137. Suraiya Faroqhi a Primo Levi, s.d.

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Nota al testo


Suraiya Faroqhi, studentessa tedesca di storia residente a Istanbul, definisce Ist das ein Mensch? «un pungolo e uno sprone al ripensamento» e scrive di averlo letto mossa dal desiderio di comprendere.

Sehr geehrter Herr Levi!

 

ZunĂ€chst muß ich mich wohl vorstellen und entschuldigen: trotz meines Namens und Wohnorts bin ich eine Deutsche, Studentin der Geschichte, geboren im Jahre 1941. Die Entschuldigung ist zweifach: zunĂ€chst, daß ich Sie ĂŒberhaupt mit diesem Brief inkommodiere und zweitens, daß ich auch noch deutsch schreibe. Ich hatte meinen Brief zunĂ€chst auf französisch aufgesetzt, aber ich fĂŒrchtete meine sprachliche Ungenwandtheit.

Ich habe Ihr Buch gelesen. Im Vorwort geben Sie der Hoffnung Ausdruck, die Reaktion der deutschen Leser werden Ihnen helfen, zu verstehen und zu beurteilen. Das Schlimme ist aber, daß manche von uns – und dazu gehöre ich – diese VorgĂ€nge noch viel weniger verstehen.

Das soll kein Ausweichen vor der Verantwortung sein. Die ist uns sicher, ob wir wollen oder nicht, ob wir verstehen oder nicht. Und gerade diese Verantwortung weckt den Wunsch zu verstehen. Dieser Wunsch zu verstehen ließ mich von einigen Monaten Ihr Buch in die Hand nehmen. Es war nicht das erste und nicht das letzte. Ich habe eine Reihe von psychologischen und soziologischen ErklĂ€rungen gelesen, die sicherlich richtig sind. Aber die Erscheinung des Doktor Pannwitz wird darum nicht verstĂ€ndlicher. So bleibt eine große Ratlosigkeit.

Die Situation wird nicht gerade vertrauenerweckender durch die Stummheit des „Doktor Pannwitz“. Da sich niemand zu den geschehnissen bekennt, will es manchmal geradezu scheinen, als gewĂ€nnen alle diese fĂŒrchterlichen und dokumentierten RealitĂ€ten ein geradezu spukhaftes[1] Aussehen. Es scheint, als griffen die ins Leere, die die Motive zu packen suchten, als wĂŒrfen sie Steine ins Wasser und redeten gegen fensterlose WĂ€nde; und es scheint sogar, als böten sie einen grotesken und von manchen Zuschauern mit stummer Verachtung gestraften Anblick. Nun, das wĂ€re alles harmlos, wenn man wenigstens der eigenen Menschlichkeit sicher wĂ€re, wenn man nicht fĂŒrchten mĂŒĂŸte, daß die DĂ€monen – nehmen Sie das Wort als Bezeichnung fĂŒr eine Leerstelle – nicht unversehens in eigenen Innern auftauchten und man merkt es erst hinterher.

Ich glaube kaum, daß Ihnen dieser Brief sonderlich weiter helfen wird, außerdem sind es nur in zweiter Linie Ihre Probleme, von denen ich hier geschrieben habe. ZunĂ€chst sind es die unsrigen – unsere persönlichen wie unsere nationalen. Ich möchte aber die Gelegenheit nicht versĂ€umen, Ihnen fĂŒr Ihr Buch zu danken, daß mir und manchen meiner Freunde ein Stachel und ein Anstoß zum Nachdenken ist.

 

Ihre Suraiya Faroqhi

 

Suraiya Faroqhi
Istanbul – Beyoğlu
Galipdede Caddesi 48/12

Suraiya Faroghi
Istanbul  Beyoglu
Galipdede caddesi 48/12

 

 

Egregio Dott. Levi,

prima di tutto mi devo presentare e scusare: malgrado il mio nome e la mia residenza, sono una tedesca, studentessa di Storia, nata nel 1941. Di due cose mi devo scusare: in primo luogo, di incomodarLa con questa lettera, in secondo, di scriverLe in tedesco. Avevo dapprima composto la mia lettera in francese, ma poi ho temuto la mia incompetenza linguistica.

Ho letto il Suo libro. Nella prefazione, Ella esprime la speranza che la reazione del lettore tedesco La aiuterĂ  a comprendere e a giudicare. Il male Ăš perĂČ che molti di noi (ed io vi appartengo) ne capiscono ancora di meno.I Questo non deve essere uno sfuggire alla responsabilitĂ : la quale Ăš sicuramente nostra,II che lo vogliamo o no, che comprendiamo o no. E proprio questo senso di responsabilitĂ  ridesta il desiderio di comprendere, ed Ăš tale desiderio quello che, qualche mese addietro, mi ha fatto prendere in mano il Suo libro. Non Ăš stato il primo nĂ© l’ultimo: ho letto una serie di spiegazioni psicologiche e sociologiche, certamente giuste. Ma il fenomeno “Dottor Pannwitz” non ne esce chiarito: ne rimane una grande perplessitĂ . La situazione non diventa piĂč rassicurante per il silenzio del “Dr. Pannwitz”. PoichĂ© nessuno ardisce riconoscersi nel passato, potrĂ  spesso apparire che tutte queste terribili e documentate realtĂ  assumano un aspetto quasi irreale.[1] PotrĂ  sembrareIII che coloro i quali si sforzano di definire le cause prime non stringano che il vuoto, gettino sassi nell’acqua, parlino a muri senza finestre; potrĂ  perfino sembrare che essi offrano al pubblico un panorama grottesco, e siano puniti da molti con un muto disprezzo.

Ebbene, tutto ciĂČ sarebbe innocuo, se almeno si potesse essere sicuri della propria umanitĂ , se non si dovesse temere che i DĂ©moni – intenda questa parola come designazione di un vuoto – ricompaiano inavvertiti nel proprio animo, e quando ci se ne accorge Ăš troppo tardi.

Non credo giĂ  che questa mia lettera Le possa essere di particolare aiuto a superare i Suoi dubbi: d’altronde, questi di cui Le ho scritto non sono che in seconda istanza problemi Suoi. Sono in primo luogo problemi nostri: personali e nazionali. Non vorrei perĂČ trascurare l’occasione per ringraziarLa del Suo libro, che per me e per molti amici Ăš un pungolo e uno sprone al ripensamento.

Sehr geehrter Herr Levi!

 

ZunĂ€chst muß ich mich wohl vorstellen und entschuldigen: trotz meines Namens und Wohnorts bin ich eine Deutsche, Studentin der Geschichte, geboren im Jahre 1941. Die Entschuldigung ist zweifach: zunĂ€chst, daß ich Sie ĂŒberhaupt mit diesem Brief inkommodiere und zweitens, daß ich auch noch deutsch schreibe. Ich hatte meinen Brief zunĂ€chst auf französisch aufgesetzt, aber ich fĂŒrchtete meine sprachliche Ungenwandtheit.

Ich habe Ihr Buch gelesen. Im Vorwort geben Sie der Hoffnung Ausdruck, die Reaktion der deutschen Leser werden Ihnen helfen, zu verstehen und zu beurteilen. Das Schlimme ist aber, daß manche von uns – und dazu gehöre ich – diese VorgĂ€nge noch viel weniger verstehen.

Das soll kein Ausweichen vor der Verantwortung sein. Die ist uns sicher, ob wir wollen oder nicht, ob wir verstehen oder nicht. Und gerade diese Verantwortung weckt den Wunsch zu verstehen. Dieser Wunsch zu verstehen ließ mich von einigen Monaten Ihr Buch in die Hand nehmen. Es war nicht das erste und nicht das letzte. Ich habe eine Reihe von psychologischen und soziologischen ErklĂ€rungen gelesen, die sicherlich richtig sind. Aber die Erscheinung des Doktor Pannwitz wird darum nicht verstĂ€ndlicher. So bleibt eine große Ratlosigkeit.

Die Situation wird nicht gerade vertrauenerweckender durch die Stummheit des „Doktor Pannwitz“. Da sich niemand zu den geschehnissen bekennt, will es manchmal geradezu scheinen, als gewĂ€nnen alle diese fĂŒrchterlichen und dokumentierten RealitĂ€ten ein geradezu spukhaftes[1] Aussehen. Es scheint, als griffen die ins Leere, die die Motive zu packen suchten, als wĂŒrfen sie Steine ins Wasser und redeten gegen fensterlose WĂ€nde; und es scheint sogar, als böten sie einen grotesken und von manchen Zuschauern mit stummer Verachtung gestraften Anblick. Nun, das wĂ€re alles harmlos, wenn man wenigstens der eigenen Menschlichkeit sicher wĂ€re, wenn man nicht fĂŒrchten mĂŒĂŸte, daß die DĂ€monen – nehmen Sie das Wort als Bezeichnung fĂŒr eine Leerstelle – nicht unversehens in eigenen Innern auftauchten und man merkt es erst hinterher.

Ich glaube kaum, daß Ihnen dieser Brief sonderlich weiter helfen wird, außerdem sind es nur in zweiter Linie Ihre Probleme, von denen ich hier geschrieben habe. ZunĂ€chst sind es die unsrigen – unsere persönlichen wie unsere nationalen. Ich möchte aber die Gelegenheit nicht versĂ€umen, Ihnen fĂŒr Ihr Buch zu danken, daß mir und manchen meiner Freunde ein Stachel und ein Anstoß zum Nachdenken ist.

 

Ihre Suraiya Faroqhi

 

Suraiya Faroqhi
Istanbul – Beyoğlu
Galipdede Caddesi 48/12

Suraiya Faroghi
Istanbul  Beyoglu
Galipdede caddesi 48/12

 

 

Egregio Dott. Levi,

prima di tutto mi devo presentare e scusare: malgrado il mio nome e la mia residenza, sono una tedesca, studentessa di Storia, nata nel 1941. Di due cose mi devo scusare: in primo luogo, di incomodarLa con questa lettera, in secondo, di scriverLe in tedesco. Avevo dapprima composto la mia lettera in francese, ma poi ho temuto la mia incompetenza linguistica.

Ho letto il Suo libro. Nella prefazione, Ella esprime la speranza che la reazione del lettore tedesco La aiuterĂ  a comprendere e a giudicare. Il male Ăš perĂČ che molti di noi (ed io vi appartengo) ne capiscono ancora di meno.I Questo non deve essere uno sfuggire alla responsabilitĂ : la quale Ăš sicuramente nostra,II che lo vogliamo o no, che comprendiamo o no. E proprio questo senso di responsabilitĂ  ridesta il desiderio di comprendere, ed Ăš tale desiderio quello che, qualche mese addietro, mi ha fatto prendere in mano il Suo libro. Non Ăš stato il primo nĂ© l’ultimo: ho letto una serie di spiegazioni psicologiche e sociologiche, certamente giuste. Ma il fenomeno “Dottor Pannwitz” non ne esce chiarito: ne rimane una grande perplessitĂ . La situazione non diventa piĂč rassicurante per il silenzio del “Dr. Pannwitz”. PoichĂ© nessuno ardisce riconoscersi nel passato, potrĂ  spesso apparire che tutte queste terribili e documentate realtĂ  assumano un aspetto quasi irreale.[1] PotrĂ  sembrareIII che coloro i quali si sforzano di definire le cause prime non stringano che il vuoto, gettino sassi nell’acqua, parlino a muri senza finestre; potrĂ  perfino sembrare che essi offrano al pubblico un panorama grottesco, e siano puniti da molti con un muto disprezzo.

Ebbene, tutto ciĂČ sarebbe innocuo, se almeno si potesse essere sicuri della propria umanitĂ , se non si dovesse temere che i DĂ©moni – intenda questa parola come designazione di un vuoto – ricompaiano inavvertiti nel proprio animo, e quando ci se ne accorge Ăš troppo tardi.

Non credo giĂ  che questa mia lettera Le possa essere di particolare aiuto a superare i Suoi dubbi: d’altronde, questi di cui Le ho scritto non sono che in seconda istanza problemi Suoi. Sono in primo luogo problemi nostri: personali e nazionali. Non vorrei perĂČ trascurare l’occasione per ringraziarLa del Suo libro, che per me e per molti amici Ăš un pungolo e uno sprone al ripensamento.


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