154. Gertrud Mertens a Primo Levi, 9 dicembre 1961
Gertrud Mertens, corrispondente dalla Baviera, scrive di essere rimasta molto scossa dalla lettura di Ist das ein Mensch e che, con il marito, conoscevano le atrocità del Lager già prima della liberazione dei campi grazie alle testimonianze di un giovane ufficiale.
In der Adventszeit d. 9.XII.61
Langewies am Kreuzweg
Post Assenhausen Oberbayern
Starnberger See
Verehrter Dr. Levi!
Ich sitze vor dem leeren Blatt Papier – im Herzen erschüttert von Ihrem Buch! Zwar habe ich viele Bücher über das gleiche, entsetzensvolle Thema gelesen, und schon vor der Auflösung der „Vernichtungslager“ hatten wir von einem jungen Mediziner seine verzweifelten Berichte über das 1. Lager dieser Art in Minsk erfahren.[1] Seitdem hatten mein Mann[2] und ich jede Gelegenheit gesucht, um diese ungeheuerlichen „Wahrheiten“ weiterzugeben. Aber überall war die gleiche mitleidige Antwort: „Glauben Sie das wirklich?“ Zunächst „glaubte“ man offenbar wirklich nicht. Aus diesem „nicht-für-möglich-halten“ entstand dann – (Als es sicherlich schon zu spät war –) eine „Blindheit“[3] da man nicht mehr „glauben“ wollte[4] oder „nicht-glauben“ konnte! Aus dieser niemals aufhebbaren – niemals entschuldbaren Ohnmacht zwischen „nichtglauben-können und „schon-müssen“ entstand dann eben der „psychologische“ Selbstbetrug. (?)[5] – Auch diese Zeilen an Sie sind heut wie damals gezeichnet von der Ungeheuerlichkeit des Ausmaßes dieser niemals zu bewältigen – niemals vergessbaren Ungeheuerlichkeit. Trotzdem versuche ich heut, Sie mit dem Maaß des menschlichen Herzens zu erreichen! Meine Ergriffenheit über die ganz spezielle Art Ihrer Aussage läßt mich diese Zeilen wagen. –
Vor allem aber ist es die von Ihnen ausgesprochene Hoffnung, einen „Widerhall“ in Deutschland zu finden, um Alles, wie Sie sagen, „verstehen“ zu können! Ah! lieber Dr. Levi! Wenn man es nur selbst „verstehen“ könnte! Alles, was „Wirklichkeit“ war – [wir selbst in einer der vielen[6] Gruppen des Widerstandes sind hart an dem Galgen vorübergegangen.][7] „Verstehen“? Mir will scheinen, dass auch diese allerfurchtbarste Satanologie[8] aus dem Dunkel der Geschichte auftaucht – aus der Mitte des Großen Weltgeheimnisses der Schuld, unter welchem der Mensch – das Geistwesen – sich unter dem Namenlosen[9] – unter tausend Namen und Masken – versteckt, weil es seine personaleFreiheit vor dem Antlitz Gottes nicht mehr zu ertragen vermag. (?) So gibt er sich selbst preis, – und flüchtet in das Chaos der Anonymität des Termitenstaates:[10] letzter Ausweg der Angst vor seiner eigenen Freiheit und Würde![11] Er entledigt sich des Herzens und der Liebe – also seiner Menschlichkeit, um „frei“ zu werden von der Freiheit vor Gottes Angesicht. Die Welt hat diese Freiheit – (die einzig existierende Freiheit!] – immer wieder verhüllt. Es ist die ewige Wiederkehr der Geschichte der Humanität und das alte Pilatus-Wort[12] bleibt immer erneut offen … Auch mit dem alten Wort von Pindar wird man nicht fertig!:
“Was ist er (der Mensch)
was ist er nicht
der Schatten Traum sind Menschen“[13]
Mir scheint, es wäre für die Historiker an der Zeit, sich mit der Unabwendbarkeit des Mysteriums der Geschichte zu beschäftigen anstatt das „reale“ (?) Geschehen in der Welt zu notieren und die „Deutungsversuche“ der Philosophie und der Theologie zu überlassen. Diese Disciplinen versuchen ja aber auch unter eine Deutung des Un-deutbaren! Jedoch wäre schon Einiges gewonnen, wenn auch die Geschichtswissenschaft sich im Anerkennen des „Mysteriums der Geschichte“ als „Geistes“-wissenschaft der Philosophie und Theologie angleichen würden. Das Leben als „Existenz“ sucht nun einmal im Schweigen – im Gegensatz zu der ewig-redenden Wissenschaft – und ist niemals ausdeutbar. Das Mysterium in aller seiner Unergründbarkeit schließt die Mächte der Finsternis ein –: die Ohnmacht und die Angst. In dieser unterschichtigen Bedrängnis der Freiheit bleibt letztenendes nur die Freiheit aus dem Glauben, aus der Liebe und aus der demut!! der Mensch von heute – inmitten einer uferlosen, sich selbst aufspaltenden „Erkenntnis“ kann diese geistige Freiheit nicht mehr ertragen, weil sie nicht mehr erlaubt zu – glauben, da, wo ihre eigenen Begrenzungen anfangen. (Wir leben heut nur noch von Analysen und wagen nicht mehr eine Synthese irgendwelcher Art.) Und da man nicht mehr „glauben“ will (oder kann?), schwinden alle Maaßstäbe einer höheren Gesinnung, – schwindet alle Würde des Humanen und alle spirituelle Substanz – xxx. Die Mächte des Mysteriums iniquietatis[14] überschwemmen alle Keime des „Guten“ und des „Schönen“. Der Mensch – seiner Wurzel beraubt, -: endet in der „Selbstbehauptung der Brutalität – : im totalen Abfall, von dem Heidegger sagt: Gott hat nie „existiert.“[15] Das ist der Weisheit letzter Schluss und das Ende jeder Humanität! Es bleibt nur das „Grauen“ an sich!“ – 2. Ich fürchte, d – dass in der Ratlosigkeit der heutigen Menschheit, auf dem Bühnenbild der heutigen Philosophie die beherrschende „perfekte Zivilisation“, wie sie aus Amerika-Nord uns arme, überalterte Europäer erreichte, bar geistiger Verantwortung, – und damit die Auflösung des „Menschenbildes“ in seinem Abfall nur beschleunigt. Zwar ist diese Welle nicht perfid, nicht brutal, oder grausam nach Allem, und doch unterhöhlt sie diese Menschengestalt und liefert sie dem geistigen Verfall ebenso aus, wie alle anderen „…‘ismen“ von heut. Die heutigen Zustände in Deutschland,[16] des „Wirtschaftswunders“ und des sozialen Wohlstandes beweisen diesen Abfall in die Gier nach dem auch-haben-wollen – und entkleiden den Menschen als habsüchtiges „Tier“ – das – seelenlos – seine eigene Freiheit tötet!
Das lapidare Wort: „Du sollst nicht töten“ ist nun bei dem geistigen Selbstmord gelandet: die ganze Welt tötet sich selbst. Überall sind die gleichen Ursachen und Wirkungen!
Hier in Deutschland – [das unselige Land der „Mitte“, mit seinen unendliche vielen „Grenzen“ – aus seiner eigenen Substanz stets gefährdet und gefährlich – könnte Hoffnung sein! Könnte …!!! Aber ich bin pessimistisch! Die Hybris ist noch crescente in der Welt – und die Frage: was ist der Mensch“ wird nicht einmal mehr gestellt. Nur so ist in dem Symbol der „Atombombe“ eine letzte Consequenz sichtbar geworden: „Der erkennende Mensch darf und kann alles.“ Er ist der bis ins letzte banalisierte Prometheus![17]
Sie sehen, ich scheine pessimistisch. Tatsächlich ist alles beim Alten geblieben! – Zwar keine „Vernichtungslager“ – aber das Leben hat nur die Farbe gewechselt und nicht die Begriffe! Ich glaube an die Apokalypse!!: an Sterben und Verwandlung[18]: ich glaube an die Freiheit des Evangeliums. – –
Nehmen Sie diese offenen Gedanken als Widerhall „freundlich auf und an und seien Sie“ versichert, dass ich Alles, Alles tun werde, damit man in Deutschland niemals das unausdenkbare Leiden vergisst. – – Niemals vergessen darf – als „Schuld und Sühne“.[19]
Mein bester Freund, Alberto Pescetto, der eben zwei Monate bei uns war, hat den Brief bei seiner Abreise mitnehmen wollen. Nun aber verzögert sich Alles und so vertraue ich ihn der Güte von Anita Rho an, die Ihnen behilflich ist beim Lesen.
Mit dem aufrichtigsten Wunsch für
Ihr Wohlergehen
Ihre
Gertrud Mertens.
Alberto grüßt bestens.
Nel tempo dell’Avvento, il 9.XII.61
Gertrud Mertens
Langewies am Kreuzung – Post Assenhausen Obb.
Starnberger See
Egregio Dr. Levi!
Siedo davanti al foglio bianco, scossa fino in fondo al cuore dal suo libro. Eppure ne ho letti molti sullo stesso sconvolgente argomento, e già prima dello scioglimento dei Lager, avevamo appreso da un giovane ufficiale la sua disperata relazione sul 1° campo di questo genere, in Minsk.[1] Da allora, mio marito[2] e io abbiamo cercato ogni opportunità per diffondere queste mostruose “verità”: ma dovunque la compassionevoleI risposta era la stessa: «Ci credete davvero?» Dapprima, era vero che non ci si credeva. Poi, da questo «non ritener possibile» nacque (ma allora era già troppo tardi) una «cecità»[3], poiché la gente non voleva, o non poteva credere.[4] Da questa mai eliminabile, mai scusabile impotenza, da questo (…) non poter credere, non dover vedere, scaturì infine l’«autoinganno psicologico». (?).[5]
Anche queste righe a Lei dirette sono oggi come alloraII segnate dalla mostruosità della misura di questa mai eliminabile, mai dimenticabile mostruosità. Tuttavia vorrei tentare oggi di raggiungere Lei con la … del cuore umano. La mia ErgriffenheitIII dal carattere del tutto speciale del suo scrivere mi permette di osare. Ma soprattutto la speranza da lei espressa di trovare eco in Germania, di riuscire «a capire tutto».
Ah, caro Dr. Levi, se solo noi stessi potessimo capire! CapireIV tutto ciò che era “verità”? (noi stessi, in un gruppo dei molti [6] di resistenti, abbiamo sfiorato la forca).[7] Mi pare che da questa terrificante Satanologia[8] dal buio della storia si riveli – dal mezzo del grande mistero mondiale della Colpa, sotto il quale l’Uomo, l’essere pensante, si cela sotto l’Innominabile[9]… .. perché non è più capace di sopportare la sua libertà personale davanti alla faccia del Signore(?). In tal modo egli si dà per vinto,V e fugge nel caos della anonimità del termitaio:[10] ultimo scampo alla sua paura davanti alla sua stessa libertà e dignità.[11] Egli si priva del cuore e dell’amore: e anche della sua umanità, per “liberarsi” della … davanti al viso di Dio. Il mondo ha sempre occultato questa libertà, la sola esistente. E’ l’eterno ricorso della storia, e la vecchia parola di Pilato[12] rimane sempre attuale.. Anche attuali restano le parole dell’antico Pindaro:
“Che cosa è l’uomo? Gli uomini sono il sogno di un ombra” [13]
Mi sembra che sia giunto il momento, per gli storici, di confrontarsi con l’ineluttabilità del mistero della storia, invece di continuare a registrare gli accadimenti “reali” (?) nel mondo e lasciare i “tentativi di interpretazione” alla filosofia e alla teologia. Anche queste discipline, del resto, tentano di sottomettere a un’interpretazione l’ininterpretabile! E tuttavia si sarebbe già compiuto un passo importante se anche la storiografia, riconoscendo il “mistero della storia”, si avvicinasse, come scienza dello “spirito”, alla filosofia e alla teologia. La vita, intesa come “esistenza”, cerca nel silenzio – al contrario del parlare incessante della scienza – e non è mai del tutto interpretabile. Il mistero in tutta la sua insondabilità racchiude in sé le forze delle tenebre: l’impotenza e la paura. In questo fondo oscuro in cui la libertà è sotto assedio, alla fine la sola libertà che resta è quella che nasce dalla fede, dall’amore e dall’umiltà!! L’uomo di oggi, immerso in una “conoscenza” sterminata che si auto-disgrega, trova questa libertà interiore intollerabile, poiché non gli consente più di credere là dove la conoscenza incontra il proprio limite. (Oggi viviamo solo di analisi, e non osiamo più nessuna forma di sintesi.) E poiché non si vuole (o non si può?) più “credere”, scompaiono tutti i criteri di una moralità superiore, scompare ogni dignità dell’umano, ogni sostanza spirituale… xxx. Le forze del Mysterium iniquitatis[14] sommergono ogni germoglio di “bene” e di “bellezza”. L’uomo, privato delle sue radici, precipita nella “affermazione brutale di sé”: nel decadimento totale, di cui Heidegger dice: Dio “non è mai esistito”.[15] Ecco il traguardo della sapienza: la fine di ogni umanità! Quel che rimane è solo l’“orrore” in sé stesso. – 2. Temo che, nel disorientamento attuale dell’umanità, sul palcoscenico della filosofia contemporanea, la “civiltà perfetta” dominante, quella che ci è arrivata dagli Stati Uniti, ci abbia colti, poveri europei invecchiati, senza alcun senso di responsabilità spirituale, accelerando così la dissoluzione dell’“immagine dell’uomo” nel suo decadimento. Va detto che, tutto sommato, quest’onda non è perfida, né brutale o crudele. Eppure mina dall’interno la figura dell’uomo, consegnandola al degrado spirituale al pari di tutti gli altri “ismi” contemporanei. Le condizioni attuali della Germania,[16] il cosiddetto “miracolo economico” e il benessere sociale, sono la dimostrazione evidente di quel decadimento nell’avidità dell’anche-io-voglio-avere, e spogliano l’essere umano riducendolo a un “animale” avido, senz’anima, che uccide la propria stessa libertà.
Il lapidario comandamento “non uccidere” è oggi degenerato in suicidio spirituale: il mondo intero uccide sé stesso. Le cause e le conseguenze sono sempre le stesse, ovunque!
Qui in Germania – questa terra infelice del “centro”, con le sue infinite “frontiere”, minacciata e pericolosa nella sua sostanza stessa – potrebbe esserci una speranza. Potrebbe…!!! Ma io sono pessimista! L’hybris è ancora crescente nel mondo – e la domanda “che cos’è l’uomo?” neanche si pone più. Solo così, nel simbolo della “bomba nucleare”, si rivela un’estrema conseguenza: “L’uomo che conosce può e deve fare tutto”. È un Prometeo ridotto alla più assoluta banalità![17]
Come vede, sembro pessimista. Il realtà tutto è rimasto com’era! Certo, non ci sono più “campi di sterminio”, ma la vita ha solo cambiato colore, non significato! Io credo nell’Apocalisse!! Credo nella morte e nella trasformazione.[18] Credo nella libertà del Vangelo.
La prego di accogliere e considerare questi pensieri aperti come un “Widerhall”, un’“eco” delle sue parole. E sia “certo che farò tutto, ma proprio tutto il possibile affinché in Germania non si dimentichi mai l’indicibile sofferenza. Mai si debba dimenticare – come colpa e come espiazione”.[19]
Il mio carissimo amico Alberto Pescetto, che è stato da noi per due mesi, voleva portare con sé questa lettera alla sua partenza. Ma tutto è slittato, e così affido questo scritto alla bontà di Anita Rho che L’aiuterà nella lettura.
Con i miei più sinceri auguri
di ogni bene
Sua
Gertrud Mertens
Alberto manda i suoi migliori saluti