133. Waltraut Falter a Primo Levi, febbraio-maggio 1970
Falter avrebbe il desiderio di comprare molte copie dei libri di Levi per distribuirle in Germania; racconta poi un sogno recente che riguarda lo scrittore.
Sehr geehrter Signor Dr. Levi!
Meine Dankschuld ist groß, für die herzliche Freude, die Sie mir mit Ihrem freundlichen Dankbrief und Ihren guten Wünschen bereitet haben, Herzlichsten Dank!
Es tut mir leid, daß ich nichts besseres hatte als Blumen, um Sie zu ehren und Ihnen Freude zu machen und daß meine Fähigkeiten nicht ausreichen, Sie und Ihr Werk, bei uns in Deutschland, wirklich tatkräftig und mit spürbarem Erfolg zu unterstützen.
Meine höchste Freude wäre es, wenn Ihre Werke Ist das ein Mensch? und Atempause in Neuauflage erscheinen würden. Ich hatte im Sinn, so weit ich finanziell in der Lage bin, viele dieser Bücher zu kaufen und sie an Bekannte und Bibliotheken zu verschenken, damit sie in viele Hände gelangen und weitere Verbreitung finden sollten. Wieder sind diese, für uns Deutsche so besonders wichtigen Bücher, vergriffen. Bleibt mir nur noch Ihr vielsagendes, amüsantes und tief hintergründiges Buch Die Verdoppelung einer schönen Dame, das mir außerordentlich gefallen hat, zu empfehlen und zu verbreiten, um Ihren Hamen und guten Ruf, als ausgezeichneten Autor, bekannt zu machen. Ich fürchte nur, dieses Buch wird, wegen seiner geistigen Ansprüche, von der breiten Masse der einfachen und ungebildeten Leser, nicht ganz verstanden und akzeptiert werden, und zu den gebildeten Kreisen habe ich, leider, nur wenige Beziehungen. Ich bin sehr traurig, daß meine Möglichkeiten, Ihnen verehrtester Signor Dr. Levi, in der guten Sache zu helfen, so armselig und gering sind, und sich fast ausschließlich nur darauf beschränken, mich, durch meine eigene Haltung und Gesinnung in dem kleinen Kreis meiner Umwelt, für das Gute und Rechte einzusetzen, und der Wahrheit Zeugnis zu geben. Ich will tun, was ich kann! Die furchtbaren Geschehnisse der Vergangenheit und die niemals mehr gutzumachen den Verbrechen meines Volkes, lassen mich nie mehr zur Ruhe kommen. Ich sehe und erkenne, mit tiefer Bestürzung, immer mehr, daß diese Vergangenheit jeden Einzelnen meines Volkes zu einer ernsten und gewissenhaften. Stellungnahme und Entscheidung herausfordert, die eine bessere und hellere Zukunft garantiert, daß sich aber die meisten Deutschen und gerade der schuldigste Teil meines Volkes, aus Trägheit des Herzens, aus feiger Flucht vor Verantwortlichkeit oder auch noch immer, aus dem alten, entsetzlichen, deutschen Wahn des Hochmuts, und der Verblendung heraus, dieser größten Pflicht und Notwendigkeit zu entziehen sucht. Diese Feststellung bereitet mir größten Schmerz und Kummer. Ich denke mit schwerer Sorge an die Zukunft. Immer öfter überwältigt mich eine große Mutlosigkeit und macht es mir schwer, den Sieg des Guten zu erhoffen und mit Vertrauen vorwärts zu blicken. In solchen Stunden der Verzagtheit greife ich gern zu Ihrem Erlebnisbericht, verehrtester Signor Dr. Levi, um mich an Ihrer Tapferkeit, Ihrem treuen Durchhalten, Ihrem unermüdlichen Einsatz für das Rechte und Menschen würdige und Ihrem sieghaften Lebensmut zu stärken und aufzurichten. Ihr gutes Beispiel gibt mir immer wieder neue Kraft, Trost und Zuversicht. Ich danke Ihnen von Herzen dafür!
Verehrtester Signor Dr. Levi! Darf ich Ihnen noch etwas erzählen, was mehr privater Natur ist? Vielleicht ist das kindisch und naiv von mir, so ein wenig von der Art des armen, guten Szög?[1] Aber es drängt mich, Ihnen ein Traumerlebnis zu berichten, das in mir einen so tiefen, freudigen Eindruck hinterlassen hat, wie es etwa ein wirkliches, schönes und inniges Erlebnis tut, das man nie vergißt, oder eine jener reinen, Kostbaren, wertvollen menschlichen Begegnungen, die uns innerlich bereichern und beglücken.
Ich war, als mein Blumengruß Sie erreichte, sehr krank, hatte Lungenentzündung und litt an großer Herzschwäche, aber in jener Zeit angstvoller Fieberträume, hat mich ein Traumgesicht, ganz anderer Art, sehr getröstet und beglückt:
Ich glaubte mich, in Ihrer Wohnung zu befinden. Neben einem hohen Spiegel stand eine große Vase am Boden mit den Blumen. Mein Brief lag auf dem schmalen Spiegelstisch. Ein junges Mädchen neigte sich, mit kindlichen Freude über die Blumen, ordnete sie mit zärtlicher Hand. Ich spürte ganz stark und gerührt, die freudige Empfindung des Mädchens. – Durch die offene Türe sah man, durch einen schmalen Gang, in ein gegenüber liegendes anderes Zimmer, mit einem großen Fenster. Durch dieses Fenster war eine breite Straße sichtbar mit ein paar Bäumen links vorne. Rechts drüben ragten, etwas entfernter, große Gebäude über den Häusern der Straße empor, wie von einer Fabrik. – In diesem Zimmer befand sich eine Dame. Sie rief mit ihrer wohlklingenden Stimme ein paar Worte. Da löste sich das junge Mädchen, mit leisem Bedauern, von den geliebten Blumen, raffte sich auf und ging schnell und willig zu der Dame hinein. – Das war der eine Teil des Traumes, der Tagtraum. – In der Neujahrsnacht befand ich mich wieder in dieser Wohnung, und zwar in dem Zimmer mit dem großen Fenster. Er war von einem angenehm gedämpften Licht beleuchtet. Vornehme, fröhliche Gesellschaft warda. Auf dem schön gedeckten Tisch brannten festlich Kerzen. Sie, Signor Dr. Levi, standen und sprachen. Ich konnte Ihre Worte nicht verstehn, aber ich wußte, Sie sprachen von den Blumen und von der Frau in Deutschland, die sie Ihnen schenkte. Sie hielten meinen Brief in der Hand und versuchten, ihn Ihren Gästen zu übersetzen. Dann wurden Sie von tiefer, innerer Bewegung überwältigt. Ich fühlte mit Ihnen, wie Sie sich ganz jenen schweren und erschütternden Erinnerungen hingaben. Auch die Heiterkeit der Anderen war unterbrochen und alle waren von Ernst und Trauer angerührt. Dann aber, von der plötzlichen, peinvollen Stille aufmerksam geworden, rafften Sie sich auf und versuchten Sie, Ihrer inneren Bewegung Herr zu werden. Sie bemühten sich, um der Gäste willen, wieder einen heiteren Ton anzuschlagen, auf den die Anderen sofort froh und erleichtert eingingen, und die fröhliche Stimmung war wieder hergestellt. – Ich aber bin erwacht und fühlte mich sehr ruhig, froh und glücklich, wie mit einer großen, stillen, innigen Freunde beschenkt, für die ich Ihnen von Herzen danken wollte. – Ja, es war ein sehr schöner Traum und vielleicht ein Zeichen, wie sehr ich Ihnen geistig verbunden bin. –Ich glaube, von da an fing ich an, wieder gesund zu werden. Ich danke Ihnen herzlich!
Sehr geehrter Signor Dr. Levi! Ihnen und Ihrer verehrten Familie wünsche ich herzlichst alles Gute, Glück und bestes Wohlergehn und Ihrem Schaffen und Wirken höchsten Erfolg!
Mit freundlichsten Grüen verbleibe ich, hochachtungsvoll
Ihre
ergebene
Waltraut Falter
Stimatissimo Signor Dott. Levi,
ho con Lei un grande debito di gratitudine per la gioia sincera che mi ha dato con la Sua gentile lettera di ringraziamento e con i Suoi affettuosi auguri. Grazie di cuore!
Mi dispiace di non aver avuto nulla di meglio che dei fiori per renderLe omaggio e per farLe cosa gradita, e che le mie capacità non siano sufficienti per sostenere concretamente e con risultati tangibili Lei e la Sua opera qui in Germania.
La mia più grande gioia sarebbe che i Suoi libri Se questo è un uomo e La tregua venissero ripubblicati. Avevo pensato, per quanto è nelle mie possibilità economiche, di acquistarne un bel po’ di copie per regalarle a conoscenti e biblioteche, affinché raggiungessero più mani possibili e trovassero ulteriore diffusione. Ancora una volta, però, questi libri – tanto importanti per noi tedeschi – risultano esauriti. Per far conoscere il suo nome e la sua fama di autore eccellente, non mi resta dunque che raccomandare e far conoscere il Suo libro tanto significativo, divertente e profondamente allusivo Storie naturali, che mi è piaciuto moltissimo. Temo solo che, per la sua levatura intellettuale, questo libro non sarà del tutto compreso e accolto dalla massa dei lettori semplici e poco istruiti, e purtroppo io ho pochi contatti con i circoli più colti. Mi rattrista molto, stimatissimo Signor Dott. Levi, che le mie possibilità di aiutarLa in questa buona causa siano così misere e limitate, e che si riducano quasi esclusivamente al tentativo di impegnarmi, con la mia condotta e le mie convinzioni, nella mia piccola cerchia, a favore del bene, della giustizia, e nel rendere testimonianza alla verità. Farò quello che posso! I terribili avvenimenti del passato e i crimini commessi dal mio popolo, che mai potranno essere riparati, non mi danno tregua. Con profondo sgomento, vedo e riconosco sempre più chiaramente che quel passato interpella ogni singolo individuo del mio popolo spingendolo a prendere una posizione seria e coscienziosa, che sola può garantire un futuro migliore e più luminoso. Ma constato con grande dolore che la maggior parte dei tedeschi – e proprio la parte più colpevole – cerca di sottrarsi a questo dovere fondamentale e imprescindibile, per pigrizia del cuore, per codarda fuga dalla responsabilità o, ancora, per via di quell’antica, terribile, follia tedesca fatta di arroganza e accecamento. Questa constatazione mi addolora e mi angustia profondamente. Guardo al futuro con grande preoccupazione. Sempre più spesso mi assale un grande scoraggiamento, che rende difficile sperare nella vittoria del bene e guardare al domani con fiducia. In questi momenti di sconforto, prendo volentieri in mano il Suo racconto di vita, stimatissimo Signor Dott. Levi, per attingere forza e conforto dalla Sua tenacia, dalla Sua fedele perseveranza, dal Suo instancabile impegno per ciò che è giusto e degno dell’uomo, e dal Suo coraggio esemplare. Il Suo buon esempio continua a darmi nuova forza, consolazione e speranza. Di cuore, grazie!
Stimatissimo Signor Dott. Levi, posso raccontarLe ancora qualcosa, di natura più privata? Forse è un po’ infantile e ingenuo da parte mia, un po’ nello stile del povero diavolo Szög,[1] ma sento il bisogno di narrarLe un’esperienza onirica che mi ha lasciato una forte, gioiosa impressione, come solo un’esperienza reale, bella e intensa che non si dimentica mai, o uno di quegli incontri umani puri, preziosi e importanti che ci arricchiscono interiormente e ci rendono felici.
Quando il mio omaggio floreale le è arrivato, ero molto malata, avevo la polmonite e soffrivo di una grave insufficienza cardiaca, ma in quel periodo di sogni febbrili e angosciosi, una visione onirica di tutt’altro genere mi ha portato conforto e felicità.
Mi sembrava di trovarmi a casa Sua. Accanto a un grande specchio, sul pavimento, c’era un grande vaso con dei fiori. La mia lettera era appoggiata sul piccolo tavolo da toeletta. Una ragazzina, con gioia infantile, si chinava sui fiori e li sistemava con mano delicata. Avvertivo quella sua gioia con commozione. Attraverso una porta aperta si intravedeva, oltre uno stretto corridoio, un’altra stanza con una grande finestra. Da lì si vedeva un’ampia strada con alcuni alberi sulla sinistra; a destra, un po’ più in là, spuntavano sopra i tetti alti edifici, forse di una fabbrica. Nella stanza c’era una signora che con voce melodiosa pronunciò alcune parole. Allora la ragazza, con un leggero rammarico, si staccò dai suoi amati fiori, si alzò in fretta e con prontezza andò dalla signora. Questa era una parte del sogno, quella diurna.
Poi, nella notte di Capodanno, mi ritrovai di nuovo nello stesso appartamento, stavolta nella stanza con la finestra grande. Era illuminata da una luce piacevolmente soffusa. Vi si trovava una compagnia allegra e raffinata. Sul tavolo apparecchiato con eleganza ardevano candele festive. Lei, Signor Dott. Levi, era in piedi e parlava. Non riuscivo a capire le Sue parole, ma sapevo che stava parlando dei fiori e della donna in Germania che glieli aveva mandati. Teneva in mano la mia lettera e cercava di tradurla per i Suoi ospiti. Poi veniva sopraffatto da una profonda commozione, e io provavo il Suo stesso sentimento mentre Lei si lasciava andare ai ricordi difficili e dolorosi. Anche l’allegria degli altri si interrompeva, e tutti venivano colti da un senso di serietà e tristezza. Ma poi, accorgendosi di quel silenzio improvviso e pesante, si ricomponeva, cercando di dominare la Sua commozione. Si sforzava di riprendere un tono più sereno, per riguardo verso gli ospiti. Questi, subito, rispondevano con gioia e sollievo e l’atmosfera festosa riprendeva il suo corso. Io però mi sono svegliata, e mi sono sentita molto tranquilla, felice e riconoscente, come se mi fosse stato fatto dono di una grande e intima gioia, per la quale desideravo ringraziarLa di cuore. Sì, è stato un sogno bellissimo, e forse anche un segno di quanto Le sia spiritualmente legata. Credo che proprio da quel momento sia iniziata la mia guarigione. Grazie di cuore!
Egregio Signor Dott. Levi, a Lei e alla Sua stimata famiglia auguro ogni bene, felicità e salute, e un grande successo per la Sua opera e la Sua attività.
Con i miei più cordiali saluti e con profonda stima
Sua
devota
Waltraut Falter