153. Renate Martin a Primo Levi, 23 febbraio 1972

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Nota al testo


Dando seguito alla lettera precedente, Martin continua il racconto della sua vita in Germania tra il 1933 e il 1945. 

Flöha, am 23. 2. 72

 

Lieber Herr Levi!

Jetzt bin ich fertig mit dem, was eine Erklärung sein soll. Ich habe Ihre Geduld lange auf die Probe gestellt, aber bedenken Sie: Ich bin weder ein Dichter noch ein Philosoph und habe noch nie in meinem Leben solch einen langen Brief geschrieben.

2 Fragen allerdings beschäftigen mich noch: 1. Warum tötete Hitler alle Juden? Es war doch ganz sinnlos. Es gibt bei uns eine sehr gute Erklärung dafür, aber sie befriedigt mich nicht ganz

2. Warum verfolgt man die Juden seit 2000 Jahren? Falls Sie eine Antwort auf meine Fragen wissen, teilen Sie sie mir bitte mit, wenn Sie einmal Zeit dazu haben. Es kann ruhig 10 Jahre dauern bis dahin.

 

Ich wünsche Ihnen und Ihren Lieben weiterhin das Beste und grüße sie herzlich

 

Renate Martin

 

10. 2. 72[1]

1933-1939

Hitler kam zur Macht, und ich verfolgte aufmerksam, was geschah.

Zuerst wurden alle Kommunisten verhaftet und „umerzogen”. Nach 8 Wochen kamen die meisten von ihnen wieder und sagten Kein Wort mehr gegen Hitler, jedenfalls nicht zu mir.

Dann beseitigte er tatsächlich die Arbeitslosigkeit. Er baute große Autobahnen und kurbelte die Wirtschaft an, und alle Herzen flogen ihm zu (so schien es mir). Alle waren erleichtert, alle dankbar, alle begeistert. Ja, ein junger Kommunist, der immer die rote Fahne getragen hatte, wollte sogar in die Nazipartei eintreten, hörte ich.

Ich sagte zu mir selbst: „Das muß doch etwas Gutes sein!” und trat freiwillig in die Hitlerjugend ein, kurz bevor es Pflicht wurde. Das war 1934.[2]

Wie aber war es meinem Vater ergangen?

Kurz nach der Machtergreifung durch Hitler hatte man zu ihm gesagt: „Sie sind Lehrer? Das ist ein politischer Beruf. Sie müssen in die NSDAP eintreten. Sonst kann es sein, Sie fliegen raus!” Mein Vater rannte mit rotem Kopf in der Stube hin und her. Zuletzt siegte die Angst. Er trat in die Partei ein. (Es gab jetzt nur noch die eine). Und natürlich bereute er es sogleich; denn nun gab es keine Ruhe mehr für ihn. Versammlungen, Reden, Funktionen, marschieren und das Gebell der Führer waren ihm ein Greuel. Aber das ging nicht allen so. Manche entdeckten ihre eigenen Führereigenschaften und bellten bald eifrig mit.

Ich sah das alles, und ich dachte: „Es ist nicht alles schön, aber das Gute überwiegt. Alle haben Arbeit, alle sind fröhlich, und endlich herrscht wieder Ordnung.” – Und Hitler und seine Leute hatten wirklich Ideen. Es gab eine Winterhilfe für Arme und Kinderreiche. Es gab billige Ferienfahrten bis nach Norwegen und Italien. Und immer war von „Volksgemeinschaft”[3] die Rede. Die Arbeiter wurden so geachtet wie die Fabrikbesitzer. Und das gefiel mir. Es hätte mir allerdings noch besser gefallen, wenn er die Fabrikbesitzer abgeschafft hätte. Aber ich dachte: Der Mensch kann nicht alles nach Wunsch haben und war fast zufrieden. Auch außenpolitisch stärkte Hitler unser Selbstgefühl. Er führte die Wehrpflicht wieder ein und erklärte den Versailler Vertrag und die Kriegsschulden für ungültig. Das Ausland schwieg dazu. Und so holte er auch noch Österreich und das Sudetenland „heim”. Und wir freuten uns darüber. Als er freilich die Tschechoslowakei besetzte, wurde ich stutzig; denn ich dachte: Wieso denn das? Die wollen doch bestimmt nicht bei uns sein! Aber sicher gab es dafür eine „stichhaltige” Erklärung. Ich habe sie vergessen.

1934 schickte mich mein Vater auf die Höhere Schule nach Chemnitz; denn er sagte: „Was du Lernst, kann dir keiner nehmen!”

Und ich lernte viel, und das meiste vergaß ich wieder, aber einiges weiß ich bis heute: Die Kinder der reichen Leute waren geistig recht mittelmäßig, und ich fragte meine Mutter: „Die Kinder der Fabrikbesitzer sind so dumm. Also sind die Fabrikbesitzer auch dumm. Wie aber Leiten sie dann ihre Fabriken?” Meine Mutter sagte: „Dazu haben sie ihre Prokuristen.”

Wir hatten 2 Jüdinnen in unserer Klasse. Die eine war sehr dunkel und echt, die andere war blond. Die dunkle war gutartig und immer vergnügt, und sie gefiel mir sehr. Die andere war manchmal bös, schlug, biß und kratzte. Beide waren in der Klasse beliebt und wurden von den Lehrern nicht benachteiligt. Aber die Judenhetze lief schon. Redner und Zeitungen sagten: „Guckt euch die Juden an! Sie sind fremd in unserem Volke aber sie haben die größten Geschäfte. Sie sind Juristen und Ärzte. Sie besetzen alle wichtigen Positionen. Sie wollen überall regieren. Rothschild bezahlt alles. Sie wollen die ganze Welt beherrschen, und wir sollen ihre Sklaven sein. (Ich glaube, so ähnlich war es). Guckt nach Rußland! Stalin hat eine Jüdin zur Frau. Der Stern der Kommunisten ist der Judenstern. Sie herrschen heimlich im Kreml. Sie herrschen in Amerika und England, usw., usw.

Sie sagten das immer wieder und sparten auch nicht mit Greueln, die die Juden aus Glaubensgründen begangen haben sollten. Die Juden wurden immer wieder als feige, betrügerisch und habgierig hingestellt. Unentwegt wurden wir aus Zeitungen, Reden, Filmen, Schulen damit berieselt.

Zuerst glaubten wir es wohl nicht, aber nach und nach wurden wir weich. Die meisten von uns kannten gar keine Juden. Diese wohnten meist in den Großstädten und Lebten abgesondert von den anderen. Viele von uns konnten darum den Lügen gar keine eigene bessere Erfahrung entgegensetzen, und die eigene Vernunft reichte nicht aus, weil die humanistische Erziehung fehlte. Im Gegenteil, wenn in alten Märchen ein Jude vorkam, erschien er bestimmt als Wucherer. Die Vorurteile der Vergangenheit bestätigten die Lügen der Gegenwart, und was zwischendrin gerecht und gut geschrieben worden war, bekamen wir nicht zu lesen. Ich erinnere mich, daß ich jedesmal an Maria Warschauer dachte, wenn ich etwas schlechtes über die Juden hörte. (Das war die dunkle Jüdin in meiner Klasse). Und jedesmal zweifelte ich; denn eine Jüdin war gut, und sicher waren es noch mehr. Aber der „Führer” konnte nicht in solch einer wichtigen Sache Lügen. Er hatte so viel für uns getan. Er konnte sich höchstens irren. Aber konnte der Halbgott irren? Ich hatte schließlich eine rettende Idee: „Die Juden waren als Kinder noch gut. Sie wurden erst später schlecht”. Allerdings, so sicher erschien mir die Theorie nicht. Wir hielten die Juden möglicherweise für gefährlich, vielleicht für etwas minderwertig, aber wir haßten sie nicht, und wir hatten auch nicht das Bedürfnis, sie zu vernichten.

Als die jüdischen Läden boykottiert werden sollten, kauften viele weiter bei den Juden. Ich erinnere mich, wie mein Vater zu meiner Mutter sagte: „Du kannst nicht mehr bei Juden kaufen. Es ist den Parteigenossen verboten.” Meine Mutter antwortete garnichts. Aber zu mir sagte sie: „Was der Vati nicht weiß, macht inn nicht heiß.” Sie lachte und kaufte, wo sie wollte. Sie war mehr für die Praxis als für die Philosophie.

1938 kam ich früh zur Schule. In der Klasse herrschte Aufregung. Die Synagoge war zerstört worden, auch die Schaufenster der jüdischen Geschäfte waren zerschlagen. Das wütende Volk sollte es gewesen sein. Aber wir waren nicht wütend. Ich glaube, wir waren nicht für solche Barbarei. – Die beiden Jüdinnen fehlten. Man erzählte, sie seien nach Amerika ausgewandert. Ich hielt das für vernünftig und fühlte mich irgendwie erleichtert. Hoffentlich stimmte es!

Bald darauf kam eine Halbjüdin in unsere Klasse aus Berlin. Sie war sehr freundlich, hilfsbereit und klug. Sie setzte sich neben mich, und wir gingen in der Pause miteinander. Leider erzählte sie nie etwas über ihre Verhältnisse, und mir kam gar nicht die Idee, daß es ihr schlecht gehen könnte. Alle waren gut zu ihr. Eines Tages rief uns unser Lehrer zusammen ohne meine Nachbarin und sagte zu uns: „Es ist unwürdig, daß ein deutsches Mädchen neben einer Halbjüdin sitzt, und ihr könnt auch nicht mehr in der Pause mit ihr gehen oder sonst mit ihr sprechen!” Dieser Lehrer war ein guter Mensch. Wir wußten nicht, was er dachte. Möglicherweise glaubte er, was er sagte. (Er wurde bald darauf eingezogen und fiel). Es war uns wohl allen sehr peinlich; denn wir wußten gar nicht, wie wir Anita so einfach ignorieren sollten, aber wir sagten kein Wort. Wir waren gewöhnt zu schweigen und zu gehorchen. Anita wurde von mir weggesetzt. Wahrscheinlich sprachen wir noch mit ihr; denn das sah der Lehrer ja nicht, und bald darauf war sie von unserer Schule verschwunden. – Mir war all das peinlich, mir tat Anita leid, aber ich kam nicht auf die Idee, mich zu entschuldigen oder ihr meine Hilfe anzubieten. Ja, ich kam nicht einmal auf die Idee, daß sie Hilfe nötig haben könnte. Ich war ein dummes unerfahrenes Ding und durch Hitler total verblödet. Hitler schrie immer: „Ihr müßt hart sein!” Und wir wurden hart, gegen uns selbst und gegen andere. Die Härtegrade waren allerdings verschieden.

Abschließend möchte ich sagen: Ich weiß nicht, was jeder einzelne über die Judenfrage gedacht hat. Manche mögen fanatisch gewesen sein. Vielleicht haßten sie die Juden und wollten sie vernichten. Andere wußten Bescheid. Sie waren Kommunisten, Christen, Humanisten, oder sie kannten die Juden persönlich. Aber sie schwiegen oder waren eingesperrt. Der Rest war ratlos oder gleichgültig und wußte nicht, was gespielt wurde. Der Rest sah, daß die Juden aus ihren guten Stellungen gedrängt wurden und dachte, die Juden würden nun durch andere Arbeit ihr Brot verdienen. An KZ dachte niemand. Die KZ-s waren eine Erfindung der Engländer. Die Deutschen waren vielleicht streng, aber gerecht und niemals grausam.

Was wir sonst zur Rassenfrage dachten? Wir sprachen privat kaum darüber. Meine Mutter sah aus wie eine Georgierin, ich wie eine Jüdin. Mein Vater konnte notfalls als Germane gelten. Wir sahen selbst, daß wir Deutschen, besonders wir in Sachsen eine tolle Mischrasse waren.

Da ich nicht nordisch aussah, hatte ich auch keine nordischen Führereigenschaften. Auch bellen konnte ich nicht, und das tat mir schrecklich leid. Mein Vertrauen zu Hitler war unglaublich. Wenn er etwas befahl, was mir nicht gefiel, suchte ich stets die Schuld bei mir. Sicher ging das auch anderen jungen Menschen so. Wir waren alle mehr oder weniger auf Vordermann gedrillt. Die älteren Leute waren kritischer. Aber tun konnte keiner was gegen Hitlers Regime. Dafür sorgten die SA, die SS, die Partei und vor allem der Geheimdienst. Alles war bis ins Kleinste organisiert.

 

1939-1945

Wir kamen in den ersten 6 Jahren der Hitlerzeit nicht zur Ruhe. Ein Befehl jagte den anderen. Die Jugend hatte 2 mal in der Woche Dienst, ebenso die Älteren abends. Marschieren, Singen, Körpererziehung, Versammlungen, Reden – alles in Uniform. Der Geist wurde nicht so sehr gepflegt.

Außenpolitisch war es dasselbe: Ein Ereignis jagte das andere. Oft dachten wie, es käme Krieg, aber immer wieder ging die Gefahr vorüber, bis es schließlich zur Explosion kam.

Wir begannen unsere Schulden zu bezahlen. Aber das verstanden wir noch lange nicht. Natürlich waren die anderen an allem schuld. Das kleine Polen hatte erst die Deutschen in Bromberg massakriert[4] und dann auf uns geschossen. Es stand in der Zeitung, und ein Mann in unserem Haus hatte es selbst gehört. Warum sollte ich es nicht glauben? Dann kam Frankreich und dar Balkan, und schließlich marschierten wir fast bis Moskau. Und immer waren die anderen schuld. Sie waren komischerweise alle gegen uns. Und das war das Werk des Weltjudentums.

Und dann kam der Rückmarsch. Ich glaube unsere Soldaten kämpften sehr tapfer. Denn sie hatten große Angst vor den Russen. Die sollten furchtbar grausam sein. Sie würden alle Frauen und Kinder töten, wenn sie nach Deutschland kämen. Die Presse sparte nicht mit Greueln. – Unser Volk arbeitete, kämpfte und starb.

Wir dachten, wir müßten kämpfen, Wir taten, was notwendig schien, aber Haß empfanden wir kaum. Ich glaube, unser Volk ist nicht sehr leidenschaftlich.

1942 machte ich das Abitur und sollte Lehrerin werden, aber ich verzichtete Lieber; denn 1. fehlten mir die nordischen Führereigenschaften, und 2. wollte ich nicht in die Partei eintreten.

1943 arbeitete ich in einem Benzinwerk bei Leipzig. Dort waren 30 Völkerschaften versammelt. Eines Morgens sah ich eine Slowakin zur Arbeit gehen mit Kopftuch, weitem Rock und Holzpantoffeln. Es lag Schnee (– 2°), und sie hatte die Arme in die Schürze gewickelt. Aber sie trug keine Strümpfe. Sie war ziemlich kräftig, und ich dachte: „Was für starke Menschen in der Slowakei wohnen! Sie tragen nicht mal im Winter Strümpfe!” Mir kam gar nicht die Idee, daß sie vielleicht keine hatte.

Dann sah ich Russen in Wattejacken an den Abfallhaufen stehen und wunderte mich, daß sie nach Eßbarem suchten; denn sie hatten runde Gesichter.

Morgens, wenn wir zum Werk fuhren, überholten wir mit dem Bus eine Kolonne Strafgefangene in schwarzen Jacken und Hosen mit goldenen Streifen und in Holzschuhen. Und wir dachten: „Das sind Verbrecher.” Wer weiß, wer sie wirklich waren!

Um diese Zeit hörte ich auch im Radio, daß 18 Juden erschossen worden seien. Ich war entsetzt. Aber schon kam die Erklärung: „Sie hatten die ss angegriffen.”

Ich beobachtete alles, aber ich zog stets falsche Schlüsse, weil ich von falschen Ideen ausging. Nur mein Onkel war aufgeklärt, derselbe, der Hitler gewählt hatte. Er hörte Moskau und London im Radio. Und eines Tages sagte er zu mir: „Der Hitler ist ein großer Verbrecher. Er baut große KZ s. Da sperrt er alle hinein, die gegen ihn sind!” ich wurde wütend und sagte: „Du hörst Feindsender. Natürlich machen die uns schlecht, und du glaubst den Unsinn!” Einen Augenblick durchzuckte mich der Gedanke: Er ist ein Volksfeind, man müßte ihn anzeigen! Aber dann sagte ich zu ihm: „Red nicht so laut auf der Straße!” – Von den Juden im KZ wußte auch er nichts (1941).

1943 – 45 arbeitete ich in einem Motorenwerk im Erzgebirge als technische Zeichnerin. Wir hatten einen wunderbaren Chef. Er war 48 Jahre alt und unser bester Kamerad. Außerdem war er sehr tüchtig und weit in Deutschland herumgekommen. Er unterhielt sich oft mit uns und ebenso mit den beiden Franzosen, die bei uns arbeiteten. Er war seit 1937 in der Partei und besaß eine Auszeichnung, die er für 2 Tage trug. Anstandshalber.

Eines Tages kam er an mein Reißbrett, und irgendwie kam die Rede auf die Judenfrage. Er sagte: „Was halten Sie davon?” Ich zuckte mit den Achseln. Er fuhr fort: „In Krefeld gab es früher 2 Seidenfabriken, eine deutsche und eine jüdische. Die jüdische arbeitete besser als die deutsche.” Ich starrte ihn entsetzt an und rief: „Sie wollen doch nicht etwa sagen…?” Jetzt zuckte er mit den Achseln, lächelte und ging davon und überließ mich meinen Betrachtungen.

Das war schon 1944. Es ging schnell bergab mit uns, und ich war nicht mehr so zum philosophieren aufgelegt.

Etwas später fragte er mich: „Waren Sie im Aluminiumbau?” – „Nein”, antwortete ich, „ich habe dort gar nichts zu suchen.” – „Sie sollten mal dorthin gehen. Es sind Jüdinnen angekommen. Sie sehen nicht gut aus.” Ich glaubte, mein Chef sei übergeschnappt. Ich sollte

Menschen angaffen wie wilde Tiere? Ich dachte: „Mögen die Jüdinnen verbrochen haben, was sie wollen, aber das kann ich ihnen nicht antun.” Ich war zum 1. Male zornig auf meinen Chef und blieb weiterhin dumm. Ich möchte fast sagen: „ Glücklicherweise!”

Später hörte ich, daß nicht alle in Deutschland so wenig über die Juden wußten wie ich. Die Kommunisten wußten Bescheid, aber sie konnten es nicht sagen. Auch Christen stellten sich auf die seite der Juden. Einige von ihnen meinten sogar, Hitler und unser Volk würde bestraft, weil er das auserwählte Volk verfolgt habe. Natürlich waren auch alle die entsetzt, die jüdische Freunde hatten, aber auch sie wußten nicht genau, was mit den Juden geschah.

 

Danach:

Der Krieg war zu Ende. Dresden war ganz zerstört, fast ganz Chemnitz und die anderen Städte in Sachsen mehr oder weniger. 75% aller jungen Männer in Deutschland waren schon tot oder starben noch in Lagern.

Unser Ort wurde am 7. Mai 1945 besetzt. Das war der 1. Tag des Waffenstillstandes. 15 km westlich von uns standen die Amerikaner. Wir aber wurden von der Sowjetarmee besetzt. Wir hatten große Angst, aber sie töteten uns nicht. Im Gegenteil, die russischen Soldaten, die schon bald nacheinander in unsere Wohnung kamen, um bei uns zu wohnen, waren alle gut zu uns. Sie können sich nicht vorstellen, wie mir zumute war. Besonders einer war gut. Er hieß Michail Tschukin, war 28 Jahre alt und hatte viele Orden. Er war Partisan gewesen. Er rauchte nicht und trank nicht. Er lernte nur immer deutsch. Er war ruhig und freundlich. Er hatte eine 6 – jährige Tochter. Seine Frau war durch deutsche Bomben ums Leben gekommen. Das erzählte er uns nicht selbst, sondern sein Kamerad. Ich glaube, er war einer von den besten Menschen, die mir jemals begegnet sind, und ich schämte mich sehr. Und ich schwor mir, nie mehr von Menschen schlecht zu denken, die ich gar nicht kenne, nie mehr ein ganzes Volk für grausam zu halten, sondern jeden einzeln zu betrachten.

Natürlich fragte ich mich sofort: „Und was war mit den Juden?” Ich hörte bald von Auschwitz und den anderen Konzentrationslagern, aber ich glaubte kein Wort. Ich dachte: wir haben den Kriegverloren, alle meine Freunde sind tot, sinnlos gefallen, aber die anderen Regierungen haben den Krieg gewollt, nicht wir, und nun dichten sie uns alles an, was sie selbst getan haben. Wir können uns ja nicht wehren. Ich war sehr traurig über unsere Niederlage und alle ihre Folgen für uns.

Und dann wurde ich tatsächlich Lehrerin. Unser Motorenwerk arbeitete nicht mehr; mein Vater war aus dem Schuldienst geflogen, weil er in der Nazipartei war, und wir hatten kein Geld mehr. Im Frühling 1946 schickte man mich zu einem Lehrgang und dort, ich weiß nicht mehr, wieso, begriff ich, daß Auschwitz eine Tatsache war, und meine Verzweiflung war groß, und ich kann nicht sagen, daß sich dieses Gefühl im Laufe der Zeit gemildert hat. Zuerst hörte ich mehr Allgemeines, aber mit der Zeit, besonders durch Ihr Buch, Genaueres. Ich hörte von einer Frau, die als Christin in Auschwitz war, Einzelheiten, die alle Vorstellungen übertrafen. Ich möchte sagen: Ihr Buch und die Leiden der Männer sind klein im Vergleich zu dem, was die Mütter in Auschwitz erlebten. Es war aber auch hier dasselbe Prinzip: Man brachte die Frauen und Kinder fabrikmäßig um, ohne Haß – auf Befehl. Als meine Bekannte solch einen Kindermörder fragte: „Wie bringen sie denn das fertig?” antwortete er: „Nüchtern nicht. Ich muß mir immer erst einen antrinken.”

Das alles habe ich nicht gewußt, aber ich habe gewußt, daß die Juden benachteiligt wurden. Ich hätte mich von Hitlers wahnwitzigen Ideen nicht einfangen lassen dürfen. Ich war doch

anfangs gut und vernünftig erzogen worden, ja, ich war sogar einige Jahre lang eine überzeugte Christin gewesen, bis ich völlig in den Sog der Mehrheit geriet.

Dabei war meine Blindheit noch irgendwie ein Glück. Denn wie wäre es mir zumute gewesen, wenn ich alles verstanden und durchschaut hätte?[5]

Ich glaube auch, es war ein Glück, daß Deutschland nach dem Kriege geteilt wurde, so weh es auch manchem von uns tut. Wenn wir ein selbständiger Staat geworden wären wie nach dem 1. Weltkrieg, wer weiß, ob wir dann nicht wieder angefangen hätten, um irgendwelche eingebildeten und „angestammten” Rechte zu kämpfen. So aber sind wir doch etwas weltoffener und verständnisvoller geworden. Es war ein langsamer und manchmal schmerzhafter. Vorgang, aber ich glaube, wir lösten uns immer mehr[6] vom alten Nationalismus. Die Jungen wissen schon gar nichts mehr davon. Rassenwahn ist unseren Jungen hier völlig unbekannt.

Man kann die Menschen zu vielen Dingen erziehen. Manchmal sogar zum Guten. Hoffen wir in dieser Richtung weiterhin das Beste.

Außerdem hoffe ich daß Sie diese meine letzten 3 Briefe erhalten und daß Sie sie sprachlich und inhaltlich verstehen können. Ganz sicher scheint mir letzteres allerdings nicht.

Ich merke auch soeben, daß ich nicht auf den Kapo eingegangen bin und nicht auf die Frauen im Labor und auch nicht auf Dr. Pannwitz.[7] Ja, warum? Sicher waren manche Kapos sehr dumm und wußten das auch und freuten sich, daß Sie gesellschaftlich noch unter ihnen standen und spielten nun die Großen? Und die Frauen? Vielleicht dachten sie, daß sie Verbrecher seien? Oder hatten sie Angst, bestraft zu werden, wenn sie nett zu Ihnen waren? Und Dr. Pannwitz? Es gibt auch kluge Hohlköpfe.

Man hätte meinen sollen, daß Ihr elendes Aussehen alle Herzen hätte rühren müssen, aber Vielleicht kann man mit der Zeit abstumpfen dagegen oder solche Elendsgestalten gar nicht mehr als Menschen empfinden? Außerdem neigen viele Menschen zu Überheblichkeit nicht nur den Juden gegenüber. Unser ganzes Militärwesen war doch eigentlich auf dieser Überheblichkeit aufgebaut, und das schon seit Jahrhunderten. Außerdem ist es schwer, einen Menschen, mit dem man nicht richtig reden kann, für intelligent zu halten. – Es ist mir übrigens ein Rätsel, wieso Sie auf deutsch Schwefelsäure, Luftdruck und Kurzwellensender sagen konnten?[8]

Flöha, 23 febbraio 72

 

Caro Signor Levi!

adesso ho finito: ecco quella che dovrebbe essere una spiegazione. Ho messo a dura prova la Sua pazienza, ma tenga presente che non sono né una poetessa né una filosofa e non ho mai scritto in vita mia una lettera così lunga.

Tuttavia, ci sono ancora due domande che mi assillano: 1. Perché Hitler ha ucciso gli ebrei? Era del tutto insensato. Da noi esiste un’ottima spiegazione per questo, ma non mi soddisfa completamente.

2. Perché gli ebrei vengono perseguitati da duemila anni? Se Lei ha una risposta a queste domande, La prego di condividerla con me, quando avrà tempo. Anche fra dieci anni va benissimo.

 

Auguro a Lei e ai Suoi cari tutto il meglio e La saluto cordialmente

 

Renate Martin

 

 

10 febbraio 72[1]

1933-1939

Hitler salì al potere, e io seguivo gli eventi con attenzione.

Per prima cosa arrestarono tutti i comunisti e li «rieducarono». Dopo otto settimane, la maggior parte di loro tornava e non diceva più una parola contro Hitler, almeno non in mia presenza.

Poi, di fatto, Hitler eliminò la disoccupazione. Costruì grandi autostrade e rilanciò l’economia, infiammando i cuori di tutti (così mi sembrava). Il sollievo, la gratitudine, l’entusiasmo dilagavano. Sì, sentii dire che voleva entrare nel partito nazista addirittura un giovane comunista che aveva sempre sventolato la bandiera rossa.

Pensai: «Allora qualcosa di buono dev’esserci!» e mi iscrissi alla Gioventù hitleriana di mia spontanea volontà, poco prima che diventasse obbligatorio. Era il 1934.[2]

E mio padre come se la passava?

Poco dopo l’ascesa di Hitler al potere, gli dissero: «Lei è insegnante? È una professione politica. Deve iscriversi al partito nazionalsocialista. Altrimenti rischia di essere sbattuto fuori». Mio padre camminava avanti e indietro nella stanza furibondo. Alla fine prevalse la paura. Si iscrisse al partito (ormai l’unico). E naturalmente se ne pentì subito, perché da quel momento non ebbe più pace. Le assemblee, i discorsi, gli incarichi, le marce e l’abbaiare dei capi lo ripugnavano. Ma non era così per tutti. Alcuni scoprirono di avere la stoffa da leader e ben presto si misero ad abbaiare con fervore insieme agli altri.

Io vedevo tutto questo e pensavo: «Non tutto è bello, ma il bene prevale. Tutti hanno lavoro, sono sereni, e finalmente è tornato l’ordine.» – E Hitler e i suoi avevano davvero delle idee. C’era l’assistenza invernale per i poveri e le famiglie numerose. C’erano le vacanze a buon prezzo fino in Norvegia e in Italia. E non si faceva che parlare di «Volksgemeinschaft», di «comunità popolare».[3] Gli operai erano rispettati come i padroni delle fabbriche. E questo mi piaceva. Ancora di più mi sarebbe piaciuto se i padroni delle fabbriche li avessero eliminati, ma pensavo: «Tutto non si può avere». E mi sentivo quasi soddisfatta. Anche in politica estera Hitler restituì ai tedeschi un senso di orgoglio. Reintrodusse il servizio militare obbligatorio e dichiarò nulli il Trattato di Versailles e i debiti di guerra. Gli altri Paesi non reagirono. Così riportò «a casa» anche l’Austria e i Sudeti. E noi ne fummo felici. Quando però occupò la Cecoslovacchia, cominciai a insospettirmi; pensai: «Com’è possibile? Quelli non vorranno certo stare con noi!». Ma di sicuro c’era una spiegazione “valida”. Che ho dimenticato.

Nel 1934 mio padre mi mandò al liceo di Chemnitz; diceva infatti: «Quello che impari, non potrà portartelo via nessuno!».

E io imparai molto, ma dimenticai quasi tutto, tranne alcune cose che ricordo ancora oggi. I figli dei ricchi erano intellettualmente piuttosto mediocri, e domandai a mia madre: «I figli dei padroni delle fabbriche sono proprio stupidi. Anche i padroni delle fabbriche, quindi, saranno stupidi. Ma allora come fanno a dirigere le loro fabbriche?». Mia madre mi rispose: «Per quello hanno i procuratori».

Nella nostra classe c’erano due ragazze ebree. Una aveva capelli nerissimi, un’ebrea tipica, l’altra era bionda. Quella con i capelli neri era gentile e sempre allegra, e mi piaceva molto. L’altra a volte era cattiva, picchiava, mordeva e graffiava. Entrambe erano benvolute in classe e nessun insegnante le discriminava. Ma la propaganda antiebraica era già iniziata. Oratori e giornali dicevano: «Guardate gli ebrei! Sono stranieri, non fanno parte del nostro popolo, eppure hanno le attività commerciali più grandi. Sono medici e avvocati. Occupano posizioni importanti. Vogliono governare ovunque. Rothschild paga tutto. Vogliono dominare il mondo intero e noi dovremmo diventare i loro schiavi. (Credo che suonasse più o meno così). Guardate la Russia! Stalin ha sposato un’ebrea. La stella dei comunisti è quella di Davide. Gli ebrei governano in segreto al Cremlino. Governano in America e in Inghilterra», ecc. ecc.

Lo ripetevano di continuo e non lesinavano nemmeno sulle atrocità che gli ebrei avrebbero commesso per motivi religiosi. Gli ebrei venivano sempre descritti come codardi, disonesti e avidi. Eravamo costantemente bombardati da questi messaggi dai giornali, dai discorsi, dai film, a scuola.

All’inizio non ci credevamo, ma a poco a poco ci siamo ammorbiditi. La maggior parte di noi non aveva contatti con gli ebrei. Gli ebrei abitavano per lo più nelle grandi città e vivevano separati dagli altri. Molti di noi non potevano quindi opporre le loro esperienze personali a quelle menzogne, e il nostro buon senso non era sufficiente, perché mancava un’educazione umanistica. Al contrario, se in una vecchia fiaba compariva un ebreo, era sicuramente un usuraio. I pregiudizi del passato confermavano le menzogne del presente, e ciò che nel frattempo era stato scritto di giusto e di buono non potevamo leggerlo. Ricordo che quando sentivo dire qualcosa di negativo sugli ebrei pensavo a Maria Warschauer (l’ebrea dalla carnagione scura che era in classe con me). E ogni volta dubitavo, perché un’ebrea buona esisteva, e sicuramente ne esistevano anche altre. Ma il «Führer» non poteva certo mentire su una questione di quella importanza. Aveva fatto così tanto per noi. Al massimo poteva sbagliarsi. Ma poteva sbagliarsi un semidio? Alla fine mi venne un’idea rassicurante: da bambini gli ebrei erano ancora buoni. Diventavano cattivi solo dopo, crescendo. Una teoria, però, di cui non ero troppo sicura. Forse consideravamo gli ebrei pericolosi, magari un po’ inferiori, ma non li odiavamo e non sentivamo il bisogno di sterminarli.

Quando si dovettero boicottare i negozi ebrei, molti continuarono a frequentarli.

Ricordo che mio padre diceva a mia madre: «Non puoi più andare a far compere nei negozi ebrei. Ai membri del partito è vietato». Mia madre non rispondeva. Ma a me diceva: «Occhio non vede, cuore non duole». Rideva e continuava a far compere dove le pareva. Lei era più per la pratica che per la filosofia.

Un giorno del 1938 arrivai a scuola di buon’ora. In classe c’era un gran fermento. La sinagoga era distrutta, avevano spaccato anche le vetrine dei negozi ebraici. Dicevano che era stato il popolo infuriato. Ma noi non eravamo affatto infuriati. Credo che non approvassimo quella barbarie. Le due ragazze ebree non vennero. Si diceva che erano emigrate in America. Lo ritenni sensato e in qualche modo mi sentii sollevata. Speravo fosse vero!

Poco dopo arrivò nella nostra classe una ragazza di Berlino che era per metà ebrea. Era molto gentile, disponibile e intelligente. Diventò la mia compagna di banco e durante la ricreazione stavamo insieme. Purtroppo non parlava mai della sua situazione, e a me non venne nemmeno in mente che potesse trovarsi in difficoltà. Tutti le volevano bene. Un giorno, però, il nostro insegnante ci convocò, esclusa la mia compagna di banco, e ci disse: «È indegno che una ragazza tedesca sieda accanto a una mezza ebrea, e durante la ricreazione non dovete più stare con lei, né dovete parlarle in altri momenti». Quell’insegnante era una brava persona. Non sapevamo cosa pensasse davvero. Forse credeva alle cose che diceva. (Poco dopo venne arruolato e morì.) Per tutti noi fu molto imbarazzante; non sapevamo come ignorare Anita da un giorno all’altro, ma nessuno diceva nulla. Eravamo abituati a tacere e a obbedire. Anita fu allontanata dal mio banco. Probabilmente continuammo a parlarle, tanto l’insegnante non se ne accorgeva, ma poco dopo Anita scomparve dalla nostra scuola. Tutto ciò mi mise a disagio, mi dispiaceva per Anita, ma non mi passò nemmeno per la mente di scusarmi con lei o di offrirle aiuto. Sì, non pensai che potesse averne bisogno. Ero una stupida ragazzina ignara di tutto, completamente rimbecillita da Hitler. Hitler non faceva che urlare: «Dovete essere duri!». E noi diventammo duri, con noi stessi e con gli altri. I gradi di durezza però variavano.

Insomma, non so cosa pensassero della questione ebraica gli individui presi singolarmente. Alcuni erano fanatici. Forse odiavano gli ebrei e volevano sterminarli. Altri sapevano come stavano le cose. Erano comunisti, cristiani, umanisti, oppure conoscevano degli ebrei di persona. Ma tacevano o erano rinchiusi in prigione. Tutti gli altri erano disorientati o indifferenti e davvero non capivano cosa stesse succedendo. Vedevano solo che gli ebrei venivano cacciati dalle loro posizioni di prestigio e pensavano che alla fine si sarebbero guadagnati da vivere facendo altri mestieri. Nessuno pensava ai campi di concentramento. I campi di concentramento, si diceva, erano un’invenzione degli inglesi. I tedeschi forse erano severi, ma giusti e mai crudeli.

Cosa pensavamo della questione razziale? In privato ne parlavamo di rado. Mia madre sembrava una georgiana, io un’ebrea. Mio padre poteva, nel caso, passare per germanico. Sapevamo bene che noi tedeschi, soprattutto in Sassonia, eravamo un bel miscuglio di razze.

Non avendo un aspetto nordico, non avevo neanche la stoffa del leader nordico. Non sapevo neanche abbaiare, cosa che mi dispiaceva molto. La mia fiducia in Hitler era incredibile. Se un suo ordine non mi piaceva, davo la colpa a me stessa. Sicuramente era così anche per altri giovani. Eravamo tutti più o meno indottrinati. Quelli più grandi avevano un pensiero critico. Ma nessuno poteva nulla contro il regime di Hitler. A vegliare c’erano le SA, le SS, il partito e, soprattutto, la Gestapo. Tutto era organizzato fin nei minimi dettagli.

 

1939-1945

Nei primi sei anni di regime hitleriano non ci fu un attimo di tregua. Un ordine seguiva l’altro. I giovani erano in servizio due volte alla settimana, gli anziani la sera. Marce, canti, educazione fisica, riunioni, discorsi: tutto in uniforme. Lo spirito non era molto coltivato.

Lo stesso era in politica estera: un evento seguiva l’altro a ritmo incalzante. Spesso pensavamo che stesse per scoppiare la guerra, ma ogni volta il pericolo sembrava svanire – fino a quando la situazione non esplose. Iniziammo a pagare per le nostre colpe. Ma per molto tempo non lo capimmo. Naturalmente la colpa era tutta degli altri. La piccola Polonia aveva prima massacrato i tedeschi a Bromberg[4] e poi aveva sparato su di noi. Lo scrivevano i giornali e un uomo nel nostro palazzo lo aveva anche sentito con le sue orecchie. Perché non avrei dovuto crederci? Poi vennero la Francia e i Balcani e alla fine marciammo fino alle porte di Mosca. E la colpa era sempre degli altri. Per una strana ragione, erano tutti contro di noi. Ed era opera dell’ebraismo mondiale.

Poi arrivò la ritirata. Credo che i nostri soldati avessero combattuto con grande coraggio. Perché avevano una gran paura dei russi. Si diceva che fossero terribilmente crudeli. Che avrebbero ucciso tutte le donne e i bambini se fossero entrati in Germania. La stampa non lesinava sulle atrocità. – Il nostro popolo lavorava, combatteva e moriva.

Pensavamo di dover lottare, facevamo quello che sembrava necessario, ma non provavamo un odio vero e proprio. Credo che il nostro popolo non sia molto passionale.

Nel 1942 conseguii la maturità, avrei dovuto diventare insegnante, ma preferii rinunciare perché 1. mi mancavano le nordiche qualità di leader e 2. non volevo entrare nel partito.

Nel 1943 lavoravo in una raffineria di petrolio vicino a Lipsia. Lì si trovavano riunite trenta etnie diverse. Una mattina vidi una slovacca andare al lavoro con un foulard, una gonna ampia e gli zoccoli di legno. C’era la neve (– 2°) e lei teneva le braccia avvolte nel grembiule. Non indossava calze. Era piuttosto robusta e pensai: «Che gente forte vive in Slovacchia! Non portano le calze nemmeno d’inverno!». Neppure mi sfiorò l’idea che potesse non averle.

Poi vidi dei russi con le giacche imbottite in piedi accanto ai mucchi di rifiuti e mi stupii che cercassero qualcosa di commestibile perché avevano facce tonde.

La mattina, quando andavamo in fabbrica, il nostro autobus superava una colonna di detenuti in giacche e pantaloni neri con strisce dorate e gli zoccoli di legno ai piedi. Pensavamo: «Saranno criminali». E chissà chi erano veramente!

In quel periodo sentii alla radio che diciotto ebrei erano stati fucilati. Ne fui inorridita. Ma subito arrivò la spiegazione: «Avevano aggredito le SS».

Osservavo tutto, ma traevo sempre le conclusioni sbagliate perché partivo da idee sbagliate. L’unico a sapere come stavano le cose era mio zio, lo stesso che aveva votato per Hitler. Ascoltava Radio Mosca e Radio Londra. E un giorno mi disse: «Hitler è un vero criminale. Sta costruendo grandi campi di concentramento. E ci rinchiude tutti quelli che sono contro di lui!». Mi arrabbiai e dissi: «Tu ascolti le radio nemiche. Ovvio che ci denigrano, e tu credi a queste sciocchezze!». Per un attimo mi attraversò il pensiero: «È un nemico del popolo, bisognerebbe denunciarlo!». Ma poi gli dissi: «Non parlare a voce così alta per strada!». Neanche lui sapeva nulla degli ebrei nei campi di concentramento (1941).

Dal 1943 al 1945 lavorai come disegnatrice tecnica in una fabbrica di motori sui Monti Metalliferi. Avevamo un capo meraviglioso. Aveva 48 anni ed era il nostro miglior compagno. Inoltre era molto competente e aveva viaggiato parecchio in Germania. Parlava spesso con noi e anche con i due francesi che lavoravano nella nostra squadra. Era nel partito dal 1937 e aveva ricevuto un’onorificenza che indossò per due giorni. Tanto per salvare le apparenze.

Un giorno si avvicinò al mio tavolo da disegno e in qualche modo la conversazione cadde sulla questione ebraica. Mi chiese: «Lei cosa ne pensa?». Risposi con un’alzata di spalle. Lui continuò: «A Krefeld c’erano due fabbriche di seta, una tedesca e una ebraica. Quella ebraica funzionava meglio di quella tedesca». Lo fissai inorridita ed esclamai: «Non vorrà mica dire che…?». Allora fu lui ad alzare le spalle, sorrise e se ne andò, lasciandomi alle mie riflessioni.

Era già il 1944. La situazione stava rapidamente precipitando e non ero più dell’umore giusto per filosofeggiare.

Poco tempo dopo mi chiese: «È stata nel reparto lavorazioni di alluminio?». «No», risposi, «non ho nulla da fare lì». «Dovrebbe farci un salto. Sono arrivate delle donne ebree. Non hanno un bell’aspetto». Pensai che fosse impazzito. Avrei dovuto guardare quelle persone come se fossero animali selvatici? Pensai: «Le donne ebree avranno anche commesso dei crimini, ma non posso fargli una cosa del genere». Per la prima volta provai rabbia nei confronti del mio capo e continuai a fingere di non capire. Vorrei quasi dire: per fortuna!

Più tardi venni a sapere che non tutti in Germania erano all’oscuro come me riguardo agli ebrei. I comunisti sapevano, ma non potevano parlare. Ci furono anche dei cristiani che si schierarono dalla parte degli ebrei. Alcuni di loro pensavano addirittura che Hitler e tutto il nostro popolo sarebbero stati puniti per aver perseguitato il popolo eletto. Naturalmente anche quelli che avevano amici ebrei erano sconvolti, ma nemmeno loro sapevano esattamente cosa stesse accadendo.

 

Dopo:

La guerra era finita. Dresda era completamente rasa al suolo, Chemnitz era mezza distrutta, e lo erano, qualcuna più, qualcuna meno, anche le altre città della Sassonia. Il 75% di tutti i giovani uomini tedeschi erano morti o stavano morendo nei lager.

Il nostro paese fu occupato il 7 maggio 1945. Era il primo giorno dopo l’armistizio. 15 km a ovest da noi c’erano gli americani. Noi invece fummo occupati dall’esercito sovietico. Avevamo una gran paura, ma non ci uccisero. Al contrario, i soldati russi che ben presto, uno dopo l’altro, iniziarono a sistemarsi in casa nostra, furono sempre gentili con noi. Non può immaginare come mi sentissi. Uno in particolare era molto affabile. Si chiamava Michail Chukin, aveva 28 anni e aveva ricevuto parecchie onorificenze. Era stato un partigiano. Non fumava e non beveva. Passava tutto il tempo a studiare il tedesco. Era tranquillo e premuroso. Aveva una figlia di sei anni. Sua moglie era morta sotto le bombe tedesche. Non ce lo disse lui, ma un suo compagno. Credo che fosse una delle persone migliori che abbia mai incontrato e mi vergognavo profondamente. Giurai a me stessa che mai più avrei pensato male di qualcuno che non conoscevo, e mai più avrei considerato crudele un intero popolo, ma avrei giudicato ogni persona singolarmente.

Naturalmente mi chiesi subito: «E gli ebrei?». Ben presto sentii parlare di Auschwitz e degli altri campi di concentramento, ma non credetti a una sola parola. Pensavo: siamo stati sconfitti, tutti i miei amici sono morti, caduti invano, ma sono stati gli altri governi a volere la guerra, non noi, e ora ci attribuiscono tutte le colpe per crimini che hanno commesso loro. E noi non possiamo difenderci. Ero molto triste per la nostra sconfitta e per le conseguenze che avrebbe avuto per tutti noi.

E poi diventai davvero un’insegnante. La nostra fabbrica di motori aveva chiuso i battenti; mio padre era stato sospeso dall’insegnamento perché iscritto al partito nazista; non avevamo più un soldo. Nella primavera del 1946 mi mandarono a seguire un corso di formazione e lì, non so più come, capii che Auschwitz era realtà, e la mia disperazione fu enorme. Non posso dire che questo sentimento si sia attenuato negli anni. All’inizio mi arrivarono solo informazioni generiche, ma con il tempo, soprattutto grazie al Suo libro, venni a conoscenza di fatti più precisi. Ascoltai la testimonianza di una donna che, pur essendo cristiana, era stata ad Auschwitz: i dettagli che raccontò superavano ogni immaginazione. Vorrei dire che il Suo libro e le sofferenze degli uomini sono poca cosa in confronto a ciò che vissero le madri ad Auschwitz. Ma anche lì valeva lo stesso principio: le donne e i bambini venivano uccisi come alla catena di montaggio, senza odio, per ordine superiore. Quando la mia conoscente aveva chiesto a uno di quegli assassini di bambini: «Come riesce a fare una cosa del genere?», lui aveva risposto: «Da sobrio non ci riesco. Prima devo bere».

Tutto questo io non lo sapevo, ma sapevo che gli ebrei venivano discriminati. Non avrei dovuto lasciarmi trascinare dalle idee folli di Hitler. All’inizio ero stata educata bene e con buon senso, anzi, per alcuni anni ero stata perfino una cristiana convinta, prima di essere completamente risucchiata nel vortice della maggioranza.

E in tutto ciò, la mia cecità è stata in qualche modo una fortuna. Come mi sarei sentita se avessi capito e visto tutto con chiarezza?[5]

Credo anche che sia stata una fortuna se, dopo la guerra, la Germania è stata divisa, per quanto ciò sia stato doloroso per molti di noi. Se fossimo diventati uno Stato indipendente come dopo la Prima guerra mondiale, magari avremmo ricominciato a lottare per qualche diritto immaginario e «innato». Invece così siamo diventati un po’ più comprensivi e aperti verso il mondo. È stato un processo lento e a tratti amaro, ma credo che ci siamo via via[6] allontanati dal vecchio nazionalismo. I giovani non ne sanno più nulla. Il razzismo è completamente sconosciuto ai nostri giovani.

Si possono educare le persone a molte cose. A volte perfino al bene. Speriamo che si continui su questa strada.

Spero inoltre che riceva queste mie ultime tre lettere e che riesca a comprenderne il contenuto e la lingua. Non sono però del tutto sicura di quest’ultima cosa.

Mi rendo conto solo adesso di non aver parlato del Kapo, delle donne nel laboratorio e nemmeno del dottor Pannwitz.[7] Già, perché? Di sicuro alcuni Kapo erano molto stupidi e sapevano di esserlo. Magari si rallegravano del fatto che socialmente Lei fosse un gradino sotto di loro così che potevano fare i grossi. E le donne? Forse pensavano che foste tutti dei criminali. O forse avevano paura di essere punite se si fossero mostrate gentili con Lei. E il dottor Pannwitz? Esistono anche teste vuote molto intelligenti.

Si sarebbe potuto pensare che il Suo aspetto miserabile avrebbe dovuto toccare il cuore di chiunque, ma forse con il tempo ci si abitua e non si riesce più a considerare delle figure miserabili come esseri umani. E poi molte persone tendono all’arroganza, non solo nei confronti degli ebrei. In fondo tutto il nostro apparato militare si basava da secoli su questa arroganza. Infine, è difficile considerare intelligente una persona con cui non si riesce a parlare davvero. A proposito, è un mistero per me come mai Lei sapesse dire in tedesco «acido solforico», «pressione atmosferica» e «trasmettitore a onde corte».[8]

Flöha, am 23. 2. 72

 

Lieber Herr Levi!

Jetzt bin ich fertig mit dem, was eine Erklärung sein soll. Ich habe Ihre Geduld lange auf die Probe gestellt, aber bedenken Sie: Ich bin weder ein Dichter noch ein Philosoph und habe noch nie in meinem Leben solch einen langen Brief geschrieben.

2 Fragen allerdings beschäftigen mich noch: 1. Warum tötete Hitler alle Juden? Es war doch ganz sinnlos. Es gibt bei uns eine sehr gute Erklärung dafür, aber sie befriedigt mich nicht ganz

2. Warum verfolgt man die Juden seit 2000 Jahren? Falls Sie eine Antwort auf meine Fragen wissen, teilen Sie sie mir bitte mit, wenn Sie einmal Zeit dazu haben. Es kann ruhig 10 Jahre dauern bis dahin.

 

Ich wünsche Ihnen und Ihren Lieben weiterhin das Beste und grüße sie herzlich

 

Renate Martin

 

10. 2. 72[1]

1933-1939

Hitler kam zur Macht, und ich verfolgte aufmerksam, was geschah.

Zuerst wurden alle Kommunisten verhaftet und „umerzogen”. Nach 8 Wochen kamen die meisten von ihnen wieder und sagten Kein Wort mehr gegen Hitler, jedenfalls nicht zu mir.

Dann beseitigte er tatsächlich die Arbeitslosigkeit. Er baute große Autobahnen und kurbelte die Wirtschaft an, und alle Herzen flogen ihm zu (so schien es mir). Alle waren erleichtert, alle dankbar, alle begeistert. Ja, ein junger Kommunist, der immer die rote Fahne getragen hatte, wollte sogar in die Nazipartei eintreten, hörte ich.

Ich sagte zu mir selbst: „Das muß doch etwas Gutes sein!” und trat freiwillig in die Hitlerjugend ein, kurz bevor es Pflicht wurde. Das war 1934.[2]

Wie aber war es meinem Vater ergangen?

Kurz nach der Machtergreifung durch Hitler hatte man zu ihm gesagt: „Sie sind Lehrer? Das ist ein politischer Beruf. Sie müssen in die NSDAP eintreten. Sonst kann es sein, Sie fliegen raus!” Mein Vater rannte mit rotem Kopf in der Stube hin und her. Zuletzt siegte die Angst. Er trat in die Partei ein. (Es gab jetzt nur noch die eine). Und natürlich bereute er es sogleich; denn nun gab es keine Ruhe mehr für ihn. Versammlungen, Reden, Funktionen, marschieren und das Gebell der Führer waren ihm ein Greuel. Aber das ging nicht allen so. Manche entdeckten ihre eigenen Führereigenschaften und bellten bald eifrig mit.

Ich sah das alles, und ich dachte: „Es ist nicht alles schön, aber das Gute überwiegt. Alle haben Arbeit, alle sind fröhlich, und endlich herrscht wieder Ordnung.” – Und Hitler und seine Leute hatten wirklich Ideen. Es gab eine Winterhilfe für Arme und Kinderreiche. Es gab billige Ferienfahrten bis nach Norwegen und Italien. Und immer war von „Volksgemeinschaft”[3] die Rede. Die Arbeiter wurden so geachtet wie die Fabrikbesitzer. Und das gefiel mir. Es hätte mir allerdings noch besser gefallen, wenn er die Fabrikbesitzer abgeschafft hätte. Aber ich dachte: Der Mensch kann nicht alles nach Wunsch haben und war fast zufrieden. Auch außenpolitisch stärkte Hitler unser Selbstgefühl. Er führte die Wehrpflicht wieder ein und erklärte den Versailler Vertrag und die Kriegsschulden für ungültig. Das Ausland schwieg dazu. Und so holte er auch noch Österreich und das Sudetenland „heim”. Und wir freuten uns darüber. Als er freilich die Tschechoslowakei besetzte, wurde ich stutzig; denn ich dachte: Wieso denn das? Die wollen doch bestimmt nicht bei uns sein! Aber sicher gab es dafür eine „stichhaltige” Erklärung. Ich habe sie vergessen.

1934 schickte mich mein Vater auf die Höhere Schule nach Chemnitz; denn er sagte: „Was du Lernst, kann dir keiner nehmen!”

Und ich lernte viel, und das meiste vergaß ich wieder, aber einiges weiß ich bis heute: Die Kinder der reichen Leute waren geistig recht mittelmäßig, und ich fragte meine Mutter: „Die Kinder der Fabrikbesitzer sind so dumm. Also sind die Fabrikbesitzer auch dumm. Wie aber Leiten sie dann ihre Fabriken?” Meine Mutter sagte: „Dazu haben sie ihre Prokuristen.”

Wir hatten 2 Jüdinnen in unserer Klasse. Die eine war sehr dunkel und echt, die andere war blond. Die dunkle war gutartig und immer vergnügt, und sie gefiel mir sehr. Die andere war manchmal bös, schlug, biß und kratzte. Beide waren in der Klasse beliebt und wurden von den Lehrern nicht benachteiligt. Aber die Judenhetze lief schon. Redner und Zeitungen sagten: „Guckt euch die Juden an! Sie sind fremd in unserem Volke aber sie haben die größten Geschäfte. Sie sind Juristen und Ärzte. Sie besetzen alle wichtigen Positionen. Sie wollen überall regieren. Rothschild bezahlt alles. Sie wollen die ganze Welt beherrschen, und wir sollen ihre Sklaven sein. (Ich glaube, so ähnlich war es). Guckt nach Rußland! Stalin hat eine Jüdin zur Frau. Der Stern der Kommunisten ist der Judenstern. Sie herrschen heimlich im Kreml. Sie herrschen in Amerika und England, usw., usw.

Sie sagten das immer wieder und sparten auch nicht mit Greueln, die die Juden aus Glaubensgründen begangen haben sollten. Die Juden wurden immer wieder als feige, betrügerisch und habgierig hingestellt. Unentwegt wurden wir aus Zeitungen, Reden, Filmen, Schulen damit berieselt.

Zuerst glaubten wir es wohl nicht, aber nach und nach wurden wir weich. Die meisten von uns kannten gar keine Juden. Diese wohnten meist in den Großstädten und Lebten abgesondert von den anderen. Viele von uns konnten darum den Lügen gar keine eigene bessere Erfahrung entgegensetzen, und die eigene Vernunft reichte nicht aus, weil die humanistische Erziehung fehlte. Im Gegenteil, wenn in alten Märchen ein Jude vorkam, erschien er bestimmt als Wucherer. Die Vorurteile der Vergangenheit bestätigten die Lügen der Gegenwart, und was zwischendrin gerecht und gut geschrieben worden war, bekamen wir nicht zu lesen. Ich erinnere mich, daß ich jedesmal an Maria Warschauer dachte, wenn ich etwas schlechtes über die Juden hörte. (Das war die dunkle Jüdin in meiner Klasse). Und jedesmal zweifelte ich; denn eine Jüdin war gut, und sicher waren es noch mehr. Aber der „Führer” konnte nicht in solch einer wichtigen Sache Lügen. Er hatte so viel für uns getan. Er konnte sich höchstens irren. Aber konnte der Halbgott irren? Ich hatte schließlich eine rettende Idee: „Die Juden waren als Kinder noch gut. Sie wurden erst später schlecht”. Allerdings, so sicher erschien mir die Theorie nicht. Wir hielten die Juden möglicherweise für gefährlich, vielleicht für etwas minderwertig, aber wir haßten sie nicht, und wir hatten auch nicht das Bedürfnis, sie zu vernichten.

Als die jüdischen Läden boykottiert werden sollten, kauften viele weiter bei den Juden. Ich erinnere mich, wie mein Vater zu meiner Mutter sagte: „Du kannst nicht mehr bei Juden kaufen. Es ist den Parteigenossen verboten.” Meine Mutter antwortete garnichts. Aber zu mir sagte sie: „Was der Vati nicht weiß, macht inn nicht heiß.” Sie lachte und kaufte, wo sie wollte. Sie war mehr für die Praxis als für die Philosophie.

1938 kam ich früh zur Schule. In der Klasse herrschte Aufregung. Die Synagoge war zerstört worden, auch die Schaufenster der jüdischen Geschäfte waren zerschlagen. Das wütende Volk sollte es gewesen sein. Aber wir waren nicht wütend. Ich glaube, wir waren nicht für solche Barbarei. – Die beiden Jüdinnen fehlten. Man erzählte, sie seien nach Amerika ausgewandert. Ich hielt das für vernünftig und fühlte mich irgendwie erleichtert. Hoffentlich stimmte es!

Bald darauf kam eine Halbjüdin in unsere Klasse aus Berlin. Sie war sehr freundlich, hilfsbereit und klug. Sie setzte sich neben mich, und wir gingen in der Pause miteinander. Leider erzählte sie nie etwas über ihre Verhältnisse, und mir kam gar nicht die Idee, daß es ihr schlecht gehen könnte. Alle waren gut zu ihr. Eines Tages rief uns unser Lehrer zusammen ohne meine Nachbarin und sagte zu uns: „Es ist unwürdig, daß ein deutsches Mädchen neben einer Halbjüdin sitzt, und ihr könnt auch nicht mehr in der Pause mit ihr gehen oder sonst mit ihr sprechen!” Dieser Lehrer war ein guter Mensch. Wir wußten nicht, was er dachte. Möglicherweise glaubte er, was er sagte. (Er wurde bald darauf eingezogen und fiel). Es war uns wohl allen sehr peinlich; denn wir wußten gar nicht, wie wir Anita so einfach ignorieren sollten, aber wir sagten kein Wort. Wir waren gewöhnt zu schweigen und zu gehorchen. Anita wurde von mir weggesetzt. Wahrscheinlich sprachen wir noch mit ihr; denn das sah der Lehrer ja nicht, und bald darauf war sie von unserer Schule verschwunden. – Mir war all das peinlich, mir tat Anita leid, aber ich kam nicht auf die Idee, mich zu entschuldigen oder ihr meine Hilfe anzubieten. Ja, ich kam nicht einmal auf die Idee, daß sie Hilfe nötig haben könnte. Ich war ein dummes unerfahrenes Ding und durch Hitler total verblödet. Hitler schrie immer: „Ihr müßt hart sein!” Und wir wurden hart, gegen uns selbst und gegen andere. Die Härtegrade waren allerdings verschieden.

Abschließend möchte ich sagen: Ich weiß nicht, was jeder einzelne über die Judenfrage gedacht hat. Manche mögen fanatisch gewesen sein. Vielleicht haßten sie die Juden und wollten sie vernichten. Andere wußten Bescheid. Sie waren Kommunisten, Christen, Humanisten, oder sie kannten die Juden persönlich. Aber sie schwiegen oder waren eingesperrt. Der Rest war ratlos oder gleichgültig und wußte nicht, was gespielt wurde. Der Rest sah, daß die Juden aus ihren guten Stellungen gedrängt wurden und dachte, die Juden würden nun durch andere Arbeit ihr Brot verdienen. An KZ dachte niemand. Die KZ-s waren eine Erfindung der Engländer. Die Deutschen waren vielleicht streng, aber gerecht und niemals grausam.

Was wir sonst zur Rassenfrage dachten? Wir sprachen privat kaum darüber. Meine Mutter sah aus wie eine Georgierin, ich wie eine Jüdin. Mein Vater konnte notfalls als Germane gelten. Wir sahen selbst, daß wir Deutschen, besonders wir in Sachsen eine tolle Mischrasse waren.

Da ich nicht nordisch aussah, hatte ich auch keine nordischen Führereigenschaften. Auch bellen konnte ich nicht, und das tat mir schrecklich leid. Mein Vertrauen zu Hitler war unglaublich. Wenn er etwas befahl, was mir nicht gefiel, suchte ich stets die Schuld bei mir. Sicher ging das auch anderen jungen Menschen so. Wir waren alle mehr oder weniger auf Vordermann gedrillt. Die älteren Leute waren kritischer. Aber tun konnte keiner was gegen Hitlers Regime. Dafür sorgten die SA, die SS, die Partei und vor allem der Geheimdienst. Alles war bis ins Kleinste organisiert.

 

1939-1945

Wir kamen in den ersten 6 Jahren der Hitlerzeit nicht zur Ruhe. Ein Befehl jagte den anderen. Die Jugend hatte 2 mal in der Woche Dienst, ebenso die Älteren abends. Marschieren, Singen, Körpererziehung, Versammlungen, Reden – alles in Uniform. Der Geist wurde nicht so sehr gepflegt.

Außenpolitisch war es dasselbe: Ein Ereignis jagte das andere. Oft dachten wie, es käme Krieg, aber immer wieder ging die Gefahr vorüber, bis es schließlich zur Explosion kam.

Wir begannen unsere Schulden zu bezahlen. Aber das verstanden wir noch lange nicht. Natürlich waren die anderen an allem schuld. Das kleine Polen hatte erst die Deutschen in Bromberg massakriert[4] und dann auf uns geschossen. Es stand in der Zeitung, und ein Mann in unserem Haus hatte es selbst gehört. Warum sollte ich es nicht glauben? Dann kam Frankreich und dar Balkan, und schließlich marschierten wir fast bis Moskau. Und immer waren die anderen schuld. Sie waren komischerweise alle gegen uns. Und das war das Werk des Weltjudentums.

Und dann kam der Rückmarsch. Ich glaube unsere Soldaten kämpften sehr tapfer. Denn sie hatten große Angst vor den Russen. Die sollten furchtbar grausam sein. Sie würden alle Frauen und Kinder töten, wenn sie nach Deutschland kämen. Die Presse sparte nicht mit Greueln. – Unser Volk arbeitete, kämpfte und starb.

Wir dachten, wir müßten kämpfen, Wir taten, was notwendig schien, aber Haß empfanden wir kaum. Ich glaube, unser Volk ist nicht sehr leidenschaftlich.

1942 machte ich das Abitur und sollte Lehrerin werden, aber ich verzichtete Lieber; denn 1. fehlten mir die nordischen Führereigenschaften, und 2. wollte ich nicht in die Partei eintreten.

1943 arbeitete ich in einem Benzinwerk bei Leipzig. Dort waren 30 Völkerschaften versammelt. Eines Morgens sah ich eine Slowakin zur Arbeit gehen mit Kopftuch, weitem Rock und Holzpantoffeln. Es lag Schnee (– 2°), und sie hatte die Arme in die Schürze gewickelt. Aber sie trug keine Strümpfe. Sie war ziemlich kräftig, und ich dachte: „Was für starke Menschen in der Slowakei wohnen! Sie tragen nicht mal im Winter Strümpfe!” Mir kam gar nicht die Idee, daß sie vielleicht keine hatte.

Dann sah ich Russen in Wattejacken an den Abfallhaufen stehen und wunderte mich, daß sie nach Eßbarem suchten; denn sie hatten runde Gesichter.

Morgens, wenn wir zum Werk fuhren, überholten wir mit dem Bus eine Kolonne Strafgefangene in schwarzen Jacken und Hosen mit goldenen Streifen und in Holzschuhen. Und wir dachten: „Das sind Verbrecher.” Wer weiß, wer sie wirklich waren!

Um diese Zeit hörte ich auch im Radio, daß 18 Juden erschossen worden seien. Ich war entsetzt. Aber schon kam die Erklärung: „Sie hatten die ss angegriffen.”

Ich beobachtete alles, aber ich zog stets falsche Schlüsse, weil ich von falschen Ideen ausging. Nur mein Onkel war aufgeklärt, derselbe, der Hitler gewählt hatte. Er hörte Moskau und London im Radio. Und eines Tages sagte er zu mir: „Der Hitler ist ein großer Verbrecher. Er baut große KZ s. Da sperrt er alle hinein, die gegen ihn sind!” ich wurde wütend und sagte: „Du hörst Feindsender. Natürlich machen die uns schlecht, und du glaubst den Unsinn!” Einen Augenblick durchzuckte mich der Gedanke: Er ist ein Volksfeind, man müßte ihn anzeigen! Aber dann sagte ich zu ihm: „Red nicht so laut auf der Straße!” – Von den Juden im KZ wußte auch er nichts (1941).

1943 – 45 arbeitete ich in einem Motorenwerk im Erzgebirge als technische Zeichnerin. Wir hatten einen wunderbaren Chef. Er war 48 Jahre alt und unser bester Kamerad. Außerdem war er sehr tüchtig und weit in Deutschland herumgekommen. Er unterhielt sich oft mit uns und ebenso mit den beiden Franzosen, die bei uns arbeiteten. Er war seit 1937 in der Partei und besaß eine Auszeichnung, die er für 2 Tage trug. Anstandshalber.

Eines Tages kam er an mein Reißbrett, und irgendwie kam die Rede auf die Judenfrage. Er sagte: „Was halten Sie davon?” Ich zuckte mit den Achseln. Er fuhr fort: „In Krefeld gab es früher 2 Seidenfabriken, eine deutsche und eine jüdische. Die jüdische arbeitete besser als die deutsche.” Ich starrte ihn entsetzt an und rief: „Sie wollen doch nicht etwa sagen…?” Jetzt zuckte er mit den Achseln, lächelte und ging davon und überließ mich meinen Betrachtungen.

Das war schon 1944. Es ging schnell bergab mit uns, und ich war nicht mehr so zum philosophieren aufgelegt.

Etwas später fragte er mich: „Waren Sie im Aluminiumbau?” – „Nein”, antwortete ich, „ich habe dort gar nichts zu suchen.” – „Sie sollten mal dorthin gehen. Es sind Jüdinnen angekommen. Sie sehen nicht gut aus.” Ich glaubte, mein Chef sei übergeschnappt. Ich sollte

Menschen angaffen wie wilde Tiere? Ich dachte: „Mögen die Jüdinnen verbrochen haben, was sie wollen, aber das kann ich ihnen nicht antun.” Ich war zum 1. Male zornig auf meinen Chef und blieb weiterhin dumm. Ich möchte fast sagen: „ Glücklicherweise!”

Später hörte ich, daß nicht alle in Deutschland so wenig über die Juden wußten wie ich. Die Kommunisten wußten Bescheid, aber sie konnten es nicht sagen. Auch Christen stellten sich auf die seite der Juden. Einige von ihnen meinten sogar, Hitler und unser Volk würde bestraft, weil er das auserwählte Volk verfolgt habe. Natürlich waren auch alle die entsetzt, die jüdische Freunde hatten, aber auch sie wußten nicht genau, was mit den Juden geschah.

 

Danach:

Der Krieg war zu Ende. Dresden war ganz zerstört, fast ganz Chemnitz und die anderen Städte in Sachsen mehr oder weniger. 75% aller jungen Männer in Deutschland waren schon tot oder starben noch in Lagern.

Unser Ort wurde am 7. Mai 1945 besetzt. Das war der 1. Tag des Waffenstillstandes. 15 km westlich von uns standen die Amerikaner. Wir aber wurden von der Sowjetarmee besetzt. Wir hatten große Angst, aber sie töteten uns nicht. Im Gegenteil, die russischen Soldaten, die schon bald nacheinander in unsere Wohnung kamen, um bei uns zu wohnen, waren alle gut zu uns. Sie können sich nicht vorstellen, wie mir zumute war. Besonders einer war gut. Er hieß Michail Tschukin, war 28 Jahre alt und hatte viele Orden. Er war Partisan gewesen. Er rauchte nicht und trank nicht. Er lernte nur immer deutsch. Er war ruhig und freundlich. Er hatte eine 6 – jährige Tochter. Seine Frau war durch deutsche Bomben ums Leben gekommen. Das erzählte er uns nicht selbst, sondern sein Kamerad. Ich glaube, er war einer von den besten Menschen, die mir jemals begegnet sind, und ich schämte mich sehr. Und ich schwor mir, nie mehr von Menschen schlecht zu denken, die ich gar nicht kenne, nie mehr ein ganzes Volk für grausam zu halten, sondern jeden einzeln zu betrachten.

Natürlich fragte ich mich sofort: „Und was war mit den Juden?” Ich hörte bald von Auschwitz und den anderen Konzentrationslagern, aber ich glaubte kein Wort. Ich dachte: wir haben den Kriegverloren, alle meine Freunde sind tot, sinnlos gefallen, aber die anderen Regierungen haben den Krieg gewollt, nicht wir, und nun dichten sie uns alles an, was sie selbst getan haben. Wir können uns ja nicht wehren. Ich war sehr traurig über unsere Niederlage und alle ihre Folgen für uns.

Und dann wurde ich tatsächlich Lehrerin. Unser Motorenwerk arbeitete nicht mehr; mein Vater war aus dem Schuldienst geflogen, weil er in der Nazipartei war, und wir hatten kein Geld mehr. Im Frühling 1946 schickte man mich zu einem Lehrgang und dort, ich weiß nicht mehr, wieso, begriff ich, daß Auschwitz eine Tatsache war, und meine Verzweiflung war groß, und ich kann nicht sagen, daß sich dieses Gefühl im Laufe der Zeit gemildert hat. Zuerst hörte ich mehr Allgemeines, aber mit der Zeit, besonders durch Ihr Buch, Genaueres. Ich hörte von einer Frau, die als Christin in Auschwitz war, Einzelheiten, die alle Vorstellungen übertrafen. Ich möchte sagen: Ihr Buch und die Leiden der Männer sind klein im Vergleich zu dem, was die Mütter in Auschwitz erlebten. Es war aber auch hier dasselbe Prinzip: Man brachte die Frauen und Kinder fabrikmäßig um, ohne Haß – auf Befehl. Als meine Bekannte solch einen Kindermörder fragte: „Wie bringen sie denn das fertig?” antwortete er: „Nüchtern nicht. Ich muß mir immer erst einen antrinken.”

Das alles habe ich nicht gewußt, aber ich habe gewußt, daß die Juden benachteiligt wurden. Ich hätte mich von Hitlers wahnwitzigen Ideen nicht einfangen lassen dürfen. Ich war doch

anfangs gut und vernünftig erzogen worden, ja, ich war sogar einige Jahre lang eine überzeugte Christin gewesen, bis ich völlig in den Sog der Mehrheit geriet.

Dabei war meine Blindheit noch irgendwie ein Glück. Denn wie wäre es mir zumute gewesen, wenn ich alles verstanden und durchschaut hätte?[5]

Ich glaube auch, es war ein Glück, daß Deutschland nach dem Kriege geteilt wurde, so weh es auch manchem von uns tut. Wenn wir ein selbständiger Staat geworden wären wie nach dem 1. Weltkrieg, wer weiß, ob wir dann nicht wieder angefangen hätten, um irgendwelche eingebildeten und „angestammten” Rechte zu kämpfen. So aber sind wir doch etwas weltoffener und verständnisvoller geworden. Es war ein langsamer und manchmal schmerzhafter. Vorgang, aber ich glaube, wir lösten uns immer mehr[6] vom alten Nationalismus. Die Jungen wissen schon gar nichts mehr davon. Rassenwahn ist unseren Jungen hier völlig unbekannt.

Man kann die Menschen zu vielen Dingen erziehen. Manchmal sogar zum Guten. Hoffen wir in dieser Richtung weiterhin das Beste.

Außerdem hoffe ich daß Sie diese meine letzten 3 Briefe erhalten und daß Sie sie sprachlich und inhaltlich verstehen können. Ganz sicher scheint mir letzteres allerdings nicht.

Ich merke auch soeben, daß ich nicht auf den Kapo eingegangen bin und nicht auf die Frauen im Labor und auch nicht auf Dr. Pannwitz.[7] Ja, warum? Sicher waren manche Kapos sehr dumm und wußten das auch und freuten sich, daß Sie gesellschaftlich noch unter ihnen standen und spielten nun die Großen? Und die Frauen? Vielleicht dachten sie, daß sie Verbrecher seien? Oder hatten sie Angst, bestraft zu werden, wenn sie nett zu Ihnen waren? Und Dr. Pannwitz? Es gibt auch kluge Hohlköpfe.

Man hätte meinen sollen, daß Ihr elendes Aussehen alle Herzen hätte rühren müssen, aber Vielleicht kann man mit der Zeit abstumpfen dagegen oder solche Elendsgestalten gar nicht mehr als Menschen empfinden? Außerdem neigen viele Menschen zu Überheblichkeit nicht nur den Juden gegenüber. Unser ganzes Militärwesen war doch eigentlich auf dieser Überheblichkeit aufgebaut, und das schon seit Jahrhunderten. Außerdem ist es schwer, einen Menschen, mit dem man nicht richtig reden kann, für intelligent zu halten. – Es ist mir übrigens ein Rätsel, wieso Sie auf deutsch Schwefelsäure, Luftdruck und Kurzwellensender sagen konnten?[8]

Flöha, 23 febbraio 72

 

Caro Signor Levi!

adesso ho finito: ecco quella che dovrebbe essere una spiegazione. Ho messo a dura prova la Sua pazienza, ma tenga presente che non sono né una poetessa né una filosofa e non ho mai scritto in vita mia una lettera così lunga.

Tuttavia, ci sono ancora due domande che mi assillano: 1. Perché Hitler ha ucciso gli ebrei? Era del tutto insensato. Da noi esiste un’ottima spiegazione per questo, ma non mi soddisfa completamente.

2. Perché gli ebrei vengono perseguitati da duemila anni? Se Lei ha una risposta a queste domande, La prego di condividerla con me, quando avrà tempo. Anche fra dieci anni va benissimo.

 

Auguro a Lei e ai Suoi cari tutto il meglio e La saluto cordialmente

 

Renate Martin

 

 

10 febbraio 72[1]

1933-1939

Hitler salì al potere, e io seguivo gli eventi con attenzione.

Per prima cosa arrestarono tutti i comunisti e li «rieducarono». Dopo otto settimane, la maggior parte di loro tornava e non diceva più una parola contro Hitler, almeno non in mia presenza.

Poi, di fatto, Hitler eliminò la disoccupazione. Costruì grandi autostrade e rilanciò l’economia, infiammando i cuori di tutti (così mi sembrava). Il sollievo, la gratitudine, l’entusiasmo dilagavano. Sì, sentii dire che voleva entrare nel partito nazista addirittura un giovane comunista che aveva sempre sventolato la bandiera rossa.

Pensai: «Allora qualcosa di buono dev’esserci!» e mi iscrissi alla Gioventù hitleriana di mia spontanea volontà, poco prima che diventasse obbligatorio. Era il 1934.[2]

E mio padre come se la passava?

Poco dopo l’ascesa di Hitler al potere, gli dissero: «Lei è insegnante? È una professione politica. Deve iscriversi al partito nazionalsocialista. Altrimenti rischia di essere sbattuto fuori». Mio padre camminava avanti e indietro nella stanza furibondo. Alla fine prevalse la paura. Si iscrisse al partito (ormai l’unico). E naturalmente se ne pentì subito, perché da quel momento non ebbe più pace. Le assemblee, i discorsi, gli incarichi, le marce e l’abbaiare dei capi lo ripugnavano. Ma non era così per tutti. Alcuni scoprirono di avere la stoffa da leader e ben presto si misero ad abbaiare con fervore insieme agli altri.

Io vedevo tutto questo e pensavo: «Non tutto è bello, ma il bene prevale. Tutti hanno lavoro, sono sereni, e finalmente è tornato l’ordine.» – E Hitler e i suoi avevano davvero delle idee. C’era l’assistenza invernale per i poveri e le famiglie numerose. C’erano le vacanze a buon prezzo fino in Norvegia e in Italia. E non si faceva che parlare di «Volksgemeinschaft», di «comunità popolare».[3] Gli operai erano rispettati come i padroni delle fabbriche. E questo mi piaceva. Ancora di più mi sarebbe piaciuto se i padroni delle fabbriche li avessero eliminati, ma pensavo: «Tutto non si può avere». E mi sentivo quasi soddisfatta. Anche in politica estera Hitler restituì ai tedeschi un senso di orgoglio. Reintrodusse il servizio militare obbligatorio e dichiarò nulli il Trattato di Versailles e i debiti di guerra. Gli altri Paesi non reagirono. Così riportò «a casa» anche l’Austria e i Sudeti. E noi ne fummo felici. Quando però occupò la Cecoslovacchia, cominciai a insospettirmi; pensai: «Com’è possibile? Quelli non vorranno certo stare con noi!». Ma di sicuro c’era una spiegazione “valida”. Che ho dimenticato.

Nel 1934 mio padre mi mandò al liceo di Chemnitz; diceva infatti: «Quello che impari, non potrà portartelo via nessuno!».

E io imparai molto, ma dimenticai quasi tutto, tranne alcune cose che ricordo ancora oggi. I figli dei ricchi erano intellettualmente piuttosto mediocri, e domandai a mia madre: «I figli dei padroni delle fabbriche sono proprio stupidi. Anche i padroni delle fabbriche, quindi, saranno stupidi. Ma allora come fanno a dirigere le loro fabbriche?». Mia madre mi rispose: «Per quello hanno i procuratori».

Nella nostra classe c’erano due ragazze ebree. Una aveva capelli nerissimi, un’ebrea tipica, l’altra era bionda. Quella con i capelli neri era gentile e sempre allegra, e mi piaceva molto. L’altra a volte era cattiva, picchiava, mordeva e graffiava. Entrambe erano benvolute in classe e nessun insegnante le discriminava. Ma la propaganda antiebraica era già iniziata. Oratori e giornali dicevano: «Guardate gli ebrei! Sono stranieri, non fanno parte del nostro popolo, eppure hanno le attività commerciali più grandi. Sono medici e avvocati. Occupano posizioni importanti. Vogliono governare ovunque. Rothschild paga tutto. Vogliono dominare il mondo intero e noi dovremmo diventare i loro schiavi. (Credo che suonasse più o meno così). Guardate la Russia! Stalin ha sposato un’ebrea. La stella dei comunisti è quella di Davide. Gli ebrei governano in segreto al Cremlino. Governano in America e in Inghilterra», ecc. ecc.

Lo ripetevano di continuo e non lesinavano nemmeno sulle atrocità che gli ebrei avrebbero commesso per motivi religiosi. Gli ebrei venivano sempre descritti come codardi, disonesti e avidi. Eravamo costantemente bombardati da questi messaggi dai giornali, dai discorsi, dai film, a scuola.

All’inizio non ci credevamo, ma a poco a poco ci siamo ammorbiditi. La maggior parte di noi non aveva contatti con gli ebrei. Gli ebrei abitavano per lo più nelle grandi città e vivevano separati dagli altri. Molti di noi non potevano quindi opporre le loro esperienze personali a quelle menzogne, e il nostro buon senso non era sufficiente, perché mancava un’educazione umanistica. Al contrario, se in una vecchia fiaba compariva un ebreo, era sicuramente un usuraio. I pregiudizi del passato confermavano le menzogne del presente, e ciò che nel frattempo era stato scritto di giusto e di buono non potevamo leggerlo. Ricordo che quando sentivo dire qualcosa di negativo sugli ebrei pensavo a Maria Warschauer (l’ebrea dalla carnagione scura che era in classe con me). E ogni volta dubitavo, perché un’ebrea buona esisteva, e sicuramente ne esistevano anche altre. Ma il «Führer» non poteva certo mentire su una questione di quella importanza. Aveva fatto così tanto per noi. Al massimo poteva sbagliarsi. Ma poteva sbagliarsi un semidio? Alla fine mi venne un’idea rassicurante: da bambini gli ebrei erano ancora buoni. Diventavano cattivi solo dopo, crescendo. Una teoria, però, di cui non ero troppo sicura. Forse consideravamo gli ebrei pericolosi, magari un po’ inferiori, ma non li odiavamo e non sentivamo il bisogno di sterminarli.

Quando si dovettero boicottare i negozi ebrei, molti continuarono a frequentarli.

Ricordo che mio padre diceva a mia madre: «Non puoi più andare a far compere nei negozi ebrei. Ai membri del partito è vietato». Mia madre non rispondeva. Ma a me diceva: «Occhio non vede, cuore non duole». Rideva e continuava a far compere dove le pareva. Lei era più per la pratica che per la filosofia.

Un giorno del 1938 arrivai a scuola di buon’ora. In classe c’era un gran fermento. La sinagoga era distrutta, avevano spaccato anche le vetrine dei negozi ebraici. Dicevano che era stato il popolo infuriato. Ma noi non eravamo affatto infuriati. Credo che non approvassimo quella barbarie. Le due ragazze ebree non vennero. Si diceva che erano emigrate in America. Lo ritenni sensato e in qualche modo mi sentii sollevata. Speravo fosse vero!

Poco dopo arrivò nella nostra classe una ragazza di Berlino che era per metà ebrea. Era molto gentile, disponibile e intelligente. Diventò la mia compagna di banco e durante la ricreazione stavamo insieme. Purtroppo non parlava mai della sua situazione, e a me non venne nemmeno in mente che potesse trovarsi in difficoltà. Tutti le volevano bene. Un giorno, però, il nostro insegnante ci convocò, esclusa la mia compagna di banco, e ci disse: «È indegno che una ragazza tedesca sieda accanto a una mezza ebrea, e durante la ricreazione non dovete più stare con lei, né dovete parlarle in altri momenti». Quell’insegnante era una brava persona. Non sapevamo cosa pensasse davvero. Forse credeva alle cose che diceva. (Poco dopo venne arruolato e morì.) Per tutti noi fu molto imbarazzante; non sapevamo come ignorare Anita da un giorno all’altro, ma nessuno diceva nulla. Eravamo abituati a tacere e a obbedire. Anita fu allontanata dal mio banco. Probabilmente continuammo a parlarle, tanto l’insegnante non se ne accorgeva, ma poco dopo Anita scomparve dalla nostra scuola. Tutto ciò mi mise a disagio, mi dispiaceva per Anita, ma non mi passò nemmeno per la mente di scusarmi con lei o di offrirle aiuto. Sì, non pensai che potesse averne bisogno. Ero una stupida ragazzina ignara di tutto, completamente rimbecillita da Hitler. Hitler non faceva che urlare: «Dovete essere duri!». E noi diventammo duri, con noi stessi e con gli altri. I gradi di durezza però variavano.

Insomma, non so cosa pensassero della questione ebraica gli individui presi singolarmente. Alcuni erano fanatici. Forse odiavano gli ebrei e volevano sterminarli. Altri sapevano come stavano le cose. Erano comunisti, cristiani, umanisti, oppure conoscevano degli ebrei di persona. Ma tacevano o erano rinchiusi in prigione. Tutti gli altri erano disorientati o indifferenti e davvero non capivano cosa stesse succedendo. Vedevano solo che gli ebrei venivano cacciati dalle loro posizioni di prestigio e pensavano che alla fine si sarebbero guadagnati da vivere facendo altri mestieri. Nessuno pensava ai campi di concentramento. I campi di concentramento, si diceva, erano un’invenzione degli inglesi. I tedeschi forse erano severi, ma giusti e mai crudeli.

Cosa pensavamo della questione razziale? In privato ne parlavamo di rado. Mia madre sembrava una georgiana, io un’ebrea. Mio padre poteva, nel caso, passare per germanico. Sapevamo bene che noi tedeschi, soprattutto in Sassonia, eravamo un bel miscuglio di razze.

Non avendo un aspetto nordico, non avevo neanche la stoffa del leader nordico. Non sapevo neanche abbaiare, cosa che mi dispiaceva molto. La mia fiducia in Hitler era incredibile. Se un suo ordine non mi piaceva, davo la colpa a me stessa. Sicuramente era così anche per altri giovani. Eravamo tutti più o meno indottrinati. Quelli più grandi avevano un pensiero critico. Ma nessuno poteva nulla contro il regime di Hitler. A vegliare c’erano le SA, le SS, il partito e, soprattutto, la Gestapo. Tutto era organizzato fin nei minimi dettagli.

 

1939-1945

Nei primi sei anni di regime hitleriano non ci fu un attimo di tregua. Un ordine seguiva l’altro. I giovani erano in servizio due volte alla settimana, gli anziani la sera. Marce, canti, educazione fisica, riunioni, discorsi: tutto in uniforme. Lo spirito non era molto coltivato.

Lo stesso era in politica estera: un evento seguiva l’altro a ritmo incalzante. Spesso pensavamo che stesse per scoppiare la guerra, ma ogni volta il pericolo sembrava svanire – fino a quando la situazione non esplose. Iniziammo a pagare per le nostre colpe. Ma per molto tempo non lo capimmo. Naturalmente la colpa era tutta degli altri. La piccola Polonia aveva prima massacrato i tedeschi a Bromberg[4] e poi aveva sparato su di noi. Lo scrivevano i giornali e un uomo nel nostro palazzo lo aveva anche sentito con le sue orecchie. Perché non avrei dovuto crederci? Poi vennero la Francia e i Balcani e alla fine marciammo fino alle porte di Mosca. E la colpa era sempre degli altri. Per una strana ragione, erano tutti contro di noi. Ed era opera dell’ebraismo mondiale.

Poi arrivò la ritirata. Credo che i nostri soldati avessero combattuto con grande coraggio. Perché avevano una gran paura dei russi. Si diceva che fossero terribilmente crudeli. Che avrebbero ucciso tutte le donne e i bambini se fossero entrati in Germania. La stampa non lesinava sulle atrocità. – Il nostro popolo lavorava, combatteva e moriva.

Pensavamo di dover lottare, facevamo quello che sembrava necessario, ma non provavamo un odio vero e proprio. Credo che il nostro popolo non sia molto passionale.

Nel 1942 conseguii la maturità, avrei dovuto diventare insegnante, ma preferii rinunciare perché 1. mi mancavano le nordiche qualità di leader e 2. non volevo entrare nel partito.

Nel 1943 lavoravo in una raffineria di petrolio vicino a Lipsia. Lì si trovavano riunite trenta etnie diverse. Una mattina vidi una slovacca andare al lavoro con un foulard, una gonna ampia e gli zoccoli di legno. C’era la neve (– 2°) e lei teneva le braccia avvolte nel grembiule. Non indossava calze. Era piuttosto robusta e pensai: «Che gente forte vive in Slovacchia! Non portano le calze nemmeno d’inverno!». Neppure mi sfiorò l’idea che potesse non averle.

Poi vidi dei russi con le giacche imbottite in piedi accanto ai mucchi di rifiuti e mi stupii che cercassero qualcosa di commestibile perché avevano facce tonde.

La mattina, quando andavamo in fabbrica, il nostro autobus superava una colonna di detenuti in giacche e pantaloni neri con strisce dorate e gli zoccoli di legno ai piedi. Pensavamo: «Saranno criminali». E chissà chi erano veramente!

In quel periodo sentii alla radio che diciotto ebrei erano stati fucilati. Ne fui inorridita. Ma subito arrivò la spiegazione: «Avevano aggredito le SS».

Osservavo tutto, ma traevo sempre le conclusioni sbagliate perché partivo da idee sbagliate. L’unico a sapere come stavano le cose era mio zio, lo stesso che aveva votato per Hitler. Ascoltava Radio Mosca e Radio Londra. E un giorno mi disse: «Hitler è un vero criminale. Sta costruendo grandi campi di concentramento. E ci rinchiude tutti quelli che sono contro di lui!». Mi arrabbiai e dissi: «Tu ascolti le radio nemiche. Ovvio che ci denigrano, e tu credi a queste sciocchezze!». Per un attimo mi attraversò il pensiero: «È un nemico del popolo, bisognerebbe denunciarlo!». Ma poi gli dissi: «Non parlare a voce così alta per strada!». Neanche lui sapeva nulla degli ebrei nei campi di concentramento (1941).

Dal 1943 al 1945 lavorai come disegnatrice tecnica in una fabbrica di motori sui Monti Metalliferi. Avevamo un capo meraviglioso. Aveva 48 anni ed era il nostro miglior compagno. Inoltre era molto competente e aveva viaggiato parecchio in Germania. Parlava spesso con noi e anche con i due francesi che lavoravano nella nostra squadra. Era nel partito dal 1937 e aveva ricevuto un’onorificenza che indossò per due giorni. Tanto per salvare le apparenze.

Un giorno si avvicinò al mio tavolo da disegno e in qualche modo la conversazione cadde sulla questione ebraica. Mi chiese: «Lei cosa ne pensa?». Risposi con un’alzata di spalle. Lui continuò: «A Krefeld c’erano due fabbriche di seta, una tedesca e una ebraica. Quella ebraica funzionava meglio di quella tedesca». Lo fissai inorridita ed esclamai: «Non vorrà mica dire che…?». Allora fu lui ad alzare le spalle, sorrise e se ne andò, lasciandomi alle mie riflessioni.

Era già il 1944. La situazione stava rapidamente precipitando e non ero più dell’umore giusto per filosofeggiare.

Poco tempo dopo mi chiese: «È stata nel reparto lavorazioni di alluminio?». «No», risposi, «non ho nulla da fare lì». «Dovrebbe farci un salto. Sono arrivate delle donne ebree. Non hanno un bell’aspetto». Pensai che fosse impazzito. Avrei dovuto guardare quelle persone come se fossero animali selvatici? Pensai: «Le donne ebree avranno anche commesso dei crimini, ma non posso fargli una cosa del genere». Per la prima volta provai rabbia nei confronti del mio capo e continuai a fingere di non capire. Vorrei quasi dire: per fortuna!

Più tardi venni a sapere che non tutti in Germania erano all’oscuro come me riguardo agli ebrei. I comunisti sapevano, ma non potevano parlare. Ci furono anche dei cristiani che si schierarono dalla parte degli ebrei. Alcuni di loro pensavano addirittura che Hitler e tutto il nostro popolo sarebbero stati puniti per aver perseguitato il popolo eletto. Naturalmente anche quelli che avevano amici ebrei erano sconvolti, ma nemmeno loro sapevano esattamente cosa stesse accadendo.

 

Dopo:

La guerra era finita. Dresda era completamente rasa al suolo, Chemnitz era mezza distrutta, e lo erano, qualcuna più, qualcuna meno, anche le altre città della Sassonia. Il 75% di tutti i giovani uomini tedeschi erano morti o stavano morendo nei lager.

Il nostro paese fu occupato il 7 maggio 1945. Era il primo giorno dopo l’armistizio. 15 km a ovest da noi c’erano gli americani. Noi invece fummo occupati dall’esercito sovietico. Avevamo una gran paura, ma non ci uccisero. Al contrario, i soldati russi che ben presto, uno dopo l’altro, iniziarono a sistemarsi in casa nostra, furono sempre gentili con noi. Non può immaginare come mi sentissi. Uno in particolare era molto affabile. Si chiamava Michail Chukin, aveva 28 anni e aveva ricevuto parecchie onorificenze. Era stato un partigiano. Non fumava e non beveva. Passava tutto il tempo a studiare il tedesco. Era tranquillo e premuroso. Aveva una figlia di sei anni. Sua moglie era morta sotto le bombe tedesche. Non ce lo disse lui, ma un suo compagno. Credo che fosse una delle persone migliori che abbia mai incontrato e mi vergognavo profondamente. Giurai a me stessa che mai più avrei pensato male di qualcuno che non conoscevo, e mai più avrei considerato crudele un intero popolo, ma avrei giudicato ogni persona singolarmente.

Naturalmente mi chiesi subito: «E gli ebrei?». Ben presto sentii parlare di Auschwitz e degli altri campi di concentramento, ma non credetti a una sola parola. Pensavo: siamo stati sconfitti, tutti i miei amici sono morti, caduti invano, ma sono stati gli altri governi a volere la guerra, non noi, e ora ci attribuiscono tutte le colpe per crimini che hanno commesso loro. E noi non possiamo difenderci. Ero molto triste per la nostra sconfitta e per le conseguenze che avrebbe avuto per tutti noi.

E poi diventai davvero un’insegnante. La nostra fabbrica di motori aveva chiuso i battenti; mio padre era stato sospeso dall’insegnamento perché iscritto al partito nazista; non avevamo più un soldo. Nella primavera del 1946 mi mandarono a seguire un corso di formazione e lì, non so più come, capii che Auschwitz era realtà, e la mia disperazione fu enorme. Non posso dire che questo sentimento si sia attenuato negli anni. All’inizio mi arrivarono solo informazioni generiche, ma con il tempo, soprattutto grazie al Suo libro, venni a conoscenza di fatti più precisi. Ascoltai la testimonianza di una donna che, pur essendo cristiana, era stata ad Auschwitz: i dettagli che raccontò superavano ogni immaginazione. Vorrei dire che il Suo libro e le sofferenze degli uomini sono poca cosa in confronto a ciò che vissero le madri ad Auschwitz. Ma anche lì valeva lo stesso principio: le donne e i bambini venivano uccisi come alla catena di montaggio, senza odio, per ordine superiore. Quando la mia conoscente aveva chiesto a uno di quegli assassini di bambini: «Come riesce a fare una cosa del genere?», lui aveva risposto: «Da sobrio non ci riesco. Prima devo bere».

Tutto questo io non lo sapevo, ma sapevo che gli ebrei venivano discriminati. Non avrei dovuto lasciarmi trascinare dalle idee folli di Hitler. All’inizio ero stata educata bene e con buon senso, anzi, per alcuni anni ero stata perfino una cristiana convinta, prima di essere completamente risucchiata nel vortice della maggioranza.

E in tutto ciò, la mia cecità è stata in qualche modo una fortuna. Come mi sarei sentita se avessi capito e visto tutto con chiarezza?[5]

Credo anche che sia stata una fortuna se, dopo la guerra, la Germania è stata divisa, per quanto ciò sia stato doloroso per molti di noi. Se fossimo diventati uno Stato indipendente come dopo la Prima guerra mondiale, magari avremmo ricominciato a lottare per qualche diritto immaginario e «innato». Invece così siamo diventati un po’ più comprensivi e aperti verso il mondo. È stato un processo lento e a tratti amaro, ma credo che ci siamo via via[6] allontanati dal vecchio nazionalismo. I giovani non ne sanno più nulla. Il razzismo è completamente sconosciuto ai nostri giovani.

Si possono educare le persone a molte cose. A volte perfino al bene. Speriamo che si continui su questa strada.

Spero inoltre che riceva queste mie ultime tre lettere e che riesca a comprenderne il contenuto e la lingua. Non sono però del tutto sicura di quest’ultima cosa.

Mi rendo conto solo adesso di non aver parlato del Kapo, delle donne nel laboratorio e nemmeno del dottor Pannwitz.[7] Già, perché? Di sicuro alcuni Kapo erano molto stupidi e sapevano di esserlo. Magari si rallegravano del fatto che socialmente Lei fosse un gradino sotto di loro così che potevano fare i grossi. E le donne? Forse pensavano che foste tutti dei criminali. O forse avevano paura di essere punite se si fossero mostrate gentili con Lei. E il dottor Pannwitz? Esistono anche teste vuote molto intelligenti.

Si sarebbe potuto pensare che il Suo aspetto miserabile avrebbe dovuto toccare il cuore di chiunque, ma forse con il tempo ci si abitua e non si riesce più a considerare delle figure miserabili come esseri umani. E poi molte persone tendono all’arroganza, non solo nei confronti degli ebrei. In fondo tutto il nostro apparato militare si basava da secoli su questa arroganza. Infine, è difficile considerare intelligente una persona con cui non si riesce a parlare davvero. A proposito, è un mistero per me come mai Lei sapesse dire in tedesco «acido solforico», «pressione atmosferica» e «trasmettitore a onde corte».[8]


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