128. Waltraut Falter a Primo Levi, s.d.
Waltraut Falter scrive una lettera simile alla precedente, piena di pathos per le reazioni suscitategli dalla lettura di Ist das ein Mensch?. Nel frattempo ha ordinato la traduzione tedesca de La tregua, che deve ancora ricevere, e ha letto quella di Storie naturali, appena uscita per Wegner.
Sehr geehrter Signor Dr. Primo Levi!
Ihr Buch, Ist das ein Mensch?, fesselt und beschäftigt so sehr mein ganzes Sinnen und Denken, daß ich nicht mehr loskommen kann. Immer mehr erkenne ich, wie nötiges uns allen ist, über jene furchtbaren Geschehnisse nachzudenken, die unter der gewissenlosen Willkür und dem brutalen Fanatismus einer wahnsinnigen Gewaltherrschaft, mit so unglaublicher Hemmungslosigkeit begangen, in so ungeahntem Ausmaß erfolgen konnten, und wie notwendig es ist, auch vor der letzten und allerletzten Konsequenz, die daraus gezogen werden muß, nicht feig zurück zu schrecken.
Ich möchte diese Buch jede Hand empfehlen, aber für manchen besonders Begriffstützigen, Verblendeten oder geistig Trägen, wäre es von Nutzen, wenn über das Thema noch ausführlicher diskutiert würde und besonders hinweisend Klargestellt würde, was es gerade unseren Tagen, unserer, heute so sehr gefährdeten Welt, eindringlichst mahnend und warnend, zu sagen und aufzuzeigen hat.
Wir leben in einer Welt, in der die Angst, die Unsicherheit des Daseins und die ihr entgegengesetzte Machtgier, sich gegenseitig jagen und ins Hemmungslose, Maßlose seigern, und das ist die große Gefahr daß der Mensch, mitgerissen, sich hineinstürzt in einen leidenschaftlichen, verzweiferlten, wahnsinnigen Machtrausch, der ihn befähigt, Dinge zu vollbringen, die entsetzlich sind und dem normalen, vernunftvollen, nüchternen Betrachter unfaßbar, unbegreiflich scheinen. Dinge, die die ganze Welt zum Kazet machen können, mit allen damaligen Zuständen und Auswirkungen und einem unübersehbaren, höffnungslosen, unentrinnbaren Ausmaß and Elend und Grauen.
Aus dieser drohenden Gefahr wird die Welt nicht durch politische Diplomatie soziale Verbesserungen, und glänzende Errungenschaften der Wissenschaft und Technik gerettet, so gut das alles an sich auch sein mag, aber es hat nicht die nötige Tiefenwirkung und Wandlungs Kraft für der inneren Menschen.
Es vermag nicht, die Menschen heraus zureißen aus ihrer törichten Verblendung, ihre Herzen wachzurufen und einen neuen Geist in ihnen aufbrechen zu lassen, der sie zum Edlen und Guten leitet und sie zu „wahren Menschen“ bildet, was wirklich die Welt zu retten und den Menschen vor der furchtbaren Entmenschlichung und Entwürdigung zu bewahren vermag, das ist die „Gewissenhaftigkeit“, das „Verantwortungsbewusstsein“, „die Ehrfurcht“ vor der Würde des Menschen, die „Anerkennung seiner Freiheit und persönlichen Rechte“, die „Beachtung der gottgeboten und naturtreuen, sinnvollen Ordnung“ und vor allem die „wahre, edle Güte“, in der alles oben angeführte verbürgt und erfüllt ist, jene Güte, die Sie, verehrter Signor Dr. Levi damals durch Ihren Lorenzo[1] erfahren haben. Diese Güte ist das rettende Bollwerk gegen die anstürmende Gefahr einer neuen, bösen, unheilvollen, mörderischen Machtgewalt in der Welt, und sollte in den Herzen der Menschen errichtet, gefördert und gestärkt werden. Dazu aufzurufen ist wichtiger als alles andere, und ich glaube, dazu sind Sie verehrter Signor Dr. Levi, ein besonders Berufener und Befàhigter. ihre Werke beweisen es. Sie vermögen es, die Menschen wachzurufen aus ihrer Gleichgültigkeit und Verblendung und auf das Rechte und Gute und Rettende hinzuweisen.
Leider habe ich erfahren, daß das Buch Ist das ein Mensch?, zur Zeit bei uns vergriffen ist. Ich habe, zum Glück, das letzte Exemplar erhalten, das mein Buchhändler noch auf Lager hatte.
Hoffentlich dauert es nicht sehr lange, bis das Buch wieder zu bekommen ist. Ich möchte es gern allen meinen Verwandten und Bekannten schenken. – Inzwischen habe ich nun auch Ihr Buch Atempause bestellt, das leider noch nicht eingetroffen ist. Dagegen konnte ich das Buch Die Verdoppelung einer schönen Dame[2] sehr schnell erhalten. Ein Buch, das mich gleichermaßen begeistert, amüsiert und nachdenklich macht.
Verehrter Signor Dr. Levi! Sie besitzen in hohem Maße die selten, geniale Gabe, die nüchternsten prosaischen Dinge, mit reizvoller, reicher Phantasie umspielt, in einer Köstlich heiteren, amüsanten Weise darzubieten, und mit einer feine, zielsicheren und wahrhaft lächelnd liebenswürdigen Ironie und Satire auf peinliche Mißstände und drohende Verderblichkeiten hinzuweisen. Sie vermögen es aber auch zutiefst erschütternd, mit einer großartigen, dichterischen Bildkrafte, furchtbare Wirklichkeiten und Erfahrungen aufzuschließen und in ihrer ganzen Grauenhaftligkeit, Hintergründigkeit und eindringlich ernsten, bitteren Anklage zu enthüllen. – Ich habe in diesem Buch, zu meiner großen Freunde, jene geistvolle Anmut und sieghaft heitere Klarheit und Lauterkeit wieder gefunden, die mich aus Ihren Jugendbildnis, das ich in einer Fernseh-zeitung neben einem Hinweis auf eine Buchbesprechung entdeckte, so sehr ansprach und faszinierte und und für Ihre Werke interessierte. Ich habe schon lange die Erfahrung gemacht, daß ich nach dem Eindruck von Bilde eines Autors, immer mit großer Sicherheit auf das schließen kann, was mich in seinen Werken erwartet. Ich habe mich also auch diesmal nicht getäuscht.
Aber neben Ihrem hoch erfreulichen „Jugendbildnis Primo Levi“, bin ich in diesem Buch tieferschütter, auch jenem anderen Primo Levi begegnet, jenem, mit dem Stachel des furchtbarsten, Leid vollsten Erlebens im Herzen, das je Menschen aufgelastet wurde, einem Erleben, dessen schmerzhaft tiefen Risse nie mehr heilen und dessen brennende Fragen und bitteren Anklagen nie mehr zum Schweigen Kommen können, weil das ganze Grauen und Entsetzen des nie mehr gutzumachenden verbrechens gegen die Menschlichkeit und das unmenschliche, nie zu lösende, nie zu Klärende Unfaßbare und ungeheuerliche des Erlittenen menschlich nicht zu bewältigen ist. – Was Sie in „Engelgleicher Schmetng“ in tiefstaufgeschlossener, grellster Durchleuchtung aufzeigen und aussprechen, sagt alles und noch mehr, als Sie in Ihrem Tatsachenbericht in Ihrem Buch Ist das ein Mensch? mitgeteilt haben. Es offenbart sich in diesem dichterischen Bild, das Sie in “engelgleicher Schmetterling” aus sich heraus geholt haben, klarer und erschütternder das ganze Grauen und Entsetzen und die furchtbar seelische Wirkung und Nachwirkung jenes Erlebens und Erleidens, als dieses in einer, sonst noch so genauen Tatsachenschilderung ausgedrückt werden könnte, weil gerade von diesen Dingen und Geschehnissen und ihrer Hintergründigkeit und Tiefenwirkung, vieles in dichterischen Bildern ausdruckbarer ist, als mit einfachen Worten gesagt werden kann.
Die dichterische Aussage ist immer das, was mich am meisten begreifen läßt und erschüttert, so wie auch in Ihrem Buch Ist das ein Mensch? , mich der Gesang des Ulyss am tiefsten ergriffen hat, das er mir die ganze Tragik Ihres schweren Schicksals zutiefst fühlbar machte. es ist die Sprache, die ich mit dem Herzen höre und am besten verstehe. O mögen Sie auch alle anderen Menschen so tief damit ansprechen und wachrütteln!
Verehrter Signor Dr. Levi! Wie tief mich die ganze Sache bewegt, mögen Sie daraus erkennen, daß ich mich unwiderstehlich gedrängt fühlte, zu Ihnen persönlich brieflich zu sprechen. Nehmen Sie es, bitte, als ein Zeichen innerster, treuer Verbundenheit mit Ihnen, im Einsatz für Ihre eigenen hohen Ideale und für alles Edle und Gute. Mögen Ihre Werke ein wichtiger und fester Baustein sein für eine bessere Welt und eine edlere Menschheit!
Hoffentlich hat Ihnen mein Deutsch nicht allzu große Schwierigkeiten gemacht? Verzeihen Sie, bitte, wenn ich Ihnen mit meinen Briefen Mühe bereitet habe!
Ich grüße Sie, verehrter Signor Dr. Levi, mit freundlichsten Grüßen und mit allen guten Wünschen für Sie und Ihr Wirken und für Ihre werte Familie!
Hochachtungsvoll
Ihre
ergebene
Waltraut Falter
836 Deggendorf / Nbay
Nördl. Graben 35
Deutschland
Stimatissimo Dottor Primo Levi,
Il Suo libro Se questo è un uomo ha catturato e occupato talmente tutto il mio pensiero e il mio sentire, che non riesco a distaccarmene. Sempre più mi rendo conto di quanto sia necessario per tutti noi riflettere su quegli orrori che, sotto l’arbitrio irresponsabile e il fanatismo brutale di un potere folle, sono stati commessi con una sfrenatezza inaudita e in una misura finora inimmaginabile; e di quanto sia altrettanto necessario non indietreggiare vigliaccamente di fronte all’ultima, estrema conseguenza che dobbiamo trarne.
Vorrei raccomandare questo libro a chiunque, ma per alcuni, in particolare per i più ottusi, accecati o intellettualmente pigri, potrebbe essere utile che sull’argomento si discutesse ancora più diffusamente, e che si chiarisse in modo più esplicito ciò che il libro ha da dire oggi, alla nostra epoca così minacciata, come monito urgente e severo.
Viviamo in un mondo in cui la paura, l’incertezza dell’esistenza e l’avidità di potere che le si contrappone si rincorrono a vicenda, esacerbandosi fino all’eccesso e alla sfrenatezza: e questo è il grande pericolo: che l’uomo, travolto, precipiti in una smania di potere irrazionale, disperata, folle, che lo rende capace di compiere azioni così orribili da sembrare inimmaginabili e incomprensibili a un osservatore normale, ragionevole, sobrio. Cose che possono trasformare il mondo intero in un Lager, con tutte le condizioni e conseguenze di allora, e con una portata incommensurabile di miseria e orrore senza scampo e senza speranza.
Da questo pericolo incombente, il mondo non si salverà con la diplomazia politica, con le riforme sociali o con le brillanti conquiste della scienza e della tecnica, poiché, per quanto tutto questo possa essere positivo in sé, sull’animo umano non produce un impatto profondo e una forza rigeneratrice sufficiente.
Tutto ciò non è in grado di strappare le persone alla loro stolta cecità, di risvegliarne i cuori e far sbocciare in loro uno spirito nuovo, che li guidi verso ciò che è nobile e buono e li formi a diventare “veri esseri umani”; ciò che davvero può salvare il mondo e l’essere umano dalla terribile disumanizzazione e dall’umiliazione sono piuttosto la “coscienziosità”, la “consapevolezza della responsabilità”, il “rispetto” della dignità dell’uomo, il “riconoscimento della sua libertà e dei suoi diritti personali”, il “rispetto per l’ordine divino e naturale”, e soprattutto la “vera, nobile bontà” in cui tutto il resto è ricompreso; quella bontà che Lei, stimatissimo Signor Dottor Levi, ha incontrato un tempo nel Suo Lorenzo.[1] Questa bontà è il salvifico baluardo contro il pericolo incalzante di un nuovo potere nel mondo, malvagio, nefasto e assassino, e dovrebbe essere instillata, valorizzata e rafforzata nei cuori degli uomini. Richiamare alla bontà è più importante di ogni altra cosa, e credo che proprio a Lei, stimatissimo Signor Dottor Levi, siano date la vocazione e la capacità per assolvere questo compito. Lo dimostrano le Sue opere. Lei riesce a destare gli uomini dalla loro indifferenza e cecità e a indicare loro la via giusta, buona e salvifica.
Purtroppo ho saputo che qui da noi Se questo è un uomo è al momento esaurito. Per fortuna sono riuscita ad acquistare l’ultima copia che il mio libraio aveva ancora in magazzino.
Spero che non passi troppo tempo prima che torni disponibile. Vorrei regalarlo a tutti i miei parenti e conoscenti. Nel frattempo ho ordinato anche il Suo libro La tregua, che però non è ancora arrivato. In compenso sono riuscita a procurarmi molto in fretta Storie naturali.[2] Un libro che al tempo stesso mi entusiasma, mi diverte e mi fa riflettere.
Stimatissimo Dottor Levi, Lei possiede in misura eccezionale quella rara e geniale dote di presentare le cose più prosaiche e concrete con una fantasia ricca e affascinante, in uno stile deliziosamente allegro e divertente, e allo stesso tempo di indicare con un’ironia e una satira sottili, precise, e un sorriso affabile, certe situazioni imbarazzanti e certe pericolose derive. Ma Lei sa anche, in un modo che commuove nel profondo e con una forza poetica straordinaria, svelare realtà ed esperienze terribili, mettendone a nudo tutta l’atrocità, la profondità e la tragica serietà in forma di accusa amara, pressante.
In questo libro ho ritrovato, con grande gioia, quella grazia piena di spirito, quella chiarezza e schiettezza di un’allegria trionfante che avevo già colto nella Sua immagine da giovane, che scoprii tempo fa in una rivista televisiva, accanto alla segnalazione di una recensione del libro, e che tanto mi colpì e affascinò da farmi interessare alle Sue opere.
Ho già sperimentato più volte che, dal volto di un autore, riesco spesso a intuire con buona precisione cosa aspettarmi dai suoi scritti. Anche questa volta non mi sono sbagliata.
Ma accanto al rasserenante “ritratto giovanile di Primo Levi”, nel Suo libro ho incontrato, con profondo turbamento, anche quell’altro Primo Levi, quello con il pungolo dell’esperienza più terribile e dolorosa mai inflitta a un essere umano, un’esperienza le cui ferite profonde non potranno mai rimarginarsi, e le cui domande brucianti e accuse amare non potranno mai essere messe a tacere, perché tutto l’orrore e lo sgomento di quei crimini irrimediabili contro l’umanità, l’inumano, l’inspiegabile, l’inconcepibile di quanto è stato sofferto, non sono più dominabili con mezzi umani.
Ciò che Lei mostra e dice in “Angelica farfalla”, in una chiarissima e sconvolgente illuminazione, dice tutto, e forse anche di più, rispetto a quanto già aveva raccontato nella Sua testimonianza Se questo è un uomo. Nell’immagine poetica che Lei ha estratto da “Angelica farfalla” tutto l’orrore, lo sgomento e le conseguenze psichiche profonde di quell’esperienza si rivelano ancora in modo più chiaro e sconvolgente di quanto una pur accurata narrazione di fatti potrebbe mai esprimere. Perché di certe cose e vicende, e delle loro implicazioni più profonde, molto si può dire per immagini poetiche, più che con parole semplici.
La parola poetica è sempre quella che mi scuote e mi fa comprendere di più, proprio come, nel Suo Se questo è un uomo, è stato il “Canto di Ulisse” a colpirmi più profondamente: perché mi ha fatto sentire, nel modo più intenso, tutta la tragicità del Suo destino. È un linguaggio che ascolto con il cuore, e che capisco meglio di ogni altro. Possa Lei scuotere e toccare così nel profondo anche gli altri uomini, e risvegliarli!
Stimatissimo Dottor Levi, dall’impulso irresistibile che mi ha spinta a scriverLe può forse comprendere quanto tutta questa vicenda mi abbia toccata nel profondo.
La prego di considerare questa lettera come un segno della più intima e fedele vicinanza a Lei, nel Suo impegno per i Suoi nobili ideali, e per tutto ciò che è elevato e buono. Possa la Sua opera rappresentare un tassello importante e solido nella costruzione di un mondo migliore e di un’umanità più nobile!
Spero che il mio tedesco non Le abbia creato troppe difficoltà. La prego di scusarmi se con questa mia lettera Le ho arrecato disturbo!
La saluto, stimatissimo Dottor Levi, con i più cordiali saluti e con tutti i migliori auguri per Lei, per il Suo lavoro e per la Sua cara famiglia.
Con profondo rispetto,
Sua
devota
Waltraut Falter
836 Deggendorf / Nbay
Nördl. Graben 35
Deutschland