rivista da un nuovo paragrafo: «Ihre BĂŒcher habe ich erst durch den Aufbau-Verlag kennengelernt, der sie mir zuschickte. Schade, niemand hat mir geflĂŒstert, daĂ man diese BĂŒcher lesen mĂŒsse. Ich bin heute naiv und töricht genug, allen meinen Freunden und Bekannten damit in den Ohren zu liegen: diese beide BĂŒcher mĂŒĂt ihr lesen! Ich habe kĂŒrzlich mehrere StĂ€dte in der BRD bereist und mit vielen Leuten gesprochen, keiner kannte Primo Levi. Das alles finde ich sehr traurig, kann mich selbst aber nicht davon ausnehmen, geschlafen zu haben. Wir schlafen auch noch weiter und versĂ€umen so manches Gute!», (âHo conosciuto i suoi libri solo tramite la casa editrice Aufbau, che me li ha mandati. Peccato che nessuno mi avesse sussurrato che questi libri andavano letti. Oggi sono abbastanza ingenuo e avventato da ronzare nelle orecchie di tutti i miei amici e conoscenti: leggete questi due libri! Da poco ho fatto dei viaggi in diverse cittĂ della Germania Ovest e parlato con molte persone; Primo Levi nessuno lo conosceva. Tutto questo Ăš sconfortante, ma devo ammettere che io stesso dormivo e me lâero perso. Continuiamo a cosĂŹ ci perdiamo molte cose buone.â), p. 21. Una fotocopia dellâarticolo Ăš conservato presso lâarchivio di Levi nella sezione Ritagli stampa, con segnatura: fasc. 66, sottofasc. 1, 60.
7
Levi sottolinea «Vorweg nehmen» a matita e scrive sopra il rigo «anticipare».
8
Primo Levi, Ist das ein Mensch?, Fischer 1961, p. 9.
9
Theodor W. Adorno, Erziehung zur MĂŒndigkeit, p. 121.
10
Primo Levi, Atempause, Wegner 1964; OC I, p. 310.
11
«aufgepÀppelt» Ú sottolineato ms. a pennarellino rosa. Sul margine interno del foglio Levi scrive a matita, «allattare».
12
Il saggio, compreso nella raccolta Erziehung zur MĂŒndigkeit (Was bedeutet: Aufarbeitung der Vergangenheit, p. 10) Ăš il testo di una conferenza tenuta al Consiglio di coordinamento tedesco delle societĂ per la cooperazione cristiano-ebraica nellâautunno del 1959.
13
«sollten wir» e «die Frage stellen, ob die Ereignisse in Deutschland vor 1945» sono sottolineati ms. a pennarellino rosa.
14«durch einen politischen Akt» e «aus der Welt zu schaffen sind» (âcon un atto politicoâ e âeliminati dal mondoâ) sono sottolineati a pennarellino rosa.
15«verbesserungswĂŒrdig» (âspazio per migliorareâ) e «moralisches Nachgeben, MĂŒdigkeit und Verzicht» (âil cedimento morale, la stanchezza e una tendenza alla rinunciaâ) sono sottolineati a pennarellino rosa.
16«vor sich selbst bestehen» (ârispondere di sĂšâ) Ăš sottolineato a pennarellino rosso. Levi annota sul margine interno del foglio a matita: «giustificarsi».
17
«erlangen» Ú sottolineato a pennarellino rosa. Levi annota sul margine interno del foglio a matita: «ottenere».
18Tutta la frase, da «Es gibt keine Reinigung» a «âRingen mit sich selbstâ» (âNon esistono purificazione ⊠con sĂš stessiâ) Ăš sottolineata a pennarellino rosa.Â
19
«Stephan Heym» e «Böll» sono sottolineati a pennarellino rosa.
20
«auszumachen» Ăš sottolineato a pennarellino rosa. Levi annota sul margine interno del foglio «âvenire a capoâ».
21
«Ausgeburt» Ú sottolineato a pennarellino rosa. Levi annota sul margine interno del foglio «parto».
22 «Das Lager ist das genaue Abbild, das zur Karikatur» (âLager ne Ăš lâesatta riproduzione, il modello rappreso in caricaturaâ) Ú sottolineato a pennarellino rosa. «Abbild» (âriproduzioneâ) Ăš sottolineato con un doppio tratto. Levi annota sul margine interno del foglio «copia».Â
23
Primo Levi, Ist das ein Mensch?, Fischer 1961, p. 15; OC I, p. 144-46.
24
Wander fa riferimento al testo autobiografico di Tadeusz RĂłĆŒewicz, apparso in tedesco come Lyrik als Aktion in «Akzente Heft. Zeitschrift fĂŒr Dichtung», 14, 1 Februar 1967, pp. 4-8.
25
Primo Levi, Ist das ein Mensch?, Fischer 1961, p. 26; OC I, p.153.
26«DĂŒnkel» (âproterviaâ) Ăš sottolineato a pennarellino rosa. Levi annota sul margine interno del foglio «boria».
27
Primo Levi, Ist das ein Mensch?, Fischer 1961, p. 83; OC I, p. 200.
28«anschlĂ€gt» (âmanifestaâ) Ú sottolineato a pennarellino rosa. Levi annota sul margine interno del foglio un punto interrogativo.
29
Primo Levi, Ist das ein Mensch?, Fischer 1961, p. 11; OC I, p. 139.
30
Primo Levi, Atempause, Wegner 1964; OC I, p. 310.
31
Primo Levi, Ist das ein Mensch?, Fischer 1961, p. 52; OC I, p. 174.
32«rechten» (âpolemizzareâ) Ăš sottolineato a pennarellino rosa. Levi annota a matita sul margine interno del foglio «litigare».
33
In corrispondenza di questo paragrafo si vedono sul margine interno del foglio una riga verticale di puntini a pennarellino rosa e un punto interrogativo.
34«schelten» (ârimproverarLaâ) Ú sottolineato a pennarellino rosa. Levi annota a matita sul margine interno del foglio «sgridare».
35«verzeichnet» (âdeformatiâ) Ú sottolineato a pennarellino rosa. Levi annota sul margine interno del foglio a matita un punto interrogativo.
36
Primo Levi, Atempause, Wegner 1964; OC I, p. 447.